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Religion

Ein „islamischer Vatikan“ in Albanien? Diese Idee könnte schlafende Hunde wecken

von Fremdeninfo 27 September 2024
von Fremdeninfo

Ein „islamischer Vatikan“ in Albanien? Diese Idee könnte schlafende Hunde wecken

                                                                 Artikel von Christiane Jaenick /BZ 
                                      
                                            Die Große Moschee von Tirana soll 4500 Gläubigen Platz bieten. © Depositphotos/imago

Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Der Berliner Verlag gibt allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

Dass der Balkan noch immer ein Pulverfass ist, daran besteht leider kein Zweifel. Allerdings beschränken sich internationale – auch deutsche – politische Analysten in diesem Zusammenhang zumeist auf Akteure aus Belgrad, Pristina oder Sarajevo. Tirana bleibt meistens unter dem Radar. Wenn überhaupt, wird Albanien als angesagte Urlaubsdestination erwähnt oder als ewiger Beitrittskandidat, der geduldig im Warteraum der Europäischen Union sitzt. Aber manchmal ist Albanien auch gut für eine Sensation.

Als der albanische Premierminister Edi Rama vor wenigen Tagen am Vorabend der UN-Generalversammlung in New York die Idee publik machte, in der Hauptstadt Tirana einen „Souveränen Staat des Bektashi-Ordens“ zu errichten, war ihm zumindest die größtmögliche mediale Aufmerksamkeit sicher für sein neues Projekt. Er wolle „eine tolerante Version des Islam“ fördern, auf die Albanien stolz sei, erklärte Rama den Journalisten der New York Times.

Die Bektashi gehören dem sufistischen Islam an und sind seit dem 17. Jahrhundert in Albanien beheimatet. Sie bildeten in der Vergangenheit nach dem sunnitischen Islam und der Orthodoxen Kirche die drittstärkste Religionsgemeinschaft in Albanien. Bis zum Verbot aller Derwisch-Orden in der Türkei durch Kemal Atatürk war Anatolien das Zentrum der Bektashi gewesen, nach 1930 wurde es Albanien, das damals die größte Zahl religiöser Anhänger hatte.

Die Bektashi spielten in der albanischen Nationalbewegung, genannt Rilindja, Wiedergeburt, in der Zeit zwischen 1870 und 1912 eine große Rolle. So wollte Naim Frashëri, einer der bedeutendsten Dichter der albanischen Nationalbewegung, die Bektashi zum religiösen Pfeiler der nationalen Bewegung machen. Die Bektashi sind besonders tolerant. Frauen und Männer haben die gleichen Rechte und besuchen religiöse Zeremonien gemeinsam. Frauen müssen keinen Schleier tragen. Die religiösen Zeremonien finden in der Tekke statt, was „Rückzugsort“, „Schutz“ oder „Asyl“ bedeutet.

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                                     Das derzeitige Oberhaupt der Bektashi, Baba Mondi, mit Gläubigen bei der Feier des Ashura-Festes im Bektaschi-Schrein von Sari Salltik, Kruje, Albanien.  © Philippe Lissac/imago
 

Die Familie des späteren kommunistischen Diktators Enver Hoxhas war eng mit dem Bektashi-Orden verbunden. Bevor Hoxha nach Frankreich zum Studium aufbrach, soll sein Vater ihn dazu gebracht haben, den Segen von Baba Selim der Tekke von Zall zu erhalten. Der bekannteste Bektashi aus den frühen Hoxha Zeiten war Baba Faja Martaneshi, der seine eigene Partisaneneinheit hatte. Auf alten Fotos steht er mit Turban und wallendem schwarzen Bart, den Patronengürtel umgeschlungen, manchmal neben Hoxha. Dessen Sinneswandel hat er nicht mehr erlebt, denn am 18. März 1947 wurde er aus einem Hinterhalt erschossen.

Angelehnt an die chinesische Kulturrevolution von Mao erklärte Enver Hoxha am 6. Februar 1967 Albanien zum ersten und einzigen atheistischen Staat der Welt. Innerhalb der folgenden Monate wurden alle Gotteshäuser in Albanien, darunter 530 Tekkes geschlossen. Nach der Aufhebung des Religionsverbots in Albanien nach dem Sturz der Diktatur wurde Tirana wieder zum internationalen Zentrum des Bektashi Ordens. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges sollen 15–20 Prozent der Albaner dem Bektashi Orden angehört haben, heute rechnet man mit ca. 5 Prozent.

Das derzeitige Oberhaupt der Bektashi, Edmond Brahimaj, den Anhängern als Baba Mondi bekannt, äußerste sich in ersten Interviews hocherfreut zu Ramas Plänen und hob hervor, diese Initiative würde eine neue Ära weltweiter religiöser Toleranz und der Förderung des Friedens einläuten. Die Bektashi würden nun in der Lage sein, vatikanähnliche Souveränität zu erlangen, die es ermöglichten, „religiöse und administrative Angelegenheiten autonom zu regeln“. Der Orden könne dann seine Rolle bei der Förderung des globalen interreligiösen Dialogs und der Bekämpfung des zunehmenden gewalttätigen Extremismus auf der ganzen Welt stärken.

Er erklärte auch schon mal, wie er beabsichtige, über sein kleines Land zu herrschen. Danach würden alle Entscheidungen mit Liebe und Freundlichkeit getroffen werden. Details wie etwa die Frage, wer Anspruch auf einen Pass habe, müssten noch geklärt werden, er fügte aber hinzu, die Farbe des Passes sei Grün, eine wichtige Farbe im Islam. In den sozialen Netzen kursierten sofort „Mustervorschläge

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                                                       Baba Mondi mit Besuchern am Wallfahrtsort Sari Salltik © Philippe Lissac/imago

 

Aber lustig ist das nicht. Nicht zum ersten Mal überrascht der albanische Premierminister nicht nur das internationale, sondern auch das heimische Publikum, seine eigene Partei einbegriffen. Seit dem überschlagen sich in Albanien und darüber hinaus Kommentare und Analysen, die sich mit dem Für und Wider, mit der Machbarkeit oder Absurdität von Ramas Idee beschäftigen. Vermutlich möchte sich Rama durch die Idee eines islamischen Staates, der für Toleranz und Förderung des Friedens steht, international profilieren. Und was könnte das national bedeuten? Entstünde da eine Art islamischer Vatikan mitten in Tirana? Oder würde aus dem unscheinbaren Wohngebiet am Rande der Hauptstadt ein Mekka 2.0?

Kritik kam unverzüglich von der albanischen Opposition, die Ramas Plan als abenteuerlich und verfassungswidrig bezeichnet. Akil Pano, Pfarrer und Professor für Philosophie in Tirana, forderte den albanischen Präsidenten Bajram Begaj auf, den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen. Schließlich definiere die albanische Verfassung Albanien als unteilbares Territorium. Es könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden, nach dem andere (nationale) Minderheiten ebenfalls das Recht auf eigene Territorien einfordern würden. Die Idee Ramas bezeichnete Pano in einem Fernsehinterview als Landesverrat.

Wenn Baba Mondi in ersten Interviews sagt „Wir verdienen einen Staat…Wir sind die Einzigen auf der Welt, die die Wahrheit über den Islam sagen und ihn nicht mit der Politik vermischen“, läuten die Alarmglocken auch für die Muslimische Gemeinschaft Albaniens. Auch sie hätten von dieser Initiative erst aus den Medien erfahren. Dabei wäre eigentlich der Interreligiöse Rat Albaniens die Institution gewesen, die Rama vorher hätte konsultieren müssen.

Auch Sonila Meço meldet sich zu Wort, die Urenkelin des Bektashi Führers Baba Kamberi, der einer der ersten Opfer der Hoxha Diktatur im Kampf gegen den Klerus gewesen war. Meço verweist darauf, dass der albanische Staat nach dem Sturz der Diktatur nicht genug unternommen habe, die Religionsgemeinschaft der Bektashi angemessen zu

entschädigen. Und nun wolle man ihnen einen ganzen Staat schenken? Sie wisse nicht welche Rolle der hohe Bektashi-Klerus bei dieser Initiative spielen würde, aber da sie selbst Bektashi sei, nehme sie ihr Recht auf Meinungsäußerung in Anspruch.

Auch Vertreter des Bektaschi-Ordens in der Türkei reagierten auf den Plan. Man verstehe nicht, warum es einen solchen Staat brauche. Würden die türkischen Bektashi dazu gehören? Oder wäre der Staat eine „albanische Sache“? Man befürworte jedenfalls keinen auf Glauben basierenden Staat.

Kritik an Ramas Idee gibt es allerdings auch aus einer ganz anderen Richtung. Kreshnik Spahiu, Gründungsvorsitzender der albanischen nationalistischen rechtspopulistischen Partei „Allianz Rot und Schwarz“ (AKZ) merkte auf dem Portal Repolitix an, er warte darauf, dass der albanische Premierminister „die Idee einer Union Albaniens mit dem Kosovo bei den Vereinten Nationen vorstellte, … die das jahrhundertealte Streben der Albaner nach Identität und nationaler Einheit zum Ausdruck“ bringe. Das sei „einfacher als die Schaffung mehrerer religiöser Ministaaten“. Spahiu hat sich aus der aktiven Politik zurückgezogen, seine AKZ hat seit ihrer Gründung 2012 bei Wahlen nie den Einzug ins Parlament geschafft. Rama mag mit seinem Vorschlag schlafende Hunde geweckt haben. Ein Spiel mit dem Feuer.

Christiane Jaenicke studierte Geschichte mit Schwerpunkt Südosteuropa. Ab 1999 für die OSCE und EU auf dem Balkan im Einsatz, darunter als Senior-Beraterin im albanischen Außenministerium in Tirana für den albanischen OSZE-Vorsitz 2020. Heute freie Autorin und gelegentlich unterwegs als Wahlbeobachterin.

Das ist ein Beitrag, der im Rahmen unserer Open-Source-Initiative eingereicht wurde. Mit Open Source gibt der Berliner Verlag allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten. Ausgewählte Beiträge werden veröffentlicht und honoriert.

27 September 2024 0 Kommentare
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Politik

Nach drei verlorenen Landtagswahlen: Grünen-Spitze tritt geschlossen zurück

von Fremdeninfo 25 September 2024
von Fremdeninfo

Nach drei verlorenen Landtagswahlen: Grünen-Spitze tritt geschlossen zurück

Artikel von Von Markus Balser, Vivien Timmler, Berlin/ SZ  sz.de
                                                   
 
Die Grünen-Parteivorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin. © Fabian Sommer/dpa

Die Parteichefs Ricarda Lang und Omid Nouripour übernehmen die Verantwortung für das schlechte Abschneiden der Grünen bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland. Der gesamte Bundesvorstand soll neu gewählt werden.

Grünen-Spitze tritt geschlossen zurück

Die Spitze der Grünen tritt geschlossen zurück. Das haben die Parteivorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour am Mittwoch bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt gegeben. „Wir sind zum Ergebnis gekommen: Es braucht einen Neustart“, sagte Grünen-Chef Nouripour. Jetzt sei „Zeit für Leute, die neu anpacken“, sagte er. Nötig seien „neue Gesichter, um die Partei aus dieser Krise zu führen“, sagte seine Co-Chefin Ricarda Lang. Jetzt sei nicht die richtige Zeit, „um am Stuhl zu kleben“.

Neben Lang und Nouripour wird auch der gesamte sechsköpfige Bundesvorstand mit Wirkung zum Parteitag in Wiesbaden im November die Ämter niederlegen. „Bis dahin führen wir die Grünen geschäftsführend“, sagte Ricarda Lang. Es brauche eine „strategische Neuaufstellung“ der Partei, gerade im Hinblick auf das kommende Jahr. Die anstehende Bundestagswahl sei „nicht einfach irgendeine Wahl“. Jetzt sei die Zeit gekommen, Verantwortung zu übernehmen. „Wir übernehmen sie, in dem wir einen Neustart ermöglichen.“

Der Bundeswirtschaftsminister und designierte Kanzlerkandidat der Grünen Robert Habeck bezeichnete den Rücktritt als „großen Dienst an der Partei“. Der Schritt zeuge „von großer Stärke und Weitsicht“ und sei keineswegs selbstverständlich. „Es ist ein großer Dienst an der Partei“, so Habeck. Er sagte aber auch, die Niederlagen bei den letzten Wahlen seien unstrittig vom Bundestrend beeinflusst gewesen. „Wir tragen hier alle Verantwortung, auch ich. Und auch ich will mich ihr stellen.“

Die Grünen sind im Osten an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert

Ursache für den Rücktritt des Grünen-Vorstands sind vor allem die desaströsen Ergebnisse bei gleich drei Landtagswahlen in Ostdeutschland in Folge. Nur in Sachsen ist der Partei der Wiedereinzug in den Landtag gelungen. In Thüringen und Brandenburg hingegen scheiterten die Grünen an ihren eigenen Ansprüchen und flogen aus den Landesparlamenten.

Zwar fanden die Parteivorsitzenden bei allen drei Wahlen mal mehr, mal weniger schlüssige Begründungen für das schlechte Abschneiden der Grünen: der Anti-Grünen-Wahlkampf der Union, der Aufruf zum taktischen Wählen, die Themenkonjunktur. Letztlich war die Partei aber nicht in der Lage, schlüssige Lehren aus den verloren gegangenen Wahlen zu ziehen.

„Das Wahlergebnis in Brandenburg ist das Zeugnis der tiefsten Krise dieser, unserer Partei seit einer Dekade“, sagte Nouripour am Mittwoch. Es sei notwendig, diese Krise zu überwinden – und auch möglich. Aber: „Dafür braucht es Veränderung.“ Lang ergänzte: „Es braucht neue Gesichter, um die Partei aus dieser Krise zu führen.“ Die Entscheidung sei den Parteivorsitzenden nicht leicht gefallen. „Aber wir treffen sie aus Überzeugung.“

Auch kein „Feng-Shui-Moment“ bei den Grünen

Vor allem Omid Nouripour hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten immer stärker von der Ampelkoalition distanziert und auch seiner eigenen Ernüchterung über die Arbeit mit SPD und FDP Ausdruck verliehen. Erst bezeichnete er das Bündnis als „Übergangsregierung“, dann gab er zu: „Der große Feng-Shui-Moment wird wohl nicht mehr kommen.“ Daran scheint er nun auch in seiner Rolle als Grünen-Parteichef nicht mehr zu glauben.

Dazu gehören neben Lang und Nouripour auch ihre Stellvertreter Pegah Edalatian und Heiko Knopf sowie der Bundesschatzmeister Frederic Carpenter und die politische Geschäftsführerin der Grünen, Emily Büning. Insbesondere Letztere war in den vergangenen Monaten immer stärker in die Kritik geraten. Schon nach der verloren gegangenen Europawahl hatten viele die Schuld bei Büning und ihrem Kampagnenmanagement gesucht.

Als potenzielle Nachfolgerin von Lang und Nouripour wird insbesondere Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, gehandelt. Sie soll dem Vernehmen nach auch für die Bundestagswahlkampagne der Grünen für das kommende Jahr zuständig sein und gilt als eine enge Vertraute des designierten Grünen-Kanzlerkandidaten Robert Habeck. Genau wie der Wirtschaftsminister gilt sie als Pragmatikerin und als eine, die die Partei wieder mehr in die Mitte rücken will.

25 September 2024 0 Kommentare
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Archive

Fazit nach Landtagswahlen: Die AfD profitiert von der Unfähigkeit der demokratischen Parteien

von Cumali Yağmur 24 September 2024
von Cumali Yağmur

 

 Fazit nach Landtagswahlen: Die AfD profitiert von der Unfähigkeit der demokratischen Parteien

 

Pressemitteilung vom Türkische Gemeinde Deutschland

 Am 23. September 2024

Bei den Landtagswahlen in Brandenburg ist die AfD mit knapp 30 Prozent auf dem zweiten Platz gelandet. Die Türkische Gemeinde in Deutschland e.V. sieht den Erfolg der AfD vor allem im Misserfolg der demokratischen Parteien und in der verantwortungslosen Debatte über die Themen Migration und Asyl.

„Der Erfolg der AfD ist nicht ihnen alleine zuzuschreiben, sondern auch der Unfähigkeit der demokratischen Parteien, diese faschistische Partei in ihre Schranken zu weisen“, sagt Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V. „Seit Monaten wird eine verantwortungslose Debatte über Migration geführt, die am Ende nur der AfD hilft. Die angeblich einfachen Lösungen, wie z.B. Grenzkontrollen trotz Schengen oder Obergrenzen für Geflüchtete, kennen wir bisher eher vom rechten Rand, nicht aber von demokratischen Parteien. Dinge zu fordern, die juristisch nicht haltbar sind und die die guten Beziehungen zu unseren Nachbarländern leichtsinnig gefährden, zerstören das Vertrauen in unsere Demokratie und Politik. Die derzeitige Migrations- und Asylpolitik der Bundesregierung schafft es nicht, der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ganz im Gegenteil: sie macht immer mehr eine Politik, die Menschen mit Migrationsgeschichte unter Generalverdacht stellt und gleichzeitig die AfD und ihre Wähler*innen in ihrer Haltung bestätigt.“

Aslıhan Yeşilkaya-Yurtbay, Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V., sagt: „Wir erleben in der öffentlichen Debatte doch immer mehr, dass Menschen nicht mehr an Fakten interessiert sind, sondern mit gefühlten Wahrheiten gelockt werden. Das sehen wir auch in anderen Ländern, das ist alarmierend. Die Zahl der Asylanträge ist geringer als noch im letzten Jahr und über 70% der Kommunen sagen, dass sie sich mit der Unterbringung von Migrant*innen und Geflüchteten nicht überfordert fühlen. Warum zeichnen Politiker*innen also permanent Schreckensszenarien? Es geht nicht darum, Fehler und Probleme in der Migrationspolitik zu negieren. Es gibt diese Fehler und Probleme. Aber politische Maßnahmen im Bereich Migration müssen auf europäischer Ebene getroffen werden. Daher schaden diese Debatten mehr als sie Teil der Lösung sind.“

24 September 2024 0 Kommentare
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Antisemitismus

Frankfurt University of Applied Science: Kampagne gegen Antisemitismusforscherin

von Fremdeninfo 24 September 2024
von Fremdeninfo

Frankfurt University of Applied Science: Kampagne gegen Antisemitismusforscherin

                                                       Artikel von Thomas Thiel

• 18 St

                                               
                                                  Propalästinensische Aktivisten nehmen sie ins Visier: die Antisemitismusforscherin Julia Bernstein © epd
 
Let’s talk – der 7. Oktober, der Krieg in Gaza und die Folgen in Deutschland“ lautet der Titel der Tagung, zu der die Bildungsstätte Anne Frank in diesen Tagen an die Frankfurt University of Applied Science geladen hat. Eine dieser Konsequenzen wurde schon deutlich, bevor die Tagung überhaupt angefangen hatte: Veranstaltungen mit oder über Juden finden an deutschen Hochschulen immer häufiger unter Polizeischutz statt. Vor einer Woche konnte Volker Beck, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft seinen Vortrag über jüdische Feiertage an der Technischen Universität Berlin nur halten, weil sechzig Polizeibeamte die Angriffe von propalästinensischen Aktivisten im Zaum hielten. Am Montag traf es nun Julia Bernstein.
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                                                   Der Ort des Geschehens: Campus der Frankfurt University of Applied Science © Fabian Wilking
 

Die an der Frankfurter Hochschule lehrende Antisemitismusforscherin war seit Donnerstag zur Zielscheibe einer Hetzkampagne geworden. In einem Studentenchat wurde ihr zionistische Propaganda vorgeworfen, verbunden mit dem Aufruf, ihre Seminare zu meiden. Später wurde ihre Telefonnummer herumgeschickt. Zwei Posts können nach Auffassung der Hochschulleitung als direkte Bedrohung verstanden werden. Die Hochschule will sie juristisch prüfen.

Die Polizei muss Bernsteins Vortrag schützen

Wenig später kündigten die Gruppierungen Students for Palestine und Palästina e.V. einen Infostand vor dem Konferenzgebäude an, aus dem wohl eine Demonstration hervorgehen soll. Auch ihr Aufruf war mit einer namentlichen Attacke auf Bernstein verbunden, der ohne jeden Beleg vorgeworfen wird, eine Antisemitismus-Definition zu vertreten, die Kritik an israelischer Siedlungs- und Besatzungspolitik als rassistisch brandmarke.

Gemeint ist die Definition der International Holocaust Remembrance Alliance, auf die sich auch die deutsche Hochschulrektorenkonferenz verpflichtet hat. Sie verurteilt Doppelstandards und Dämonisierung in Bezug auf Israel und lässt für die Kritik an israelischer Siedlungs- und Besatzungspolitik breiten Raum. Am Ende ist es der Polizei zu verdanken, dass Bernstein ihren Vortrag gefahrlos halten kann.

Manche steigen aus Furcht auf Online um

Zuvor haben die Aktivisten ihre Thesen noch einmal bestätigt. Bernstein hatte nach dem 7. Oktober ein Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz mitbegründet in Reaktion auf den dramatischen Anstieg der Judenfeindlichkeit seit dem Massaker der Hamas. Der Hass, die Hetze und die subtilen Anfeindungen, die Juden an den Hochschulen entgegenschlagen, dokumentiert Bernstein in ihrem Vortrag in niederschmetternder Ausführlichkeit.

Redner würden eingeladen, die – wie übrigens auch manche Mitglieder von Students for Palestine und von Palästina e.V. – die Hamas verteidigten oder glorifizierten, Terrorsymbole und NS-Vergleiche an die Wände geschmiert, Porträts von Hamas-Geiseln abgerissen. Vielerorts komme es zu Mobbing, mancherorts flögen die Fäuste. Die Folge sei, dass viele Juden an den Hochschulen ihr Judentum versteckten. Nach einer internen Umfrage des Netzwerks sind es 76 Prozent. Viele wünschen sich laut der Umfrage dauerhafte Polizeipräsenz auf dem Campus und Zugangskontrollen. Manche, wie Bernstein selbst, sind aus Furcht vor Anfeindungen auf Online-Lehre umgestiegen.

Nun ist das Netzwerk noch zu klein, um aus den Zahlen weitreichende Schlüsse zu ziehen. Sie stehen jedoch in erstaunlich deutlichen Gegensatz zu dem zuletzt zu beobachtenden Versuch, das Geschehen zu entdramatisieren und antisemitische Eskalationen auf wenige Hochschulen zu beschränken. Julia Bernstein kritisiert im Gespräch, dass es dazu keine verlässliche Forschung gebe. Eine oft herangezogene Studie der Universität Konstanz, nach der judenfeindliche Einstellungen an Hochschulen nicht übermäßig verbreitet sind, erfasse den israelbezogenen Antisemitismus nicht angemessen. Es brauche nun wohl Polizeischutz, um gewisse Formen des Antisemitismus zu erforschen, sagt Bernstein.

Vor dem Hörsaalgebäude sucht Hochschulpräsident Kai-Oliver Schocke derweil das Gespräch mit den Aktivisten. In der Sache bleibt er hart, aber die Folgen sind unklar. Die Demonstration am Nachmittag müsse die Hochschule genehmigen, sagt er. Aber nicht nur das Netzwerk der jüdischen Hochschullehrenden vermisst bislang eine klare Positionierung der Hochschule zu dem Angriff auf Julia Bernstein.

24 September 2024 0 Kommentare
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Archive

Berlin: SPD-Mitglieder kritisieren Migrationspolitik der Ampel

von Fremdeninfo 24 September 2024
von Fremdeninfo

Berlin: SPD-Mitglieder kritisieren Migrationspolitik der Ampel

                         von der Spiegel

Grenzkontrollen und Abschiebeflüge nach Afghanistan: Die Ampel geht in der Migrationspolitik mit neuer Härte vor. Mehr als 200 SPD-Mitglieder sehen die Werte der Sozialdemokratie gefährdet.

                                               

                                                 Berlin: SPD-Mitglieder kritisieren Migrationspolitik der Ampel © Michael Kappeler / dpa

Nach dem Attentat in Solingen fährt die Bundesregierung einen deutlich härteren Kurs in der Migrationspolitik. Vielen Mitgliedern der SPD geht das zu weit. In einem offenen Brief fordern sie führende Sozialdemokraten auf, das Asylrecht zu verteidigen und Menschenrechte zu wahren.

»Es kann und darf jedoch nicht der Fall sein, dass das Ziel, Bürger*innen zu schützen, genutzt wird, um Menschen pauschal auszugrenzen, ganze Gruppen der Gesellschaft zu stigmatisieren und rassistische und fremdenfeindliche Narrative zu bedienen«, heißt es in dem Brief. Unter den Unterzeichnern finden sich vor allem Berliner Lokalpolitiker, aber auch Mitglieder des Bundestags und Europaparlaments.

rauer, Wut und Entsetzen

Diese hätten mit Trauer, Wut und Entsetzen verfolgt, wie führende Sozialdemokraten und -demokratinnen einen Diskurs der Ausgrenzung und Stigmatisierung mit befeuert hätten. Darunter verstehen Unterzeichner etwa Maßnahmen von Zurückweisungen an der Grenze, aber auch die Darstellung grenznaher Inhaftierungen als »vermeintliche Lösung für ein so komplexes Problem wie Extremismus«.

Nach dem Terroranschlag des Syrers Issa Al H. Ende August auf ein Stadtfest in Solingen wird in der Bundespolitik wieder über Migration diskutiert. CDU-Chef Friedrich Merz hatte nach dem Anschlag in der Solinger Innenstadt mit drei Toten und acht Verletzten unter anderem einen Aufnahmestopp für Geflohene aus Syrien und Afghanistan sowie Abschiebungen in diese Länder gefordert.

Anfang September hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) Grenzkontrollen an deutschen Außengrenzen angekündigt, zudem waren erstmals verurteilte Straftäter nach Afghanistan abgeschoben worden. Kanzler Olaf Scholz hatte schon Monate zuvor einen neuen Kurs der Härte in der Asylpolitik beschworen, nun wird dieser umgesetzt.

»Die vorgeschlagenen Maßnahmen der Kürzung der Sozialleistungen unter das Existenzminimum und Hinderung der Einreise entmenschlichen Asylsuchende und sind dabei weder mit dem europäischen Gedanken, dem europäischen Recht, noch mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar«, heißt es in dem Brief weiter. Damit würden rechtspopulistische und -extreme Narrative gestärkt werden.

»Die SPD darf nie die menschenfeindlichen Narrative und Positionen rechter Parteien aufgreifen und damit normalisieren«, heißt es, deshalb wolle man die SPD-Spitze im Bundestag, in der Bundesregierung und im Willy-Brandt-Haus dazu auffordern, sich für eine humane Asylpolitik einzusetzen.

 

24 September 2024 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Asylpolitik und EU: Unmut über den deutschen Sonderweg

von Fremdeninfo 22 September 2024
von Fremdeninfo

Asylpolitik und EU: Unmut über den deutschen Sonderweg

                                                   Artikel von Michael Martens / FAZ 

                                         •

                                          Verwundert in Wien über Berlin: Der griechische Ministerpräsident Mitsotakis © dpa
 

Als der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis in der vergangenen Woche Wien besuchte, ging es in den Gesprächen mit Österreichs Kanzler Karl Nehammer auch um Deutschland. Dass die Regierung des größten EU-Mitgliedsstaates unter dem Eindruck miserabler Wahlresultate und Umfrageergebnisse einen Kurswechsel in der Migrationspolitik anstrebt oder das zumindest behauptet, beschäftigt auch andere Hauptstädte der Union.

 Für Verwunderung sorgt dabei nicht zuletzt der Umstand, dass deutsche Politiker die Überlastung Deutschlands durch irreguläre Einwanderung gern auf mangelnde Solidarität anderer EU-Staaten zurückführen, zugleich aber durch einen in vielen Ländern als absurd empfundenen Alleingang in der Sozialpolitik die Voraussetzungen für die eigene Krise nähren und aufrechterhalten. Schließlich alimentiert Deutschland selbst in letzter Instanz abgelehnte, also ausreisepflichtige Asylbewerber noch großzügig aus Steuergeldern und stellt sie mittelfristig, gleichsam als Belohnung für den Rechtsbruch der verweigerten Ausreise, inländischen Transferempfängern gleich. Das gibt es in dieser Form sonst nirgends in der EU. „Kein Wunder, dass ausreisepflichtige Ausländer euer Land nicht verlassen, wenn ihr Deutschen sie fürs Dableiben bezahlt“, lautet der Einwand sinngemäß.

In Wien zeigte sich Nehammer bei der Pressekonferenz mit Mitsotakis zwar vorsichtig optimistisch über einen neuen Realismus Deutschlands in Migrationsfragen, übte aber zugleich in diplomatischem Ton deutliche Kritik: „Der deutsche Weg“, sagte Nehammer in etwas verschnörkeltem Kanzleideutsch, habe „lange gebraucht, einer zu werden, der sich dem Realismus annähert“. Er könne sich erinnern, dass der österreichische Innenminister Gerhard Karner (der ebenso wie Nehammer der konservativen ÖVP angehört) „sehr viele Gespräche“ mit seiner deutschen Kollegin Nancy Faeser (SPD) geführt habe „und auf Unverständnis gestoßen ist, als wir gewarnt haben davor, dass das Migrationsthema weiter ein großes ist für die Europäische Union, (dass es) weiter eine große Herausforderung ist und wir alle gemeinsam uns anstrengen müssen, damit wir den Kampf gegen die illegale Migration führen“. Er lobte, dass in Deutschland nun ein „Umdenken“ beginne.

 Europa müsse bei Rückführungen abgelehnter Asylbewerber besser werden und dafür auch „mit der Wucht“ und der „Marktmacht“ der EU arbeiten. Das alles werde künftig hoffentlich rascher durchgesetzt werden, „weil die Bundesrepublik Deutschland ein wichtiges Land der Europäischen Union ist, ein mächtiges Land aufgrund seiner Wirtschaftsleistung“. Die Entwicklung in Deutschland werde dazu beitragen, Rückführungen zu erleichtern, mutmaßte Nehammer.

Kein Geld in Dänemark für abgelehnte Asylbewerber

Auch Mitsotakis sprach über Deutschland. „Es ist nicht unsere Aufgabe, anderen europäischen Mitgliedstaaten vorzuschreiben, was ihre Politik sein sollte, aber die Realität ist, dass es Länder gibt in Europa, die einen sehr großen Reiz ausüben“, sagte er unter anderem. In einem Interview wiederholte er kurz darauf kaum verhohlene Kritik: „Deutschland hatte eine extrem tolerante und, ich würde sagen, sozial großzügige Politik gegenüber Migranten, die jetzt eine große soziale Gegenreaktion ausgelöst hat.“

 Insbesondere durch die sogenannten Analogleistungen, also die Zahlung von Sozialhilfe sogar an abgelehnte Asylbewerber, die zur Ausreise verpflichtet sind und dazu auch in der Lage wären, erweist sich Deutschland aus der Sicht vieler EU-Partner als Magnet für immer mehr irreguläre Einwanderung. Zwar wurden die deutschen Gesetze „verschärft“, weshalb sich abgelehnte Asylbewerber inzwischen 36 statt wie zuvor 18 Monate unberechtigt in Deutschland aufhalten müssen, um Bürgergeld zu erhalten. Dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, wird in vielen EU-Staaten dennoch mit Unverständnis aufgenommen.

Andere Länder muten das ihren Steuerzahlern nicht zu. Die niederländische Regierung will abgelehnten Asylbewerbern ab 2025 keinerlei staatliche Unterstützung mehr zahlen. In Frankreich ist das schon so. In Dänemark gibt es nur noch Nahrungsmittel, Kleidung und Unterkunft in Abschiebelagern. Zypern, wo gemessen an der Bevölkerungsgröße zeitweilig noch mehr Asylanträge als in Deutschland gestellt wurden, schickt inzwischen nach eigenen Angaben mehr abgelehnte Asylbewerber zurück, als neue kommen.

Ein Grund dafür ist laut Innenminister Kon­stantinos Ioannou neben der Beschleunigung der Verfahren die Streichung staatlicher Unterstützung für abgelehnte Asylbewerber. Nur wer zur freiwilligen Ausreise bereit ist, bekommt dafür Geld vom Staat. Alle anderen bekommen, sobald ihr Asylantrag rechtsgültig abgelehnt wurde, nichts mehr. Eine Kampagne in sozialen Medien, die auf ein Publikum in Hauptherkunftsländern wie Nigeria, Kamerun oder der Demokratischen Republik Kongo zugeschnitten ist, soll die Botschaft vermitteln, bevor Migranten überhaupt aufbrechen.

Deutschlands Beharren auf einem Sonderweg wirkt da zusehends absurd. Ein Gesprächspartner aus der konservativen griechischen Regierungspartei Nea Dimokratia drückt es so aus: „Während der Eurokrise haben die Deutschen uns ständig gemahnt, unsere Hausaufgaben zu machen, und sie hatten ja auch recht damit. In der Migrationspolitik würden wir die Mahnung gern zurückgeben: Nun solltet ihr endlich eure Hausaufgaben machen.“ Das sei allemal besser, als durch dauerhafte Grenzkontrollen die Errungenschaften der Schengen-Zone zu untergraben. Ob Berlin die europäischen Signale hört?

22 September 2024 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Mehr Geld für Rückkehr – Schweden will Flüchtlinge mit Ausreiseprämie loswerden – Forscher bleibt skeptisch

von Fremdeninfo 22 September 2024
von Fremdeninfo

Mehr Geld für Rückkehr – Schweden will Flüchtlinge mit Ausreiseprämie loswerden – Forscher bleibt skeptisch

                                                                                                   Artikel von FOCUS Online
                                                         
                                                           Neuer restriktiver Kurs in Schweden: Rückkehrprämie für Migranten geplant Jessica Gow/TT/TT News Agency/AP © Jessica Gow/TT/TT News Agency/AP
 

Mit einer Rückkehrprämie will die schwedische Regierung Migranten zur Ausreise bewegen. Der Forscher Bernd Parusel erläutert in einem Interview mit dem „Spiegel“ die Hintergründe und möglichen Auswirkungen dieser Maßnahme.

Schweden galt lange Zeit als Vorzeigeland im Umgang mit Migranten mit einer offenen Willkommenskultur. Doch der Ruf nach Abschottung wird im Land immer lauter. Die schwedische Regierung plant, die Anreize für die freiwillige Rückkehr von Migranten in ihr Heimatland deutlich zu erhöhen.

Ab 2026 sollen Rückkehrwillige bis zu 350.000 schwedische Kronen erhalten , umgerechnet etwa 30.000 Euro, wenn sie freiwillig das Land verlassen. Im Rahmen einer Neuausrichtung der Einwanderungspolitik des Landes erklärte Migrationsminister Johan Forssell, dass man sich auf dem Weg zu einem grundlegenden Wandel befinde.

Die Erhöhung der Prämie ist eine Forderung, die direkt dem Wahlprogramm der rechten Schwedendemokraten entspringt, von deren Unterstützung die Regierung abhängig sei, erklärt der Politikwissenschaftler Bernd Parusel im Interview mit dem „ Spiegel “. Inzwischen sei es in Schweden so, dass die bürgerlichen Parteien sich zunehmend den Rechten angenähert hätten.

Der konservative Premierminister Ulf Kristersson ist 2022 mit dem Versprechen angetreten, die Einwanderung einzudämmen und die Kriminalitätsrate zu senken. Seine Minderheitsregierung wird von den Schwedendemokraten unterstützt, die bei den letzten Wahlen 20,5 Prozent der Stimmen erhielten und damit zweitstärkste Partei wurden

Rückkehrprämie für Migranten: Experte riet klar davon ab

Die Initiative zur Erhöhung der Rückkehrprämie soll ab 2026 greifen. Derzeit liegt die Prämie für Erwachsene bei rund 880 Euro und für Kinder bei 440 Euro, wobei der Höchstbetrag pro Familie auf rund 3500 Euro begrenzt ist.

Die Rückkehrprämien gibt es jedoch bereits seit 1984, aber laut Ludvig Aspling von den rechten Schwedendemokraten sei das Angebot wenig bekannt und werde nur von wenigen in Anspruch genommen.

Parusel, der als Senior Researcher beim Schwedischen Institut für Europäische Studien (SIEPS) arbeitet, äußerte sich skeptisch über die Wirksamkeit einer erhöhten Prämie und schließt sich somit der Meinung des Regierungsexperten an.

Die Entscheidung, die Prämien zu erhöhen, erfolgte entgegen den Empfehlungen der kürzlich von dem Experten durchgeführten Regierungsstudie.

Ähnliches Angebot in Dänemark mit bescheidenen Ergebnissen

Der Experte „riet klar davon ab, was so klar selten oder noch nie vorgekommen ist“, sagt Parusel im „Spiegel“-Interview. „Die Ausreiseprämie würde nicht zum gewünschten Erfolg führen, dafür viel kosten und viele Menschen von der Integration abschrecken.“ Dass die Regierung den Rat des Experten ignoriert, sei laut Parusel „schon sehr erstaunlich“.

Zudem gebe es in Dänemark seit Jahren ein ähnliches Angebot, das jedoch nur bescheidene Ergebnisse erzielt habe. Parusel schätzt, dass in Schweden nur einige Hundert Menschen jährlich ausreisen würden. „Die positiven Effekte dürften marginal sein“, sagte er.

Die Regierung hoffe, dass vor allem diejenigen das Land verlassen, die keine Arbeit finden und sich nicht integrieren können. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass eher Menschen mit besseren Möglichkeiten das Land verlassen würden.

Schwedens Wandel von der „humanitärer Supermacht Europas“ zur knallharten Asylpolitik

Im Laufe der Jahre, insbesondere seit den 1990er Jahren, hat Schweden eine beträchtliche Zahl von Migranten aufgenommen. Die meisten kamen aus Kriegs- und Krisengebieten wie dem ehemaligen Jugoslawien, Syrien, Afghanistan, Somalia, Iran und Irak.

Seit 2016 ist jedoch eine deutliche Wende in der schwedischen Einwanderungspolitik zu beobachten, die sich durch eine entschlossene und strenge Haltung auszeichnet.

Während der Migrationskrise im Jahr 2015 nahm Schweden im Verhältnis zu seiner Bevölkerung mehr Flüchtlinge auf als die meisten anderen europäischen Staaten. Bis zu diesem Zeitpunkt galt Schweden in Europa als einer der Vorreiter einer offenen und großzügigen Asylpolitik mit einer besonders hohen Aufnahmebereitschaft. Heute hat sich die Situation deutlich verändert.

Die Migrationspolitik in Schweden sei über die Jahre restriktiver geworden, was auch von Sozialdemokraten und Grünen unterstützt worden sei, sagt Parusel. Die aktuelle Regierung setze diese Entwicklung nur konsequent fort.

Es geht ausdrücklich um Abschreckung“

Die Berichte über Gangkriminalität und Teenager, die als Auftragsmörder bis nach Dänemark reisen , würden zwar ein Problem aufzeigen, doch diese Probleme gingen eher von Menschen aus, die bereits in der zweiten Generation in Schweden leben.

„Es müsste also eher um Integration, Chancengleichheit und Prävention gehen“, so der Forscher zum „Spiegel“. Stattdessen würden Geflüchtete zum Sündenbock gemacht.

Schweden wolle nun fast schon mit Gewalt sein Bullerbü-Image ablegen und die Zahl der Migranten weiter senken. „Es geht ausdrücklich um Abschreckung“, so Parusel.

Schweden folge damit einer europaweiten Entwicklung und sei sogar ein Motor dieser Entwicklung. Dass auch Deutschland eine Kehrtwende in der Migrationspolitik vollzogen hat, würden viele in Stockholm mit einer gewissen Genugtuung sehen, meint der Forscher.

„Sie sagen, dass Deutschland nun ebenfalls erkannt habe, dass hohe Zuwanderungszahlen problematisch sein können. Gleichzeitig gibt es aber auch die Sorge, dass strengere Maßnahmen dazu führen könnten, dass wieder mehr Migranten nach Skandinavien kommen“, so Parusel.

22 September 2024 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Migrationsforscher: „Es ist sinnvoll, aussichtslose Asylanträge zu entmutigen“

von Fremdeninfo 20 September 2024
von Fremdeninfo

Migrationsforscher: „Es ist sinnvoll, aussichtslose Asylanträge zu entmutigen“

                                                   Artikel von Michael Martens/FAZ
                                    
                  Ein Boot mit Flüchtlingen nähert sich am 11. August im Mittelmeer südlich der Insel Lampedusa dem Rettungsschiff
                 „Astral“ der Hilfsorganisation Open Arms. © Reuters

 

Herr Knaus, die Bundesregierung entfaltet in jüngster Zeit einen hektischen Aktivismus, um die vor Jahren außer Kon­trolle geratene illegale Einwanderung nach Deutschland einzudämmen. Nun sollen verschärfte Grenzkontrollen die Lösung sein. Was genau meinen Sie, wenn Sie vor Scheinlösungen warnen, die nur Enttäuschungen produzieren?

Das Ziel, irreguläre Migration zu stoppen, ist legitim. Die entscheidenden Fragen sind: Wo und wie? Sowohl die Regierung als auch die Opposition von CDU/CSU begehen einen strategischen Fehler, wenn sie versprechen, dieses Ziel an den deutschen Grenzen erreichen zu können. Zur Wirkung von Binnengrenzkontrollen wissen wir seit 2015 viel. Österreich hat sie seit Herbst 2015, Frankreich auch. In beiden Ländern sind die Asylantragszahlen seither stark gestiegen. Das EU-Recht erlaubt es an der Grenze aufgegriffenen Personen, einen Asylantrag zu stellen. Österreich hatte 2022 fast 110.000 Asylanträge. Das waren mehr als 2015 und gemessen an der Bevölkerungszahl auch viel mehr als Deutschland – nach sieben Jahren Grenzkontrollen.

CDU-Chef Merz sagt aber, er wolle nicht nur Kontrollen, sondern auch sofortige Zurückweisungen an der Grenze. Sie warnen, der gewünschte „Dominoeffekt“ werde sich nicht einstellen. Warum nicht?

Diese Idee ist nicht neu. Als es aus Bayern und vom damaligen Innenminister Horst Seehofer 2018 einen ähnlichen Vorschlag für Zurückweisungen an den deutschen Grenzen gab, hat Angela Merkel dem sogar zugestimmt – unter einer Bedingung: Seehofer sollte seine Parteifreunde in Wien, wie den damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz, davon überzeugen, diese Zurückweisungen zu akzeptieren. Wiens Reaktion darauf war 2018 dieselbe wie nun 2024: Österreich, das pro Kopf seit 2014 sogar noch mehr Schutz vergab als Deutschland, war nicht bereit, Zurückweisungen entgegen der geltenden Dublin-Regeln zu akzeptieren. Wie aber sollen Zurückweisungen nachhaltig sein, wenn die Nachbarländer sie ablehnen – solange man nicht auch Grenzzäune und Mauern baut? Ist Deutschland jetzt bereit dazu, die Schengen-Zone für immer abzuschaffen? Und wie sollen Zurückweisungen an der grünen Grenze funktionieren, die Tausende Kilometer lang ist? Sollen da alle zwanzig Meter Grenzpolizisten stehen? Wer an einer Stelle abgewiesen wird, probiert es an einer anderen nochmals. Das sehen wir seit 2016 in Südosteuropa auf der sogenannten Balkanroute, die angeblich schon vor Jahren geschlossen wurde.

Den Gegenvorschlag der Ampel, Flüchtlinge nahe der deutschen Grenze festzuhalten, bezeichnen Sie ebenfalls als untauglich. Warum?

Das wäre eine Art Turbo-Dublin im Kleinen. Werden Bayern oder Sachsen dann lauter Aufnahmezentren bauen? Wieso sollte das, was seit Jahren schon mit Italien und Griechenland scheitert, dann auf einmal funktionieren? Deutschland beantragte 2023 in 20.000 Dublin-Fällen, dass ein Asylverfahren in Italien und Griechenland stattfinden sollte. Es gelangen aber nur 14 Überstellungen. Die Frustration darüber ist nachvollziehbar. Deutschland und Österreich machen gemeinsam etwa 20 Prozent der EU-Bevölkerung aus, trafen seit 2014 aber mehr als die Hälfte aller positiven Asylentscheidungen in der EU. Würde das Dublin-System funktionieren, wäre das unmöglich. Derweil ist der bürokratische Aufwand enorm. Deutschland beantragte 2023 etwa 75.000-mal, eine Person in ein anderes EU-Land zu überstellen. Nur 5000-mal kam es tatsächlich dazu. Gleichzeitig übernahm Deutschland selbst 4300 Dublin-Fälle aus anderen Ländern. Am Ende von Zehntausenden bearbeiteten Akten hatte Deutschland im vergangenen Jahr also 700 Asylanträge im Jahr weniger. Bei insgesamt 350.000 Asylanträgen. Das Dublin-System erinnert an Sisyphus und seinen Felsblock.

Reden wir also über Lösungen. Sie haben sich in der Migrationsforschung unbeliebt gemacht, da Sie die Verlagerung europäischer Asylverfahren in afrikanische Staaten befürworten. Als Vorbild nennen Sie die überarbeitete Asylpartnerschaft zwischen Großbritannien und Ruanda vom Dezember 2023. Doch die ist gescheitert. Wie kann das also eine Lösung sein?

Man kann aus der gescheiterten britischen Kooperation mit Ruanda viel lernen. Gescheitert ist sie zwei Gründen: Erstens wurde sie von den Tories dilettantisch betrieben. Die britische Regierung hatte vor Klärung der Frage, wie glaubwürdige Asylverfahren in Ruanda sichergestellt werden können, schon einen Stichtag festgelegt, ab dem sie alle danach ankommenden Asylbewerber überstellen wollte. Wie zu erwarten war, sind die Gerichte in London dagegen eingeschritten. Erst danach, um berechtigte Einwände der Gerichte zu klären, hat die Regierung Ende 2023 einen neuen Vertrag mit Ruanda geschlossen. Darin verpflichtete sich Ruanda, dass es keine Abschiebungen jener geben würde, die aus Großbritannien in das Land gebracht würden, selbst bei einem negativen Asylbescheid. Auch abgelehnte Asylbewerber hätten also in Ruanda bleiben können. Dazu wurde das nationale Asylverfahren verbessert. Es wurden auch internationale Richter eingeladen, sich daran zu beteiligen. Ein anerkannter englischer Richter hätte Ko-Vorsitzender der ruandischen Asyl-Berufungskammer werden sollen.

Hätte?

Ja, weil die Tories im Sommer abgewählt wurden und die jetzige Regierung aus politischen Gründen gegen das Projekt ist und die Kooperation mit Ruanda ausgesetzt hat. Nun wissen wir aber: Seriöse Asylverfahren in Ruanda sind möglich. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bringt seit 2019 Tausende Asylsuchende aus Libyen für Asylverfahren nach Ruanda. Ruanda ist dafür sicher, sonst könnte das UNHCR das nicht tun. Die Menschen, denen Asyl zuerkannt wird, können entweder in Ruanda bleiben oder sich für ein Umsiedlungsprogramm bewerben, vor allem in die USA oder nach Kanada. Es geht also.

Was hindert die Bundesregierung dann daran, aus den Fehlern Londons zu lernen und ein rechtssicheres Abkommen mit Ruanda oder anderen Drittstaaten anzustreben, um Asylverfahren dorthin auszulagern?

Derzeit das EU-Recht. Außerdem braucht es auch eine klare Strategie bezüglich der Angebote an mögliche Partnerländer. Ich höre manchmal, Abkommen mit Drittstaaten seien keine „magische Lösung“. Das stimmt. Aber ein Rückgang der irregulären Migration und der Zahl der Toten im Mittelmeer binnen Wochen auf nur drei Prozent der früheren Zahlen, wie er durch die EU-Türkei-Erklärung im Jahr 2016 in der Ägäis erreicht wurde, ist eine große politische Anstrengung allemal wert und würde viele Leben retten. Wenn man einem afrikanischen Partnerland im Gegenzug für seine Kooperation die geordnete Aufnahme von Flüchtlingen durch Kontingente, erleichterte Mobilität für die eigenen Bürger und Entwicklungshilfe zur Bekämpfung der extremen Armut anbieten würde, würde die AfD zwar sicher auch dagegen protestieren – aber Parteien der Mitte und alle, denen etwas an human kontrollierten Außengrenzen ohne Tausende Tote jedes Jahr liegt, sollten das unterstützen.

Abgesehen vom rassistischen Einwand, ein afrikanischer Staat könne per se keine ausreichenden Standards bieten, führen Gegner der Ruanda-Idee an, es sei illusorisch, Hunderttausende Menschen in das Land zu bringen. Sie sagen, darum gehe es auch nicht. Aufgrund der Signalwirkung einer Stichtagsregelung würde sehr bald kaum noch jemand kommen, wenn klar ist, dass die Reise nach Europa in Ruanda endet. Was macht Sie da so sicher?

Ruanda wäre nie bereit gewesen, für Hunderttausende Menschen Asylverfahren durchzuführen. Auch die Türkei war dazu im Rahmen ihrer Vereinbarung mit der EU 2016 nicht bereit. Es geht darum, dass man die irreguläre Migration in die EU mithilfe einer Stichtagsregelung systematisch entmutigt. Zwischen der EU und der Türkei wurde 2016 ein Stichtag vereinbart, nach dem alle, die danach noch auf den griechischen Inseln ankamen, damit rechnen mussten, wieder in die Türkei zurückgebracht zu werden. Das bewirkte einen sofortigen drastischen Rückgang der Migration. Entscheidend war, dass die Botschaft geglaubt wurde. Dafür bieten die Partnerländer an, Asylverfahren nach den Standards des UNHCR auf ihrem Boden abzuhalten oder zuzulassen. So ließen sich die irreguläre Migration und das Sterben auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln ebenso wie im zentralen Mittelmeer schnell reduzieren. Und Tausende Leben retten. Damit die Partnerstaaten mitmachen, muss es aber Angebote geben, die in deren langfristigem Interesse sind. Man kann zum Beispiel legale Arbeitsmigration für junge Menschen anbieten, die sich in geregelten Verfahren dafür bewerben.

Wir müssen auch über Pull-Faktoren reden. Die niederländische Regierung will abgelehnten Asylbewerbern ab 2025 keine staatliche Unterstützung mehr zahlen. Wäre das auch ein Weg für Deutschland?

Ausreisepflichtige Personen, deren Antrag auf Asyl in letzter Instanz abgelehnt wurde und die ausreisen könnten, bekommen auch in Österreich keine Unterstützung mehr. Es gibt Ausnahmen für Fälle, wenn Menschen unverschuldet nicht ausreisen können, aber das sind nicht viele. In ganz Österreich gibt es derzeit weniger als 1100 Menschen, die eine endgültige negative Asylentscheidung haben, aber weiter eine Grundversorgung bekommen. Das ist ein Dach über dem Kopf, sieben Euro am Tag für Verpflegung und dazu 40 Euro im Monat. Alle anderen, die endgültig abgelehnt wurden, bekommen nichts mehr. Dazu kommen in der Schweiz wie in Österreich im Fall von fast aussichtslosen Asylanträgen sehr schnelle Verfahren. In Deutschland gab es 2024 schon wieder fast 11.000 Asylanträge aus den Westbalkanstaaten, Moldau und Georgien. Nur 21 dieser Anträge wurden positiv beschieden. In Österreich gab es aus diesen Ländern nur 225 Anträge bei 12 positiven Entscheidungen. In diesem Jahr könnten wieder 30.000 Menschen in Deutschland einen Asylantrag stellen, die von Anfang an keine Chance auf Anerkennung haben. Es gab schon 1000 Anträge aus Vietnam – mit einer einzigen Anerkennung. 2500 Anträge aus Kolumbien, bei drei Anerkennungen. Indem man Anreize senkt, dass solche meist aussichtslosen Anträge überhaupt gestellt werden, könnte man Behörden und Gerichte schnell entlasten.

Mit anderen Worten: Deutschland sollte sich an dem niederländischen oder dem österreichischen Beispiel orientieren und abgelehnten Asylbewerbern keine staatliche Unterstützung mehr zahlen?

Es ist sinnvoll, aussichtslose Asylanträge effektiv zu entmutigen. Wer Schutz braucht, soll ihn bekommen – aber wer ihn nicht braucht, sollte möglichst keinen Anreiz dazu haben, Asylanträge zu stellen. Das sicherzustellen wäre auch keine „Verschärfung“, sondern ein Schutz des Rechts auf Asyl.

Also keine staatliche Unterstützung mehr für abgelehnte Asylbewerber. Sie kritisieren zudem, dass die Ampel auf europäischer Ebene eine mögliche Lösung blockiere, nämlich die von einer Mehrheit der EU-Staaten gewünschte Streichung des „Verbindungskriteriums“. Worum geht es?

Um die Schaffung der rechtlichen Voraussetzung dafür, dass die EU mit möglichen sicheren Drittstaaten über Rückführungen von Asylsuchenden verhandeln kann. Das eine ist das internationale Recht: Wer die EU erreicht, darf für Asylverfahren nur in Länder gebracht werden, in denen menschenrechtliche Standards erfüllt und faire Asylverfahren gewährleistet sind. Das Verbindungskriterium im geltenden EU-Recht schreibt aber zusätzlich dazu noch vor, dass die betreffende Person eine biographische Verbindung zu diesem sicheren Land haben muss. Das ist weder Teil der Flüchtlingskonvention noch der Europäischen Menschenrechtskonvention. Eine große Mehrheit der EU-Staaten fordert schon lange eine Aufhebung des Verbindungskriteriums. Die CDU auch. Die Regierung lehnt das bisher entschieden ab. Warum? Es geht dabei eindeutig nicht um die Einschränkung der Menschenrechte.

Wie ließe sich das Verbindungskriterium denn abschaffen?

Die EU-Kommission müsste es vorschlagen. Dann liegt es an den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament. Im nächsten Sommer soll das ohnehin neu diskutiert werden – doch warum warten, während der Schengen-Raum vor unseren Augen zusammenbricht und weiter Jahr für Jahr Tausende im Mittelmeer ertrinken? Ampel und Opposition könnten der Kommission sofort Deutschlands Bereitschaft zur Streichung des Verbindungskriteriums signalisieren. Dann könnte man ernsthafte Verhandlungen für 2025 vorbereiten. Das Ziel muss es sein, die irreguläre Migration in die EU ähnlich effektiv zu reduzieren, wie dies mit der EU-Türkei-Erklärung im März 2016 anfangs gelang. Im Winter 2015/16 kamen in drei Monaten mehr als 150.000 Menschen in Booten aus der Türkei nach Griechenland. Im Sommer 2016 waren es dann in drei Monaten nur noch 5000, und im Winter 2017 in drei Monaten nur 4000. Ein Rückgang um 97 Prozent. Diese Einigung reduzierte die irreguläre Migration vier Jahre lang. Dann brach die EU-Türkei-Erklärung zusammen. Das Ergebnis davon sah man schnell. In Deutschland, Österreich und der Schweiz stieg die Zahl der Asylanträge allein von Syrern und Afghanen von 200.000 in den drei Jahren zwischen 2017 bis 2019 auf 450.000 in den Jahren von 2021 bis 2023. Trotz neuer Zäune, nationaler Grenzkontrollen und wachsender Gewalt an den Grenzen in Südosteuropa.

Insbesondere bei den Grünen gibt es aber, gelinde gesagt, gewisse Vorbehalte gegen die Idee, europäische Asylverfahren nach Afrika zu verlagern.

Abkommen mit sicheren Drittstaaten sind eine moralische Alternative zu Gewalt, Tod und Rechtlosigkeit an Europas Grenzen. Und zum derzeitigen Kontrollverlust. Um irreguläre Migration zu kontrollieren und das Sterben im Mittelmeer zu verringern, sind seriöse Asylverfahren in Drittstaaten legitim, auch wenn sie mit dem Ziel verbunden sind, zugleich irreguläre Migration zu reduzieren. Man muss sich dabei von dem Kampfbegriff der „Externalisierung“ verabschieden.

Sie warnen, wer jeden Versuch zur Eindämmung der illegalen Migration aus ideologischen Gründen ablehne, mache die Rechnung ohne Putin. Wie meinen Sie das?

Wenn putinfreundliche Parteien wie die AfD, die FPÖ oder Le Pens RN bei Wahlen in ganz Europa immer stärker werden, weil es Parteien der Mitte nicht schaffen, ihre Versprechen zur Begrenzung der irregulären Migration einzulösen, ist das für den Frieden existenzbedrohlich. Putin ist die größte Fluchtursache in Europa. Er hat den Krieg gegen die Ukraine entfesselt. Die Vertreibung von Millionen ist dabei ein explizites Ziel. Er schleust mit Belarus Zehntausende Migranten aus anderen Ländern an die europäischen Außengrenzen. Von seiner Rolle in Syrien seit 2015 nicht zu reden. Ein Scheitern der Versuche, irreguläre Migration mit rechtsstaatlichen Mitteln unter Kontrolle zu bekommen, ist für Putin und seine Verbündeten das größtmögliche Geschenk. Angesichts des Ernstes der Lage brauchen wir aber Vorschläge zur Reduzierung der Migration, die auch tatsächlich funktionieren können. Gefährlich wird es, wenn Parteien der Mitte Lösungen präsentieren, die die Erwartungen nicht erfüllen können. Für den Plan der Zurückweisungen an deutschen Grenzen etwa müsste eine Notlage ausgerufen werden. Es ist fast sicher, dass der Europäische Gerichtshof das nicht akzeptieren würde. Dann stünde fast der gesamte Bundestag gegen das höchste europäische Gericht. Das wäre ein idealer Nährboden für die Anti-EU-Kampagnen von AfD und BSW. Und am Ende gar für die von Putin erhoffte Debatte über ein Ausscheiden Deutschlands aus der EU.

20 September 2024 0 Kommentare
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Zahl der Migranten in Deutschland so hoch wie seit den 1950er Jahren nicht mehr

von Fremdeninfo 20 September 2024
von Fremdeninfo

Zahl der Migranten in Deutschland so hoch wie seit den 1950er Jahren nicht mehr

Knapp 3,5 Millionen Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge und geduldete Personen leben derzeit in Deutschland. Das ist ein neuer Höchststand seit den 1950er-Jahren. Die Linke kritisiert trotzdem die Migrationsdebatte und spricht von „gefährlichem Unsinn“.

 

                                                      

                                                        Menschen kommen in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen an Boris Roessler/dpa

 

Die Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge hat mit knapp 3,5 Millionen einen Höchststand seit der Nachkriegszeit erreicht. Laut Ausländerzentralregister lebten zum Ende des ersten Halbjahres 2024 rund 3,48 Millionen Flüchtlinge in der Bundesrepublik, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) berichtet. Dem Bericht zufolge sind das so viele wie seit den 1950er-Jahren nicht mehr. Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag.

„Das sind gerade einmal vier Prozent der Bevölkerung“, sagte die fluchtpolitische Sprecherin der Linken-Gruppe im Bundestag, Clara Bünger, der Zeitung. Bünger kritisierte angesichts dieser Zahlen die Migrationsdebatte in Deutschland. „Trotzdem wollen Politiker von Ampel, CDU und AfD den Menschen weismachen, diese kleine Minderheit sei für all ihre Probleme verantwortlich. Das ist gefährlicher Unsinn, der allein die extreme Rechte stärkt.“

Der Ton in der Migrationsdebatte in Deutschland hatte sich mit dem mutmaßlich islamistischen Messerangriff von Solingen Ende August verschärft. Die Bundesregierung schlug daraufhin unter anderem Maßnahmen gegen gewaltbereiten Islamismus sowie deutliche Verschärfungen im Aufenthalts- und Asylrecht vor. Zudem wurden Grenzkontrollen zu allen Nachbarländern eingeführt. Der Union gehen die geplanten Schritte aber nicht weit genug.

Die Zahl von 3,48 Millionen Geflüchteten umfasst laut „NOZ“ alle Menschen, die aus humanitären Gründen in Deutschland Schutz suchen, von Asylbewerbern über anerkannte Flüchtlinge bis zu geduldeten Personen. Davon stammten rund 1,18 Millionen aus der Ukraine.

Aufgrund von Abschiebungen und Ausreisen sei die Zahl der Ausreisepflichtigen in Deutschland rückläufig, hieß es weiter. Mitte 2024 verzeichnete die Statistik 226.882 Ausreisepflichtige und damit 15.760 weniger als noch Ende 2023. 80,5 Prozent der Ausreisepflichtigen seien geduldet, weil sie etwa mit Blick auf die Situation in ihrem Herkunftsland nicht abgeschoben werden können.

FDP-Chef Christian Lindner hatte zuletzt weitere Schritte zur Eindämmung der Asylbewerber-Zahlen in Deutschland gefordert. Lindner verwies gegenüber der „Rheinischen Post“ auf den Vorschlag seines Parteikollegen, Justizminister Marco Buschmann, modellhaft eine Form der Zurückweisung an deutschen Grenzen einzuführen. „Zudem muss alles diskutiert werden, was die Magnetwirkung des deutschen Sozialstaats reduziert.“

Politiker von SPD, Union und FDP dringen zudem darauf, Maßnahmen der EU-Asylreform in Deutschland so rasch wie möglich umzusetzen. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sieht in der mühsam ausgehandelten Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) zwar einen „echten Meilenstein“ für einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen. Bis zur vollständigen Umsetzung dauere es aber bis Mitte 2026. „Ich begrüße daher grundsätzlich die Idee, Maßnahmen im Rahmen des europarechtlich Umsetzbaren vorzuziehen und national zu regeln“, sagte Wiese.

20 September 2024 0 Kommentare
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Politik

Migrationshintergrund“ wecke dabei falsche Assoziationen. Die Bundesregierung lobt das als „wertvollen Beitrag“

von Fremdeninfo 19 September 2024
von Fremdeninfo

„Migrationshintergrund“ fordern

Artikel von Sabine Menkens/  Welt 
 
Der Kinder- und Jugendbericht der Ampel betont, dass junge Menschen in einer Gesellschaft voller Gegensätze aufwachsen. Die Autoren finden, der Begriff „Migrationshintergrund“ wecke dabei falsche Assoziationen. Die Bundesregierung lobt das als „wertvollen Beitrag“.
                                          
                                            Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) Annette Riedl/dpa
 

Die Bundesregierung ist gesetzlich dazu verpflichtet, in jeder Legislaturperiode einen Kinder- und Jugendbericht vorzulegen. Der Report einer Sachverständigenkommission, den Familienministerin Lisa Paus (Grüne) am Mittwoch präsentierte, ist bereits der 17. Und die Lage der Kinder und Jugendlichen hat sich seit dem ersten Bericht im Jahr 1965 fundamental verändert.

Damals herrschte Babyboom in Deutschland, die Zahl der Unter-20-Jährigen überstieg die Zahl der Senioren über 65 Jahren um ein Vielfaches. Seit 2006 ist das Verhältnis gekippt: Inzwischen werden jedes Jahr doppelt so viele 60. Geburtstage wie erste Geburtstage gefeiert, betonte Paus. Und je spärlicher der Nachwuchs wird, desto größer scheint der Eifer, etwas über die Generation zu erfahren, auf der in der alternden Gesellschaft so viele Hoffnungen und Erwartungen ruhen.

Doch auch das stellte Paus klar: „Die ,Generation Z’ gibt es nicht. Die heutige junge Generation in Deutschland ist die diverseste, die es je gab.“ Gemeinsam sei jungen Menschen allerdings der Wunsch nach Orientierung und Sicherheit.

Derzeit jedenfalls falle der Blick in die Welt und ihr eigenes Leben kritisch aus, sagte Paus. „Die Folgen von Krieg und Klimakrise, weltweite Fluchtbewegungen und auch die Nachwirkungen der Pandemie oder der Fachkräftemangel in so vielen Arbeitsbereichen belasten Kinder und junge Menschen erst recht, wenn sie das Gefühl haben, mit ihren Sorgen und mit ihren Bedürfnissen in der Politik nicht vorzukommen.“ Dringend notwendig sei deshalb die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre auch für Bundestagswahlen; die Forderung findet sich auch im Koalitionsvertrag der Ampel.

Der mehr als 700 Seiten starke Bericht wurde im Auftrag der Bundesregierung von einer unabhängigen Sachverständigenkommission erstellt. Vor allem hat das Gremium vorhandene Studien und Erkenntnisse zusammengeführt und ausgewertet. Zusätzlich haben die Autoren ein Stimmungsbild unter den Betroffenen selbst erhoben: Mehr als 5400 Kinder und junge Menschen von fünf bis 27 Jahren wurden durch Workshops und Befragungen eingebunden.

Weg mit dem Begriff „Migrationshintergrund“?

Der Bericht zeichnet das Bild einer Jugend, die unter sehr unterschiedlichen sozialen Bedingungen aufwächst, mit großen Unterschieden zwischen Stadt und Land, Ost und West, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und kultureller Herkunft. 41 Prozent der Kinder unter sechs Jahren und 37 Prozent der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen stammen inzwischen aus Familien mit Einwanderungsgeschichte.

In der Folge macht die Kommission den weitreichenden Vorschlag, sich von der statistischen Kategorie „Migrationshintergrund“ abzuwenden. Dieser Begriff suggeriere eine „homogene, nicht zur Mehrheitsgesellschaft gehörende Personengruppe“, heißt es in dem Bericht. Stattdessen zeige man auf, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene „mit unterschiedlichen Nationalitäten, ethnischen Identifikationen und kulturellen Zugehörigkeiten ausgestattet sind – in verschiedenen Kombinationen und mit einem individuellen Maß der persönlichen Identifizierung“.

In ihrer am Mittwoch vom Kabinett verabschiedeten Stellungnahme begrüßte die Bundesregierung diesen Vorschlag: „Die konsequente Abwendung der Kommission vom statistischen Merkmal ,Migrationshintergrund’ als pauschale Differenzkategorie zur Beschreibung scheinbar geteilter natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit ist aus Sicht der Bundesregierung ein wertvoller Beitrag für die weitere Diskussion in diesem Bereich.“ Der steigende Anteil junger Menschen, die in Einwanderungsfamilien aufwüchsen, habe Auswirkungen auf das Zusammenleben aller jungen Menschen in Deutschland. „Die Bundesregierung teilt die Einschätzung, dass es Aufgabe aller ist, in dieser Einwanderungsgesellschaft ,anzukommen’.“

Allerdings, auch das gesteht die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme ein, sei man sich bewusst, dass junge Menschen in Deutschland in einer Zeit „tiefgreifender, teils krisenhafter Entwicklungen“ aufwüchsen, die „von Unsicherheit und einem hohen gesellschaftlichen Transformationsdruck“ geprägt sei. „Die Krisen der vergangenen Jahre haben bei vielen auch seelische Spuren hinterlassen.“ Kriegerische Bedrohungslagen, die Fluchtmigration und der Klimawandel würden als „fundamental und dauerhaft“ erlebt, beim Ringen um Prioritäten sehe die junge Generation ihre Belange nicht ausreichend beachtet.

In diesen Sätzen spiegelt sich auch Selbstkritik. Denn vor allem das Agieren in der Corona-Pandemie mit Kita- und Schulschließungen und sozialer Isolation junger Menschen rügte die Sachverständigenkommission hart: „Viele junge Menschen fühlten sich als bloße Objekte der Pandemie-Politik, deren Bedürfnisse in den politischen Entscheidungsprozessen vernachlässigt wurden.“

Die psychischen Belastungen hätten als Spätfolge der Corona-Pandemie zugenommen, sagte die Kommissionsvorsitzende Karin Böllert von der Universität Münster. „Wir haben noch nie so viele junge Menschen gehabt, die sich einsam fühlen. Für sie hat die Pandemie gefühlt kein Ende gefunden, weil sie viele soziale Kontakte verloren haben.“ Die psychosoziale Unterstützung für junge Menschen müsse daher dringend ausgebaut werden. Im derzeit in Arbeit befindlichen Versorgungsstärkungsgesetz seien daher auch Sonderzulassungen für Kinder- und Jugendtherapeuten vorgesehen, um den Versorgungsengpass abzumildern, versprach Paus.

Der Bericht zeigt allerdings nicht nur negative Entwicklungen auf. So wird das Verhältnis innerhalb der Familie als sehr positiv beschrieben. „Die heutige junge Generation neigt dazu, Erziehungsstile ihrer Eltern zu schätzen und sich bei Problemen an sie zu wenden“, heißt es im Bericht. Ihre persönlichen Beziehungen zu Personen aus anderen Generationen würden als „bedeutungsvoll und positiv, als erfüllend und stärkend“ beschrieben.

Nach dem gesamtgesellschaftlichen Generationen-Verhältnissen gefragt, seien die Bewertungen jedoch deutlich negativer ausgefallen, heißt es weiter. „Wie sich die Demografie in Deutschland genau entwickeln wird, hängt maßgeblich von Entscheidungen in Bereichen der Migrations-, Asyl-, Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik ab. In all diesen Politikfeldern stehen Entscheidungen von weitreichender Bedeutung an, die für das Generationengefüge insgesamt, vor allem aber für die Lebensperspektiven der jüngeren Generationen in einer alternden Gesellschaft erhebliche Auswirkungen haben können.“

19 September 2024 0 Kommentare
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