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AllgemeinFlüchtlinge

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Deniz’ Utopie
Kultur

Symbol des Widerstands: Eine Reise durch Deniz’ Utopie

von Can Taylan Tapar 12 Dezember 2025
von Can Taylan Tapar

„Deniz’ Utopie“ ist ein Werk aus der Feder von İskan Tolun, das die unermüdliche Suche der Titelfigur Deniz nach Freiheit und einer idealen Welt schildert. Es ist eine Erzählung voller Symbolik, die weit über das bloße Wort hinausgeht und tiefgreifende politische Untertöne trägt.

Im Zentrum steht Deniz – eine Figur, die Entschlossenheit und einen freien Geist verkörpert. Mit tiefschwarzen Augen, lockigem Haar und einer unerschütterlich aufrechten Haltung zeichnet der Autor das Porträt eines Menschen, dessen leidenschaftliche Worte und fester Schritt einem symbolischen Marsch in die Freiheit gleichen.

Das Werk ist eine Hommage an den Idealismus und den Kampf für eine Utopie. Es spielt bewusst auf die gesellschaftliche und politische Tragweite des Namens „Deniz“ an und lässt sich als Echo auf die türkischen Jugendbewegungen und historische Symbolfiguren des Widerstands – wie Deniz Gezmiş – lesen. Es ist die Geschichte einer Leidenschaft für die Freiheit und des Mutes, für dieses Ideal einzustehen.


12 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Tayyips „Kızıl Elma“-Unterstützer in Europa…

von Fremdeninfo 12 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

Von:| Doğan Özgüden


Was Friedensaktivisten niemals vergessen sollten, während Belgien und Ungarn die türkische Kriegsindustrie unterstützen und die CHP den Rüstungswahn der Regierung als unzureichend empfindet…

 


Während man im Prozess einer „terrorfreien Türkei“ fast täglich neuen Überraschungen begegnet, verzeichnet der „Kızıl Elma“-Dschihad (Roter Apfel) der AKP-MHP-Regierung nicht nur im Nahen Osten, Asien und Afrika, sondern auch im Herzen der Europäischen Union, insbesondere im Bereich der Kriegsindustrie, neue Gewinne. Während diese Woche in Brüssel ein Treffen zwischen Vertretern des türkischen Staates und dem belgischen Verteidigungsminister Theo Francken stattfand, um die Zusammenarbeit in der Kriegsindustrie auszubauen, wurden auch mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der der Türkei einen pompösen Besuch abstattete, neue Rüstungsabkommen unterzeichnet.

Im Vorfeld der für Mai 2026 geplanten belgischen königlichen Wirtschaftsmission in die Türkei unter der Leitung von Prinzessin Astrid nahmen an dem Treffen in Brüssel, das zur Bewertung der geschäftlichen Kooperationsmöglichkeiten zwischen beiden Ländern organisiert wurde, der Abteilungsleiter für internationale Zusammenarbeit der Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie (SSB) Ertaç Koca, der türkische Botschafter in Belgien Görkem Barış Tantekin und der ständige NATO-Vertreter Botschafter Basat Öztürk teil.

Nach dem Treffen, an dem auch Vertreter von acht großen Rüstungsunternehmen wie ASELSAN, HAVELSAN, ROKETSAN und TUSAŞ teilnahmen, gab der belgische Verteidigungsminister Francken folgende Erklärung ab:

„Wir brauchen die Türkei. Jeder, der ein wenig Ahnung von Geopolitik hat, weiß, warum wir die Türkei brauchen. Ihre Lage in Europa, die Stärke, die sie demonstriert, ihre militärischen Fähigkeiten, über die wir nicht verfügen… Genauso verhält es sich im Bereich technologischer Innovationen und hinsichtlich der großen Unternehmen, die sie besitzen. Deshalb brauchen wir das türkische Volk, die türkische Industrie, die türkische Politik und die türkische Diplomatie. Ich halte das für sehr wichtig. Ich glaube nicht an ein Sicherheitsszenario, in dem die Türkei nicht vorkommt.“

Es besteht kein Zweifel daran, dass hinter dem Loblied, das Francken – einer der Anführer der nationalistischen flämischen Partei N-VA, der die Türkei noch vor sechs Jahren als Abgeordneter scharf kritisiert hatte – heute als Verteidigungsminister auf das Land singt, das Kalkül steckt, die Erhöhung der Rüstungsausgaben der NATO-Mitgliedstaaten zu unterstützen. Da zur Stärkung des Rüstungshaushalts auf Franckens Drängen hin ständig Kürzungen bei den sozialen Rechten der Arbeitnehmer und bei Ausgaben im kulturellen Bereich vorgenommen werden, reihen sich in allen Städten Belgiens Protestkundgebungen aneinander.

Francken hatte vor zwei Monaten mit einer großen Militärdelegation an der Internationalen Verteidigungsindustrie-Messe (IDEF) in Istanbul teilgenommen und war, nachdem er die Stärkung der türkischen Kriegsindustrie in den höchsten Tönen gelobt hatte, nach Ankara weitergereist, um im Anıtkabir vor Atatürks Mausoleum niederzuknien.

Während das besagte Treffen in Brüssel stattfand, wurden in der Türkei mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán 16 Abkommen zur Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, allen voran der Kriegsindustrie, unterzeichnet. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz im Dolmabahçe-Palast sagte Erdoğan: „Wir haben die Unterzeichnung verschiedener Dokumente vollzogen, die die vertragliche Grundlage unserer Beziehungen von der Luftfahrt bis zur Sicherheit, von der Technologie bis zu Kultur und Bildung stärken werden. In Anbetracht der sich ändernden Sicherheitsbedingungen in Europa bewerten wir Projekte, die unsere Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie auf ein noch höheres Niveau heben und auch eine gemeinsame Produktion vorsehen.“

Ein wichtiges Merkmal des neuen Abkommens zwischen der türkischen und der ungarischen Kriegsindustrie ist, dass Ungarn nicht nur Mitglied der Europäischen Union, sondern auch der Organisation der Turkstaaten ist, die von der Türkei angeführt wird.

Welchen Sinn ergibt es, dass neben islamisch geprägten Staaten wie der Türkei, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan, die verschiedene Dialekte der Turksprachen verwenden, auch Ungarn, das weder mit dem Türkischen noch mit dem Islam etwas zu tun hat, in dieser Union vertreten ist?

Laut Wikipedia-Statistiken besteht die Bevölkerung Ungarns von knapp 10 Millionen ethnisch zu 94 % aus Ungarn, 3 % Roma, 2 % Deutschen, 0,3 % Slowaken, 0,2 % Kroaten, und religiös zu 54 % aus Christen, 19 % Konfessionslosen, 0,1 % Juden, 0,1 % Buddhisten, während Türken oder Muslime nur eine Minderheit von 0,06 % bilden.

In meinem Artikel mit dem Titel „Von Gottes Geißel zur Geißel des Islams…“, der am 15. April 2021 in Artı Gerçek veröffentlicht wurde, hatte ich die Gründe dargelegt:

Die historische These, dass die ungarische Nation eine Blut- und Sprachverwandtschaft mit der türkischen Nation habe und das Ungarische wie das Türkische zur ural-altaischen Sprachgruppe gehöre, wird seit Jahrzehnten in akademischen Kreisen diskutiert. Mehr noch, der Hunnenkaiser Attila, der im 5. Jahrhundert Schrecken unter den europäischen Völkern verbreitete, wird von einem Teil der Ungarn, wie auch von der Gesamtheit der Türken, als einer ihrer wichtigsten Vorfahren betrachtet.

In der Liste der größten türkischen Führer, die uns während unserer Grund-, Mittel- und Oberschulbildung in der Türkei gelehrt wurden, war Attila neben Mete Han, Alp Arslan, Osman Bey, Fatih Sultan Mehmet, Kanuni Sultan Süleyman und Mustafa Kemal stets enthalten.

So sehr, dass im Jahr 1974, als Bülent Ecevit Ministerpräsident war, der Operation der türkischen Armee zur Besetzung Nordzyperns voller Stolz der Codename „Attila-Operation“ gegeben wurde.

Diese aufeinanderfolgenden Gespräche und Abkommen mit zwei EU-Mitgliedstaaten bilden, wie ich zu Beginn des Artikels erwähnte, eine neue Phase der rassisch referenzierten „Kızıl Elma“-Operation (Roter Apfel) der AKP-MHP-Regierung.

Erinnern wir uns… Ein Soldat, der an der „Operation Olivenzweig“ der türkischen Streitkräfte gegen die syrische Stadt Afrin im Jahr 2018 teilnahm, antwortete auf die Frage „Wohin geht es?“ mit „Zum Roten Apfel (Kızıl Elma)“. Genau in jenen Tagen erinnerte Präsident Recep Tayyip Erdoğan in einer Rede an die Worte dieses Soldaten und sagte: „Ja, wir haben einen Roten Apfel. Wir gehen auf dieses Ziel zu.“

Während darüber diskutiert wurde, was mit dem Roten Apfel gemeint sei, wurden in einem vom Kommunikationsdirektorat des Präsidenten anlässlich des Jahrestages des Sieges von Manzikert (Malazgirt) erstellten Clip verschiedene Kriegs- und Eroberungsszenen von der Schlacht bei Manzikert bis zur Eroberung Istanbuls und von dort bis in die osmanische Zeit nachgestellt. Auch Bilder der Sicherheitskräfte der heutigen Türkei fanden in dem Clip Platz, womit auf die Ereignisse vom 15. Juli 2016 und die Öffnung der Hagia Sophia zum Gottesdienst angespielt wurde.

In dem Clip war auch ein „Kızıl Elma-Marsch“ enthalten, in dem es hieß: „Wie Alparslan, der sich in Manzikert aufbäumte / Wie meine Vorfahren, die mit Siegen Geschichte schrieben / Wie unsere Ahnen, die Zeitalter schlossen und öffneten / Unser Ziel ist der Rote Apfel, vorwärts marsch“.

Das Europa, das die aktuelle Regierung meint, wenn sie zur Entspannung der Beziehungen gelegentlich sagt: „Wir sehen uns nicht anderswo, sondern in Europa, und stellen uns vor, unsere Zukunft gemeinsam mit Europa aufzubauen“, ist zweifellos nicht das Europa des EU-Besitzstandes, sondern das Europa, das die osmanischen Feldzüge – beginnend 1071 in Manzikert, 1453 mit Konstantinopel, gefolgt von der Eroberung osteuropäischer, nahöstlicher und nordafrikanischer Länder bis vor die Tore Wiens – unter völlige islamische Herrschaft bringen wollten.

Jenes Europa ist der „Rote Apfel“ der Türkisch-Islamisten im 21. Jahrhundert.

Die Hauptbedingung dafür, dass die „Kızıl Elma“-Feldzüge des Islam-Heerführers Erdoğan, die mit den Eroberungen im Irak, in Syrien, Libyen, Zypern, im östlichen Mittelmeer und zuletzt im Kaukasus transkontinentale Ausmaße angenommen haben, noch weitergehende Ziele erreichen können, ist zweifellos die immer stärkere Aufrüstung der türkischen Kriegsindustrie.

In diesem Punkt steht auch der künftige Regierungskandidat CHP den jetzigen Machthabern in nichts nach. Der für nationale Verteidigungspolitik zuständige stellvertretende Vorsitzende der CHP, Yankı Bağcıoğlu, wies in einer Erklärung am 2. September 2025 darauf hin, dass die türkische Verteidigungsindustrie als Produkt jahrzehntelanger Arbeit und Entschlossenheit zu einem globalen Akteur geworden sei, und sagte:

„Unsere von Baykar und TUSAŞ entwickelten UAVs/S-UAVs sind zu einer weltweiten Marke geworden und machten 2024 einen großen Teil unserer Rüstungsexporte im Wert von 7,1 Milliarden Dollar aus. Das unter der Führung von TUSAŞ entwickelte Kampfflugzeug KAAN absolvierte 2024 seinen Erstflug und beförderte die Türkei in den Kreis der wenigen Länder, die Kampfflugzeuge der fünften Generation herstellen können. Das MİLGEM-Projekt, das mit der Vision der verstorbenen Admirale Vural Bayazıt und Özden Örnek initiiert wurde, hat unsere Seestreitkräfte durch die Aufnahme nationaler Korvetten und Fregatten in das Inventar gestärkt. Das Projekt Stählerne Kuppel (Çelik Kubbe) wird unsere Luftverteidigung stärken, ist jedoch angesichts der Schritte der Länder in der Region in diese Richtung ein kritischer Schritt, der viel zu spät erfolgt ist. Auch wenn es spät kommt, werden der ALTAY-Panzer, die FIRTINA-Haubitzen und die elektronischen KORAL-Kampfführungssysteme die Effektivität unserer Landstreitkräfte im Feld erhöhen.“

„Die Aneignung oder Unterstützung der nationalen Verteidigungsindustrie darf nicht auf Parteipolitik reduziert werden; dieses Thema muss mit einer überparteilichen Perspektive behandelt werden. Die Sicherstellung der Kriegsbereitschaft der TSK gegen jede Art von Bedrohung ist eine Aufgabe, die der Exekutive gemäß Artikel 117 der Verfassung übertragen wurde. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist keine Gunst, sondern eine verfassungsrechtliche Verpflichtung.“

Vergessen wir nicht, dass auch der CHP-Vorsitzende Özgür Özel bei einem Besuch der Türkischen Luft- und Raumfahrtindustrie (TUSAŞ) am 25. Oktober 2024 sagte: „Dies ist eine Institution, die der Augapfel der Türkei ist. Ich war einer der Politiker, die die ersten Beiträge teilten, als Kaan flog, und ausdrückten, wie stolz wir auf diesen Ort sind. Alle Mitglieder der Republikanischen Volkspartei stehen hinter TUSAŞ und seinen Tochtergesellschaften, hinter TAI und allen durchgeführten Projekten.“

Zuletzt, am 27. November, als das Budget des Verteidigungsministeriums für 2026 in der Planungs- und Budgetkommission des Parlaments diskutiert wurde, ergriff der CHP-Abgeordnete für Ordu, Seyit Torun, das Wort und betonte, dass die Verteidigungsindustrie ein gemeinsamer Wert der Türkei sei:

„Unsere Verteidigungsindustrie ist seit der Gründung der Republik, insbesondere nach 1974, der Schweiß des türkischen Ingenieurs, Soldaten, Märtyrers und Veteranen. Niemand kann sagen ‚Alles hat mit uns begonnen‘. Wir waren ein Land, das Schiffe baute, noch bevor wir Farbfernseher hatten. In den 1980ern hatten wir die F-16-Montagelinie eingerichtet. Die ideelle Grundlage von MİLGEM reicht bis in die 1990er zurück, die Projektarbeiten für die TCG Anadolu begannen vor der AKP.“

Torun erinnerte daran, dass das Altay-Panzer-Projekt, eines der Vorzeigeprojekte der heutigen Regierung, eigentlich in den 1990ern entworfen, 2007 gestartet und 2012 als Prototyp produziert wurde, und fuhr fort:

„Was geschah dann? Bis heute hat die Serienproduktion immer noch nicht begonnen. Die Präferenzen der Regierung haben sowohl ein System verzögert, das das Inventar der TSK stärken würde, als auch dazu geführt, dass die Türkei Chancen auf dem globalen Panzermarkt verpasst hat. Heute haben Polen, Norwegen, Litauen, die Niederlande und Rumänien moderne Panzerkäufe abgeschlossen. Wir hingegen sind immer noch in der Phase des Prototyps; im Schaufenster steht ein Panzer, aber im Inventar ist keiner… Obwohl der Luftverteidigungszerstörer TF-2000 seit 30 Jahren auf der Tagesordnung steht, ist er immer noch nicht realisiert… Die vollständige Inbetriebnahme der Stählernen Kuppel wird mindestens 6–7 Jahre dauern… Angesichts der bestehenden Sicherheitsbedrohungen schaffen diese Verzögerungen ernsthafte Risiken.“

Im Gegensatz zu dieser Unterstützung der größten Oppositionspartei für die Stärkung der Kriegsindustrie wird in dem 222-seitigen Vorbehalt, den die DEM-Partei zum Haushaltsgesetzvorschlag 2026 einreichte, betont, dass der Haushalt keine Lösungen für die sich vertiefenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Türkei bietet. Es wird gewarnt, dass die Einhaltung des NATO-Beschlusses, die Verteidigungsausgaben auf 5 % des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, die türkische Wirtschaft weiter belasten werde und dass das Beharren auf einer sicherheitsorientierten Politik die regionale Friedensperspektive schwäche:

„Der Haushalt 2026 wurde in einer Zeit vorbereitet, in der sich die Bemühungen um eine demokratische und friedliche Lösung der kurdischen Frage intensivierten, jedoch unsensibel gegenüber diesen Entwicklungen. Dabei zwingen uns die Periode und die Bedingungen, in denen wir uns befinden, dazu, diese auswendig gelernten Muster aufzugeben. Die Haushaltspräferenzen für 2026 wurden so vorbereitet, als ob die außergewöhnlichen Bedingungen, die zuvor ständig als Begründung angeführt wurden, andauern würden, als ob seit dem 1. Oktober 2024 keine außergewöhnlichen Entwicklungen stattgefunden hätten und als ob der Aufruf zu Frieden und demokratischer Gesellschaft vom 27. Februar nicht erfolgt wäre.“

Die DEM-Partei hat mit dieser Warnung vollkommen recht… Diejenigen, die den Prozess einer „terrorfreien Türkei“ einleiten und die Schlacht von Manzikert 1071 als Beginn der türkisch-kurdischen Brüderlichkeit bezeichnen, sollten auch nicht vergessen, dass dieselbe Schlacht von Erdoğan und seinen Partnern an der Macht seit Jahren als Beginn des rassistisch-islamistischen „Kızıl Elma“-Feldzugs geheiligt wird.

12 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

„Omas gegen Rechts“ erstatten Anzeige wegen AfD-Plakat

von Fremdeninfo 12 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Dieter Priglmeir /Merkur

Wehren sich gegen Beleidigungen und Diffamierungen: Die Omas und Opas gegen Rechts diskutieren im AWO-Treff, wie sie mit der Situation umgehen. © Dieter Priglmeir

Die Gruppe fühlt sich durch ein Plakat am AfD-Stand diffamiert. Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigung und Verleumdung.

Erding – „Wir Omas sind weder für Messerstecher noch für Vergewaltiger.“ Maria Brand war auch Tage später noch völlig außer sich wegen eines Plakats, das am Samstag in der Erdinger Innenstadt am Stand der AfD zu sehen war. Auf 13 Zeilen waren die „Omas gegen Rechts“ (OgR) diffamiert worden – unter anderem als Befürworter von Krieg und Völkermord. Jetzt hat die Gruppierung bei der Polizei Strafanzeige gestellt.

Polizeioberrat Sebastian Pinta bestätigte die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Die Polizeiinspektion Erding prüfe derzeit, inwieweit die Inhalte des bekannten Plakats die Tatbestände der Beleidigung und der Verleumdung erfüllen. Die Staatsanwaltschaft Landshut sei eng eingebunden. Die Ermittlungen richteten sich derzeit noch gegen unbekannt.

Verlust von komplett jedem Anstand“

Für die OgR, die sich Anfang des Jahres als Erdinger Regionalgruppe gegründet haben, um sich gegen einen Rechtsruck der Gesellschaft zu wehren, ist die Lage klar: „Es sind Beleidigungen, es ist Rufmord gegen jeden, der sich in der Gruppe engagiert“, sagte Brand bei einem Treffen am Montagabend vor rund 40 Mitstreiterinnen und Mitstreitern, denn längst haben sich der Gruppierung auch Opas angeschlossen.

Sie machten eine Verrohung der Sitten aus. „Vor fünf Jahren, wenn so ein Plakat irgendwo bei einer politischen Partei gestanden hätte, hätte sich jeder umgedreht und gesagt: Mit so etwas will ich nichts zu tun haben“, sagte einer aus der Runde. Eine andere bezeichnete dies als typische AfD-Masche: „Mit völlig unglaubwürdigen Aussagen an die Öffentlichkeit zu treten, um irgendjemanden zu diffamieren und zu verleumden. Das sind für mich unlautere Mittel.“ Was dahinterstecke, sei kriminell und verfassungsfeindlich. „Das müssen wir aufzeigen. Dafür sind wir da.“

Etliche Mitglieder der Gruppe zeigten sich zutiefst getroffen: „Wir sind in unserer Würde und Ehre total angegriffen“ – „Das ist Verleumdung“ – „Das ist der Verlust von komplett jedem Anstand.“

Dabei hatten die Omas sogar versucht, die Sache noch am Samstag mit den Leuten am AfD-Stand zu klären, wie ein Mitglied erzählte. „Ich habe sie aufgefordert, das Plakat abzunehmen, aber das ging nicht, weil man mir so auf die Pelle gerückt ist. Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber wenn ein 1,80 Meter großer Mann mit einem spitzen Kugelschreiber auf mich zuko

Statt das Plakat abzunehmen, „haben die auch noch damit herumgewedelt“, berichtete sie.

12 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Migranten als anerkannte Minderheit: Ein Weg zu gleichen Rechten

von Cumali Yağmur 11 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Von:  Kemal  Tozoglu 

„Zu meinem Artikel: Eine Antwort von Kamil Tozoglu.“

Sehr geehrte(r)* Yağmur,

ich habe Ihren Text sorgfältig gelesen. Ich verstehe Ihren Gedanken, dass die Minderheiten in Europa sich um ein „einheitliches Minderheitenbewusstsein“ vereinen und einen neuen Minderheitenstatus schaffen sollten.

Auch wenn Migranten aus verschiedenen Ländern stammen und in unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen sind, führen sie ihr Leben in Europa fort. Die neuen Generationen können sich zusammenschließen und einen gemeinsamen Kampf führen, um die Rechte zu erlangen, die ihnen in den europäischen Gesellschaften, in denen sie leben, verwehrt bleiben. Da ihre Probleme gemeinsam sind, können sie auch eine gemeinsame Lösungsstrategie entwickeln. Dieser Zusammenschluss ermöglicht die Entstehung neuer Bewegungen und die Festlegung neuer Kampfmethoden im Sinne derselben Ziele.

Das Ziel dieser Migranten ist weder ein eigenes Territorium noch ein eigener Staat; sie fordern lediglich einen rechtlichen Minderheitenstatus unter gleichen Bedingungen. Da Deutschland bereits einige Gruppen (nationale Minderheiten) offiziell anerkennt, könnten auch Migranten mit einem ähnlichen Verständnis unter dem Dach einer „einzigen Minderheit“ definiert werden und diese Rechte erhalten.

Mit diesem Organisationsmodell kann im Sinne eines Verständnisses von gleicher Demokratie und aktuellen Minderheitenforderungen gehandelt werden. So kann sich der Inhalt der europäischen Demokratie durch die Akzeptanz der Migranten als Minderheit bereichern und weiterentwickeln. Durch ein Handeln im Geiste der Zivilgesellschaft kann die Gesellschaft neu gestaltet werden. Auch die noch nicht voll entwickelte bürgerliche Demokratie kann sich durch diesen Anlass und die Anerkennung von Minderheitenrechten in der neuen Ära weiterentwickeln.

Unter diesen Bedingungen kann die nicht-homogene Gesellschaftsstruktur geistig auf die Idee des Zusammenlebens vorbereitet werden. Solange Minderheiten jedoch keine gleichen demokratischen Rechte gewährt werden, sieht es so aus, als würden Migranten in der deutschen Gesellschaft auch in Zukunft ausgegrenzt und verachtet werden, wie es schon in der Vergangenheit der Fall war.

Gegen die Gefahr eines Rechtsrucks der Gesellschaft in Europa und Deutschland kann nur gemeinsam mit den Migranten ein umfassender Kampf geführt werden. Diese Einheit zu erreichen, wird jedoch nur möglich sein, wenn Migranten demokratische Rechte zu gleichen Bedingungen gewährt werden.

11 Dezember 2025 0 Kommentare
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Religion

Wir verurteilen die hässlichen Angriffe auf Gebäude islamischer Gemeinden aufs Schärfste

von Cumali Yağmur 11 Dezember 2025
von Cumali Yağmur
Von Cumali Yagmur 

41,4 % der Bevölkerung Hannovers besteht aus Migranten. Auch der Oberbürgermeister von Hannover ist türkischer Abstammung. An die Wände von Gebäuden islamischer Gemeinden wurden Parolen geschmiert: Der Staatsschutz ermittelt.

Unbekannte haben zwei islamische Einrichtungen in Hannover durch Schmierereien beschädigt. Die Polizei geht von einem politischen Hintergrund aus und hat Spezialkräfte eingeschaltet.

Menschen mit Migrationshintergrund, mit denen wir in Hannover gesprochen haben, forderten, dass die Täter dieses Vorfalls so schnell wie möglich gefasst und bestraft werden müssen.

Nach Angaben der Polizei haben unbekannte Täter am Dienstag die Wände zweier islamischer Einrichtungen in Hannover beschmiert. Betroffen sind eine religiöse Einrichtung im Stadtzentrum (Mitte) und ein Gebäude einer islamischen Gemeinde im Stadtteil Nordstadt.

Laut Polizei beziehen sich die Schmierereien auf die „aktuelle weltpolitische Lage und die israelischen Streitkräfte“. Derzeit führt der Staatsschutz die Ermittlungen. Die Beamten prüfen zudem einen möglichen Zusammenhang mit einem weiteren Farbanschlag auf ein Gebäude und einem beschädigten Fenster.

Moscheeverein fordert mehr Schutz

Recep Bilgen, Vorsitzender der Organisation Milli Görüş, der eine der angegriffenen Moscheen angehört, fordert mehr Schutz. Gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) sagte Bilgen: „Die gesamte Gesellschaft muss hier Haltung zeigen.“ Bilgen erwartet von den Sicherheitsbehörden eine stärkere Präsenz im Umfeld der Moscheen.

Als „Fremdeninfo“ haben wir in Hannover den Puls der Migranten gefühlt und mit ihnen gesprochen. Sie berichten, dass nationalistische und rassistische Angriffe gegen Migranten und ihre Gebetshäuser in den letzten Jahren zugenommen haben.

„Wir als in Hannover lebende Migranten haben bisher friedlich mit der deutschen Bevölkerung zusammengelebt und werden dies auch weiterhin tun“, sagen sie. „Die Angriffe auf die Moscheen in dieser Stadt, in der wir seit Jahren leben, verletzen und betrüben uns zutiefst.“

Tamer Karahan, Landesvorsitzender des türkisch-islamischen Verbandes DITIB, sieht in den Vorfällen mehr als nur Vandalismus. Im Gespräch mit der „HAZ“ betonte er: „Es handelt sich hierbei nicht um bloßen Vandalismus, sondern um einen Angriff auf die Religionsfreiheit.“ Die betroffene Einrichtung im Stadtzentrum (Mitte) gehört zur DITIB.

Missbrauch von Gotteshäusern

Auch der Antisemitismusbeauftragte von Niedersachsen, Gerhard Wegner, verurteilte die Schmierereien an den Moscheen in Hannover. Man müsse den betroffenen Gemeinden in einer solchen Situation beistehen. Wegner erklärte, dass Gotteshäuser nicht für politische Botschaften missbraucht werden dürften.

Solche Angriffe sind weder die ersten noch werden sie die letzten sein. Es ist notwendig, wachsam gegenüber solchen Angriffen zu sein und Solidarität mit den Migranten zu zeigen.

Man muss immer wieder betonen, dass diese Angriffe unser friedliches Zusammenleben mit der deutschen Gesellschaft niemals beeinträchtigen werden.

Die Polizei wird die Täter dieser Angriffe so schnell wie möglich fassen und der Justiz übergeben.

11 Dezember 2025 0 Kommentare
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Religion

UNO warnt vor Islamophobie – Österreich hält am Kopftuchverbot fest

von Fremdeninfo 11 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

 Von: D.Dgens.de

 

UNO warnt vor Islamophobie – Österreich hält am Kopftuchverbot fest

Nach Angaben von Exxpress äußert die UNO-Sonderberichterstatterin Ashwini K. P. deutliche Vorbehalte. Sie sehe „keine wesentlichen Belege“ für die Notwendigkeit des Verbots und warnt, der Schritt könne „islamophobische Einstellungen, Vorurteile und Stereotypen verstärken“. Exxpress berichtet zudem, sie halte das Vorhaben für einen möglichen Eingriff in Religionsfreiheit.

Die Expertin verwies laut Exxpress auch auf strukturelle Schwierigkeiten beim Umgang mit Diskriminierung, darunter Hinweise auf Racial Profiling, Benachteiligungen von Roma und Sinti sowie steigende antisemitische Vorfälle. Sie zeigt sich besorgt über einen „Aufschwung von rechtsgerichtetem Populismus und von Neonazi-Gruppen“, besonders in der FPÖ-geführten Steiermark.

Konflikte zwischen Religionsfreiheit und staatlichen Eingriffen sind in mehreren europäischen Ländern regelmäßig Gegenstand von Grundrechtsdebatten.

Erfahrungen aus Schulen

Tagesschau zitiert den Wiener Schulleiter Christian Klar, der von verstärktem Gruppendruck auf muslimische Mädchen berichtet. „Es gibt immer mehr Mädchen, die ab unserer ersten Klasse, der fünften Schulstufe, begonnen haben, das Kopftuch zu tragen“, sagte er. Nach Darstellung des Senders sprach er von familiären und schulischen Erwartungen, die Schülerinnen in ihrer Freiheit einschränken könnten.

Tagesschau berichtet außerdem, Klar schildere abwertende Grenzziehungen zwischen Mädchen mit und ohne Kopftuch. Seine Aussagen verdeutlichen, wie Fragen religiöser Praxis im Schulalltag auch soziale Spannungen auslösen.

Rückhalt und Einwände

Parallel dazu läuft der politische Entscheidungsprozess. Tagesschau berichtet, dass ÖVP, SPÖ, NEOS und FPÖ das Vorhaben im Bildungsausschuss unterstützten, während die Grünen verfassungsrechtliche Einwände äußerten.

Der Sender erinnert daran, dass der Verfassungsgerichtshof 2020 ein ähnliches Gesetz aufgehoben hatte. Bildungsminister Christoph Wiederkehr wurde mit den Worten zitiert: „Wir sind hier natürlich in einer Grundabwägung von Grundrechten“, und betonte, das Gesetz gelte nur bis zur Religionsmündigkeit mit 14 Jahren.

agesschau meldet auch Kritik aus muslimischen Organisationen. Fatma Akay-Türker warnte, Mädchen könnten „zwischen Politik und Community zerrieben“ werden.

Einordnung

Die Abstimmung fällt in eine Phase, in der Europa zunehmend darüber ringt, wie religiöse Symbole, Minderheitenrechte und Integrationspolitik austariert werden. Österreich steht damit nicht nur vor einer innenpolitischen Entscheidung, sondern inmitten einer breiteren rechtlichen und gesellschaftlichen Neuvermessung.

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Kultur

Songs of Unity – Resîtala Netewî: Eine symphonische Begegnung von Tradition und Moderne

von Fremdeninfo 10 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Das Songs of Unity – Resîtala Netewî Orchestra Project ist ein außergewöhnliches Bühnenprojekt, das das reiche Erbe der kurdischen Musik mit den vielfältigen Klangwelten internationaler Orchestertradition verbindet. Alle Arrangements wurden eigens für dieses Konzert neu entwickelt und mit höchster künstlerischer Sorgfalt gestaltet.

Im Zentrum des Orchesters treffen die erhabenen Klänge klassischer Streichinstrumente auf die jahrhundertealten Töne orientalischer Instrumente. Diese Begegnung entfaltet sich mal als faszinierender Dialog, mal als mitreißendes musikalisches Duell, das die Bühne zum Leben erweckt. Jede Musikerin und jeder Musiker ist ein Virtuose seines Fachs und bringt nicht nur technische Meisterschaft, sondern auch die tiefen kulturellen Wurzeln und emotionale Intensität der eigenen Tradition zum Publikum.

Dieses Projekt ist weit mehr als ein instrumentales Zusammenspiel – es ist ein vielstimmiger Chor unterschiedlicher Stimmen und Identitäten. Mehrere Solist*innen teilen sich die Bühne, jede und jeder mit ihrer eigenen Geschichte und Klangfarbe, die im Zusammenspiel des Orchesters eine neue Dimension erhält. Diese kollektive Energie erschafft ein großes musikalisches Mosaik und entführt das Publikum in eine magische Welt, in der viele Stimmen zu einer verschmelzen.

Das Projekt bewahrt bewusst den authentischen, ursprünglichen Charakter der kurdischen Musik und verwebt ihn zugleich mit einem modernen, westlich geprägten Musikverständnis. So erleben die Zuhörer*innen einerseits die zeitlosen Melodien Mesopotamiens und begeben sich andererseits auf eine Reise durch die universelle Sprache der Musik.

Die im Konzert präsentierten Werke spiegeln die Kultur, Geschichte und emotionale Vielfalt der kurdischen Regionen wider. Jedes Stück trägt Freude und Schmerz, Liebe und Sehnsucht, Hoffnung und Widerstand in sich. Diese Kompositionen sind mehr als Noten auf dem Papier – sie sind lebendiges kulturelles Gedächtnis und ein gemeinsamer emotionaler Raum, der auf der Bühne zum Leben erwacht.

An der Spitze des Orchesters steht Erdem Altinses, Dirigent und Musikalischer Leiter, der mehr als 35 Instrumente beherrscht und bei zahlreichen internationalen Projekten mitgewirkt hat. Mit diesem Projekt schafft er nicht nur ein Konzert, sondern ein musikalisches Manifest: Seine Vision ist es, kurdische Musik mit dem Reichtum moderner Orchestertradition zu vereinen und Vergangenheit und Zukunft auf einer Bühne zusammenzuführen.

Die künstlerische Leitung liegt bei Mehmet Akbaş, der mit seiner feinen künstlerischen Sensibilität die emotionale und konzeptionelle Ausrichtung des Projekts prägt. Die Produktion verantwortet Kerem Çelik, der die künstlerische und organisatorische Verwirklichung dieses außergewöhnlichen Konzepts ermöglicht hat. Die Koordination übernimmt Ali Güler, das Management liegt in den Händen von Evin Aksoy.

Songs of Unity – Resîtala Netewî ist mehr als ein Konzert – es ist ein unvergessliches Erlebnis, in dem Ost und West, individuelle Virtuosität und kollektive Harmonie, die Kraft einzelner Solist*innen und die Einheit des Orchesters, kulturelle Wurzeln und universelle Horizonte in einem einzigartigen musikalischen Schmelztiegel verschmelzen.

10 Dezember 2025 0 Kommentare
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AllgemeinFlüchtlinge

Das bedeuten die neuen Asylregeln für Deutschland und Europa

von Fremdeninfo 10 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Julia Naue / T-Online

Sichere Drittstaaten oder Rückkehrzentren: Die EU-Staaten haben sich auf strengere Asylregeln verständigt. Bei der konkreten Umsetzung gibt es jedoch noch erhebliche rechtliche und praktische Hürden.

Für Alexander Dobrindt war es gewiss ein guter Tag. Die EU-Staaten haben sich am Montag in Brüssel auf strengere Asylregelungen geeinigt. Der Bundesinnenminister (CSU) tritt seit Amtsantritt als Hardliner in der Migrationspolitik auf, hat eine „Migrationswende“ versprochen. Dass die EU-Innenminister sich nun auf eine Asylreform verständigt haben, nannte Dobrindt ein „europäisches Momentum einer neuen Migrationspolitik“.

Und dann konnte der CSU-Politiker am Abend noch einen weiteren Erfolg verkünden: Italien und Griechenland wollen dem Bundesinnenminister zufolge künftig wieder Asylbewerber aus Deutschland zurücknehmen. „Wir haben uns mit Griechenland und Italien darauf verständigt, dass sie Migranten wieder zurücknehmen, die über ihre Länder die Europäische Union betreten haben“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Was heißt all das für die deutsche Migrationspolitik? Und was sind die Knackpunkte der Beschlüsse, die das EU-Parlament noch final genehmigen muss? Zu klären gibt es einiges – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. t-online gibt einen Überblick zu den wichtigsten Fragen.

Sichere Drittstaaten

Der Beschluss: Künftig soll es leichter sein, Menschen in sogenannte sichere Drittstaaten außerhalb der EU zu überstellen. Bisher mussten Asylsuchende eine enge Verbindung zu einem solchen Drittstaat haben, etwa durch Familie oder einen längeren Aufenthalt, ein sogenanntes „Verbindungselement“. Künftig könnte für eine Abschiebung schon ein Abkommen zwischen einem Mitgliedstaat und diesem Staat genügen. Dadurch wäre es möglich, Asylverfahren auch in Länder zu verlagern, zu denen Betroffene keinerlei Bezug haben.

Die Knackpunkte: Der Migrationsexperte Gerald Knaus lobt die Einigung in diesem Punkt. Sie sei ein „vielleicht historischer Schritt“, sagte er dem ZDF. Damit könnten deutlich weniger Menschen in die EU kommen. Wenn das sogenannte Verbindungselement wegfalle, werde das vieles erleichtern, argumentiert er. Er sieht die Herausforderung nun darin, Länder zu finden, in denen die menschenrechtlichen Standards eingehalten werden.

Als Negativbeispiel wird hier oft der britische Ruanda-Deal angeführt. Das Migrationsabkommen sah vor, dass Asylsuchende, die irregulär nach Großbritannien eingereist sind, nach Ruanda ausgeflogen werden. Dort sollten sie ihr Asylverfahren durchlaufen – nicht in Großbritannien. Anerkannte Flüchtlinge hätten nicht nach Großbritannien zurück gedurft. Der britische Premier Keir Starmer stoppte die Pläne einen Tag nach Amtsantritt, zuvor gab es auch rechtliche Hürden für die Umsetzung.

Der Vergleich greift aber nur begrenzt. Bisher ist nicht festgelegt, dass anerkannte Schutzberechtigte zwangsweise in dem entsprechenden Drittstaat verbleiben müssten. Ohnehin müssen nun erst einmal entsprechende Abkommen mit Nicht-EU-Ländern geschlossen werden. „Nicht-EU-Länder können nur dann als sichere Herkunftsländer eingestuft werden, wenn sie hohe Sicherheitsstandards erfüllen“, so der Europäische Rat.

Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR mahnte die EU bereits im Sommer, dass „bei der Überstellung von Asylsuchenden in ein sicheres Drittland strenge Schutzvorkehrungen getroffen werden müssen“. Es ist davon auszugehen, dass gegen mögliche Drittstaaten-Modelle geklagt wird. Dabei dürfte auch die Einhaltung menschenrechtlicher Standards ganz genau überprüft werden. Die Herausforderung besteht also darin, rechtlich wasserdichte Abkommen mit Drittstaaten zu schließen. Italien hat bereits ein bilaterales Abkommen mit Albanien geschlossen, das aber rechtlich erfolgreich angefochten wurde.

Return Hubs

Der Beschluss: Die Einigung sieht vor, dass Rückführungszentren in Drittstaaten außerhalb der EU eingerichtet werden können. In solchen sogenannten Return Hubs sollen ausreisepflichtige Asylbewerber untergebracht werden, die nicht in ihre Herkunfts- oder Heimatländer zurückgebracht werden können. Hier geht es also um Menschen, die bereits einen negativen Asylbescheid in Europa erhalten haben.

Die Knackpunkte: An diesem Vorhaben gibt es viel Kritik. Die EU-Agentur für Grundrechte in Wien mahnte in der Vergangenheit „schwerwiegende Risiken für die Grundrechte“ beim Betrieb solcher Rückführungszentren an. Deshalb müssten „unabhängige und wirksame Mechanismen zur Überwachung der Menschenrechte“ in Abkommen mit Drittstaaten sichergestellt werden. Auch hier gibt es also wieder hohe Hürden, diese Abkommen rechtssicher zu machen.

Es müssen außerdem Länder gefunden werden, die überhaupt bereit sind, ausreisepflichtige Menschen aus der EU aufzunehmen. Entsprechende Abkommen können auch kippen, wenn es zu Regierungswechseln oder Krisen kommt. Außerdem muss vor Ort sichergestellt werden, dass die Vorgaben eingehalten werden. Als Land, das für solche Return Hubs infrage kommen könnte, wird von EU-Seite zum Beispiel Uganda genannt.

Nicht alle EU-Mitgliedsstaaten sind überzeugt von dem Konzept der Return Hubs. So zweifelte Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska daran, ob die Abschieberegelung mit internationalem und humanitärem Recht vereinbar sei. Auch die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel übt Kritik an den Plänen. Es sei völlig offen, wie es mit den Menschen dort weiterginge, sagte sie im Deutschlandfunk. Sie fragte, ob die Menschen dann in dem Land bleiben sollten oder ob man hoffe, dass ihre Herkunftsstaaten sie aufnehmen würden. „Alles sehr, sehr vage und völlig ungeklärt“, sagte sie.

Solidaritätsmechanismus

Der Beschluss: Im Rahmen des sogenannten Solidaritätsmechanismus haben sich die EU-Länder darauf verständigt, innerhalb der Europäischen Union im Jahr 2026 21.000 Schutzsuchende umzusiedeln. So sollen besonders unter Druck stehende EU-Staaten entlastet werden. Im Rahmen dieses Mechanismus sollen weniger belastete EU-Länder zudem 420 Millionen Euro bereitstellen, auch Sachleistungen können verrechnet werden. Deutschland nimmt unter dem Solidaritätsmechanismus nach Angaben der Bundesregierung keine zusätzlichen Asylbewerber auf.

Die Knackpunkte: Die Europäische Kommission stuft Zypern, Griechenland, Italien und Spanien als Staaten ein, die unter Migrationsdruck stehen – also die Länder an den EU-Außengrenzen. Diese Länder können von den Solidaritätsmaßnahmen des Solidaritätspools profitieren. Wer bisher besonders viele Schutzsuchende aufgenommen hat, kann sich seinen bisherigen Beitrag anrechnen lassen. Das gilt voraussichtlich für Deutschland, muss aber final noch bestätigt werden.

Begeistert sind von diesem neuen Mechanismus aber bei Weitem nicht alle EU-Länder. Ungarn zum Beispiel will sich daran nicht beteiligen. Der EU-Kommissar für Inneres, Magnus Brunner, bedauert das. Das System würde für alle Vorteile mit sich bringen, sagte der Österreicher im ZDF-„Morgenmagazin“. Es gehe um eine Balance zwischen Solidarität und Verantwortung. „Jeder, der teilnehmen will an der Europäischen Union, muss sich natürlich auch daran halten, selbstverständlich.“ Möglicherweise kann eine Verweigerungshaltung Strafzahlungen für Budapest bedeuten.

Unklar ist auch, wie sich die weiteren Länder verhalten werden, die nach den neuen Regeln wahrscheinlich Zuwanderer aus anderen EU-Staaten aufnehmen oder Zahlungen leisten müssten. Dazu zählen neben Ungarn Schweden, Portugal, Rumänien und Luxemburg.

Die SPD-Europaabgeordnete Sippel sieht auch den Solidaritätsmechanismus kritisch. „Ehrlich gesagt, ich wundere mich, worüber wir uns aufregen, wenn es um 21.000 Umsiedlungen geht“, sagte sie. Es handle sich um einen „Treppenwitz“.

Sichere Herkunftsländer

Der Beschluss: Es soll eine gemeinsame EU-Liste sicherer Herkunftsländer eingeführt werden. Darauf sollen die Länder Marokko, Tunesien und Ägypten, Kosovo, Kolumbien sowie Indien und Bangladesch gelistet werden. Grundsätzlich sollen auch Länder, die Kandidaten für einen EU-Beitritt sind, als sicher gelten. Dazu würden dann etwa Albanien, Montenegro oder die Türkei gehören. Prinzipiell soll auch bei diesen Ländern der Einzelfall geprüft werden. Das bedeutet, dass nicht automatisch abgeschoben wird. Stattdessen ist ein beschleunigtes Asylverfahren vorgesehen.

Die Knackpunkte: Die Liste soll EU-weit bindend sein. Generell gilt auch bei so einer pauschalen Liste, dass rechtlich strenge Anforderungen erfüllt sein müssen, damit ein Staat als sicher eingestuft werden kann. Viele EU-Staaten, auch Deutschland, haben eigene Listen und eigene Kriterien. Der Bundestag hat gerade erst beschlossen, dass Staaten

Verwendete Quellen:

  • ZDF-Interview mit Migrationsforscher Knaus: „Vielleicht historischer Schritt“
  • DLF-Interview mit Birgit Sippel: EU-Abgeordnete fürchtet Abschaffung des Asylrechts in Europa
  • ZDF-Interview mit Brunner: „Sind inmitten der größten Migrationswende“
  • Pressemitteilung des Europäischen Rats: Migration and asylum: Member states agree on solidarity pool (englisch)
  • Pressemitteilung des Europäischen Rats: Asylum policy: Council pushes ahead with EU laws on safe countries of origin and safe third countries (englisch)
  • Pressemitteilung des Eupoäischen Rats: Council clinches deal on EU law about returns of illegally staying third-country nationals (englisch)
  • Materialen der Nachrichtenagenturen

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10 Dezember 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Kanzler bei ARD-„Arena“: „Würde ich heute anders machen“ – Merz relativiert „Stadtbild“-Aussagen

von Fremdeninfo 10 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von Sdwest presse

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich selbstkritisch zur Art und Weise geäußert, wie er seine umstrittene Aussage zu Migration im „Stadtbild“ getätigt hat. „Ich hätte vielleicht früher sagen sollen, was ich konkret damit meine“, sagte Merz am Montagabend in der ARD-Sendung „Die Arena“. Er würde dies „heute anders machen“. Merz betonte dabei, dass Deutschland Migration und Einwanderung brauche und auch wolle.

Merz hatte mit Äußerungen zu einer nach seiner Auffassung problematischen Auswirkung von Migration auf das „Stadtbild“ im Oktober eine kontroverse Debatte ausgelöst. Ihm wurden daraufhin unter anderem Diskriminierung und Rassismus vorgeworfen.

„Wer guten Willens war, wusste, was ich meinte“

„Ich glaube, jeder, der guten Willens war, wusste, was ich damit meinte“, sagte Merz in der ARD-Sendung auf Zuschauerfragen zu dem Thema. Er bekräftigte dabei, er sehe weiter Probleme mit Migranten, die sich etwa in Schwimmbädern oder Bahnhöfen nicht an die Regeln hielten. Solche Dinge müssten „aufhören“, betonte der CDU-Chef. „Diejenigen, die in unserem Land leben wollen, müssen sich an die Regeln halten. Und wenn sie es nicht tun, müssen sie gehen.“

Dies sei aber nur einer von zwei Teilen der Antwort, betonte Merz. „Unser Land muss ein offenes Land bleiben für Einwanderung derer, die hier arbeiten wollen, die hier leben wollen und die sich in Deutschland integrieren wollen.“

Deutschland brauche Einwanderung auch, um den Fachkräftemangel etwa in der Pflege bewältigen, sagte Merz weiter. Er sehe das etwa im Pflegeheim seiner Eltern: „Ohne diejenigen, die aus anderen Ländern kommen, geht es einfach nicht mehr.“ Dies gelte auch für andere Berufe. „Diese Differenzierung, die würde ich gerne stärker betonen.“

„Reform aus einem Guss“ bei der Rente

Auch zur Diskussion über die Rente äußerte sich Merz bei der ARD-„Arena“. Er könne einer Koppelung des Renteneintrittsalters an die Zahl der Beitragsjahre etwas abgewinnen. „Das ist durchaus erwägenswert“. Er wolle aber den Ergebnissen einer Gesamtreform der Alterssicherung nicht vorgreifen und nicht über einzelne Punkte diskutieren. „Ich möchte, dass wir eine Reform aus einem Guss machen. Und da könnte das Thema eine Rolle

Der Wirtschaftsprofessor Jens Südekum hatte sich dafür ausgesprochen, den Renteneintritt nicht mehr an das Alter, sondern an die Zahl von Beitragsjahren zu knüpfen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sagte dazu im ARD-„Bericht aus Berlin“: „Ich finde die Idee grundsätzlich ganz gut.“

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) lehnte den Vorschlag ab. „Der von Bas unterstützte Vorschlag eines einzelnen Beraters ist eine Neuauflage der „Rente mit 63“ unter einer neuen Überschrift. Dieses war falsch, bleibt falsch – und wird auch zukünftig unter einer neuen Überschrift falsch“, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter mit Blick auf die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren

10 Dezember 2025 0 Kommentare
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Kultur

Stücke aus der Landschaft und Para Şêr

von Fremdeninfo 9 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Der Autor İskan Tolun legte alle laufenden Projekte auf Eis, um seine ganze Energie dem kurdischen Jugendroman Para Şêr zu widmen. Der Verlag zeigt sich entschlossen, der wachsenden Nachfrage junger Leser nicht gleichgültig zu bleiben. Und nun ist er da – der mit Spannung erwartete, historische und poetische Jugendroman Para Şêr:

Xalê Sado êdî hertim, di ber xwe de, bi kêf û coş digot:
“Şikir ji xwedê re, zarokên min dixwînin.
Wê bivin efendî û pêşîya xwe baş bivînin.
Ahmo laîke bive doktor û Çelo jî bive ébûqat.
Ez ê hingê ji wan re bikrim du dest cilê bi qerewat.”
Lê, ji kêfa re hertim, hêstir diketin çavê wî û girînê wî dihat.
“Tu kurmacîya xwe ji bîra nekî, eger baş nizanî, divê zêdekî…” (CEGERXWÎN)

Das in jüngster Zeit rasant wachsende Interesse an Kinder- und Jugendliteratur veranlasst Verlage dazu, ihre Publikationspolitik zu überdenken. Dieser Aufschwung macht sich nicht nur in türkischen Veröffentlichungen bemerkbar, sondern manifestiert sich auch deutlich in der kurdischen Literatur. Verlage, die die Bedürfnisse der Leserschaft genau verfolgen, unternehmen neue Schritte, um die Lücke in diesem Bereich zu schließen.

In diesem Rahmen fror der Autor İskan Tolun sämtliche Projekte ein, an denen er arbeitete, um seinen Fokus gänzlich auf den kurdischen Jugendroman Para Şêr zu richten. Diese Entscheidung Toluns wird nicht nur als persönliche Präferenz gewertet, sondern als ein sensibler Ansatz für die sprachlichen und literarischen Bedürfnisse junger Leser. Während Para Şêr unmittelbar nach Erscheinen seinen Platz in den Regalen einnahm, betonen Branchenvertreter, dass solche Werke sowohl zur sprachlichen Vielfalt als auch zum kulturellen Gedächtnis einen bedeutenden Beitrag leisten. Der Verlag erklärte zudem, dass der Aufschwung in der Kinder- und Jugendliteratur zu stark sei, um ignoriert zu werden, und man daher ähnlichen Arbeiten weiterhin Raum geben werde.

Aus editorischer Sicht ist Para Şêr nicht bloß ein Roman, sondern ein strategischer und mutiger Schritt, um die kurdische Literatur an junge Generationen heranzutragen. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass dieser Schritt sowohl die Leserschaft erweitern als auch die sprachliche Produktion fördern wird.

Und hier das Bulletin zum türkischen Buch Manzaradan Parçalar:

Je mehr ein Werk den Geist des Menschlichen atmet, je mehr es die Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens zur Sprache bringt und je inniger es mit der Natur verbunden ist, desto erfolgreicher ist es. Dies lässt sich in jedem Werk unseres Autors beobachten. Die Souveränität der Kunst ist durch ihre eigenen Linien begrenzt und bedeutet nicht zwangsläufig, die Natur und den Menschen bloß abzubilden. Ein Künstler ist dann ein guter Künstler, wenn es ihm gelingt, sich selbst einzubringen und eine Lebensauffassung oder eine Denkweise unverzerrt, so wie sie aus seinem Inneren strömt, in das Werk zu übertragen. In der Tat sind die fließenden, poetischen Bücher und Romane unseres Autors der deutlichste Beweis für seine unbestreitbare Künstlerpersönlichkeit.

Ja, unser als moderner Dengbêj (Barde) bekannter Meisterautor İskan Tolun bearbeitet diesmal die Zusammenfassungen von Büchern, die er aus seiner privaten Bibliothek ausgewählt und mit Genuss gelesen hat, mit seiner ganz eigenen, originellen Interpretation – sorgfältig und liebevoll. Neben einigen Erinnerungen präsentiert er seinen geschätzten Lesern auch Anekdoten, die er bemerkenswert findet.

„Ein guter Leser entdeckt in den Schriften eines anderen oft mehr Vollkommenheit, als der Autor selbst hineingelegt hat.“ (Montaigne)

Investigativer Journalist und Autor Mimar Kaya

9 Dezember 2025 0 Kommentare
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