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4 Februar 2026 0 Kommentare
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Netflix-Serie zu Minderheiten in der Türkei: Pogrom, Vertreibung, Flucht

von Fremdeninfo 2 April 2022
von Fremdeninfo

Netflix-Serie zu Minderheiten in der Türkei: Pogrom, Vertreibung, Flucht

Von

dtj-online

–

16.01.2022

 
 
 

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Mutter Matilda Aseo (Gökçe Bahadir, r) und ihre Tochter Rasel Aseo (Asude Kalebek) in einer Szene der Netflix-Serie „Der Club“ (undatierte Aufnahme). Foto: Netflix/dpa

Das türkische Historiendrama The Club (Kulüp) von Netflix behandelt Themen der 50er Jahre am Beispiel der sephardischen Jüdinnen Matilda und Rasel, ihrer Tochter.

Istanbul in den 1950er Jahren: Pera ist ein Schmelztiegel, jüdische, armenische und griechische Istanbuler prägen den Stadtteil. Doch die Ressentiments gegen Nicht-Muslime erstarken. Zwei von ihnen sind die sephardischen Jüdinnen Matilda und ihre Tochter Rasel, die Protagonistinnen der Netflix-Serie „Der Club“. Nun ist die zweite Staffel erschienen, in der thematisiert wird, was sonst nur selten in der türkischen Öffentlichkeit Platz findet.

In der Türkei hat die Serie nicht nur großen Erfolg, sondern auch viele Diskussionen angeregt. Es geht zum Beispiel um das September-Pogrom von 1955. Türkische Nationalisten griffen damals Juden, Armenier und Griechen sowie deren Einrichtungen an, es gab Tote, Dutzende Frauen erstatteten Anzeige wegen Vergewaltigung.

Aufnahmeland Türkei?

„Das sind Themen, die in türkischen Schulbüchern nicht vorkommen“, sagt Özgür Kaymak, die seit Jahren zu griechischen, armenischen und jüdischen Communities in Istanbul forscht. Mit „Der Club“ würden diese politisch und kulturell erstmals in einem derartig mächtigen Medium wie Netflix Platz finden und als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft gezeigt.

Die Türkei habe sich zwar immer als tolerantes Aufnahmeland für Juden präsentiert (etwa vor und während des Zweiten Weltkriegs und im 15. Jahrhundert zu osmanischer Zeit), tatsächlich aber jahrelang eine scharfe Ausgrenzungspolitik gegen Minderheiten betrieben, sagt Corry Guttstadt. Sie ist Turkologin und unter anderem Autorin eines Buches über Migrationsgeschichten türkischer Juden im 20. Jahrhundert.

Hohe Vermögenssteuer nur für Nicht-Muslime

Das von Hetze gegen Minderheiten begleitete Thrakien-Pogrom 1934 gegen die jüdische Bevölkerung resultierte etwa in der Vertreibung Tausender Menschen. Ab 1941 wurden nicht-muslimische Bürger zu Zwangsmilitärdiensten auf unbestimmte Zeit rekrutiert. Ab 1943 mussten dann nur Nicht-Muslime eine teilweise horrende Vermögenssteuer zahlen, die für viele den finanziellen Ruin bedeutete.

In der Serie etwa werden der Vater und der Bruder von Matilda in ein Arbeitslager geschickt, weil sie die Steuer nicht zahlen können. „Bis Ende des Zweiten Weltkriegs lebten etwa 70.000 Juden in der Türkei“, sagt Guttstadt. Als Resultat der gegen sie gerichteten Politik habe mehr als die Hälfte mit der Staatsgründung Israels das Land verlassen.

Jüdische Herkunft sehr selten sichtbar

Die sogenannte Türkisierungspolitik spiegelt die Serie unverblümt wieder. So gibt der Besitzer des Clubs, der der Serie ihren Namen gibt, mit zunehmendem Erfolg auch immer mehr dem Druck türkischer Autoritäten nach, nur „echte“ Türken einzustellen und andere zu entlassen.

Juden, die die Türkei nicht verließen, hätten sich bemüht, nicht aufzufallen, sagt Kaymak. Auch viele der heute noch in der Türkei lebenden knapp 16.000 Juden und Jüdinnen würden weiterhin vermeiden, in der Öffentlichkeit als solche erkannt zu werden. Namen würden abgeändert und religiöse Symbole versteckt.

In der Drama-Serie „Der Club“ gelingt es, die Realitäten einer häufig ignorierten Geschichte auf die Bildschirme etlicher Menschen zu bringen. „Das braucht Mut, wenn man an das politische Klima in der Türkei denkt“, sagt Kaymak. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Fast das gesamte 20. Jahrhundert war von gegenseitigen Feindseligkeiten im einstigen Vielvölkerstaat des Osmanischen Reiches geprägt. Darunter litten nicht nur die Minderheiten in der Türkei, sondern auch viele einst aus Anatolien ausgewanderte Muslime auf dem Balkan, die vertrieben oder massakriert wurden.

dpa/dtj

2 April 2022 0 Kommentare
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Information

Neues Wahlgesetz in der Türkei: AKP und MHP bringen Vorschlag durch

von Fremdeninfo 2 April 2022
von Fremdeninfo

Neues Wahlgesetz in der Türkei: AKP und MHP bringen Vorschlag durch

Von

dtj-online

–

01.04.2022

 
 

 
Eine AKP-Abgeordnete kündigte mit diesem Foto die Verabschiedung des neuen Gesetzes an. Foto: twitter/zyildiz_

Das türkische Parlament hat ein neues Wahlgesetz verabschiedet. Die nächsten Wahlen werden anders ablaufen als die bisherigen.

Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für die Regelung, die unter anderem die Absenkung der Sperrklausel für Parteien von zehn auf sieben Prozent vorsieht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag meldete. Der Gesetzesvorschlag wurde von der regierenden islamisch-konservativen AKP und ihrem Bündnispartner, der ultranationalistischen MHP, eingereicht. Gemeinsam haben sie eine absolute Mehrheit im Parlament.

Anwendung kann das Gesetz erst nach einem Jahr finden. Die nächsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sind im Juni 2023 geplant.

Opposition fühlt sich angegriffen

„Mit dem Gesetz erhofft sich die Regierung eine Auflösung der Zusammenarbeit von sechs Oppositionsparteien“, sagte Mustafa Yeneroğlu von der oppositionellen Deva-Partei der Deutschen Presse-Agentur. Andere Beobachter vermuten, die Opposition könne die neue Regelung auch zu ihrem Vorteil nutzen. Die Regierung argumentiert, das neue Gesetz gewährleiste eine fairere Repräsentation.

Zuletzt hatten sich sechs türkische Oppositionsparteien auf eine Strategie zur Ablösung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan verständigt und ein gemeinsames Grundsatzprogramm veröffentlicht. Beobachter gingen bisher davon aus, dass die Parteien sich zu einem Bündnis zusammenschließen und einen gemeinsamen Kandidaten für die 2023 geplanten Wahlen aufstellen. Das Bündnis setzt sich unter anderem zusammen aus der größten Oppositionspartei CHP, der nationalkonservativen Iyi-Partei und der Deva-Partei. Die HDP hingegen fehlt in dem Verbund.

dpa/dtj

 

2 April 2022 0 Kommentare
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Information

Hinrichtung“: Lebenslang für Doppelmord von Espelkamp

von Fremdeninfo 2 April 2022
von Fremdeninfo

Hinrichtung“: Lebenslang für Doppelmord von Espelkamp

Von

dtj-online/dpa

–

31.03.2022

 
 

 
„Prozess wegen zweifachen Mordes in Bielefeld“
Der Angeklagte (l.) im Gerichtssaal. Er soll Mitte Juni 2021 in Espelkamp zuerst den Bruder seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau und dann auch sie getötet haben. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Schüsse im Haus, dann auf der Straße. Eine Frau schreit um Hilfe. Vor dem Landgericht Bielefeld ging es am Mittwoch um den Doppelmord von Espelkamp im Sommer 2021. Der Vorsitzende Richter schilderte die Tat wie eine Hinrichtung.

Hinrichtung, Rache, Doppelmord und eine Motivlage, für die jedes menschliche Verständnis fehle. Georg Zimmermann, Vorsitzender Richter am Landgericht Bielefeld, sparte in seiner Urteilsbegründung nicht mit drastischen Worten. Gerade hatte er das Urteil im Doppelmord von Espelkamp verkündet: Lebenslang für den 53-jährigen Angeklagten.

Aber dabei blieb es nicht. Zimmermann stellte auch noch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis ist das aber so gut wie ausgeschlossen. Dafür aber sei nicht die Zahl der Morde entscheidend, erläuterte er.

Strafe für Wunsch nach Unabhängigkeit?

Bei der Bewertung gehe es um die Art der Taten. „Sie haben ihre Frau für den Wunsch bestraft, unabhängig zu sein. Und zwar berechnend, gut vorbereitet und mit einer Hinrichtung auf offener Straße“, sagte Zimmermann in Richtung des gerade Verurteilten.

Der schmächtig wirkende Mann in Jeans, blauem Pulli und dunkler Jacke hatte das Urteil zuvor regungslos aufgenommen. Bundesweit hatte die Tat für Aufsehen gesorgt, weil der 53-Jährige im Juni 2021 zuerst seinen Schwager und dann seine flüchtende Frau auf der Straße mit mehreren Schüssen getötet hatte.

Verzweiflung statt Habgier

Anschließend fahndete ein großes Polizeiaufgebot nach dem Mann. Spezialkräfte nahmen ihn am Abend an einem See in der Nähe von Diepenau in Niedersachsen fest. Der Mann mit türkischer Staatsbürgerschaft hatte zum Prozessauftakt die Taten eingestanden. Sie seien im Juni 2021 aber nicht aus Habgier geschehen, sondern aus Verzweiflung.

Im Lauf des Verfahrens war die Staatsanwaltschaft allerdings vom finanziellen Motiv selbst abgerückt. Am Ende lautete der Vorwurf Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Dem schloss sich das Landgericht an. Die vom Verteidiger zum Prozessauftakt verlesene Erklärung zum Geschehen sei widerlegt worden.

Ehe ging 2015 in die Brüche

„Das waren taktische Formulierungen mit wenig Überzeugungskraft“, sagte Zimmermann. Die Ehe der beiden hatte schon vor Jahren einen schweren Knacks bekommen. Der 53-Jährige hatte eine Affäre, dann rauften sich die beiden wieder zusammen. Auch, nachdem er mit einem Suizid gedroht hatte. 2015 war die Ehe endgültig zerbrochen.

Die 51-Jährige hatte sich in einen Mann in Istanbul verliebt. Sie zog von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen in das Haus in Espelkamp. Ihr Mann aber wollte das nicht akzeptieren. Er stalkte sie immer wieder, suchte das Gespräch, einmal musste die Polizei eingreifen.

Hinterhalt, zahlreiche Blutspuren, Mord

Anders als vom 53-Jährigen geschildert, war die Tat im Sommer 2021 nach Überzeugung des Gerichts aber nicht aus dem Ruder gelaufen. Er habe eine Stunde lang mit Hilfe eines Nachschlüssels im Haus auf seine Frau gewartet und einen Hinterhalt vorbereitet. Das habe die Auswertung der Handydaten ergeben.

Auch die zahlreichen Blutspuren im Haus – zum Beispiel hinter einer Tür – zeige einen anderen Tatverlauf auf als behauptet. „Und Sie hätten ihren Schwager nicht töten müssen, um den Mord an ihrer Frau zu ermöglichen. Er war ja nach dem ersten Schuss bereits verletzt“, begründete Zimmermann den Vorwurf Mord aus Heimtücke.

Dass bei den Schüssen auf die Ehefrau nicht noch ein Unbeteiligter getroffen wurde, sei purer Zufall gewesen. Die 51-Jährige war auf die Straße geflüchtet und hatte bei Nachbarn geklingelt und um Hilfe geschrien. Eine Frau wollte gerade ihre Tür öffnen, als die Schüsse fielen.

Himmel und Hölle

Wie uneinsichtig er sei, habe er noch in seinem letzten Worten am vorletzten Prozesstag geäußert, als er den Opfern im Beisein der erwachsenen Kindern, die als Nebenkläger auftraten, noch die Verantwortung zuschob, wie Zimmermann sagte.

Direkt nach der Tat hatte er gegenüber Freunden und Verwandten am Telefon geäußert, dass er in den Himmel und die Opfer in die Hölle kämen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte kann eine Überprüfung (Revision) durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beantragen.

dpa/dtj

2 April 2022 0 Kommentare
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„Hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“: Immer mehr Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte in Hannove

von Fremdeninfo 1 April 2022
von Fremdeninfo

HAZ

von Manuel Behrens und Peer Hellerring

 

Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte: Mehr Straftaten in Hannover

Kriminalstatistik 2021
 

„Hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“: Immer mehr Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte in Hannover

                                    
 
 

Die Straftaten gegenüber Polizistinnen und Polizisten nehmen zu, wie auch die Anfeindungen gegenüber Rettungskräften. Das geht aus der Kriminalstatistik 2021 der Polizei Hannover hervor. Auch zu den Tatverdächtigen liegen genaue Daten vor

 Hannover.Die Polizeidirektion hat im vergangenen Jahr einen erheblichen Anstieg von Angriffen gegen Beamtinnen und Beamte verzeichnet. Auch Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Politikerinnen und Politiker sowie andere Amts- und Mandatstragende waren häufiger Opfer von Anfeindungen.
 
 

Wie aus der Kriminalstatistik 2021 für Hannover hervorgeht, ist die Zahl der Straftaten gegen Polizistinnen und Polizisten um fast ein Fünftel (19,92 Prozent) gegenüber 2020 angestiegen. In absoluten Zahlen ist ein deutliche Anstieg etwaiger Straftaten in den vergangenen fünf Jahren erkennbar: 2017 gab es 671 Fälle, 2018 dann 694 Fälle, 2019 bereits 732 Fälle, 2020 waren es 788 Straftaten und im vergangenen Jahr sogar “

„Hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“

Dabei fehlten klassische Einsatzfelder, bei denen es sonst immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt: Durch Corona gab es in den vergangenen beiden Jahren so gut wie keine Großevents wie Fußballspiele, Volksfeste oder Konzerte. Aber: „Es gibt derzeit ein hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“, sagt Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe.

 
 

Doch nicht nur in der Öffentlichkeit müssen die Beamten mit Angriffen rechnen: Auf Platz 2 folgen demnach Einsätze wegen häuslicher Gewalt, bei denen sich die vorhandene Aggression durchaus auch in Richtung der Ermittler entlädt. Dahinter rangieren bereits Attacken auf dem Revier – beispielsweise, wenn Verdächtige mit einer Durchsuchung nicht einverstanden sind.

1605 Polizisten waren Opfer von Gewalt

87 Prozent der Fälle 2021 machten der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und der tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte aus. Fahrlässige, einfache, gefährliche oder schwere Körperverletzungen lagen in 26 Fällen vor (2020: 24). 91-mal wurden die Beamtinnen und Beamte genötigt oder bedroht (2020: 36). Versuchte Tötungsdelikte gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und –beamte wurden 2021 nicht verzeichnet.

                                     >Die Polizei war auch in 2021 unter anderem mit der Durchsetzung von Corona-Regeln beschäftigt.

Die Polizei war auch in 2021 unter anderem mit der Durchsetzung von Corona-Regeln beschäftigt.

© Quelle: Nancy Heusel (Archiv)

1605 Polizeibeamtinnen und -beamte waren 2021 Opfer von Gewalttaten. Davon waren 74,1 Prozent männlich und 51,01 Prozent zwischen 21 und 30 Jahren alt. Etwa drei Viertel waren zur Tatzeit im Streifendienst oder den Einsatzeinheiten tätig. „Angriffe auf Repräsentanten des Staates sind Angriffe auf uns alle und dürfen nicht als vermeintlich erforderliches Mittel zur Meinungsäußerung gerechtfertigt werden und sind entschieden zu verurteilen“, sagt Kluwe zu der Zunahme. „Da müssen wir gegenhalten.“

 
 

84 Prozent der Tatverdächtigen waren Männer

Zu den Tatverdächtigen liegen ebenfalls genaue Daten vor. 84 Prozent waren männlich, deutsch (64,2 Prozent) und zwischen 25 und 50 Jahren alt (58,3 Prozent). Sie handelten in der Regel allein (95,1 Prozent). Besonders auffällig ist, dass knapp über die Hälfte der Tatverdächtigen unter dem Einfluss von Alkohol stand (50,3 Prozent). Und: Die kontinuierliche Steigerung deutet nicht darauf hin, dass die Gesetzesverschärfung zum tätlichen Angriff von 2017 etwas verändert hat. „Zumindest in den Polizeistatistiken spiegelt sich nicht wider, dass es abschreckt“, sagt Kluwe.

Zudem waren Polizistinnen und Polizisten im Zuge der Corona-Krise für die Ausführung der Schutzmaßnahmen zuständig – und wurden so auch zum Ziel von Anfeindungen und Unmutsbekundungen von „uneinsichtigen Bürgerinnen und Bürgern“. Dort konnte die Polizei beobachten, dass sich den Anweisungen grundsätzlich widersetzt wurde – und Unbeteiligte mischten sich ein. Oft sei den Beamten auch ohne Maske ins Gesicht gehustet oder gebrüllt worden.

Auch Rettungskräfte wieder zunehmend betroffen

                                                            Im Einsatz: Feuerwehr und Rettungskräfte auf der Autobahn 7 bei Hannover.

Im Einsatz: Feuerwehr und Rettungskräfte auf der Autobahn 7 bei Hannover.

 

Einen besorgniserregenden Trend gibt es auch beim Thema Gewalt gegen Rettungskräfte, die bei Hilfsmaßnahmen massiv behindert wurden. Nach einem Fünfjahrestief 2020 (41 bekannt gewordene Fälle), waren es im vergangenen Jahr 58. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsdiensten wurden 42 zum Ziel von Gewalttaten.

 Wie Andreas Hamann, Sprecher der Feuerwehr Hannover mitteilt, ist auch bei bei verbalen und körperlichen Angriffen gegen Rettungskräften häufig Alkohol im Spiel. Und: „Kritische Situationen entstehen oftmals in psychischen Ausnahmesituationen der Hilfesuchenden und/oder deren Angehörigen.“

Um Auseinandersetzungen zu vermeiden oder zu deeskalieren, werden bereits Auszubildende bei der Feuerwehr speziell durch externe Trainerinnen und Trainer geschult.

„Angriffe jedweder Art auf Rettungskräfte werden seitens der Feuerwehr Hannover im Übrigen konsequent zur Anzeige gebracht“, so Hamann.

Von Manuel Behrens und Peer Hellerling

1 April 2022 0 Kommentare
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Archive

Neuer AKP-Troll in Deutschland entlarvt

von Fremdeninfo 30 März 2022
von Fremdeninfo

Neuer AKP-Troll in Deutschland entlarvt

Von

 dtj-online

 –

29.03.2022

 

Dass in der Türkei die sozialen Medien von Hunderttausenden „Trollen“ unterwandert sind, ist hinlänglich bekannt. Dass auch in Deutschland AKP-Trolle politische Propaganda und Desinformation betreiben, ist hingegen eine neue Erkenntnis. Laut „Welt am Sonntag“ ist nun ein anonymer Account auf Twitter als Erdoğan-Propagandist aufgeflogen. Die Verbindungen reichen bis in die unmittelbare Nähe des türkischen Präsidenten.

In einem Artikel der Welt am Sonntag (27. März 2022) blickt der Journalist Lennart Pfahler nochmal auf die Versammlung von Hunderten Anhänger:innen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zurück. Auf Einladung der vom Verfassungsschutz beobachteten Union Internationaler Demokraten (kurz UID) waren Ende Februar Mitglieder der Organisation aus Deutschland in die Türkei gereist. Dort trafen sie viele AKP-Politiker und auch den Präsidenten höchstselbst.

Ziel der Versammlung war es, die Menge euphorisieren und sie auf den bevorstehenden Wahlkampf einzustimmen. Der unter den europäischen Türk:innen besonders beliebte Metin Külünk machte dies deutlich: „Wenn ihr hier wieder weg seid, dann beginnen die Vorbereitungen auf 2023“. Ein deutlicher Wahlkampfaufruf von dem „großen Bruder Europas“, wie die AKP-Anhängerschaft Külünk auch bezeichnet. Dieser kann nach Angaben diverser Medien seit 2018 selbst nicht mehr nach Deutschland kommen. Grund dafür sei seine Verstrickung in illegale Machenschaften mit der inzwischen verbotenen Rockergruppierung „Osmanen Germania“.

„Derin Analiz“ auf Twitter: Propaganda aus Deutschland

In dem Welt-Artikel geht es darüber hinaus um einen anonymen Twitter-Account. Unter dem Pseudonym „Derin Analiz“ betreibe der Deutsch-Türke H. E. aus Süddeutschland verdeckt Propaganda im Sinne der türkischen Regierung. Der Account mit über 50.000 Followern ist im wahrsten Sinne des Wortes eine „tiefere Analyse“ wert. Ganz aktuell heißt es in den Postings etwa: „Wir werden bald die neue Landkarte sehen, in der das gesamte Mittelmeer von der Türkei dominiert wird. (…) Von nun an gibt es eine Türkei, die nicht das hinnimmt, was vorgezeichnet ist, sondern selbst Zeichnungen vordiktiert!“

Großmachtphantasien, wie sie derzeit vom russischen Präsident Wladimir Putin vertreten werden. Der Account und die dort geposteten Inhalte zeigen, wie stark die Strukturen der AKP in Deutschland tatsächlich fortgeschritten ist. Bemerkenswert an dem Fall von E. ist, wie weit die Kontakte eines „einfachen“ Deutsch-Türken in Ankara reichen können.

AKP-Stars made in Germany

Allem Anschein nach ist H. E. sogar mit Erdoğans Stabschef Hasan Doğan vernetzt. Einen anderen Erdoğan-Berater habe E. als „Abi“ (großer Bruder) auf seinem Handy abgespeichert. Neben diesem verdeckten „Troll“ gibt es in Deutschland auch andere „AKP-Trolle“, die offen dazu stehen. Namen wir Tuğrul Selmanoğlu oder Bilgili Üretmen sind mit ihren Hunderttausenden Followern ohnehin bekannt. Sie waren die ersten sichtbaren Folgen und Vertreter der AKP-Propaganda in Deutschland.

Zuvor weitestgehend unbekannt, generierten Selmanoğlu und Üretmen durch ihre Videos über Social Media eine große Reichweite. In der Regel thematisieren sie tatsächliche oder vermeintliche Missstände in Deutschland, den hierzulande herrschenden „Türkenhass“ sowie die „Islamophobie“. Bei der Verbreitung ihrer Inhalte war die AKP-nahe Community in Deutschland wichtig. Nun sind Figuren wir Selmanoğlu sogar in der Türkei aufgestiegen. Mittlerweile taucht das Vorstandsmitglied der UID in zahlreichen regierungsnahen Medien in der Türkei auf, unter anderem beim als islamistisch einzustufenden Sender Yeni Akit TV.

Wahlkampf in Deutschland: Heimspiel für die AKP

Seit vielen Jahren betreibt die AKP bereits Wahlkampf in Deutschland. Und das mit Erfolg. Bei nahezu allen Wahlen der vergangenen Jahre schnitt die AKP in Deutschland besser ab als die Opposition und holte prozentual gesehen mehr Stimmen als in der Türkei. Auch bei den Wahlen 2023 wird sich wahrscheinlich ein ähnliches Szenario wiederholen. Zum einen ist die AKP in Deutschland durch die UID omnipräsent und verfügt über gute Strukturen. Zum anderen kämpft die Regierungspartei in Deutschland offenbar an allen möglichen Fronten um die Wählerstimmen. Sowohl vor Ort in der Region als auch im Netz; sowohl offen und transparent, als auch im Verborgenen und geheim.

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30 März 2022 0 Kommentare
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Religion

Frankreich: Rechtsextremer Kandidat ruft Muslime zur Assimilation auf

von Fremdeninfo 29 März 2022
von Fremdeninfo

Frankreich: Rechtsextremer Kandidat ruft Muslime zur Assimilation auf

Von

 dtj-online

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28.03.2022

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Vor_Praesidentschaft_73235110-scaled.jpg?resize=670%2C447&ssl=1 670w, https://i0.wp.com/dtj-online.de/wp-Frankreich, Paris: Éric Zemmour, französischer Präsidentschaftskandidat der rechtsextremistischen Partei „Reconquete!“, spricht während einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Trocadéro-Platz. Die Präsidentschaftswahlen in Frankreich finden am 10. und 24. April 2022 statt. Foto: Michel Euler/AP/dpa

Der rechtsextreme französische Präsidentschaftskandidat Éric Zemmour hat vor Zehntausenden Anhängern in Paris die Muslime im Land zur Assimilation aufgerufen.

„Es ist nicht Frankreich, das eure Kultur annehmen muss“, sagte Zemmour am Sonntag bei einem groß inszenierten Wahlkampfauftritt, während seine Anhänger „Wir sind hier zu Hause“ riefen. Zum wiederholten Mal beschwor der in den Umfragen abgerutschte Bewerber die Präsidentschaftswahl in zwei Wochen „als letzte Chance für ein durch Migration in Identität und Überleben bedrohtes Frankreich“. Die in Dutzenden Bussen aus dem ganzen Land angereisten Zuhörer schwenkten zuvor verteilte französische Fahnen.

Zemmour hatte für seinen Auftritt auf dem bei Wahlkämpfen symbolischen Trocadéro-Platz auf dem anderen Seine-Ufer gegenüber dem Eiffelturm 50.000 Anhänger mobilisieren wollen. „Ihr seid 100.000 Franzosen, die vor nichts zurückweichen und die stolz sind auf ihr Land“, sagte er zu Beginn seiner Rede, die zu dem Moment 85.000 Menschen in den sozialen Medien verfolgten. Zemmour warb auch um die Anhänger anderer rechter Bewerber. Er ist im Wahlkampf immer wieder mit Ausfällen gegen Zuwanderer und Muslime aufgefallen und war in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen rassistischer Äußerungen verurteilt worden. Der Bewerber hat selbst algerische Wurzeln.

Macron in den Umfragen vorne

Vorne in den Umfragen liegt Präsident Emmanuel Macron, der sich um eine zweite Amtszeit bemüht, gefolgt von der Rechten Marine Le Pen und auf Rang drei dem Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. Auf den Plätzen vier und fünf folgen die konservative Valérie Pécresse und eben jener Zemmour.

Vor dem ersten Wahlgang bei der Präsidentschaftswahl am 10. April warben auch andere Kandidaten am Sonntag um Unterstützung. Am Strand von Marseille beschwor Linkspolitiker Mélenchon angesichts der Ernährungs- und Klimakrise die Brüderschaft unter den Völkern. Die durch den Krieg in der Ukraine bedrohten Atomkraftwerke sollten durch UN-Blauhelme geschützt werden, forderte er. Frankreich solle dazu Soldaten bereitstellen.

dpa/dtj

 
 
29 März 2022 0 Kommentare
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Information

Wird die Türkei zum Refugium russischer Oligarchen?

von Fremdeninfo 27 März 2022
von Fremdeninfo

Wird die Türkei zum Refugium russischer Oligarchen?

Von

 Stefan Kreitewolf

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25.03.2022

 
Eine Yacht unter der Bosporus-Brücke in Istanbul. Foto: Unsplash / Vitaly Mazur

Yachten, Flugverkehr, Banken: Als einziges Nato-Land setzt die Türkei die Sanktionen des Westens gegen Russland nicht um. Damit wird das Land zum Rückzugsort russischer Oligarchen. Warum Erdoğans Gratwanderung Gefahren birgt.

Zwei Superyachten des sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramowitsch sind in der Türkei aufgetaucht. Seit Mitte der Woche liegt die 700-Millionen-Euro-Superyacht „Eclipse“ im türkischen Ägäishafen Marmaris. Die 600 Millionen Euro schwere „Solaris“ soll in Bodrum angedockt haben. Das zeigen Schiffsdaten der Tracking-Website Marine Traffic.

Seit die Regierungen der USA, des Vereinigten Königreichs und der EU Sanktionen gegen russische Oligarchen durchsetzen, stehen ihre Luxusgüter im Fokus. Privatjets und Yachten werden genau verfolgt. Einige Staaten – darunter das Nato-Mitglied Italien – beschlagnahmten bereits Schiffe in europäischen Häfen.

Sicherer Hafen für russische Oligarchen?

In der Türkei scheinen russische Oligarchen im wahrsten Wortsinne einen sicheren Hafen für sich und ihre Luxusgüter gefunden zu haben. Denn als einziges Nato-Land beteiligt sich die Türkei nicht an den Sanktionen des Westens gegen Russland. Das Land wird damit zum Refugium für russische Oligarchen.

RUSSLAND UND DIE TÜRKEI: ES IST KOMPLIZIERT

Die Türkei ist zwar nicht das einzige Land, in dem sich russische Oligarchen sicher fühlen. Vor den Malediven ankern aktuell auch einige Schiffe der russischen Superreichen – zum Beispiel die 140-Meter-Yacht „Ocean Victory“ des Stahlmagnaten Viktor Rashnikov. Dennoch ist der Fall der Türkei besonders pikant.

Alleinstellungsmerkmal: Vermittler?

Denn das Land dient nicht nur als sicherer Parkplatz russischer Luxusgüter, sondern ist neben Dubai die wichtigste verbliebene Drehscheibe für den Flugverkehr zwischen Russland und dem Westen. Anders als in vielen anderen Nato-Mitgliedsstaaten ist der türkische Luftraum nämlich nicht für Flugzeuge aus Russland geschlossen.

Hinzu kommt: Anders als in der EU können russische Staatsbürger an vielen türkischen Geldautomaten mit ihren heimischen Bankkarten weiterhin Geld abheben.

Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu betonte bereits zu Beginn des Krieges, die Beziehungen zur Ukraine und zu Russland aufrechterhalten zu wollen. Aber je länger der Krieg währt und je grausamer der Tod und die Zerstörung in der Ukraine über unsere Bildschirme flimmert, desto schwieriger wird es, diese Haltung aufrechtzuerhalten.

Erdoğans Gratwanderung

Die Nato-Partner tolerieren bislang den türkischen Alleingang. Auch weil Ankara zwischen den Kriegsparteien zu vermitteln versucht. Dennoch kommt die Haltung des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan in dem Konflikt einer gefährlichen Gratwanderung gleich.

Er will weder die Ukraine, die mit türkischen Kampfdrohnen beliefert wird, im Stich lassen, noch Russland, das allein wegen der jährlichen Touristenströme aus dem Land große Abhängigkeiten geschaffen hat, verprellen. Indes werden die Nato-Verbündeten, die unbedingt von der türkischen Bündnistreue überzeugt bleiben sollen, immer skeptischer.

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27 März 2022 0 Kommentare
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Schröder in Kocaeli: Krieg „Konsequenz politischen Versagens“

von Fremdeninfo 26 März 2022
von Fremdeninfo

Schröder in Kocaeli: Krieg „Konsequenz politischen Versagens“

Von

 dtj-online

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25.03.2022

 
Altkanzler Gerhard Schröder spricht beim „Kartepe Zirvesi“ in Kocaeli. Foto: Kocaeli BB

Heikles Statement auf einer Konferenz in der Türkei: Aus Sicht des Altkanzlers Gerhard Schröder (SPD) hat „politisches Versagen“ zum Ukraine-Krieg geführt. Er sieht die Schuld am Konflikt in Russland – und im Westen.

Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA „haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli.

„Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens.“ Ex-Kanzler Schröder gilt als langjähriger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und ist unter anderem Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft.

Schröder in der Kritik

Der Altkanzler steht wegen seines Engagements für russische Staatskonzerne in der Kritik – vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine nimmt der Druck auf ihn zu. Bereits Anfang März hatten die SPD-Spitze und auch Bundeskanzler Olaf Scholz ihn dazu aufgefordert, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen niederzulegen.

Schröder sagte weiter, in den vergangenen Jahren seien sowohl von Seiten Russlands als auch von Seiten des Westens Fehler gemacht worden. Russlands Sicherheitsinteressen aber rechtfertigten nicht den Gebrauch militärischer Mittel, so Schröder. Schröder sagte auch, jeder solle alles in seiner Kraft Stehende tun, um diesen furchtbaren Krieg zu beenden.

https://twitter.com/kartepezirvesi/status/1506979391477215235?s=20&t=th-3LP2KcxCs0e3REdeAWA

Schröder war Anfang März von der türkischen Metropole aus in die russische Hauptstadt gereist, wo er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprach. Berichten zufolge soll er in Istanbul auch eine ukrainische Delegation getroffen haben.

dpa/dtj

 
26 März 2022 0 Kommentare
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Kultur

Pamuk in Köln: Hat er Corona „heraufbeschworen“?

von Fremdeninfo 24 März 2022
von Fremdeninfo

Pamuk in Köln: Hat er Corona „heraufbeschworen“?

Von

 dtj-online

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22.03.2022

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21.03.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Orhan Pamuk, Literaturnobelpreisträger aus der Türkei, spricht bei einer Lesung auf der Lit.Cologne. Foto: Oliver Berg/dpa

Der türkische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk hat sich während des Schreibens seines neuen Buchs „Die Nächte der Pest“ schuldig gefühlt, weil plötzlich die Corona-Pandemie auftrat.

„Mir kam es vor, als wäre die Pandemie gekommen, weil ich diesen Roman geschrieben habe“, sagte Pamuk am Montagabend beim Literaturfestival Lit.Cologne in Köln.

Freunde, die ihn zuvor gewarnt hätten, ein Buch über etwas so lang Zurückliegendes wie die Pest werde niemand lesen wollen, hätten ihm nun gesagt, er habe Glück gehabt, jetzt werde sich sein Buch viel besser verkaufen. Er habe sich dann eingeredet, wenn er das Buch jetzt zügig beende, werde Corona vielleicht verschwinden. „Aber das ist nicht eingetreten.“ Inzwischen sei er fünfmal geimpft, zweimal mit einem türkischen Impfstoff und dreimal mit Biontech.

Schicksal der Pandemie

Wenn sich eine Pandemie ausbreite, reagierten die Menschen immer gleich, sagte Pamuk. Zunächst leugneten sie den Ernst der Lage, dann verbreiteten sie Gerüchte. Unterdessen stiegen die Todeszahlen. Dann breche der Staat entweder zusammen oder er werde besonders streng.

Anschließend hielten die Leute dem Staat vor, dass er sie nicht beschützt habe. Gleichzeitig wollten sie aber auch, dass der Staat ihren Laden nicht schließe, ihnen nicht das Reisen verbiete und so weiter. Der Staat solle sie beschützen, aber bitte so, dass es nicht wehtue.

Ermittlungen in der Türkei

Pamuk berichtete auch, dass in der Türkei derzeit gegen ihn ermittelt werde, weil er in seinem Roman angeblich den Staatsgründer Kemal Atatürk beleidigt habe. Er fühle sich aber nicht in Gefahr. Sein Anwalt, der noch älter sei als er, habe ihm versichert, dass das vorbeigehen werde.

Zum Ukraine-Krieg sagte Pamuk, er fühle sich schuldig, weil er nichts tue. Er habe jedoch großen Respekt davor, dass die Deutschen so viele ukrainische Flüchtlinge aufnähmen.

dpa/dtj

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24 März 2022 0 Kommentare
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Kultur

Foto-Ausstellung in Graz gedenkt türkischen Häftlingen

von Fremdeninfo 23 März 2022
von Fremdeninfo

Foto-Ausstellung in Graz gedenkt türkischen Häftlingen

Von

 dtj-online

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19.03.2022

 
Hidayet Karaca (links oben) war Generaldirektor der Samanyolu Media Group und Chef des inzwischen geschlossenen Fernsehsenders Samanyolu TV. Er sitzt seit dem 14. Dezember 2014 in Haft. Foto: Grüß Gott Österreich

An der Universität Graz in Österreich wurde eine Ausstellung mit dem Titel „Menschenrechtsverletzungen in der Türkei“ eröffnet. Besucher können die Bilder bis einschließlich noch heute sehen.

Eine Ausstellung an der Akademie der Sozialwissenschaften der Universität Graz zeigt Menschenrechtsverletzungen in der Türkei. Darin wird den vielen Opfern der Erdoğan-Regierung gedacht: Osman Kavala, Selahattin Demirtaş, Sedef Kabaş, Gültekin Avcı, Hidayet Karaca und Mehmet Baransu.

Viele andere sitzen noch in türkischen Gefängnissen – meist ohne Hoffnung auf einen fairen Prozess. Darunter gibt es auch nicht prominente Häftlinge wie Bilal Konakçı. Er ist trotz eines festgestellten Grades der Behinderung von 98 Prozent inhaftiert – mit seinem Baby.

Die Grazer „Mur Freunde“ und die „Grüß Gott Österreich Plattform“ zeigen Fotos von Yasemin Melizci, İlayda Tekgöz, ihrer Kadettenmutter Melek Çetinkaya, die Gerechtigkeit für die zu lebenslanger Haft verurteilten Militärstudenten forderte, und vielen anderen Menschen.

Wissenschaftler fordern Gerechtigkeit und Aufklärung

Arhan Kardaş, Chefredakteur des Fontäne-Magazins, erinnerte zudem an die zahlreichen Frauen, die in der Türkei von ihren Ehe- und Liebespartnern getötet wurden. 135 Frauen seien aktuell noch immer vermisst. „Bisher wurden keine abschreckenden Schritte unternommen“, so Kardaş.

Er berichtete außerdem, dass Mitglieder oder Anhänger der Gülen-Bewegung – insbesondere seit dem Militärputsch am 15. Juli 2016 – systematischen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt seien. „Frauen, die gerade entbunden hatten, wurden mit ihren Babys inhaftiert“, sagte Kardaş. Derzeit seien 548 Frauen mit ihren Babys im Gefängnis. Der Theologe Durmuş Gamsız betonte, dass die Gülen-Bewegung trotz der systematischen Verfolgung den Kampf für Toleranz nicht aufgegeben habe.

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