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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Asylanträge in Deutschland auf Rekordtief – erstmals seit 2015 nicht mehr Spitzenreiter...

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4 Februar 2026 0 Kommentare
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Religion

Forschungsnetzwerk: Wie kann islamistische Radikalisierung verhindert werden?

von Fremdeninfo 9 April 2025
von Fremdeninfo

Forschungsnetzwerk: Wie kann islamistische Radikalisierung verhindert werden?

                               Artikel von Heike Schmoll  / Faz

                          

Zwei festgenommene mutmaßliche Hamas-Mitglieder im Dezember 2023 in Karlsruhe (Symbolbild) © dpa

Um deutliche Worte ist der geschäftsführende Bundesbildungsminister Cem Özdemir (Grüne) nicht verlegen. Er findet den Umgang der Politik und Öffentlichkeit mit Islamismus unerträglich naiv. Das machte er bei der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsnetzwerks zu Islamismus deutlich, das vom Bundesbildungsministerium in den vergangenen fünf Jahren mit 15 Millionen Euro gefördert wurde. Islamisten verachteten das Wertefundament der Demokratie und die westliche Lebensweise, sagte er.

Islamistischer Ex­tremismus bedrohe auch die Muslime selbst, weil diese unter Generalverdacht gerieten. „Wer pauschal über Muslime spricht, der betreibt das Geschäft der Fundamentalisten.“ Es gelte, zu differenzieren. Es sei in Deutschland nicht strafbar, Anhänger des türkischen Präsidenten Erdoğan zu sein, allerdings müsse es doch verwundern, dass die Liebe dann nicht so weit reiche, dass hier wohnende Türken auch in der Türkei leben wollten. Es mache ihm große Sorge, dass sich immer jüngere Menschen islamistisch radikalisierten, sagte Özdemir.

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                            Der geschäftsführende Bundesbildungsminister Cem Özdemir (Grüne) im Dezember in Reutlingen © dpa

Das Forschungsnetzwerk zu Islamismus in Deutschland untersucht in zwölf Projekten seit 2020 Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Islamismus und Radikalisierung in Deutschland. Mit einer neuen, abermals mit 15 Millionen Euro dotierten Förderlinie für die kommenden fünf Jahre soll vor allem erforscht werden, wie sich die Radikalisierung im Internet in Deutschland und Europa, aber auch transnational vollzieht und wie man dagegen vorgehen kann.

Der am Forschungsverbund beteiligte Londoner Terrorismusforscher Peter R. Neumann vom King’s College sagte bei der Vorstellung der Ergebnisse, der Überfall der Hamas auf Israel habe international zu einer „Riesenmobilisierung“ für Islamisten geführt. Er sprach von einer „islamistischen Terrorwelle“ und einer enormen Zunahme von islamistischen Anschlägen auch und gerade in Deutschland.

Der Extremismusforscher Julian Junk von der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit, der am ergänzend geförderten Transfervorhaben RADIS beteiligt ist, sagte: „Wir sehen häufig eine Vermischung von Fragen der Sicherheit, Integration und Prävention in gesellschaftlichen Debatten.“ Das Forschungsnetzwerk versuche, solchen komplexen Zusammenhängen gerecht zu werden.

Die Forscher empfehlen in einem Sammelband mit den Ergebnissen der ersten Förderlinie eine Vernetzung von Wissensbeständen über die Disziplinen hinweg sowie zwischen Wissenschaft und Fachpraxis. Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure müssten zusammenarbeiten. Pauschale Vorurteile, Diskriminierung, Ausgrenzung und traumatisierende Fluchterfahrungen seien eng mit Radikalisierung verbunden.

Demokratie- und Toleranztrainings ausbauen

Wirksame Präventionsstrategien setzten an Orten an, wo Menschen zusammenkämen: Schulen, Jugendgruppen, Arbeitsplätzen, Universitäten sowie sozialen Medien. Aufsuchende Prävention und sozialpädagogische Arbeit erreichten Individuen direkt in ihrem Lebensumfeld. Demokratie- und Toleranztrainings sollten ausgebaut werden, um Radikalisierung vorzubeugen und Stigmatisierung zu vermeiden. „Denn immer mehr junge Menschen wachsen in demokratiedistanzierten oder extremistischen Milieus auf“, stellen die Forscher fest. Prävention müsse lokal gut vernetzte und digitale Angebote schaffen. Jugendhilfe, Schulen und Vereine spielten dabei eine zentrale Rolle.

Das Forschungsnetzwerk hält intensive politische und soziale Bildung für die Grundlage wirksamer Prävention. Schulbuchtexte und Unterrichtsmaterialien, aber auch der Dialog mit Vertretern anderer Religionen seien ebenso wichtig wie ein innermuslimischer Diskurs, der die Vielfalt islamischer Gemeinschaften anerkennt.

Lehrer und pädagogische Fachkräfte müssten darauf vorbereitet werden, Strategien zu entwickeln, die sich stärker an der Lebenswelt junger Menschen orientieren und zur Verständigung führten. Sie brauchen gezielte Fortbildungen zur Radikalisierungsprävention. „Räume für demokratisches Engagement – auch mi­grantischer und muslimischer Selbstorganisation – sollten erhalten und ausgebaut werden“, heißt es in dem Papier der Forscher.

Themen wie interkulturelle Kompetenz, Antidiskriminierung und Beziehungsarbeit sollten fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung aller pädagogischer und sozialer Fachkräfte sein. Sie müssten Handlungssicherheit im Umgang mit religiösen Konflikten gewinnen und dazu in der Lage sein, Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen und professionell zu begleiten. Beratungsstrukturen für pädagogisches Personal sollten ausgebaut werden.

9 April 2025 0 Kommentare
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Wir sind ein Einwanderungsland, und das ist gut so“, sagt Kardinal Marx

von Fremdeninfo 9 April 2025
von Fremdeninfo

Wir sind ein Einwanderungsland, und das ist gut so“, sagt Kardinal Marx

Der Erzbischof von München, Reinhard Marx, ruft zur Besonnenheit in der Migrationspolitik auf. Deutschland sei ein Einwanderungsland. Eine Verengung der Debatte auf Sicherheitsaspekte hält der Theologe für falsch.

                                           

                Bei der heiligen Messe im Münchner Dom im Dezember 2024: Kardinal Marx Felix Hörhager/dpa

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die künftige Bundesregierung vor Härten in der Migrationspolitik gewarnt. „Es darf nicht darum gehen, wo man bei der Migration überall die Schrauben anziehen kann“, sagte der Erzbischof in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Wir sind ein Einwanderungsland, und das ist gut so – ein solches Signal erwarte ich auch von einem Kanzler Friedrich Merz und der neuen Bundesregierung.“

Der katholische Theologe verwies auf den Wahlkampf von CDU und CSU: „Ich hatte angesichts des Wahlergebnisses der Union nicht den Eindruck, dass die Union mit der Verschärfung des Themas Migration erfolgreich war“, erklärte Marx und betonte zugleich: „Friedrich Merz ist kein deutscher Trump.“

Die Zuwanderungsdebatte dürfe aber nicht verengt geführt werden, forderte der frühere Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz: „Migration nur als Gefährdung der inneren Sicherheit darzustellen, ist einfach nicht richtig.“ Er wisse aus eigener Erfahrung: „Reha, Pflege, Krankenhaus – das könnten wir dichtmachen ohne Zuwanderung.“

Mit Blick auf die Anschläge während des Bundestagswahlkampfes sagt Marx: „Wenn Sie die Amokläufe und Anschläge anschauen, dann waren da genauso Rechtsradikale unterwegs wie Islamisten. Und wie viele Täter sind hier auffällig und radikal geworden, nicht in ihren Herkunftsländern?“

9 April 2025 0 Kommentare
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Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen

von Fremdeninfo 8 April 2025
von Fremdeninfo

Özdemir: Ministerium fördert Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen

                          

Das Bundesforschungsministerium fördert die Forschung zu Islamismus mit weiteren 15 Millionen Euro. „Wissenschaft und Forschung leisten einen wichtigen Beitrag, zu verstehen, wie Islamismus entsteht und bekämpft werden kann“, so Minister Özdemir. © RONNY HARTMANN

 

Das Bundesforschungsministerium fördert die Forschung zu Islamismus in den kommenden Jahren mit weiteren 15 Millionen Euro. „Wissenschaft und Forschung leisten einen wichtigen Beitrag zu verstehen, wie Islamismus entsteht und wie er bekämpft werden kann“, erklärte Forschungsminister Cem Özdemir (Grüne) am Dienstag. Sein Haus setze deshalb sein Engagement auf diesem Gebiet fort.

Wir erhoffen uns von neuen Projekten Einblicke in Radikalisierungsprozesse“, sagte der Minister in Berlin. Es brauche auch mehr Wissen darüber, welche Auswirkungen Fluchterfahrungen auf die Radikalisierung haben. Özdemir stellte eine neue Förderrichtlinie seines Hauses vor, die definiert, welche Projekte zur Islamismusforschung unterstützt werden.

Das Ministerium stellt für die 2026 beginnende neue Förderphase 15 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge dafür können nun eingereicht werden. Das Wissen aus der Forschung soll den Angaben zufolge „langfristig zur Verbesserung der Präventions-, Distanzierungs- und Deradikalisierungsarbeit beitragen“.

Die gleiche Summe wurde bereits im Rahmen einer ersten, seit 2020 geltenden, Förderrichtlinie bereitgestellt. Damit wurden laut Ministerium zwölf Projekte unterstützt, „die untersuchen, welche gesellschaftlichen Ursachen und Wirkungen der Islamismus in Deutschland und Europa hat“.

er Islamismus gefährde nicht nur die Gesellschaft als Ganzes, sondern sei auch eine Gefahr für Muslime, so Özdemir. Denn diese gerieten dadurch unter Generalverdacht. Es müsse beim Thema Islamismus „jede Naivität“ abgelegt werden, betonte der Minister.

Besonders seit dem Überfall der Hamas auf Israel gebe es wieder verstärkten islamistischen Terrorismus, sagte der Londoner Terrorismusexperte Peter R. Neumann bei der Vorstellung der neuen Förderrichtlinie. Er sprach von einer „islamistischen Terrorwelle, die auf uns zurollt“. Für die Forschung gebe es deshalb viel zu tun.

awe/pw

8 April 2025 0 Kommentare
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Information

Während Rekers Türkei-Reise: Präsident Erdogan erstattet Anzeige wegen Beleidigung gegen Oppositions-Chef Özel

von Fremdeninfo 8 April 2025
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Während Rekers Türkei-Reise: Präsident Erdogan erstattet Anzeige wegen Beleidigung gegen Oppositions-Chef Özel

Hunderttausende bei regierungskritischen Protesten

Hunderttausende gingen in der Folge bei regierungskritischen Protesten auf die Straße. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, mit Hilfe der Justiz den größten Konkurrenten von Erdogan politisch ausschalten zu wollen.

In einem Verfahren werden 139 Menschen wegen „Widerstand gegen das Versammlungs- und Demonstrationsgesetz“ beschuldigt, wie die Nachrichtenagentur Anandolu berichtete. Davon seien 104 Verdächtige in Untersuchungshaft. Es werden jeweils bis zu drei Jahre Haft gefordert. Zudem laufen Ermittlungen unter anderem wegen Präsidentenbeleidigung. (dpa,red)

 

                                                  

Özgür Özel, CHP-Vorsitzender, spricht während eines Kongresses unter dem Motto „Der Wille gehört der Nation“ zu Parteimitgliedern. © Tunahan Turhan/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Gegen den Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, ist wegen Präsidentenbeleidigung Klage eingereicht worden. Hintergrund des Verfahrens in Ankara seien Äußerungen über Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Kongress, teilte einer der Anwälte Erdogans auf X mit. Özel drohen demnach unter anderem eine Schadensersatzzahlung von 500.000 türkischen Lira (rund 12.000 Euro). Özel habe Erdogan unter anderem als „Juntachef“ bezeichnet, hieß es weiter.

Reker als Zeichen der „uneingeschränkten Solidarität“ in Istanbul

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker befindet sich aktuell in Istanbul. Sie folgte damit einer Einladung des inhaftierten Ekrem Imamoglu, der Oberbürgermeister von Kölns Partnerstadt in der Türkei war.

Reker nimmt am Dienstag (8. April) in Istanbul am deutsch-türkischen Städtepartnerschaftsgipfel teil. Köln und Istanbul sind seit 1997 Partnerstädte. Zu dem Gipfel hatte Ekrem Imamoglu, der auch Präsident des Türkischen Städtetages ist, Reker vor seine Verhaftung eingeladen. Laut Presseamt versteht Kölns Oberbürgermeisterin ihre Reise„ als Zeichen ihrer uneingeschränkten Solidarität“.

Die Türkei steckt in einer politischen Krise, seit am 19. März der prominente CHP-Politiker und Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu inhaftiert und abgesetzt wurde. Ihm werden Terror- sowie Korruptionsvorwürfe gemacht. Seine Partei kritisiert, die Vorwürfe beruhten teilweise auf Aussagen geheimer Zeugen, was Beleg für deren Unglaubwürdigkeit sei

8 April 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Migration: Deutschland setzt Aufnahme von UN-Flüchtlingen vorläufig aus

von Fremdeninfo 8 April 2025
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Migration: Deutschland setzt Aufnahme von UN-Flüchtlingen vorläufig aus

 

 

                                          

ARCHIV – 06.11.2023, Jordanien, Saatari: Zwei Frauen gehen auf einer Straße im Saatari Flüchtlingscamp. Das Saatari Flüchtlingscamp ist das größte in der Region mit rund 84 000 Flüchtlingen. (zu dpa: «Deutschland hat Aufnahme von UN-Flüchtlingen vorläufig ausgesetzt»)  Foto: Hannes P Albert/dpa

ARCHIV – 06.11.2023, Jordanien, Saatari: Zwei Frauen gehen auf einer Straße im Saatari Flüchtlingscamp. Das Saatari Flüchtlingscamp ist das größte in der Region mit rund 84 000 Flüchtlingen. (zu dpa: «Deutschland hat Aufnahme von UN-Flüchtlingen vorläufig ausgesetzt») Foto: Hannes P Albert/dpa

Deutschland nimmt jährlich Tausende besonders schutzbedürftige Flüchtlinge auf. Nun ist das Programm aufgrund der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD gestoppt.

Deutschland hat bei der Umsiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge einen vorübergehenden Aufnahmestopp verhängt. Mit Verweis auf die laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD werden vorläufig keine Zusagen für neue Aufnahmen über das Resettlement-Programm mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) gemacht, wie Innenministerium und UNHCR der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Nach dpa-Informationen sollen nur Fälle, in denen die Verfahren schon weit fortgeschritten noch ausnahmsweise zugelassen werden. 

Union und SPD hatten in ihrem Sondierungspapier festgelegt, freiwillige Bundesaufnahmeprogramme so weit wie möglich zu beenden und keine neuen solchen Programme aufzulegen.

Deutschland hatte dem Flüchtlingswerk und der EU-Kommission, die die Aufnahmen finanziell unterstützt, für die Jahre 2024 und 2025 insgesamt 13.100 Plätze zugesagt. Davon sind nach Daten des UNHCR bislang 5.061 Menschen eingereist. Darunter fallen auch humanitäre Aufnahmen syrischer Flüchtlinge aus der Türkei, die EU und Türkei 2016 vereinbart haben.

Beim Resettlement-Verfahren schlägt das UNHCR den Aufnahmestaaten besonders schutzbedürftige Menschen vor. Deutsche Behördenvertreter führen dann Befragungen und Sicherheitsüberprüfung noch vor Ort durch. Daneben gibt es in Deutschland zusätzliche humanitäre Aufnahmeprogramme.

8 April 2025 0 Kommentare
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Rassismus

Enquetekommission des Berliner Senats: Warum Berlins Umgang mit Rassismus scheitert

von Fremdeninfo 7 April 2025
von Fremdeninfo

Zur Enquetekommission des Berliner Senats: Warum Berlins Umgang mit Rassismus scheitert

                                          Artikel von Scharjil Khalid

 

 

                                             

                                                Imam Scharjil Khalid © Volkmar Otto

Zwei SPD-Abgeordnete fragten bei der Berliner Senatsinnenverwaltung nach der Zahl politisch motivierter Gewalttaten – als Ergebnis wurde verkündet: In Berlin leben etwa 20-mal so viele Muslime wie Juden. Dennoch registrierte die Polizei weitaus mehr antisemitisch als islamfeindlich motivierte Gewaltdelikte. Auf den ersten Blick klingt das eindeutig. Auf den zweiten Blick offenbart sich jedoch ein gravierendes Problem: die mangelnde Differenzierung, die Verkürzung und die politische Instrumentalisierung dieser Zahlen.

Statt antimuslimischen Rassismus und Antisemitismus gegeneinander aufzuwiegen, sollte man ihre strukturellen Gemeinsamkeiten und Wechselwirkungen anerkennen. Oft treten beide Diskriminierungsformen nicht isoliert, sondern gleichzeitig auf. Der rechtsextremistische Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019 verdeutlicht dies auf erschreckende Weise: Der Attentäter Stephan Balliet hatte ursprünglich eine Moschee als Ziel in Betracht gezogen, entschied sich dann jedoch für die Synagoge in Halle, mit der Absicht, dort ein Massaker zu verüben. Diese Tat steht exemplarisch für die Intersektionalität von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus. Für den Täter waren beide Ausdruck desselben ideologischen Hasses.

Doch nicht nur die politische Auswertung, sondern bereits die zugrunde liegenden statistischen Angaben werfen erhebliche Fragen auf. So schwankt die Zahl der in Berlin lebenden Muslime je nach Kontext zwischen 250.000 und 400.000. Wenn es um Repräsentation von Muslimen oder religiöse Feiertage geht, wird gerne die niedrigere Zahl bemüht. Geht es aber um Vergleiche, die Muslime ins negative Licht rücken könnten, wird großzügig die höchste verfügbare Zahl herangezogen. Diese inkonsistente Zahlenpolitik verzerrt die Realität und beeinflusst die öffentliche Wahrnehmung manipulativ.

Zudem sind die strukturellen Voraussetzungen für die Erfassung von Hasskriminalität gegen Muslime deutlich schwächer ausgeprägt als im Bereich des Antisemitismus. Während Antisemitismus seit Jahrzehnten durch etablierte Meldestellen, wissenschaftliche Studien und umfassende Förderstrukturen dokumentiert wird, befindet sich die Erfassung von antimuslimischem Rassismus noch im Aufbau. Einrichtungen wie CLAIM leisten wichtige Arbeit im Kampf gegen antimuslimischen Rassismus, doch es fehlt an Finanzierung, institutioneller Anbindung und öffentlicher Aufmerksamkeit. Hinzu kommt die vielfältige Begriffswahl: Wo die einen von „Islamfeindlichkeit“ sprechen, sagen andere „muslimfeindlich“, „islamophob“ oder „antimuslimischer Rassismus“. Unterschiedliche Institutionen nutzen unterschiedliche Kategorien – mit der Folge, dass Vergleichbarkeit und systematische Erfassung verloren gehen. Eine bundesweit einheitliche Definition wie bei Antisemitismus fehlt.

Auch die polizeiliche Erfassung der Delikte ist alles andere als klar strukturiert. Ein unscharfer Definitionskatalog in der Polizeilichen Kriminalstatistik ist das Hauptproblem, der Begriffe wie „rassistisch“, „ausländerfeindlich“, „fremdenfeindlich“ nicht klar genug voneinander trennt und zudem mit teilweise veralteten und ungenauen Begriffen wie „Islamfeindlich“ arbeitet. Diese ungenaue Kategorisierung erschwert es Polizeikräften, Straftaten bereits zu Beginn der Ermittlungen korrekt einzuordnen. Häufig werden Angriffe gegen Muslime nicht als islamfeindlich, sondern als ausländerfeindlich oder fremdenfeindlich eingestuft – Begriffe, deren Abgrenzung oft selbst diffus ist.

Darüber hinaus ist die Statistik unvollständig: Antimuslimische Tatmotive können in der Polizeilichen Kriminalstatistik nur bis zum 31. Januar des Folgejahres nachgemeldet werden. Erkenntnisse aus späteren Ermittlungen oder Gerichtsverfahren bleiben außen vor. Antimuslimisch motivierte Gewalt wird so strukturell untererfasst.

Deshalb bringen viele Betroffene Vorfälle gar nicht erst zur Anzeige. Sie berichten von Frustration über ausbleibende Konsequenzen und bagatellisierende Haltungen der Behörden. Im Bericht von CLAIM heißt: „Da es an Expertise und an Meldestrukturen fehlt und Betroffene die Vorfälle oft aus Unwissen oder geringem Vertrauen nicht melden, ist von einer gravierenden Dunkelziffer antimuslimischer Vorfälle auszugehen.“

Angesichts all dieser strukturellen Verzerrungen ist die Aussage der beiden SPD-Abgeordneten, für Muslime sei Gewalt „offenbar nicht das oberste Problem“, nicht nur unsensibel, sondern unverantwortlich. Sie reproduzieren damit genau die Ungleichbehandlung, die sie angeblich aufzeigen wollen – und übersehen dabei völlig, warum Gewalt gegen Muslime oft gar nicht erst erfasst oder ernst genommen wird. Genau auf dieser fehlerhaften Grundlage wird Politik gemacht.

Nach dem 7. Oktober 2023 hat im Berliner Abgeordnetenhaus eine Enquetekommission gegen Rassismus und für gesellschaftlichen Zusammenhalt ihre Arbeit aufgenommen. Statt jedoch des Pudels Kern zu erkennen, verliert sich Berlin wieder einmal in einer Zahlendebatte, ohne das eigentliche Problem zu verstehen.

Nach der Veröffentlichung der Zahlen wurde gefragt: Was heißt das für Berlins Politik? Die Antwort der Abgeordneten und ihrer Kommissionen greift – wieder einmal – viel zu kurz. Während man einerseits davon spricht, dass sich der Krieg in Nahost in Berlins Straßen widerspiegelt, blendet die Berliner Politik gleichzeitig den Massenmord in Gaza aus – als gäbe es keinen Zusammenhang. Die politische Debatte bleibt auf innenpolitische Fragen verengt. Falsche Fragen führen zwangsläufig zu falschen Antworten.

Die richtigen Fragen liegen längst auf der Hand – sie werden nur nicht gestellt:

Wie kann es sein, dass alle renommierten Menschenrechtsorganisationen – von Amnesty International bis Human Rights Watch – Israel Kriegsverbrechen und in Teilen sogar Genozid vorwerfen, und Berlin trotzdem von legitimer Selbstverteidigung spricht?

Wie kann Berlin eine Brandmauer gegen rechts propagieren und gleichzeitig mit einer offen ultrarechten Regierung in Israel kooperieren?

Wie kann der Regierende Bürgermeister eine Städtepartnerschaft mit Tel Aviv feiern, während unter dieser Flagge in Gaza die schlimmste humanitäre Katastrophe unserer Zeit stattfindet?

Warum hängt die israelische Flagge vor dem Roten Rathaus, aber keine palästinensische?

Warum wird der israelische Botschafter als moralische Instanz hofiert, während der palästinensische Repräsentant keinerlei Gehör findet?

Wenn Berlin nicht bereit ist, sich diesen Fragen zu stellen, dann ist der Kampf gegen Rassismus nichts als wohlklingende Farce. Töten ist der größte Rassismus und dieser findet momentan im höchsten Ausmaß in Gaza statt – Tag für Tag. Als Muslim musste ich mir oft anhören, ein „Scheiß-Terrorist“ zu sein, der „zurück in sein Land“ gehört. Doch nichts hat mich je so tief erschüttert wie die Bilder ermordeter Kinder in Gaza.

Das ist der Rassismus, über den Berlin schweigt. Erst wenn Berlin über diesen mörderischen Rassismus spricht, den Deutschland mit Waffenlieferungen in Höhe von über 400 Millionen Euro unterstützt, erst dann ist Berlin glaubwürdig. Ansonsten bleibt die Enquetekommission und der Kampf gegen Rassismus reine Symbolpolitik

7 April 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Plötzlich ist Deutschland nicht mehr Spitzenreiter bei Asylanträgen

von Fremdeninfo 6 April 2025
von Fremdeninfo

Plötzlich ist Deutschland nicht mehr Spitzenreiter bei Asylanträgen

                Artikel von Christoph B. Schiltz/Welt

Erstmals seit Jahren ist Deutschland nicht mehr das beliebteste Land für Asylanträge in der EU. Eine neue Erhebung der Kommission zeigt deutliche Veränderungen, insbesondere, was die Zahl der Schutz suchenden Syrer angeht. Doch die Behörde ist dennoch besorgt – aus mehreren Gründen.

                                   

Migranten aus Syrien erreichen im Jahr 2016 die griechische Insel Lesbos. Inzwischen ist die Zahl der Schutzsuchenden stark gesunken picture alliance/NurPhoto/Guillaume Pinon

Ein Paukenschlag aus Brüssel: Deutschland ist mit Blick auf die Asylanträge erstmals seit Jahren nicht mehr Spitzenreiter in der Europäischen Union. Laut einem vertraulichen Bericht der EU-Kommission, der WELT AM SONNTAG vorliegt, ist die Zahl der Anträge im ersten Quartal dieses Jahres (1. Januar bis 31. März) hierzulande im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent zurückgegangen auf 37.387. Spitzenreiter ist neuerdings Frankreich mit 40.871 Asylanträgen, gefolgt von Spanien, wo 39.318 Personen einen Antrag auf Schutz gestellt haben. Deutschland folgt erst auf Rang drei.

Schlusslichter sind Ungarn (22 Anträge) und die Slowakei (37). Beide Staaten verfolgen einen besonders harten Kurs in der Migrationspolitik. Laut der im Bericht veröffentlichten Zahlen stellten in den ersten drei Monaten dieses Jahres 210.641 Personen einen Asylantrag in der EU sowie Norwegen und der Schweiz – ein Minus von 19 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Die meisten Asylantragsteller kamen im ersten Quartal aus Venezuela (25.375), gefolgt von Afghanistan (21.524) und Syrien (15.138). Bemerkenswert: Die Zahl der Asylanträge von Venezolanern stieg um 44 Prozent. Auch die Schutzanträge von Ukrainern (plus 84 Prozent), Chinesen (+87 Prozent) und Indern (+56 Prozent) stiegen stark an.

Demgegenüber beantragten Personen aus Syrien (minus 56 Prozent), Kolumbien (-45 Prozent) und der Türkei (-44 Prozent) deutlich weniger Asyl. Was Deutschland angeht, so wird mehr als jeder zweite Asylantrag von Syrern in der EU in Deutschland gestellt. Ein Viertel aller Schutzanträge kam hierzulande von Syrern, gefolgt von Afghanen (16 Prozent) und Türken (11 Prozent). Frankreich ist unterdessen zum Zielland Nummer eins für Ukrainer geworden.

Volatile Lage im Nahen Osten“ besorgt die EU

Besorgt zeigt sich die EU-Kommission nach der Verhaftung von Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu über die Entwicklung in der Türkei: „Politische Verfolgung und ökonomischer Niedergang gehören zu den Hauptgründen, die Türken zur Migration bewegen. Eine Eskalation der Lage könnte zu steigenden Asylanträgen und/oder Anerkennungsraten in der EU führen.“

Kritisch sieht die Kommissionsbehörde in ihrem vertraulichen Bericht auch die „volatile Lage im Nahen Osten und ihren Einfluss auf die Migration in die EU“. Insbesondere die Ausschreitungen in Syrien zwischen mutmaßlichen alevitischen Anhängern des früheren Diktators Baschar al-Assad und Vertretern der neuen Regierung im Raum Latakia, Tartus und Homs bereiten der EU-Kommission Sorge.

Hinzu käme, dass die syrische Küstenwache nach dem Fall des Assad-Regimes geschwächt sei und ihre Ausrüstung, etwa Boote und Scheinwerfer, teilweise zerstört wurde. Schließlich könnten sich in Kürze auch die Schlepper-Netzwerke wieder reorganisieren. Sie waren nach Assads Sturz teils zerfallen, schreiben die Experten der EU-Kommission.

Die EU unternimmt mit der im Frühsommer des vergangenen Jahres verabschiedeten Reform der Asyl- und Migrationspolitik große Anstrengungen, um illegale Einreisen einzudämmen. Die Maßnahmen sollen spätestens im Juni 2026 in Kraft treten. Ob dies gelingen wird, ist offen.

Probleme sind absehbar: etwa bei den Turbo-Grenzverfahren für Migranten aus Ländern mit Anerkennungsquoten unter 20 Prozent, eine die geringe Aussicht auf Schutz haben. Ungarn beispielsweise soll im ersten Jahr knapp 8500 von insgesamt 30.000 Plätzen in bewachten und geschlossenen Einrichtungen an den Außengrenzen zur Verfügung stellen.

Europaminister Janos Boka sagte dazu WELT AM SONNTAG: „Wir werden das auf keinen Fall tun. Das Mandat, das die Wähler der ungarischen Regierung gegeben haben, ist klar: Sie wollen keine Migrantenlager in Ungarn sehen. Und darum werden wir sie auch gar nicht erst errichten. Das ist ein eindeutiger Wählerauftrag.“

Ein weiteres Problem stellt das neue Ein- und Ausreisesystem EES (Entry-Exit-System) dar, das Grenzkontrollverfahren automatisieren soll. Die elektronische Erfassung von Ein- und Ausreisen betrifft alle Drittstaatsangehörigen ohne einen Aufenthaltstitel, die in den EU-Schengen-Raum einreisen. 24 EU-Länder und vier Drittstaaten (Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island) nehmen daran teil.

Das neue Kontrollsystem sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr eingesetzt werden. Wegen zahlreicher IT-Probleme wird EES nun aber erst im Oktober starten und dann auch erst schrittweise eingeführt werden. Bis dahin müssen die meisten Pässe von Drittstaatenangehörigen weiter per Hand gestempelt werden.

6 April 2025 0 Kommentare
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Veranstaltungen

45 Jubiläum des Alevitischen verein Hannoveer

von Fremdeninfo 6 April 2025
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6 April 2025 0 Kommentare
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Archive

PM – 10 Punkte wie Migration gelingen kann – Migrantenorganisationen fordern: Regieren Sie mit uns – nicht über uns!

von Cumali Yağmur 4 April 2025
von Cumali Yağmur

PM 10 Punkte wie Migration gelingen kann Migrantenorganisationen fordern Regieren Sie mit uns  nicht über uns!

Während Nancy Faeser heute im Innenministerium einen Blick zurück wirft beim Thema Migration, blicken wir als Betroffene nach vorn und wollen aktiv mitgestalten.

 

25 Millionen und keiner sitzt am Verhandlungstisch!

Wer uns ausschließt, verspielt Deutschlands Zukunft.

Migrantenorganisationen fordern Gestaltung statt Verschärfung.

Zentrale Anliegen der Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland drohen unter den Verhandlungstisch zu fallen. In Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und die Würde aller Menschen fordern die Migrantenorganisationen, in der finalen Phase der Koalitionsverhandlungen statt über Verschärfung endlich über die Gestaltung unserer Einwanderungsgesellschaft zu entscheiden.

25 Millionen Menschen mit Migrationsbiographie leben, arbeiten, engagieren sich in Deutschland. Viele sind enttäuscht und besorgt über die politische Entwicklung und gedenken auszuwandern.

Sie  fordern keine Sonderrechte – Sie fordern gleiche Rechte, faire Chancen und echte Teilhabe.

Mit den folgenden 10 Forderungen haben sich die Migrantenorganisationen explizit an die 19 Politikerinnen und Politiker gewandt:

  1. Repräsentanz im Kabinett sichern – paritätisch und vielfältig

Mindestens 25 % der Kabinettsposten müssen mit Personen mit Migrationsgeschichte besetzt werden – orientiert an der gesellschaftlichen Realität. Eine paritätische Besetzung ist für ein modernes, gerechtes Deutschland unerlässlich.

2.     Integrations- und Antirassismusbeauftragte stärken – mit eigenem Mandat und Budget

Die/der Beauftragte für Integration und Antirassismus muss weiterhin im Bundeskanzleramt und im Kabinett verankert bleiben – mit eigenem Budget, klarer Zuständigkeit und politischer Durchsetzungskraft. Eine Verlagerung ins BMI lehnen wir ausdrücklich ab.

  1. Nationaler Aktionsplan gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung und Nationaler Aktionsplan Integration (NAP-I).

Die Aktionspläne müssen gemeinsam mit Migrantenorganisationen entwickelt werden und konkrete Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnen, Gesundheit und Sicherheit enthalten. Dabei muss der Aktionsplan alle Rassismen adressieren und gleichermaßen in den Blick nehmen (u.a. Rassismus gegen Sinti und Roma, Antiafrikanischen./Anti-Schwarzen, Antimuslimischen, Antislawischen und Antiasiatischen Rassismus), um deren Bekämpfung institutionell zu verankern.

  1. Keine Rückschritte im Aufenthalts-, Asyl- und Staatsangehörigkeitsrecht
  • Kein C1-Sprachniveauals Einbürgerungsvoraussetzung – B1 muss Standard bleiben.
  • Chancenaufenthaltsrechtweiterentwickeln – nicht einschränken.
  • Familiennachzug sichern– für stabile Integration.
  • Keine Abschiebung gut integrierter Geduldeter.
  • Die geplante Streichung der §§ 16g, 25 Abs. 5, 25a und 25b AufenthG lehnen wir entschieden ab.
  1. Fachkräfte gewinnen – mit migrantischer Kompetenz

Die Fachkräfte-Strategie der Bundesregierung soll nicht nur mit den Ländern und Kommunen erarbeitet werden, sondern auch mit Migrantenorganisationen. Wir fordern zudem die Einsetzung einer oder eines Beauftragten der Bundesregierung für Fachkräftegewinnung – mit ressortübergreifender Koordinierung und Beteiligung der Zivilgesellschaft.

  1. Migrantenorganisationen stärken – dauerhaft und strukturell

Gesicherte Beteiligung von Migrantenorganisationen und neue deutsche Organisationen z. B. am Integrationsgipfel, verlässliche institutionelle Förderung, langfristige Finanzierung und der Aufbau hauptamtlicher Strukturen sind unerlässlich. Ehrenamt braucht Hauptamt – für nachhaltige Teilhabe und Demokratiearbeit.

  1. Förderung der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe von Migrantinnen

 

  • Weiterentwicklung und institutionelle Verankerung der ressortübergreifenden Gleichstellungsstrategie des Bundes unter der Berücksichtigung von Perspektive von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte
  • Passgenaue Mentoring- und Empowermentprogramme
  • Kinderbetreuung während Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen
  1. Demokratieförderung absichern 

Wir fordern die Einführung eines Demokratiefördergesetzes und den Erhalt des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ im Familienministerium.
Demokratiearbeit ist Teilhabe- und Bildungsarbeit – keine sicherheitspolitische Aufgabe.

  1. Schutz der Demokratie im digitalen Raum

Der Staat muss Verantwortung übernehmen für den Schutz demokratischer Prozesse vor Desinformation, digitaler Hetze und manipulativen Algorithmen. Hier braucht es klare gesetzliche Regelungen, Aufklärung und digitale Resilienz.

  1. Umsetzung der 2. UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung

Die UN-Generalversammlung hat die 2. UN-Dekade verkündet. Deutschland muss diese Dekade mit einem konkreten Aktionsplan, klarer Finanzierung und sichtbaren Maßnahmen gegen strukturellen Rassismus umsetzen. Zudem fordern wir die Benennung eines Afrikabeauftragten der Bundesregierung, der eine koordinierte, zukunftsgerichtete und gerechte Afrikapolitik verantwortet – in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft.

Kontakt:
TANG – The African Network of Germany e.V.
Dr. Sylvie Nantcha, info@tang-ev.de, 0176 638 96 912

Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen e.V.

Mamad Mohamad, mamad.mohamad@lamsa.de, 0176 444 08 969

Türkische Gemeinde in Deutschland e.V. –

Gökay Sofuoğlu, goekay.sofuoglu@tgd.de, 0173 793 05 64

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Migration und Kriminalität: Vorsicht vor voreiligen Schlüssen

von Fremdeninfo 4 April 2025
von Fremdeninfo

Migration und Kriminalität: Vorsicht vor voreiligen Schlüssen

                   Artikel von Violetta Baran/Daily wrap

 

                              

                                 Kriminalität unter Einwanderern. Fakten, Fakes und Vorurteile © EPA, PAP, Patrick Pleul

Neue Statistiken zeigen, dass Migranten in Deutschland häufiger Straftaten begehen als der Rest der Bevölkerung. Experten warnen jedoch davor, daraus zu einfache Schlussfolgerungen zu ziehen.

Ist Deutschland sicherer geworden? Ein flüchtiger Blick auf die aktuellen polizeilichen Kriminalstatistiken könnte diesen Eindruck erwecken. Die Anzahl der registrierten Straftaten ist nämlich um 2 Prozent im Jahr 2024 gesunken, insgesamt registrierte die Polizei 5,84 Millionen Fälle.

Bei einer genaueren Analyse der Zahlen kommen jedoch Zweifel auf, ob sich die Situation tatsächlich verbessert hat.

Weniger Ordnungswidrigkeiten dank der Legalisierung von Marihuana

Die Antwort lautet: Nein. Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Legalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis für den privaten Gebrauch. Dies wurde von der Innenministerin Nancy Faeser und dem Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, bei der Vorstellung der neuesten Kriminalitätsdaten betont.

Beide waren besonders besorgt über einen Anstieg der Gewaltverbrechen um 2 Prozent auf über 217.000 Fälle. Darunter waren fast 18.000 Messerangriffe. Wenn diese in der Öffentlichkeit stattfinden und der Täter keinen deutschen Pass hat, entfacht in Deutschland jedes Mal eine politische Debatte. Häufig stellt sich die Frage, ob mehr Migration zu mehr Kriminalität führt.

Münch: „Es geht nicht um die Herkunft“

Beim Betrachten der Statistiken fällt auf, dass ausländische Verdächtige im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich häufiger vertreten sind. Dies betrifft sowohl Gewaltverbrechen wie Mord oder Vergewaltigung als auch Straßenkriminalität, die von Taschendiebstahl bis Drogenhandel reicht. In diesem Zusammenhang betont der BKA-Chef Holger Münch, dass es nicht um die Herkunft geht, sondern um die Konzentration von Risikofaktoren.

Es geht etwa um die Lebensumstände von Geflüchteten, die oft sehr schwierig sind. Sie müssen in Massenunterkünften leben und dürfen nicht arbeiten. Münch nennt wesentliche Ursachen für die höhere Kriminalitätsrate unter Ausländern. – Das ist psychischer Stress. Migranten erleben häufiger Gewalt, insbesondere in der Kindheit. Sie haben auch eine positivere Einstellung zu Gewalt – sagt er.

Faeser: „Wir müssen darüber sprechen, ohne Ressentiments zu schüren“

Innenministerin Nancy Faeser ist sich bewusst, wie emotional und populistisch die Debatte über Migrantenkriminalität oft ist. – Wir müssen darüber sprechen, ohne Scheu. Aber ich betone es noch einmal, ohne Ressentiments zu schüren – sagte sie. In diesem Zusammenhang erwähnt sie auch die schwierige Lage vieler Flüchtlinge, denen Schlepper ein falsches Bild von Deutschland vermittelt haben.

Faeser ermutigte die Medien, häufiger darüber zu berichten, dass Flüchtlinge oft mehrere Jahre in Zelten mit Fremden verbringen müssen. Die Innenministerin hofft, dass dies die Motivation einiger Menschen verringert, nach Deutschland zu gelangen.

Irreführender Begriff: „Ausländerkriminalität“

Aus wissenschaftlicher Sicht ist seit langem bekannt, dass der Begriff „Ausländerkriminalität“ potenziell irreführend ist und Vorurteile verstärken kann. Susann Prätor von der Polizeiakademie Niedersachsen forscht seit Jahren zu Migration und Kriminalität. Ihre Erkenntnisse stellte sie auf einer Pressekonferenz des Mediendienstes Integration einige Tage vor der Veröffentlichung der polizeilichen Kriminalstatistiken vor.

Ihre Aussagen stimmten mit dem überein, was die Innenministerin und der Kriminalpolizeichef über den hohen Anteil von Ausländern unter den Verdächtigen gesagt hatten. – Letztendlich geht es nicht um die Nationalität oder Herkunft, sondern um die Bedingungen, unter denen Menschen in Deutschland leben – betonte sie.

Ursachen: Armut, schlechte Bildung, Gewalt

Susann Prätor ist von Beruf Soziologin, Psychologin und Juristin. Ihr Blickwinkel ist daher breit, und sie nennt die Ursachen von Kriminalität unabhängig von Pass und Herkunft: Armut, schlechte Bildung, schlechtere finanzielle Lage, Leben in unsicheren Bedingungen, Gewalt durch die Eltern. Allerdings sagt die Forscherin auch: „Ein bestimmtes Männlichkeitsbild ist in manchen Gruppen, die einen anderen als deutschen Hintergrund haben, ausgeprägter“.

Die Expertin weist auch auf eine andere mögliche Erklärung für die statistisch signifikant höhere Zahl von ausländischen Verdächtigen hin: das Verhalten der Opfer und Zeugen. – Es wurde empirisch in Studien nachgewiesen, dass Personen, die als Ausländer wahrgenommen werden, häufiger angezeigt werden als Personen, die als Deutsche wahrgenommen werden – sagt sie. Prätor vermutet, dass Aussehen oder Sprache darauf Einfluss haben.

Nicht alle Ausländer über einen Kamm scheren

Die Forscherin hält es auch für problematisch, dass eine sehr heterogene Gruppe als Einheit behandelt wird, wenn es um die sogenannte Ausländerkriminalität geht. Ein Migrant aus den USA, ein traumatisierter Kriegsflüchtling aus Syrien, ein Türke, der vor mehreren Jahrzehnten nach Deutschland kam, ein Tourist und auch ein Ausländer, der hierherkam, um ein Verbrechen zu begehen und dann wieder Deutschland verließ. All diese werden mit Personen, die einen deutschen Pass besitzen, verglichen.

Um dieses verzerrte Bild zumindest ein wenig zu korrigieren, werden die Daten in den jährlich veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistiken inzwischen differenzierter dargestellt. Dazu gehört der Hinweis, dass der Anteil der Männer und der jüngeren Personen unter der nicht-deutschen Bevölkerung höher ist – allein dies sollte zu einer höheren Kriminalitätsrate führen. Das liegt daran, dass Männer und junge Menschen im Allgemeinen – unabhängig von ihrer Herkunft – häufiger straffällig werden.

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