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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Türken kaufen sich offenbar Strafanzeigen in ihrer Heimat, um Asyl in Deutschland...

19 Oktober 2026 0 Kommentare
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90 Prozent aller abgelehnten Asylbewerber klagen gegen ihre Bescheide – fast 200.000...

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21 September 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Wieder weniger neue Asylsuchende in Sachsen-Anhalt

von Fremdeninfo 3 September 2025
von Fremdeninfo

Von: Artikel von dpa

In Sachsen-Anhalt kommen immer weniger neue Asylsuchende an. «Während in früheren Jahren im August stets ein Anstieg der Asylzugänge im Vergleich zu den Vormonaten zu verzeichnen war, sind die Zugangszahlen im August 2025 im Vergleich zum Vormonat Juli seit langem sogar leicht rückläufig», teilte das Innenministerium in Magdeburg mit. In diesem Jahr wurden im August 214 Asylzugänge gezählt und damit 60 Prozent weniger als noch im Vorjahresmonat (512). Im Vergleich zum August 2023 liegt das Minus sogar bei 75 Prozent, damals kamen 880 neue Asylbewerber.

Die Migrationswende ist in vollem Gang», erklärte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). «Das belegen die deutlich rückläufigen Asylzugangszahlen. Seit Juni 2025 sind die Zugangszahlen regelrecht eingebrochen. Dieser Trend setzt sich auch im Monat August fort». Der deutliche Rückgang entlaste die Kommunen weiter.

44 Prozent weniger neue Schutzsuchende 

Von Jahresanfang bis Ende August lag die Zahl der neuen Schutzsuchenden in Sachsen-Anhalt bei zusammen 1.953, das sind 44 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, so das Innenministerium weiter.

Zum Ende dieses Jahres werde die Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) Magdeburg in der Breitscheidstraße geschlossen. Dann werde die LAE in Stendal fertiggestellt und voll in Betrieb sein. Das Land setzt dann mit Stendal und Halberstadt auf zwei Standorte für die Unterbringung. Mehrere Außenstellen wurden bereits geschlossen.

3 September 2025 0 Kommentare
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Frauen

Attacke auf Muslima: Angeklagter verweigerte Prozess

von Fremdeninfo 3 September 2025
von Fremdeninfo

Von:VOLAT Voralber.online

Der Prozess gegen einen 66-Jährigen, der auf einem Markt in Schärding eine Muslima wegen ihres Glaubens verbal und körperlich massiv attackiert haben soll, ist am Mittwoch im Landesgericht Ried vorerst vertagt worden. Der Angeklagte war nicht erschienen, weil er einen „islamischen Schauprozess“ vermutete, wie er das Gericht wissen ließ. Der Strafantrag legt dem 66-jährigen Deutschen Verhetzung, Nötigung und Körperverletzung zur Last, dafür drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft.

Er soll am 17. April auf dem Wochenmarkt in Schärding eine Frau mit Kopftuch laut beschimpft und wegen ihrer Zugehörigkeit zum Islam gezielt beleidigt und herabgesetzt haben. Dann soll er sie gewaltsam gepackt haben, um ihr ein Stück Wurst in den Mund zu stecken. „Ich esse Schwein, jetzt musst du auch Schwein essen“, soll er gerufen haben. Danach habe er die Frau noch am Handgelenk gepackt, ihr den Arm verdreht und gedroht, ihr die Hand abzuhacken. Auch drei Faustschläge ins Gesicht habe er ihr laut Staatsanwaltschaft versetzt. Das Opfer wurde bei der Attacke an der Hand und im Gesicht verletzt.

Mann glaubt an „islamischen Schauprozess“

Mittwochfrüh wartete man im Gerichtssaal vergeblich auf den 66-jährigen Deutschen. Er hatte in einer 28-seitigen Eingabe an das Gericht mitgeteilt, dass er 700 Kilometer weit anreisen müsse und sich keinesfalls einem „islamischen Schauprozess“ stellen werde. Aufgrund ihres Namens unterstellte er der Vorsitzenden auch, eine „islamische Richterin“ zu sein. Sein Antrag auf Ablehnung der Richterin wurde aber von der Gerichtspräsidentin nicht Folge geleistet, weil keinerlei Zweifel an ihrer Objektivität bestehen würden.

In seiner Eingabe behauptete der Angeklagte auch, das Opfer habe ihn verbal angegriffen und beschimpft. Die Muslima, die in Österreich geboren wurde und tadellos Deutsch spricht, sagte zu Journalisten, sie habe bisher in Schärding noch keine derartige Islamfeindlichkeit erlebt. Der Prozess wurde vorerst vertagt. Im Raum steht zwar, dem Mann das nächste Mal einen Nachmittagstermin zu geben, damit er leichter anreisen kann, aber er könnte sich auch bald mit einem Europäischen Haftbefehl konfrontiert sehen.

(APA)

 

 

 

 

 

 

3 September 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Jede vierte Abschiebung in NRW betrifft Minderjährige

von Fremdeninfo 3 September 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Julia Rathcke

Düsseldorf. Mit 3007 abgeschobenen Personen über die Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn ist sowohl die Zahl der Rückführungen als auch der Anteil Minderjähriger gestiegen. Unabhängige Abschiebungsbeobachtern kritisieren Missachtung beim Kindeswohl und Zwangsmaßnahmen – und sprechen von 42 problematischen Fällen.

 Die Zahl der Abschiebungen ist unter dem politischen Druck im vergangenen Jahr nicht nur bundesweit, sondern auch in Nordrhein-Westfalen erneut gestiegen: Knapp 800 Abschiebungen mehr als im Jahr zuvor veranlasste das Land im Jahr 2024 – vor allem nach Georgien, Nordmazedonien, Albanien und in die Türkei. Insgesamt 3007 Personen sind auf dem Luftweg über die Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn zurückgeführt worden – ein Anstieg um 18 Prozent im Vergleich zu 2023. Auch die Zahl der Minderjährigen darunter ist höher – jede vierte abgeschobene Person war nicht volljährig. Ein Punkt, der für Kritik sorgt.

Der Jahresbericht der unabhängigen „Abschiebungsbeobachtung des Forums Flughäfen NRW“ nennt 42 problematische Fälle , bei denen unter anderem das Kindeswohl nicht vorrangig berücksichtigt worden oder Zwangsmaßnahmen nicht verhältnismäßig gewesen seien. Die Beobachtungsstelle, die beim evangelischen Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe angesiedelt ist, mahnt an, die humanitären Standards einzuhalten und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in jedem Einzelfall zu wahren. „Der politische Druck, Abschiebungen konsequent umzusetzen, und der zunehmend polarisierende mediale Diskurs hatten im vergangenen Jahr spürbare Auswirkungen auf den Vollzug“, erklärte Mert Sayim vom Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe am Dienstag in Düsseldorf.

Sayim und seine Kollegin Judith Fisch, die zusammen eine Vollzeitstelle zum Zwecke der Abschiebungsbeobachtung ausfüllen, waren 2024 bei 19 von insgesamt 36 Chartermaßnahmen sowie 60 Einzelmaßnahmen dabei, die überwiegend am Flughafen Düsseldorf stattfanden und grundsätzlich von der Bundespolizei durchgeführt werden. 42 Fälle mit insgesamt 106 beteiligten Personen stuften die Beobachter als „diskussionswürdig“ ein, nicht immer hätten alle Fragen mit den zuständigen Behörden geklärt werden können. In drei Fällen Fall seien etwa Minderjährige gefesselt im Fahrzeug zum Flughafen gebracht worden. In einem Fall sei ein Geschwisterpaar (17 und 20 Jahre alt) ohne die Mutter zur Abschiebung gebracht worden, weil laut zuständiger Ausländerbehörde „die Mutter eh nie zu Hause sei“ und der Vater nicht in Deutschland lebe. Stahlfesseln hätten sie benutzt, „weil bei den letzten Aufgriffen Leute flüchten wollten“, zitierten die Beobachter die Behörde. Das NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration (MKJFGFI) äußerte ebenfalls Unverständnis und will den Fall prüfen.

Es gebe im Abschiebeprozess „keine Rückführung um jeden Preis“, betonte Anja Kleinmann von der Bundespolizei am Flughafen Düsseldorf. Man arbeite professionell, aber so menschlich wie möglich und sei sich im Klaren darüber, dass jede Abschiebung emotional belastend sei. Alle Beamten würden speziell und wiederkehrend geschult, das Haupthilfsmittel bei Abschiebungen sei die Kommunikation. Für Familien seien jüngst zwei neue Räume am Flughafen eingerichtet mit Teddybären und Spielzeug. Alle Abschiebungsmaßnahmen seien „bewährt und strukturiert“. Bei Gefahr einer gesundheitlichen Verschlechterung seien Rückführungen in Einzelfällen auch abgebrochen worden. „Handfesseln, Festhaltegurte, Kopf- und Beißschutz kommen nur in sehr wenigen Fällen zum Einsatz“, so Kleinmann.

 

3 September 2025 0 Kommentare
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Antisemitismus

Antisemitismus-Kritik an Street-Art-Schau in Chemnitz

von Fremdeninfo 2 September 2025
von Fremdeninfo

Antisemitismus-Kritik an Street-Art-Schau in Chemnitz

Artikel von dpa

Nach Antisemitismusvorwürfen haben die Organisatoren der Street-Art-Ausstellung Ibug in Chemnitz Teile eines Kunstwerks abgehängt. Konkret handelt es sich den Angaben zufolge um eine Arbeit des Künstlers Luke Carter mit dem Schriftzug «DEUTSCHLAND MORDET MIT». Laut einem Experten der Johns Hopkins Universität seien Teile des Werkes problematisch, teilten die Veranstalter auf Anfrage mit. «Obwohl die Arbeit des Künstlers in ihrer Intention nicht antisemitisch ist, haben wir uns entschieden, diese Teile abzuhängen.» Darüber hatte zuvor die «Freie Presse» berichtet.

Kulturhauptstadt-Geschäftsführung reagiert

Das Festival für urbane Kunst ist Teil des Programms von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025. Die Ibug als Projektpartnerin sei für die Inhalte eigenverantwortlich, betonte die Geschäftsführung der Kulturhauptstadt gGmbH auf dpa-Anfrage. Die Vertragspartner seien aber verpflichtet, sich an vereinbarte Richtlinien zu halten. Dazu gehörten Werte wie Menschenwürde, Vielfalt und Toleranz. «Antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen widersprechen diesen Grundwerten und finden in unserem Umfeld keinen Platz.» Die Vorwürfe gegen die Ibug würden nun unabhängig auch seitens der Kulturhauptstadt gGmbH juristisch und inhaltlich geprüft.

«Ich bin froh, dass hier Chemnitz und die Veranstalter umgehend gehandelt haben», sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Man habe sich Expertise an den Tisch geholt, die Kunstwerke dann noch mal gesichtet und eingeordnet.

Mehrere Arbeiten thematisieren Gaza-Krieg 

Etliche Arbeiten beschäftigen sich mit dem Gaza-Krieg und dem Leid der Zivilbevölkerung. Neben dem Werk von Luke Carter etwa Gino Dambrowski, der eine Mutter mit ihrem vier Jahre alten Kind zeigt, das bei einem israelischen Luftangriff ums Leben gekommen ist. Darüber steht nur ein Wort: «STAATSRÄSON». In einem anderen Werk zeigt der Künstler Plan B unter der Überschrift «Netanyahu’s Stickers Gaza Set» verstümmelte Kinder. Auch daran gibt es laut «Freie Presse» Kritik. Es referiere klischeehaft auf die Ritualmordlegende aus dem Mittelalter, wird ein jüdischer Professor zitiert.

Das sagen die Künstler selbst

Der Künstler selbst verteidigt seine Arbeit. Die Vorwürfe seien unbegründet, «da die Werke nichts Antisemitisches enthalten», schreibt Plan B in einer Reaktion. Sie richteten sich nicht gegen Juden als Bevölkerungsgruppe, sondern basierten auf Fakten zur Situation in Gaza. Es gehe um eine Kritik an den Machthabern. Carter verwies auf Berichte von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen. Und der Slogan «DEUTSCHLAND MORDET MIT» beziehe sich auf militärische und finanzielle Unterstützung Deutschlands für Israel. Er monierte, dass in Deutschland der Antisemitismusvorwurf benutzt werde, um Menschenrechtsexperten zum Schweigen zu bringen.

Die Schau hatte am 22. August regulär für Publikum geöffnet und ist jeweils Freitag bis Sonntag zu sehen – das letzte Mal am kommenden Wochenende.

2 September 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Großbritannien stoppt Familiennachzug von Migranten

von Fremdeninfo 2 September 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Reuters

London (Reuters) – Großbritannien setzt die Anträge von Flüchtlingen und Migranten auf Nachzug ihrer Familien aus.

Damit solle mehr Zeit für eine Verschärfung der Vorschriften zur Aufnahme von Migranten gewonnen werden, erklärte Innenministerin Yvette Cooper am Montag in London. Immer mehr Flüchtlinge würden den Nachzug von Familienmitgliedern beantragen. Der Druck auf die Unterkünfte für Migranten im ganzen Land nehme zu. „Das System muss auf der Grundlage fairer und ordnungsgemäß durchgesetzter Regeln kontrolliert und verwaltet werden, nicht durch Chaos und Ausbeutung durch kriminelle Schmugglerbanden“, erklärte die Innenministerin.

Die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer steht unter wachsendem Druck, die Zahl der Asylbewerber, die von Frankreich aus in kleinen Booten nach Großbritannien kommen, zu verringern. Hotels, in denen Migranten untergebracht sind, waren wochenlang im Mittelpunkt von teilweise gewalttätigen Demonstrationen. Kritiker werfen der Regierung vor, zu langsam zu handeln. Die Unzufriedenheit vieler Briten hat der populistischen Reform UK-Partei des Brexit-Kämpfers Nigel Farage in den Meinungsumfragen einen beständigen Vorsprung verschafft.

Unter dem derzeitigen System kann ein Asylbewerber mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung seinen Partner und Kinder unter 18 Jahren nachholen. In diesem Jahr sind bisher etwas mehr als 29.000 Menschen auf kleinen Booten inoffiziell nach Großbritannien gekommen. Das sind 38 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Jahres 2024.

(Bericht von Muvija M, geschrieben von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

2 September 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Innenminister Dobrindt fordert bei Miosga härtere Migrationspolitik: „Müssen weitere Maßnahmen ergreifen

von Cumali Yağmur 1 September 2025
von Cumali Yağmur

 

Von: Artikel von teleschau

Nun soll Schluss sein mit dem ewigen Streit. Das hat die schwarz-rote Koalition offenbar beschlossen. Wie das gehen könnte, zeigt am Sonntagabend Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bei Caren Miosga im Ersten. Bei einem Thema wurde er dennoch deutlich.

Zunächst spricht er alleine mit der Moderatorin. Und da geht es natürlich um die Flüchtlingspolitik. Am Sonntag vor zehn Jahren hatte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das“ gesagt. Gemeint hatte sie damit die Herausforderung, die vor allem die Kriegsflüchtlinge aus Syrien für Deutschland bringen würden. Die Politik, die Merkel damals vertreten habe, sei für ihn schwer zu vertreten gewesen, sagt Dobrindt. Nun wolle er sie korrigieren. Denn: „Es gibt auf jeden Fall eine Integrationsgrenze in Deutschland. Und wenn es die gibt und wir uns darauf verständigen können, dass es Belastungsgrenzen gibt, dann muss man darauf achten, dass man die möglichst nicht erreicht.“

Alexander Dobrindt will auf SPD zugehen

Wo diese Belastungsgrenze liegt, will Dobrindt lieber nicht sagen. Aber er erklärt: „Heute leben wir mit einer Problemlage, die sich über zehn Jahre aufgestaut hat, und alles, was wir neu schaffen, kommt da obendrauf.“ Deutschland sei mit der Zahl der Geflüchteten überfordert, so Dobrindt weiter. Das wolle er beenden. Bis Ende Juni gab es 70.211 Asylanträge. Diese Zahl sei zu hoch, auch wenn sie sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren gesenkt habe. „Dennoch müssen wir weitere Maßnahmen ergreifen“, so Dobrindt. Neben den schon getroffenen Maßnahmen arbeite er mit anderen europäischen Ländern daran, „dass die Magnetwirkung wieder geringer wird.“

Mit dem Kopf durch die Wand geht nicht mehr“

„Sie zerbröselt gerade vor unseren Augen. Und Friedrich Merz hat innenpolitisch wirklich nicht in die Rolle des Bundeskanzlers hineingefunden.“ Merz sei mit seiner Wahl zum Bundeskanzler im ersten Durchgang gescheitert und habe auch die Richterwahl nicht auf die Reihe bekommen. „Wir sind in einen Sommer gegangen und wissen eigentlich nicht, ob Friedrich Merz noch eine stabile Mehrheit in seiner Fraktion hat.“ Merz sei nicht dazu geeignet, eine Koalition zusammenzuführen, so Dröge. Auch in der CDU gäbe es Verfallserscheinungen.

Dobrindt sieht das anders. „Wir sind dabei, einen wesentlichen Teil der Scherben, die diese Ampel hinterlassen hat, wieder zu flicken“, sagt er. Die Ampel sei an Migrations- und Wirtschaftspolitik sowie an der Wehrpflicht gescheitert, und das habe Schwarz-Rot auf die Reihe bekommen. „Diese Koalition hat den festen Willen, erfolgreich zu sein“, so Dobrindt. Davon lässt Katharina Dröge sich nicht beeindrucken. Merz habe viel versprochen, das er nicht gehalten habe. Die Senkung der Stromsteuer für alle zum Beispiel. Und dann die Sache mit der Wahl der Verfassungsrichterinnen und -richter. Da werde es jetzt eine Lösung geben, verspricht Dobrindt. Die SPD müsse einen neuen Vorschlag machen, dazu sei sie bereit. Allerdings gibt er zu: Elegant sei die Sache nicht gelaufen.

„Jetzt muss eine Formation der Mitte sich bewähren. Die Bürger wollen, dass jetzt was funktioniert. Und das muss jetzt auch kommen. Sonst ist eine Gefahr, dass es nachher nicht eine andere Regierung der Mitte wird, sondern eine, die teilweise von außen kommt und noch dysfunktionaler ist“, mahnt der stellvertretende Welt-Chefredakteur Robin Alexander, der auch zu Gast bei Miosga ist. Dobrindt will daran arbeiten. Man müsse sich mehr auf den Koalitionspartner einstellen, ist sein Rezept. „Mit dem Kopf durch die Wand geht nicht mehr. Und diese Bereitschaft ist bei allen da.“

Katharina Dröge übt Kritik an Friedrich Merz

„Alexander Dobrindt klingt jetzt ein bisschen verbindender, als er politisch ist“, kontert Katharina Dröge. Friedrich Merz sei auch niemand, der verbinde, kritisiert sie. „Wenn Du als Bundeskanzler sagst, den Sozialstaat können wir uns nicht mehr leisten und eine Politik machst, wo beim Bürgergeld immer wieder Druck auf die Ärmsten in diesem Land ausgeübt wird, dann verbindest Du nicht, sondern dann übst Du Dein Amt als Kanzler aus, um zu spalten.“

Spalten will die Regierung jetzt offenbar nicht mehr. Aber Einkommenssteuern senken. 2027. Das hat die Bundesregierung auf ihrem Klausurtreffen in Würzburg beschlossen. Und darauf kann man sich verlassen, sagt Dobrindt. Aber nur, wenn sich die Wirtschaft erholt.

Und eine gute Nachricht hat Dobrindt noch für alle, die endlich ihren Personalausweis per App beantragen wollen. Das sei in Vorbereitung, verspricht er. Dafür sei aber ein anderer Minister zuständig, schränkt er ein. Aber vor allem verspricht der CSU-Politiker: Der Stil solle sich jetzt ändern. Und der Umgang miteinander. Deswegen beißt auch Katharina Dröge bei ihm auf Granit. Dobrindt will einfach keinen Streit. Zumindest nicht am Sonntagabend.

1 September 2025 0 Kommentare
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Politik

Politische Partizipation junger Menschen mit Migrationshintergrund: Hindernisse und Lösungsvorschläge

von Cumali Yağmur 1 September 2025
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

In diesem Artekel  werde ich untersuchen, warum junge Menschen mit Migrationshintergrund sich nicht an der Politik beteiligen, und die Gründe dafür erläuter

Es fällt auf, dass junge Migranten in Europa wenig Interesse an der Politik zeigen, während sie sensibler auf nationalistische, rassistische und reaktionäre Parteien in den Herkunftsländern ihrer Familien reagieren. Dies liegt an der täglichen Konfrontation mit Nationalismus und Rassismus sowie der Geringschätzung und Demütigung, die sie in Europa erfahren.

Sie sind nicht die alleinigen Verursacher ihres Misserfolgs in Schule und Beruf. Das deutsche Bildungs- und Berufssystem kann die Probleme dieser jungen Menschen nicht ausreichend lösen. Von Kindheit an wachsen sie mit dem Gefühl auf, „fremd“ zu sein. Diese Unterlegenheit schwebt wie ein Damoklesschwert über ihren Köpfen. Es scheint, als sei ihr Schicksal vorgezeichnet, und sie müssen sich dem fügen.

Wenn sie in Schulen, am Arbeitsplatz und im Berufsleben scheitern, werden sie im Alltag aggressiver. Sie sind gezwungen, sich untereinander in Bars, Diskotheken und migrantischen Vergnügungsstätten zu treffen. Mit dem Gefühl, von der Gesellschaft ausgegrenzt und verachtet zu werden, verbringen sie ihre Zeit unter sich an öffentlichen Orten.

Sie können sich weder an die deutsche Gesellschaft noch an die Gesellschaft ihrer Herkunftsländer anpassen. Als neue Generation wissen sie nicht, wohin sie gehören. Obwohl sie sich der deutschen Gesellschaft näher fühlen, können sie nicht glauben, dass sie wirklich dazugehören. Auch wenn bereits dritte und vierte Generationen junger Menschen in Europa leben, fällt es ihnen immer noch schwer zu glauben, dass sie wirklich hierher gehören, obwohl diese Denkweise vorherrscht.

Die europäischen Gesellschaften scheinen junge Menschen mit Migrationshintergrund nicht vollständig zu akzeptieren. Obwohl sie in Schulen, am Arbeitsplatz und im Berufsleben zusammenkommen, fühlen sie sich abends, wenn sie sich in ihre Häuser zurückziehen, außerhalb der Gesellschaft. Manche glauben, weder deutsch, türkisch noch kurdisch zu sein, sondern eine eigenständige Generation, doch der Alltag beeinflusst sie weiterhin.

Das Leben geht weiter wie ein gordischer Knoten in einer Sackgasse. Unter diesen Umständen können junge Menschen mit Migrationshintergrund keine Organisation gründen, die ihren eigenen Problemen gerecht wird. Ein separates Leben, weit entfernt von der Politik und außerhalb des Alltags, geht weiter.

Die meisten jungen Menschen mit Migrationshintergrund empfinden den Zugang zum politischen Prozess als schwierig und unzugänglich. Diese Wahrnehmung führt dazu, dass sie sich von politischen Aktivitäten fernhalten und kaum in Parteien vertreten sind.

Es ist offensichtlich, dass es verschiedene Faktoren gibt, die die politische Beteiligung junger Menschen mit Migrationshintergrund behindern. Dazu gehören Diskriminierungserfahrungen, die Wahrnehmung, dass Politik für ihr tägliches Leben irrelevant ist, und das Fehlen von Vorbildern.

Junge Migranten in europäischen Gesellschaften bilden trotz der Diskriminierung, der sie ausgesetzt sind, keine dauerhaften Organisationen oder politischen Formationen. Bei der Suche nach Arbeit und Ausbildung werden sie ständig hinter deutschen und anderen EU-Bürgern zurückgelassen und diskriminiert. Obwohl sie im Alltag Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit erfahren, ergreifen sie keine organisatorischen Maßnahmen für ihre eigene Zukunft.

Die Zahl der jungen Migranten in deutschen politischen Parteien ist verschwindend gering. Im Bundestag hatten 73 Abgeordnete einen Migrationshintergrund. Dies entspricht etwa 11,6 Prozent der insgesamt 630 Abgeordneten. Angesichts der Tatsache, dass etwa 29,7 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben, ist jedoch eine deutliche Unterrepräsentation im Parlament festzustellen. Besonders bemerkenswert ist, dass einige Parteien wie die Grünen (20 Prozent) deutlich mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund haben sollten als die AfD (5,9 Prozent). In den anderen Parteien ist dieser Anteil nicht hoch.

Um die geringe politische Beteiligung junger Menschen, die als Migranten wahrgenommen werden, zu erhöhen, sollte eine zentrale Lösung darin bestehen, politische Bildungsarbeit zu verstärken. Obwohl es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt, können junge Migranten durch intensive Bildungs- und politische Sensibilisierungsarbeit für die Politik gewonnen werden.

Um diese Lücke zu schließen, sollten Schulen stärker mit lokalen politischen Projekten vernetzt werden, Volkshochschulen (VHS) politische Kurse anbieten oder Abgeordnete in Schulen eingeladen werden.

Migrantenvereine und Jugendvereine sollten finanziell unterstützt werden, um politische Bildungsarbeit in diesen Kreisen zu intensivieren. Die eigene politische Organisation von Migranten ist sehr wichtig.

In der Vergangenheit wurden nur wenige Migrantenvereine, die sich ausschließlich mit Kultur- und Integrationsarbeit beschäftigten, finanziert, während politisch arbeitende Vereine keine Unterstützung erhielten. Sowohl die finanzierten als auch die nicht finanzierten Vereine verschwanden im Laufe der Zeit.

Durch die Finanzierung von politischen Migrantenvereinen kann der Zugang junger Menschen zum politischen Prozess erleichtert und ihr Interesse gesteigert werden.

Junge Migranten empfinden den Zugang zum politischen System oft als schwierig, und sie unternehmen nicht nur keine spontanen Anstrengungen, diese Barrieren zu überwinden, sondern ihr Interesse nimmt mit der Zeit auch ab. Bürokratische Hürden und die Kosten einer Parteimitgliedschaft stellen zusätzliche Hindernisse dar. Daher müssen politische Parteien niedrigschwellige Zugänge schaffen und junge Menschen unbürokratisch einbinden.

Jungen Migranten sollte die Möglichkeit gegeben werden, politische Arbeit zu leisten und eigene Organisationen zu gründen.

Um junge Migranten für die Politik zu sensibilisieren, müssen ihnen Möglichkeiten geboten werden.

So wie in einigen Parteien eine Frauenquote angewendet wird, bin ich der Meinung, dass auch eine Migrantenquote sinnvoll ist. Da 29,7 Prozent der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben, sollten auch die Abgeordneten mit Migrationshintergrund proportional dazu vertreten sein.

Odere es sollte der Einwandererminderheit ermöglicht werden, ihre eigenen demokratischen Parteien zu gründen, damit sie die Möglichkeit haben, ihre Probleme in der Gesellschaft zu vertreten. Auf diese Weise können sie ihre Anliegen in lokalen, Landes-, Bundes- und europäischen Parlamenten äußern und Lösungen entwickeln.

1 September 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Zum Weltfriedenstag will Berlins Linke Gaza-Flüchtlinge aufnehmen

von Fremdeninfo 31 August 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Elmar Schütze/ Berliner Zeitung

Die Berliner Linke erneuert ihre Forderung, der Berliner Senat solle sich bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass Flüchtlinge aus Gaza in der Hauptstadt aufgenommen werden. Anlass diesmal: der Weltfriedenstag am Montag. Die Grünen und die SPD setzen bei dem Thema andere Akzente und Prioritäten.

Berlins Linke-Chefin Kerstin Wolter spricht in ihrer Mitteilung von „unerträglichen Bildern“ aus Gaza, wo das Sterben kein Ende finde und Hunderttausende von Hungersnot betroffen seien. Jetzt müsse der „CDU-Senat (…) endlich handeln und ein Landesaufnahmeprogramm auflegen“.

Ihre Partei streite weiter für eine solidarische Willkommenskultur und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Berlin, so Wolter weiter. Im Übrigen stemme sich die Linkspartei „mit aller Kraft gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft, die Aufrüstungsspirale und gegen die Einführung der Wehrpflicht durch die Hintertür. Und wir wollen eine Friedensklausel in die Berliner Verfassung aufnehmen und dafür sorgen, dass die Stadt keine Verträge mit Rüstungsunternehmen abschließt“.

Bei ihrer Forderung nach Aufnahme von Menschen aus dem Gazastreifen verweist Wolter darauf, dass in Berlin die „größte palästinensische Community Deutschlands“ lebe. Viele von ihnen bangten um Verwandte in der Region und sie sollten die Möglichkeit erhalten, Angehörige bei sich aufnehmen zu können. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit, sagt sie.

 Die Idee aus der Linkspartei ist nicht neu, und auch der Verweis auf die in Berlin lebenden Palästinenser ist es nicht. Bereits im vergangenen Oktober hatte die Abgeordnete (und mögliche Spitzenkandidatin für die Berlin-Wahl im nächsten Jahr) Elif Eralp die Aufnahme von Menschen aus dem Gazastreifen und aus dem Libanon – insbesondere der dort lebenden staatenlosen Palästinenser – in Berlin gefordert. Sie sprach sogar von „der größten palästinensischen Community Europas“, die in Berlin lebe und forderte entsprechende Aufnahmeprogramme für Syrer, Iraker und Afghanen auch auf Palästinenser auszuweiten.

Der Verweis auf die Befindlichkeiten der Palästinenser in Berlin erinnert an eine andere Forderung der Linken: Im Juli dieses Jahres forderte die Linke-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Mitte, die israelischen Nationalflaggen vor öffentlichen Gebäuden wie etwa dem Roten Rathaus abzuhängen. Sie begründete dies mit Rücksichtnahme „gegenüber palästinensischen Berliner*innen, für die dies ein belastendes Symbol der aktuellen Kriegsführung darstellt“.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lehnte den Vorstoß umgehend ab. „Die israelische Fahne wird solange am Roten Rathaus hängen, bis die letzte Geisel frei ist – und daran wird sich nichts ändern“, erklärte Wegner laut einem Sprecher der Senatskanzlei. Und weiter: „Mein Mitgefühl gilt den zivilen Opfern auf beiden Seiten: den unschuldigen Menschen in Israel, die Opfer eines beispiellosen Terrorangriffs wurden, ebenso wie der leidenden Zivilbevölkerung in Gaza, die von der Hamas bewusst mit in diesen Konflikt hineingezogen wurde

CDU-Vertreter wie der Innenpolitiker Burkard Dregger kritisierten in diesem Zusammenhang die Linkspartei erneut scharf für deren ihrer Meinung nach mangelnder Abgrenzung zu Hamas-Sympathisanten. Die Israelflagge vor dem Roten Rathaus sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Solidarität mit Israel ein „zentrales Fundament der deutschen Demokratie“ sei, so Dregger.

So sprachen Berlins Grüne auch nicht über Flaggen vor Dienstgebäuden in der Hauptstadt, als auch sie sich unlängst zu den Vorgängen im Nahen Osten äußerten und dabei eine Aufnahme von Menschen aus dem Kriegsgebiet forderten – allerdings von Kindern aus Gaza und Israel, wie es in einer Mitteilung der beiden Fraktionsvorsitzenden hieß. Bettina Jarasch und Werner Graf argumentierten mit Kindern aus beiden Herkunftsgebieten, tatsächlich aber hatten sie offenbar vor allem diejenigen aus Gaza im Blick, als sie davon sprachen, dort sei „die humanitäre Lage katastrophal“. Eines ist jedenfalls sicher: In Israel ist sie dies nach Lage der Dinge nicht. Die Grünen forderten zudem ein Aufnahmeprogramm, „um gezielt Kinder zu evakuieren, die dringend medizinische, psychologische und soziale Hilfe brauchen“. Auch dafür gilt: Solche Hilfe ist in Israel grundsätzlich gegeben.

So oder so: Aus Sicht der Grünen stünden „SPD und CDU in der Landesregierung in der Verantwortung, sich für eine Aufnahme einzusetzen. Wer Humanität ernst meint, muss jetzt handeln. Das ist eine Frage der Menschlichkeit“.

Die Grünen-Forderung nach einer Aufnahme von bedürftigen Kindern aus Gaza und Israel ist also schwer nachvollziehbar und womöglich ein wenig leichtfertig dahergesagt. Aber wenigstens traten ihre Spitzenpolitiker bei dem Thema einstimmig an die Öffentlichkeit. Ganz anders machte es die SPD, die sich ernsthaft mit den möglichen Konsequenzen aus solchen Forderungen auseinandersetzte. Allerdings zerstritten sich die Berliner Sozialdemokraten über der Frage, ob – und, wenn ja, wen – man aus dem Kriegsgebiet aufnehmen solle.

Der innenpolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion, Martin Matz, warnte vor einem weiteren Anstieg antisemitischen Potenzials in der Stadt, wenn man Flüchtlinge aus Gaza in Berlin aufnähme. Sollte dies dennoch geschehen, bedürfte es zumindest strenger Sicherheitsüberprüfungen. Stattdessen plädierte er dafür, sich auf die medizinische Versorgung bei Kampfhandlungen verletzter Kinder aus Gaza zu konzentrieren. Das sei angesichts der ausgezeichneten Ausstattung etwa des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) oder der Charité nicht nur sehr gut möglich, sondern auch gute, eingeübte Praxis, so Matz.

Die scharfe Replik des starken migrantischen Flügels der Hauptstadt-SPD folgte auf dem Fuße. Matz vertrete eine Minderheitenmeinung in der SPD, postete der integrationspolitische Sprecher der Fraktion, Orkan Özdemir, bekannt als Kritiker von Koalitionen der SPD mit der CDU. Es sei Beschlusslage der Partei, dass man wolle, dass Berlin Gaza-Flüchtlinge aufnehme.

Der Krieg im Nahen Osten und seine Auswirkungen auf den Rest der Welt beschäftigen die Berliner Politik weiter – und eben auch die so streitlustige Regierungspartei SPD. Ein Thema unter vielen, mit denen sich der designierte Spitzenkandidat der Partei für die Abgeordnetenhauswahlen im kommenden Jahr, Steffen Krach, auseinandersetzen muss. Der 46-Jährige, der die vergangenen vier Jahre in seiner Heimat Hannover als Regionspräsident gearbeitet hat, will sich am Montag im Kurt-Schumacher-Haus vorstellen. Pünktlich zum Weltfriedenstag.

31 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Deutschland suhlt sich ein wenig im Elend. Wie wäre es mit einem Wir-schaffen-das-Geist?

von Fremdeninfo 31 August 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Henning Rasche

Düsseldorf. Hätte Angela Merkel 2015 etwa sagen sollen: Wir schaffen das nicht? Am Umgang mit ihrem berühmtesten Satz zeigt sich, welcher Wandel hinter der Gesellschaft liegt. Inzwischen geben die destruktiven Stimmen den Ton an, die Deutschland zwar lieben wollen, es aber klein und schwach reden. Schade, es ginge anders.

Düsseldorf. Hätte Angela Merkel 2015 etwa sagen sollen: Wir schaffen das nicht? Am Umgang mit ihrem berühmtesten Satz zeigt sich, welcher Wandel hinter der Gesellschaft liegt. Inzwischen geben die destruktiven Stimmen den Ton an, die Deutschland zwar lieben wollen, es aber klein und schwach reden. Schade, es ginge anders.

Wollte Zuckowski auf seine alten Tage noch einmal einen großen Hit landen, bräuchte er bloß einige Wörter tauschen. Denn davon, dass man es schaffen kann, wenn man es versucht, will kaum einer mehr so recht etwas hören. 2025 könnte der Refrain eines Charterfolges lauten: „Wir schaffen es nicht!“, gesungen vom Deutschland-Chor.

Als Kronzeugin für diese Entwicklung ließe sich die Bundeskanzlerin außer Dienst, Angela Merkel, aufrufen. Kein Satz ihrer politischen Karriere hat so polarisiert, keiner wurde ihr so sehr „um die Ohren gehauen“, wie sie es in ihrer Autobiografie schreibt, wie dieser, den sie wie beiläufig fallen ließ: „Wir schaffen das“. 2015 war das, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung nach Deutschland.

Seither ist die deutsche Flüchtlingspolitik immer restriktiver geworden. Inzwischen kontrolliert die Bundespolizei auf Geheiß der neuen Bundesregierung gar sämtliche Grenzen, ein Verstoß gegen die europäische Grundidee und das Schengen-Abkommen. Schwarz-Rot nimmt dies in Kauf, weil die Koalition hofft, die Wähler würden von der AfD schon zu den Parteien der Mitte zurückkehren, wenn sie nur hart genug mit flüchtenden Menschen umgeht. Dies dürfte sich als Irrweg erweisen.

Zehn Jahre nach Merkels Satz wird diskutiert, ob wir es denn nun geschafft haben. Doch darauf kommt es bei der Frage, ob der Satz richtig oder falsch war, gar nicht an. Denn auch, wenn es manche glauben mögen, Deutschland hatte sich diese zugegebenermaßen gewaltige Aufgabe nicht ausgesucht. Hätte Merkel etwa sagen sollen: Wir schaffen das nicht?

Ihr Satz war kein Imperativ und keine sachliche Feststellung. Merkel versuchte sich kurz in der Rolle des Kinderbarden Rolf Zuckowski: Wir schaffen das schon! Sie probierte einen Mutmachsatz. Sie vergaß die weiteren Strophen, und auch wie der Refrain klang, wusste sie schon bald nicht mehr. Ja, Angela Merkel versäumte 2015 ff. manches. Vor allem blieb sie eine Kommunikation schuldig, die die gesellschaftlichen Umwälzungen greifbar gemacht hätte. „Wir schaffen das“ blieb eine leere Skizze, die Merkel nie ausmalte.

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Das ist kein kleines Versäumnis, wenn man bedenkt, dass die Rechtsextremen die Deutungshoheit über dieses Thema gewannen. Sie konnten die Geschichte eines überforderten Landes im Kontrollverlust erzählen, weil niemand, vor allem die Kanzlerin nicht, eine andere erzählte. Bei all der wohligen Selbstzufriedenheit, die Merkel heute ausstrahlt: Auch das gehört zu ihrem Erbe. Die Destruktiven geben jetzt den Ton an.

Gerade diejenigen, die vorgeben, stolz auf Deutschland zu sein, Deutschland zu lieben, attestieren dem Land, unfähig zu sein. Unfähig, Herausforderungen zu meistern, über sich hinauszuwachsen, auf die eigenen Stärken zu vertrauen. Das ist so offensichtlich widersprüchlich, dass es ein wenig peinlich ist, darauf hinweisen zu müssen. Es zählt zu den ungeklärten Fragen unserer Zeit, warum gerade die zynische „Wir schaffen das nicht“-Mentalität Grundlage eines neuen, dumpfen Nationalismus wurde.

Ja, Integration verlangt allen Beteiligten sehr viel ab, auf allen Seiten. Klar, gelingt da nicht alles. Klar, manchmal ist man überfordert. Klar, ärgert man sich auch, weil es nicht so läuft wie es sollte. Aber man will doch in so einen komplexen Prozess nicht in der Absicht und Motivation gehen, es gar nicht schaffen zu wollen oder können.

Was Deutschland bräuchte, da es sich ein wenig im Elend suhlt (die Wirtschaft brummt nicht, die Bahn fährt nicht, die Regierung streitet schon wieder, etc.), wäre ein Wir-schaffen-das-Geist. Liest man Merkels Satz als Aufforderung, es doch bitteschön wenigstens zu versuchen, an die eigenen Kräfte zu glauben, dann bekommt er universelle Gültigkeit. Man könnte ihn in Kitas, Schulen, Betrieben, Konzernen, Behörden, Kabinettssälen, Krankenhäusern, Fabriken, Parlamenten, Wohnzimmern, Vorgärten, Vereinsheimen und an Stammtischen an die Wand malen. Wir! Schaffen! Das! Warum denn auch nicht?

Doch die Dinge liegen ein wenig anders. Der Nach-Nachfolger von Merkel, Friedrich Merz, bestreitet, dass wir es geschafft haben und auch, dass wir es schaffen. Er muss seine Klientel bei Laune halten, klar. Aber würde es zu dem Mann, der endlich anpacken und aufräumen, der es schaffen will, nicht besser passen, wenn er mehr an die eigenen Kräfte im Land glaubte?

Deutschland hat den Vorteil, aus mehr als 80 Millionen Menschen zu bestehen. Wenn Maike es schon alleine schafft, wie Rolf Zuckowski sang, dann sollte das für uns gemeinsam doch erst recht gelten.

(her atrie)

31 August 2025 0 Kommentare
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Rassismus

Gegen Rassismus und Rechtsextremismus

von Fremdeninfo 31 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Andrea Freitag/RP-Online

 Düsseldorf . In Garath fand am Samstag der Auftakt der Düsseldorfer Dialogtage statt. Ziel ist es, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ein gemeinsames Leben auf Augenhöhe zu ermöglichen. Viele Vereine und Initiativen haben mitgemacht.

Jeder hat sein Gepäck dabei, mal leichter, mal schwerer: Wir laden alle ein, es abzuladen“, erklärt Judith Knuff von der Stabsstelle Antidiskriminierung im Amt für Gleichstellung. Am Samstag standen sie und verschiedene Düsseldorfer Vereine und Initiativen auf dem Nikolaus-Groß-Platz in Garath bereit, um mit den Menschen im Stadtteil ins Gespräch zu kommen. Unter dem Titel „Der Mensch im Mittelpunkt“ fand dieser erste, dreistündige Dialogtag statt, in dem Austausch über Möglichkeiten gegen Rassismus und Diskriminierung im Fokus stehen.

Die Dialogtage sollen in allen zehn Stadtbezirken stattfinden“, kündigt Knuff an. Sie sind eine der Maßnahmen des 2023 beschlossenen kommunalen Handlungskonzepts gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund soll in Düsseldorf ein gemeinsames Leben auf Augenhöhe ermöglicht werden. „Zuerst habe ich für den Dialogtag am Schreibtisch ein Konzept entworfen und Kontakt mit Vereinen und Initiativen aufgenommen, die die Aktion durch ihre Mitarbeit bereichern sollen. Alle wollten auf meine Anfrage hin gerne mitwirken, doch dann bat ich darum, kritisch auf meinen Entwurf zu schauen. Erst sagten alle, alles sei super“, berichtet Knuff. „Aber dann beharrte ich darauf, dass ich wirklich konstruktive Kritik erwarten würden – und dann wurde mein erster Entwurf im besten Sinne des Wortes zerpflückt und alles neu gemacht. Aber genau darum geht es ja: Es ist eben nur mit der Community möglich.“

Im ersten Entwurf gab es beispielsweise noch die Idee eines Raumes mit Thementischen, an denen man im Workshop-Format reden könnte. „Aber wie willst du da alle Stimmen hören?“, war die Gegenfrage. Also ging es stattdessen direkt in die Fußgängerzone zu den Menschen.

„Zudem wurde der Rucksack als Symbol der Dialogtage auserkoren, eben weil jeder Mensch irgendwo ein Reisender ist, jeder hat sein Gepäck dabei“, sagt die Angestellte der Stadt. Knuff und ihre Mitstreiter möchten dazu einladen, das persönliche Gepäck abzuladen, sich kennenzulernen und zu klären, was sich ändern kann und muss. Die Ergebnisse der Dialoge wurden am Samstag auf Stoff-Rucksäcken, Karten und – damit die Sprachbarriere keine Chance hat – auch auf Fotos festgehalten. Alle Ergebnisse werden gesammelt und der Stadt übergeben. Es gab die verschiedensten Rückmeldungen, einige sehen Alkohol und Drogenkonsum als Problem, eine 90-Jährige wünscht sich, dass alle mehr lächeln, egal aus welcher Kultur sie kommen.

„Es ist schön, hier so eng mit der Stadt zu kooperieren“, freut sich auch Peter Rummel vom Internationalen Kultur- und Sportverein der Roma, „Carmen“. „Das ist ein Zeichen, dass man als Bürger mit der Stadt direkt zusammenarbeiten kann. Diese Tatsächlichkeit wünsche ich mir für alle Verwaltungen.“ Für Knuff und das Team der Stabsstelle Antidiskriminierung gilt dasselbe. „Ohne den Input unserer Experten wäre das hier total deutsch und verkopft gewesen. Das Know-How direkt aus der Praxis hat einen echten Mehrwert ergeben“, so Knuff.

Zwischen Fotobox, Bastelaktion und Waffelstand herrschte eine offene, fröhliche und kommunikative Atmosphäre. „Viele Personen, die wir hier angesprochen haben, waren erst irritiert, aber zu einem Gespräch hat keiner Nein gesagt. Jetzt gehen die Menschen mit dem guten Gefühl nach Hause, dass sie gehört wurden.“ Neena Hartmann vom Haus der Kulturen berichtet von einer Begegnung an diesem Tag: „Eine Dame erzählte, dass sie seit 2015 in Deutschland lebt, aber keine deutschen Freunde hat. Diese Bubble-Bildung ist überall ein Problem. Aber sie will sich jetzt ehrenamtlich engagieren und etwas verändern.“ Auch die Verantwortlichen der Vereine und Initiativen kamen am Samstag enger ins Gespräch, viele planen die nächsten gemeinsamen Aktionen. Auf den Zetteln mit Wünschen und Vorschlägen sind neben Bedenken wegen der schließenden Einkaufszentren auch Sätze wie „Ich bin Garath“ zu lesen – oder „Garath ist bunt (Menschen) und grün (Natur). Lasst und stolz auf diesen tollen Stadtteil sein!“

31 August 2025 0 Kommentare
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