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Flüchtlinge

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Flüchtlinge

Werde es jeden Tag probieren“ – „100 Mal versucht, Ärmelkanal zu überqueren“: Junge (17) will zur Mutter

von Fremdeninfo 29 April 2024
von Fremdeninfo

Werde es jeden Tag probieren“ – „100 Mal versucht, Ärmelkanal zu überqueren“: Junge (17) will zur Mutter

                                                                                Geschichte von FOCUS Online
                                                      
Ein Schlauchboot mit rund 65 Migranten überquert Ärmelkanal. Viele versuchen es immer wieder Getty Images © Getty Images

 

Ein Jugendlicher aus dem Sudan hat nach eigenen Angaben bereits 100 Mal versucht, den Ärmelkanal zu überqueren, um zu seiner Mutter nach Großbritannien zu gelangen.

Der 17-jährige Abdul, ein Migrant aus dem Sudan,  will unbedingt zu seiner Mutter, die in Großbritannien lebt. Seit sieben Monaten befindet sich Abdul in einem „Zeltdschungel“ in Loon-Plage bei Dünkirchen und wartet auf seine Chance. Nach eigenen Angaben hat er bereits 100 Mal versucht, den Ärmelkanal zu überqueren, wie die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtet.

            „Ich werde es jeden Tag probieren“

„Das ist mein Weg in die Freiheit. Ich werde es jeden Tag probieren. Es ist mir egal, wenn die Polizei uns weiter aufhalten will und die bösen Männer mich angreifen, weil ich kein Geld habe, um sie zu bezahlen“, zitiert die „Mail“ den jungen Mann.

Erst kürzlich sei es ihm gelungen, die französischen Behörden zu umgehen und mit einem Boot von einem Strand aus loszufahren. Die französische Polizei reagierte mit Gewalt, setzte Tränengas ein und stach auf die Schlauchboote ein, um die Flüchtlinge zu vertreiben. Nach 15 Minuten tauchte jedoch ein neues Boot auf, das ablegen konnte, bevor die Polizei eingreifen konnte.

Auch die neue „Ruanda Bill“ schreckt ihn nicht ab

Trotz der neuen „Ruanda Bill“, die es den Beamten der Einwanderungsbehörde erlaubt, die ersten Migranten in Haft zu nehmen, um sie nach Ruanda abzuschieben, bleibt Abdul standhaft. „Nichts wird mich aufhalten. Ich werde nach England kommen. Ich will nicht nach Ruanda abgeschoben werden, aber ich habe keine Angst, dorthin zu gehen.“

Die britische “Ruanda Bill“ bezieht sich auf einen politischen Vorstoß der britischen Regierung, Asylsuchende, die illegal in Großbritannien ankommen, zur Bearbeitung ihrer Asylanträge nach Ruanda zu schicken. Dies ist Teil eines umstrittenen Migrations- und Asylpakts zwischen dem Vereinigten Königreich und Ruanda. Er zielt darauf ab, die Zahl der Menschen zu reduzieren, die versuchen, auf gefährlichen Routen, wie etwa in kleinen Booten über den Ärmelkanal, ins Land zu gelangen.

29 April 2024 0 Kommentare
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Archive

Studie: Ausländische Arbeitnehmende kommen gern nach Deutschland

von Fremdeninfo 29 April 2024
von Fremdeninfo

Studie: Ausländische Arbeitnehmende kommen gern nach Deutschland

               von dpa
 

Deutschland bleibt bei Zuwandernden beliebt. Im Bild: Eine Pflegekraft hält die Hand einer Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

 

Deutschland bleibt bei Zuwandernden beliebt. Im Bild: Eine Pflegekraft hält die Hand einer Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/d

 

In der Wirtschaft häufen sich die Klagen über einen Niedergang der deutschen Wettbewerbsfähigkeit. Für den Arbeitsmarkt gilt das offenbar (noch) nicht. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie. Die Details.

Deutschland ist nach einer internationalen Umfrage für ausländische Arbeitnehmer nach wie vor attraktiv. In der am Mittwoch veröffentlichten Befragung von 150.000 Arbeitnehmenden aus 188 Ländern liegt Deutschland in der Rangliste der beliebtesten Arbeitsstandorte auf Platz fünf und ist damit das erste nicht-englischsprachige Land hinter Australien, den USA, Kanada und Großbritannien. Am beliebtesten zeigt sich Deutschland bei Arbeitskräften aus Bosnien und Herzegowina sowie der Türkei, gefolgt von umzugswilligen Menschen aus Pakistan, Ungarn und Ghana auf den Rängen 3 bis 5.

Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group, die Stellenbörse Stepstone sowie deren Dachverband The Network veröffentlichten die Studie, die hier einzusehen ist, am Mittwoch. In Deutschland lebende Arbeitnehmende hingegen zieht es demnach in der Regel nicht in die Ferne. Befragt wurden die Teilnehmende von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres. In der Vergangenheit hatte es Studien gegeben, in denen Deutschland als eher unattraktiv eingestuft wurde.

Arbeitnehmende bleiben gern in Deutschland

Nach der neuen Studie war im internationalen Schnitt ein knappes Viertel der Befragten aktiv auf der Suche nach einem Job im Ausland, und über 60 Prozent wären grundsätzlich bereit zu einem Umzug in ein anderes Land. Im mehrjährigen Vergleich hat die Bundesrepublik dabei offenbar etwas an Anziehungskraft verloren: 2018 hatte Deutschland noch Rang zwei belegt.

Vergleichsweise sesshaft sind laut Umfrage hingegen die Arbeitnehmende in Deutschland:  Nach einem Auslandsjob suchten demnach lediglich sieben Prozent der 14.000 hierzulande Befragten, darunter neben Einheimischen auch Einwanderer. Als bevorzugte Ziele wurden die Schweiz und Österreich genannt.

35 % der in der Türkei Befragten sind bereit, für die Arbeit ins Ausland zu ziehen

Das ist auch im Vergleich mit Italien, Großbritannien oder den USA eine eher niedrige Quote, denn dort erklärte jeweils ein mehr als doppelt so hoher Anteil, im Ausland arbeiten zu wollen. Am höchsten ist die Bereitschaft zur Arbeitsmigration demnach in mehreren afrikanischen Staaten, an der Spitze Ghana mit 74 Prozent. In Indien waren es 54 Prozent, in der Türkei 35 Prozent.

 

Dies gilt laut Umfrage auch für Hochqualifizierte: Gesondert ausgewertet wurde die Antworten der Akademiker in den jeweiligen Ländern, deren Wechselbereitschaft ins Ausland sich demnach nur geringfügig von Arbeitnehmenden ohne Studienabschluss unterscheidet. Weltweit beliebteste Stadt ist laut Umfrage London vor Amsterdam und Dubai. Berlin liegt mit Platz sechs ebenfalls auf einem der vorderen Plätze.

Attraktive Arbeitsbedingungen als Pull-Faktor

Entscheidendes Kriterium bei einem Wechsel ins Ausland ist demnach für die große Mehrheit der Befragten aber nicht das Land oder eine bestimmte Metropole, sondern die Attraktivität des Stellenangebots. Im Wettbewerb um Arbeitskräfte aus dem Ausland würden die Unternehmen gewinnen, die aus dem Ausland kommenden Arbeitnehmern attraktive Arbeitsbedingungen und organisatorische Hilfestellung böten, sagte BCG-Berater Jens Baier, einer der Studienautoren.

Als Beispiel nannte Baier das Beantragen von Arbeitserlaubnissen. „Und das ist leider häufig noch immer sehr mühsam in Deutschland.“

 

 

29 April 2024 0 Kommentare
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Bildung

Bildung zu Völkermord an Ar­me­nie­r:in­nenLeerstelle im Lehrplan

von Fremdeninfo 27 April 2024
von Fremdeninfo

Bildung zu Völkermord an Ar­me­nie­r:in­nen: Leerstelle im Lehrplan

Obwohl Deutschland den Genozid an den Ar­me­nie­r:in­nen anerkannte, wird er in den Schulen kaum erwähnt. Aus der Vergangenheit zu lernen, ist gerade heute wichtig.

Besucher im Bundestag bei der Abstimmung zu Erinnerung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern im Juni 2016 Foto: CommonLens/imago

Am 24. April 1915 lassen die türkischen Behörden in Istanbul die gesamte armenische Führungsschicht festnehmen und ermorden. Es ist der Beginn der Vertreibung und systematisch geplanten Vernichtung von etwa 1,5 Millionen Ar­me­nie­r:in­nen durch das Osmanische Reich. Deutschland trägt eine historische Mitverantwortung an dem Genozid, aufgrund seiner Vergangenheit als militärischer Verbündeter des Osmanischen Reiches im ersten Weltkrieg.

„Hart, aber nützlich“, heißt es damals in der deutschen Regierung zum Massenmord an den christlichen Armenier:innen. Die Türkei leugnet diesen Völkermord bis heute. Demgegenüber haben mittlerweile über 30 Länder die Massaker an den Ar­me­nie­r:in­nen als Völkermord anerkannt. 2016 verabschiedet auch der Bundestag eine entsprechende Resolution.

Dabei stellte dieser damals fest: „Heute kommt schulischer, universitärer und politischer Bildung in Deutschland die Aufgabe zu, die Aufarbeitung der Vertreibung und Vernichtung der Armenier als Teil der Aufarbeitung der Geschichte ethnischer Konflikte im 20. Jahrhundert in den Lehrplänen und -materialien aufzugreifen und nachfolgenden Generationen zu vermitteln.“ Seitdem ist kaum etwas passiert: Der Völkermord an den Ar­me­nie­r:in­nen ist nach wie vor in keinem Bundesland obligatorischer Lehrstoff.

Nur im Lehrplan Brandenburgs oder Sachsen-Anhalt taucht das Thema als mögliches Fallbeispiel für Völkermord und Massengewalt auf. Ein Grund dafür soll sein, dass Leh­re­r:in­nen keine Zeit und Kapazitäten hätten. Ein weiterer: Türkischstämmige Schü­le­r:in­nen und deren Eltern protestierten immer wieder gegen das Thema. Um diesen Konflikt zu vermeiden, lassen einige Lehrer:in­nen es lieber ganz weg.

Dabei könnte der Unterricht über den Völkermord dazu beitragen, dass Schü­le­r:in­nen die Konsequenzen von Hass und Vorurteilen leichter erkennen – und sich deshalb eher für eine gerechtere postmigrantische Gesellschaft in Deutschland einsetzen. Denn das Thema „Genozid“ bleibt, etwa angesichts von Russlands Krieg gegen die Ukraine, aktuell – und damit auch, aus der Vergangenheit zu lernen.

 

Kommentar von

Tigran Petrosyan

Leiter Osteuropa Projekte

Tigran Petrosyan

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Jahrgang 1984. Er hat in Jerewan, Mainz und Berlin Orientalistik; Geschichts- und Kulturwissenschaften studiert und in Berlin über Integration, Migration und Medienwahrnehmung promoviert. Er schreibt vor allem für die taz, ZEIT-ONLINE und für das Journal von Amnesty International. Er ist als Reporter in Osteuropa unterwegs und leitet die Osteuropa-Projekte der taz Panter Stiftung. Herausgeber des Buches „Krieg und Frieden. Ein Tagebuch“ (September 2022).

27 April 2024 0 Kommentare
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EuGH: Deutschland darf Staatsbürgerschaft leichter entziehen

von Fremdeninfo 26 April 2024
von Fremdeninfo

                                               

EuGH: Deutschland darf Staatsbürgerschaft leichter entziehen

 

                                EuGH: Deutschland darf Staatsbürgerschaft leichter entziehen

Deutschland darf Personen die Staatsbürgerschaft entziehen, die freiwillig die Staatsangehörigkeit eines Fremdstaates annehmen. Das haben die Richter des Europäischen Gerichtshofes entschieden. Im vorliegenden Fall ging es um türkische Einwanderer.

Wer freiwillig die Staatsbürgerschaft eines Nicht-EU-Landes annimmt, kann damit nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) unter Umständen seinen deutschen Pass verlieren. Eine entsprechende deutsche Regelung verstoße nicht gegen EU-Recht, entschieden die Richter am Donnerstag in Luxemburg. Allerdings müsse besonders berücksichtigt werden, dass damit auch die EU-Bürgerschaft verloren gehe.

Bislang war Doppelpass nur in Ausnahmefällen möglich

Die Auswirkungen des Urteils dürften begrenzt sein. Denn die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts will genau diese Frage neu regeln. Bislang war ein doppelter Pass nur in bestimmten Fällen möglich. Künftig können aber Menschen, die Deutsche werden, ihre bisherige Staatsbürgerschaft behalten. Deutsche, die Bürger eines weiteren Staats werden möchten, benötigen dafür außerdem keine spezielle Genehmigung der deutschen Behörden mehr. Ohne diese Erlaubnis verlor man die deutsche Staatsbürgerschaft bisher beim Erwerb einer weiteren.

Zu beachten: EU-Bürgerschaft

Hintergrund der aktuellen Entscheidung des EuGH ist ein Fall aus Nordrhein-Westfalen. Fünf aus der Türkei eingewanderte Menschen wurden 1999 eingebürgert und mussten im Zuge dessen ihre türkische Staatsangehörigkeit aufgeben. Nach ihrer Einbürgerung beantragten sie wieder ihre türkische Staatsangehörigkeit. Damit verloren sie aber automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. Das deutsche Gericht legte den Fall dem EuGH vor, weil den Menschen dadurch auch die EU-Bürgerschaft entzogen wurde – und damit das Recht, sich in der EU frei zu bewegen und aufzuhalten.

Schützenwertes Loyalitätsverhältnis zwischen Bürger und Staat

Die Richter in Luxemburg entschieden nun, dass die Voraussetzungen für die Staatsangehörigkeit die EU-Staaten selbst regeln können. Es sei legitim, dass ein Staat „das zwischen ihm und seinen Staatsbürgern bestehende Verhältnis besonderer Verbundenheit und Loyalität“ schützen wolle. Daher verstoße die bald nicht mehr angewandte deutsche Regelung nicht gegen EU-Recht. Allerdings müssten die Betroffenen sich an Gerichte wenden können, damit überprüft werden könne, ob der Verlust der EU-Bürgerschaft unverhältnismäßige Folgen für sie habe.

Mit Informationen von dp

26 April 2024 0 Kommentare
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Riesen Ärger für Steinmeier wegen Döner – „Türkei-Bild von gestern“

von Fremdeninfo 25 April 2024
von Fremdeninfo

Riesen Ärger für Steinmeier wegen Döner – „Türkei-Bild von gestern“

Geschichte von Marcel Görmann
 

Es sollte eine Geste zum Ausdruck der Verbundenheit und der Verschmelzung türkischer und deutscher (Ess-)Kultur werden. Doch das Döner-Gastgeschenk von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht voll nach hinten los!

In den sozialen Netzwerken hagelt es nur Hohn, Spott und Ärger. Ob er bei seinem nächsten Italien-Besuch dann Pizza mitbringe, ist noch die harmloseste kritische Frage, die an das deutsche Staatsoberhaupt gerichtet wird.

Steinmeier bringt Döner mit in die Türkei – „Einfach peinlich“

Vor allem Menschen mit türkischem Migrationshintergrund können nur den Kopf schütteln und empfinden das Gastgeschenk als eine Herabstufung. So beispielsweise der WDR-Journalist Tuncay Özdamar. Er empört sich auf X: „Dass Steinmeier Döner aus Deutschland mit in die Türkei nimmt, zeigt, wie sein Türkei-Bild klischeehaft und von gestern ist.“ Die türkisch-deutsche Migrationsgeschichte seit 60 Jahren werde auf das Imbissgericht reduziert. Er finde diese Geste „einfach peinlich“.

Aus Özdamars Sicht hätte es weit bessere Möglichkeiten gegeben, die Verbundenheit beider Länder auszudrücken. Ilkay Gündogan als DFB-Kapitän, die Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci – es hätte viel bessere und erfolgreiche Beispiele für die gelungene Integration gegeben.

                                        

                                                                       Steinmeier und der Döner. © Bernd von Jutrczenka/dpa  ( Amca döner kaç para? )

 

Es sollte eine Geste zum Ausdruck der Verbundenheit und der Verschmelzung türkischer und deutscher (Ess-)Kultur werden. Doch das Döner-Gastgeschenk von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht voll nach hinten los!

In den sozialen Netzwerken hagelt es nur Hohn, Spott und Ärger. Ob er bei seinem nächsten Italien-Besuch dann Pizza mitbringe, ist noch die harmloseste kritische Frage, die an das deutsche Staatsoberhaupt gerichtet wird.

Steinmeier bringt Döner mit in die Türkei – „Einfach peinlich“

Vor allem Menschen mit türkischem Migrationshintergrund können nur den Kopf schütteln und empfinden das Gastgeschenk als eine Herabstufung. So beispielsweise der WDR-Journalist Tuncay Özdamar. Er empört sich auf X: „Dass Steinmeier Döner aus Deutschland mit in die Türkei nimmt, zeigt, wie sein Türkei-Bild klischeehaft und von gestern ist.“ Die türkisch-deutsche Migrationsgeschichte seit 60 Jahren werde auf das Imbissgericht reduziert. Er finde diese Geste „einfach peinlich“.

Aus Özdamars Sicht hätte es weit bessere Möglichkeiten gegeben, die Verbundenheit beider Länder auszudrücken. Ilkay Gündogan als DFB-Kapitän, die Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci – es hätte viel bessere und erfolgreiche Beispiele für die gelungene Integration gegeben.

„Wer ist der Türkeiberater des Bundespräsidenten?“

Auch Eren Güvercin, der sich mit der Alhambra Gesellschaft für einen liberalen Islam engagiert, zeigt sich vom Gastgeschenk Steinmeiers erschüttert. „Wer ist der Türkeiberater eigentlich im Bundespräsidialamt?“, fragt er auf X. Politikwissenschaft-Professor Burak Çopur urteilt dort: „Man wundert sich nicht, warum Deutschlands Reputation in der Welt so gelitten hat. Schlimmer geht’s nimmer.“

Der während der Corona-Pandemie bekannt gewordene Arzt Cihan Çelik bewertete die Aktion auf X ebenfalls kritisch: „Die Nebensache mit dem Döner sollte eine wichtige Reise nicht überschatten. Aber jeder türkischstämmige Mensch in Deutschland musste sich schon abwertende ‚Dönerwitze‘ anhören. Es nervt, darauf reduziert zu werden. Bei allem Respekt für diese Branche! Das war unglücklich.“

Imbissbetreiber erkennt „große Wertschätzung“ für Gastarbeiter-Geschichte

Der mit Steinmeier in die Türkei gereiste Imbiss-Betreiber Arif Keles hat jedoch eine ganz andere Sicht auf die Aktion. Der Berliner sagte im „Stern“-Interview: „Es geht bei der Reise auch um die Gastarbeiter-Geschichte. Ich finde es sehr gut, dass der Bundespräsident da an uns gedacht hat. Mein Opa hat genau hier 1986 in einem Anhängercontainer den ersten Döner-Stand aufgemacht, da war ich ein Jahr alt.“


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                                                                      Döneri az yiyin boynunuz kalınlaşır Hırsız Kediler gibi

                                                      Riesen Ärger für Steinmeier wegen Döner – „Türkei-Bild von gestern“

 

 

 

                     

25 April 2024 0 Kommentare
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EuGH urteilt über Entzug von Nationalität nach Annahme anderer Staatsangehörigkeit

von Fremdeninfo 25 April 2024
von Fremdeninfo

                                              

 EuGH urteilt über Entzug von Nationalität nach Annahme anderer Staatsangehörigkeit

                  Geschichte von AFP

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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) urteilt über den Entzug der Staatsbürgerschaft nach der Annahme einer zweiten Nationalität außerhalb der Europäischen Union. © Tobias SCHWARZ

 

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg urteilt am Donnerstag (09.30 Uhr) über den Entzug der Staatsbürgerschaft nach der Annahme einer zweiten Nationalität außerhalb der Europäischen Union. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf fragte, ob eine deutsche Regelung mit dem EU-Recht vereinbar sei. Es muss über die Fälle von fünf Menschen entscheiden, die zwischen den 70er und den 90er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen. (Az. C‑684/22 u.a.)

Sie ließen sich später einbürgern, nahmen aber dann wieder die türkische Nationalität an. Die Behörden stellten fest, dass sie deshalb keine Deutschen mehr seien. Dagegen zogen sie in Nordrhein-Westfalen vor Gericht. Bislang ist der Doppelpass in Deutschland nur in einigen Fällen möglich. Das neue Staatsangehörigkeitsrecht, das Ende Juni in Kraft tritt, sieht allerdings die Möglichkeit mehrerer Staatsangehörigkeiten vor.
25 April 2024 0 Kommentare
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Kultur

Stephan Anpalagan: Heimatliebe und Leitkultur„Wir haben keinen Rechtsruck“

von Fremdeninfo 24 April 2024
von Fremdeninfo

Stephan Anpalagan: Heimatliebe und Leitkultur: „Wir haben keinen Rechtsruck“

Der Autor Stephan Anpalagan spricht über die Gemeinsamkeiten von Ostdeutschen und Deutschen mit Migrationshintergrund, Rassismus und seine Liebe zu Deutschland. Er ist unser Gast auf dem taz lab.

                                                          

                                                            Seine Heimat ist das Rheinland: Autor Stephan Anpalagan Foto: Foto: Boris Breuer

taz lab: Herr Anpalagan, Sie haben ein Buch geschrieben, in dem es unter anderem um die Liebe zu Deutschland geht. Lie­ben Sie Deutschland?

Stephan Anpalagan: Ein paar Worte vorweg: Dieses Buch ist kein autobiografisches Buch. Ich schreibe über italienische und türkische Gastarbeiter, über schwarze Fußballspieler und nichtweiße Werbemodels. Nichts von alledem bin ich. Doch egal welche Minderheit man unter die Lupe nimmt, am Ende kommt alles in einem Punkt zusammen: Deutschland und der Umgang der Deutschen mit den vermeintlich Fremden. Das Buch beginnt mit dem Film „Almanya“ über eine türkische Gastarbeiterfamilie und der Frage des Enkels: „Bin ich eigentlich türkisch oder deutsch?“ Beide Familienteile lieben ihre Wurzeln und ihre Heimat. Eine für viele Deutsche ungeahnte Vorstellung. Und was mich selbst betrifft: Egal wo ich im Ausland bin, ich bin immer froh, wieder nach Deutschland zu kommen. Dann habe ich das Gefühl von Heimat. Kurzum: Ich liebe dieses Land. Wobei zur Wahrheit gehört: Ich habe aber auch kein anderes.

Gibt es eine deutsche Leitkultur?

Wenn ich in Deutschland die Leute auf der Straße fragen würde, was die deutsche Kultur ist, dann würden sich die Menschen mit einer Antwort schwertun. Ich höre häufig: Sprache, Geschichte, Dichter und Denker, deutsche Tugenden … Doch Goethe hat sich immer gegen Na­tio­nalismus und für eine universale Literatur eingesetzt, Schiller war Ehrenbürger des Landes Frankreich, des deutschen Erbfeinds. Deutsch spricht man auch in Österreich, die deutsche Geschichte ist auch eine Geschichte von Verlust und Niederlage. Bleibt also die Folklore. Nur, warum sollen Fußball, Winnetou und Wurst Leitkultur sein gegenüber Aubergine und Handball? Selbst die härtesten Verfechter einer Leitkultur haben es in den vergangenen 25 Jahren nicht geschafft, sie konkret auszuführen. Dass diese Debatte allerdings so gerne geführt wird, hat einen einfachen Grund: Bestimmte Teile dieser Gesellschaft möchten keine Muslime in ihrer Mitte. Diese Leute hassen es, wenn sich Zuwanderer ernsthaft integrieren. Dann bleibt ihnen nichts mehr, um auf diese Menschen herabzuschauen. Das ist auch einer der Gründe, warum die vermeintliche Leitkultur immer in der Schwebe bleibt.

Haben wir einen Rechtsruck oder kommt zum Vorschein, was schon immer gedacht wurde?

Wir haben keinen Rechtsruck. Zumindest lässt er sich nicht in der Form beobachten, wie er überall postuliert wird. Das Gefühl, das viele Deutsche aktuell haben, rührt daher, dass der rechte Extremismus für die weiße bürgerliche Mitte sichtbarer wird. In der Vergangenheit gab es allerdings bereits Rostock-Lichtenhagen, Hoyers­werder, Mölln und Solingen. In Ostdeutschland herrschten in den 1990ern die „Baseball­schlägerjahre“ und wurden „Fid­schis geklatscht“. In Westdeutschland haben sich die Neonazis in Nordhessen, in Hamburg, in Dortmund und vielen weiteren Orten festgesetzt. Den Migranten war das immer schon bewusst. Viele andere wollten das allerdings nicht ­sehen.

Heute sitzen die Rechtsextremen aber im Parlament.

In Berlin sprach der Fraktionsvorsitzende der CDU Klaus Landowsky 1997 von Ausländern als „Abschaum, Gesindel und Ratten“. Der CDU-Politiker Jürgen Rüttgers hat 2000 „Kinder statt Inder“ gefordert. Roland Koch hat mehrfach mit kriminellen Ausländern Wahlkampf gemacht und gewonnen. Ich würde davor warnen, die Gegenwart als besonders schlimm darzustellen. Das wertet ab, welche fundamentalen Erfahrungen von Rassismus betroffene Menschen früher gemacht ­haben.

Diese Rassismuserfahrungen in einem Land, das Sie lieben – verzweifeln Sie da nicht manchmal dran?

Spannend ist: Den Ostdeutschen geht es ähnlich. Aber wenn die sagen, ich liebe mein Land, dann kommt keiner auf die Idee, dieselbe Frage zu stellen. Sinnvoller wäre, wie bei den Ostdeutschen auch zu verstehen, dass es unterschiedliche Ebenen gibt, Brüche in der Biografie und Transformationserfahrungen. Das ist bei Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Rassismuserfahrungen kein bisschen anders.

Wenn Sie von Heimat sprechen, meinen Sie damit Deutschland?

Ich bin vor allem Rheinländer, und im Rheinland gibt es eine ziemlich tiefe Verbundenheit der Menschen zu ihrer Region. Das ist es: eine Liebe, die aus einer Vertrautheit erwächst, einem Gefühl der Verbundenheit. Wenn ich mit Menschen mit einer eher linken politischen Haltung spreche, dann tun sich diese oft sehr schwer mit dem Satz, dass man dieses Land lieben kann.

Es wird schnell mit Nationalismus konnotiert.

Ja, aber viele andere Dinge im Leben können auch negativ konnotiert werden: Politische Macht kann beispielsweise zu Machtmissbrauch führen. Trotzdem glaube ich, dass es sinnvoll ist, sich in politischen Zusammenhängen einzusetzen. Zwischen Heimatliebe, Patriotismus, und Nationalismus liegen ein paar Schritte. Und doch sind die Reaktionen, die man erhält, wenn man sagt, ich liebe dieses Land, sehr interessant. Manche stimmen zu, andere gestehen es dir nicht zu. Menschen, die mich wegen meiner Herkunft und wegen meiner Arbeit hassen, behaupten regelmäßig, ich würde Deutschland hassen. Denn wenn jemand dieses Land liebt, dann ist es schwer, ihm zu sagen, dass er eigentlich woanders hingehört. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ich liebe dieses Land.

■ Stephan Anpalagan live auf dem taz-Kongress 2024: 12 Uhr, Pinke Bühne

 

24 April 2024 0 Kommentare
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Politik

Steinmeier besucht İmamoğlu in IstanbulEine andere Türkei ist möglich

von Fremdeninfo 23 April 2024
von Fremdeninfo

Steinmeier besucht İmamoğlu in Istanbul: Eine andere Türkei ist möglich

Bei seinem Staatsbesuch trifft der Bundespräsident erstmal die Opposition. Damit bereitet er die Beziehungen auf eine Post-Erdogan-Türkei vor.

Bundespräsident Steinmeier während seines Besuchs auf dem Bosporus unterwegs Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Mit seinem Besuch in der Türkei setzt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein starkes Zeichen: Er trifft die Opposition und erinnert an die türkischen Einwanderer nach Deutschland. Dass der Bundespräsident die Zuwanderung aus der Türkei zu einem Schwerpunkt seines Besuchs im Herkunftsland dieser Menschen macht, ehrt ihn. Es ist höchste Zeit, Einwanderung als Erfolgsgeschichte zu erzählen, statt immer nur Probleme in den Vordergrund zu stellen.

Doch wichtiger ist der zweite Akzent dieser Reise: die Treffen mit Opposi­tions­politikern. Steinmeier ist der erste hohe deutsche Repräsentant, der seit der Wahlniederlage Erdoğans bei den Kommunalwahlen am 31. März in die Türkei gereist ist. Empfangen wird er vom Sieger dieser Wahlen, dem alten und neuen Oberbürgermeister Istanbuls, Ekrem İmamoğlu.

Der überzeugende Sieg İmamoğlus in der größten Metropole des Landes war gleichzeitig das Sinnbild der Niederlage des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Es ist kein Zufall, dass sich Steinmeier zum Auftakt seines dreitägigen Besuches nicht in Ankara mit Erdoğan trifft, sondern in Istanbul mit dessen größten Konkurrenten. Man kann es als eine erste Witterungsaufnahme lesen.

Für die Opposition in der Türkei ist das wichtig: Deutschland und Europa halten eine andere Türkei offenbar für möglich. Daraus sollten dann aber auch Taten folgen. Erdoğan versucht, die von der Opposition regierten Metropolen finanziell zu strangulieren, Kredite aus Europa könnten da viel bewirken. Denn İmamoğlu und die anderen Bürgermeister der Opposition müssen nun in der Praxis zeigen, dass sie für die Bürger etwas tun können. Und dafür brauchen sie Geld.

Für die Menschen in der Türkei könnte Steinmeier aber auch noch etwas anderes tun – und damit auch für das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Deutschen und Türken. So sollte sich Deutschland auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass Türkinnen und Türken endlich visafrei für Besuche in die EU einreisen können.

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23 April 2024 0 Kommentare
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Politik

Döner-Diplomatie: Steinmeier will mit besonderem Gastgeschenk glänzen

von Fremdeninfo 22 April 2024
von Fremdeninfo

 

Döner-Diplomatie: Steinmeier will mit besonderem Gastgeschenk glänzen

Stefan Kreitewolf

Bis Mittwoch in der Türkei unterwegs: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, hier vor dem Schloss Bellevue. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

 

Frank-Walter Steinmeier bevor Er in die Türkei fuhr sagte er:  „In Deutschland leben 3 milionen Menschen  die aus der Türkie kommen leben in  Deutschland mit der Deutsche  Identiät“ Ob  die ralität so ist fraglich?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weilt ab heute auf Staatsbesuch in der Türkei. Mit im Gepäck hat er ein besonderes Gastgeschenk – einen Döner-Spieß aus Berlin. Damit der Erdoğan schmeckt, wird er einen Döner-Experten mit auf die Reise nehmen.

Deutsch-türkische Döner-Diplomatie: Bei seiner heute beginnenden Reise in die Türkei hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Döner-Spieß aus Berlin mit an Bord. Auf seinem ersten Besuch in dem Land seit seinem Amtsantritt wird er von Arif Keleş, einem Dönerladenbesitzer aus Berlin, begleitet.

Keleş, der in dritter Generation einen Grill-Imbiss am S-Bahnhof Yorckstraße führt, wird bei einem Staatsbankett auch Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan seinen Döner auftischen. Der Staatsbesuch wird mit Spannung erwartet, hatte Steinmeier in der Vergangenheit doch nicht mit scharfer Kritik an den autokratischen Tendenzen in der Türkei gespart.

Türkische Gastarbeiter im Mittelpunkt

Passend dazu möchte er die engen Verbindungen zwischen den Bürgern beider Länder hervorheben. Besonders die Beiträge der türkischen Arbeitsmigrant:innen, die seit den 1960er-Jahren in die Bundesrepublik kamen, sollen im Mittelpunkt stehen. Zu ihnen zählte auch Keleş‘ Großvater.

In Istanbul, dem ersten Stopp seiner Türkei-Reise, trifft Steinmeier so auch auf Menschen mit Migrationshintergrund sowie Vertreter der Zivilgesellschaft. Sein erster Gesprächspartner in der Stadt ist mit Bürgermeister Ekrem İmamoğlu der größte innenpolitische Widersacher Erdoğans. Am Dienstag besucht Steinmeier in Gaziantep Überlebende des Erdbebens.

Enkel eines Migranten“ freut sich über „große Ehre“

Den türkischen Präsidenten, der mit Steinmeier bereits in dessen Zeit als Außenminister mehrfach in Streit geriet, trifft er erst am Mittwoch zum Abschluss der Reise in Ankara. Dass die diplomatische Visite in der türkischen Hauptstadt endet und nicht beginnt, dürfte bereits ein Zeichen in den Präsidentenpalast senden. Gut möglich, dass die Differenzen der beiden Staatsoberhäupter ein weiteres Mal offen zu Tage

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50 Jahre Döner Kebab – Wie der „German Döner“ erfunden wurde

Spread the loveUm den Döner Kebab ranken sich viele Mythen. Doch eines steht fest: Richtig populär wurde er in Deutschland – vor rund 50 Jahren. Seitdem hat sich der kulinarische Topseller weiterentwickelt. Saftiges Fleisch, Salat, Tomaten, Zwiebeln und viel Soße im knusprigen Fladenbrot: Das ist der Döner Kebab, wie ihn viele Menschen in Deutschland lieben.

Döner-Experte Keleş freut sich indes trotz aller diplomatischen Verwicklungen auf die Reise: „Es ist eine große Ehre für mich, dass der Präsident mich, den Enkel eines Migranten, der sich in Deutschland eine Existenz aufgebaut hat, mit in die Heimat meiner Vorfahren nimmt“, sagte er vor der Abreise.

 

22 April 2024 0 Kommentare
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Religion

Politiker fordern härteres Vorgehen gegen Islamismus in Schulen

von Fremdeninfo 22 April 2024
von Fremdeninfo

                           Politiker fordern härteres Vorgehen gegen Islamismus in Schulen

                                                                        

                                         DTS Nachrichtenagentur

                                                                

                                                                        Gang in einer Schule (Archiv) © via dts Nachrichtenagentur

 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts der Ergebnisse einer Befragung muslimischer Schüler in Niedersachsen fordern Politiker härtere Schritte im Umgang mit dem Islamismus. Die Schulministerin Schleswig-Holsteins und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Karin Prien sagte der „Bild“ (Montagsausgabe): „Die Vermittlung demokratischer Werte gelingt offensichtlich nicht, damit droht der gesellschaftliche Zusammenhalt ins Rutschen zu kommen.“

In der Verantwortung seien nun Familien, Schulen, die Landeszentralen für politische Bildung sowie die Jugendarbeit der Moscheegemeinden. Die Rolle sozialer Medien wie Tiktok müsse „mit Blick auf die Verbreitung von islamistischen und extremistischen Inhalten neu bewertet werden“, so Prien. Auch ein soziales Pflichtjahr müsse die Politik „in den Blick nehmen“. Prien nannte die Ergebnisse der Studie vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen insgesamt „erschütternd“.

Darin hatten 67,8 Prozent teilnehmender muslimischer Schüler unter anderem angegeben, ihnen seien die Regeln des Korans wichtiger als die Gesetze in Deutschland. 51,5 Prozent gaben an, sie hielten einen islamischen Gottesstaat für die beste Staatsform.

Auch CDU-Innenpolitiker Christoph de Vries verlangt Konsequenzen. Die Studie zeige, „wie tief die Spuren sind, die der politische Islam in Deutschland schon hinterlassen hat“, so de Vries. Kein Kind komme mit solchen Ansichten zur Welt. Der Bundestagsabgeordnete sieht „systematische Indoktrination“ in Koran-Schulen und zweifelhaften Moscheen am Werk. „Wir müssen den unheilvollen Einfluss ausländischer Staaten wie der Türkei auf muslimische Kinder und Jugendliche, der einen Missbrauch unserer Religionsfreiheit darstellt, umgehend beenden“, forderte der Innenpolitiker. „Multikulti ist längst gescheitert. Jetzt sind Klarheit und Konsequenz angezeigt, wenn der Vormarsch der Intoleranten gestoppt werden soll“, sagte de Vries.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, nannte die Ergebnisse „besorgniserregend“. Es brauche jetzt „mehr Demokratie-Erziehung im Werte-Kanon des Grundgesetzes“. Islamismus müsse Einhalt geboten werden. „Da gilt null Toleranz“, so Düll. Auch Hamburgs Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) nannte die Zahlen „alarmierend“. Sie fordert „eine deutliche Stärkung der Demokratiebildung an Schulen“. Diese müsse schon in der Kita beginnen.

22 April 2024 0 Kommentare
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