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Flüchtlinge

Kein Bürgergeld für neue Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

von Fremdeninfo 10 April 2025
von Fremdeninfo

 

Kein Bürgergeld für neue Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

    Artikel von dpa

 

                    

Bislang hatten Ukraine-Flüchtlinge, die nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können, gleich Anspruch auf Bürgergeld. Das soll sich nun ändern. (Symbolbild) © Sebastian Kahnert/dpa

 

Neue Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen kein Bürgergeld mehr bekommen, sondern die geringeren Leistungen für Asylbewerber. Darauf haben sich CDU, CSU und SPD bei ihren Koalitionsverhandlungen verständigt.

In ihrem Koalitionsvertrag, der von den Parteien vor der Unterzeichnung noch abschließend gebilligt werden muss, heißt es wörtlich: «Flüchtlinge mit Aufenthaltsrecht nach der Massenzustrom-Richtlinie, die nach dem 01.04.2025 eingereist sind, sollen wieder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, sofern sie bedürftig sind.

Die Bedürftigkeit müsse zudem durch konsequente und bundesweit einheitliche Vermögensprüfungen nachgewiesen werden. Der Bund werde die durch die geplante Änderung bei den Ländern und Kommunen entstehenden Mehrkosten tragen.

Ukraine-Flüchtlinge müssen kein Asyl beantragen

Seit 2022 gilt für ukrainische Kriegsflüchtlinge EU-weit die «Massenzustrom-Richtlinie». Das bedeutet, dass sie einen Aufenthaltsstatus erhalten, ohne einen Asylantrag stellen zu müssen.

Die Flüchtlinge aus der Ukraine haben in Deutschland seit dem 1. Juni 2022, wenn sie nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können, Anspruch auf Bürgergeld. Jetzt soll sich das ändern. Sie sollen wieder die niedrigeren Asylbewerberleistungen erhalten. Diejenigen, die schon länger in Deutschland sind, betrifft diese geplante Änderung nicht.

Die Geltungsdauer der EU-Richtlinie für die Ukraine-Flüchtlinge war bis März 2026 verlängert worden. Aktuell leben rund 1,25 Millionen Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland. Mehr als 60 Prozent der Menschen aus der Ukraine, die hierzulande Zuflucht gesucht haben, sind Frauen und Mädchen. Die Zahl der Menschen, die im Kontext des Krieges aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, hatte zuletzt wieder leicht zugenommen.

10 April 2025 0 Kommentare
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Die neue Regierung setzt künftig auf Kontrollen an Deutschlands Grenzen. Bei der Zurückweisung

von Cumali Yağmur 10 April 2025
von Cumali Yağmur

Die neue Regierung setzt künftig auf Kontrollen an Deutschlands Grenzen. Bei der Zurückweisung

 

 ckführungsoffensive

Die Parteien haben sich auf ein Bündel von Maßnahmen zur Begrenzung der irregulären Migration geeinigt. In ihrem Koalitionsvertrag kündigen sie eine „Rückführungsoffensive“ mit mehr Haftmöglichkeiten für Ausreisepflichtige an. Vorgesehen ist zudem, freiwillige Aufnahmeprogramme des Bundes „so weit wie möglich“ zu beenden. Das Ziel der „Begrenzung“ der Migration soll außerdem wieder ausdrücklich in das Aufenthaltsgesetz geschrieben werden.

Zurückweisungen an den Grenzen

Bei den von der Union geforderten Zurückweisungen an den Grenzen auch von Asylsuchenden bleibt es beim Sondierungskompromiss, dass diese „in Abstimmung mit unseren europäischen Nachbarn“ erfolgen sollen. Dies wurde schon bisher unterschiedlich interpretiert: Unionsvertreter sahen keine Notwendigkeit einer Einwilligung der betroffenen Länder, die SPD schon. SPD-Chef Lars Klingbeil betonte am Mittwoch, „das Grundrecht auf Asyl“ bleibe dabei „unantastbar“.

 Fmiliennachzug

Der Familiennachzug für sogenannte subsidiär Schutzberechtigte wird für zwei Jahre ausgesetzt – also für Menschen, die kein Asyl bekommen, aber aus anderen Gründen vorerst bleiben dürfen. „Danach prüfen wir, ob eine weitere Aussetzung der zuletzt gültigen Kontingentlösung im Rahmen der Migrationslage notwendig und möglich ist“, heißt es im Koalitionsvertrag.

Turbo-Einbürgerungen

Die von der Ampel-Regierung eingeführte beschleunigte Einbürgerung besonders gut integrierter Zuwanderer soll wieder abgeschafft werden. Diese hatte es Menschen mit besonderen Integrationsleistungen ermöglicht, nach drei Jahren einen Antrag auf Einbürgerung zu stellen. Die von der Union als „Turbo-Einbürgerung“ geschmähte Möglichkeit soll nun gestrichen werden. An der Reduzierung der Wartefrist für normale Einbürgerungen von acht auf fünf Jahre und an der Erlaubnis für den Doppelpass, die von der Ampel ebenfalls beschlossen worden war, wollen CDU, CSU und SPD aber festhalten.

Entzug der Staatsbürgerschaft

Abstand genommen haben die Verhandler von der bei den Sondierungsgesprächen noch diskutierten Idee, eingebürgerten Menschen, die mehr als eine Staatsangehörigkeit haben, in bestimmten Fällen die deutsche Staatsangehörigkeit wieder zu entziehen. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Wir prüfen Änderungsbedarf bei Ausweisung auch bei öffentlicher Aufforderung zur Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“ Dies würde dann nur Ausländer betreffen, nicht deutsche Staatsbürger.

10 April 2025 0 Kommentare
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Neue Befragung: Antisemitische Vorfälle an vielen Universitäten

von Fremdeninfo 9 April 2025
von Fremdeninfo

Neue Befragung: Antisemitische Vorfälle an vielen Universitäten

                                         Artikel von Heike Schmoll

                                

                                Der geschäftsführende Bildungsminister Cem Özdemir am 9. April 2025 © dpa

 Antisemitische Einstellungen unter Studenten an Hochschulen haben sich nicht verstärkt und sind geringer ausgeprägt als in der Gesamtbevölkerung. Das geht aus der zweiten vom Bundesbildungsministerium geförderten Schnellbefragung zum Antisemitismus hervor, die von Forschern an der Universität Konstanz erhoben und am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Außerdem wurden im Rahmen einer von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unterstützten Befragung erstmals Daten zu antisemitischen Vorfällen und Maßnahmen zur Bekämpfung von Antisemitismus an Hochschulen erhoben.

Vom 9. Dezember vergangenen Jahres bis 7. Januar nahmen 1885 Studenten an der Befragung teil, in der Vergleichsgruppe der volljährigen Bevölkerung waren es 2031 Personen. Antisemitische Einstellungen finden sich unter sechs bis sieben Prozent der Studenten, in der Gesamtbevölkerung sind es etwa 20 Prozent. 40 Prozent der Hochschulen berichteten von antisemitischen Vorfällen, Universitäten deutlich häufiger als Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Meist äußern die Vorfälle sich in Gestalt von Graffitis, Aufklebern oder Plakaten auf dem Hochschulgelände und in antisemitischen Parolen auf Demonstrationen. Vereinzelt kam es aber zu verbalen oder körperlichen Angriffen auf jüdische Studenten oder verbalen Angriffen auf jüdische Lehrer. An fünf der 94 befragten Hochschulen wurden Personen wegen antisemitischer Vorfälle des Geländes verwiesen. In Einzelfällen wurde auch die Exmatrikulation angedroht.

 

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit dürfen nicht toleriert werden“, sagte der geschäftsführende Bundesbildungsminister Cem Özdemir (Grüne) bei der Vorstellung der Studie. Er begrüßte es, dass die Mehrheit der Hochschulen Anlaufstellen zur Bekämpfung des Antisemitismus eingerichtet haben. Der Vizepräsident der HRK, der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Georg Krausch sagte, die Hochschulen hätten viele Schritte gegen antisemitische Tendenzen unternommen.

Die Studie helfe, noch zielgenauer vorzugehen. Jüdische Studenten und Mitarbeiter müssten sich auf dem Campus sicher fühlen können. Zwei Drittel der Hochschulen organisierten Informationsveranstaltungen, Diskussionen und Ausstellungen zum Antisemitismus, deren Bekanntheit unter Studenten allerdings gering ausgeprägt sei

9 April 2025 0 Kommentare
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OB Reker zu Besuch in Istanbul: Familie von Imamoglu fühlt sich im Stich gelassen

von Fremdeninfo 9 April 2025
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OB Reker zu Besuch in Istanbul: Familie von Imamoglu fühlt sich im Stich gelassen

Von :  NTV

Nach dem umstrittenen Arrest des Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu kritisiert Kölns Oberbürgermeisterin Reker die internationale Zurückhaltung. Beim Besuch seiner Familie in Istanbul erlebte sie eine „erschütterte und bedrückte“ Stimmung. Reker fordert klare Worte aus Europa.

 

                                          

Ekrem Imamoglus Mutter und Familie nehmen an einer CHP-Kundgebung in Maltepe, Istanbul, am 29. März 2025 teil. © picture alliance / abaca

 Die Familie des inhaftierten Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu ist nach Angaben der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker enttäuscht von den zurückhaltenden internationalen Reaktionen auf die Verhaftung. „Sie fühlen sich extrem im Stich gelassen, weil sich keine internationale Stimme wirklich dagegen erhebt“, sagte Reker in Köln.

Reker hatte Imamoglus Frau Dilek am Montag in Istanbul besucht. Köln ist einer der Partnerstädte Istanbuls, deshalb kannte sie die Familie schon vorher. Die Ehefrau, die beiden Söhne und die Tochter hätten auf sie „sehr angefasst“ und „erschüttert“ gewirkt, sagte Reker. „Das war schon bedrückend.“

Besuch im Gefängnis wurde nicht genehmigt

Die Festnahme des dann abgesetzten Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu am 19. März hatte in der Türkei die größten regierungskritischen Proteste seit Jahren ausgelöst. Imamoglu, der nach seiner Festnahme zum Präsidentschaftskandidaten der größten Oppositionspartei CHP ernannt wurde, ist einer der wichtigsten innenpolitischen Rivalen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Gegen Imamoglu werden Korruptions- und Terrorismusvorwürfe erhoben. „Was man von einem EU-Beitrittskandidaten erwarten darf, ist, dass solche Vorwürfe schnell aufgeklärt werden“, sagte Reker. „Nach unserem Rechtssystem kann man auch nur festgehalten werden, wenn Flucht- oder Verdunklungsgefahr besteht – das kann man von dem Bürgermeister einer Millionenstadt sicher nicht sagen.“ Insofern gehe es hier offensichtlich um ein abgekartetes Spiel, sagte Reker. Imamoglu selbst habe sie nicht besuchen dürfen. „Der Haftbesuch ist nicht genehmigt worden.“ Seine Frau Dilek habe ihn bisher dreimal besuchen dürfen.

Die Kölner Oberbürgermeisterin war zu einer Konferenz des türkischen Städtetages nach Istanbul gereist. Daran nahmen auch andere deutsche Bürgermeister teil, darunter Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte von der SPD und Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay von den Grünen. Reker appellierte an deutsche Politiker, Solidarität mit Imamoglu zu bekunden. „Ich würde mir das deutlicher wünschen, dass man dazu etwas sagt. Wenn man sich verbunden ist, muss man sich auch beistehen.“

9 April 2025 0 Kommentare
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Sinti- und Roma-Vereine gründen neuen Hamburger Dachverband

von Fremdeninfo 9 April 2025
von Fremdeninfo

 

 

Sinti- und Roma-Vereine gründen neuen Hamburger Dachverband

                                    Artikel von dpa

                                    

In dem neuen Dachverband wollen sich Hamburger Sinti und Roma für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen. © David Hammersen/dpa

 Drei Hamburger Sinti- und Roma-Vereine haben sich zu einem neuen Dachverband zusammengeschlossen. Das Kooperationsabkommen unterzeichneten der Landesverein der Sinti, der Bildungsverein der Roma zu Hamburg sowie die Rom und Cinti Union. Die Organisationen bekannten sich damit zur Stärkung der politischen Teilhabe, zur Förderung von Bildung sowie zur Bewahrung und Sichtbarmachung der Kultur und Geschichte der Roma und Sinti in Hamburg.

«In einer Zeit, in der Antiziganismus und soziale Ausgrenzung noch immer Realität sind, ist unsere Zusammenarbeit ein notwendiger Schritt für eine gerechtere Gesellschaft», erklärten die drei Vereinsvorsitzenden Arnold Weiss, Diana Sima und Tino Knudsen. Sie bekräftigten: «Wir stehen zusammen – für Erinnerung, Teilhabe und eine gemeinsame Zukunft.» Sima sagte als Vorsitzende des Bildungsvereins der Roma: «Ich bin weiterhin daran interessiert, durch Bildung was zu erreichen.»

Internationaler Roma-Tag

Die Gründung des «Dachverbands der Sinti und Roma-Interessenvertretungen in Hamburg» erfolgte am Internationalen Roma-Tag, der seit Anfang der 2000er Jahre weltweit gefeiert wird. Er geht zurück auf die Gründung der Internationalen Roma-Union am 8. April 1971 in London. Der Mitgründer der Rom und Cinti Union in Deutschland, Rudko Kawczynski, sagte über die in ganz Europa lebende Minderheit: «Wir sind die einzigen echten Europäer, mit einer einzigen Sprache überall, wir sind pazifistisch, wo Krieg ist, laufen wir weg. Wo es keinen Krieg gibt, da sind wir zu Hause.»

50.000 Sinti und Roma in Hamburg

Weiss sagte: «Wir sind hier, wir sind viele, und wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen.» Nach seinen Angaben leben in Hamburg rund 50.000 Sinti und Roma. Der Landesverein der Sinti habe rund 1.700 Mitglieder in der Hansestadt. Die Roma und Cinti Union vertritt nach Angaben von Kawczynski etwa 5.000 Menschen in Hamburg

9 April 2025 0 Kommentare
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Religion

Berliner Jusos gegen Begriff Islamismus

von Fremdeninfo 9 April 2025
von Fremdeninfo

Berliner Jusos gegen Begriff Islamismus

                                       Artikel von dpa

 

                    

Berlins Jusos sehen im Begriff Islamismus eine Stigmatisierung aller Muslime. (Symbolbild) © Christophe Gateau/dpa

 Die Berliner Jusos wollen den Begriff Islamismus in ihrem Sprachgebrauch nicht mehr verwenden und sprechen stattdessen künftig nur noch von «religiös-begründetem Extremismus» – ohne Bezug zu einer konkreten Religion. Einen entsprechenden Beschluss, der nun für Kritik sorgt und im Netz heißt diskutiert wird, fasste der Berliner Landesverband der SPD-Nachwuchsorganisation bei einer Delegiertenversammlung. 

Die begriffliche Nähe zwischen Islam und Islamismus sei ein Problem, heißt es in dem Beschluss vom vergangenen Samstag. «Dadurch entsteht ein Bild, bei dem der Islam als solcher problematisiert und mit Negativität assoziiert wird.» Eine ganze Religion werde stigmatisiert. Zudem würden als Muslime gelesene Menschen unter Generalverdacht gestellt – sie stünden permanent unter Druck, sich von Extremismus etwa der Hamas oder des Islamischen Staats (IS) zu distanzieren. Folge sei auch ein Erstarken von antimuslimischem Rassismus.

CDU übt Kritik 

Kritik an dem Beschluss, über den zuerst der «Tagesspiegel» berichtet hatte, kam von der CDU. «Probleme kann man nicht lösen, indem man sie unkenntlich macht», sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, der Deutschen Presse-Agentur. «Voraussetzung für die Lösung von Problemen ist es, sie klar zu benennen.»

Die begriffliche Nähe des Wortes Islamismus zum Islam sei unabdingbar für eine zutreffende Bezeichnung dieses Extremismus-Phänomens. «Denn die Angehörigen dieser extremistischen Ausrichtung berufen sich ja explizit auf den Islam. Der Begriff „religiös begründeter Extremismus“ hingegen vernebelt diesen Zusammenhang.»

Wissenschaftlerin wundert sich 

Auch Islamismus-Forscherin Susanne Schröter hält das Vorgehen der Jusos für nicht sachgerecht. Die Direktorin des «Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam» (FFGI) sagte bei Welt TV: «Was die Jusos machen, das ist eine bekannte Methode, die man bei linken Organisationen häufig findet, (…) ist, das Problem des islamischen Extremismus wegzumoderieren, indem man nicht mehr darüber spricht, indem man plötzlich andere Begriffe verwendet.» 

Das Problem sei aber nicht vom Islam zu trennen, argumentiert auch sie. Attentäter, aber auch islamistische Politiker bezögen sich auf den Islam und begründeten ihre Haltung, Werte und Taten mit dem Islam. 

Juso-Landesvorsitzende sieht Abbau von Diskriminierung

Die Berliner Juso-Landesvorsitzende Svenja Diedrich, die den Verband gemeinsam mit Kari Lenke führt, sprach angesichts der Diskussion von «viel Lärm um nichts». Ziel des mit breiter Mehrheit gefassten Beschlusses sei ein Abbau von Diskriminierung in der Verbandsarbeit, sagte sie der dpa. Es handele sich nicht um ein Verbot. «Alle Leute dürfen weiter sagen, was sie wollen.» 

Extremismus, der sich auf Religionen berufe, müsse bekämpft werden – allerdings ohne «rassistische Narrative und Stigmatisierung», heißt es im Beschluss der Berliner Jusos weiter. «Stattdessen soll in Zukunft in unserem Verband von „religiös-begründetem Extremismus“ gesprochen werden. So werden keine weiteren Vorurteile gegenüber dem Islam geschürt.» Das solle etwa für Anträge und Debatten im Verband gelten. 

Islamisten wollen «Gottesstaat»

Laut Definition der Bundeszentrale für politische Bildung ist Ziel des Islamismus ein islamischer «Gottesstaat» mit strengen Regeln für alle Lebensbereiche nach islamischer Gesetzgebung, der sogenannten Scharia. «Der Islamismus steht im Widerspruch zu wichtigen demokratischen Grundsätzen.» Dazu gehörten freie Wahlen und eine ständige Veränderung unterworfene Gesetzgebung. 

Das Bundesinnenministerium definiert Islamismus als Form von Extremismus, die unter Berufung auf den Islam auf die Abschaffung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung in Deutschland abziele. Islamisten stünden damit im Widerspruch zu den im Grundgesetz verankerten Grundsätzen der Volkssouveränität, der Trennung von Staat und Religion, der freien Meinungsäußerung und der allgemeinen Gleichberechtigung

9 April 2025 0 Kommentare
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Religion

Forschungsnetzwerk: Wie kann islamistische Radikalisierung verhindert werden?

von Fremdeninfo 9 April 2025
von Fremdeninfo

Forschungsnetzwerk: Wie kann islamistische Radikalisierung verhindert werden?

                               Artikel von Heike Schmoll  / Faz

                          

Zwei festgenommene mutmaßliche Hamas-Mitglieder im Dezember 2023 in Karlsruhe (Symbolbild) © dpa

Um deutliche Worte ist der geschäftsführende Bundesbildungsminister Cem Özdemir (Grüne) nicht verlegen. Er findet den Umgang der Politik und Öffentlichkeit mit Islamismus unerträglich naiv. Das machte er bei der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsnetzwerks zu Islamismus deutlich, das vom Bundesbildungsministerium in den vergangenen fünf Jahren mit 15 Millionen Euro gefördert wurde. Islamisten verachteten das Wertefundament der Demokratie und die westliche Lebensweise, sagte er.

Islamistischer Ex­tremismus bedrohe auch die Muslime selbst, weil diese unter Generalverdacht gerieten. „Wer pauschal über Muslime spricht, der betreibt das Geschäft der Fundamentalisten.“ Es gelte, zu differenzieren. Es sei in Deutschland nicht strafbar, Anhänger des türkischen Präsidenten Erdoğan zu sein, allerdings müsse es doch verwundern, dass die Liebe dann nicht so weit reiche, dass hier wohnende Türken auch in der Türkei leben wollten. Es mache ihm große Sorge, dass sich immer jüngere Menschen islamistisch radikalisierten, sagte Özdemir.

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                            Der geschäftsführende Bundesbildungsminister Cem Özdemir (Grüne) im Dezember in Reutlingen © dpa

Das Forschungsnetzwerk zu Islamismus in Deutschland untersucht in zwölf Projekten seit 2020 Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Islamismus und Radikalisierung in Deutschland. Mit einer neuen, abermals mit 15 Millionen Euro dotierten Förderlinie für die kommenden fünf Jahre soll vor allem erforscht werden, wie sich die Radikalisierung im Internet in Deutschland und Europa, aber auch transnational vollzieht und wie man dagegen vorgehen kann.

Der am Forschungsverbund beteiligte Londoner Terrorismusforscher Peter R. Neumann vom King’s College sagte bei der Vorstellung der Ergebnisse, der Überfall der Hamas auf Israel habe international zu einer „Riesenmobilisierung“ für Islamisten geführt. Er sprach von einer „islamistischen Terrorwelle“ und einer enormen Zunahme von islamistischen Anschlägen auch und gerade in Deutschland.

Der Extremismusforscher Julian Junk von der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit, der am ergänzend geförderten Transfervorhaben RADIS beteiligt ist, sagte: „Wir sehen häufig eine Vermischung von Fragen der Sicherheit, Integration und Prävention in gesellschaftlichen Debatten.“ Das Forschungsnetzwerk versuche, solchen komplexen Zusammenhängen gerecht zu werden.

Die Forscher empfehlen in einem Sammelband mit den Ergebnissen der ersten Förderlinie eine Vernetzung von Wissensbeständen über die Disziplinen hinweg sowie zwischen Wissenschaft und Fachpraxis. Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure müssten zusammenarbeiten. Pauschale Vorurteile, Diskriminierung, Ausgrenzung und traumatisierende Fluchterfahrungen seien eng mit Radikalisierung verbunden.

Demokratie- und Toleranztrainings ausbauen

Wirksame Präventionsstrategien setzten an Orten an, wo Menschen zusammenkämen: Schulen, Jugendgruppen, Arbeitsplätzen, Universitäten sowie sozialen Medien. Aufsuchende Prävention und sozialpädagogische Arbeit erreichten Individuen direkt in ihrem Lebensumfeld. Demokratie- und Toleranztrainings sollten ausgebaut werden, um Radikalisierung vorzubeugen und Stigmatisierung zu vermeiden. „Denn immer mehr junge Menschen wachsen in demokratiedistanzierten oder extremistischen Milieus auf“, stellen die Forscher fest. Prävention müsse lokal gut vernetzte und digitale Angebote schaffen. Jugendhilfe, Schulen und Vereine spielten dabei eine zentrale Rolle.

Das Forschungsnetzwerk hält intensive politische und soziale Bildung für die Grundlage wirksamer Prävention. Schulbuchtexte und Unterrichtsmaterialien, aber auch der Dialog mit Vertretern anderer Religionen seien ebenso wichtig wie ein innermuslimischer Diskurs, der die Vielfalt islamischer Gemeinschaften anerkennt.

Lehrer und pädagogische Fachkräfte müssten darauf vorbereitet werden, Strategien zu entwickeln, die sich stärker an der Lebenswelt junger Menschen orientieren und zur Verständigung führten. Sie brauchen gezielte Fortbildungen zur Radikalisierungsprävention. „Räume für demokratisches Engagement – auch mi­grantischer und muslimischer Selbstorganisation – sollten erhalten und ausgebaut werden“, heißt es in dem Papier der Forscher.

Themen wie interkulturelle Kompetenz, Antidiskriminierung und Beziehungsarbeit sollten fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung aller pädagogischer und sozialer Fachkräfte sein. Sie müssten Handlungssicherheit im Umgang mit religiösen Konflikten gewinnen und dazu in der Lage sein, Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen und professionell zu begleiten. Beratungsstrukturen für pädagogisches Personal sollten ausgebaut werden.

9 April 2025 0 Kommentare
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Wir sind ein Einwanderungsland, und das ist gut so“, sagt Kardinal Marx

von Fremdeninfo 9 April 2025
von Fremdeninfo

Wir sind ein Einwanderungsland, und das ist gut so“, sagt Kardinal Marx

Der Erzbischof von München, Reinhard Marx, ruft zur Besonnenheit in der Migrationspolitik auf. Deutschland sei ein Einwanderungsland. Eine Verengung der Debatte auf Sicherheitsaspekte hält der Theologe für falsch.

                                           

                Bei der heiligen Messe im Münchner Dom im Dezember 2024: Kardinal Marx Felix Hörhager/dpa

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die künftige Bundesregierung vor Härten in der Migrationspolitik gewarnt. „Es darf nicht darum gehen, wo man bei der Migration überall die Schrauben anziehen kann“, sagte der Erzbischof in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Wir sind ein Einwanderungsland, und das ist gut so – ein solches Signal erwarte ich auch von einem Kanzler Friedrich Merz und der neuen Bundesregierung.“

Der katholische Theologe verwies auf den Wahlkampf von CDU und CSU: „Ich hatte angesichts des Wahlergebnisses der Union nicht den Eindruck, dass die Union mit der Verschärfung des Themas Migration erfolgreich war“, erklärte Marx und betonte zugleich: „Friedrich Merz ist kein deutscher Trump.“

Die Zuwanderungsdebatte dürfe aber nicht verengt geführt werden, forderte der frühere Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz: „Migration nur als Gefährdung der inneren Sicherheit darzustellen, ist einfach nicht richtig.“ Er wisse aus eigener Erfahrung: „Reha, Pflege, Krankenhaus – das könnten wir dichtmachen ohne Zuwanderung.“

Mit Blick auf die Anschläge während des Bundestagswahlkampfes sagt Marx: „Wenn Sie die Amokläufe und Anschläge anschauen, dann waren da genauso Rechtsradikale unterwegs wie Islamisten. Und wie viele Täter sind hier auffällig und radikal geworden, nicht in ihren Herkunftsländern?“

9 April 2025 0 Kommentare
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Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen

von Fremdeninfo 8 April 2025
von Fremdeninfo

Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen

                          

Das Bundesforschungsministerium fördert die Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen Euro. „Wissenschaft und Forschung leisten einen wichtigen Beitrag, zu verstehen, wie Islamismus entsteht und bekämpft werden kann“, so Minister Özdemir. © RONNY HARTMANN

 

Das Bundesforschungsministerium fördert die Forschung zu Islamismus in den kommenden Jahren mit weiteren 15 Millionen Euro. „Wissenschaft und Forschung leisten einen wichtigen Beitrag zu verstehen, wie Islamismus entsteht und wie er bekämpft werden kann“, erklärte Forschungsminister Cem Özdemir (Grüne) am Dienstag. Sein Haus setze deshalb sein Engagement auf diesem Gebiet fort.

Wir erhoffen uns von neuen Projekten Einblicke in Radikalisierungsprozesse“, sagte der Minister in Berlin. Es brauche auch mehr Wissen darüber, welche Auswirkungen Fluchterfahrungen auf die Radikalisierung haben. Özdemir stellte eine neue Förderrichtlinie seines Hauses vor, die definiert, welche Projekte zur Islamismusforschung unterstützt werden.

Das Ministerium stellt für die 2026 beginnende neue Förderphase 15 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge dafür können nun eingereicht werden. Das Wissen aus der Forschung soll den Angaben zufolge „langfristig zur Verbesserung der Präventions-, Distanzierungs- und Deradikalisierungsarbeit beitragen“.

Die gleiche Summe wurde bereits im Rahmen einer ersten, seit 2020 geltenden, Förderrichtlinie bereitgestellt. Damit wurden laut Ministerium zwölf Projekte unterstützt, „die untersuchen, welche gesellschaftlichen Ursachen und Wirkungen der Islamismus in Deutschland und Europa hat“.

er Islamismus gefährde nicht nur die Gesellschaft als Ganzes, sondern sei auch eine Gefahr für Muslime, so Özdemir. Denn diese gerieten dadurch unter Generalverdacht. Es müsse beim Thema Islamismus „jede Naivität“ abgelegt werden, betonte der Minister.

Besonders seit dem Überfall der Hamas auf Israel gebe es wieder verstärkten islamistischen Terrorismus, sagte der Londoner Terrorismusexperte Peter R. Neumann bei der Vorstellung der neuen Förderrichtlinie. Er sprach von einer „islamistischen Terrorwelle, die auf uns zurollt“. Für die Forschung gebe es deshalb viel zu tun.

awe/pw

8 April 2025 0 Kommentare
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Während Rekers Türkei-Reise: Präsident Erdogan erstattet Anzeige wegen Beleidigung gegen Oppositions-Chef Özel

von Fremdeninfo 8 April 2025
von Fremdeninfo

Während Rekers Türkei-Reise: Präsident Erdogan erstattet Anzeige wegen Beleidigung gegen Oppositions-Chef Özel

Hunderttausende bei regierungskritischen Protesten

Hunderttausende gingen in der Folge bei regierungskritischen Protesten auf die Straße. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, mit Hilfe der Justiz den größten Konkurrenten von Erdogan politisch ausschalten zu wollen.

In einem Verfahren werden 139 Menschen wegen „Widerstand gegen das Versammlungs- und Demonstrationsgesetz“ beschuldigt, wie die Nachrichtenagentur Anandolu berichtete. Davon seien 104 Verdächtige in Untersuchungshaft. Es werden jeweils bis zu drei Jahre Haft gefordert. Zudem laufen Ermittlungen unter anderem wegen Präsidentenbeleidigung. (dpa,red)

 

                                                  

Özgür Özel, CHP-Vorsitzender, spricht während eines Kongresses unter dem Motto „Der Wille gehört der Nation“ zu Parteimitgliedern. © Tunahan Turhan/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Gegen den Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, ist wegen Präsidentenbeleidigung Klage eingereicht worden. Hintergrund des Verfahrens in Ankara seien Äußerungen über Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Kongress, teilte einer der Anwälte Erdogans auf X mit. Özel drohen demnach unter anderem eine Schadensersatzzahlung von 500.000 türkischen Lira (rund 12.000 Euro). Özel habe Erdogan unter anderem als „Juntachef“ bezeichnet, hieß es weiter.

Reker als Zeichen der „uneingeschränkten Solidarität“ in Istanbul

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker befindet sich aktuell in Istanbul. Sie folgte damit einer Einladung des inhaftierten Ekrem Imamoglu, der Oberbürgermeister von Kölns Partnerstadt in der Türkei war.

Reker nimmt am Dienstag (8. April) in Istanbul am deutsch-türkischen Städtepartnerschaftsgipfel teil. Köln und Istanbul sind seit 1997 Partnerstädte. Zu dem Gipfel hatte Ekrem Imamoglu, der auch Präsident des Türkischen Städtetages ist, Reker vor seine Verhaftung eingeladen. Laut Presseamt versteht Kölns Oberbürgermeisterin ihre Reise„ als Zeichen ihrer uneingeschränkten Solidarität“.

Die Türkei steckt in einer politischen Krise, seit am 19. März der prominente CHP-Politiker und Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu inhaftiert und abgesetzt wurde. Ihm werden Terror- sowie Korruptionsvorwürfe gemacht. Seine Partei kritisiert, die Vorwürfe beruhten teilweise auf Aussagen geheimer Zeugen, was Beleg für deren Unglaubwürdigkeit sei

8 April 2025 0 Kommentare
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