• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Flüchtlinge

Asylanträge in Deutschland auf Rekordtief – erstmals seit 2015 nicht mehr Spitzenreiter...

19 April 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Keine Arbeit für 20 Asylbewerber – warum Neuss die Vorgaben nicht erfüllt

13 April 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Die in Europa gestellten Asylanträge sind deutlich weniger geworden. In Deutschland wird...

3 März 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrationswende mit GEAS: Das ändert sich jetzt für Asylbewerber

27 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Ausreisepflichtige: Poseck verteidigt Handyortung: „Vereinbar mit EU-Recht“

26 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrantenboot kollidiert mit Küstenwache vor griechischer Insel – Polizei spricht von 14...

4 Februar 2026 0 Kommentare
Information

Aggressor Ankara: Der unbemerkte Krieg gegen Kurdistan

von Fremdeninfo 30 April 2022
von Fremdeninfo

Aggressor Ankara: Der unbemerkte Krieg gegen Kurdistan

Von

Stefan Kreitewolf

–

29.04.2022

 
 
 
 
Protest mit kurdischen Flaggen: Das nordirakische Erbil, Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan, ist immer wieder Schauplatz gezielter Angriffe. Foto: Levi Meir Clancy / Unsplash

Kampfjets, Haubitzen, Drohnen: Während die Türkei im Ukraine-Krieg als Vermittler auftritt, greift das türkische Militär fast unbemerkt die Autonomieregion Kurdistan im Nord-Irak an. Was hinter den Angriffen steckt.

Krieg in Kurdistan: Die Rede ist von einer „Operation“ gegen „PKK-Stellungen“. Wie so häufig. Kampfjets, Haubitzen und Drohnen sind im Einsatz. Und in den Medien gibt es dazu mal wieder wenig bis nichts. Wie so häufig. Was wirklich in der nord-irakischen Autonomieregion Kurdistan passiert, ist im Westen indes kaum bekannt.

Deswegen in aller Deutlichkeit: Die Türkei – ein Nato-Mitglied – greift Kurd:innen an und verletzt damit Völkerrecht. Stillschweigend wird das wieder einmal hingenommen. Mehr noch: Berlin betont die Wichtigkeit „deutsch-türkischer Partnerschaft“. Für die Bundesrepublik und die USA sowie weitere westliche Partner gilt die Türkei gerade jetzt als wichtigster staatlicher Vermittler zwischen der Ukraine und Russland.

Erdoğans fast unbemerkter Krieg

Perfektes Timing, beste Inszenierung: Für den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan könnte es keinen besseren Zeitpunkt geben. Jetzt, wo alle Welt auf die Ukraine schaut und die Folgen des Krieges managen muss.

Rojava – Der 1000 jährige Streit

Sanktionen gegen den Bündnispartner sind indes kein Thema, obwohl die Aggression von türkischer Seite kommt. Sichere Fluchtwege und unkomplizierter Schutz für Kurd:innen? Fehlanzeige. Während Grenzen für ukrainische Geflüchtete – zu Recht – offen sind, bekommen fliehende Kurd:innen in Deutschland kein Asyl. Eine verhängnisvolle Doppelmoral.

Zivilbevölkerung als Ziel der Angriffe

Und die türkische Regierung lässt ungestört Drohnen und Kampfflugzeuge über Kurdistan fliegen. Aktuell bombardiert das Militär auf Geheiß Ankaras die nord-irakischen Regionen Metîna, Zap, Avaşîn und die west-kurdische Stadt Kobanê. Nicht selten sind auch Zivilist:innen Ziel der Angriffe.

Das Vorgehen Erdoğans dürfte vor allem innenpolitisch motiviert sein. Mit dem Krieg – und mit der Vermittlung im Ukraine-Krieg – will er von der miserablen Lage im eigenen Land ablenken. Die Wirtschaft am Boden, eine grassierende Inflation, steigende Armut und eine taumelnde Währung.

Wahlen stehen an

Die türkische Gesellschaft hätte allen Grund, sich nicht von den außenpolitischen Manövern der AKP-Regierung ablenken zu lassen. Hinzu kommt: Die Wahl zur 28. Großen Nationalversammlung der Türkei soll am 18. Juni 2023 gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl stattfinden.

Erdoğan und seine Getreuen beginnen, sich in Stellung zu bringen – unter anderem mit der viel beachteten Vermittlerrolle zwischen den Konfliktparteien Russland und der Ukraine, aber auch im Nord-Irak.

 

 

 

 

 

 

 

 

30 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Antisemitismus

Judenhass: Autor Mansour fordert Aufklärung

von Fremdeninfo 27 April 2022
von Fremdeninfo

Judenhass: Autor Mansour fordert Aufklärung

Von

dtj-online

–

27.04.2022

 
 

 
„Experte Mansour fordert bessere Konzepte gegen Antisemitismus“
Ahmad Mansour, Psychologe, bei der Vorstellung des bundesweiten Projekts „Moscheen für Integration“. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Konzepte gegen Antisemitismus: Der Autor Ahmad Mansour hat nach den anti-israelischen Demonstrationen in Berlin am Wochenende bessere Bildungskonzepte gegen Judenfeindlichkeit unter arabischstämmigen Jugendlichen gefordert.

„Keiner wird als Antisemit geboren“, sagte Mansour am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Jugendlichen sind erreichbar.“ Das hat er demnach bei seiner Sozialarbeit immer wieder gelernt: Man erreiche nicht alle, aber viele. Mansour, der als Palästinenser in Israel aufwuchs, ist Islamismus-Experte und widmet sich in Projekten dem Kampf gegen Antisemitismus. In der muslimischen Community gilt er als umstritten.

Er macht in der Mitte der hiesigen Gesellschaft eine Art von Ohnmacht beim Umgang mit dem Thema aus: Man wolle nicht rassistisch sein, man wolle keine Rechtsradikalen bestätigen. Er hält es demnach für wichtig, sachlich darüber zu reden, und noch wichtiger, Konzepte zu liefern.

„Jude“ als Schimpfwort

Nach Mansours Beobachtung wird an den Schulen der Holocaust und der Nationalsozialismus thematisiert, aber zu wenig der israelbezogene Antisemitismus. Lehrer müssten befähigt werden, darüber zu reden. Auch beim Thema Verschwörungstheorien und Querdenker sieht Mansour Nachholbedarf, ebenso in Sachen Social Media.

Es wird laut Mansour immer wieder gesagt, dass Antisemitismus in Deutschland nichts zu suchen habe, aber das Thema sei da – in der Neuköllner Hermannstraße wie auch in den Schulen. An vielen Orten in Deutschland gehöre es zum Alltag, dass „Jude“ als Schimpfwort auf den Schulhöfen genutzt werde.

„Wir müssen als Demokraten alles tun“

Das begleite ihn, seitdem er in Deutschland sei, berichtete der Autor, der seit 2004 hier lebt. Das dürfe nicht sein. „Da müssen wir als Demokraten alles tun, um wirklich diese Menschen zu erreichen.“ Das sei Teil der Integration, Bildung und demokratischer Erziehung, „die wir betreiben müssen in diesem Land“.

Auch von der Justiz forderte Mansour ein schärferes Vorgehen gegen Antisemitismus. In den vergangenen fünf, sechs Tagen war nach seinen Worten zu beobachten, dass ganz viel Propaganda aus dem Nahen Osten nach Deutschland kam – hoch emotionalisiert über Instagram.

Auch Journalisten attackiert

„Die Jugendlichen konsumieren das, und dann gehen sie auf die Straße mit einem ganz klaren Anspruch auf die Wahrheit, was da unten passiert.“ Am Samstag waren wie schon am Freitag mehrere hundert pro-palästinensische Demonstranten durch Kreuzberg und Neukölln gezogen.

Was ist eigentlich Antisemitismus?

Dabei seien volksverhetzende Parolen gerufen sowie Journalistinnen und Journalisten bedrängt, beleidigt und angegriffen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Polizisten seien mit Plakaten und Holzstangen beworfen worden.

Nach Angaben von Beobachtern wurden judenfeindliche Äußerungen wie „Drecksjude“ laut. Journalisten seien getreten, geschubst und geschlagen worden, teilte die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) mit. Die Polizei ermittelt wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung.

dpa/dtj

 

27 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Fall Kavala: Mäßige Proteste in der Türkei nach Verurteilung

von Fremdeninfo 27 April 2022
von Fremdeninfo

Fall Kavala: Mäßige Proteste in der Türkei nach Verurteilung

Von

dtj-online

–

27.04.2022

 

 
„Lebenslange Haft für Kavala in der Türkei – Empörung über Urteil“
Menschen reagieren, nachdem ein türkisches Gericht den prominenten türkischen Bürgerrechtler und Philanthropen Osman Kavala zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt hat, mit Protest. Foto: Uncredited/AP/dpa

Die Verurteilung des Kulturförderers Osman Kavala und weiteren wichtigen Akteuren der türkischen Zivilgesellschaft hat Proteste ausgelöst. Am Dienstag versammelten sich zahlreiche Anwälte vor dem Gericht im Istanbuler Stadtteil Çağlayan.

„Gestern hat in diesem Gericht eine Tragödie stattgefunden“, sagte der Anwalt Kemal Aytac. Die Richter hätten nur die Anordnungen der „politischen Macht“ umgesetzt. Die Anwaltskammer in Ankara erklärte, das Urteil habe nichts mit Recht und Gerechtigkeit zu tun. Auch Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu warf dem Gericht Parteilichkeit vor.

Kavala war am Montag wegen Umsturzversuchs im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten 2013 zu erschwerter lebenslanger Haft verurteilt worden. Sieben weitere Angeklagte erhielten 18 Jahre wegen Beihilfe und wurden noch am Montag in Gefängnisse überstellt.

Politisch motivierte Haft

Unter den Verurteilten sind wichtige Akteure der Proteste von damals, wie die Architektin Mücella Yapıcı und der Anwalt Can Atalay. Die Entscheidung sorgte auch international für Empörung. Kavala selbst saß bereits seit 2017 in Untersuchungshaft.

Gezi-Prozess in der Türkei: Lebenslange Haft für Kavala

 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte 2019 die Freilassung des heute 64-Jährigen angeordnet und die Haft als politisch motiviert eingestuft. Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Tiny Kox, forderte am Dienstag erneut die sofortige Freilassung Kavalas.

Strafmaßnahmen gegen die Türkei?

Der Monitoring-Ausschuss des Gremiums entschied, seine für Ende Mai in Ankara geplante Sitzung zu verschieben. Der Europarat und die Türkei stehen bereits seit längerem im Konflikt um Kavala. Im Dezember leitete die Straßburger Institution ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Türkei ein.

Der EGMR ist mit einer erneuten Prüfung des Falls beauftragt. Dies ist ein nötiger Zwischenschritt vor eventuellen Strafmaßnahmen gegen die Türkei.

dpa/dtj

27 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Gezi-Prozess in der Türkei: Lebenslange Haft für Kavala

von Fremdeninfo 26 April 2022
von Fremdeninfo

 

Gezi-Prozess in der Türkei: Lebenslange Haft für Kavala

Von

dtj-online

–

26.04.2022

 
„Kulturförderer Kavala zu lebenslanger Haft in Türkei verurteilt“
Osman Kavala, damals Vorsitzender des Kulturinstituts Anadolu Kültür, 2016 im EU-Parlament. Foto: Wiktor Dabkowski/dpa

Es ist ein Urteil, das international für Empörung sorgt: Der Kulturförderer Kavala soll wegen der Gezi-Proteste in der Türkei lebenslang ins Gefängnis. Manche vermuten dahinter einen Einschüchterungsversuch durch Präsident Erdoğan.

Der prominente Kulturförderer Osman Kavala ist im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten in der Türkei vor neun Jahren zu erschwerter lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Istanbul sprach Kavala am Montag des Umsturzversuches schuldig.

Schon während der Urteilsverkündung ertönten laute Buhrufe im Gericht. Auch international wurde die Entscheidung vielfach als politisch motiviert eingeordnet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte Kavala in der Vergangenheit öffentlich als Terroristen und die Gezi-Proteste als „Verschwörung“ aus dem Ausland bezeichnet.

Seit 2017 ohne Urteil in Haft

Neben Kavala wurden sieben weitere Angeklagte wegen Beihilfe zum Umsturzversuch zu 18 Jahren Haft verurteilt. Sicherheitskräfte führten sie unter lautem Protest direkt aus dem Verhandlungssaal ab. Die Verurteilten kündigten an, in Revision gehen zu wollen.

Der mittlerweile 64-jährige Kavala saß seit 2017 ohne Urteil im Gefängnis. Neben den Vorwürfen im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten 2013 wurden ihm in dem Verfahren auch „politische und militärische Spionage“ im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 vorgeworfen – von letzterem Vorwurf wurde er aber freigesprochen.

Baerbock fordert Freilassung

Kavala selbst hatte alle Vorwürfe gegen sich stets bestritten und als „politisch motiviert“ bezeichnet. Eine Auffassung, mit der er nicht allein ist. „Dieses Urteil steht in krassem Widerspruch zu den rechtsstaatlichen Standards und internationalen Verpflichtungen, zu denen sich die Türkei als Mitglied des Europarats und EU-Beitrittskandidatin bekennt“, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

„Wir erwarten, dass Osman Kavala unverzüglich freigelassen wird – dazu hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei verbindlich verpflichtet.“ Die Türkei-Vertreterin der Organisation Human Rights Watch, Emma Sinclair-Webb, nannte das Urteil den „schlimmstmöglichen Ausgang dieses Schauprozesses“, „schrecklich, grausam und böse.“

Empörung überall

Die Türkei-Expertin der Organisation Amnesty International in Deutschland, Amke Dietert, forderte, Kavala müsse sofort freigelassen werden. Der einst selbst als Journalist in der Türkei inhaftierte Präsident der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland, Deniz Yücel, sprach von einem politischen Verfahren „frei von Rechtsstaatlichkeit“.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth nannte das Urteil „ungerechtfertigt“, Kavala sitze „weiterhin unschuldig hinter Gittern“. Der Fall hatte der Türkei bereits vor der Entscheidung international scharfe Kritik eingebracht. Dem Land droht deswegen etwa der Ausschluss aus dem Europarat.

Europarat droht mit Ausschluss

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte 2019 die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten angeordnet und die Haft als politisch motiviert eingestuft. Ende 2021 war ein diplomatischer Eklat entbrannt, nachdem zehn Botschafter in der Türkei – darunter der deutsche – die Freilassung Kavalas gefordert hatten. Präsident Recep Tayyip Erdoğan wertete dies als unzulässige Einmischung und drohte den Diplomaten mit Ausweisung (DTJ-Online berichtete).

Kavalas Anwälte kritisierten, ihr Mandant sei in dem ganzen Verfahren nie richtig befragt worden. Kavala selbst monierte, es seien keine Beweise vorgelegt worden, die seine Schuld belegen könnten.

Vermögen konfisziert

Auslöser der zunächst friedlichen Gezi-Proteste 2013 war ein Bauprojekt im Zentrum Istanbuls. Die Aktion weitete sich zu landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Politik des damaligen Ministerpräsidenten Erdoğan aus. Der ließ die Proteste brutal niederschlagen. Darauf gab es auch unter den Demonstranten gewalttätige Übergriffe.

Kavala stammt aus einer Unternehmerfamilie und förderte zahlreiche zivilgesellschaftliche Projekte in der Türkei. Er ist Gründer der Organisation Anadolu Kültür. Große Teile seines Vermögens sind konfisziert.

Regierung: Justiz in der Türkei ist unabhängig

Zum Prozesstag waren zahlreiche Beobachter erschienen, die sich in dem Gerichtssaal drängten – unter ihnen Vertreter von Konsulaten, Menschenrechtsorganisationen und politischen Parteien.

Unterstützer, Menschenrechtler und Oppositionspolitiker unterstellen der islamisch-konservativen Regierung, mit dem Vorgehen gegen Kavala von Engagement abschrecken zu wollen, das nicht mit der Ideologie der regierenden Partei AKP übereinstimmt. Die Regierung argumentiert ihrerseits gegen solche Vorwürfe, die Justiz in der Türkei sei unabhängig.

Die Europäische Union etwa hatte daran Ende vergangenen Jahres massive Zweifel angemeldet und dem Land – wie viele Beobachter zuvor – eine mangelnde Unabhängigkeit der Justiz attestiert.

dpa/dtj

26 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Impressum

Gezi-Prozess in der Türkei: Lebenslange Haft für Kavala

von Fremdeninfo 26 April 2022
von Fremdeninfo

 

Gezi-Prozess in der Türkei: Lebenslange Haft für Kavala

Von

dtj-online

–

26.04.2022

 
 

 
„Kulturförderer Kavala zu lebenslanger Haft in Türkei verurteilt“
Osman Kavala, damals Vorsitzender des Kulturinstituts Anadolu Kültür, 2016 im EU-Parlament. Foto: Wiktor Dabkowski/dpa

Es ist ein Urteil, das international für Empörung sorgt: Der Kulturförderer Kavala soll wegen der Gezi-Proteste in der Türkei lebenslang ins Gefängnis. Manche vermuten dahinter einen Einschüchterungsversuch durch Präsident Erdoğan.

Der prominente Kulturförderer Osman Kavala ist im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten in der Türkei vor neun Jahren zu erschwerter lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Istanbul sprach Kavala am Montag des Umsturzversuches schuldig.

Schon während der Urteilsverkündung ertönten laute Buhrufe im Gericht. Auch international wurde die Entscheidung vielfach als politisch motiviert eingeordnet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte Kavala in der Vergangenheit öffentlich als Terroristen und die Gezi-Proteste als „Verschwörung“ aus dem Ausland bezeichnet.

Seit 2017 ohne Urteil in Haft

Neben Kavala wurden sieben weitere Angeklagte wegen Beihilfe zum Umsturzversuch zu 18 Jahren Haft verurteilt. Sicherheitskräfte führten sie unter lautem Protest direkt aus dem Verhandlungssaal ab. Die Verurteilten kündigten an, in Revision gehen zu wollen.

Der mittlerweile 64-jährige Kavala saß seit 2017 ohne Urteil im Gefängnis. Neben den Vorwürfen im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten 2013 wurden ihm in dem Verfahren auch „politische und militärische Spionage“ im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 vorgeworfen – von letzterem Vorwurf wurde er aber freigesprochen.

Baerbock fordert Freilassung

Kavala selbst hatte alle Vorwürfe gegen sich stets bestritten und als „politisch motiviert“ bezeichnet. Eine Auffassung, mit der er nicht allein ist. „Dieses Urteil steht in krassem Widerspruch zu den rechtsstaatlichen Standards und internationalen Verpflichtungen, zu denen sich die Türkei als Mitglied des Europarats und EU-Beitrittskandidatin bekennt“, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

„Wir erwarten, dass Osman Kavala unverzüglich freigelassen wird – dazu hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei verbindlich verpflichtet.“ Die Türkei-Vertreterin der Organisation Human Rights Watch, Emma Sinclair-Webb, nannte das Urteil den „schlimmstmöglichen Ausgang dieses Schauprozesses“, „schrecklich, grausam und böse.“

Empörung überall

Die Türkei-Expertin der Organisation Amnesty International in Deutschland, Amke Dietert, forderte, Kavala müsse sofort freigelassen werden. Der einst selbst als Journalist in der Türkei inhaftierte Präsident der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland, Deniz Yücel, sprach von einem politischen Verfahren „frei von Rechtsstaatlichkeit“.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth nannte das Urteil „ungerechtfertigt“, Kavala sitze „weiterhin unschuldig hinter Gittern“. Der Fall hatte der Türkei bereits vor der Entscheidung international scharfe Kritik eingebracht. Dem Land droht deswegen etwa der Ausschluss aus dem Europarat.

Europarat droht mit Ausschluss

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte 2019 die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten angeordnet und die Haft als politisch motiviert eingestuft. Ende 2021 war ein diplomatischer Eklat entbrannt, nachdem zehn Botschafter in der Türkei – darunter der deutsche – die Freilassung Kavalas gefordert hatten. Präsident Recep Tayyip Erdoğan wertete dies als unzulässige Einmischung und drohte den Diplomaten mit Ausweisung (DTJ-Online berichtete).

Kavalas Anwälte kritisierten, ihr Mandant sei in dem ganzen Verfahren nie richtig befragt worden. Kavala selbst monierte, es seien keine Beweise vorgelegt worden, die seine Schuld belegen könnten.

Vermögen konfisziert

Auslöser der zunächst friedlichen Gezi-Proteste 2013 war ein Bauprojekt im Zentrum Istanbuls. Die Aktion weitete sich zu landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Politik des damaligen Ministerpräsidenten Erdoğan aus. Der ließ die Proteste brutal niederschlagen. Darauf gab es auch unter den Demonstranten gewalttätige Übergriffe.

Kavala stammt aus einer Unternehmerfamilie und förderte zahlreiche zivilgesellschaftliche Projekte in der Türkei. Er ist Gründer der Organisation Anadolu Kültür. Große Teile seines Vermögens sind konfisziert.

Regierung: Justiz in der Türkei ist unabhängig

Zum Prozesstag waren zahlreiche Beobachter erschienen, die sich in dem Gerichtssaal drängten – unter ihnen Vertreter von Konsulaten, Menschenrechtsorganisationen und politischen Parteien.

Unterstützer, Menschenrechtler und Oppositionspolitiker unterstellen der islamisch-konservativen Regierung, mit dem Vorgehen gegen Kavala von Engagement abschrecken zu wollen, das nicht mit der Ideologie der regierenden Partei AKP übereinstimmt. Die Regierung argumentiert ihrerseits gegen solche Vorwürfe, die Justiz in der Türkei sei unabhängig.

Die Europäische Union etwa hatte daran Ende vergangenen Jahres massive Zweifel angemeldet und dem Land – wie viele Beobachter zuvor – eine mangelnde Unabhängigkeit der Justiz attestiert.

dpa/dtj

26 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Bundesregierung fordert Freilassung von Kulturmäzen Kavala

von Fremdeninfo 26 April 2022
von Fremdeninfo

 

  • Bundesregierung fordert Freilassung von Kulturmäzen Kavala

Türkei

Bundesregierung fordert Freilassung von Kulturmäzen Kavala

Bundesaußenministerin Baerbock hat die sofortige Freilassung des türkischen Kulturmäzens und Menschenrechtsaktivisten Kavala gefordert, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

25.04.2022

  •  
 
Osman Kavala ist zu lebenlanger Haft verurteilt worden (imago images / ZUMAw80 / Wiktor Dabkowski)
Das Gerichtsurteil stehe in krassem Widerspruch zu den rechtsstaatlichen Standards und internationalen Verpflichtungen, zu denen sich die Türkei als Mitglied des Europarats und als EU-Beitrittskandidat bekenne, sagte Baerbock. Die Grünen-Politikerin verwies auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der 2019 die Inhaftierung Kavalas als politisch motiviert eingestuft und seine Freilassung angeordnet hatte. Auch die deutsche Autorenvereinigung PEN und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierten den Prozess gegen Kavala scharf.
Ein Gericht in Istanbul hatte den 64-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sprachen Kavala des Umsturzversuches im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten von 2013 schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gegen sieben Unterstützer Kavalas verhängte das Gericht Haftstrafen von jeweils 18 Jahren.
Diese Nachricht wurde am 25.04.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
26 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Biden spricht erneut von Völkermord an Armeniern

von Fremdeninfo 26 April 2022
von Fremdeninfo

 

Biden spricht erneut von Völkermord an Armeniern

Von

dtj-online

–

25.04.2022

7. Jahrestag des Völkermords an Armenien“ width=“696″ height=“497″
Yerevan: Nikol Paschinjan (hinten 3.v.l.), Ministerpräsident von Armenien, nimmt an einer Gedenkveranstaltung für den 107. Jahrestag der Massaker im Osmanischen Reich teil, die Armenien als Völkermord einstuft. Foto: Tigran Mehrabyan/PAN Photo/AP/dpa

US-Präsident Joe Biden hat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges erneut als Völkermord bezeichnet und damit Entrüstung in der Türkei ausgelöst.

„Wir lehnen solche Erklärungen und Entscheidungen ab, die historische Fakten aus politischen Motiven verzerren, und verurteilen diejenigen, die auf diesem Fehler beharren“ teilte das Außenministerium in Ankara am Sonntag mit.

Biden wiederhole damit einen Fehler, den er schon im vergangenen Jahr gemacht habe. Die Türkei reagierte damit auf eine Erklärung Bidens von Sonntag. Darin schrieb er, der „Völkermord an den Armeniern“ sei eine der schlimmsten Gräueltaten des 20. Jahrhunderts gewesen.

Tabubruch und Krise

„Heute gedenken wir der eineinhalb Millionen Armenier, die verschleppt, massakriert wurden oder im Rahmen einer Vernichtungskampagne zu ihrem Tod marschierten und wir trauern angesichts des tragischen Todes so vieler Menschen“, so Biden. Im vergangenen Jahr hatte Biden die Massaker an den Armenien bereits als Völkermord anerkannt und damit mit einem jahrzehntelangen Tabu gebrochen. Ankara hatte daraufhin gefordert, den „schwerwiegenden Fehler“ zurückzunehmen.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan hingegen sandte anlässlich des 24. April eine Botschaft an den Patriarchen von Konstantinopel der Armenischen Apostolischen Kirche, Sahak Mashalyan.

Erdoğan möchte „den Schmerz teilen“

In seiner Botschaft brachte Erdoğan zum Ausdruck, dass er sich noch einmal mit Respekt an die „osmanischen Armenier“ erinnere, die ihr Leben verloren, und sprach den Hinterbliebenen sein aufrichtiges Beileid aus.

Nach Telefonat mit Erdoğan: Biden nennt 1915 „Völkermord“

„Ich wünsche allen osmanischen Bürgern, die unter den schwierigen Bedingungen des Ersten Weltkriegs gestorben sind, Gottes Barmherzigkeit“, sagte der Präsident. Es sei wichtig, den gemeinsamen Schmerz ohne religiöse, ethnische oder kulturelle Diskriminierung zu verstehen und zu teilen und die Zukunft „gemeinsam zu bauen“. Dabei verwies er auch auf die laufenden Wiederannäherungsgespräche zwischen Armenien und der Türkei.

Paylan reicht Gesetzesentwurf ein

Rund 1,5 Millionen Armenier wurden Historikern zufolge im Ersten Weltkrieg Opfer systematischer Tötungen im Osmanischen Reich. Als dessen Rechtsnachfolgerin gibt die Türkei zwar Massaker an 300.000 bis 500.000 Menschen zu, weist die Einstufung als Völkermord aber zurück.

Das Thema sorgte am Sonntag in der Türkei auch für eine hitzige innenpolitische Debatte. Der armenische Oppositionspolitiker Garo Paylan geriet unter Druck, weil er beim Parlamentspräsidenten einen Gesetzesentwurf zur Anerkennung der Massaker als Völkermord eingereicht hatte.

Der Antrag wurde umgehend abgelehnt. Fahrettin Altun, Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten, bezeichnete den Vorgang als „Verrat“ und „Verleumdung“ der türkischen Nation sowie ihrer Geschichte.

dpa/dtj

26 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Erneut judenfeindliche Demos in Berlin

von Fremdeninfo 25 April 2022
von Fremdeninfo

Erneut judenfeindliche Demos in Berlin

Von

dtj-online

–

24.04.2022

 
 
 
22.04.2022, Palästinensische Autonomiegebiete, Jabalia: Anhänger der Hamas nehmen am Ende des wöchentlichen Freitagsgebets an einer Demonstration teil, um ihre Solidarität mit den Palästinensern zu bekunden, die am Tempelberg in Jerusalem mit israelischen Sicherheitskräften zusammenstoßen. Bei neuen Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt sind zahlreiche Menschen verletzt worden. Auch in Berlin gab es deshalb Demonstrationen. Foto: Mohammed Talatene/dpa

In Berlin hat es in den letzten Tagen pro-palästinensische Demonstrationen gegeben. Erneut wurden dabei allerdings antisemitische Parolen gerufen. Auch Journalisten wurden angegriffen.

Judenfeindliche Äußerungen während Demonstrationen in Berlin am Wochenende haben Empörung ausgelöst. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hob am Sonntag hervor, es gebe in Deutschland keinen Platz für Judenfeindlichkeit. Der Rechtsstaat müsse konsequent handeln. „An antisemitische Beschimpfungen dürfen wir uns niemals gewöhnen – egal von wo und von wem sie kommen.“

Der CDU-Abgeordnete Paul Ziemiak sprach von einem Skandal und kritisierte: „Das was wir hier an islamischen Antisemitismus erleben, ist eine Schande für unsere Hauptstadt.“ Wer die Augen davor verschließe, mache sich schuldig.

Ermittlungen wegen Antisemitismus und Volksverhetzung

Am Samstag waren mehrere hundert pro-palästinensische Demonstranten durch Kreuzberg und Neukölln gezogen. Nach Angaben der Polizei gab es Straftaten und Festnahmen. Es werde wegen antisemitischer und volksverhetzender Anfeindungen ermittelt, sagte ein Sprecher. Genaueres sollte im Laufe des Sonntags mitgeteilt werden.

Nach Angaben von Beobachtern wurden bei dem Aufzug am Samstagabend judenfeindliche Äußerungen wie „Drecksjude“ laut. Bei der Demonstration seien zudem Journalisten getreten, geschubst und geschlagen worden, teilte die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union mit. Die Polizei habe nicht auf Hilferufe reagiert und Journalisten angewiesen, der Demonstration fernzubleiben oder hinterherzulaufen.

Die Polizei teilte zunächst nur mit, die Versammlungsleitung habe Personen nach dem Versammlungsfreiheitsgesetz ausgeschlossen. „Wir standen mit beiden Seiten im Austausch.“

Spannungen um den Tempelberg nehmen zu

Erst am Freitag hatte es in Neukölln eine pro-palästinensische Demonstration gegeben. Dabei flogen nach Polizeiangaben Steine, Beamte wurden verletzt, Feuerwerkskörper gezündet und Böller geworfen. Die Polizei sprach von „äußerst emotionalen Teilnehmenden“, die Israel Aggression in Jerusalem vorwarfen.

Hintergrund der Demos sind die Zusammenstöße rund um den Tempelberg, die in den vergangenen Wochen zugenommen haben. In der Vergangenheit gab es mehrmals ähnliche Vorfälle in Berlin.

25 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Türkei: Prozess gegen Kavala geht in die abschließende Phase

von Fremdeninfo 23 April 2022
von Fremdeninfo

Türkei: Prozess gegen Kavala geht in die abschließende Phase

Von

dtj-online

–

22.04.2022

 
 
 

;“>

 
=„Mahnwache für türkischen Verleger und Kulturmäzen“
Archivfoto: Ein Mann hält bei einer Mahnwache des PEN-Zentrums für den türkischen Verleger und Kulturmäzen Osman Kavala vor der Türkischen Botschaft in Berlin ein Bild von Kavala hoch. Kavala wurde Ende 2017 in der Türkei verhaftet und wird seitdem ohne Verurteilung festgehalten. Foto: Christophe Gateau/dpa

Der Prozess gegen den inhaftierten Kulturförderer und angeblichen Putschisten Osman Kavala in der Türkei geht in die Endphase.

Heute werden die Abschlussplädoyers der Verteidigung und der Angeklagten vorgetragen, sagte der Anwalt Kavalas, İlkan Koyuncu, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Urteil werde zu Beginn nächster Woche erwartet.

Dem 64-Jährigen werden in dem Prozess Umsturzversuch im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten von 2013 sowie „politische und militärische Spionage“ im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 vorgeworfen. Kavala weist die Vorwürfe strikt zurück. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte 2019 die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten angeordnet und die Haft als politisch motiviert eingestuft. Wegen der Inhaftierung Kavalas hat der Europarat ein Ausschlussverfahren gegen die Türkei eingeleitet.

Lebenslange Haft gefordert

In dem sogenannten Gezi-Verfahren stehen neben Kavala auch weitere bekannte Angeklagte vor Gericht. Kavala ist als einziger von ihnen inhaftiert und sitzt seit rund viereinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Verurteilt wurde er bisher noch nicht. Der Fall hatte 2021 zu einem diplomatischen Eklat geführt, nachdem zehn Botschafter in Ankara, darunter der deutsche, Kavalas Freilassung forderten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan drohte mit der Ausweisung der Botschafter, setzte sie aber nicht um.

Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch und hatte in der Vergangenheit immer wieder argumentiert, dass sich keine Beweise für die Anschuldigungen finden ließen.

Unterstützer, Menschenrechtler und Oppositionspolitiker unterstellen der islamisch-konservativen Regierung, mit der Inhaftierung Kavalas von Engagement abschrecken zu wollen, das nicht mit der Ideologie der regierenden Partei AKP übereinstimmt. Die Regierung argumentiert ihrerseits, die Justiz in der Türkei sei unabhängig. Erdoğan hatte Kavala in der Vergangenheit öffentlich mehrmals als Terroristen bezeichnet.

dpa/dtj

23 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Frauen

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen türkische Frauenrechtsgruppe

von Fremdeninfo 22 April 2022
von Fremdeninfo

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen türkische Frauenrechtsgruppe

Von

dtj-online

–

17.04.2022

 
 

 
Die Unterstützer der Gruppe Kadın Cinayetlerini Durduracağız protestieren in Gaziantep gegen die Ermittlungen. Foto: Kadın Cinayetlerini Durduracağız

Eine der größten Frauenrechtsgruppen der Türkei befürchtet ein Verbot durch den Staat. Die Staatsanwaltschaft sieht durch die Gruppe „Familienstrukturen“ in Gefahr.

Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen sie, erklärte die Plattform „Kadın Cinayetlerini Durduracağız“ (Deutsch: Wir werden Femizide stoppen) am Freitag. Der Behörde zufolge hat es öffentliche Beschwerden über die Gruppe wegen „Verhaltens gegen die Moral“ gegeben, sagte das Vorstandsmitglied Fidan Ataselim der Deutschen Presse-Agentur. Der Organisation wird demnach vorgeworfen, „unter dem Gewand der Verteidigung von Frauenrechten“ Familienstrukturen zerstören zu wollen. Ihre Organisation wies die Vorwürfe als „ungesetzlich und haltlos“ zurück. Ein Gerichtstermin für eine erste Anhörung steht noch nicht fest.

Die Plattform Kadın Cinayetlerini Durduracağız dokumentiert seit 2010 Gewalt gegen Frauen in der Türkei. Angesichts einer wachsenden Tendenz im Land, freie Meinungsäußerungen zu unterdrücken, befürchtet die Gruppe laut Ataselim, bei einer Verurteilung verboten zu werden.

HRW spricht von „Schikane“

Das offensichtliche Bestreben, die Plattform zu verbieten, sei politisch motiviert und provokativ, sagte die Leiterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in der Türkei, Emma Sinclair-Webb, der dpa. „Es ist ein klarer Fall von gerichtlicher Schikane, eine Kampagnengruppe zu diskreditieren, die sehr erfolgreich darin gewesen ist, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die sehr hohe Zahl von Frauenmorden in der Türkei zu schärfen“, so Sinclair-Webb.

Im Jahr 2021 registrierte die Organisation 280 Morde an Frauen in der Türkei. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden ihren Daten zufolge 73 Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet.

dpa/dtj

 

22 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Neuere Beiträge
Ältere Beiträge

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025
  • Begegnungen am Radweg: Eine Geschichte von Mensch, Natur und einem besonderen Rabenfreund

    23 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Unterstützung von der DEM-Partei: „Ich würde das sofort unterschreiben“

    6 Mai 2026
  • Nach Schüssen in türkischem Kulturverein – Mann verhaftet

    6 Mai 2026
  • Hessen verliert mehr EU-Arbeitskräfte als neu zuziehen

    6 Mai 2026
  • Letzter Artikel: Grausamkeit!..

    5 Mai 2026
  • Erfolg in der Politik: Erfordert Ehrlichkeit, Kompetenz und Verantwortung

    5 Mai 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

22 Juli 2025

Neueste Artikel

Banaszak: Grüne sollten offener über Integrationsprobleme sprechen
22 August 2025
10 Jahre meines Lebens in Hannover
22 August 2025
1,2 Milliarden Kinder sind physischer Gewalt durch Eltern ausgesetzt
21 August 2025

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff
14 Oktober 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung