• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Kultur

Grenze

von Fremdeninfo 14 Januar 2026
von Fremdeninfo 14 Januar 2026
Haydar Doğan
741

von Haydar Doğan

Als ich das Gedicht „Grenze“ schrieb, stand in den Zeitungen: „Das Mittelmeer ist zum Grab für 40.000 Menschen geworden.“ Es ist noch nicht lange her, es waren die 2000er Jahre.
Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika, wo Besatzungen und Massaker wüteten, versuchten mit morschen Booten nach Europa zu gelangen.
An einem Ort gab es den Tod, am anderen das Leben. Es gab viel Tod. Die Zahlen waren es leid, nur mit Toten in Verbindung gebracht zu werden, nur durch Reichtum zu existieren…

Es ist Nacht geworden, ich blicke zu einer Wolke hinauf.
Ich befinde mich auf einer Straße, an der sich drei Länder treffen. Beruflich habe ich meine Ladung in Belgien abgeliefert und fahre nun über die Niederlande zurück nach Deutschland. Über mir schwebt eine Wolke. „Zu welchem Land gehört diese Wolke?“, frage ich mich. Über diese verrückte Frage muss ich wahnsinnig lachen; meine Geschwindigkeit beträgt 120 Stundenkilometer.
Die Wolke blieb nicht stehen. Sie folgte mir. Die Wolke überquerte die Grenzen… Dies ist Westeuropa, hier gibt es schließlich keine Grenzkontrollen! Sie kam, genau wie ich, ohne beim Zoll hängenzubleiben hindurch!

Der Name „GRENZE“ wurde so auf einem Parkplatz auf ein leeres Blatt Papier geschrieben. Und die ersten Zeilen begannen zu fließen…

Diese Wolke gehorcht keinem Wort,
Überwindet gezogene Grenzen,
Trägt die in ihr verborgenen Lieben
Von Grenze zu Grenze fort.

Ich fahre über die Brücke am Rhein. Auf dem Fluss transportieren lange, schmale Schiffe ihre Ladung. Schiffe, an denen Flaggen aus Holland, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Deutschland wehen. Mir kommt das Bild des Flusses vor Augen, wie er in den Schweizer Bergen entspringt und die Länder durchquert.

Dieser Strom gehorcht keinem Wort,
Mit seinem schlammigen Gesicht
Durchzieht er die Länder,
Bis er die Meere erreicht.

So begannen sich die Zeilen der zweiten Strophe in mir zu formen.
Ich versuche lediglich zu schreiben, was ich sehe. Ich habe weder einen Anteil daran, dass die Wolke die Grenzen überquert, noch daran, dass der Fluss die Länder passiert. Alles geschieht außerhalb von mir, aber es entwickelt sich mit mir, und meine Aufgabe in diesem Leben ist es, das Gesehene niederzuschreiben. Das habe ich mir zur Pflicht gemacht. Sieh und schreib.

Vögel… Ach, die Vögel. Die mich nirgendwo allein lassen, wohin ich auch gehe. Wie viele Worte hatte ich für sie in Gedichte eingewoben. Als einer gegen meine Balkonscheibe schlug und starb, hob ich ihn auf und warf ihn in den Müll, ohne jemandem davon zu erzählen. „Selbstmordvögel“, nannte der Dichter solche Vögel. Auch die schönste Zeile an meine Geliebte habe ich mit Vögeln geschrieben:
„Wenn ich deine Haare flechte, werde ich die Vögel rufen.“

Bisher passte keines meiner Worte in einen Rahmen. Entweder habe ich kein Herz berührt oder ich habe sie immer verletzt zurückgelassen. Vielleicht auch…

Ein Flügelpaar am Himmelszelt
Begeht eine Grenzverletzung,
Den Jahreszeiten zum Trotz
Überquert es Kontinente.

Tage später nahmen diese Zeilen als dritte Strophe ihren Platz im Gedicht ein. Alles war wahr. Alles war an seinem richtigen Platz verwendet worden.
„Grenze“ wuchs.

Dann reiste ich in meine Kindheit. Dort verweilte ich lange. Ich kletterte auf den Apfelbaum. Und die Aprikosenbäume, die doch der schönste Geschmack meiner Heimat sind.

Sieh das Kind, es gehorcht keinem Wort,
Übersteigt errichtete Zäune,
Erklimmt den Apfelbaum,
Greift nach den Sternen dort.

Das Mittelmeer ist zum Grab für Tausende, Zehntausende geworden. Und wird es auch weiterhin. Wenn es so weitergeht, werden es noch mehr werden.
„In den Bergen von Van ist der Schnee geschmolzen, Leichen sind aufgetaucht.“
Das war die ganze Nachricht in der Zeitung.

Nur dem Menschen ist es verwehrt,
Von Grenze zu Grenze zu laufen,
Hinter Stacheldrahtzäunen:
Vermintes Land.

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Wir schweigen nicht: Warum rassistische Drohungen unseren Widerstand nur stärken“
nächster Beitrag
Rheinland-Pfalz stoppt Abschiebungen von iranischen Staatsbürgern weitgehend

Ähnliche Beiträge

Deutsche erlebt Kulturschock in den Niederlanden: „Hier ist das ganz normal

27 August 2026

Lister Meiles neuer Döner-Gast: La Muro

10 August 2026

Eine kurze Reise durch die japanische Literatur

21 Juli 2026

27. Antirassistisches Festival in Athen

5 Juli 2026

Migrationssinfonie wird in der Ägäis aufgeführt

3 Juli 2026

Deniz Göktaş am Flughafen festgenommen

3 Juli 2026

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Deutschlands politisches und wirtschaftliches Dilemma

    21 September 2026
  • Internationale Presseschau zum CDU-Desaster: „Merz stolpert weiter. Aber wie lange noch?“

    21 September 2026
  • Das Bild ist nun klar: Erdoğan als Präsident, Öcalan als Berater?

    21 September 2026
  • Bundesregierung will Syrern offenbar Schutzstatus auf breiter Front entziehen

    21 September 2026
  • Gemeinsame Forderung in vielen Städten: Kurdisch soll Unterrichtssprache werden

    21 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

22 Juli 2025

Neueste Artikel

Internationale Presseschau zum CDU-Desaster: „Merz stolpert weiter. Aber wie lange noch?“
21 September 2026
Das Bild ist nun klar: Erdoğan als Präsident, Öcalan als Berater?
21 September 2026
Bundesregierung will Syrern offenbar Schutzstatus auf breiter Front entziehen
21 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung