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Ein Jahr und neun Monate Haft für mutmaßlichen türkischen Spion

von Fremdeninfo 15 Juli 2022
von Fremdeninfo

Mutmaßlicher türkischer Spion gesteht vor Gericht

21/06/2022 16:14

Düsseldorf (dpa) – Ein mutmaßlicher Agent türkischer Geheimdienste hat am Düsseldorfer Oberlandesgericht ein Geständnis abgelegt. „Ich räume die Vorwürfe der Anklage ein“, sagte der 41-Jährige am Dienstag in Düsseldorf beim Prozessauftakt. Er habe sich türkischen Geheimdiensten als Informant angedient.Dem Geständnis war eine Absprache mit dem Gericht voran gegangen. Der Senat hatte dem Mann im Gegenzug für das Geständnis eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren zugesagt.Der Angeklagte berichtete, er habe in Ankara ein florierendes Hotel gekauft, sei dann aber von den Verkäufern unter Druck gesetzt worden. Immer wieder hätten sie ihm die Polizei auf den Hals gehetzt und ihn gezwungen, das Hotel wieder zu verkaufen. Dabei warte er immer noch auf das Geld.Von einer Betrugsanzeige habe ihm sein Anwalt abgeraten: Er sei an Leute mit Macht und Einfluss geraten. Dies habe in ihm die Erkenntnis und den Wunsch reifen lassen: „In der Türkei muss man Macht und Vitamin B haben, sonst geht gar nichts. Ich möchte zum Geheimdienst.“Deswegen habe er sich zwei Geheimdiensten als Informant angedient. Den Ex-Verlobten seiner Freundin habe er, als dieser Ärger gemacht habe, als PKK-Mann denunziert. Er habe auch Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung gesammelt, diese aber nicht weitergegeben. „Ich war ja auch in der Gülen-Bewegung zwischen 2008 und 2012“, sagte er. In der Türkei sei es üblich, dass Gläubiger ihre Schuldner als Gülen-Anhänger bei den Sicherheitsbehörden anschwärzten, um an ihr Geld zu kommen. Er habe auch einmal damit gedroht, sagte er.Zudem habe er sich in Deutschland eine täuschend echt wirkende Schreckschusspistole gekauft: „Das gab mir Kraft und Sicherheit, wenn die Pistole in meinem Hosenbund steckte.“ Er habe die Waffe zwar Bekannten gezeigt, aber nie jemanden damit bedroht. „Ich dachte, das wäre legal. Der Verkäufer hat mir gesagt, dass man für diese Waffe keinen Waffenschein benötigt. Da bin ich in die Irre geführt worden.“Die scharfe Munition, die man bei ihm gefunden habe, habe er für sein Hobby benötigt: das Schießen auf Schießständen. Es sei schlicht billiger gewesen, die Munition nicht erst am Schießstand zu kaufen.“Nach erster Sichtung kann man das als Geständnis durchaus ansehen“, sagte der Vorsitzende Richter Lars Bachler nach der zeitweise etwas verworren wirkenden Aussage. Der Angeklagte sitzt bereits seit neun Monaten in Untersuchungshaft.Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK für türkische Geheimdienste ausgespäht zu haben. Zudem werden ihm Verstöße gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.Der Mann war im September 2021 in einem Düsseldorfer Hotel festgenommen worden, nachdem ein Hotelmitarbeiter in seinem Zimmer eine Waffe und scharfe Munition entdeckt hatte. Die Polizei hatte ein Großaufgebot in Bewegung gesetzt, weil eine akute Gefahrenlage zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Waffe entpuppte sich später als Schreckschusswaffe.Die Anklage wirft dem Mann Verdacht auf geheimdienstliche Agententätigkeit und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Als Höchststrafe drohen dafür fünf Jahre Haft.© dpa-infocom, dpa:220620-99-733735/4Quelle: DPA

 

Ein Jahr und neun Monate Haft für mutmaßlichen türkischen Spion

Von

dtj-online

–

15.07.2022

 
 
 
mutmaßlichen türkischen Spion“
Archivfoto: Einsatzkräfte steigen vor dem Düsseldorfer Hotel in ihr Fahrzeug. Dort war der 41-Jährige festgenommen worden. Foto: Henning Kaiser/dpa

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat einen mutmaßlichen türkischen Spion zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht sah die Anklagevorwürfe der geheimdienstlichen Agententätigkeit und des unerlaubten Waffenbesitzes am Donnerstag bestätigt.

Der Haftbefehl gegen den geständigen 41-Jährigen wurde nach neun Monaten Untersuchungshaft aufgehoben. Er hatte gestanden, seit 2018 Informationen über Unterstützer der PKK und Gülen-Bewegung gesammelt und an den türkischen Geheimdienst weitergegeben zu haben.

Angesichts der Vorgeschichte habe man den Eindruck bekommen können, es stünde „ein kleiner James Bond“ vor Gericht, sagte Richter Lars Bachler – „dem war nicht so“. Das Ganze habe sich auf niedrigem Niveau abgespielt. Der Mann habe dem Geheimdienst Informationen geliefert und so versucht, dort einen beruflichen Einstieg zu bekommen. Dies sei allerdings keine Kleinigkeit, „denn die Denunzierten hatten für sich und ihre Familien erhebliche Nachteile zu befürchten“.

dpa/dtj

 
15 Juli 2022 0 Kommentare
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Die NATO-Norderweiterung und das politische Kalkül von Präsident Erdoğan

von Fremdeninfo 14 Juli 2022
von Fremdeninfo

 

Die NATO-Norderweiterung und das politische Kalkül von Präsident Erdoğan

Von

dtj-online

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Im Ringen um eine Zustimmung der Türkei zur Aufnahme Finnlands und Schwedens in die Nato hat Generalsekretär Jens Stoltenberg dazu aufgerufen, die Forderungen Erdoğans ernst zu nehmen. Foto: İletişim Başkanlığı

Gastbeitrag von Oğuzhan Albayrak*

Dass der 24. Februar 2022 eine Zeitenwende in Europa markiert, steht außer Frage. Putins Aggressionskrieg in der Ukraine höhlt das Fundament der internationalen Welt(un)ordnung aus, die mit dem Ende des Kalten Krieges entstanden ist.

Die politischen Entscheidungen und Wirtschaftssanktionen, die von den USA und EU-Staaten als Antwort auf Putins Kriegsverbrechen kamen, sind für Putin und seine Strategen nichts Unerwartetes. Putin, da bin ich mir sicher, hat diesen Konflikt mit den westlichen Demokratien und deren Verbündeten bewusst angestachelt.

Putins Albträume werden wahr

Aber es ist auch genau diese Politik Putins, die man als „am eigenen Ast sägen“ bewerten kann. Putins Argumente vor dem Krieg, dass die politischen Handlungen der NATO Russland bedrohen Russland präventiv dagegen steuern müsse, haben dazu geführt, dass die Albträume des russischen Präsidenten real werden. Es sieht so aus, als ob Russlands Ukraine-Krieg die EU und ihre demokratischen Verbündeten enger zusammenrücken lässt. Der Schulterschluss der G7 und der EU ist so stark wie nie zuvor. Es ist die eigene Aggression Russlands, die dazu geführt hat, dass nun Schweden und Finnland kurz vor der Entscheidung stehen, der NATO beizutreten. Allein mit dem Beitritt von Finnland hätte Russland seine nördliche Grenze mit der NATO um 1300 km verlängert. Russland sieht die NATO nicht nur als eine Verteidigungsorganisation, sondern als eine existenzielle Bedrohung und ist natürlich ernsthaft beunruhigt über diese Entwicklung.

In Anbetracht der politischen Strukturen und militärischen Fähigkeiten Finnlands und Schwedens und ihrer Armeen, die weitgehend mit NATO-Standards kompatibel sind, wird erwartet, dass die Verhandlungen reibungslos verlaufen und der Beitrittsprozess so schnell wie möglich abgeschlossen wird. Mit dem Beitritt dieser beiden Länder in das Bündnis wird aufgrund ihrer geografischen Lage die Abschreckungskraft der Allianz sowie ihre Verteidigungsfähigkeit in den arktischen, skandinavischen und baltischen Regionen voraussichtlich verstärkt zunehmen.

Erdoğans wertvoller Trumpf

Fast jeder, der sich mit der Thematik beschäftigt, war fest davon überzeugt, dass ein Beitritt nur Formsache wäre. Aber man hatte die Türkei und natürlich Präsident Recep Tayyip Erdoğan nicht miteinkalkuliert. Oder zumindest nicht damit gerechnet, dass Erdoğan – Präsident eines strategischen NATO-Mitgliedes – seine Einwände bezüglich Finnlands und Schwedens NATO-Beitritt über die Presse verkündet.

„Wir verfolgen derzeit die Entwicklungen in Schweden und Finnland, aber wir sind nicht in einer positiven Einstellung gegenüber diesen skandinavischen Ländern, da diese Terroristen der PKK und der DHKP-C einen sicheren Hafen gewähren… Manche dieser Terroristen sind sogar in den Parlamenten dieser Länder vertreten“, sagte der türkische Präsident am Freitag. Zunächst ist anzumerken, dass Erdoğans Einwand nicht auf der Befürchtung beruht, dass mit der Aufnahme Finnlands und Schwedens die Spannungen mit Russland steigen und die Möglichkeit eines Krieges in der Zukunft zunehmen wird. Wenn man bedenkt, dass 30 Länder eine einstimmige Entscheidung treffen müssen, um den Beitrittsprozess abzuschließen, hält der türkische Präsident einen wertvollen Trumpf in der Hand.

Die Tatsache, dass Finnland und Schweden es für notwendig erachten, sofort der NATO beizutreten, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, und die USA sehr darauf bedacht sind, die NATO dringend um die skandinavischen Staaten zu erweitern, stärkt Erdoğans Position zusätzlich. Insofern wird davon ausgegangen, dass er Zugeständnisse in verschiedenen Fragen verlangen wird, wenn die Türkei ihr Vetorecht nicht einsetzt und den Beitrittsprozess verzögert. Erdoğan nutzt die finnischen und schwedischen Verhandlungsprozesse aus und droht damit, die Dringlichkeit der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten auf andere Bereiche auszudehnen.

Erinnerungen an Sarkozy, Parallelen zu Orban

Was nicht das erste Mal in der Türkei-NATO-Geschichte wäre. 2009, als Frankreich in den Militärflügel der NATO wieder beitreten wollte, gab es ähnliche „Bedenken“ der Erdoğan-Türkei. Sie wollte die negative Haltung des damaligen französischen Präsident Sarkozy bezüglich der EU-Beitrittsverhandlungen überwinden – mit geringem Erfolg. Die Veto-Karte wird aktuell nicht nur von der Türkei ins Spiel gebracht, um in anderen Bereichen Zugeständnisse zu bekommen. Auch Viktor Orbans Ungarn setzte in den Verhandlungen um ein Öl-Embargo oder den NATO-Ukraine-Beziehungen mehrmals seine Veto-Karte ein, mit dem Vorwand, dass die neuen Bildungsgesetze in der Ukraine die Assimilierung der ungarischen Minderheit vorsehen würden.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Türkei im Alleingang die NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens boykottieren wird. Die scheinbare Nonkonformität Erdoğans sollte man auch als Bemühung bewerten, seine persönlichen Beziehungen zu Putin aufrechterhalten zu wollen. Ein Gruß vom Autokraten am Bosporus an den Diktator im Kreml. Aber Ankara kann und wird sich nicht lange widersetzen können, vor allem weil die Türkei sich mitten in einer finanziellen und wirtschaftlichen Krise befindet und auf das Geld oder Investitionen aus dem Westen angewiesen ist. Oder aber auch auf das Geld der russischen Oligarchen, die vor den Sanktionen fliehen.

„Aktive Neutralität“ im Zweiten Weltkrieg

Die türkische Politik ging und geht geschickt mit solchen internationalen Konflikten um. Während des 2. Weltkrieges hieß diese Taktik „aktive Neutralität“. Man war unparteiisch, hielt aber die wirtschaftlichen Beziehungen zu den Achsenmächten sowie den Alliierten aufrecht. Bis die Türkei am 23. Februar 1945 Deutschland und Japan den Krieg erklärte – wohlwissend, dass der Krieg bald vorbei sein würde und keine wirkliche Gefahr droht.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg war sich nach den informellen Beratungsgesprächen in Berlin mit den NATO-Außenministern sicher, dass die Türkei klargemacht habe, den Beitritt von Finnland und Schweden nicht zu „blockieren“. Der türkische Außenminister Çavuşoğlu wiederum sagte den türkischen Medien, dass die Türkei NATO-Erweiterungen generell unterstütze, aber sich im Falle von Finnland und Schweden an deren passiver Haltung gegenüber der „PKK und deren syrischem Ableger der YPG“ störe. „Nun müssen Taten auf Worte folgen, seitens Finnland und Schweden“, so Çavuşoğlu.

Die kommenden Tage werden zeigen, welche Zugeständnisse Erdoğans Türkei in diesem diplomatischen Tauziehen erringen wird…

*Nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften und etlichen Jahren im türkischen Außenministerium, für das er unter anderem in der Europäischen Union, in Aserbaidschan und Kuwait tätig war, lebt Oğuzhan Albayrak jetzt in Deutschland im Exil und engagiert sich als Geschäftsführer des Vereins „Human Rights Defenders“ (HRD) für Menschenrechte. Die deutsche Sprache beherrscht er schon seit der Schulzeit.

Gastbeiträge sind Beiträge von Personen, die nicht zur DTJ-Redaktion gehören. Manchmal treten wir an Autorinnen und Autoren heran, um sie nach Gastbeiträgen zu fragen, manchmal ist es der umgekehrte Fall. Gastbeiträge geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder.

14 Juli 2022 0 Kommentare
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Niederlande entschuldigen sich für Versagen bei Völkermord Srebrenica

von Fremdeninfo 13 Juli 2022
von Fremdeninfo

Niederlande entschuldigen sich für Versagen bei Völkermord Srebrenica

Von

dtj-online

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12.07.2022

 
 
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Potocari: Eine bosnisch-muslimische Frau trauert neben dem Sarg eines Familienmitglieds, das zu den 50 neu identifizierten Opfern des Völkermordes von Srebrenica gehört. Sie wurden in Bosnien geehrt und umgebettet, während sich Tausende versammelten, um dem Jahrestag des Massakers von Srebrenica 1995 zu gedenken, dem einzigen anerkannten Völkermord in Europa seit dem Holocaust. Foto: Armin Durgut/AP/dpa

27 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica haben die Niederlande erstmals bei den Angehörigen der Opfer um Entschuldigung für ihr Versagen gebeten.

„Die internationale Gemeinschaft hat beim Schutz der Menschen von Srebrenica versagt“, sagte Verteidigungsministerin Kasja Ollongren am Montag bei der Gedenkfeier in Potocari in Bosnien-Herzegowina. „Als Teil dieser Gemeinschaft trägt auch die niederländische Regierung einen Teil der politischen Verantwortung für die Situation, in der dieses Versagen geschehen konnte. Dafür entschuldigen wir uns zutiefst.“

Srebrenica war eine UN-Schutzzone im Balkankrieg. Die niederländische UN-Einheit Dutchbat sollte im Sommer 1995 Tausende bosnische Flüchtlinge in der Enklave schützen. Doch am 11. Juli überrannten serbische Einheiten unter Führung von General Ratko Mladic Srebrenica. Die nur leicht bewaffneten Blauhelme widersetzten sich nicht. Die Serben ermordeten 8372 bosnisch-muslimische Jungen und Männer, aber auch Frauen und Mädchen. Der Massenmord galt bisher als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Jahr für Jahr werden neue Opfer identifiziert

Die Regierung hatte zwar zuvor bereits eigene politische Fehler zugegeben, doch eine klare Entschuldigung stets abgelehnt. „Wir können das Leiden nicht von Ihnen nehmen“, sagte die Verteidigungsministerin jetzt. „Aber was wir können ist, uns dieser Geschichte direkt zu stellen.“

Ollongren betonte auch, dass die bosnisch-serbischen Anführer die Schuldigen für den Völkermord waren. Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hatten den Serbenführer Radovan Karadzic sowie Ex-General Mladic jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt. An der Gedenkfeier nahmen auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, der Hohe Repräsentant Christian Schmidt und die Vizepräsidentin des Bundestages Aydan Özoğuz (SPD) teil.

Im Rahmen der Feier wurden weitere 50 identifizierte Opfer beigesetzt. In Potocari liegen nun 6652 Opfer begraben, 237 wurden auf Wunsch der Familien anderswo beigesetzt, mehr als 1000 gelten als vermisst bzw. noch nicht identifiziert.

dpa/dtj

13 Juli 2022 0 Kommentare
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Die Türkei und die NATO – Miteinander gegeneinander

von Fremdeninfo 13 Juli 2022
von Fremdeninfo

Die Türkei und die NATO – Miteinander gegeneinander

Von

Stefan Kreitewolf

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11.07.2022

 
 

 
Türkische Kampfbomber über dem Bosporus. Foto: Oğuzhan Edman / Unsplash

Mit dem Konflikt um die Aufnahme Finnlands und Schwedens treibt die Türkei einen Keil in das westliche Verteidigungsbündnis. Für die NATO ist das fatal. Gerade in Kriegszeiten birgt die Uneinigkeit Gefahren.

Die Türkei stellt die NATO aktuell auf eine schwere Probe. Und das hat mehrere Gründe. Einerseits ist das Land extrem wichtig für das westliche Verteidigungsbündnis, gerade mit Blick auf seine Rolle im Russland-Ukraine-Konflikt. Ankara trägt bis heute kaum Sanktionen gegen Russland mit, bleibt aber zentraler Vermittlerstaat. Für die NATO ist das enorm wichtig.

Andererseits vermischt der türkische Präsident politische mit Verteidigungsinteressen. Denn Recep Tayyip Erdoğan nutzt die NATO, die ihre Mitgliedsstaaten traditionell gegen äußere Gefahren schützt, für seine innere Sicherheitspolitik. Mit der Forderung nach Auslieferung mutmaßlicher Terrorist:innen bricht Ankara also ein Tabu – und stellt das Bündnis auf die Probe.

Fingerspitzengefühl mit der Regierung in Ankara

Fakt ist zwar: Die PKK hat mehrere und brutale Anschläge begangen, unzählige Menschen getötet und stellt weiterhin eine Bedrohung für den türkischen Staat dar. Das Problem muss die Türkei aber selbst lösen. Die NATO kann das nicht und das muss sie Erdoğan klarmachen. Dennoch braucht es Fingerspitzengefühl mit der Regierung in Ankara.

Denn das türkische Militär stellt zahlenmäßig die zweitgrößte NATO-Truppe – und das am so wichtigen Einfallstor zum Mittleren Osten. Damit ist die Türkei unverzichtbar. Das weiß Erdoğan – und er stellt es gern unter Beweis. Seine Soldat:innen schützte jahrelang erfolgreich den Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul. Kleinere Mitgliedsstaaten belieferten türkische Rüstungsbetriebe mit strategisch wichtigen Waffensystemen.

Beide Seiten müssen endlich aufeinander zugehen

Deswegen wäre es nun an der Zeit, aufeinander zu zugehen. Der türkische Präsident muss sich selbst um seine inneren Sicherheitsinteressen kümmern und nicht die NATO zu diesen Zwecken missbrauchen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Finnland und Schweden müssen härter gegen mutmaßliche Terroristen vorgehen.

Es darf nicht sein, dass die offiziell verbotene PKK in Europa jährlich rund 30 Millionen Euro Spenden für ihren Kampf gegen die Türkei eintreiben kann. Die NATO ist und bleibt wichtig. Einen weitergehenden Riss im Bündnis gilt es zu verhindern. Dazu müssen beide Seiten endlich aufeinander zugehen.

13 Juli 2022 0 Kommentare
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Immer mehr Renten werden ins Ausland überwiesen

von Fremdeninfo 11 Juli 2022
von Fremdeninfo

Immer mehr Renten werden ins Ausland überwiesen

Von

dtj-online

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Ein Rentnerpaar steht an einem menschenleeren Strand und schaut aufs Meer. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Immer mehr Menschen beziehen ihre Rente im Ausland: Die Zahl der ins Ausland gezahlten Renten stieg in den vergangenen 20 Jahren um rund 37 Prozent. Einer der Gründe: Viele Gastarbeiter kehren in ihre Heimat zurück.

Einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung zufolge sind im vergangenen Jahr rund 1,72 Millionen Renten ins Ausland ausgezahlt worden. Im Jahr 2001 lag der Wert noch bei 1,26 Millionen. Über aktuelle Trends bei der Rente informiert die Rentenversicherung an diesem Mittwoch bei einer Bundesvertreterversammlung in Freiburg.

Ein Grund dafür sei, dass nicht-deutsche Staatsbürger, die früher in der Bundesrepublik gearbeitet haben, nun vermehrt ins Rentenalter kommen und in ihr ursprüngliches Heimatland zurückgekehrt sind, sagte der Vorsitzende der Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung, Jens Dirk Wohlfeil.

Nur 13 Prozent der Auslandsrenten an Deutsche

Die meisten dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommen aus Ländern wie Italien, Spanien, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien sowie der Türkei. Viele von ihnen seien in den 1960er- und 1970er Jahren nach Deutschland gezogen, sagte Wohlfeil. Rund 13 Prozent der Auslandsrenten werden an Deutsche ausgezahlt, die im Ausland wohnen.

Auch ihr Anteil stieg zuletzt – binnen zwanzig Jahren um knapp zwei Prozentpunkte. Die meisten der betroffenen deutschen Rentner beziehen ihre Rente im nahen Ausland – zum Beispiel in Österreich (über 26.000) und in der Schweiz (etwas weniger als 26.000). Rund 20.000 Pensionäre leben in den USA. Zum Vergleich: Die Anzahl der an deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Türkei gezahlten Renten lag Ende 2021 bei rund 3.800.

dpa/dtj

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11 Juli 2022 0 Kommentare
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Aushilfen aus der Türkei: Kritik an der Bundesregierung wird lauter

von Fremdeninfo 10 Juli 2022
von Fremdeninfo

Aushilfen aus der Türkei: Kritik an der Bundesregierung wird lauter

Von

dtj-online

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06.07.2022, Brandenburg, Schönefeld: Reisende warten an einem Check-in für ihren Abflug vom Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg (BER). Am Mittwoch war der letzte Schultag vor den Sommerferien in Berlin und Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/dpa

Nach Ansicht der Oppositionspolitikerin Anja Karliczek (CDU) hat die Bundesregierung den Einsatz ausländischer Aushilfen an deutschen Flughäfen unnötig verzögert.

Das Abfertigungschaos habe sich schon lange abgezeichnet, sagte die tourismuspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion am Freitag. Die Ministerien hätten zu lang weggeschaut und sogar Warnungen von Gewerkschaften und der Reisebranche ignoriert. „Warum braucht dann die Bundesregierung und die beteiligten Ministerien über fünf Wochen, um die Genehmigung für das Anwerben der 2000 Mitarbeiter aus der Türkei auf den Weg zu bringen?“ Diese Verzögerung gehe zu Lasten der Millionen Touristen, die jetzt am Flughafen stundenlang warteten.

Ähnlich äußerte sich Verdi-Gewerkschafter Özay Tarım, der Missstände an den großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen angeprangert hat. Dem „Handelsblatt“ sagte er: „Es ist keine Entspannung in Sicht. (…) Die Arbeitskräfte, die jetzt aus der Türkei geholt werden sollen, werden nicht so schnell eingesetzt werden können.“ Grund sind die individuellen Sicherheitsüberprüfungen, die bei den zuständigen Länderbehörden durchgeführt werden müssen und in der Regel sechs Wochen dauern. Bei ihnen will auch Karliczek keine Abstriche machen.

Nicht mal mehr 1000 statt 2000 Arbeiter aus der Türkei?

Auf Druck der Flughäfen und ihrer Bodenverkehrsdienstleister hatte die Bundesregierung den Weg zu einer beschleunigten Anwerbung von flughafenerfahrenen Aushilfskräften in der Türkei freigemacht. Danach kann die Arbeitsagentur auf die Prüfung verzichten, ob für die Jobs nicht doch deutsche Arbeitnehmer zur Verfügung stehen.

Statt der ursprünglich geplanten 2000 Kräfte wollen die Unternehmen nun aber nicht einmal mehr 1000 Aushilfen einstellen, wie am Donnerstag der Arbeitgeberverband ABL berichtet hatte. Grund sei neben fehlenden Qualifikationen vor allem der späte Einsatzzeitpunkt. Am Frankfurter Flughafen werden die Kräfte nicht vor September erwartet. Dann sind in den meisten Bundesländern die Sommerferien schon vorbei

10 Juli 2022 0 Kommentare
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Wer ist die neue Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman?

von Fremdeninfo 9 Juli 2022
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Wer ist die neue Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman?

Von

dtj-online

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09.07.2022

Berlin: Die Publizistin Ferda Ataman (r.) äußert sich nach ihrer Wahl zur Unabhängigen Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung zusammen mit Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Publizistin Ferda Ataman ist neue Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes. Die Personalie polarisiert. Für die einen ist sie genau die Richtige fürs Amt, andere hatten sich mit Händen und Füßen gegen ihre Wahl gewehrt. Wer ist sie und was hat sie nun vor?

Nach aufgewühlten Debatten bekommt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit Ferda Ataman eine neue Chefin. Die 42-Jährige Publizistin wurde am Donnerstag im Bundestag wie von der Ampel-Regierung vorgeschlagen in das neue Amt gewählt. Die Wahl war ein Politikum. Kritiker aus Union und AfD aber auch aus der Regierungspartei FDP hatten gegen Ataman mobil gemacht. Ihr Vorwurf: Ausgerechnet die Antidiskriminierungsstelle soll von einer „linken Aktivistin“ geleitet werden. Politiker von SPD und Grünen wiesen das als „verleumderische Kampagne“ zurück und sprachen von haltlosen Behauptungen.

Als das Ergebnis am späten Donnerstagnachmittag im Bundestag verlesen wird, erhebt sich Ferda Ataman auf der Besuchertribüne kurz und verneigt sich leicht – die Hand auf der Brust. „Diejenigen, die mir ihr Vertrauen noch nicht schenken konnten, möchte ich gerne mit meiner Arbeit überzeugen“, sagt sie danach mit Blick auf die Abstimmung. 278 Abgeordnete hatten gegen sie gestimmt. Die nötige sogenannte Kanzlermehrheit – die Mehrheit aller 736 Abgeordneten des Bundestages – erreicht sie nur ziemlich knapp: 376 Stimmen. Nur acht weniger und es hätte nicht gereicht. Viele aus der Ampel seien wegen Corona ausgefallen und konnten nicht mitstimmen, sagte Grünen-Chefin Ricarda Lang später. Die Ampel-Koalition hat zusammen 416 Abgeordnete.

AfD- und CDU-Abgeordnete wettern

Die AfD war am Mittwoch im Bundestag noch mit dem Versuch gescheitert, die Wahl Atamans von der Tagesordnung zu nehmen. Es solle eine Frau zur Antidiskriminierungsbeauftragten gewählt werden, die „durchweg Deutsche diskriminiert“, schimpfte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann.

Ähnliche Töne kamen auch von der Union. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Thorsten Frei (CDU), warf Ataman vor, für eine „Verniedlichung und Verharmlosung“ von „Clan-Kriminalität“ und Islamismus zu stehen und für das „Bewusstsein, dass Diskriminierung nur von weißen Deutschen ausgehen kann“. Die stellvertretende Unionsfraktionschefin Dorothee Bär (CSU) sagte, Ataman spotte über die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Auch im Netz wurde und wird die neue Antidiskriminierungsbeauftragte attackiert.

Für Vielfalt und gegen Diskriminierung

Aus Sicht von SPD-Chefin Saskia Esken ist das eine „verleumderische Kampagne“, wie sie bei Twitter schrieb. Die Fraktionschefin der Grünen, Britta Haßelmann, sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk, vieles seien „sachlich haltlose Behauptungen“ und „falsche Tatsachenbehauptungen“. Ataman sei Expertin für Diversität und „in jedem Fall“ die Richtige für das Amt. Sie setze sich seit vielen Jahren für Vielfalt und gegen alle Formen der Diskriminierung ein.

FDP-Fraktionschef Christian Dürr – auch in den Reihen der FDP hatten einige gemurrt – sagte am Donnerstag, Ataman habe jetzt eine komplett andere Rolle. „Und ich erwarte von ihr, dass sie diese andere Rolle auch annimmt und sich bewusst ist, dass sie keine Publizistin mehr ist. Aber so hat sie es auch bestätigt.“ Es gebe keine Zweifel an ihrer fachlichen Qualifikation.

Laschets Redenschreiberin

Ferda Ataman wurde im November 1979 in Stuttgart geboren und wuchs in Nürnberg auf. Ihre Eltern stammen aus der Türkei. Sie studierte Politikwissenschaften in Erlangen und an der FU Berlin. Später wurde sie Redenschreiberin im NRW-Integrationsministerium unter dem späteren Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU). Ataman arbeitete lange als Journalistin und Kolumnistin unter anderem für den „Spiegel“ und leitete bereits 2010 und 2011 das Referat Öffentlichkeitsarbeit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Die Kritik an ihr entzündet sich zum Beispiel an Kolumnen, die sie mit spitzer Feder schrieb – unter anderem an einem Text im „Spiegel“ Anfang 2020, als sie die Bezeichnung „Kartoffel“ für Deutsche ohne Migrationshintergrund verteidigte. In einem anderen Text von 2019 kritisierte Ataman, dass in Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder von Familien aus anderen Ländern sich immer wieder Sätze anhören müssten wie: „Sie sprechen aber gut Deutsch!“ oder „Sie sehen gar nicht türkisch aus“. Millionen Menschen würden immer wieder zwangsmigrantisiert und viele seien genervt davon. Die „verbale Ausbürgerung – „Wo kommst du her?“ – könne einen jederzeit und überall treffen.

Öffentlichkeitsarbeit als Hauptaufgabe

Als neue Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes wolle sie sich für alle Menschen im Land einsetzen, die Diskriminierung erfahren, ob wegen des Alters, einer Behinderung, der Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Identität oder der Religion und Weltanschauung, versprach Ataman nach ihrer Wahl. „Ich sehe es als meine Aufgabe, Menschen, die Diskriminierung erfahren, zu unterstützen; durch Beratung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.“

Die Stelle hat ihren Sitz in Berlin und ist dem Bundesfamilienministerium angegliedert. Sie berät Betroffene auf Basis des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes bei der Durchsetzung ihrer Rechte, sei es bei Diskriminierungen wegen des Nachnamens bei der Wohnungssuche oder auch bei der Jobsuche wegen des Alters. Die Stelle holt auch Stellungnahmen der Gegenseite ein und vermittelt gütliche Einigungen. Zudem gibt sie Studien in Auftrag, erstellt Leitfäden, Broschüren oder Ratgeber und macht mit Öffentlichkeitsarbeit auf Diskriminierungsthemen aufmerksam.

dpa/dtj

9 Juli 2022 0 Kommentare
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Islam-Unterricht: Verfassungsgerichtshof weist Klage

von Fremdeninfo 8 Juli 2022
von Fremdeninfo

 

Islam-Unterricht: Verfassungsgerichtshof weist Klage

Islam-Unterricht: Verfassungsgerichtshof weist Klage ab

Von

dtj-online

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07.07.2022

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Archivfoto: Auf einer Tafel einer Grundschule wird Schülern der 1. Klasse durch einen roten Pfeil angezeigt, dass in der nächsten Stunde bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht stattfindet. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat eine Klage gegen das neue Wahlpflichtfach Islamischer Unterricht im Freistaat abgewiesen.

Die Popularklage sei unzulässig, heißt es in der am Dienstag publik gewordenen Entscheidung des Gerichts. Das neue Fach gibt es seit diesem Schuljahr landesweit an rund 370 Schulen. Dagegen geklagt hatten der Pädagoge Ernst-Günther Krause, der Bund für Geistesfreiheit Bayern und die Regionalgruppe München im Förderkreis der Giordano-Bruno-Stiftung (Az.: Vf. 42-VII-21).

Mit einer Popularklage könnten alle Rechtsvorschriften des bayerischen Landesrechts angegriffen werden, erklärte das Gericht. Dazu gehörten allerdings nicht die Lehrpläne zum Islamischen Unterricht – das seien lediglich interne Verwaltungsvorschriften, „die der inneren Gestaltung des Unterrichts dienen und denen nicht der Charakter von Rechtsvorschriften mit Außenwirkung zukommt“. Und dass durch die gesetzliche Regelung zum Islamischen Unterricht ein Grundrecht der Bayerischen Verfassung verfassungswidrig eingeschränkt würde, hätten die Antragsteller ebenfalls „nicht in zulässiger Weise gerügt“.

Keine Konfessionslehre

Zudem heißt es in der Entscheidung des Gerichts, entgegen der Annahme der Kläger handle es sich beim Islamischen Unterricht „nicht um konfessionellen Religionsunterricht“ – das lasse sich dem Gesetz selbst und dessen Begründung „eindeutig und zweifelsfrei entnehmen“. Vielmehr handle es sich um einen „allgemeinen Werteunterricht in Kombination mit Islamkunde als Alternative zum Ethikunterricht“.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte, die Entscheidung des Gerichts bestätige „den von uns auf dem Boden der Verfassung des Freistaats Bayern eingeschlagenen Weg“. „Der Islamische Unterricht ist ein rein staatlich verantwortetes Angebot, kein konfessioneller Religionsunterricht“, betonte er. Damit biete man ein rechtlich wie pädagogisch fundiertes, attraktives Unterrichtsangebot. „Wir machen mit dem Islamischen Unterricht muslimischen Schülerinnen und Schülern ein gutes Bildungsangebot, das den kulturellen und religiösen Hintergrund der jungen Menschen mit einbezieht.“

Kläger wittern „Etikettenschwindel“

Die Kläger reagierten dagegen enttäuscht und erneuerten auch nach der Gerichtsentscheidung ihre Kritik: Bei den Lehrplänen für Islamischen Unterricht handle es sich um Lehrpläne für islamische Religionslehre und nicht für Islamkunde – das sei „Etikettenschwindel“.

Vor einem Jahr hatte der Landtag die Überführung des bisherigen landesweiten Modellversuchs in ein reguläres Wahlpflichtfach Islamischer Unterricht gebilligt. Wählbar ist es an insgesamt rund 370 Schulen für Schülerinnen und Schüler insbesondere muslimischen Glaubens, und zwar statt Religionslehre und neben Ethik. Es handelt sich explizit um ein staatliches Angebot, bei dem staatliche Lehrkräfte in deutscher Sprache Wissen über die islamische Religion sowie eine grundlegende Werteorientierung „im Geiste der Werteordnung des Grundgesetzes und der bayerischen Verfassung“ vermitteln sollen

 
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Religion

Das islamische Opferfest: Welche Hauptgerichte und Naschereien stehen auf dem Speiseplan?

von Fremdeninfo 8 Juli 2022
von Fremdeninfo

Das islamische Opferfest: Welche Hauptgerichte und Naschereien stehen auf dem Speiseplan?

Von

Sirin Saoif

–

08.07.2022

 
 
 
 
„Jedes Fest hat seine Traditionen. Beim muslimischen Opferfest spielt das Schlachten eine zentrale Rolle. Doch was sind die für diesen besonderen Tag typischen Gerichte?“ title=“opferfest“ width=“696″ height=“281″>

Wie bei allen Festen und Feierlichkeiten ist ein wichtiger Punkt auf der Liste das Essen. Zu Weihnachten wird die Gans serviert und zu Ostern das Osterlamm, doch was isst man eigentlich an den muslimischen Feiertagen?

Im Ramadan und vor allem an dessen Ende beim Ramadanfest steht das Essen besonders im Mittelpunkt. Im Laufe des Fastenmonats werden zum Iftar (Fastenbrechen) nach Möglichkeit tagtäglich die beliebtesten Gerichte serviert, die gemeinsam mit Familie, Freunden und Nachbarn genussvoll verspeist werden. Bei dem darauf folgenden Fest, das auch Zuckerfest genannt wird, liegt, wie der Name schon sagt, der Fokus besonders auf den Süßspeisen.

Beim Opferfest hingegen verbindet man die muslimische Pilgerfahrt (die Hadsch) und das Schächten von Schafen (oder Rindern und Kamelen) mit diesem Fest, wobei nur jene Muslime, die finanziell und gesundheitlich in der Lage sind, diese zu verrichten verpflichtet sind. Aus diesem Grund werden die Hauptgerichte meistens mit diesem Schafsfleisch zubereitet. Dabei wird das Fleisch des geopferten Tieres vor allem an Arme und Hilfsbedürftige verteilt und nur ein geringer oder sogar gar kein Anteil behalten. Oft übernehmen islamische Organisationen das Schächten für einen direkt in den ärmeren Ländern der Welt.

Herzhafte Gerichte aus der arabischen und türkischen Küche zum Opferfest

Das beliebteste Gericht in allen arabischen Ländern ist „Mansaf“. Es handelt sich dabei um das Nationalgericht Jordaniens. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Interpretationen dieses Gerichts eingeschlichen, doch an das Originalgericht kommt nichts heran. Wer es einmal gekostet hat, hat es direkt lieben gelernt. Hauptsächlich besteht das Gericht aus Lammfleisch und Reis, natürlich kann das Fleisch auch durch anderes ersetzt werden. Das gut gewürzte Fleisch wird auf dem Reis verteilt mit einer Art gekochter Joghurtsauce übergossen und mit vielen gerösteten Nüssen verziert.

Ein beliebtes marokkanisches Gericht ist „Mruziya“. Hierbei handelt es sich um Lammfleisch mit vielen leckeren Gewürzen und der Hauptzutat Honig. Reis wird nicht dazu serviert, stattdessen arabisches Fladenbrot.

Fällt das Fest auf sonnigere Tage, gehen viele Familien gerne grillen und bereiten leckere Lammhackspieße zu, die man mit verschiedenen Dipps und Fladenbrot verspeisen kann.

Auch beliebt sind mit Fleisch und Reis gefüllte Weinblätter (Dolma) oder Weißkohlblätter, allerdings werden diese Gerichte eher zum Ramadanfest zubereitet.

Süßspeisen aus der arabischen und türkischen Küche

Zwar liegt wie gesagt das Augenmerk nicht auf den Hauptspeisen, doch der Nachtisch darf keineswegs fehlen! In der türkischen Gesellschaft wird üblicherweise Baklava (übereinander geschichteter Blätterteig mit gefüllten Nüssen und Sirup übergossen) serviert.

In der arabischen Küche backt man bereits drei Tage vor dem Fest fleißig Ma’amoul. Es handelt sich hierbei um ein Grießgebäck, das mit Pistazien, Wallnüssen oder Datteln gefüllt wird. Diese zuzubereiten, ist wie das Plätzchenbacken an Weihnachten. Hier kommen viele Familienangehörige zusammen und tauschen ihre kleinen Geheimrezepte untereinander aus.

Künefe oder Knafeh (süßer Käse oder Sahnefüllung mit Grieß überstreut) wird in beiden Ländern gern serviert. Hier gibt es allerdings zwei Varianten, einmal die Variante mit einfachem Grieß und einmal die Variante mit Teigfäden.

Da die meisten in Deutschland lebenden Muslime schon mehrere Jahre hier sind und viele deutsche Rezepte lieben gelernt haben, gibt es an muslimischen Festen auch sehr gerne deutschen Kuchen. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, sei es Käse-, Schoko- oder Zitronenkuchen. Alles, was süß ist, wird direkt verspeist.

Natürlich sind dies nur einige von sehr vielen Gerichten, die zu diesen Festen zubereitet werden, doch diese sind die verbreitetsten. Zwar werden die Feste von allen Muslimen gefeiert, doch wie bei allen Festen haben Familien auch ihre eigenen Abläufe, was den Reiz solcher Tage ausmacht.

Ganz gleich für welche Gerichte Sie sich entscheiden werden, das wichtigste ist das Beisammensein mit den Liebsten. Ich wünschen Ihnen sowie allen Muslimen auf der Welt ein gesegnetes Opferfest. Laden Sie auch Nichtmuslime zu sich ein, zeigen Sie Ihnen unsere Feste und vergessen Sie auch die Armen unter uns nicht…

8 Juli 2022 0 Kommentare
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Information

Wir brauchen eine Sprache der Menschlichkeit…

von Fremdeninfo 8 Juli 2022
von Fremdeninfo

Wir brauchen eine Sprache der Menschlichkeit…

 

Hıdır Eren Çelik

06 Temmuz 2022,

                                    Von :   Avrupa -Postasi  Übernahme

Ist Ferda Ataman überhaupt die richtige Person als Antidiskriminierungsbeauftragte?

Seit Ferda Ataman als Antidiskiriminerungsbeauftragte des Bundes nominiert wurde, laufen durch die Öffentlichkeit und in den Medien hitzige Diskussionen und Debatten über ihre Person, ob sie mit ihrer diskriminerenden Haltung und ihrer Sprache in der Vergangenheit überhaupt die Rolle einer Antidiskriminerungsbeauftragten gerecht ist oder wird. Heute wird sie im Bundestag zur Wahl stehen. Unabhängig von ihrer Wahl hat sie mit ihrer Rhetorik und Sprache viele Gemüter erweckt, die heute ihr für so ein Amt als Antidiskriminierungsbeauftragte Last werden.

Atamans Sprache polarisiert und proviziert, wenn sie gegenüber einem Teil der Gesellschaft diskriminierende, ausgrenzende Begriffe verwendet, die unsere sowieso gespaltene heutige Gesellschaft noch weiter spaltet.

Ihre Herkunft soll bei ihrer Wahl als Antidiskriminierungsbeauftrage nicht entscheidend sein, entscheidend ist, wie sie als Ferda Ataman die Gesamtgesellschaft vor Diskrinminerung und Ausgrenzung schützen wird. Eine Publizistin, eine gute Rhetorikerin, die einen Teil der Gesellschaft, es geht hier um Deutsche, „Kartoffeln“ nennt und sich bisher auch noch nicht von ihren Äußerungen aus der Vergangenheit distanziert hat, kann keine geeignete Person für die Leitung eines solchen Amtes sein.

Wenn sie in 2020 in einer Kolumne für Spiegel Online die Menschen aus nordafrikanischen Ländern als “Nafri“ bezeichnet, was diskriminierend ausgrenzend ist, könnte sie diesem Amt gerecht werden?

Wenn sie keinen Mut hat, sich von kriminellen Strukturen der arabischen Großfamilien in unserem Land nicht deutlich distanziert und sogar die Anwendung der Begriff „Clan-Kriminalität“ als rassistisch bezeichnet, könnte sie sich überhaupt gegenüber Diskriminerung und Ausgrenzung durch Menschen mit Migrationshintergrund bzw. Migrationsgeschichte positionieren? Könnte sie die anderen Kulturen und Andersdenkenden in Schutz nehmen?

Ja, es gibt auch unter uns Zuwander*innen rassistische und diskriminernde Verhalten und Aktivitäten, die wir mutig verurteilen müssen. Ja, unter uns gibt es Gruppen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens und ihres nationalen Stolzes die anderen Gruppen diskriminieren, auch innerhalb des eigenen Kulturkreises.

Rassismus und Diskriminerung sind menschenfeindliche Merkmale, die in allen Kulturkreisen, in allen Glaubensgemeinschaften und Religionen vorkommen. Wichtig ist, dass man die Ereignisse, egal wo sie passieren, mit Namen nennt, unabhängig davon, ob sie in der Mehrheitsgesellschaft oder Minderheitsgesellschaft geschehen.

Auch viele Migrantenorganisationen sowie bekannte Persönlickeiten aus Politik und Gesellschaft sind gegen die Wahl von Ferda Ataman als Antidiskriminerungsbeauftragte des Bundes.

Ob Ferda Ataman heute als Leiterin der Antidiskriminerungsstelle des Bundes gewählt wird, oder nicht, diese Debatten über ihre Person lassen Spuren hinter sich, die nicht die Gesellschaft einen, sondern die Spaltung weiter vertiefen.

Wir brauchen eine Sprache der Menschlichkeit, die keinen Kulturkreis und keine soziale Gruppe ausgrenzt sowie diskriminert.

 
 

8 Juli 2022 0 Kommentare
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