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Flüchtlinge

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4 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Mehr als 200 Menschen bei Mahnwache gegen Abschiebung der Hassuns

von Fremdeninfo 15 März 2023
von Fremdeninfo

 

 Mehr als 200 Menschen bei Mahnwache gegen Abschiebung der Hassuns

Mehr als 200 Menschen sind am Sonntag in Burhave zusammengekommen, um die Rückkehr der syrischen Familie Hassun nach Butjadingen zu fordern. Sie war im Februar unangekündigt nach Portugal abgeschoben worden. Hierzu fanden die Redner deutliche Worte.

wie ihr scheint es auch vielen anderen in der Gemeinde zu gehen. An der Mahnwache nahmen Politikerinnen und Politiker aller Parteien teil. Ebenso Feuerwehrleute und Vertreter mehrerer Vereine. Sie alle waren vor Ort, um ein Zeichen zu setzen.

Am 22. Februar war die achtköpfige Familie, die in einer Wohnung über der Eckwarder Feuerwache lebt, abgeholt worden und – aufgeteilt in zwei Gruppen – mit zwei Flugzeugen nach Portugal geflogen worden. „Dort wohnt sie jetzt in einem Hotel in einer Kleinstadt nördlich von Lissabon“, berichtete Mahnwachen-Mitorganisatorin Nele Logemann am Sonntag. Eine Perspektive, wie es für sie weitergehen kann, gebe es für die Hassuns derzeit nicht.

Organisatoren entschuldigen sich

Nele Logemann nutzte die Gelegenheit auch, um ein paar Sachen klarzustellen. Als die Hassuns am 22. Februar abgeholt wurden, seien zwar rund 13 Personen in der Wohnung gewesen. „Doch das waren nicht alles Polizisten“, machte sie deutlich. Auch hätten die acht Familienmitglieder mehr Taschen mitnehmen können als zunächst behauptet. Für diese Fehler entschuldige man sich.

Die Abschiebung der Hassuns sei für viele Butjenter ein hochemotionales Thema, weil die Familie seit ihrer Ankunft im Februar 2020 ein Teil der Gemeinde geworden ist, sagte Bürgermeister Axel Linneweber. Er lobte die Mahnwache ausdrücklich als „starkes Zeichen Richtung Portugal“. Dennoch bat er die Menschen in seiner Gemeinde trotz allem „fair und sachlich“ zu bleiben. Mitarbeiter des Sozialamtes, der Ausländerbehörde beim Landkreis und der Polizei seien wegen der Abschiebung in den vergangenen Tagen „völlig unangemessen angegangen worden“. Ihm zufolge waren am 22. Februar de facto nur zwei Polizisten in der Wohnung der Hassuns.

„Sie haben nichts falsch gemacht“

Landrat Stephan Siefken, der persönlich zu der Mahnwache eingeladen worden war, machte gegenüber der Kreiszeitung deutlich, dass die Mitarbeiter der Ausländerbehörde nach geltendem Recht gehandelt haben. „Sie haben nichts falsch gemacht.“

Die Hassuns sind 2012 aus einem Ort bei Aleppo in die Türkei geflüchtet, fünf Jahre später ging es nach Portugal, wo sie einen Asylantrag stellten. Im August 2019 kamen sie nach Deutschland, wo sie erneut einen Asylantrag stellten. „Der ist dann aber nicht bearbeitet worden, weil es ja schon das laufende Verfahren in Portugal gab“, berichtete Unterstützer Jürgen Sprickerhof am Sonntag.

ch einem Jahr der Duldung habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Abschiebung eingeleitet. Sage und schreibe zwei Jahre habe dies in Anspruch genommen, so Jürgen Sprickerhof. Für die Familie sei das eine unzumutbare Hängepartie gewesen. „Man darf so mit Menschen nicht umgehen.“

Die Mahnwache, bei der auch der Musiker Michael Falkenauge seinen eigens komponierten Protestsong vortrug, soll nur ein erster Schritt sein. Die Organisatoren hoffen, die Hassuns nach Butjadingen zurückholen zu können. Für die Familie sind – Stand Sonntagmorgen – schon 1400 Euro gesammelt worden. Weitere Spenden sind willkommen.

15 März 2023 0 Kommentare
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Bildung

GEW fordert als Konsequenz aus der aktuellen Schulabbrecher-Studie: „Schluss mit dem viergliedrigen Schulsystem“

von Fremdeninfo 14 März 2023
von Fremdeninfo

GEW fordert als Konsequenz aus der aktuellen Schulabbrecher-Studie: „Schluss mit dem viergliedrigen Schulsystem“

11. März 2023

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MÜNCHEN. Rund 50.000 Jugendliche verlassen bundesweit jedes Jahr ohne Abschluss die Schule – jedes Jahr, wie eine Anfang der Woche veröffentlichte Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung aufgezeigt hat (News4teachers berichtete). „Das ist eine erschreckende Zahl. Betroffen sind vor allem Jugendliche der Förder- und Mittelschulen. Wir fordern ein Umdenken in der Politik. Wir brauchen gemeinsames Lernen in inklusiven Schulen und von Anfang an bessere Bedingungen für alle Kinder“, sagt Martina Borgendale, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern. Auch im Freistaat gebe es keine positive Entwicklung. 

Die Zahl der Schulabbrecher ist seit Jahren konstant hoch – obwohl die Wirtschaft über einen massiven Fachkräftemangel klagt. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Mit dem englischsprachigen Akronym „Not in Education, Employment oder Training – NEET“ werden junge Menschen bezeichnet, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren. Obwohl Tausende Lehrstellen unbesetzt sind, gibt es in Deutschland laut Bertelsmann Stiftung 630.000 Jugendliche, denen der Übergang von Schule in Beruf nicht gelingt. Diese Zahl verringert sich nicht, das belegt die aktuelle Studie „Jugendliche ohne Hauptschulabschluss“. 6,2 Prozent aller Jugendlichen verfehlten 2021 in Deutschland den Hauptschulabschluss. Zwei Drittel der jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss zwischen 20 und 34 Jahren bleiben auch ohne Berufsausbildung.

Bayern hat zwar mir rund fünf Prozent eine der niedrigsten Quoten in Deutschland (im Schlusslicht Bremen liegt sie bei zehn Prozent), dennoch verließen auch im Freistaat im Berichtsjahr 2021 insgesamt 6.154 junge Menschen das bayerische Schulsystem ohne Abschluss. Besonders gefährdet sind Jungen und Mädchen mit nicht deutscher Staatsbürgerschaft.

„Wir beklagen überall einen massiven Fachkräftemangel, erlauben es uns aber, Jugendlichen ohne Perspektive aus unserem Bildungssystem zu entlassen. Das viergliedrige Schulsystem versagt hinsichtlich Bildungsgerechtigkeit auf ganzer Linie. Wer keine Unterstützung durchs Elternhaus bekommt, verliert. Es gelingt uns nicht, Bedingungen zu schaffen, in denen sich alle Kinder gut entwickeln können. Aber genau das ist die Aufgabe“, kritisiert Florian Kohl, stellvertretender Vorsitzender der GEW Bayern.

„Die Hardtschule oder die Alemannenschule in Baden-Württemberg sind tolle Beispiele für Schulen, in denen Kinder bis zum Abschluss gemeinsam lernen und die deutsche Schulpreise gewonnen haben. Warum orientieren wir uns nicht endlich an diesen Schulen? Schluss mit Selektion nach der vierten Klasse, Schluss mit der Benachteiligung ganzer Bevölkerungsschichten, Schluss mit schlechten Arbeitsbedingungen. Wir brauchen gute Lernbedingungen für alle Kinder, und die besten für diejenigen, die kaum auf sonstige Ressourcen zurückgreifen können“, fordert Kohl.

Auch Bildungsforscher Prof. em. Klaus Klemm ist laut dem Informationsdienst „Bildung.Table“ dieser Meinung: „Es braucht mehr gemeinsamen Unterricht im inklusiven Schulsystem und allgemeinbildende Schulen müssen dann auch besser ausgestattet werden“, so wird Klemm zitiert.

GEW-Landeschefin Martina Borgendale freut sich, dass der Bildungsökonom die Forderungen der GEW bestätigt. „Wir sprechen uns seit Jahren für ein inklusives Schulsystem als Schule der Zukunft aus, in dem alle Kinder gleichberechtigt und ihren Bedürfnissen entsprechend lernen können und das attraktive Arbeitsbedingungen für multiprofessionelle Teams bietet. Das Konzept für eine entsprechende Änderung der Lehrkräftebildung haben wir ebenfalls vorgelegt. Also packen wir‘s an!“ News4teachers

14 März 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Krank, keine Papiere: Die meisten ausreisepflichtigen Asylbewerber in Berlin werden geduldet

von Fremdeninfo 13 März 2023
von Fremdeninfo

 

Krank, keine Papiere: Die meisten ausreisepflichtigen Asylbewerber in Berlin werden geduldet

Rund 900 abgelehnte Asylbewerber wurden 2022 aus Berlin abgeschoben. Fast zehnmal so viele gingen freiwillig zurück. Rund 17.000 durften zunächst bleiben.

Von Frank Bachner

Taespiegel

In Berlin befanden sich zum Zeitpunkt 31. Dezember 2022 insgesamt 18.399 ausreisepflichtige Ausländerinnen und Ausländer in der Zuständigkeit des Landesamts für Einwanderung (LEA). 16.965 von ihnen wurden – wegen fehlender Reisedokumente, aus medizinischen oder aus sonstigen Gründen – geduldet. Das teilte die Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport auf eine Anfrage des rechtspolitischen Sprechers der AfD im Abgeordnetenhaus, Marc Vallendar, mit.

Den Angaben des LEA zufolge sind im vergangenen Jahr 897 abgelehnte Asylbewerberinnen und Asylbewerber abgeschoben worden. In demselben Zeitraum sind 8910 abgelehnte Asylbewerber sowie andere Menschen mit nichtdeutschem Pass freiwillig in ihre Herkunftsländer beziehungsweise in Drittstaaten ausgereist.

Dabei erhielten 441 Menschen bei ihrer freiwilligen Rückkehr eine Förderung. In 340 Fällen erfolgte dies mit Mitteln aus einem Programm, das Bund und Länder gemeinsam finanzieren.

18.399
Menschen waren zum 31. Dezember 2022 ausreisepflichtig.

Die meisten ausreisepflichtigen Ausländer kamen aus der Republik Moldau (3424/18,61 Prozent), Irak (1771), Russische Förderation (1266), Libanonen (1002) und Afghanistan (882). In 1971 Fällen war das Herkunftsland ungeklärt. Zum 31. Dezember 2022 hatten 1377 Personen eine Duldung, weil ihre Identität ungeklärt war.

Wie sich die Abschiebungen verteilen

765 ausreisepflichtige Menschen wurden 2022 in ihre jeweiligen Herkunftsländer abgeschoben, 122 entsprechend der Dublin-Verordnung in andere EU-Staaten. Ein sogenannter Dublin-Fall liegt vor, wenn ein Asylsuchender hierzulande einen Asylantrag stellt, für den jedoch aufgrund der Dublin-III-Verordnung nicht Deutschland, sondern ein anderer EU-Staat zuständig ist.

162 Menschen wurden im vergangenen Jahr aus der Strafhaft abgeschoben. Statistisch ist nach Angaben der Innenverwaltung nicht erfasst, wie viele abgelehnte Asylbewerberinnen und Asylbewerber sich darunter befanden.

AfD-Politiker Vallendar sagte zu den Angaben der Senats-Innenverwaltung: „Lediglich 122 Antragsteller wurden gemäß der Dublin-Verordnung in andere EU-Staaten zurückgeführt, obwohl nahezu alle Asylsuchenden über die EU einreisen und daher ihren Antrag dort stellen müssten.“ Ebenso „krass“ sei das Missverhältnis beim Rechtsstatus „vollziehbar ausreisepflichtig“. Dieser werde vollkommen entwertet, wenn 92 Prozent der betroffenen Personen dann doch über eine Duldung in Berlin bleiben dürften.

Mehr auf Tagesspiegel.de

„Insa“-Umfrage Linke fällt nach Wagenknecht-Abschied unter Fünf-Prozent-Marke Provokationen im Ukraine-Krieg Moldau sieht keine „unmittelbare militärische Gefahr“ durch Russland Teilnehmer seien unehrlich Ukraines Außenminister mit scharfer Kritik an Berliner „Demo für Frieden“ Warnung vor Schwarz-Grün in Berlin SPD-Chefin Giffey erhöht den Druck auf ihre Partei

In Berlin haben 2022 fast doppelt so viele Menschen Asyl beantragt wie noch im Jahr zuvor. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) zählte 14.704 Asylanträge. Insgesamt leben mehr als 90.000 Flüchtlinge in Berlin.

Aufgrund der hohen Zahlen geflüchteter Menschen hat Berlin mit enormen Herausforderungen bei der Unterbringung sowie bei der Verteilung von Schulplätzen zu kämpfen. Zahlreiche Kinder stehen noch immer auf Wartelisten für einen Schulplatz.

13 März 2023 0 Kommentare
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Information

Deutschland vergibt 1.333 Visa für Menschen aus Erdbebengebiet

von Fremdeninfo 13 März 2023
von Fremdeninfo

 

Deutschland vergibt 1.333 Visa für Menschen aus Erdbebengebiet

Von

dtj-online

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08.03.2023

„Erdbebenkatastrophe in der Türkei“ width=“696″ height=“515″>
Kinder spielen in der Nähe von Zelten, die für Evakuierte aufgestellt wurden, die ihre Häuser bei der Erdbebenkatastrophe Anfang Februar verloren haben. Foto: —/Kyodo/dpa

Deutschland hat für Erdbebenopfer aus der Türkei und Syrien seit Mitte Februar inzwischen mehr als 1.000 Visa ausgestellt. Insgesamt sind bei den Beben rund 51.000 Menschen umgekommen.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte am Dienstag in Berlin mit, dass bis zum vergangenen Freitag 1.333 Visa erteilt worden seien. Dabei handele es sich um 1.097 Visa, die in dem nach der Naturkatastrophe angekündigten vereinfachten Verfahren erteilt worden seien sowie um nationale Visa zum Familiennachzug.

Die Bundesregierung hatte das Verfahren nach dem schweren Erdbeben vom 6. Februar angekündigt. Es richtet sich an Betroffene in Syrien und der Türkei. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, für einen begrenzten Zeitraum bei Angehörigen in Deutschland unterzukommen.

UN: Mehr als 94 Milliarden Euro Erdbeben-Schäden

Das Vorhaben wurde teils kritisiert, weil trotz des Versprechens eines unbürokratischen Verfahrens zum Beispiel ein gültiger Pass und ein biometrisches Foto benötigt werden. Insgesamt sind bei dem Beben in der Türkei und Syrien rund 51.000 Menschen ums Leben gekommen, Millionen haben ihr Obdach verloren. Allein gut 46.000 starben in der Türkei.

Die Schäden durch das jüngste schwere Erdbeben werden allein in der Türkei auf mehr als 100 Milliarden Dollar (rund 94 Milliarden Euro) geschätzt. Das sagte Louisa Vinton, Vertreterin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) in der Türkei, am Dienstag in Genf. An der Schätzung hätten unter anderem die Weltbank, UNDP und die EU mitgewirkt.

Millionen Menschen auf einen Schlag obdachlos

„Die Wiederaufbaukosten kommen noch hinzu“, sagte Vinton. Das UNDP organisiert am 16. März in Brüssel eine Geberkonferenz. Wie viel Geld konkret benötigt wird, stand noch nicht fest.

Auch in Nordsyrien sind die Schäden erheblich. Die Vereinten Nationen hatten kurz nach dem Erdbeben um Spenden in Höhe von einer Milliarde Dollar für den dringendsten Bedarf in der Türkei gebeten. Davon seien bis Anfang dieser Woche erst knapp zehn Prozent eingegangen, sagte Vinton.

Sorge bereitet den Vereinten Nationen Asbest. „Wir sehen darin eine große Gefahr“, sagte Vinton. Das UNDP bemühe sich, möglichst schnell Geld für Schutzkleidung für die Arbeiter zur Verfügung zu stellen, die die Schuttberge beseitigen.

dpa/dtj

13 März 2023 0 Kommentare
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Archive

„Nicht nur sehr nahe Verwandte“: Türkische Gemeinde für weitere Visa-Erleichterung

von Fremdeninfo 12 März 2023
von Fremdeninfo

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„Nicht nur sehr nahe Verwandte“: Türkische Gemeinde für weitere Visa-Erleichterung

Von

dtj-online

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11.03.2023

 
 
 
„Türkische Gemeinde fordert großzügige Visaerteilung“
Archivfoto: Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Erdbebenopfer aus der Türkei sollen sich nach der Katastrophe bei Verwandten in Deutschland erholen dürfen. Doch sie dürfen nur kommen, wenn sie eng mit dem Gastgeber verwandt sind. Die Türkische Gemeinde hält nichts von dieser Limitierung.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland wünscht sich eine großzügigere Aufnahme von Opfern des Erdbebens in der Türkei. „Dass nur sehr nahe Verwandte eingeladen werden dürfen, ist unverständlich“, sagte Verbandschef Gökay Sofuoğlu der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Die Regelung sollte auch für Freunde und Bekannte gelten und nicht nur für Angehörige ersten und zweiten Verwandtschaftsgrades. Er selbst würde gerne seinen Cousin einladen, der aber nicht unter die berechtigte Personengruppe falle. „Die Menschen wollen nicht auf Dauer bleiben, sondern sich nur zeitlich begrenzt von den Strapazen der Katastrophe mit über 50.000 Todesopfern erholen.“ Die Visa gelten für 90 Tage.

Deutschland hat nach den schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien am 6. Februar bisher 2658 Visa für eine Einreise ausgestellt. Von dem vereinfachten Verfahren dafür profitierten bisher vor allem türkische Staatsangehörige. 2300 der Einreiseerlaubnisse sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Freitag Schengenvisa nach dem vereinfachten Verfahren. 358 waren demnach Visa zum Daueraufenthalt im Rahmen des Familiennachzugs. Davon wiederum waren 268 für syrische Staatsangehörige.

Lob für Busse im Erdbebengebiet

Sofuoğlu lobte die Visaannahme-Busse der Deutschen Botschaft im Erdbebengebiet, wo Anträge auf ein Visum gestellt werden können, ohne dass der beschwerliche Weg zur Deutschen Botschaft in der Hauptstadt Ankara angetreten werden müsse. Er warb für Verständnis dafür, dass die Antragssteller nicht immer einen gültigen Reisepass und ein biometrisches Foto parat haben. Oft seien die Dokumente in den Trümmern verloren gegangen. Die Türkische Gemeinde hat bundesweit 60.000 Mitglieder.

Er könne sich vorstellen, so Sofuoğlu, dass die Kommunen Besuchern aus den Erdbebengebieten Angebote wie freien Eintritt in Museen oder in Schwimmbädern machten. Er hob das Engagement der baden-württembergischen Stadt Aalen hervor, die bereits einen Tag nach dem Beben 14 Lastwagen mit warmer Kleidung und Decken, Hygieneartikeln und haltbaren Lebensmitteln in ihre zerstörte Partnerstadt Antakya schickte. Ein Spendenaufruf für die Partner hat laut der Stadt Aalen 500.000 Euro für längerfristige Hilfe ergeben.

Für türkischstämmige Aalener, die Angehörige nach Deutschland holen wollten, wurde vorübergehend ein zusätzlicher Serviceschalter mit einem türkischsprachigen Mitarbeiter in der Ausländerbehörde eingerichtet. Er übernahm die Beratung der Antragssteller und händigte die sogenannten Verpflichtungserklärungen aus. Damit versichern die Antragsteller, dass sie für ihre Besucher aufkommen. Dafür sind Angaben zu Verdienst und Wohnverhältnissen erforderlich. Für die Besucher muss auch eine Krankenversicherung abgeschlossen werden.

dpa/dtj

12 März 2023 0 Kommentare
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Jugend

Wie junge Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland aufwachsen

von Fremdeninfo 11 März 2023
von Fremdeninfo

Zentrale Ergebnisse aus dem DJI-Kinder- und Jugendmigrationsreport 2020

Der Anteil an jungen Menschen mit Migrationshintergrund ist zwischen den Jahren 2009 und 2017 von 28 Prozent auf mehr als ein Drittel (34 Prozent) gestiegen; In Deutschland leben damit aktuell 6,7 Millionen jungen Menschen unter 25 Jahren mit Migrationshintergrund. Wie sie hier aufwachsen, im Bildungs- und Ausbildungssystem zurechtkommen und welche Nachteile sie nach wie vor haben, beschreibt der DJI-Kinder- und Jugendmigrationsreport 2020 auf Basis amtlicher Daten und repräsentativer Surveys.

Immer noch deutlich häufiger von Armut betroffen

Kinder mit Migrationshintergrund sind immer noch deutlich häufiger von Armut betroffen: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der unter sechsjährigen Kinder der ersten Migrationsgeneration war im Jahr 2017 von Armut gefährdet im Vergleich zu 15 Prozent der unter Sechsjährigen ohne Migrationshintergrund. Zwar verbessert sich die Lage mit längerem Aufenthalt in Deutschland, doch auch bei den unter Sechsjährigen der zweiten und dritten Generation war im Jahr 2017 immer noch knapp ein Drittel (32 Prozent) armutsgefährdet.

Das hat auch Auswirkungen auf die Wohnsituation von Familien mit Migrationshintergrund, die häufiger in Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnern leben: Sie haben durchschnittlich weniger Platz pro Person zur Verfügung. Für die Kinder bedeutet das, dass sie seltener ein eigenes Zimmer haben. Nur 60 Prozent der Kinder, die selbst oder deren Eltern zugewandert sind, verfügen über ein eigenes Zimmer. In der zweiten und dritten Migrationsgeneration sind es bereits 87 bzw. 89 Prozent (Daten aus den Jahren 2013 bis 2016). Unter den Kindern ohne Migrationshintergrund haben so gut wie alle ein eigenes Zimmer (93 Prozent).

Deutsch als Familiensprache etabliert sich erst mit der Zeit

Von Migrationsgeneration zu Migrationsgeneration sprechen mehr Familien mit Kindern unter 25 Jahren zu Hause Deutsch: Während in 54 Prozent der Haushalte mit mindestens einer Person der ersten Generation vorrangig deutsch gesprochen wird, sind es in den Familien mit mindestens einer Person der zweiten oder dritten Generation rund 59 Prozent. Unter den Haushalten, in denen alle Personen selbst zugewandert (erste Generation), sprechen hingegen nur 14 Prozent überwiegend deutsch und der Großteil eine andere Sprache.

In der Kindertagesbetreuung unterrepräsentiert und benachteiligt

Für den Erwerb des Deutschen gilt ein möglichst früher Besuch einer Kindertageseinrichtung als erfolgversprechend.  Doch dort sind Kinder mit Migrationshintergrund immer noch deutlich seltener anzutreffen als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund (20 Prozent gegenüber 41 Prozent im Jahr 2018). Und das, obwohl sich 45 Prozent der Eltern mit und ohne Migrationshintergrund einen Betreuungsplatz für ihre unter dreijährigen Kinder wünschen. Der Bedarf übersteigt die Quote der Inanspruchnahme um 25 Prozentpunkte (gegenüber 4 Prozentpunkten bei Familien ohne Migrationshintergrund). Zudem gaben Familien mit Migrationshintergrund häufiger an, keinen Platz für ihr unter dreijähriges Kind bekommen zu haben, obwohl sie sich einen wünschten (22 Prozent gegenüber 10 Prozent).

Doch auch für die Kinder mit Migrationshintergrund, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, gibt es beim Spracherwerb im Spiel oder durch Nachahmung häufig Einschränkungen: Denn in etwa jeder fünften Einrichtung (19 Prozent) hatten im Jahr 2018 Kinder mit Migrationshintergrund einen Anteil von mindestens 50 Prozent, so dass sie dort weniger Kontakt zu deutschsprachigen Kindern haben, die vorwiegend Deutsch sprechen. Und fast jedes zweite Kita-Kind mit Migrationshintergrund (46 Prozent) besucht eine solche Einrichtung, wobei es in den westdeutschen Ländern und in Berlin deutlich mehr Kinder sind als in den ostdeutschen Ländern, und in manchen Ballungsräumen mehr als auf dem Land.

11 März 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Verstößt London gegen internationales Recht?: Großbritannien will alle Bootsflüchtlinge ausweisen

von Fremdeninfo 10 März 2023
von Fremdeninfo

Tagesspiegel

Verstößt London gegen internationales Recht?: Großbritannien will alle Bootsflüchtlinge ausweisen

Von Peter Nonnenmacher

 

Ein Gesetzentwurf der britischen Regierung sieht vor, illegal Eingereisten Asyl zu verwehren und sie nach Ruanda abzuschieben. Die Umsetzung ist unklar, die Opposition vermutet populistischen Wählerfang.

Die britische Regierung will Bootsflüchtlingen, die in Großbritannien Zuflucht suchen, künftig kein Asylrecht mehr gewähren. Wer von nun an über den Ärmelkanal setzt, soll als „illegaler Migrant“ eingestuft und umgehend nach Ruanda oder in ein anderes Land deportiert werden, ohne die Chance, um Asyl nachzusuchen im Vereinigten Königreich.

Ein entsprechendes Gesetz wurde am Dienstag von Innenministerin Suella Braverman im Unterhaus eingebracht. Es soll, sobald es verabschiedet ist, rückwirkend für alle Flüchtlinge gelten, die von dieser Woche an „unrechtmäßig“ in England eintreffen. Auf diese Weise hofft die Regierung einen „letzten Ansturm“ zu verhindern, bevor das Gesetz in Kraft treten kann.

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Die Gesetzesvorlage verpflichtet das Innenministerium zur umgehenden Abschiebung so gut wie aller „illegal“ ins Land kommenden Erwachsenen. Vorgesehen ist die Internierung der Betreffenden für die Dauer von vier Wochen und ihre Deportation entweder nach Ruanda oder in andere „sichere“ Regionen der Welt.

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Gerichte dürfen nicht angerufen werden

Weder sollen die Ankömmlinge Asyl beantragen, noch sollen sie auf die bislang übliche Weise britische Gerichte anrufen können. Eine Rückkehr nach Großbritannien, nach ihrer Deportation, wird ihnen bei Strafe verboten sein.

Faeser unter Druck Innenministerin verlangt Rückkehr zu Dublin-Regeln

Selbst Ministerin Braverman, die dem Parlament das Gesetz jetzt vorlegte, ist sich bewusst, dass es „an die Grenzen internationalen Rechts stößt“. Auch in den Reihen der Konservativen Partei, deren rechten Flügel Braverman repräsentiert, ist die Besorgnis laut geworden, dass die britische Initiative unvereinbar sein könnte mit der Europäischen Menschenrechtskonvention.

Braverman hatte sich in der Vergangenheit bereits dafür ausgesprochen, der Menschenrechtskonvention ganz einfach den Rücken zu kehren. Diesmal liess sie offen, ob es dazu kommen würde oder nicht.

Politik der Sprache Flüchtlinge oder Geflüchtete?

Sir Robert Neill, der konservative Vorsitzende des Justizausschusses des Unterhauses, hatte dazu erklärt, es sei ja wohl kaum anzunehmen, dass sein Land den Europa-Rat verlassen würde – „um sich an der Seite von Russland und Belarus wiederzufinden“. Der frühere Tory-Justizminister Sir Robert Buckland meinte, für so etwas gebe es „keine Mehrheit im Parlament“.

Der Mythos von der Kontrolle

Eine Wahl bleibe ihrem Land in der jetzigen Situation jedenfalls nicht, meinte Ministerin Braverman: „Wir müssen diese Boote stoppen, und das machen wir mit diesem Gesetz.“ Man dürfe sich in Westminster „nicht länger vor schwierigen Entscheidungen drücken“, sagte sie. „Wer auf illegale Weise hierher kommt, dem kann es nicht erlaubt sein, hier zu bleiben bei uns.“

Dieselbe Überzeugung äußerte Premierminister Rishi Sunak, der „das Stoppen der Boote“ bereits zu einer der Top-Prioritäten seiner Amtszeit erklärt hatte. Auf diese Weise, sagte Sunak, werde man dem Brexit-Versprechen gerecht, sich „wieder die Kontrolle über unsere Grenzen anzueignen – und zwar ein für allemal“.

Internationaler Tag der Menschenrechte Was sind sie noch wert?

Es gebe genug Möglichkeiten für Flüchtlinge, über eins der offiziellen Flüchtlingsprogramme Londons aus gewissen Krisengebieten „legal“ nach Großbritannien einzureisen, fügte Sunak an. Eine Obergrenze für die Zahl dieser regulär Akzeptierten soll jährlich festgelegt werden vom Parlament.

Das halten Oppositions-Politiker, Flüchtlings-Verbände und Rotkreuz-Sprecher aber für Augenwischerei. Die meisten Menschen, die aus Krisengebieten flüchteten, habe gar keine andere Möglichkeit, als sich auf eigene Faust einen Weg auf die Insel zu suchen, klagen die Kritiker Sunaks und Bravermans.

Etwas wie einen illegalen Asylsuchenden gibt es gar nicht.

Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen

Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen warnte die britische Regierung bereits, sie sei dabei, mit ihrem Gesetz „gegen die Flüchtlingskonvention zu verstoßen“. Jeder Mensch habe das Recht, sich vor Verfolgung in einem Land in ein anderes zu retten: „Etwas wie einen illegalen Asylsuchenden gibt es gar nicht.“

Zwei Drittel der Migranten bekamen bisher Asyl

Der britische Flüchtlingsrat verwies darauf, dass von den über den Kanal nach England kommenden „Migranten“ gegenwärtig mehr als zwei Drittel Asylrecht erhielten. Es sei „unglaublich“, dass die Regierung Hilfesuchenden diesen Fluchtweg versperre, meinte der Ratsvorsitzende Enver Solomon.

Das neue Gesetz werde im übrigen „keine Boote zum Halten bringen, sondern dazu führen, dass Zehntausende interniert werden, unter enormen Kosten, dass sie permanent in der Luft hängen, von aller Welt vergessen, und wie Kriminelle behandelt werden, nur weil sie Zuflucht gesucht haben“, sagte Salomon.

70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention Jeder Geflüchtete verdient Unterstützung

In der Tat hat Großbritannien kaum ein Abkommen mit Staaten, das die Deportation oder die Rückführung von Flüchtlingen erlauben würde. Ein mit Ruanda getroffenes Abkommen sieht vor, dass der afrikanische Staat 200 Personen pro Jahr auf die Dauer von fünf Jahren aufnehmen würde. Die Zahl der in England angelandeten Boots-Flüchtlinge im Vorjahr betrug aber bereits 46.000. Für dieses Jahr rechnet man mit 65.000 bis 80.000 „illegalen Migranten“ auf dem Kanal.

97
Prozent der Asylanträge in England von 2022 wurden noch nicht behandelt.

Praktisch würde das bedeuten, dass Zehntausende von Neuankömmlingen in Lagern festgehalten werden müssten, bis eine Lösung für ihre Abschiebung gefunden wäre. Zusätzliche Probleme ergeben sich daraus, dass die Asylbehörden seit Jahren nicht mehr nachkommen mit der Bearbeitung der – bis gestern noch erlaubten – Anträge auf Asyl.

AKW Saporischschja wieder am Stromnetz Ukraine meldet heftige russische Angriffe im ganzen Land

Rund 160.000 Bewerber insgesamt warten derzeit auf den individuellen Bescheid, ohne den sie sich nicht frei bewegen und keine Arbeit annehmen können. Von den seit 2018 eingereichten Anträgen liegen bis heute 83 Prozent, von denen des vergangenen Jahres noch 97 Prozent „auf Eis“.

Sinnvoll wäre es in dieser Hinsicht gewesen, die Antrags-Bearbeitung zu beschleunigen, erklärte dazu die oppositionelle Labour Party. Der Labour-Vorsitzende Sir Keir Starmer nannte das neue Gesetz „völlig unanwendbar“ und bezweifelte seine Legalität.

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Starmer warf den Konservativen auch vor, die Gesetzesvorlage eingebracht zu haben, um sich mit populistischen Parolen Wähler-Sympathien zu verschaffen. Jüngsten Umfragen zufolge hält rund die Hälfte britischer Wähler es für eine gute Idee, „illegalen Migranten“ den Zugang zur Insel zu verwehren. Nur etwa ein Drittel hält dieses Vorgehen für falsch.

So haben Sunak und die Tory-Rechte hinter Braverman ihre Anti-Flüchtlings-Rhetorik sukzessive gesteigert. Braverman hatte schon im Vorjahr von einer regelrechten „Invasion“ an der Südküste Englands gesprochen. Bei ihrem Auftritt im Unterhaus an diesem Dienstag rief sie den Abgeordneten zu, es gebe „rund um die Erde hundert Millionen Menschen, die Anspruch auf Aufnahme geltend machen könnten unter unseren jetzigen Gesetzen. Und reden wir doch Klartext – die kommen hierher!

10 März 2023 0 Kommentare
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Letztes großes Fragezeichen: Was macht Kılıçdaroğlu mit der HDP?

von Fremdeninfo 8 März 2023
von Fremdeninfo

 

Letztes großes Fragezeichen: Was macht Kılıçdaroğlu mit der HDP?

Von

dtj-online

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08.03.2023

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Der HDP-Vorsitzende Mithat Sancar (l.) besuchte jüngst den CHP-Chef und Präsidentschaftskandidaten Kemal Kılıçdaroğlu. Foto: HDP/Screenshot

Wächst die Front der Opposition weiter? Erdoğan-Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu kann bei den kommenden Präsidentschaftswahlen unter Umständen auch auf die Unterstützung der stimmenstarken HDP setzen. Was dafür nötig ist.

Seine pro-kurdische Partei könne den Kandidaten unterstützen, sagte der HDP-Vorsitzende Mithat Sancar am Montagabend, dafür müsse man sich jedoch einigen. Sancar erwarte einen offiziellen Besuch von Kılıçdaroğlu. Dabei sollten Grundsätze besprochen, nicht verhandelt werden.

Es gehe der Partei um „Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit“ – nicht um Ministerposten. Kılıçdaroğlu von der stärksten Oppositionspartei CHP war am Montagabend – nach einigen Querelen – zum gemeinsamen Kandidaten eines Oppositionsbündnisses aus sechs Parteien ernannt worden.

HDP gilt als Königsmacherin

Die HDP – aktuell im Parlament zweitstärkste Oppositionspartei – gilt als Königsmacherin und ist bisher nicht Teil der Allianz. In dem Bündnis gibt es jedoch auch scharfe Gegner der HDP, allen voran die nationalistische İyi-Partei. Deren Vorsitzende, Meral Akşener, war Innenministerin, als der türkische Staat in den 1990er-Jahren mit scharfen Mitteln gegen die Terrororganisation PKK vorging.

Der Konflikt zog auch zahlreiche Zivilisten in Mitleidenschaft. Akşener unterstellt, wie die türkische Regierung auch, der HDP Verbindungen zur PKK. Bei den Kommunalwahlen 2019 hatten sich HDP und İyi-Partei aber bereits schon einmal gemeinsam hinter einen CHP-Kandidaten gestellt, um dessen Sieg über einen AKP-Bürgermeister zu ermöglichen.

dpa/dtj

8 März 2023 0 Kommentare
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Parteien im Staate Erdoğan – wer sie sind und was sie wollen

von Fremdeninfo 8 März 2023
von Fremdeninfo

Parteien im Staate Erdoğan – wer sie sind und was sie wollen

Von

Stefan Kreitewolf

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08.03.2023

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Das Foto, aufgenommen am 28.2.2022, zeigt das oppositionelle Bündnis in der Türkei, das aus der (v. l. n. r.) CHP, der DEVA-, der Demokratischen, der Gelecek-, der İyi- und der Saadet-Partei besteht. Zu sehen sind die jeweiligen Vorsitzenden der Parteien. Foto: CHP

Vor den Wahlen in der Türkei hat sich ein Sechs-Parteien-Bündnis gegen Amtsinhaber Erdoğan formiert. Welche Parteien außerdem antreten und was die Erdbebenkatastrophe bewirkt hat, klärt DTJ-Online in einer Artikel-Serie zum Wahljahr.

Die Wahlen in der Türkei werfen ihre Schatten voraus. Die politischen Akteure des Landes bringen sich in Stellung. Die notorisch schwache Opposition, die letzte Woche kurz vor einem Zerwürfnis stand, hat diesmal vieles richtig gemacht. Trotz ideologischer Gräben und interner Querelen tritt sie geeint gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner an: Recep Tayyip Erdoğan.

Wenige Wochen nach der Erdbebenkatastrophe bleibt die prekäre Lage in der Südosttürkei das alles bestimmende Thema. Indes tut der allmächtige Präsident das, was er immer tut: Er sichert seine Macht. Aussichtsreiche Oppositionelle belegt er mit einem Politikverbot, etablierte Politiker:innen diskreditiert er und gegen unliebsame Parteien schwingt er den Vorschlaghammer der türkischen Justiz: den Terrorverdacht. Und zwischen Trümmern, Schutt und Erdbebenopfern wettert er gegen kritische Stimmen und bittet anschließend um Vergebung.

Auch kleinere Parteien haben politischen Einfluss

Bei all den Schlagzeilen-trächtigen Konflikten und angesichts der schieren Dominanz des türkischen Präsidenten und seines Machtapparats wird oft vergessen, wie vielfältig und komplex die Parteienlandschaft der Türkei ist. Die Sieben-Prozent-Hürde (früher noch zehn) erschwert kleineren Parteien zwar weiterhin den Einzug in die Große Nationalversammlung.

Ergebnisse bei kommunalen Wahlen zeigen aber, dass auch diese Parteien attraktiv für die Wählerschaft sind. Das beweist: Auch sie haben politischen Einfluss. Hinzu kommt: Auch Neugründungen und Fusionen prägen die Parteienlandschaft der Türkei, wie das neue Sechser-Bündnis zeigt.

Wofür stehen die Parteien und was sind ihre Besonderheiten?

DTJ-Online wirft einen Blick auf die diversen Parteien und Bündnisse der Türkei. Welche Parteien prägen das Land? Wer bestimmt die türkische Politik? Wofür stehen die Parteien und was sind ihre Besonderheiten? Wer kann und will mit wem? In einer Artikel-Serie beantworten wir die wichtigsten Fragen zu den Türkei-Wahlen 2023.

8 März 2023 0 Kommentare
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Kemal Kilicdaroglu: Er soll Erdogan schlagen

von Fremdeninfo 7 März 2023
von Fremdeninfo

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kemal Kilicdaroglu: Er soll Erdogan schlagen

Artikel von Rainer Hermann

 

Kandidat der Opposition: Kemal Kilicdaroglu grüßt am 6. März 2023 in Ankara Unterstützer

Den Beteiligten sah man die Strapazen der vergangenen Tage an. Intensiv hatten sie 72 Stunden verhandelt. Als sie sich auf die neue Formel „5+2“ verständigt hatten, traten die sechs Vorsitzenden des türkischen Oppositionsbündnisses wieder geeint auf und verkündeten am späten Montagabend, mit dem CHP-Vorsitzenden Kemal Kilicdaroglu am 14. Mai als Kandidaten in die Präsidentenwahl zu ziehen. Erst am Nachmittag war die Iyi-Partei mit ihrer Vorsitzenden Meral Aksener in das Bündnis zurückgekehrt, das sie am Freitag verlassen hatte.

Grund für ihren Rückzug war, dass sie Kilicdaroglus Kandidatur zunächst abgelehnt hat. Mit ihrem Wunsch, einen der Oberbürgermeister von Istanbul oder Ankara, Ekrem Imamoglu oder Mansur Yavas, ins Rennen zu schicken, konnte sie sich aber nicht durchsetzen. Trotz ihres Rückzugs waren über das Wochenende aber alle Beteiligten im Dialog geblieben.

Den Beteiligten sah man die Strapazen der vergangenen Tage an. Intensiv hatten sie 72 Stunden verhandelt. Als sie sich auf die neue Formel „5+2“ verständigt hatten, traten die sechs Vorsitzenden des türkischen Oppositionsbündnisses wieder geeint auf und verkündeten am späten Montagabend, mit dem CHP-Vorsitzenden Kemal Kilicdaroglu am 14. Mai als Kandidaten in die Präsidentenwahl zu ziehen. Erst am Nachmittag war die Iyi-Partei mit ihrer Vorsitzenden Meral Aksener in das Bündnis zurückgekehrt, das sie am Freitag verlassen hatte.

Grund für ihren Rückzug war, dass sie Kilicdaroglus Kandidatur zunächst abgelehnt hat. Mit ihrem Wunsch, einen der Oberbürgermeister von Istanbul oder Ankara, Ekrem Imamoglu oder Mansur Yavas, ins Rennen zu schicken, konnte sie sich aber nicht durchsetzen. Trotz ihres Rückzugs waren über das Wochenende aber alle Beteiligten im Dialog geblieben.

Die anderen Parteichefs sollen Vizepräsidenten werden

Den Knoten hat schließlich die Formel „5+2“ gelöst. Demnach ist Kilicdaroglu, der Vorsitzende der größten Oppositionspartei, der Spitzenkandidat. Bei einem Wahlsieg sollen die Vorsitzenden der fünf anderen Parteien Vizepräsidenten werden.

Der zwölfte und letzte Punkt des Übergangsplans, der ebenfalls am Montagabend vorgestellt wurde, regelt, dass der Präsident Imamoglu und Yavas nach Ermessen als Vizepräsidenten hinzuziehen könne. Diese Regelung ermöglicht, dass die beiden ihr Amt als Bürgermeister weiterhin ausüben können. Wären sie offiziell Kandidaten, müssten sie als Bürgermeister zurücktreten, und die AKP-Mehrheiten in den beiden Stadtparlamenten würde jeweils eine Person aus ihren Reihen zum Nachfolger bestimmen

Aus den turbulenten Tagen geht der CHP-Vorsitzende Kilicdaroglu gestärkt hervor. Er hat sich trotz

des Widerstands mit seiner Kandidatur durchgesetzt und die Einheit der Opposition wiederhergestellt, ohne die diese kaum eine Chance hätte, Präsident Recep Tayyip Erdogan zu besiegen. Sein politisches Geschick hatte Kilicdaroglu bereits in den vergangenen zwei Jahren unter Beweis gestellt, als er sechs Parteien mit einer großen weltanschaulichen Bandbreite in ein Bündnis zusammengeführt hatte. Neben den zwei größten Parteien, der links-säkularen CHP und der nationalkonservativen Iyi-Partei, gehören ihr beispielsweise eine kleine islamistische Partei und zwei Abspaltungen von Erdogans AKP an.

Aksener hatte indes bezweifelt, dass Kilicdaroglu auch in der Öffentlichkeit genügend Unterstützung finden würde, um eine Wahl gegen Erdogan zu gewinnen. Daher schlug sie zunächst Imamoglu oder Yavas als Kandidaten vor. Mutmaßlich war das auch eine Botschaft an ihre Partei, in der ein Unbehagen gegen Kilicdaroglus Bereitschaft besteht, mit der prokurdischen HDP zusammenzuarbeiten. Obwohl die Erfolge der Opposition bei den Kommunalwahlen von 2019 ohne die Stimmen der Kurden nicht möglich gewesen wären, tut sich die Iyi-Partei unverändert mit der HDP und deren Wählern schwer. Zudem ist Kilicdaroglu Alevit, weswegen auch bei den sunnitischen Funktionären und Wählern der Iyi-Partei Vorbehalte gegen den CHP-Vorsitzenden bestehen.

Eine Rolle bei der Rückkehr von Aksener in das Oppositionsbündnis dürfte auch die Option gespielt haben, mit diesem nach den Wahlen vom 14. Mai Regierungspartner zu werden – und damit ihr Amt als Vorsitzende verteidigen zu können. Zuletzt haben die Spannungen zwischen den drei Flügeln in ihrer Partei zugenommen.

Präsidialsystem soll abgeschafft werden

Das Gewicht des nationalistischen Flügels, der sich aus den Mitgliedern zusammensetzt, die mit Aksener 2017 die MHP verlassen hatten, war zugunsten des marktwirtschaftlich-technokratischen und des konservativen Flügels zurückgegangen. Dass ihr Vorschlag vom Wochenende, den Anwalt Ersan Sen zum Präsidentschaftskandidaten zu machen, auf keinerlei Resonanz stieß, könnte in Akseners Kalkulationen am Ende auch eine zentrale Rolle gespielt haben.

Mit der Bekanntgabe der Kandidatur von Kilicdaroglu und der Formel „5+2“ haben die Vorsitzenden der sechs Parteien am Montagabend ferner ihr 12-Punkte-Programm für den Übergang vom derzeitigen Präsidialsystem Erdogans zu einer parlamentarischen Demokratie vorgestellt. Demnach soll das Parlament, das ebenfalls am 14. Mai neu gewählt wird, umgehend die dazu erforderlichen Änderungen der Verfassung vorlegen und Schritte vorbereiten, sie umzusetzen.

Alle sechs Parteien sollen mit Ministern im neuen Kabinett vertreten sein. Die politischen Ausschüsse, die derzeit als Schattenministerien im Präsidialamt angesiedelt sind, sollen aufgelöst werden. Die exekutive Macht würde in der Übergangsphase beim präsidialen Kabinett liegen, dem auch die Vizepräsidenten und die Minister angehören. Zu den ursprünglichen elf Punkten wurde in letzter Minute hinzugefügt, dass die Oberbürgermeister von Istanbul und im Ermessen des Präsidenten als Vizepräsidenten hinzugezogen werden können.

Am späten Montagabend erklärte der Ko-Vorsitzende der HDP, Mithat Sancar, die HDP prüfe nun, ob sie auf einen eigenen Kandidaten bei der Präsidentenwahl verzichten und den gemeinsamen Kandidaten der Opposition unterstützen werde. Ziel sei es, einen demokratischen Wandel einzuleiten. Im Januar hatte die HDP noch signalisiert, dass sie einen eigenen Kandidaten aufstellen könnte

7 März 2023 0 Kommentare
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