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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Studie: „Migrantisch wahrgenommene“ Menschen deutlich seltener politisch aktiv

von Cumali Yağmur 3 April 2025
von Cumali Yağmur

Studie: „Migrantisch wahrgenommene“ Menschen deutlich seltener politisch aktiv

 

 

Die politische Partizipation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland bleibt niedrig. Eine neue Studie zeigt: Vor allem mangelndes Vertrauen, Diskriminierungserfahrungen und fehlende Repräsentation hindern viele an der aktiven Teilnahme.

Die politische Partizipation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland bleibt eine Herausforderung. Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund und deren Nachkommen sind weiterhin deutlich unterrepräsentiert – und zeigen selbst eine geringere Bereitschaft zum Engagement. Dies hat auch der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) erneut deutlich gemacht.

Nur acht Prozent der selbst Zugewanderten bringen sich politisch ein

Laut der SVR-Studie „Jung und vielfältig, aber noch nicht politisch beteiligt?“, die Mitte März vorgestellt wurde, sind nur 10,8 Prozent der „migrantisch wahrgenommenen“ Menschen politisch aktiv. Im Vergleich dazu liegt die Beteiligung bei Personen ohne Migrationsgeschichte bei 39,7 Prozent. Besonders auffällig: In Deutschland geborene Migranten engagieren sich mit 22,1 Prozent zwar häufiger als die Generation ihrer Eltern, bleiben aber dennoch hinter dem Engagement der Mehrheitsgesellschaft zurück. Unter selbst Zugewanderten bringen sich nur etwa acht Prozent politisch ein – und sei es nur durch Unterschreiben einer Petition.

Ein zentrales Hindernis ist das mangelnde Vertrauen in politische Institutionen. 45,1 Prozent der in Deutschland aufgewachsenen Zugewanderten unter 35 Jahren geben an, kein Vertrauen in die Politik zu haben. Zum Vergleich: Bei Personen ohne Migrationsgeschichte liegt dieser Wert bei 36,8 Prozent.

Besonders bedenklich ist die geringere Entschlossenheit zur Wahlbeteiligung: Während 86,3 Prozent der Deutschen ohne Migrationsgeschichte sicher oder wahrscheinlich an einer Bundestagswahl teilnehmen würden, sind es bei „migrantisch wahrgenommenen“ Deutschen nur 58,7 Prozent.

Bürgerinitiativen und Demonstrationen beliebter als Mitwirkung in Parteien

Trotz der bestehenden Herausforderungen zeigen sich bei bestimmten Formen des Engagements hohe Beteiligungsraten. So haben 90,6 Prozent der in Deutschland geborenen Menschen mit Migrationsgeschichte mindestens einmal an einer Demonstration teilgenommen. Interessanterweise engagieren sich auch mehr Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Bürgerinitiativen als solche ohne Migrationsgeschichte (40 Prozent vs. 30,2 Prozent).

Dagegen bleibt die Partizipation in politischen Parteien gering. Nur 4,1 Prozent der in Deutschland geborenen Migranten sind in einer Partei aktiv, während es bei Selbstzugewanderten 11,9 Prozent sind. In der Gesamtbevölkerung ohne Migrationsgeschichte liegt der Wert bei 12,2 Prozent.

Konkrete Herausforderungen, die Befragte konkret ansprechen, sind beispielsweise Diskriminierungserfahrungen. 21,2 Prozent der politisch aktiven Menschen mit Migrationsgeschichte berichten von starken Diskriminierungserfahrungen, was abschreckend wirkt.

„Stammtisch-Strukturen“ schrecken potenzielle Interessenten ab

Viele Betroffene nehmen politische Parteien auch als abgeschottete Strukturen wahr und fühlen sich darin nicht willkommen. 38 Prozent der Befragten mit Migrationsbiografie sehen sich auch inhaltlich von keiner Partei vertreten. Auch die politische Bildung ist nach Ansicht der Befragten oft zu stark auf die Mehrheitsgesellschaft ausgerichtet, während gezielte Ansprache und Zugänge fehlen.

Als mögliche Ansätze für Verbesserungen nennen die Befragten unter anderem eine gezieltere Ansprache durch die Politik. Diese könne etwa in Jugendeinrichtungen, benachteiligten Stadtteilen und sozialen Medien stattfinden. Es würde als positiv empfunden, wenn sich politische Entscheidungsträger dort von Zeit zu Zeit zeigen würden.

Um die politische Partizipation zu steigern, werden in der Studie des Sachverständigenrates einige mögliche Maßnahmen angesprochen. So sollten Politiker verstärkt in Stadtteilen mit hohem Migrationsanteil präsent sein und den Dialog mit der Community suchen.

SVR rät zu mehr aktiver Ansprache

Politische Bildungsangebote sollten diverser gestaltet und auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten werden. Erfolgreiche Politiker mit Migrationsgeschichte können als Vorbilder dienen, um junge Menschen zu ermutigen. Dazu kommt ein Ausbau von Programmen wie „YoungUP!“, die junge Menschen mit Migrationsgeschichte aktiv in politische Prozesse einbinden.

Staatsministerin Reem Alabali-Radovan betont die Bedeutung solcher Initiativen. Sie macht deutlich: „Mangelnde Repräsentation schwächt unsere Demokratie. Projekte wie ‚YoungUp!‘ helfen, junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte für Politik zu begeistern und ihre Stimme zu stärken.“

 

3 April 2025 0 Kommentare
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Mehr Gewaltkriminalität und viele junge Täter

von Fremdeninfo 2 April 2025
von Fremdeninfo

Mehr Gewaltkriminalität und viele junge Täter

Polizeistatistik für 2024/ Markur

Mehr Gewaltkriminalität und viele junge Täter

 

                                                             

                                                  Es scheint wirklich eine bestimmte Altersgruppe besonders zu betreffen“, sagt BKA-Chef Holger Münch mit Blick auf junge Täter.

Der Trend hin zu mehr Straftaten, bei denen Gewalt ausgeübt oder angedroht wird, ist in Deutschland ungebrochen. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Berlin – Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 bietet reichlich Anlass zur Sorge. Zwar ging die Zahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 um 1,7 Prozent auf rund 5,83 Millionen Fälle zurück. Diese Entwicklung ist jedoch ganz wesentlich auf die Teillegalisierung von Cannabis zum 1. April 2024 zurückzuführen. Die Aufklärungsquote blieb mit einem Rückgang um 0,4 Prozentpunkte auf 58 Prozent in etwa auf Vorjahresniveau.

Die Gewaltkriminalität nahm im vergangenen Jahr erneut zu – um 1,5 Prozent. Mit bundesweit mehr als 217.000 Gewalttaten erreichte sie 2024 den höchsten Stand seit 2007. Immerhin: Ganz so steil wie im Vorjahr, als 8,6 Prozent mehr Gewalttaten registriert worden waren als 2022, zeigte die Kurve 2024 nicht mehr nach oben.

Statistik erfasst jetzt auch Einsatz von Messern

Bei 6,3 Prozent der vollendeten Gewalttaten – dazu zählen unter anderem Mord, Totschlag, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung – wurde ein Messer benutzt oder damit gedroht. Die geschäftsführende Bundesinnenministerin, Nancy Faeser (SPD), sagt, hier hätten die zusätzlichen Möglichkeiten für Messerverbote auf Veranstaltungen und in Verkehrsmitteln den Ländern ein wichtiges zusätzliches Instrument an die Hand gegeben.

Am 31. Mai 2024 hat ein zum Tatzeitpunkt 25-jähriger Afghane auf dem Mannheimer Marktplatz fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bewegung Pax Europa (BPE) sowie einen Polizisten mit einem Messer verletzt. Der 29-jährige Polizist starb zwei Tage später an seinen Verletzungen.

Um sechs Prozent zugenommen hat im vergangenen Jahr die Zahl der Fälle, in denen mit Schusswaffen gedroht wurde. In 4.687 Fällen wurde laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) mit einer Schusswaffe geschossen – plus 1,9 Prozent.

Viele junge Gewalttäter – Belastet durch Folgen der Corona-Zeit

Insgesamt ist die Zahl von Straftaten, bei denen die Polizei Minderjährige als Tatverdächtige festgestellt hat, zwar im vergangenen Jahr zurückgegangen. Schaut man nur auf die Gewaltkriminalität, bildet sich dieser Trend aber nicht ab – im Gegenteil. Bei Jugendlichen gab es hier laut Statistik einen Anstieg um 3,8 Prozent. Bei den Kindern sogar um 11,3 Prozent. „Es scheint wirklich eine bestimmte Altersgruppe besonders zu betreffen“, sagt der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch.

Bei den 15- bis 17-Jährigen zeigten sich psychische Belastungen, die womöglich als Spätfolgen der Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie zu werten seien. Er erwarte, dass diese Minderjährigen in den nächsten Jahren weiter „erhöht auffällig sein werden, auch als Heranwachsende“. Das bedeute: „Man muss sich um diese Zielgruppe besonders kümmern.“ Dabei gehe es nicht nur um polizeiliche Maßnahmen.

Relativ hoher Anteil ausländischer Tatverdächtiger

Während die Zahl der zu Gewalttaten ermittelten deutschen Tatverdächtigen im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent stieg, registrierten die Polizeibehörden von Bund und Ländern bei den nicht deutschen Tatverdächtigen hier eine Zunahme um 7,5 Prozent. Allerdings weist das Bundeskriminalamt (BKA) darauf hin, dass auch der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung im Verlauf des Jahres zugenommen hat. Studien zeigen zudem, dass Menschen eine Tat eher zur Anzeige bringen, wenn sie vermuten, dass der mutmaßliche Täter ein Ausländer ist.

BKA-Präsident Münch weist noch auf weitere Faktoren hin: Der Anteil von jüngeren Menschen und Männern – zwei Gruppen, die häufiger Straftaten verüben als Ältere und Frauen – ist unter den Zuwanderern höher. Und unter Zuwanderern gebe es mehr Menschen, die in der Kindheit und Jugend Gewalterfahrungen gemacht hätten, etwa in Kriegssituationen.

BKA-Präsident hält Steuerung von Migration für unerlässlich

Münch sagt auch: „Migrationssteuerung ist enorm wichtig, um das Problem überhaupt beherrschen zu können.“ Die Überlegung dahinter: Wenn viele Menschen innerhalb kurzer Zeit kommen und auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, bedeutet das meist, dass sie Jahre in Sammelunterkünften verbringen und die Kapazitäten für Integration nicht ausreichen.

Täter, die hier Schutz finden, werden vermehrt straffällig“, sagt die Unions-Innenpolitikerin, Andrea Lindholz (CSU). Taten in diesem Kontext müssten nicht nur zügig geahndet werden, sondern auch schneller zu Ausweisungen führen und zur Zurücknahme von Aufenthaltstiteln.

Weniger Diebstahlsdelikte

Einen deutlichen Rückgang verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr bei den Ladendiebstählen sowie beim Fahrraddiebstahl. Beides könnte laut BKA auf eine bessere Sicherung des Eigentums durch technische Maßnahmen zurückgehen. Bei den Wohnungseinbrüchen lag der Rückgang im Vergleich zu 2019 bei 9,9 Prozent. In den Corona-Jahren war die Zahl der Wohnungseinbrüche vor allem deshalb stark zurückgegangen, weil sich die Menschen die meiste Zeit in den eigenen vier Wänden aufhielten.

Münch sieht keine Entlastung durch Cannabis-Teillegalisierung

Cannabis ist in Deutschland seit April 2024 für Erwachsene freigegeben. Seit Juli darf die Droge laut Cannabis-Gesetz in speziellen Vereinen gemeinschaftlich angebaut und an Vereinsmitglieder abgegeben werden. Zu Hause dürfen drei Pflanzen angebaut werden. Befürworter der Gesetzesänderung hatten auch mit einer erwarteten Entlastung der Polizei argumentiert, die sich dann stärker um andere Delikte kümmern könne.

Münch sieht allerdings bislang keine Entlastung. Er sagt: „Wenn man 25 Gramm legal in der Tasche haben darf, dann versuchen Sie mal den Straßendealer irgendwie zu überführen, das ist nicht so einfach.“ Auch eine positive Wirkung auf den Schwarzmarkt sei nicht zu erkennen. Laut Statistik nahmen Straftaten in Zusammenhang mit Heroin im vergangenen Jahr ab, dafür war ein Anstieg bei Kokain um knapp fünf Prozent und – in noch deutlich höherem Maße – bei LSD und Neuen Psychoaktiven Stoffen zu verzeichnen. dpa

2 April 2025 0 Kommentare
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Statistik zeigt verzerrtes Bild: Sind Ausländer wirklich krimineller als Deutsche?

von Fremdeninfo 2 April 2025
von Fremdeninfo

Statistik zeigt verzerrtes Bild: Sind Ausländer wirklich krimineller als Deutsche?

Seit Jahren sind Nichtdeutsche in der Kriminalstatistik überrepräsentiert. Das heißt jedoch nicht, dass sie mehr Straftaten begehen als Deutsche. „Die Ergebnisse sind verzerrt“, sagt Kriminologin Susann Prätor und erklärt, woran das liegt.

                                    

                                   Die PKS bildet das © picture alliance / dts-Agentu

Menschen aus dem Ausland sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) auch in diesem Jahr wieder überrepräsentiert. Von insgesamt 2.184.834 Tatverdächtigen waren im vergangenen Jahr etwa 58 Prozent deutsche Staatsangehörige. Rund 42 Prozent besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit – dabei machen Nichtdeutsche gerade mal knapp 17 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Das heißt jedoch nicht, dass Ausländer krimineller sind als Deutsche. „Die Ergebnisse sind verzerrt“, sagt Susann Prätor, Soziologin und Kriminologin an der Polizeiakademie Niedersachsen. Bereinige man die Daten um verfälschende Einflüsse, liege die Zahl der von Deutschen und Nichtdeutschen begangenen Straftaten gleichauf. „Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.“

PKS zeigt nur Teil der Realität

Die PKS erfasst ausschließlich das sogenannte Hellfeld – also Straftaten, die polizeilich registriert wurden. „Dieses Bild ist unvollständig“, sagt Prätor, „denn die Daten hängen stark von der Anzeigebereitschaft der Bevölkerung ab, die je nach Delikt variiert.“ Die Bevölkerung zeige zudem Straftaten von Ausländern ungefähr doppelt so häufig an. Menschen, die als „fremd“ wahrgenommen würden, gerieten statistisch öfter ins Visier – bei identischer Tatlage. Erfolge nach der Anzeige ein Freispruch vor Gericht, würde das in der PKS ebenfalls nicht vermerkt.

Gefühlte Kriminalität: Wird es wirklich immer schlimmer?

Wolle man die Zahl deutscher und ausländischer Tatverdächtiger vergleichen, müsse man außerdem die „ausländerrechtlichen Verstöße“ abziehen: also die Delikte, die nur Ausländer begehen können, wie etwa Verstöße gegen das Asylrecht.

„Hinzu kommt, dass es sich bei den Nichtdeutschen um eine heterogene Gruppe handelt“, sagt Prätor. Sie umfasse Touristinnen und Touristen, Menschen aus den USA ohne deutsche Staatsbürgerschaft, ebenso wie aus Syrien, oder auch Personen, die gezielt einreisten, um Straftaten zu begehen und das Land danach wieder verließen. „Das einzige verbindende Merkmal ist der fehlende deutsche Pass“, sagt Prätor. Überdies gebe es kaum Überschneidungen.

Sozialstrukturelle Aspekte entscheidend

Das sogenannte Dunkelfeld – also nicht polizeilich erfasste Straftaten – zeigt laut Prätor ein differenzierteres Bild. „Berücksichtigt man sozialstrukturelle Faktoren“, sagt sie, „relativiert sich das Ergebnis der PKS“. Zu diesen Faktoren zählten Armut, geringere Bildung, Gewaltopfererfahrungen, Fluchttraumata oder der Wohnort. „Viele Nichtdeutsche leben in Ballungsräumen mit erhöhter Kriminalitätsbelastung.“ Oft sei dort auch die Polizeipräsenz erhöht und wo gezielt ermittelt werde, würden auch mehr Straftaten aufgedeckt. Hinzu komme, dass in der nichtdeutschen Bevölkerungsgruppe überdurchschnittlich viele junge Männer lebten. Männer im jungen Erwachsenenalter zeigten jedoch in allen Gesellschaften die höchsten Kriminalitätsraten.

„Bereinigt man die Daten um all diese Aspekte, zeigt sich eindeutig: Es gibt keinen signifikanten Unterschied zwischen der Kriminalität von Deutschen und Nichtdeutschen.“ Prätor empfiehlt stattdessen einen Blick auf die Gewaltdelikte Nichtdeutscher im Verhältnis zur Gesamtgruppe nichtdeutscher Menschen in Deutschland. Dort liege der Anteil sogar bei unter einem Prozent

2 April 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Für Rücktritt qualifiziert“ – Grüne, Linke und SPD attackieren BAMF-Chef nach Asylwende-Vorstoß

von Fremdeninfo 2 April 2025
von Fremdeninfo

„Für Rücktritt qualifiziert“ – Grüne, Linke und SPD attackieren BAMF-Chef nach Asylwende-Vorstoß

             Von: Welt

Das individuelle Grundrecht auf Asyl solle aufgegeben werden, alle bisherigen Versuche, die Migration einzudämmen, seien gescheitert: Mit dieser Einschätzung sorgt BAMF-Chef Sommer für Aufsehen. Von der Opposition hagelt es Kritik, sogar ein Rücktritt wird ihm nun nahegelegt.

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat eine Abkehr vom individuellen Grundrecht auf Asyl gefordert. Dies führte am Dienstag zu massiver Kritiker und Forderungen nach der Ablösung des CSU-Manns Hans-Eckhard Sommer. Auch die vorgesetzte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) wies den Vorstoß zurück. Sie zog eine positive Bilanz der Migrationspolitik der scheidenden Regierung.

Sommer hatte am Montag bei einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung einen tiefgreifenden Kurswechsel in der europäischen Migrationspolitik gefordert. Er verlangte dabei, über eine Reform auf EU-Ebene Schutz nur noch über die humanitäre Aufnahme mit festgelegten Quoten zu gewährleisten. Im Gegenzug müsse „jeglicher Anspruch auf Asyl und auf sonstige Schutzrechte“ entfallen.

                          

Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in seinem Büro picture alliance/dpa/Daniel Karmann

Das Asylrecht steht für die SPD nicht zur Disposition“, sagte Innenministerin Faeser, in deren Zuständigkeitsbereich das Bamf fällt. Kontingente würden schon länger diskutiert. Sie seien „kein wirksames alleiniges Mittel“, weil sie etwa das Problem der Kriegsflüchtlinge nicht lösten. Schleuser würden zudem nicht aufhören, Menschen nach Europa zu bringen, nur weil es zahlenmäßige Beschränkungen gebe.

Sommer erklärte Versuche zur Eindämmung der Migration für gescheitert

Faeser verwies ihrerseits auf eine positive Bilanz der Migrationspolitik der scheidenden Bundesregierung. „Unser Ziel war es, die Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften zu stärken, die irreguläre Migration wirksam zu begrenzen und die Schleusungskriminalität wirksam zu bekämpfen“, sagte Faeser in Berlin. „In allen drei Bereichen sind wir stark vorangekommen.“

„Es gab im März so wenig Asylgesuche wie zuletzt Anfang 2021, also mitten in der Corona-Pandemie“, sagte Faeser. Sie lagen laut ihrem Ministerium im ersten Quartal dieses Jahres 35 Prozent unter dem ersten Quartal 2024. Konstant gestiegen ist demnach nach die Zahl der Rückführungen seit 2021: Damals gab es 11.982 Rückführungen, drei Jahre später 20.084.

Sommer, der seit 2018 das Bamf führt, erklärte Versuche zur wirksamen Eindämmung der Migration hingegen für gescheitert. Aus seiner Sicht ist ein „Kipppunkt“ in Deutschland mit einer Überlastung der Kommunen bei der Aufnahme Geflüchteter bereits erreicht. Das im Grundgesetz gegebene Asylversprechen sei deshalb „heute in seiner Unbegrenztheit gar nicht mehr praktisch einlösbar“. Daraus müssten Konsequenzen gezogen werden.

Sommer erklärte Versuche zur Eindämmung der Migration für gescheitert

Faeser verwies ihrerseits auf eine positive Bilanz der Migrationspolitik der scheidenden Bundesregierung. „Unser Ziel war es, die Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften zu stärken, die irreguläre Migration wirksam zu begrenzen und die Schleusungskriminalität wirksam zu bekämpfen“, sagte Faeser in Berlin. „In allen drei Bereichen sind wir stark vorangekommen.“

„Es gab im März so wenig Asylgesuche wie zuletzt Anfang 2021, also mitten in der Corona-Pandemie“, sagte Faeser. Sie lagen laut ihrem Ministerium im ersten Quartal dieses Jahres 35 Prozent unter dem ersten Quartal 2024. Konstant gestiegen ist demnach nach die Zahl der Rückführungen seit 2021: Damals gab es 11.982 Rückführungen, drei Jahre später 20.084.

Banaszak. Dass er als Behördenleiter „ein so hohes Gut wie das Grundrecht auf Asyl in Frage stellt und unsere

Rechtsordnung angreift, ist mit seinem Amt nicht zu vereinbaren“

Forderung nach Rücktritt

„Wer als Behördenchef die Kernaufgabe seines eigenen Amtes, individuelle Asylprüfungen vorzunehmen, für unzeitgemäß, überflüssig oder gar falsch hält, sollte von seinem Posten zurücktreten“, erklärte die rechtspolitische Sprecherin der Links-Fraktion, Clara Bünger.

Auch die Hilfsorganisation Pro Asyl forderte Sommers Ablösung. „Wenn ausgerechnet der Leiter einer der größten Asylbehörden der Welt das Asylrecht abschaffen will, sollte er seinen Hut nehmen“, erklärte Geschäftsführer Karl Kopp. Sommer wolle „den Menschenrechts- und Flüchtlingsschutz auf das Niveau der 1930er Jahre zurückzuwerfen

„Solche öffentlichen Äußerungen eines Behördenchefs widersprechen seiner Verantwortung“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner dem „Handelsblatt“. „Ein Behördenchef hat sich an das Grundgesetz zu halten und sollte nicht öffentlich die in der Verfassung verbrieften Grundrechte in Frage stellen.“

Der CDU-Innenpolitiker Christoph de Vries stellte sich hingegen hinter Sommer. Er empfahl, dessen Vorschlag zu folgen. „Der eine Weg, die Dysfunktionalität und den Missbrauch unseres Asylrechts zu überwinden, wäre der Übergang auf humanitäre Kontingente, deren Umfang sich an der Aufnahme- und Integrationsfähigkeit unseres Landes bemisst“, sagte er dem „Handelsblatt“. Der andere Weg sei die Verlagerung von Asylverfahren in Drittstaaten. Diese Möglichkeit hatte Sommer allerdings angesichts mehrfach gescheiterter Versuche als „keine realistische Option“ bezeichnet.

2 April 2025 0 Kommentare
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Politik

Wenn die Türken einmal aufgestanden sind, bringt man sie nicht so schnell wieder zum Sitzen

von Fremdeninfo 2 April 2025
von Fremdeninfo

Wenn die Türken einmal aufgestanden sind, bringt man sie nicht so schnell wieder zum Sitzen

                                             Artikel von Ismail Güzelsoy  / NZZ  Neue Züricher Zeitung Detuschland

                                              

Am 19. März versammelte sich vor dem Istanbuler Rathaus eine riesige Menschenmenge. Das wiederholte sich Abend für Abend. Emrah Gurel / AP

Umstritten ist, auf welchen türkischen Staatspräsidenten folgende Beobachtung zurückgeht: «Es ist schwer, das türkische Volk zum Aufstehen zu bewegen, aber wenn es einmal steht, ist es noch schwerer, es wieder zum Sitzen zu bringen.» Gleichgültig, ob es Ismet Inönü oder Süleyman Demirel war, auf jeden Fall handelt es sich um eine sehr treffende Bemerkung. Dass wir uns nicht mehr hinsetzen wollen, sobald wir einmal stehen, hat natürlich auch damit zu tun, dass wir zum Aufstehen nicht oft Gelegenheit haben.

Seit dem Aufstand im Gezi-Park 2013 hat es in Istanbul keine Massendemonstrationen mehr gegeben. Wer sich zum Weltfrauentag am 8. März an dergleichen versuchte, wurde mit einer Ladung Tränengas nach Hause geschickt oder gleich verhaftet. Am 19. März aber, zwölf Jahre nach Gezi, versammelte sich vor dem Istanbuler Rathaus eine riesige Menschenmenge. Das wiederholte sich Abend für Abend.

Die Polizei reagierte mit unverhältnismässiger Gewalt gegen die jungen Demonstranten, doch löste das erst recht ein Aufbäumen aus, wie wir es noch kaum je erlebt hatten. Der jahrelang angestaute Pessimismus war auf einmal weg. Seltsamerweise trat an seine Stelle nicht einfach Zuversicht, sondern vielmehr eine schwer zu definierende Wut und Sorge.

Als ich nach Imamoglus Verhaftung einen befreundeten Schriftsteller fragte, wie er in einem Wort seine Seelenlage zusammenfasse, erwiderte er nach kurzem Überlegen: «Müdigkeit.»

Wir sind gemeinsam allein

Seit gut zwölf Jahren leben wir im Zeitalter des Postfaktischen. Jeden Tag erscheint es, als geschähe Ausserordentliches, doch im eigentlichen Leben bleibt alles gleich. In den sozialen Netzwerken ertönt Aufschrei um Aufschrei, doch am Tag danach umfängt uns beim Erwachen die gewohnte Dunkelheit. Der tiefsitzende Glaube, dass sich nichts ändern wird und kann, hat das Land in einen Zustand der Masseneinsamkeit versetzt. Wir sind gemeinsam allein.

«Ist es nicht eher Einsamkeit als Müdigkeit?», fragte ich meinen Freund. Lächelnd antwortete er: «Wir meinen eigentlich das Gleiche. Ich sage den Grund und du die Wirkung.»

Am Tag vor Imamoglus Verhaftung hatte ich eine Lesung im Istanbuler Spielzeugmuseum. Zum ersten Mal seit längerer Zeit wurde ich gefragt, ob ich denn Hoffnung hätte, dass sich etwas ändern werde. Ohne gross zu überlegen, redete ich drauflos und erläuterte grob gesagt, dass Hoffnung mir als eine passive Reaktion erscheine.

Als ich merkte, dass der Fragesteller mit meiner Antwort nicht recht zufrieden war, wurde ich ausführlicher. «Wissen Sie, was Hoffnung ist? Wenn man ein Los kauft und erwartet, dass man den Hauptgewinn zieht. Hoffnung bedeutet, dass sich etwas ändern soll, ohne dass man selbst etwas dazu beiträgt. Darum ist Hoffnung ein gefährlicher Schwebezustand, der den Menschen zu einer passiven Existenz verurteilen kann. Wir brauchen vielmehr einen Willen zur Veränderung.» Ich war mir nicht sicher, ob ich selbst an das glaubte, was ich sagte. Hatte ich überhaupt noch so viel Energie?

Schon seit Monaten herrscht unter Schriftstellern ein Gefühl der allgemeinen Niedergeschlagenheit vor. Ein Kollege sagte neulich: «Ein Künstler, der nicht mehr glaubt, dass sich etwas ändern lässt, ist ein armer Tropf.» Warum erscheint uns Veränderung so unmöglich? Weil wir in einem dichten Nebel dahintappen, ohne einen Zentimeter Sicht.

Man muss sich einmal vorstellen, dass wir seit einem Monat nicht einmal wissen, ob Erdogans Koalitionspartner Devlet Bahceli überhaupt noch lebt. Fast täglich werden auf X unter dem Hashtag #eristtot sogenannte Neuigkeiten vermeldet, und Bahcelis Partei verschickt daraufhin ein Dementi. Ein Bürgermeister, der eine solche Berichtigung schrieb, wurde vor drei Wochen sogar verhaftet. Aber Bahceli ist noch immer nicht zu sehen. Als neulich eine Schauspielerin starb, wurde auf Bahcelis X-Account eine Beileidsbezeugung veröffentlicht, darunter schrieb jemand: «Und du selber?»

Auch zum Ende des Ramadans wurden von Bahceli Grüsse veröffentlicht, doch stellte sich heraus, dass es sich um einen Post aus einem früheren Jahr handelt. Man kommt sich vor wie in einem Roman von Gabriel García Márquez, genauer: in einer Mischung aus Márquez und George Orwell.

Die türkische Rechte ist seit je der Ansicht, das Land gehöre ihr, und die derzeitige Regierung herrscht nach diesem Grundsatz. Da Erdogan durch Wahlen an die Macht gekommen ist, sieht er sich als rechtmässigen Besitzer von allem im Land – und auch von jedem. Es gilt ihm ein einziges Prinzip: Was ich mich zu tun traue, das darf ich auch tun.

«Es wird alles gut!»

Was kann eine Opposition gegen einen Machthaber ausrichten, der keine rechtlichen Grenzen anerkennt? 2007 sagte Erdogan noch in einem Interview: «Die Justiz bindet uns die Hände.» Nun, dieses Hindernis scheint überwunden. Ob Justiz, Presse, Schulwesen, Internet oder Organisation des Alltags, alles unterliegt Erdogans Kontrolle. Wie soll da der Wille aufkommen, etwas zu ändern?

Dann fiel mir der Junge ein, der im Wahlkampf 2019 Imamoglu etwas zugerufen hat. Der Jugendliche mochte fünfzehn, sechzehn gewesen sein. Imamoglu hatte die Istanbuler Bürgermeisterwahl gewonnen, doch die Erdogan-Seite hatte behauptet, es sei dabei zu Betrug gekommen. Dafür gab es weder Anhaltspunkte noch konkrete Beweise, doch ein Sprecher Erdogans erklärte, die Wahl müsse wiederholt werden, und er verstieg sich dabei zu dem Satz: «Auch wenn nichts war, ist bestimmt irgendwas gewesen.»

Der Wahlsieg in Istanbul hatte zunächst grosse Euphorie ausgelöst, doch umso grösser war danach die Enttäuschung. Die vorherrschende Meinung lautete: Die tun diesmal alles, um Istanbul nicht herzugeben. Da trat bei einer Wahlveranstaltung jener Junge, Berkay hiess er, an Imamoglus Wahlkampfbus heran und rief: «Es wird alles gut!»

Imamoglu wiederholte das lächelnd, und bald darauf wurden die Worte zum Wahlkampfslogan erkoren, prangten auf Plakaten und wurden uns zum hoffnungsvollen Lied. Die Episode brachte neuen Schwung in die Kampagne Imamoglus, und bei der Wiederholungswahl wurde er mit noch grösserem Vorsprung zum Bürgermeister gewählt.

Das war ein wichtiger Moment, denn Imamoglu hatte entdeckt, wie man Hoffnung und Anstrengung zusammenbringt. Dieser Formel blieb er treu, und bei den darauffolgenden Wahlen ging er wieder als Sieger hervor. Erdogan musste einsehen, dass er Imamoglu nicht schlagen konnte, egal, wie er es auch anfing. So beschloss er, am 19. März zu illegalen Mitteln zu greifen, um seinen Rivalen aufzuhalten. Indes fasste eine grosse Mehrheit der Bevölkerung diesen Übergriff der Macht als zivilen Putsch auf, und von den angeblichen Beweisen liess sich niemand überzeugen.

Grosses Gerechtigkeitsempfinden

Amin Maalouf hat die Bevölkerung des Nahen Ostens einmal so definiert: «Es sind Menschen, die alles bedauern, sich aber um nichts kümmern.» Ein bitterer Satz. Er charakterisiert eine seelische Verfasstheit, bei der Gefühle gegenüber dem Verstand die Oberhand behalten. Die Türkei unterscheidet sich in dieser Hinsicht von den Völkern des Nahen Ostens. In der Türkei bedauert man zunächst, dann aber kümmert man sich. Und zwar bis zum Überdruss. Tatsächlich ist es schwer, uns wieder zum Sitzen zu bringen, wenn wir einmal stehen.

Zur Zeit des Gezi-Aufstands habe ich in einem Zeitungsartikel behauptet, ohne das ikonische Bild von der jungen Frau im roten Kleid, die von der Polizei aus nächster Nähe mit Tränengas angesprüht wurde, hätte der Gezi-Widerstand nicht solche Ausmasse angenommen. Wir Türken sind Menschen mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitsgefühl. In den siebziger Jahren sind Bösewichte des türkischen Films manchmal sogar auf der Strasse verprügelt worden.

Aus einer solchen Reaktion heraus war auch Erdogan selbst 2002 als Spitzenkandidat der von ihm gegründeten Partei in sein Amt gewählt worden. Viele Menschen waren der Meinung, ihm sei zuvor Unrecht widerfahren, als er ins Gefängnis musste, weil er ein unliebsames Gedicht vorgetragen hatte. Diese Ungerechtigkeit hatte ihn an die Macht gebracht. Eine solche Ungerechtigkeit widerfuhr nun Imamoglu. Und deshalb haben sich trotz aller Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und Müdigkeit spontan Zehntausende von Menschen versammelt.

So schwer sich das türkische Volk also tut, auf die Beine zu kommen: Ist es ihm diesmal gelungen? Es stellt sich die Frage, was es braucht, damit das Volk sich wieder setzt. Am Morgen nach dem dritten Tag der Proteste lagen auf dem Platz vor dem Rathaus zahlreiche Schuhe herum. Ein Bild, das Verwunderung auslöste. Was mochte da in der Nacht vorgefallen sein?

Zwei Tage später bekamen wir Kameraaufnahmen des Geschehens zu Gesicht. Die Brutalität des Polizeieinsatzes zeigt uns eines: Die Menschen stehen an einem Scheideweg: entweder Recht und Demokratie oder eine Gewaltherrschaft à la Putin. Der Geist ist aus der Flasche.

Gedanken für später

Seit meine Mutter an Alzheimer verstorben ist, habe ich mir angewöhnt, mir in kurzen Sätzen aufzuschreiben, woran ich mich vielleicht einmal erinnern möchte, wenn es mit meinem Verstand nicht mehr weit her ist. Inwiefern das sinnvoll ist, weiss ich nicht, denn vielleicht ist mir eines Tages nicht einmal mehr klar, was ein Computer ist, aber die Sache ist mir zum Hobby geworden. Deshalb hier ein paar Dinge, die ich für mein späteres Ich notiert habe.

Am 27. März verlangte Imamoglu, dass sein Anwalt freigelassen werde. Es läuft also andersherum als sonst. Das wird in die Rechtsgeschichte als Fall eingehen, in dem ein Mandant seinen Anwalt verteidigt. Eine Absonderlichkeit unter dem Motto «Mein Anwalt ist unschuldig!».

Richtig stark ist in der Türkei eigentlich nur noch die Frauenbewegung, denn ihr geht es nicht einfach um Politik, sondern ums Überleben. Dort leistet man Widerstand, um nicht umgebracht zu werden. Die Opposition muss die Frauen von sich überzeugen und Wege finden, mit ihnen gemeinsam zu marschieren.

Es sind Hunderte von jungen Leuten zwischen vierzehn und zweiundzwanzig Jahren verhaftet worden, die zum ersten Mal im Leben an einer Massendemonstration teilnahmen. Ein mit einem Schal vermummtes Mädchen hielt den Polizisten ein Schild entgegen: «Bitte kein Tränengas, vielleicht bin ich ja deine Tochter, und du glaubst, ich sei zu Hause.»

Viele Prominente stehen derzeit vonseiten der Opposition unter Druck. Während des Gezi-Aufstands hatten zahlreiche Künstler, Intellektuelle, Schriftsteller und Journalisten für die Demonstrierenden Partei ergriffen. Später bekamen sie die harte Hand des Staates zu spüren oder mussten Abbitte leisten, um weiter Aufträge zu bekommen.

Manche Künstler gehen heute vorsichtiger zu Werk, um nicht auf einer schwarzen Liste zu landen. Oppositionelle werten dieses Schweigen als Verrat und rufen zum Boykott gegen diese Künstler auf. Ich verstehe diese Reaktion. Ich bin seit Jahren auf der schwarzen Liste der regierungsnahen Medien und fühle mich pudelwohl dabei. Immerhin ist das eine gute Übung in Minimalismus. Intervallfasten ist gesund.

Ismail Güzelsoy ist ein türkischer Schriftsteller. – Aus dem Türkischen von Gerhard Meier.

2 April 2025 0 Kommentare
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Berlin: AfD ätzt gegen geplanten Gedenktag für Muslime

von Fremdeninfo 1 April 2025
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Berlin: AfD ätzt gegen geplanten Gedenktag für Muslime

Artikel von Michael Maierhöfe

Am vergangenen Sonntag feierten die Muslime in Berlin das Zuckerfest, das das Ende des Fastenmonats markiert. Dazu gehören das Morgengebet in einer Moschee und Familienbesuche mit Festessen.

Jetzt plant der Senat einen Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit. Ein Vorschlag, der bei der AfD die Alarmglocken läuten lässt.

Berlin: Senat plant neuen Gedenktag

Der 15. März soll in Zukunft ein Aktions- und Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit werden. Das teilten am Montag (31. März) die Vorsitzenden der beiden Regierungsfraktionen im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh (SPD) und Dirk Stettner (CDU), mit.

Wie viele andere Religionen sei der Islam ein fester Bestandteil Berlin, sagte Saleh. Stettner unterstrich, dass Berlin für Vielfalt und Zusammenhalt aller Religionen stehe. „Mit der Einführung des 15. März als festem Gedenk- und Aktionstag gegen Islamfeindlichkeit stärken wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

 

 

                                                      

                                                      Berlin: AfD ätzt gegen geplanten Gedenktag für Muslime © imago/Christian Mang

Der Vorschlag stößt auf Kritik von der AfD in Berlin. In einer Pressemitteilung vom Dienstag (1. April) teilt der Integrationsexperten der AfD-Hauptstadtfraktion, Dr. Hugh Bronson, mit, dass es keinen Gedenktag für Muslime brauche, da seiner Meinung nach Muslimfeindlichkeit kein dringendes Problem sei. Stattdessen behauptet er, dass Christen und Juden verstärkt der Verfolgung ausgesetzt würden.

Der Vorschlag stößt auf Kritik von der AfD in Berlin. In einer Pressemitteilung vom Dienstag (1. April) teilt der Integrationsexperten der AfD-Hauptstadtfraktion, Dr. Hugh Bronson, mit, dass es keinen Gedenktag für Muslime brauche, da seiner Meinung nach Muslimfeindlichkeit kein dringendes Problem sei. Stattdessen behauptet er, dass Christen und Juden verstärkt der Verfolgung ausgesetzt würden

1 April 2025 0 Kommentare
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Rechtsextreme Gewalt wird erst auf den zweiten Blick entdeckt

von Fremdeninfo 1 April 2025
von Fremdeninfo

 Rechtsextreme Gewalt wird erst auf den zweiten Blick entdeckt

                                                              Artikel von Markus Decker

                                                    

Solingen: Brandspuren sind an der Fassade eines Wohnhauses zu sehen. Nach dem Großbrand in einem Mehrfamilienhaus in Solingen mit vier Toten wurde ein rechtsextremistisches Motiv schnell ausgeschlossen. Oliver Berg © Oliver Berg

Am Wochenende sorgte ein Bericht der „Bild“-Zeitung für Aufsehen. Das Blatt schrieb, Beate Zschäpe, das inhaftierte Mitglied des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), habe während ihrer viertägigen Flucht im November 2011 insgesamt zwölfmal eine Nummer der Verfassungsschutzabteilung des thüringischen Innenministeriums angerufen – ohne dass man wisse, welche Nummer dies genau gewesen sei. Ferner habe der damals verantwortliche Beamte Axel Minrath mit dem Decknamen Lothar Lingen im Bundesamt für Verfassungsschutz deutlich mehr als die bislang bekannten sieben Akten vernichtet. Insider glauben, der Inlandsgeheimdienst habe verheimlichen wollen, dass man dem NSU sehr viel eher hätte auf die Spur kommen können.

Über den ersten Teil der Geschichte heißt es unter Fachleuten, sie sei im Kern richtig, werde von „Bild“ aber teilweise falsch oder unpräzise wiedergegeben. Tatsächlich sei dieser Aspekt der NSU-Geschichte bisher nicht sauber abgearbeitet worden – trotz zahlreicher Untersuchungsausschüsse. Der zweite Teil des Berichts stimme ebenfalls im Grundsatz.

Von Notz zum NSU: Gibt noch „zahlreiche unbeantwortete Fragen“

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Beaufsichtigung der Nachrichtendienste, Konstantin von Notz, will sich zu Einzelheiten nicht äußern. Der Grünen-Politiker sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) lediglich so viel: „Auch 15 Jahre nach dem Auffliegen des NSU gibt es zahlreiche unbeantwortete Fragen bezüglich dieser terroristischen Mordserie. Das Parlament ist in der Pflicht, alles dafür zu tun, dass das Versprechen der Aufklärung gehalten wird.“

Unterdessen häufen sich derzeit die Fälle, bei denen wie bei der Mordserie des NSU zunächst keine rechtsextremistische Urheberschaft vermutet wurde, diese aber nachträglich zutage tritt oder naheliegend erscheint.

Ein Fall ist der Brandanschlag in der Nacht vom 24. auf den 25. März 2024 auf ein Wohnhaus in Solingen, bei dem alle vier Mitglieder einer Familie aus Bulgarien starben und 21 Menschen verletzt wurden. Dies legen jüngste Recherchen des Westdeutschen Rundfunks nahe. Anfang Februar 2025 gestand der Angeklagte Daniel S., das Feuer gelegt zu haben. Als Grund gab er Stress mit seiner Vermieterin an. Bereits kurz nach der Brandstiftung schloss die Staatsanwaltschaft ein rechtsextremes Motiv aus. Auf Festplatten und USB-Sticks des Angeklagten wurden nun laut WDR 166 Dateien gefunden, die den Nationalsozialismus verharmlosen sowie rassistischer Natur sind. Auch zahlreiche Hitler-Bilder seien zutage gefördert worden. Schließlich soll Daniel S. Wehrmachtslieder gehört haben.

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, die sich schon intensiv mit dem NSU-Komplex beschäftigt hatte, sagte dem RND: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum ein mögliches rechtsextremes Tatmotiv sehr schnell ausgeschlossen wurde und nicht unmittelbar Gegenstand der Ermittlungen war. Die Daten und die möglicherweise dahinterstehenden Zusammenhänge müssen spätestens jetzt umfassend ausgewertet werden.“ Sie fuhr fort: „Es muss geklärt werden, ob der furchtbare Brandanschlag von Solingen ausschließlich die Tat eines Einzelnen war oder ob sich aufgrund des Hintergrundes des Tatverdächtigen auch Verbindungen zu rechtsextremistischen oder -terroristischen Strukturen ermitteln lassen.“

Ähnlich verhält es sich nach dem Auto-Anschlag von Mannheim mit zwei Toten Anfang März. Rasch wurde verbreitet, ein politisches Motiv des mutmaßlichen Täters, des 40-jährigen Alexander S. aus Ludwigshafen, sei nicht erkennbar. Die Motivation könne eher in dessen Person begründet sein, sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die Staatsanwaltschaft verwies auf Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung. Doch dann zeigte sich, dass Alexander S. Kontakte ins rechtsextreme Milieu unterhielt und 2018 wegen des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt worden war. Er hatte bei Facebook ein Bild Adolf Hitlers mit den Worten kommentiert: „Sieg Heil from Germany“.

Einen vergleichbaren Mix von psychischen Problemen und rechtsextremer Gesinnung offenbarte vor Weihnachten der Amokfahrer von Magdeburg – mit dem Unterschied, dass der 50-jährige Taleb A. aus Saudi-Arabien stammt und nicht aus Deutschland.

Last but not least ist da der Brand des Kulturhauses „Kultberg“ in Altdöbern (Brandenburg) im Oktober letzten Jahres. Anfangs war von einem technischen Defekt die Rede gewesen. Am Wochenende bestätigte die Staatsanwaltschaft in Cottbus, dass gegen zwei 15-Jährige wegen des Verdachts der gefährlichen Brandstiftung ermittelt werde. Sie sollen einer rechtsextremistischen Gruppe angehören.

Die brandenburgische Beratungseinrichtung „Opferperspektive“ hatte am Freitag publikgemacht, dass sie 2024 insgesamt 273 rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalttaten erfasst habe. Das sei ein Höchststand, zu dem vor allem ein durch die AfD polarisiertes politisches Klima beitrage. Die Partei gab es zu NSU-Zeiten noch nicht

1 April 2025 0 Kommentare
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Rassismus

Wo beginnt Rassismus? Deutsche Ämter erhalten Leitfaden

von Cumali Yağmur 1 April 2025
von Cumali Yağmur

Wo beginnt Rassismus? Deutsche Ämter erhalten Leitfaden

 
 

Von: Stefan Kreitewolf

Rassismus hat in der Verwaltung keinen Platz – darüber sind sich alle einig. Doch wo beginnt Rassismus? Eine von Expertinnen und Experten formulierte Definition soll nun Klarheit bringen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, Reem Alabali-Radovan (SPD), gibt den deutschen Verwaltungen eine Arbeitsdefinition von Rassismus an die Hand. Die in einem von Expertinnen und Experten in einem mehr als eineinhalb Jahre dauernden Prozess formulierte Definition soll Beamtinnen und Beamten im Alltag mehr Klarheit verschaffen.

Sie soll allerdings nicht verbindlich sein, sondern lediglich ein Angebot. Die Definition umfasst 13 Sätze. „Rassismus basiert auf einer historisch gewachsenen Einteilung und Kategorisierung von Menschen anhand bestimmter äußerlicher Merkmale oder aufgrund einer tatsächlichen oder vermeintlichen Kultur, Abstammung, ethnischen oder nationalen Herkunft oder Religion“, heißt es in der Definition.

„Menschen werden durch Rassismus stigmatisiert“

Bestimmte Merkmale würden diesen Gruppen zugeschrieben, die sie und die ihnen zugeordneten Personen als höher- oder minderwertig charakterisierten. Die als minderwertig kategorisierten Gruppen werden demnach herabgewürdigt und auf der Grundlage von negativen Stereotypen und Vorurteilen abgewertet.

In ihren Schlussfolgerungen erklären die Expertinnen und Experten: „Menschen werden durch Rassismus stigmatisiert, benachteiligt und ausgegrenzt. Rassismus belastet und gefährdet einzelne Personen und Gruppen.“ Darüber hinaus stelle Rassismus den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Legitimation des demokratischen Verfassungsstaats infrage.

Unvereinbar mit dem Gebot der Gleichheit

Die Definition soll laut Alabali-Radovan nutzbar sein für das Handeln der Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen und „das Bewusstsein in den Verwaltungen für alle Erscheinungsformen von Rassismus schärfen“. Die Staatsministerin mahnte: „Rassismus verletzt die Menschenwürde, grenzt aus, spaltet und ist unvereinbar mit dem Gebot der Gleichheit. Der Staat und seine Institutionen stehen hier in der Pflicht.“

 

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Flüchtlinge

Individuelles Asylrecht: Bamf-Chef Sommer für Abschaffung

von Fremdeninfo 1 April 2025
von Fremdeninfo

Individuelles Asylrecht: Bamf-Chef Sommer für Abschaffung

          Von: RND/dpa

 

 

                              

                               Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration. Soeren Stache © Soeren Stache

Um eine nachhaltige Steuerung und Begrenzung der Migration zu erreichen, ist nach Einschätzung des Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, ein radikaler Kurswechsel nötig. Es sei falsch, am individuellen Asylrecht festzuhalten und auf positive Effekte der beschlossenen Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) zu hoffen, sagte Sommer in einer Rede vor Teilnehmern einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Zukunft des Asylrechts. Sinnvoller wäre es nach seinen Worten, das aktuelle System durch humanitäre Aufnahmen „in beachtlicher Höhe“ zu ersetzen. Neben humanitären Gesichtspunkten könne hier auch die Integrationsfähigkeit des Arbeitsmarktes eine Rolle spielen. Wer dennoch unerlaubt nach Deutschland einreise, hätte dann keine Aussicht mehr auf ein Bleiberecht.

Sommer: Gesetze und Verträge können geändert werden

„Politik kann vieles, wenn sie nur will“, sagte Sommer auf die Frage einer Teilnehmerin zur Umsetzbarkeit seines Vorschlags. Schließlich hätten sich zuletzt auch die Mehrheitsverhältnisse auf europäischer Ebene geändert. Auch internationale Verträge wie die Genfer Flüchtlingskonvention könnten geändert werden. Man müsse sich „aus alten Denkschemata befreien“, forderte Sommer. Mit Blick auf den Aufstieg populistischer und rechtsextremer Parteien in Europa dürfe man nicht ausblenden, dass der demokratische Rechtsstaat „an diesem Thema auch zugrunde gehen kann“.

Sommer betonte, seinen Vortrag halte er nicht als Bamf-Präsident. Es gehe ihm vielmehr darum, seine „persönliche Einschätzung“ und eine Zusammenfassung seiner Erfahrungen zu präsentieren.

Drittstaaten-Verfahren keine Lösung

Das aktuelle europäische System sei zynisch, sagte er. Es ziehe vor allem junge Männer aus der Mittelschicht an, während Frauen, Kranke und Familien oftmals keine Chance hätten, nach Europa zu gelangen. Die Forderung nach „Schutz der Grenzen“ offenbare nur Hilflosigkeit. Die von einigen Politikern als Maßnahme zur Begrenzung der Fluchtmigration nach Deutschland vorgeschlagene Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten ist aus Sicht von Sommer „keine realistische Option“.

In Deutschland stellten 2024 insgesamt 229.751 Menschen erstmals einen Asylantrag. Hinzu kamen 21.194 Asylfolgeanträge. Die Zahl der Erstanträge ging im Vergleich zum Vorjahr um 30,2 Prozent zurück. Eine Hauptursache für diesen Rückgang sei, dass Serbien im November 2023 die Route nach Ungarn faktisch gesperrt habe, sagte Sommer. Ob dies dauerhaft so bleiben werde, sei offen.

RND/dpa

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Information

Hamas-Terror: Türkei als neue Bedrohung für Israels Sicherheit

von Fremdeninfo 31 März 2025
von Fremdeninfo

Hamas-Terror: Türkei als neue Bedrohung für Israels Sicherheit

                 Artikel von Malwina Witkowska

 

                      

                                Hamas plante einen weiteren Terroranschlag. © Getty Images, SOPA Images

Die israelische Sicherheitsbehörde hat einen geplanten Terroranschlag vereitelt, der von der Hamas aus der Türkei heraus durchgeführt werden sollte. Dies ist eine weitere Warnung vor der zunehmenden Bedrohung für Israel und unterstreicht die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten. Die israelische Sicherheitsbehörde Schin Bet berichtete über die Vereitelung eines Terroranschlags im Westjordanland, der von Hamas-Mitgliedern organisiert werden sollte, die aus der Türkei agieren. Die Türkei wird für Israel zu einer immer größeren Bedrohung, wie die jüngsten Ereignisse bestätigen.

Im Januar und Februar haben die israelischen Dienste sechs Mitglieder einer lokalen Hamas-Zelle in Nablus festgenommen. Die Untersuchung ergab, dass die Gruppe von Hamas-Anhängern in der Türkei geleitet wurde, die ihr Zehntausende von Dollar zur Organisation von Anschlägen auf israelische Sicherheitsdienste übergaben.

Hamas, das den Gazastreifen regiert, verübte am 7. Oktober 2023 den größten Terroranschlag in der Geschichte Israels, bei dem etwa 1.200 Menschen starben. Dieser Anschlag löste den noch andauernden Krieg im Gazastreifen aus.

Die Führung der Hamas lebt seit Jahren im Exil, hauptsächlich in Katar, und erhält Unterstützung von Iran und der Türkei. Der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, hat wiederholt betont, dass Ankara die Hamas nicht als terroristische Organisation anerkennt, sondern als palästinensische Befreiungsbewegung.

Im Jahr 2024 gab es Gerüchte, dass Katar die höchste Führung der Hamas ausweisen könnte, was die Führer der Bewegung dazu veranlassen könnte, in die Türkei umzuziehen. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel haben sich nach dem Ausbruch des Krieges im Gazastreifen verschlechtert, und Erdogan beschuldigte Israel des Völkermords und verglich Premierminister Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler.

Wachsende Spannungen zwischen der Türkei und Israel

Die Türkei hat ein Embargo gegen den Handel mit Israel verhängt und unterstützt die neuen syrischen Behörden, die Israel als Bedrohung für seine Sicherheit ansieht. Ein Komitee, das die israelische Regierung berät, warnte, dass Syrien zu einem von Ankara abhängigen Staat werden könnte, was zu einer direkten Konfrontation zwischen Israel und der Türkei führen könnte.

Die letzten Jahrzehnte waren für Israel von Gefahren seitens des Iran und seiner Verbündeten geprägt, jedoch könnte nun die Türkei diese Position einnehmen. Wie „Israel Hajom“ feststellte, könnte sich die Situation im Nahen Osten weiter verschärfen.

31 März 2025 0 Kommentare
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