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Flüchtlinge

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Religion

Hinweise auf geplanten Terroranschlag auf Kölner Dom – Vier Festnahmen in Österreich

von Fremdeninfo 24 Dezember 2023
von Fremdeninfo

Hinweise auf geplanten Terroranschlag auf Kölner Dom – Vier Festnahmen in Österreich

Von: Welt

Wegen der möglichen Anschlagspläne auf den Kölner Dom kontrolliert die Polizei an Heiligabend mit großem Aufgebot die Besucher der Kathedrale. In Österreich wurden bei Ermittlungen gegen ein islamistisches Netzwerk vier Menschen festgenommen.

Sicherheitskontrollen am Eingang, Polizeifahrzeuge vor der Kathedrale: Kurz vor den Weihnachtsgottesdiensten hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen am Kölner Dom deutlich erhöht. Die Sicherheitsbehörden hatten Hinweise auf einen möglichen Anschlagsplan einer islamistischen Gruppe auf den Dom und eine Kirche in Wien erhalten.

Polizisten kontrollierten am Sonntag die Besucher des Doms, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Polizei zeigte auch davor mit Beamten und etwa ein Dutzend Fahrzeugen Präsenz. Touristische Besuche waren am Sonntag nach Kirchenangaben nicht möglich. Am Samstagabend hatte die Polizei den Dom bereits mit Spürhunden durchsucht, fand eigenen Angaben jedoch nichts Auffälliges.

Auch in Wien erhöhte die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen. In Österreich hatte der Verfassungsschutz am Samstag bei Ermittlungen gegen ein islamistisches Netzwerk vier Menschen festgenommen. Derzeit liefen Befragungen der Verdächtigen und entsprechende Auswertungen, teilte die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst im österreichischen Innenministerium auf dpa-Anfrage mit. Nähere Details könnten aus kriminaltaktischen Gründen derzeit nicht genannt werden.

Polizisten patrouillieren am Sonntag vor dem Eingang des Kölner Doms dpa/Roberto Pfeil © Bereitgestellt von WELT

 

Nach Informationen von WELT gab es auch eine Festnahme im Saarland. Der Mann sei den Behörden schon lange als Extremist bekannt, berichtete die ARD. Die Hinweise auf seine mögliche Beteiligung an einer Straftat sind aber vage. Bis Sonntag um Mitternacht müssten die Behörden nun entscheiden, ob sie einen Haftbefehl gegen den Mann beantragen würden. Auch der Generalbundesanwalt sei mit dem Vorgang befasst, sei aber wegen des dünnen Sachverhalts skeptisch, heiße es in Ermittlungskreisen.

Nach WELT-Informationen handelt es sich bei der Terrorgruppe um islamistische Fundamentalisten der ISPK (Islamischer Staat Provinz Khorasan). Der Kölner Polizeisprecher Wolfgang Baldes sagte am Sonntag: „Wir haben einen Hinweis bekommen, eine Gefahrensituation rund um den Kölner Dom, möglicherweise auch für den Kölner Dom, der bezog sich auf Silvester.“ Er wollte sich nicht dazu äußern, wer den Hinweis gegeben hatte.

Zugleich machte die Kölner Polizei deutlich, dass die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen am Dom noch einige Zeit andauern werden. „Man muss jetzt mal schauen, wie schnell wir diesen Hinweis ja tatsächlich verifiziert bekommen. Es ist sicher, solange hier eine Gefahrensituation nicht ausgeschlossen ist, werden wir natürlich diese Maßnahmen weiterführen“, sagte Baldes. Der Polizei stünden noch sehr arbeitsreiche Tage bevor.

Die Polizei rief Gottesdienstbesucher dazu auf, früh anzureisen und keine Taschen mit in den Dom zu bringen, damit die Kontrollen nicht unnötig lange dauerten. Vor Ort gebe es viele Beamte, die Heiligabend „eigentlich freigehabt hätten“, sagte Baldes „Aber es geht hier um die Sicherheit der Menschen in Köln.“

ISPK soll Angriffe „im Sinne des IS“ geplant haben

Gegründet wurde der ISPK im Jahr 2014. Die „Provinz Khorasan“ im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan entwickelte sich zu einem Auffangbecken für Dschihadisten aus Afghanistan und Pakistan, aber auch für Islamisten aus dem Kaukasus. Der ISPK ist mit den Taliban verfeindet, weil die Taliban in den Augen des ISPK mit dem Westen kooperieren. Erst im Sommer hatten die Sicherheitsbehörden in NRW sieben mutmaßliche Terroristen festnehmen lassen. Die Männer sollen in Deutschland „öffentlichkeitswirksame Anschläge im Sinne des IS“ geplant und dafür mögliche Ziele ausgespäht haben. Die Gruppe soll zudem bereits versucht haben, sich Waffen zu beschaffen.

Bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes hatte der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Thomas Haldenwang, bereits vor der Gruppe gewarnt.

In den Sicherheitsbehörden ist seit mehreren Monaten von einem erhöhten „Grundrauschen“ die Rede. Der ISPK könne Kämpfer nach Deutschland schicken, heißt es. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine spiele den Terroristen in die Hände. Denn unter die Migranten könnten sich Menschen aus Staaten wie Tadschikistan, Usbekistan oder Kirgistan mischen. Der ISPK wolle seiner Mutterorganisation, dem IS in Syrien und Irak, die Führungsrolle streitig machen, heißt es in Sicherheitskreisen weiter.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) betonte, die Reaktion auf den möglichen Anschlagsplan zeige, wie ernst die Sicherheitsbehörden derlei Gefahren nehmen. „Wir alle lieben unsere weihnachtlichen Traditionen und lassen uns nicht einschüchtern oder in unserer Lebensweise einschränken“, sagte die Politikerin der Funke Mediengruppe. „Aber genauso gilt: Wir nehmen die islamistische Terrorgefahr sehr ernst und sind äußerst wachsam.“

Die Sicherheitsbehörden hätten die islamistische Szene im Visier und handelten konsequent. „Das zeigen auch die aktuellen Maßnahmen.“ Bund und Länder setzten alle polizeilichen und nachrichtendienstlichen Mittel ein, um Gefahren früh zu erkennen und jedem Hinweis nachzugehen, sagte Faeser.

Auch in Österreich gelten erhöhte Schutzmaßnahmen

Die Sicherheitsbehörden in Österreich haben ihre Schutzmaßnahmen ebenfalls erhöht. Auch aufgrund einer aktuellen Gefährdungseinschätzung des Verfassungsschutzes gelte

während der Weihnachtsfeiertage allgemein eine erhöhte Gefährdungslage, teilte die Polizei in Wien am Samstag mit. Es werde als Vorsichtsmaßnahme in Wien und in den Bundesländern eine verstärkte Überwachung gefährdeter Orte geben, darunter auch Kirchen und Weihnachtsmärkte.

Es werden demnach zivile und uniformierte Einsatzkräfte mit besonderer Ausrüstung und auch Gewehren im Einsatz sein. „Die polizeiliche Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf Kirchen und religiöse Veranstaltungen, insbesondere Gottesdienste, und auf Weihnachtsmärkte“, erklärte die Polizei weiter.

 

 

24 Dezember 2023 0 Kommentare
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Religion

Bericht über Anschlagspläne: Islamisten wollten Kölner Dom angreifen

von Fremdeninfo 24 Dezember 2023
von Fremdeninfo

 

Bericht über Anschlagspläne: Islamisten wollten Kölner Dom angreifen

Berlinerr Kurer

Am Samstagabend sollte der Kölner Dom wegen eines Gefahrenhinweises von Spürhunden durchsucht werden. Einsatzfahrzeuge
der Polizei stehen deshalb vor der Kathedrale. © Sascha Thelen/dpa
 

Irre Anschlagspläne von Islamisten in Deutschland! Eine islamistische Terrorzelle soll Anschläge in Deutschland, Österreich und Spanien geplant haben. Offenbar sollen zu den Zielen auch Gottesdienste in Deutschland gehört haben. Am Samstagabend wurde deswegen der Kölner Dom durchsucht. 

Am Samstag soll es deshalb laut der Bild zu Festnahmen in Österreichs Hauptstadt Wien und in Deutschland gekommen sein. 

Zudem soll der Kölner Dom am Samstagabend mit Sprengstoffspürhunden durchsucht werden. Zwar habe man nur einen Gefahrenhinweis für Silvester erhalten, man wolle jedoch sicherstellen, dass nicht bereits gefährliche Gegenstände in der Kirche deponiert wurden, hieß es von der Kölner Polizei gegenüber der Bild.

In Berlin hingegen gibt es bisher keinen Gefahrenhinweis. Sowohl für Kirchen und Gottesdienste, wie auch für Weihnachtsmärkte lägen keine besonderen Gefahrenhinweise vor, sagte das Lagezentrum der Berliner Polizei am Samstagabend auf Anfrage des BERLINER KURIER.

Gottesdienstbesucher des Kölner Doms und Touristen müssen sich derweil in den nächsten Tagen auf erhöhte Sicherheitsstandards einstellen. Wegen des Gefahrenhinweises werde die Polizei besondere Schutzmaßnahmen ergreifen, teilte die Behörde am Samstagabend mit. Der Staatsschutz, der bei politisch motivierten Straftaten aktiv wird, habe Ermittlungen aufgenommen.

 
Am Samstagabend sollte der Kölner Dom wegen eines Gefahrenhinweises von Spürhunden durchsucht werden. Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen deshalb vor der Kathedrale. © Sascha Thelen/dpa
24 Dezember 2023 0 Kommentare
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Politik

Weihnachtsansprache: Frank-Walter Steinmeier ruft Deutschland zu Zusammenhalt auf

von Fremdeninfo 24 Dezember 2023
von Fremdeninfo

Weihnachtsansprache: Frank-Walter Steinmeier ruft Deutschland zu Zusammenhalt auf

Von Spiegel

Frank-Walter Steinmeier sieht das Land vor großen Herausforderungen. In seiner Weihnachtsrede warnt der Bundespräsident die Deutschen davor, sich von der Demokratie abzuwenden.
 
Weihnachtsansprache: Frank-Walter Steinmeier ruft Deutschland zu Zusammenhalt auf © Britta Pedersen / dpa

 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland aufgerufen, die Hoffnung auf Frieden nicht aufzugeben und dafür als Gesellschaft zusammenzurücken. Dieses Jahr habe sich die Welt »von ihrer dunklen Seite gezeigt«, sagte Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache. Alle hätten Sehnsucht nach einer friedlicheren Welt, auch er selbst. »Und ich finde, wir dürfen sie nie aufgeben.«

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gehe nun schon in den zweiten Winter und seit Herbst »sehen wir mit Entsetzen die Gräueltaten der Hamas und die Opfer des Krieges im Nahen Osten«, fuhr Steinmeier fort.

Die Bürgerinnen und Bürger dürften erwarten, dass Demokraten zusammenarbeiten, wo es um das gemeinsame Ganze geht. »Viele haben das vermisst. Manche wenden sich ab, andere schimpfen auf alles und jeden«, so der Bundespräsident. Aber wenn es anstrengend werde in der Demokratie, dann gebe es laut Steinmeier »bessere Ratgeber als Wut und Verachtung«.

Mut und Miteinander als Ratgeber in der Demokratie

Stattdessen gehe es um »Mut und Miteinander«, sagte Steinmeier weiter. Alle Menschen müssten in den Blick genommen werden, »egal wo und wie sie leben: ob in der Stadt oder auf dem Land, ob sie jung sind oder alt, ob sie zugewandert sind oder schon immer hier leben«, sagte das deutsche Staatsoberhaupt. »Weiter kommen wir immer nur gemeinsam, und nicht, wenn jeder sich in seine Lebenswelt zurückzieht.«

Im nächsten Jahr feiere Deutschland den 75. Geburtstag der eigenen Demokratie. »Unsere Verfassung ist etwas, worauf wir stolz sein dürfen«, sagte er. Und: »Dieses Fundament hat unser Land bisher gut getragen, auch dann, wenn es mal schwieriger wurde. Und ich bin überzeugt: Es wird uns auch in Zukunft tragen. Und deshalb will ich uns alle ermutigen, auf

dieses Fundament zu vertrauen. Machen wir uns doch öfter bewusst: Deutschland ist und bleibt ein gutes Land.«

Er wünsche den Menschen, dass sie nun über die Feiertage die Tür hinter sich schließen und die Zeit mit ihren Liebsten genießen könnten. Sein Dank gelte zugleich denen, die unterwegs seien, damit »wir alle in Ruhe und behütet feiern können«. Er nannte Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr. »Oder Sie, in den Kliniken, in den Heimen oder in den Einrichtungen, die sich auch heute um andere Menschen kümmern, um Menschen in seelischer Not, um Menschen ohne Dach überm Kopf! Danke, dass Sie da sind.«

Im vergangenen Jahr hatte Steinmeier einen Großteil seiner Weihnachtsansprache dem Krieg in der Ukraine gewidmet und gesagt, es sei »ein Gebot der Menschlichkeit, dass wir den Angegriffenen, den Bedrohten und Bedrückten beistehen«. Es sei »wohl unser sehnlichster Wunsch, dass wieder Friede herrscht«, sagte er. Ein Jahr später bleibt dies immer noch unerfüllt.

24 Dezember 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Zahl der Abschiebungen in Deutschland steigt

von Fremdeninfo 24 Dezember 2023
von Fremdeninfo
 

Zahl der Abschiebungen in Deutschland steigt

In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind bereits mehr Menschen abgeschoben worden als 2022. Besonders oft war das Zielland die Türkei.
Von: Zeir Online
 
 

13.512 Menschen wurden in den ersten zehn Monaten dieses Jahres bereits abgeschoben. © Daniel Kubirski/​imago images

Nachdem die Zahl in den vergangenen Jahren rückläufig war, schiebt Deutschland wieder mehr Menschen ab: In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres wurden 13.512 Menschen in ihr Heimatland zurückgeschickt – mehr als im Gesamtjahr 2022, wie die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linkenabgeordneten Clara Bünger berichtete. 2022 waren es demnach 12.945 Abschiebungen.

Vor allem wegen der Corona-Pandemie hatte es in den vergangenen Jahren deutlich weniger Abschiebungen gegeben: 2020 waren es 10.800, 2021 dann 11.982. Vor der Pandemie, im Jahr 2019, waren noch 22.097 Menschen abgeschoben worden.

Die wichtigsten Zielstaaten waren in diesem Jahr demnach bislang Österreich, Georgien, Nordmazedonien, Moldau und Albanien. Besonders deutlich ist der Anstieg bei Abschiebungen in die Türkei. Von Januar bis Ende Oktober wurden 744 Menschen dorthin abgeschoben, im Gesamtjahr 2022 waren es 515 Abschiebungen.

Die Linkenabgeordnete Bünger kritisierte die Zunahme der Abschiebungen. Ihrer Ansicht nach wäre es wesentlich besser, diesen Menschen den Weg in ein dauerhaftes Bleiberecht zu eröffnen. Bünger nannte den Anstieg bei Abschiebungen in die Türkei besonders besorgniserregend.

24 Dezember 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Gemeinsames Europäisches AsylsystemWillkür statt Willkommen

von Fremdeninfo 23 Dezember 2023
von Fremdeninfo

Gemeinsames Europäisches Asylsystem: Willkür statt Willkommen

Aus der Taz

Menschen in Not, die in Europa Schutz suchen, stehen noch härtere Zeiten bevor. Sogar Minderjährige werden bei ihrer Ankunft erst einmal eingesperrt.

Vor der Küste Libyens am 28. September 2023: 61 Mi­gran­t:in­nen wurden in Internationalen Gewässern gerettet Foto: Darrin Zammit Lupi/reuters

 

Die Zeit lief für die Populisten. Was vor Jahren noch kaum denkbar war und was nur Hardliner wie Ungarns Premierminister Viktor Orbán vertraten, ist nun Konsens in Europa, dem selbsternannten „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“: Wer hier ankommt und Aufnahme sucht, ob alt, ob krank, ob jung, ob unbegleitet, wird erst einmal eingesperrt. Darauf verlassen, dass sein Schutzanspruch noch geprüft wird, kann er oder sie sich nicht mehr.

Nach Jahren des Streits einigte sich die EU nun auf ein neues Gemeinsames Asylsystem (Geas). Aus Angst vor der Stärke der rechten Populisten – und unter deren aktiver Beteiligung – schaffte die Union damit grundlegende Rechte für Menschen in oft großer Not ab. Der Umstand, dass man sie hier nicht will, findet dabei seine direkte juristische Entsprechung: Es wird getan, als seien sie gar nicht da.

Die „Fiktion der Nichteinreise“, ein juristischer Trick, soll den Menschen in den Internierungslagern das vorenthalten, worauf sich Europa immer so viel zugutehält: das Recht, das hier gilt, zumindest in Teilen. So entrechtend die neuen Asylvorschriften, die Anfang kommenden Jahres formal beschlossen werden sollen, auch sind – noch schlimmer ist vielleicht das, was sie nicht regeln: Denn so viele Details lässt das Geas offen, so viele Ausnahmetatbestände wurden in die Regeln hineinverhandelt, dass Willkür nur wenige Schranken finden wird.

Die Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren, werden umso karger sein. Kaum eine Regierung in der EU mochte am Ende noch beim Grundrechteabbau dagegenhalten. Die Grünen in der Ampelregierung hatten lange so getan, als vermochten sie das Ganze zu einem guten Ende zu bringen, hatten von Ausnahmen für Minderjährige, einem verbindlichen Verteilmechanismus gesprochen. Doch am Ende riss der Rat alle menschenrechtlichen roten Linien ein.

Grüne Grundsätze verworfen

Umso irritierender ist, wie die grüne Außenministerin Annalena Baerbock nun das Paket lobt, das schlichtweg nichts von dem enthält, wofür ihre Partei angetreten ist. Die neuen Gesetze richten sich indes nicht nur gegen Flüchtlinge, sondern auch gegen jene, die ihnen helfen. NGOs können als „nichtstaatliche feindliche Akteure“ eingestuft werden, die die EU „destabilisieren“. Welche Möglichkeiten der Repression das eröffnet, ist leicht vorstellbar.

Ist das also der letzte Stein in der „Festung Europa“? Kaum. Nicht einmal der Tod auf dem Mittelmeer hatte Menschen in der Vergangenheit abgeschreckt. Das Geas wird Menschen auf ihrem Weg entrechten, fernhalten wird es viele nicht.

23 Dezember 2023 0 Kommentare
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Exodus der Jugend: Starökonom sieht Türkei vor Zusammenbruch

von Fremdeninfo 21 Dezember 2023
von Fremdeninfo

Exodus der Jugend: Starökonom sieht Türkei vor Zusammenbruch

Artikel von Erkan Pehliva FR

 

Starökonom Daron ACemoglu sieht Türkei vor dem Zusammenbruch. © IMAGO

Exodus der Jugend: Starökonom sieht Türkei vor Zusammenbruch

Wegen der massiven Probleme in der Türkei verlassen gut ausgebildete Leute das Land. Starökonom Daron Acemoglu stellt eine düstere Prognose.

Ankara – Die Türkei steckt in Schwierigkeiten. Neben wirtschaftlichen Problemen hat das Land auch Defizite in Sachen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Grund dafür seien vor allem systematische Probleme, sagt Starökonom und Bestsellerautor Prof. Daron Acemoglu vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in einem Interview mit der Cumhuriyet:„Die menschlichen Ressourcen sind nicht gut, weil wiederum die Institutionen und das Bildungssystem ist defekt“. In dem Land ist das Problem das System, sagt der Wirtschaftsexperte.

Und die Sorgen von Acemoglu sind nicht unberechtigt. Die Menschen in der Türkei werden mit einer offiziellen Inflation von 62 Prozent erdrückt. Auch die Landeswährung verliert immer mehr an Wert. Ein US-Dollar kostet inzwischen mehr als 29 Türkische Lira (TL). Ein Jahr zuvor lag der Preis noch bei 18.60 TL.

Kluge junge Köpfe wandern aus der Türkei ab

Das Land leidet unter dem sogenannten „Brain Drain“. Talente wandern zunemend aus. Grund dafür seien die Einschränkungen der Freiheit aus politischen Gründen. Gerade junge Menschen sehr die Zukunft des Landes als düster. „Wenn nur wenige Menschen gehen, ist das kein Problem, aber wenn die Zahl so groß ist, führt das zu einem Zusammenbruch, und die Türkei steht kurz davor“, so Acemoglu. Besonders bei Ärzten ist die Abwanderung zu sehen. Viele von ihnen kommen vor allem nach Deutschland. Im August hatten sich mehr als 120 von ihnen zu einem Picknick in Hannover getroffen. Acemoglu hatte schon im August der Türkei „schwierige Tage“ attestiert.

Im Rechtsstaatlichkeitsindex vom „World Justice Project“ steht die Türkei derzeit auf Platz 117 unter 147 Staaten. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch bescheinigen dem Land immer wieder massive Menschenrechtsverstöße. Auch in Sachen Pressefreiheit ist das Land auf Platz 165 unter 180 Staaten. 

Wirtschaft auf Talfahrt – Investoren meiden Türkei

Berichte, wonach Finanzminister Mehmet Sahin im Ausland vergeblich um Investoren wirbt, weist dieser zurück. „Wir haben von niemandem Geld gefordert. Die Türkei hat kein Geldbedarf“, sagte Simsek bei seiner Rede im Parlament. Die Opposition dagegen sieht ebenfalls die massiven Probleme des Landes in der mangelnden Rechtsstaatlichkeit. „Wenn es in der Türkei keine Rechtsstaatlichkeit gibt, da kommen keine Investoren her. Die vorhandenen Investoren wandern ab und die heimischen Investoren werden ihr Geld ins Ausland bringen“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Oppositionspartei Gelecek Partisi, Selcuk Özdag, in einem Interview.

Erdogan kann Versprechen nicht einhalten

Im Vorfeld der Türkei-Wahl im Mai hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan seinen Wählern ein „Jahrhundert der Türkei“ versprochen. Davon ist bislang nicht viel zu sehen. Die Chefin der Notenbank und ehemalige US-Bankerin, Hafize Gaye Erkan, hatte sich zuletzt über hohe Mieten in Istanbul beschwert. „Wie kann es sein, dass Istanbul teurer als Manhattan ist? Wir habe in Istanbul keine Wohnung gefunden. Es ist sehr teuer. Wir sind zu meinen Eltern gezogen und wohnen dort“, hatte die oberste türkische Währungshüterin gesagt. Heute legte sie nach und hat erneut den Leitzins auf 42,5 Prozent hochgesetzt.

Urteil von Verfassungsgericht in der Türkei wird ignoriert

Um aber die wirtschaftlichen Probleme wie die Inflation zu bekämpfen, wird das sicherlich nicht reichen, bescheinigt der türkische Wirtschaftsexperte, Mahfi Egilmez, auf X. „Wir müssen auch Schritte

um die Entscheidungen des Verfassungsgerichts umzusetzen und den Übergang zur Rechtsstaatlichkeit zu vollziehen. All dies wirkt sich auf die Wirtschaft aus“, so Egilmez.

Gemeint ist damit ein Urteil des Verfassungsgericht, dass eine Freilassung des inhaftierten Abgeordneten Can Atalay fordert. Das oberste Berufungsgericht hatte statt das Urteil umzusetzen im November sogar Strafanzeige gegen die Verfassungsrichter gestellt. Am Donnerstag (21.12.2023) hat das Verfassungsgericht erneut eine Freilassung Atalays angeordnet.

unternehmen

21 Dezember 2023 0 Kommentare
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Grünen-Co-Chef – Deutschland auf dem Weg zu attraktivem Einwanderungsland

von Fremdeninfo 21 Dezember 2023
von Fremdeninfo

Grünen-Co-Chef – Deutschland auf dem Weg zu attraktivem Einwanderungsland

Artikel von Reuter
ARCHIV: Der deutsche Grünen-Politiker Omid Nouripour spricht während eines Parteitags in Berlin, Deutschland, am 29. Januar 2022. REUTERS/Christian Mang © Thomson Reuters

 

Berlin (Reuters) – Mit der Ampel-Einigung auf kürzere Fristen bei Einbürgerungen kann Deutschland nach Worten von Grünen-Co-Chef Omid Nouripour stärker als bisher auch bei Fachkräften punkten.

„Wer über Jahre hier lebt, arbeitet und Steuern zahlt, kann künftig schneller eingebürgert werden“, sagte Nouripour am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Mehrstaatigkeit werde zugelassen. Das sei „ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem attraktiven Einwanderungsland für Fachkräfte aus der ganzen Welt“. Die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP hatten sich zuvor nach langen Verhandlungen auf Gesetzesänderungen verständigt, mit denen auch Abschiebungen beschleunigt werden sollen. Beide Vorhaben sollen nun im Januar vom Bundestag beschlossen werden.

SPD-Vizefraktionschef Dirke Wiese sagte Reuters, mit der Einigung werde auch noch einmal deutlich gemacht, dass die Rettung Schiffbrüchiger etwa im Mittelmeer nicht strafbar sei. „Das stellen wir jetzt noch einmal klar“, sagte Wiese.

FDP-Vizefraktionschef Konstantin Kuhle verwies darauf, dass auch die in der Koalition vereinbarte Einschränkung von Asylbewerberleistungen mit im Paket sei. Wenn sich Verfahren hinziehen, sollen Asylbewerber erst nach 36 statt derzeit 18 Monaten Anspruch auf ähnliche Leistungen wie in der Sozialhilfe erhalten. „Das trägt dazu bei, dass Fehlanreize abgebaut werden und dass insgesamt die irreguläre Migration nach Deutschland abnimmt“, zeigte sich Kuhle überzeugt.

Grünen-Vizefraktionschef Konstantin von Notz erklärte, dauerhaft in Deutschland lebende Menschen erhielten endlich echte Perspektiven: „Dafür verkürzen wir die Frist zur Einbürgerung auf fünf Jahre.“ Bei den Regelungen zu Rückführungen seien die Grünen schmerzhafte Kompromisse eingegangen, die neue Härten für Betroffene bedeuten könnten.

EINGEBÜRGERTE MÜSSEN LEBENSUNTERHALT BESTREITEN KÖNNEN

Die Bundesregierung hatte die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im August und die Neuregelungen bei Abschiebungen im Oktober auf den Weg gebracht. Demnach sollen Ausländer mit einem qualifizierten Aufenthaltsrecht künftig nach fünf Jahren eingebürgert werden können. Besonders gut integrierte Menschen sollen nach drei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten können. In Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern sollen automatisch den deutschen Pass erhalten, wenn mindestens ein Elternteil seit mehr als fünf Jahren ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt.

Voraussetzung für eine Einbürgerung ist, dass die Person den Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten kann. Wiese zufolge wurden nun aber Ausnahmen etwa für Frauen der Gastarbeiter-Generation vereinbart. Auch für Menschen mit Behinderungen und Rentner im Sozialhilfebezug gebe es einen Ermessensspielraum. Kuhle erklärte, es bleibe bei dem Grundsatz: „Wer in Deutschland von Sozialleistungen lebt, der soll nicht eingebürgert werden.“

Abschiebungen sollen unter anderem dadurch erleichtert werden, dass der Ausreisegewahrsam von zehn auf bis zu 28 Tage ausgeweitet wird. Für Minderjährige soll dies nicht gelten, es sei denn, es handelt sich um Intensivtäter. Eine Abschiebung bei Ausreisepflichtigen in Haft muss nicht mehr angekündigt werden. Die Ausweisung von Schleusern wie auch von Mitgliedern krimineller Vereinigungen wird ebenfalls erleichtert.

(Bericht von Holger Hansen; Redigiert von Scot W. Stevenson; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere

21 Dezember 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Mehr als die Hälfte der Ukraine-Flüchtlinge scheitert offenbar in Integrationskursen

von Fremdeninfo 20 Dezember 2023
von Fremdeninfo
 

 

Ernüchternde Ergebnisse“: Mehr als die Hälfte der Ukraine-Flüchtlinge scheitert offenbar in Integrationskursen

Von Tagesspiegel

„Ernüchternde Ergebnisse“: Mehr als die Hälfte der Ukraine-Flüchtlinge scheitert offenbar in Integrationskursen

Der Bundesrechnungshof kritisiert laut „Spiegel“ einen Misserfolg bei der Integration geflüchteter Menschen aus der Ukraine. Das BAMF hingegen betont die Lernerfolge in den Integrationskurse

Der Bundesrechnungshof hat die Aufgabe, dem Bund beim Geldausgeben auf die Finger zu schauen. Regelmäßig kritisiert die Behörde, wo aus ihrer Sicht Geld falsch oder nicht effektiv genug eingesetzt wird.

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Nun beklagt die Behörde die angeblich mangelhafte Bilanz bei den Integrationskursen von Ukrainerinnen und Ukrainern.

„Trotz der hohen Ausgaben sind die Ergebnisse ernüchternd; weniger als die Hälfte der ukrainischen Kriegsflüchtlinge absolvierte die Integrationskurse mit Erfolg“, zitierte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ am Mittwoch aus einem Prüfbericht an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages.

 

Der Rechnungshof berufe sich in seinem Bericht auf Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Demnach hätten seit Kriegsbeginn im Februar 2022 fast 450.000 Ukrainerinnen und Ukrainer die Zulassung für einen Integrationskurs erhalten, rund 198.000 von ihnen hätten einen Platz zugewiesen bekommen.

Mehr als die Hälfte hat keinen Erfolg

„Mehr als die Hälfte der ukrainischen Kriegsflüchtlinge schloss den Integrationskurs erfolglos ab“, heißt es laut „Spiegel“ in dem Bericht des Rechnungshofs weiter.

Bis Ende September 2023 hätten rund 135.000 Ukrainerinnen und Ukrainer ihren Integrationskurs beendet – 61.266 davon erfolgreich. Sie erreichten beim Deutsch-Test das Niveau B1 und bestanden den Test „Leben in Deutschland“.

Von den 56.750, die durchfielen, seien die meisten am Sprachtest gescheitert. 16.546 Ukrainerinnen und Ukrainer hätten ihre Kurse ohne Testteilnahme abgebrochen.

Wie der „Spiegel“ weiter schreibt, hätte 2023 fast eine Milliarde Euro für die Integrationskurse zur Verfügung gestanden. Fürs nächste Jahr seien mehr als eine Milliarde eingeplant.

Bundesinnenministerium und BAMF widersprechen

Das Bundesinnenministerium weist die Kritik des Rechnungshofes weitgehend zurück, berichtet der „Spiegel“. 52,8 Prozent der Sprachtest-Teilnehmenden hätten das Sprachniveau B1 erreicht, 38 Prozent das darunter liegende Sprachniveau A2. Für das Innenministerium sei das eine „hervorragende Quote“.

Ein Sprecher des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) pflichtete bei und verwies auf die Erfolge der Flüchtlinge „trotz fluchtbedingter Einflussfaktoren wie zum Beispiel unklarer Bleibeabsichten oder Traumatisierung“. Der Bundesrechnungshof nenne das A2-Ergebnis erfreulich und bemängele, dass es dem gesetzlichen Ziel von B1 nicht entspricht, ergänzte der Sprecher.

BAMF: Auch Sprachniveau A2 sei gute Grundlage für Integration

Das Niveau B1 sei aber „ein bewusst ambitioniert gesetztes Ziel“. Selbst wenn bei einem Abschluss mit A2 formal das gesetzlich gesteckte Kursziel B1 nicht erreicht wurde, sei „der Lernfortschritt beachtlich und eine gute Grundlage für die weitere Integration“. 

Mehr auf Tagesspiegel.de

„Sehr heikle Frage der Mobilisierung“ Ukrainisches Militär bittet Selenskyj um bis zu 500.000 zusätzliche Soldaten „Wachsende Kraft“ Russlands? Putin sieht den Westen in der Ukraine gescheitert Ukraine-Invasion Tag 664 Ukraine jetzt entlang der gesamten Front in der Defensive

Nur jeder fünfte Flüchtling aus der Ukraine arbeitet

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist in Deutschland nur jede Fünfte aus der Ukraine zugewanderte Person im Alter von 25 bis 59 Jahren erwerbstätig – trotz eines hohen Bildungsniveaus.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kam im Sommer zu dem Ergebnis, dass 70 Prozent der nicht erwerbstätigen Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter an Integrations- sowie Sprachkursen teilnahmen, sie standen dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung. (AFP/Tsp)

20 Dezember 2023 0 Kommentare
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Asylrecht: Frankreich verschärft Einwanderungsrecht

von Fremdeninfo 20 Dezember 2023
von Fremdeninfo

Asylrecht: Frankreich verschärft Einwanderungsrecht

Artikel von , Reuters

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Asylrecht Frankreich verschärft Einwanderungsrecht

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Frankreichs Regierung setzt ihr umstrittenes Immigrationsgesetz durch. Weil Präsident Macron den Konservativen Zugeständnisse machen musste, gab es Streit im eigenen Lager.

In einer Zitterpartie hat Frankreichs Regierung ihr umstrittenes Immigrationsgesetz in verschärfter Fassung durch das Parlament gebracht. Sowohl der Senat als auch die Nationalversammlung stimmten einem Kompromisstext am Dienstagabend zu.

Damit ist das Gesetzesvorhaben verabschiedet. Während der Mitte-Regierung unter Präsident Emmanuel Macron die Zustimmung der Konservativen zuletzt gewiss war, musste sie wegen Zugeständnissen an die bürgerliche Rechte um den Zusammenhalt ihres eigenen Lagers bangen.

Großbritannien will seine Flüchtlinge nach Ruanda abschieben, in Frankreich wird über Macrons Einwanderungsreform diskutiert und Italiens Ministerpräsidentin Meloni will die illegale Migration eindämmen.18.12.2023 | 3:30 min

Innenminister Darmanin: Starkes Gesetz

Im mehrheitlich konservativen Senat gab es eine Mehrheit von 214 zu 114 Stimmen. In der Nationalversammlung stimmten dann am späten Abend 349 Abgeordnete für und 186 Abgeordnete gegen die Vorlage.

Innenminister Gérald Darmanin begrüßte die Verabschiedung des Gesetzes. Beim Kurzbotschaftendienst X schrieb er, es handle sich um ein starkes Gesetz.

Ein langer Kampf, um Ausländer besser zu integrieren und jene abzuschieben, die kriminelle Taten begehen.

Gérald Darmanin, französischer Innenminister

Gesetz schärfer als vorgesehen

Mit dem Vorhaben will die Regierung Immigration besser kontrollieren und die Integration verbessern. Der nun verabschiedete Gesetzestext ist deutlich restriktiver als ursprünglich vorgesehen. So sollen reguläre Migrantinnen und Migranten gewisse Sozialleistungen wie Wohnzuschüsse oder Familiengeld erst später als bisher erhalten.

Zudem soll das Parlament über jährliche Immigrationsquoten debattieren. Ferner soll die unter dem sozialistischen Präsidenten François Hollande abgeschaffte Straftat des irregulären Aufenthalts wieder eingeführt werden. Auch sollen Doppelstaatler, die Straftaten gegen Ordnungskräfte begehen, die französische Nationalität verlieren.

Immigrationsgesetz: Schwierige Suche nach Kompromiss

Eine der Kernmaßnahmen des Regierungsvorhabens, wonach bisher ohne Aufenthaltspapiere arbeitende Migranten in Berufen mit Personalmangel einen vorübergehenden Aufenthaltstitel bekommen sollen, wird zudem nur in deutlich eingeschränkter Form kommen.

Nachdem das linke Lager, die konservativen Républicains und das rechtsnationale Rassemblement National den Gesetzestext in der vergangenen Woche in der Nationalversammlung noch vor der Plenardebatte ablehnten, suchte die Mitte-Regierung in einer Kommission einen Kompromiss.

Zugeständnisse an Konservative

Um sich die Zustimmung der Konservativen zu sichern, machte sie ihnen erhebliche Zugeständnisse. Widerstand kam daraufhin auch aus den eigenen Reihen. Medienberichten zufolge erwägen mehrere Minister des linken Regierungsflügels zurückzutreten.

Mehrere Abgeordnete aus dem linken Flügel des Macron-Lagers hatten bereits vor dem Votum angekündigt, gegen den Text zu stimmen.

Sie kündigte zudem an, das Gesetz werde dem Verfassungsrat vorgelegt. Dies schafft die Möglichkeit, dass der Rat einige der schärferen Maßnahmen aufhebt, wenn er sie für verfassungswidrig hält.

20 Dezember 2023 0 Kommentare
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Bürgergeld-Erhöhung ab 2024 „für jeden Angestellten ein Schlag ins Gesicht“

von Fremdeninfo 19 Dezember 2023
von Fremdeninfo

 

Bürgergeld-Erhöhung ab 2024 „für jeden Angestellten ein Schlag ins Gesicht“

Von M Merkur.de

Bild dpa

Die Niedriglohnbranche moniert die Bürgergeld-Erhöhung im neuen Jahr. Viele Bewerber nur schwarz arbeiten wollen, damit das Geld vom Staat weiter kommt.

München – Noch vor der Haushalts-Einigung der Ampel-Koalition ist bereits ein heftiger Streit über die Bürgergeld-Erhöhung im kommenden Jahr entbrannt. Unternehmer schlagen Alarm, weil der geringe Lohnabstand zum Bürgergeld die Personalnot in Niedriglohnbranchen so sehr verschärft, dass es bei vielen Unternehmen existenzbedrohende Züge annimmt. Besonders betroffen, sind Betriebe wie Bäckereien, Reinigungsunternehmen sowie das Gastronomie- und Hotelgewerbe, die keine neuen Arbeitskräfte finden.

 

Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit aktuell 3,9 Millionen Empfänger des Bürgergelds in Deutschland gibt, die erwerbsfähig wären. Allerdings muss man hier Abstriche machen, weil nicht alle Bürgergeld-Empfänger uneingeschränkt im Arbeitsmarkt tätig sein können. Viele von ihnen haben mit körperlichen oder psychischen Krankheiten bzw. Problemen zu kämpfen, die für eine dauerhafte Vollzeitanstellung hinderlich sind.

Bürgergeld-Streit: Selbst Trigema-Chef Wolfgang Grupp meldet sich beim Personalmangel zu Wort

Auch der Wolfgang Grupp hat kurz vor seiner Rente nicht nur zu einem Rundumschlag ausgeholt und sich dabei, auch zum Streit um das Bürgergeld geäußert. „Auch wir spüren den Personalmangel“, sagte der Trigema-Chef im Interview mit focus online. „Aus meiner Sicht sollten Anpassungen von der Politik vorgenommen werden, denn ich höre immer wieder, dass etwa das Bürgergeld so hoch ist, dass sich Arbeit nicht mehr lohnt. Solche Sätze dürfen nicht fallen.“ 

Darüber hinaus nahm er die Ampel-Koalition in die Pflicht. „Wenn jemand fünf oder zehn Stunden mehr arbeiten möchte, muss die Politik dafür sorgen, dass die Abzüge so gestaltet sind, dass sich die Arbeit auch lohnt. Hier muss die Politik schneller und flexibler reagieren, auch wenn ein Rentner noch arbeiten will“, so Grupp weiter.

Streit um die Bürgergeld-Erhöhung: Trotz Personalmangels wollen Empfänger lieber schwarz arbeiten

Nichtsdestoweniger gibt es auch weitere Gründe, weshalb Bürgergeld-Empfänger nicht in eine Festanstellung in einer Niedriglohnbranche eintreten wollen. Viele von ihnen wollen lieber Schwarzarbeit machen, weil sie befürchten, ihre Ansprüche auf das Bürgergeld zu verlieren.

Das deckt mit einem Facebook-Post von Katja Vogt, der vor Kurzem auf Facebook 3,9 Millionen Mal geklickt wurde. „Seit Monaten haben wir gekürzte Öffnungszeiten, dabei wäre genug Arbeit da. Wir brauchen Personal!“, schrieb die Inhaberin der Vinothek Refugio in Unna. „Doch es bewerben sich ausschließlich Leute, die schwarzarbeiten wollen, um ihre staatliche Unterstützung nicht zu verlieren. Bei uns nimmt das langsam existenzbedrohende Züge an.“ 

„Ein Schlag ins Gesicht“: Bürgergeld-Empfänger verdienen bis zu 500 Euro mehr als Festangestellte

Dabei haben ihr die möglichen Bewerber laut des Handelsblatts vorgerechnet, wie viel Geld diese vom Staat erhielten und was sie sich mit einem kleinen Nebenjob und Schwarzarbeit noch dazu verdienen könnten. Da kam 400 bis 500 Euro im Monat mehr raus, als ein Festangestellter, der von Montag bis Freitag arbeitete. „Die Erhöhung des Bürgergelds ab Januar ist für jeden Angestellten ein Schlag ins Gesicht“, moniert Vogt beim Handelsblatt und fügt an: „Die Ehrlichen sind die Dummen.“

Bei Spiegel Online schildert Volkmar Woite ähnliche Erfahrungen. Seine Fleischerei ist in Brandenburg aufgrund seines 100-jährigen Bestehens ein echtes Traditionsunternehmen. Doch der Betrieb, dessen Führung sein Sohn übernommen hat, sucht händeringend nach Personal hinter der Theke und für den Partyservice. Neben nicht erreichbaren Bewerbern hätten sich vier weitere bei ihm gemeldet, „die wollten arbeiten – aber nur schwarz, neben dem Bürgergeld“, sagte er zu Spiegel Online. Weil ihnen das Geld vom Staat sonst abgezogen würde.

Bürgergeld-Erhöhung 2024: CDU lässt ihre Kritik immer wieder aufleben

Genau diese Aussagen sind es, die jüngst der CDU auch während der Haushaltskrise die Möglichkeit gegeben haben, weiteres Öl ins Feuer zu gießen, um die Debatte über die Bürgergeld-Erhöhung 2024 neu zu entfachen. An vorderster Front im Streit um das Bürgergeld befindet sich der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz. Gekürzt werden müsse jetzt halt beim Bürgergeld, „es geht eben nicht mehr alles“, so der CDU-Chef, bevor ihn CDU-geführten Länder bei der Bürgergeld-Erhöhung im Stich gelassen hatten.

Neben Merz haben sich auch unlängst CDU-Spitzenleute wie der Generalsekretär Carsten Linnemann bei der Bild oder im Fernsehen in die Diskussion eingemischt, obwohl die Kürzung des Bürgergeldes für 2024 unmöglich ist. Die Ampel verletze mit dem Bürgergeld das Lohnabstandsgebot, verhätschele die Faulen und verhöhne die Fleißigen, wettern die Unionsspitzenleute seit Monaten. Wer wolle noch malochen, solange es Geld vom Staat ganz ohne Anstrengung gibt?

 

„Unanständige Debatte“: Sozialverband über Diskussion zur Bürgergeld-Erhöhung empört

Auf Anfrage hat die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, empört reagiert: „Diese Debatte ist unanständig: Streicht man jetzt die Anhebung, dann beschneidet man das absolute Minimum, was Menschen zum Leben brauchen.“ Das Existenzminimum sei nicht verhandelbar, eine Kürzung wäre mit dem Grundgesetz unvereinbar.

„Wie sich seit 2022 die Preise entwickelt haben, kann jeder täglich im Supermarkt sehen. Ärmere Haushalte sind stärker durch die Inflation belastet, weil sie einen größeren Teil ihres Budgets für Nahrung ausgeben. Die Inflation lag hier teilweise bei über 12 Prozent“, sagte sie gegenüber IPPEN.MEDIA weiter. An der Erhöhung dürfe „nicht gerüttelt“ werden.

Bürgergeld-Erhöhung von zwölf Prozent in 2024: „Welcher Arbeitnehmer hat solche Lohnsteigerungen“

Das hält Jens Spahn aber nicht davon ab, die Frage zu stellen, ob sich Arbeit überhaupt noch lohnt. Der ehemalige Gesundheitsminister wettert gegen die Ampel und bezeichnet Deutschland als „Freizeitpark“ und plädiert für längere Arbeitszeiten sowie die Reformierung des Bürgergeldes. Dabei müssen auch Bürgergeld-Empfänger durch die Haushaltskrise im nächsten Jahr Sparmaßnahmen hinnehmen. Immerhin wird ihnen in 2024 ein Bonus gekürzt.

Dennoch werden Merz und die Union wohl weiterhin im Hinblick auf die Bürgergeld-Erhöhung von zwölf Prozent ab 2024 die Frage in den Raum stellen, welcher „Arbeitnehmer solche Lohnsteigerungen“ habe. Auch wenn die Ampel erneut am Bürgergeld schraubt.

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