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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

EU-Bericht: Italien blockiert Rücknahme von Asylbewerbern

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Arbeitgeberpräsident: Wohlstand in Deutschland massiv in Gefahr

von Fremdeninfo 27 Juli 2022
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Arbeitgeberpräsident: Wohlstand in Deutschland massiv in Gefahr

Von

dtj-online

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24.07.2022

 
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Zwei Senioren sitzen am Bodensee auf einer Bank. Viele Arbeitskräfte treten in Deutschland in den kommenden Jahren ihre Rente an. Foto: pixabay

Man merkt es in Restaurants, bei Handwerksbetrieben oder in vielen anderen Branchen: Es fehlen Fachkräfte. Was das bedeuten könnte, beschreibt der Arbeitgeberpräsident.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat vor massiven Folgen des Fachkräftemangels in Deutschland gewarnt. Dulger sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Der Fachkräftemangel ist so bedrohlich, dass wir wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren einen Wohlstandsverlust hinnehmen müssen.“ Der richtige Weg wäre, die Zuwanderungspolitik sofort hoch flexibel anzugehen und schnelle und unkomplizierte Zuwanderung für Qualifizierte zu ermöglichen. Dulger hält mindestens 500.000 mehr Fachkräfte pro Jahr für nötig.

„Ab 2025 kommt die demografische Wende“, sagte Dulger mit Blick auf die sogenannten Bayboomer-Jahrgänge, die zunehmend in Rente gehen. „Wir haben zurzeit eine Rekordzahl von rund 45 Millionen Erwerbstätigen in der deutschen Wirtschaft. Davon werden wir in den nächsten 10 Jahren rund 5 Millionen Menschen verlieren, die in den wohlverdienten Ruhestand gehen.“

Zweite und dritte Chance für Menschen ohne Abschluss?

Neben Zuwanderung müssten inländische Potenziale gehoben werden, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. „Es sollte allen, die noch keinen Abschluss geschafft haben, noch mal eine zweite und dritte Chance gegeben werden. Wir müssen auch Tempo machen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Seit Jahren fehlen Betreuerinnen und Betreuer in den Kindergärten.“ Es sei an der Zeit, endlich die Kinderbetreuung substanziell zu verbessern.

„Wenn wir es nicht schaffen, werden wir einen Wohlstandsverlust hinnehmen müssen, weil natürlich 5 Millionen weniger Erwerbstätige Steuern bezahlen und in die Sozialkassen einzahlen. Dieses Geld wird fehlen“, sagte Dulger. „Unserem Sozialstaat stehen dann nicht mehr die Mittel zur Verfügung, die bisher zur Verfügung standen.“ Der Staat könnte sich dann nicht mehr die Hilfen von heute für Arme und Bedürftige leisten.

Größere Belastung für Rentenkasse so gut wie sicher

„Wenn wir jetzt auch unsere Renten nicht reformieren, dann werden wir zukünftig nicht mehr rund 100 Milliarden Euro in die Renten stecken müssen, sondern wir werden 180 und 200 Milliarden in die Renten stecken müssen – einfach weil wir mehr Rentner sind.“ Stünden dem immer noch niedrigere Beiträge gegenüber, müsste der Staat immer mehr aus Steuermitteln ausgleichen. „Was er dann in Zukunft nicht mehr so gut kann, weil immer weniger Steuern zufließen, weil immer weniger Erwerbstätige da sind“, so Dulger.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hatten Vorschläge gemacht, wie mehr Einwanderer schneller nach Deutschland kommen können. So müssten Verfahren digitalisiert und dadurch beschleunigt werden. Lange Wartezeiten bei der Vergabe von Visaterminen müssten ein Ende haben. Dulger schlug eine zentrale Agentur vor, die dafür zuständig sei, dass sich Interessierte aus der ganzen Welt online bewerben können – „und dann von dieser Agentur genau informiert werden, was sie alles brauchen, welche Unterlagen sie einreichen müssen“.

dpa/dtj

27 Juli 2022 0 Kommentare
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Gewaltsame Proteste gegen die Türkei nach Artillerieangriff mit mehreren Toten

von Fremdeninfo 26 Juli 2022
von Fremdeninfo

Gewaltsame Proteste gegen die Türkei nach Artillerieangriff mit mehreren Toten

Von

dtj-online

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22.07.2022

 
 
 
 
=“Proteste gegen Artillerieangriff auf Mossul“
Menschen treten auf eine türkische Flagge und demonstrieren gegen einen Artillerieangriff auf die nordirakische Region Kurdistan. Foto: Ismael Adnan/dpa

Nach dem tödlichen Vorfall vom Mittwoch sind am türkischen Konsulat in Bagdad wütende Demonstranten mit Sicherheitskräften gewaltsam aneinandergeraten. Die Protestler versuchten, das Konsulatsgebäude zu stürmen.

Auf beiden Seiten habe es Verletzte gegeben. Am Mittwoch wurden in einer Touristenregion im Nordirak nach offiziellen Angaben neun Menschen durch Artilleriebeschuss getötet und 22 weitere verletzt. Die Behörden in der Region Dohuk machten das Nachbarland Türkei verantwortlich. Ankara wies den Vorwurf zurück.

Den kurdischen Angaben zufolge traf der Beschuss eine große Gruppe irakischer Touristen, die sich zum Zeitpunkt in der Region aufhielten. Gleichzeitig sollen aber auch Mitglieder der PKK in dem Ausflugsort gewesen sein. Die irakische Regierung verurteilte den Angriff aufs Schärfste und bestellte den türkischen Botschafter ein.

Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat

Laut einem Bericht der Nachrichtenseite „Schafak“ fordern die Protestler in Bagdad dessen Ausweisung und einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Ankara. Der irakische Geschäftsträger von dort wurde abgezogen. Der Irak reichte außerdem Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat ein.

Ankara geht in der Region regelmäßig mit Militäroffensiven gegen die auch in den USA und Europa als Terrororganisation geltende PKK vor. Der Irak forderte nach einer Mitteilung des Außenministeriums den Abzug türkischer Truppen. Die Regierung forderte die Türkei dazu auf, „interne Angelegenheiten außerhalb irakischer Grenzen zu lösen“.

Der Irak forderte außerdem eine offizielle Entschuldigung der türkischen Regierung für „dieses Verbrechen“ und Entschädigung für die Familien derjenigen, die bei dem Artilleriebeschuss getötet oder verletzt wurden. Die Türkei rief den Irak dazu auf, sich nicht von der „Propaganda von Terrororganisationen“ blenden zu lassen. Man sei bereit, „die Wahrheit ans Licht zu bringen“.

26 Juli 2022 0 Kommentare
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Immer mehr Arbeitskräfte kommen aus Nicht-EU-Staaten

von Fremdeninfo 26 Juli 2022
von Fremdeninfo

Immer mehr Arbeitskräfte kommen aus Nicht-EU-Staaten

Von

dtj-online

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22.07.2022

 
 
 
 
Im Bild füllt eine Person einen Einbürgerungstest aus. Migration wird in vielen Teilen der Gesellschaft nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen. Foto: Uli Deck/dpa

Innerhalb von zehn Jahren hat sich in Deutschland die Zahl der Arbeitskräfte verdreifacht, die aus Nicht-EU-Staaten eingewandert sind. Die Türkei spielt dabei keine prominente Rolle mehr.

Im Ausländerzentralregister waren Ende vergangenen Jahres 295.000 Menschen mit befristeter Aufenthaltserlaubnis zu Erwerbstätigkeit erfasst, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Die größten Gruppen kommen aus Indien (11 Prozent) und Bosnien-Herzegowina (9 Prozent).

Ein knappes Viertel sind Akademiker und hochqualifizierte Fachkräfte, die seit 2012 mit der sogenannten „Blue Card“ angeworben worden sind. Zehn Jahre zuvor waren es erst gut 90.500 Nicht-EU-Ausländer mit der entsprechenden Aufenthaltserlaubnis.

Arbeitsbedingte Zuwanderung nimmt weiter zu

Auch aus den EU-Staaten hat die arbeitsbedingte Zuwanderung stark zugenommen. Nach Ergebnissen des Mikrozensus arbeiteten 2021 rund 1,65 Millionen EU-Ausländer in Deutschland. Das waren 19 Prozent mehr als 2017, als diese Daten erstmals erhoben wurden. Die größte Gruppe stellen mit 23 Prozent Menschen aus Polen, vor Rumänien (16 Prozent) und Italien (13 Prozent).

26 Juli 2022 0 Kommentare
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Putin und Erdoğan bei Spitzentreffen im Iran: Was alles besprochen wurde

von Fremdeninfo 21 Juli 2022
von Fremdeninfo

Putin und Erdoğan bei Spitzentreffen im Iran: Was alles besprochen wurde

Von

dtj-online

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20.07.2022

 
 

 
Iran, Teheran: Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik über AP veröffentlichte Bild zeigt Wladimir Putin (l.-r.), Präsident von Russland, Ebrahim Raisi, Präsident des Iran, und Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, die sich vor ihren Gesprächen im Saadabad-Palast in Teheran zu einem Foto zusammenstellen. Foto: Sergei Savostyanov/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

Noch vor wenigen Tagen war US-Präsident Joe Biden im Nahen Osten, nun treffen sich die Staatschefs Putin, Erdoğan und Raisi in Teheran. Offiziell ging es um eine Verbesserung der Lage in Syrien. Doch die Staaten suchen auch nach Einfluss in der Region.

Kremlchef Wladimir Putin, Irans Präsident Ebrahim Raisi und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan haben in Teheran über die Lage in Syrien beraten. „Der Iran ist der Ansicht, dass die einzige Lösung für die syrische Krise eine politische ist und dass militärische Maßnahmen nicht nur unwirksam sind, sondern die Situation verschlimmern werden“, sagte Raisi am Dienstag bei einer Abschlussrede im Beisein von Putin und Erdoğan.

Putin forderte mehr Einheit in der Syrien-Politik und warf dem Westen Einmischung vor. Dieser habe „Kurs auf eine Zerstückelung des Landes genommen“, so der Präsident. Erdoğan forderte unterdessen Unterstützung beim Kampf gegen Terrorismus. „Unser Kampf gegen Terrororganisationen wird stets anhalten, ungeachtet dessen, wo oder von wem er unterstützt wird“, betonte der türkische Staatschef. Das nächste Syrien-Treffen in dem Format soll in Russland stattfinden.

Die Staatschefs verständigten sich in einer Abschlusserklärung darauf, die territoriale Integrität Syriens zu wahren. Man strebe eine diplomatische Lösung unter Vermittlung der Vereinten Nationen an. Weitere Ziele seien, Terrorismus zu bekämpfen und die Spannungen in der Rebellenhochburg Idlib zu lösen. Das Leid der Menschen in Syrien solle schnellstmöglich beendet werden, sodass auch Geflüchtete in ihr Land zurückkehren können. Das nächste Treffen der drei Staaten zu Syrien soll noch in diesem Jahr in Russland stattfinden.

Auch wenn die Syrien-Gespräche im Fokus des Treffens standen, dürfte neben regionaler Kooperation auch Russlands Angriffskrieg in seinem Nachbarland Ukraine Thema gewesen sein. Öffentlich zur Sprache kam der Ukraine-Krieg am Dienstag nicht mehr.

Suche nach Lösungen und Einfluss im Syrien-Konflikt, Iran warnt Türkei

Bereits in der Vergangenheit hatten die drei Staaten im Astana-Format über die Zukunft Syriens verhandelt. Der dortige Krieg hatte 2011 mit friedlichen Protesten begonnen, gegen die die Regierung mit Gewalt vorging. Mit Hilfe ihrer Verbündeten Russland und Iran beherrschen die Anhänger von Präsident Baschar al-Assad wieder einen Großteil des Landes. Der Rest steht unter Kontrolle von türkischen Truppen, Rebellen oder Kurden. Ankara kündigt seit Wochen eine neue Offensive in Nordsyrien an und hält als Resultat vergangener militärischer Eingriffe Gebiete im Norden besetzt. Russland und der Iran hatten die Türkei jüngst vor einer Militäraktion gewarnt.

Irans oberster Führer erneuerte seine Warnungen in einem Gespräch mit Erdoğan. „Jeglicher Angriff der Türkei in Nordsyrien würde nur den Terroristen in Syrien helfen. Wir betrachten die Sicherheit in Syrien als unsere eigene Sicherheit und die Türkei sollte das auch tun.“ Die Türkei argumentiert wiederum mit ihrer Sicherheit und „terroristischer“ Bedrohung für eine Offensive.

Syrische Oppositionspolitiker warfen den drei Staaten vor, sich nur für ihre eigenen Belange in dem Land zu interessieren. Ihr Hauptziel sei es, „die syrischen Rechte zu schwächen und mehr den Interessen des syrischen Regimes zu dienen“, sagte der Oppositionelle Jijha al-Aridi am Dienstag. Die noch im Juli geplante neue Runde der Syrien-Verfassungsgespräche in Genf war erst jüngst abgesagt worden.

Staaten vertiefen wegen US-Sanktionen wirtschaftliche Kooperation

Sanktionen treffen den Iran und Russland hart. Auch deshalb streben beide Länder eine vertiefte Kooperation an, insbesondere in der Öl- und Gaswirtschaft sowie im Finanzsektor. Auch Ankara will dem Bekennen nach die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Teheran ausbauen.

Erdoğan erklärte, er hoffe besonders auf einen Ausbau der Kooperation in der Verteidigungsindustrie. Die beiden Nachbarstaaten unterzeichneten zudem eine Reihe von Absichtserklärungen. Auch die Grenzsicherheit zwischen beiden Ländern wurde angesprochen. Durch den Iran führt eine der Hauptfluchtrouten für Menschen aus Afghanistan auf dem Weg in die Türkei und nach Europa.

Der russische Gaskonzern Gazprom und Irans staatliches Ölunternehmen kündigten unterdessen eine strategische Zusammenarbeit an. Demnach wollen die beiden Unternehmen Möglichkeiten einer Kooperation ausloten, etwa bei der Erschließung von Öl- und Gasfeldern im Iran oder auch bei der Verflüssigung von Gas, beim Bau von Pipelines und im wissenschaftlich-technischen Bereich. Iran verfügt über eines der größten Gasfelder der Welt. Durch die US-Sanktionen kommt das Land jedoch nicht an moderne Technik.

Bis heute arbeiten iranische Privatunternehmen jedoch oft ungern mit Russen zusammen. Auch in politischen Kreisen ist immer wieder zu hören, Russland sei kein verlässlicher Partner – und insbesondere Putin nicht, der den Iran jederzeit für eigene Interessen fallen lassen könne. Klar ist aber auch: Russland unterstützte den Iran zudem in der Vergangenheit mit militärischer Ausrüstung, die das Land wegen der Sanktionen schwer beschaffen kann.

Putin sucht Unterstützung für Angriffskrieg – Iran betont Neutralität

Offiziell gibt sich der Iran mit Blick auf Putins Ende Februar begonnenen Krieg gegen die Ukraine neutral. Doch die Sympathien der iranischen Führung für Russland sind bekannt. Für Wirbel hatte vergangene Woche zudem eine Aussage eines hochrangigen US-Regierungsvertreters gesorgt. Es gebe Hinweise, dass Moskau iranische Kampfdrohnen für den Krieg gegen die Ukraine erwerben wolle. Der Iran dementierte das umgehend und versicherte der Ukraine mit Nachdruck, die amerikanischen Behauptungen seien „grundlos“.

Bei einem Treffen mit Erdoğan äußerte sich Putin dankbar für die Vermittlung Ankaras beim Thema Getreidelieferungen. Die Ukraine und westliche Staaten werfen Russland eine Blockade ukrainischer Seehäfen und damit auch der Getreidelieferungen vor. Moskau weist den Vorwurf zurück. Es seien zwar noch nicht alle Fragen geklärt, aber es gebe Fortschritte, sagte der Kremlchef.

dpa/dtj

21 Juli 2022 0 Kommentare
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ran will Zusammenarbeit mit der Türkei ausbauen, warnt sie aber auch

von Fremdeninfo 20 Juli 2022
von Fremdeninfo

Iran will Zusammenarbeit mit der Türkei ausbauen, warnt sie aber auch

Von

dtj-online

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19.07.2022

 
 

 
Teheran: Das vom iranischen Präsidialamt zur Verfügung gestellte Foto zeigt Ebrahim Raisi (r.), Präsident des Iran, bei der Begrüßung von Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, während einer Willkommenszeremonie im Saadabad-Palast. Foto: Iranian Presidency/ZUMA Press Wire/dpa

Der Iran und die Türkei wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei warnte das Land zudem vor einer Militäroffensive in Syrien.

Ziel sei, das jährliche Handelsvolumen auf 30 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, sagte Präsident Ebrahim Raisi am Dienstag in Teheran bei einer Rede im Beisein seines türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdoğan. Erdoğan erklärte, er hoffe besonders auf einen Ausbau der Kooperation in der Verteidigungsindustrie. Aktuell liege das Handelsvolumen bei 7,5 Milliarden Dollar.

Die beiden Nachbarstaaten unterzeichneten eine Reihe von Absichtserklärungen. Auch die Grenzsicherheit zwischen beiden Ländern wurde angesprochen. Durch den Iran führt eine der Hauptfluchtrouten für Menschen aus Afghanistan auf dem Weg in die Türkei und nach Europa. Dort kam es zuletzt zu einem tödlichen Zwischenfall.

Putin ebenfalls vor Ort

Auch Kremlchef Wladimir Putin ist am Dienstag für ein Gipfeltreffen in Irans Hauptstadt Teheran eingetroffen. Die drei Präsidenten Putin, Raisi und Erdoğan wollen Gespräche über die Lage im Bürgerkriegsland Syrien führen. Russland und der Iran unterstützen die syrische Regierung, die Türkei wiederum ist mit der Opposition verbündet. Beobachter erwarten, dass auch der russische Krieg in der Ukraine thematisiert wird.

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat die Türkei derweil vor einer Militäroffensive in Syrien gewarnt. „Jeglicher Angriff der Türkei in Nordsyrien würde nur den Terroristen in Syrien helfen“, sagte Chamenei am Dienstag dem staatlichen iranischen Fernsehsender Irib zufolge bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten. „Wir betrachten die Sicherheit in Syrien als unsere eigene Sicherheit und die Türkei sollte das auch tun.“ Erdoğan hatte in diesem Jahr mehrmals eine Offensive in Syrien angekündigt.

dpa/dtj

20 Juli 2022 0 Kommentare
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Generalbundesanwalt Peter Frank in Ankara: Worum ging es?

von Fremdeninfo 20 Juli 2022
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Generalbundesanwalt Peter Frank in Ankara: Worum ging es?

Von

dtj-online

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18.07.2022

 
 
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https://i0.wp.com/dtj-online.de/wp-content/uploads/2022-07-06-almanya.jpeg?resize=80%2C60&ssl=1 80w, https://i0.wp.com/dtj-online.de/wp-content/uploads/2022-07-06-almanya.jpeg?resize=265%2C198&ssl=1 265w“ sizes=“(max-width: 500px) 100vw, 500px“ alt=““ title=“Generalbundesanwalt Peter Frank besucht Erdoğan“ width=“500″ height=“375″>
Generalbundesanwalt Peter Frank (l.) besuchte vor wenigen Tagen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan. Rechts im Bild: Bekir Şahin. Quelle: tccb.gov.tr

Jetzt noch Last Minute drei Tage am Meer von Antalya pure Erholung sichern! So in etwa locken viele Reiseveranstalter derzeit Tourist:innen an die türkischen Küsten. Gastfreundschaft, gutes Essen und fantastische Strände kann das Land wahrlich bieten.

Zwar nicht in einem Last-Minute-Urlaub, aber auf Einladung des türkischen Generalstaatsanwalts Bekir Şahin verbrachte dessen deutscher Amtskollege Peter Frank drei Tage in der Türkei. Dort traf er unter anderem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Laut Angaben der Frankfurter Rundschau habe man die Visite des Generalbundesanwalts eher diskret halten wollen. Während die deutsche Öffentlichkeit nichts von der Reise erfuhr, berichteten türkische Medien, vor allem regierungsnahe, recht ausführlich.

Yeni Şafak und Co. frohlocken

Fuat Uğur von der Zeitung „Türkiye“ gilt als einer der bekanntesten Kolumnisten mit einer Pro-Erdoğan-Haltung. In seinem Beitrag am 12. Juli schrieb Uğur, dass der Besuch von Peter Frank zwischen dem 5. und 7. Juli in der Türkei ein ganz klares Signal sei. „Derartige Entwicklungen sind eigentlich ein Zeichen. Als die Türkei beim Eintrittsverfahren von Finnland und Schweden in die NATO ihr Veto-Recht nutzte, sorgte Erdoğan dafür, dass die FETÖ in den Berichten der NATO als Terrororganisation Erwähnung fand. Was glaubt ihr, was der Empfang des deutschen Generalstaatsanwalts durch Erdoğan zu bedeuten hat? Wenn man in Betracht zieht, dass die meisten FETÖ-Leute in Deutschland sind, kann man davon ausgehen, dass diese in Kürze überrascht werden dürften. Wir sind gespannt.“

Türkei am längeren Hebel

In der Tat sitzt die Türkei auf internationalem Parkett am längeren Hebel. Zu viel ist in den vergangenen Jahren aus Sicht Europas aus dem Ruder gelaufen. Die geopolitische Bedeutung der Türkei hat noch weiter zugenommen. Heute kann Präsident Erdoğan an den Westen Forderungen stellen, die auch erfüllt werden. Das jüngste Beispiel ist die Kooperationsankündigung Finnlands und Schwedens in Sachen Terrorbekämpfung. Geplant sei eine Überführung von Dutzenden vermeintlichen Terroristen. Die Türkei ließ verkünden, dass Schweden 73 Personen ausliefern werde. Dementiert wurde dies durch die schwedische Regierung bislang nicht.

Gab es seitens Peter Frank Zugeständnisse?

Anfragen von IPPEN.MEDIA und der Frankfurter Rundschau wurden bislang durch das Büro des Generalbundesanwalts ignoriert. Echte Aufklärung sieht anders aus. Bislang gibt es keine offiziellen Informationen zu den Hintergründen der Reise, die die deutsche Öffentlichkeit interessieren dürfte. Zwar seien einem Bericht der „Legal Tribune Online“ zufolge keinerlei Zugeständnisse gemacht worden. Laut einer Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft sei mit Vertretern der türkischen Justiz über „unter anderem die Aufgaben und Arbeit der jeweiligen Strafjustiz“ gesprochen worden, hieß es bei rf-news. Doch das Bild für die Öffentlichkeit mit dem deutschen Generalbundesanwalt dürfte als solches bereits ein willkommenes Geschenk für Erdoğan sein. Denn die regierungsnahen Medien der Türkei schlachten den Besuch bereits maximal aus. Neben Fuat Uğur schrieben auch „Yeni Şafak“ sowie „SABAH“ über den renommierten Gast.

Neue Liste mit 406 Personen

Angesichts der jüngsten Entwicklung rund um den möglichen NATO-Beitritt von Finnland und Schweden wird die türkische Seite wie es aussieht mindestens einen Versuch wagen, mehrere Personen ausliefern zu lassen. Bereits 2018 hieß es, die Türkei habe der Bundesregierung eine Liste mit 138 Personen übergeben. Nach Lesart der Erdoğan-Regierung allesamt Terroristen. Doch die Regierung der Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel erwiderte dieses Ersuchen nie. Nun berichtet „Yeni Şafak“, die Türkei habe 129 Auslieferungsanträge an die Bundesregierung gestellt. EU-weit umfasse diese Liste 406 Personen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Journalist:innen, Gülen-Anhänger:innen sowie Kurd:innen.

20 Juli 2022 0 Kommentare
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Schach-Geheimnisse: Was es mit dem „Türken“ und der „verrückten Dame“ auf sich hat

von Fremdeninfo 20 Juli 2022
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Schach-Geheimnisse: Was es mit dem „Türken“ und der „verrückten Dame“ auf sich hat

Von

dtj-online

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19.07.2022

 
 
 
 

 
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Paderborn: In einem Kostüm aus dem achtzehnten Jahrhundert sitzt ein Schauspieler in der Rolle des Anton, Diener des Erfinders Wolfgang von Kempelen, neben einem Nachbau des ersten „Schachcomputers“ aus dem Jahr 1769, der im Heinz Nixdorf Museums Forum (HNF) zu sehen ist. Der so genannte Schachtürke gilt als technisches Meisterwerk, obwohl die orientalische Puppe von einem versteckten Menschen dank Hebel und Magnettechnik bedient wurde. Foto: Oliver Krato/dpa

Schach stammt vom persischen Wort Schah ab, auf Deutsch: König. Kurios ist: Im „Spiel der Könige“ gab es zuerst keine und später eine verrückte Dame. Was das mit einem Türken zu tun hat, lesen Sie hier.

Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht: Beim Schach sind die Regeln zwar schnell erlernt, doch es gibt unzählige Spielverläufe. Im Kern geht es darum, Figuren mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf dem Spielfeld mit 64 Feldern so zu bewegen, dass der Gegner schachmatt gesetzt wird. Das bedeutet: Der gegnerische König hat schließlich keine Chance mehr, zu entkommen. Das Spiel hat dabei eine Geschichte voller Kuriositäten und feiert am 20. Juli den Weltschachtag.

Die Geburtsstunde

Beim Ur-Schach waren die Regeln noch etwas anders, dabei bleibt der genaue Ursprung unklar. Es gibt Stimmen, die die Herkunft in China verorten. Die klassische Schachforschung, wie das 1913 veröffentlichte „A History of Chess“, geht jedoch von Indien als Geburtsort aus. Spätestens seit 600 nach Christus soll dort das dem heutigen Schach ähnliche „Chaturanga“ gespielt worden sein. Der Legende nach brachten es Gesandte dann an den persischen Hof, wo es als „Schatrandsch“ adaptiert wurde. Daher kommt auch die türkische Bezeichnung „Satranç“.

Dabei standen sich wie heute auf einem Brett mit 64 Feldern auf jeder Seite 16 Figuren gegenüber: Es gab Soldaten (heute Bauern), Pferde (Springer), Elefanten (schwächere Läufer), Streitwagen (Türme), einen Berater (viel schwächere Dame) und den Schah (König). Interessant: Das Spiel endete auch, wenn alle Figuren geschlagen waren und nur noch der Schah übrig blieb.

Die verrückte Dame

In der indischen und persischen Vorlage gab es keine weibliche Spielfigur, sondern einen Berater des Königs, dessen Bewegungen limitiert waren. Er konnte wie der heutige Läufer nur diagonal ziehen – und das aber nur ein Feld weit. Um das Spiel populärer zu machen und zu beschleunigen, wurden die Regeln Ende des 15. Jahrhunderts entscheidend verändert.

Der Bauer durfte ab jetzt beim ersten Zug zwei Felder ziehen (bisher nur eins), der Läufer diagonal beliebig weit (bisher sprang er zwei Felder weit) und die Dame sogar in alle Richtungen so weit wie möglich (zuvor nur ein Feld diagonal).

Bei dieser Geburt des modernen Schachs wurde die einzige weibliche Rolle im Spiel zu einer Kombination aus Läufer und Turm und damit zur mächtigsten Figur auf dem Brett. Das älteste Dokument dazu ist das katalanische Schachgedicht „Scachs d’amor“, das im spanischen Valencia vermutlich zwischen 1470 und 1490 entstand. Weil die Dame so mächtig wurde, nannten die Franzosen die neue Version „Le jeu de la dame enragée“ (Deutsch: Das Spiel der verrückten Dame).

Die Staunton-Figuren

Wenn wir heute an Schachfiguren denken, haben wir ein bestimmtes Bild im Kopf, das seinen Ursprung in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat. Bis dahin gab es viele verschiedene Schachfiguren, die oft teuer und wegen Verzierungen teilweise instabil waren und deshalb umkippten.

Es war also Zeit für einen Standard, der zwar nach dem damaligen Schachgenie Howard Staunton benannt ist, aber hinter dem zwei andere Personen stecken. Obwohl unklar ist, wer von beiden die Figuren genau entworfen hat, lautet eine gängige Annahme: Der britische Journalist Nathaniel Cooke sorgte für das Design und sein Schwager John Jaques, der mit Elfenbeinprodukten handelte, sicherte sich die Rechte und übernahm Produktion und Vertrieb.

Belegt ist, dass Cooke den Figurensatz am 1. März 1849 als Patent anmeldete. Der Kontakt zum Namensgeber der Figuren kam zustande, weil Cooke Herausgeber des Wochenmagazins „The Illustrated London News“ war, in der Staunton als bester Schachspieler dieser Zeit eine Kolumne schrieb. Die Staunton-Figuren wurden ein großer Erfolg – die Formel dazu: ein klassisches, einfaches Design im neoklassizistischen Stil, mit dem antiken Rom und Griechenland als Vorbild, kombiniert mit niedrigen Kosten und Robustheit.

Der Türke

Schon lange vor der Erfindung von Computern versetzte eine vermeintliche Maschine die Schach-Welt in Erstaunen. Der Ungar Wolfgang von Kempelen entwickelte seinen „Schachtürken“ ursprünglich, um im Frühjahr 1770 eine österreichische Kaiserin zu beeindrucken.

Wer davor stand, sah eine dem Menschen nachempfundene Puppe hinter einem Schachbrett. Darunter gab es Schränke, die geöffnet werden konnten. Darin befanden sich unzählige Zahnräder, die angeblich dazu dienten, die Züge der Maschine zu berechnen.

Über Jahrzehnte schlug der „Schachtürke“ fast alle Herausforderer und begeisterte das Publikum auf Tourneen durch Europa und Amerika. Unter den Gegnern waren berühmte Staatsmänner wie Napoleon Bonaparte und Benjamin Franklin. Das Ganze entpuppte sich allerdings als Schwindel. Die Maschine wurde nämlich von einem versteckten Schachspieler gesteuert, der die Figuren mit Magneten bewegte.

dpa/dtj

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20 Juli 2022 0 Kommentare
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Istanbul-Plan für Getreideexporte: Özdemir und Baerbock skeptisch

von Fremdeninfo 18 Juli 2022
von Fremdeninfo

Istanbul-Plan für Getreideexporte: Özdemir und Baerbock skeptisch

Von

dtj-online

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17.07.2022

 
 
 
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Melitopol: Ein Arbeiter reinigt Getreide, nachdem die Ernte in einem Getreidesilo entladen wurde. Im Bezirk Melitopol in der Region Saporischschja wurden etwa 300.000 Tonnen Getreide geerntet. Russland hat kurz nach Beginn der Militäroperation in der Ukraine die Kontrolle über einen Teil der Region Saporischschja übernommen. Dieses Foto wurde während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommen. Foto: Uncredited/AP/dpa

Trotz der Fortschritte in den Gesprächen über Getreideexporte aus der Ukraine bleiben Außenministerin Annalena Baerbock und Agrarminister Cem Özdemir skeptisch, ob die russische Blockade wirklich beendet werden kann.

Nach der Annäherung im Streit über Getreideexporte aus der Ukraine hat Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) vor zu viel Euphorie gewarnt. Solange Wladimir Putin in Russland an der Macht sei, gebe es keine Sicherheit am Schwarzen Meer, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Eberstadt (Kreis Heilbronn) beim Besuch des Hofs von Joachim Rukwied, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes.

Auch die Außenministerin wartet erstmal ab. Es gebe zwar „erste hoffnungsvolle Signale“, aber es sei „zu früh für Erleichterung“, sagte die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock am Freitag bei einem Besuch in Rumänien. „Denn erst wenn das erste Schiff Odessa sicher verlassen hat, werden wir wissen, ob die Zusagen belastbar sind.“

Baerbock für EU-Koordination

Baerbock sprach sich auch für eine stärkere Steuerung der Getreide-Exporte aus der Ukraine durch die EU aus. Sie unterstütze Überlegungen der EU-Kommission, dafür einen zentralen Koordinator einzusetzen, sagte die Politikerin in Constanta, über dessen Hafen ukrainisches Getreide ausgeführt wird. Man sollte darüber nachdenken, „ob man nicht das Getreide komplett aufkaufen sollte, um das dann logistisch viel schneller verteilen zu können“.

Bei den Gesprächen zwischen Vertretern der Vereinten Nationen, der Ukraine, Russlands und der Türkei in Istanbul war es am Mittwoch zu einem ersten Durchbruch gekommen. Es sei ein „entscheidender Schritt“ in Richtung einer Lösung vorgenommen worden, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Es sei aber noch „technische Arbeit“ notwendig, damit die Fortschritte auch zum Ziel führen.

dpa/dtj

18 Juli 2022 0 Kommentare
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Mindestens 27 Bundesbürger können die Türkei derzeit nicht verlassen

von Fremdeninfo 18 Juli 2022
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Mindestens 27 Bundesbürger können die Türkei derzeit nicht verlassen

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17.07.2022

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Symbolfoto: Reisende warten an einem Check-in auf ihren Abflug. Foto: Patrick Pleul/dpa

 Mindestens 27 deutsche Staatsbürger können die Türkei aufgrund von Ausreisesperren derzeit nicht verlassen.

2022 ist bereits mindestens vier Bundesbürgern die Einreise in die Türkei verweigert worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sevim Dağdelen hervor. Die Hintergründe der Sperren gingen nicht aus der Antwort hervor. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes saßen zudem Anfang Juni dieses Jahres 55 Bundesbürger in türkischer Haft.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat zudem von Januar bis Anfang Juli bereits 214 Interpol-Fahndungsersuche der Türkei bearbeitet, 204 waren Ersuche zur Festnahme, hieß es in der Antwort. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 321 türkische Anfragen. Zu welchem Ergebnis die Bearbeitungen kamen, ging aus der Antwort nicht hervor.

Dağdelen, Obfrau im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, nannte die Zahl der Verhaftungsbegehren „höchst alarmierend“. „Gerade auch vor dem Hintergrund des finsteren Auslieferungsdeals mit der Türkei als Gegengeschäft zu einem NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands.“

Die Türkei hatte über mehrere Wochen die Aufnahme beider Länder in das westliche Verteidigungsbündnis wegen Unterstützung von tatsächlichen oder vermeintlichen Terroristen blockiert, bis sie auf Forderungen Ankaras einzugehen versprachen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan will den Beitritt dem Parlament zur Ratifizierung nur vorzulegen, wenn die Länder Wort halten. Nach Erdoğans Worten hat Schweden zugesichert, mehr als 70 „Terroristen“ auszuliefern. In der Türkei wird der Begriff seit einigen Jahren sehr weit gefasst und trifft vor allem Personen, die nicht auf Regierungslinie sind.

dpa/dtj

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18 Juli 2022 0 Kommentare
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Religion

Forscher rätseln weiter: Wie konnte der Islam so schnell so stark werden?

von Fremdeninfo 16 Juli 2022
von Fremdeninfo

Forscher rätseln weiter: Wie konnte der Islam so schnell so stark werden?

Von

dtj-online

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16.07.2022

 
 

 
Archivfoto: Ein muslimischer Pilger betet während der Hadsch-Pilgerfahrt auf den Ebenen des Berges Arafat, der auch als Jabal al-Rahma (Berg der Barmherzigkeit) bekannt ist. Foto: -/Saudi Press Agency/dpa

Vor 1400 Jahren zog der Prophet von Mekka nach Medina – ein Wendepunkt in der Geschichte des Islam. Eine Studie der Uni Basel sieht Belege, dass auch Trockenheit eine wichtige Rolle bei dessen Ausbreitung spielte.

Die Botschaft Muhammads sollte die Welt verändern – aber am Anfang zuckten viele seiner Zuhörer in Mekka mit den Schultern. Was der Prophet Anfang des 7. Jahrhunderts an göttlichen Offenbarungen verkündete, klang in ihren Ohren nicht nur wenig überzeugend, sondern schien auch den Einfluss der Stadt als wichtigen kultischen Ort, wo unterschiedliche Götter verehrt wurden, in Frage zu stellen. Anhänger fand der Prophet so nur wenige.

1400 Jahre ist es in diesen Tagen her, dass er eine weitreichende Entscheidung fällte: Im Jahr 622 zog Muhammad mit etwa 70 Anhängern von Mekka nach Medina, wohin er als Schlichter eingeladen gewesen sein soll. Die Hidschra, der Auszug, war ein Wendepunkt in der frühen islamischen Geschichte und markierte auch den Beginn der islamischen Zeitrechnung. In Medina fand Muhammeds Botschaft von dem einen und einzigen Gott mehr Beifall. Von hier aus verbreitete sie sich in den nächsten Jahrzehnten bis in weit entfernte Landstriche.

Wasser als Machtinstrument

Generationen von Historikern haben gerätselt, warum der Islam damals so erfolgreich sein konnte. Ein Forscherteam hat dazu nun im Fachmagazin „Science“ eine Studie der Uni Basel vorgelegt. Ihr zufolge könnten Dürren infolge von Klimaveränderungen eine wichtige Rolle gespielt haben, um günstige Bedingungen für die Ausbreitung monotheistischer Religionen und damit auch des Islam zu schaffen.

Die Wissenschaftler blicken dafür auf das Königreich Himyar, das mehr als 200 Jahre die bestimmende Macht im Süden der Arabischen Halbinsel war, in etwa auf dem heutigen Staatsgebiet des Jemen. Die Himyariten unterhielten unter anderem große Bewässerungssysteme, zu denen Dämme und Terrassenfelder zählten, wie es in der Studie heißt. So betrieben sie erfolgreich Landwirtschaft, worauf ihre wirtschaftliche Kraft und damit auch ihre Macht beruhte. Doch im 6. Jahrhundert n. Chr. erlebte das Königreich einen Niedergang.

Neue Religion gab den Menschen Hoffnung

Die Studie vertritt die These, Dürren in Folge von Klimaveränderungen hätten die Widerstandsfähigkeit des altsüdarabischen Reiches untergraben. Der „abrupte und anhaltende Rückgang der Niederschläge“ müsse ein erheblicher Stressfaktor gewesen sein. Himyars Niedergang wiederum sei ein wesentliches Element sozioökonomischer, politischer, aber auch religiöser Transformationen gewesen, die den Rahmen für die Entstehung des Islam gebildet hätten. „Die Bevölkerung war durch Hunger und Krieg in großer Not“, sagt Dominik Fleitmann, Leiter der Studie. Der Islam sei auf fruchtbaren Boden gestoßen. Die Menschen hätten neue Hoffnung gesucht: „Die neue Religion bot dies.“

Für ihre Untersuchung kombinierten die Autoren unter anderem historische Daten mit der Auswertung eines Stalagmiten im Oman, der Aufschluss über die hydroklimatischen Bedingungen „dieser kritischen Periode“ gebe. Sie kommen so zu dem Ergebnis, dass es in der Region „die schwersten Dürreperioden“ in den ersten drei Jahrzehnten des 6. Jahrhunderts gegeben habe – also in etwa in der Zeit, in der der Niedergang des Himyar-Königreiches seinen Anfang nahm.

„Das ist alles nicht falsch, es ist aber auch nicht alles“

Die Autoren sind nicht die ersten Wissenschaftler, die die damaligen klimatischen Bedingungen in Betracht ziehen. „Der Umstand, dass die Kaltphase des 6. Jahrhunderts mit Trockenheit auf der arabischen Halbinsel einherging, wird seit über hundert Jahren in der Erforschung des frühen Islams als ein Faktor diskutiert“, sagt Lutz Berger, Professor für Islamwissenschaft an der Uni Kiel.

Die Ergebnisse der Studie sind für ihn nicht überraschend: Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass Gesellschaften in sensiblen Ökosystemen wie die auf der arabischen Halbinsel von klimatischem Stress besonders berührt seien.

Überbewerten will er die Studie trotzdem nicht. „Natürlich hätte es ein Prophet aus Mekka schwerer gehabt, die Halbinsel unter seiner Ägide zu einen, hätte die Herrschaft der Altsüdaraber fortgedauert“, sagt er. Ob Muhammads Erfolg aber auch in diesem Fall „gänzlich unmöglich gewesen wäre“, müsse jedoch dahingestellt bleiben. Bergers Fazit: „Das ist alles nicht falsch, es ist aber auch nicht alles.“

Arabische Heere profitierten von römischem Rückzug

Der Erfolg der islamischen Botschaft lässt sich letztlich nur aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren erklären. Die damals vorherrschenden Großreiche der Römer und der persischen Sassaniden waren nach ihrem langen Krieg gegeneinander – nicht zuletzt wirtschaftlich – ausgelaugt. Die Ressourcen für einen neuen großen Krieg fehlten, als die muslimischen Heere von der Halbinsel zu Feldzügen aufbrachen und unter Muhammads Nachfolgern ein großes Reich errichteten. Auch die Loyalität ihrer Untertanen sei erschüttert gewesen, schreibt Berger in seinem Buch „Die Entstehung des Islam“.

Den militärischen Erfolg der muslimischen Heere erklärt er zudem unter anderem mit „überlegener Motivation und Organisation“. Als die Römer aus Syrien abzogen, hatten die Muslime leichtes Spiel: „Denn die Bewohner der Städte im Landesinnern öffneten den Eroberern ihre Tore und feierten die Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit.“

dpa/dtj

16 Juli 2022 0 Kommentare
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