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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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AllgemeinFlüchtlinge

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4 Juni 2026 0 Kommentare
Allgemein

Einwohnerzahl in Deutschland schrumpft: Geburtendefizit größer als Zuwanderung

von Cumali Yağmur 29 Januar 2026
von Cumali Yağmur

Artikel von AFP

Die Einwohnerzahl in Deutschland ist im vergangenen Jahr als Folge deutlich zurückgehender Zuwanderungszahlen um etwa 100.000 Menschen gesunken. Damit lebten zum Jahresende rund 83,5 Millionen Menschen in Deutschland, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Es war der erste Bevölkerungsrückgang seit dem Jahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie. Zwischen 2011 und 2024 war die Bevölkerung mit Ausnahme des Jahres 2020 als Folge von Einwanderung gewachsen.

Grund für den Rückgang ist eine schrumpfende Nettozuwanderung, so die Statistiker. Für 2025 sei davon auszugehen, dass etwa 220.000 bis 260.000 Menschen mehr eingewandert als ausgewandert sind – das seien mindestens 40 Prozent weniger als im Jahr 2024, als 430.000 Menschen mehr eingewandert sind als wegzogen.

Damit konnte das Einwanderungsplus vergangenes Jahr nicht mehr das Geburtendefizit ausgleichen. Die Zahl der Gestorbenen lag wie in allen Jahren seit der deutschen Vereinigung 1990 auch im vergangenen Jahr höher als die Zahl der Geburten. Gestorben seien gut eine Million Menschen, so die Statistiker. Geboren wurden zwischen 640.000 und 660.000.

Während die Zahl der Gestorbenen stabil blieb, sank die Zahl der Geborenen. Damit wuchs das Geburtendefizit weiter: Es liegt seit dem Jahr 2022 bei über 300.000 Menschen, in den 2010er Jahren lag es nur bei etwa 170.000 Menschen.

ran/pw

29 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Der Krieg nimmt entweder die Kinder oder ihre Kindheit

von Fremdeninfo 28 Januar 2026
von Fremdeninfo

Von Zeynep Hayir

Der Krieg legt sich mit aller Gewalt über die Sonne, das Licht und das Leben. Zurück bleibt nur die Nacht.

Krieg ist Tod. Er ist Grausamkeit. Für Kinder ist dies nicht nur ein Moment, in dem die Waffen sprechen. Es ist ein Entrissenwerden aus dem Leben selbst. Sie werden aus ihren Häusern, ihren Straßen, ihren Spielen gerissen. Manche sterben direkt. Manche überleben, doch ihre Kindheit endet dort. Der Krieg nimmt entweder die Kinder oder ihre Kindheit.

Für Frauen bedeutet Krieg, die Last des Überlebens allein zu tragen. Das Bemühen, die Kinder zu schützen, Armut, Ungewissheit und ständige Angst verflechten sich. Dort, wo Männer sterben, verschwinden oder an der Front sind, versuchen Frauen, sowohl ihr eigenes Leben als auch das ihrer Kinder aufrechtzuerhalten. Der Krieg hinterlässt auf den Schultern der Frauen eine unsichtbare, aber schwere Last.

Deshalb ist Krieg nicht nur eine militärische Angelegenheit. Er ist zugleich eine tiefe humanitäre Krise. Diese Krise bleibt nicht innerhalb der Grenzen. Sie schwappt in andere Regionen über. Die Flucht beginnt.

Aus Afghanistan, Syrien, Palästina und anderen Regionen, in denen der Krieg zur Beständigkeit geworden ist, machen sich Kinder auf den Weg, um zu überleben. Ein Teil von ihnen mit ihren Familien. Ein Teil ist schon vor dem Aufbruch ohne Eltern. Der Weg vertieft diese Einsamkeit.

Berge werden überquert. Grenzen werden passiert. Das Meer wird erreicht. Es gibt Schlauchboote. Überladen. Die lautlos vollaufen. Doch es sind nicht die Boote, die lautlos vollaufen. Es ist die Menschlichkeit, die dort stirbt. Es gab Tausende von Menschen, deren Grab die Wellen wurden… unter ihnen waren auch Kinder…

Kinder, die Europa erreichen können, kommen an, indem sie die Last derer tragen, die es nicht geschafft haben. Man erzählt ihnen von einem Hafen. Man erzählt ihnen von Sicherheit. Von Recht. Von Kinderrechten. Doch diese Versprechen bleiben in der Praxis oft unerfüllt.

Die Statistiken über vermisste Kinder, über die man heute in Europa spricht, sind genau das Ergebnis dieser Zerstörung.

In ganz Europa, einschließlich Deutschland, wurde durch offizielle Daten und unabhängige Untersuchungen belegt, dass jedes Jahr Hunderte von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten als vermisst registriert werden. Diese Kinder verlassen nach der Asylantragstellung die Unterkünfte, Jugendhilfeeinrichtungen oder Erstaufnahmelager und tauchen in den offiziellen Registern nicht mehr auf.

Dieses Bild, das sich auf den ersten Blick in Hunderten ausdrückt, summiert sich über die Jahre. Wenn man die Daten von europäischen Institutionen, investigativen Journalistennetzwerken und Menschenrechtsorganisationen zusammenführt, zeigt sich, dass seit 2015 in ganz Europa – Deutschland eingeschlossen – die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, die nach ihrer Registrierung unauffindbar sind, bei mindestens siebzigtausend liegt. Nach vorsichtigen Schätzungen nähert sich diese Zahl achtzigtausend an. Experten weisen darauf hin, dass diese Zahlen nur die gemeldeten Fälle umfassen.

Dieses Verschwinden ist nicht auf ein einzelnes Land beschränkt. Deutschland tritt in dieser Statistik hervor, da es eines der Länder ist, in denen die meisten unbegleiteten Kinder zum ersten Mal registriert werden. Ähnliche Vermisstenmeldungen gibt es jedoch auch in Ländern wie Frankreich, Österreich, Italien, den Niederlanden, Belgien und Griechenland. Besonders in den Phasen des Transits und der Erstaufnahme ist zu beobachten, dass Kinder ohne Eltern aus dem System ausscheiden und ihre Spuren sich verlieren.

Die Statistiken zeigen, dass die verschwundenen Kinder überwiegend aus Afghanistan und Syrien stammen. Lang andauernde Kriege, das Auseinanderbrechen von Familien und die Tatsache, dass Kinder bereits vor der Flucht ihre Eltern verloren haben, gehören zu den Hauptfaktoren für dieses Bild. Konflikt- und Unterdrückungsgebiete wie Palästina, Irak, Eritrea, Somalia und Sudan bilden den Hintergrund, der an die Beständigkeit dieser Krise erinnert.

Doch das eigentliche Problem ist nicht nur die Höhe der Zahlen. Das eigentliche Problem ist, dass die Frage, wie diese Kinder verschwinden konnten, immer noch unbeantwortet bleibt.

Es ist nicht bekannt, ob sie aus eigenem Antrieb gingen, dazu gezwungen wurden oder von Dritten weggebracht wurden. In den offiziellen Unterlagen gibt es auf den Großteil dieser Fragen keine klaren Antworten. In den meisten Fällen konnte nicht festgestellt werden, ob die Kinder die Lager aus freiem Willen verließen oder ob sie von Außenstehenden aus dem System herausgeschleust wurden.

Hier gibt es einen grundlegenden Widerspruch. Es handelt sich um elternlose und minderjährige Kinder. Rechtlich gesehen sind sie nicht befugt, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Faktisch befinden sie sich in einer fremden Geografie, in einer Sprache, die sie nicht beherrschen, und ohne jegliche sozialen Netzwerke. Zudem wurden diese Kinder während des Asylverfahrens dem Schutz des Staates und der offiziellen Institutionen anvertraut.

Unter diesen Bedingungen sind Erklärungen wie „Sie sind aus eigenem Wunsch gegangen“ nicht überzeugend. Wie, durch wen und mit welchen Mechanismen können elternlose Minderjährige in einem ihnen fremden Land aus diesen Einrichtungen herausgebracht werden? Auf diese Frage gibt es in den offiziellen Aufzeichnungen keine klaren, konsistenten und überprüfbaren Antworten.

Die bisher veröffentlichten Berichte begnügen sich damit, auf die Risiken hinzuweisen. Es lässt sich jedoch kaum sagen, dass es zufriedenstellende und transparente offizielle Bemühungen gibt, wie diese Risiken beseitigt wurden, wie das Schicksal der Kinder verfolgt wurde und wer die Verantwortung trägt. Die Akten bleiben oft offen. Die Ergebnislosigkeit normalisiert sich mit der Zeit. Dies zeigt, dass das Problem nicht ein Einzelfall, sondern strukturell bedingt ist.

Dieses Bild ist keine Erzählung der Vergangenheit. Heute verlieren in Rojava Kinder unter schweren Winterbedingungen ihr Leben. In Palästina dauert der Krieg immer noch an. Kinder sterben immer noch. Häuser werden immer noch zerstört. Wie überall, wo Krieg herrscht, zahlen auch hier wieder die Kinder den Preis.

Die in Europa als vermisst registrierten Kinder, diejenigen, deren Grab auf den Fluchtwegen das Wasser wurde, und jene, die heute in den Kriegsgebieten ums Überleben kämpfen, sind Teil derselben Geschichte. Deshalb ist unser Anliegen kein emotionales Narrativ. Unser Anliegen ist es, die Zahl der verschwundenen Kinder sichtbar zu machen, sowie die Frage, wie dieses Verschwinden möglich ist und warum es immer noch nicht aufgeklärt werden kann.

Denn jedes verschwundene Kind ist nicht nur eine Statistik. Es ist das Zeugnis einer nicht erfüllten Verantwortung.

 

 

Interview mit Salih Müslim: Die aktuelle Lage in Kobanê

In Kobanê, das an drei Seiten von der syrischen Armee und an einer Seite von der Türkei umschlossen ist, ist die Zahl der Kinder, die erfroren sind, unbekannt.“

In dem jüngsten Interview von Erkam Tufan mit Salih Müslim wurden folgende Kernpunkte hervorgehoben:

Kobanê steht derzeit unter einer vollständigen Belagerung. Infolge massiver Fluchtbewegungen ist die Einwohnerzahl der Stadt von 100.000 auf 450.000 angestiegen. Aufgrund der harten Winterbedingungen ist die Zahl der Kinder, die erfroren sind, leider auf fünf gestiegen. In der Stadt wurden Wasser und Strom abgestellt, und die Internetverbindung ist vollständig unterbrochen.

Die Krankenhäuser sind überfüllt, doch aufgrund des Mangels an Diesel und Strom können keine medizinischen Eingriffe vorgenommen werden. Kobanê ist von drei Seiten umzingelt, während die vierte Seite an die türkische Grenze grenzt. In der Region, in der die Dörfer evakuiert wurden, leidet die Bevölkerung unter schwerem Nahrungsmangel; insbesondere bei Babynahrung, Medikamenten und grundlegenden humanitären Hilfsgütern herrscht ein massiver Mangel.

Trotz der Ausrufung eines Waffenstillstands setzen HTS-Milizen den Beschuss der Stadt aus der Ferne fort. Die Vereinten Nationen, lokale Behörden und Barzani versuchen, Kontakt mit der Regierung in Damaskus aufzunehmen, um humanitäre Hilfe nach Kobanê zu ermöglichen.

Während die Bevölkerung von Kobanê versucht, mit ihren begrenzten Mitteln Widerstand zu leisten, wird berichtet, dass die HTS einen vorbereiteten und geplanten Angriff führt, auf den die kurdischen Kräfte nicht vollständig vorbereitet waren. Aus diesem Grund wurde angegeben, dass eine Strategie des taktischen Rückzugs verfolgt wird, um die Kräfte neu zu sammeln.

Salih Müslim behauptet, dass sämtliche Waffen und die Munition im Besitz der HTS von der Türkei geliefert wurden. Laut Müslim sei das

28 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Holocaust Gedenktag: Türkische Gemeinde fordert gemeinsames Handeln gegen Antisemitismus und Rassismus

von Cumali Yağmur 28 Januar 2026
von Cumali Yağmur

 

Von: TGD Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.

Holocaust Gedenktag: Türkische Gemeinde fordert gemeinsames Handeln gegen Antisemitismus und Rassismus (Pressemitteilung vom 27. Januar 2026)

Zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus appelliert die Türkische Gemeinde in Deutschland an die Solidarität von Minderheiten untereinander im Kampf gegen den erstarkenden Rechtsextremismus in Deutschland.

„Der 27. Januar erinnert mich daran, dass ich als Türke in Deutschland jüdische Menschen und jüdisches Leben besonders schützen muss, so wie Ignatz Bubis es in den 1990ern gegenüber unseren Leuten getan hat“, sagt Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland. „Das gilt für jede Minderheit. Die Nazis haben vor allem Jüdinnen*Juden deportiert und getötet, aber u.a. auch Sinti* und Roma*, Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten sowie als ‚asozial’ stigmatisierte Personen. Als Teil einer Minderheit werde ich nicht müde, zu wiederholen, dass der Kampf um Freiheiten und Rechte der einen Gruppe gleichzeitig der Kampf der anderen Gruppen ist. Rechtsextremisten machen keinen Unterschied, sie hassen Goldstein genauso wie Yılmaz. Wir müssen Antisemitismus und Rassismus gemeinsam bekämpfen.“

Mit Blick auf die Umfrageergebnisse vor den Landtagswahlen ergänzt Gökay Sofuoğlu: „Wenn ich mir die Umfragen zu den Landtagswahlen in diesem Jahr angucke, dann fasst der Ausdruck, ‚Geschichte wiederholt sich‘, die Bedrohungen zusammen, denen wir ausgesetzt sind und mehr denn je ausgesetzt sein werden. Wir müssen uns gemeinsam wehren, zu unserem Schutz und zum Schutz unserer Demokratie, so wie unsere Mitgliedsorganisation, die Ülkümen-Sarfati Gesellschaft, die sich für die Freundschaft zwischen unseren Gemeinden engagiert und auf deren Engagement ich heute aufmerksam machen möchte.“

Veranstaltungshinweis:

Der Türkisch-Jüdische Freundschaftsverein, Ülkümen-Sarfati Gesellschaft e.V., (Mitglied der Türkischen Gemeinde in Deutschland), veranstaltet am 17. März ab 19.00 eine Lesung mit dem Titel „Deutschland: Heimat, Exil, Zukunft?“ im Pears Jüdischen Campus in Berlin. Mihail Groys, ukrainischer Jude, der in den 90er Jahren nach Deutschland kam, wird aus seinem Buch „Meine deutsche Geschichte: Wie ich als ukrainischer Jude meine neue Heimat sehe“ vorlesen. Sprechen werden außerdem Rabbiner Yehuda Teichtal und Moritz Heuberger als Mitglied des Deutschen Bundestages. 

Kaan Bağcı

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 015206862206

Obentrautstraße 72, 10963 Berlin

www.tgd.de

Die Türkische Gemeinde in Deutschland e.V. ist beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter der VR-Nr. 15866 B eingetragen und vom Finanzamt für Körperschaften I in Berlin als gemeinnützig anerkannt. Bundesvorsitzende i. S. d. § 26 BGB: Gökay Sofuoğlu, Mehtap Çağlar.

28 Januar 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Die kurdische Bewegung in Europa und Solidaritätsaktionen mit Syrien

von Cumali Yağmur 28 Januar 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yagmur

Die kurdische Bewegung in Europa verurteilte die Angriffe von Ahmet el-Saren und den mit ihm verbundenen Milizgruppen auf Kurden in Syrien mit Protesten, an denen breite Massen in ganz Europa teilnahmen. Selbst an den kältesten Tagen Europas bewies die kurdische Bewegung durch kontinuierliche Protestaktionen auf den Straßen und Plätzen eine beispielhafte Haltung.

Neben den in Europa lebenden Kurden gingen auch andere Migranten aus dem Nahen Osten gemeinsam mit den Kurden auf die Plätze, um gegen dschihadistische Gruppen in Syrien zu protestieren. Demokratische, linke und revolutionäre Kreise in Europa, insbesondere in Deutschland, zeigten ein starkes Beispiel an Solidarität mit den Kurden.

Die kurdische Bewegung verschaffte sich Gehör, indem sie in Europa quasi einen Widerstand aus dem „Hinterland“ leistete. Abgesehen von einigen Einzelfällen wurden die Aktionen gewaltfrei und im Rahmen der demokratischen Erfordernisse durchgeführt. Während in allen Städten Europas der Druck auf die Kurden in Syrien verurteilt wurde, wurden die Errungenschaften der Kurden in Syrien verteidigt und die europäische Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisiert.

Kurden aus den vier Teilen Kurdistans (Iran, Irak, Türkei und Syrien) organisierten unter der Führung der kurdischen Bewegung in Europa gemeinsame Protestaktionen. Diese Solidarität der Kurden untereinander diente auch demokratischen, sozialistischen und revolutionären Kreisen in Europa als Vorbild. Während der Märsche machten sich europäische und deutsche Demokraten die kurdische Frage zu eigen, als wäre es ihr eigenes Anliegen. Es ist bereits absehbar, dass dieses Beispiel der Solidarität auch in Zukunft Bestand haben wird.

Bei den Aktionen in Europa wurde gleichzeitig der Widerstand des iranischen Volkes thematisiert. Die Gewalt des Mullah-Regimes im Iran gegen die Opposition und die Unterdrückung, die zum Tod von 12.000 Menschen führte, wurden verurteilt. Kurden und Iraner, die Solidarität bekundeten, protestierten bei den Märschen gegen die repressiven Regime in beiden Regionen.

Die Bombardierung kurdischer Gebiete in Syrien durch die Türkei zusammen mit Hai’at Tahrir asch-Scham (HTS) sowie die Waffenlieferungen und jegliche Unterstützung für diese Gruppen wurden scharf kritisiert. Dass die AKP-MHP-Regierung in der Türkei Allianzen mit dschihadistischen Gruppen eingeht, um die organisierten Kräfte der Kurden in Syrien, die SDF und YPG, zu zerschlagen, wurde verurteilt.

Die Unterdrückung der Kurden in den vier Teilen Kurdistans wurde sowohl bei den Märschen als auch in Saalveranstaltungen zur Sprache gebracht. Die Gräueltaten der Dschihadisten an Frauen, Aleviten und Drusen in Syrien wurden von den Kurden angeprangert und verdammt.

Die kurdische Bewegung in Europa setzt ihren Kampf in einer Weise fort, die ihrer Geschichte und ihrer Mission als „Hinterland“ gerecht wird. Auch in Zukunft wird jede notwendige Hilfe mobilisiert, um die Bedürfnisse der Kurden in Syrien zu decken und sie zu unterstützen.

Kurden, die nach Europa kommen, identifizieren sich mit der kurdischen Bewegung und setzen sich für ihre Belange ein. Kurden aus allen vier Teilen verstehen einander viel besser und kämpfen gemeinsam. Dieses Beispiel der Solidarität wird sich in Zukunft weiter verstärken. Die grundlegende Strategie der Kurden besteht darin, im Bewusstsein ihrer dauerhaften Präsenz in Europa und Deutschland ihren Kampf einerseits im Rahmen der ihnen von Europa gewährten demokratischen Rechte fortzusetzen und andererseits ihre gesellschaftlichen Aufgaben zu erfüllen.

Solange sich dieser Geist der Solidarität mit allen demokratischen, sozialistischen und revolutionären Kräften vereint, wird er seinen Platz unter dem Banner der Freiheit behaupten.

28 Januar 2026 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Asylbewerber nach Angriff auf Sozialarbeiter abgeschoben

von Fremdeninfo 28 Januar 2026
von Fremdeninfo

 Artikel von dpa

Nachdem er zwei Flüchtlingshelfer schwer verletzt haben soll, ist ein 34-jähriger Mann nach Georgien abgeschoben worden. Ein Asylantrag des Mannes sei abgelehnt worden und er damit seit 24. Januar 2026 vollziehbar ausreisepflichtig gewesen, teilte das Justizministerium mit.

Der Mann mit georgischer Staatsbürgerschaft soll vor etwa einer Woche in Schmalkalden Ermittlungen zufolge zwei Sozialarbeiter der Diakonie angegriffen haben. Die beiden Flüchtlingshelfer hatten Ministeriumsangaben nach den Mann, seine Ehefrau und deren zwei minderjährige Kinder zur Grundschule begleitet. Dort sollte eines der Kinder laut Ministeriumssprecher angemeldet werden.

Flüchtlingshelfer mussten ins Krankenhaus

Nach dem Termin soll der Mann die beiden Flüchtlingshelfer so schwer verletzt haben, dass diese ins Krankenhaus mussten. Rechtskräftig verurteilt wurde der Mann in der Sache nicht. Der Mann sei kurz darauf getrennt von der Frau und den Kindern untergebracht worden. In besonders gelagerten Fällen seien solche Familientrennungen zulässig, so der Ministeriumssprecher. Von dem Mann sei eine Gefahr für öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgegangen.

Wer Menschen angreift, die helfen, greift unsere Gesellschaft an. Das tolerieren wir nicht», sagte Justiz- und Migrationsministerin Beate Meißner (CDU) zu dem Fall. «Unser Asylsystem ist human, aber nicht naiv. Die klare Botschaft: unsere Gesetze gelten für jeden und Straftäter ohne Aufenthaltsrecht werden abgeschoben.»

Landrätin: Schneller in sichere Herkunftsländer abschieben

Die Landrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser (parteilos), forderte im Kontext des Falls, dass Asylverfahren von Personen aus Herkunftsländern, die mittlerweile als sicher eingestuft werden, noch schneller abgeschlossen und weitere Abschiebungen zügig umgesetzt werden müssten.

Die Bundesregierung hatte mit Georgien 2023 ein Migrationsabkommen unterzeichnet, gleichzeitige wurde das Land am Schwarzen Meer als sicheres Herkunftsland eingestuft

28 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Deutschland muss Kurdinnen und Kurden in Syrien schützen sowie die Gefahr des IS erkennen und ernst nehmen

von Fremdeninfo 28 Januar 2026
von Fremdeninfo

Rückfragen bitte an:

Dr. h. c. Herbert Schmalstieg
Oberbürgermeister der LH Hannover a. D., Vorsitzender des Beirats der KGD

Kurdische Gemeinde Deutschland e.V.

Pressemeldung 362/2601-2026

 

Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundestag und Bundesregierung müssen endlich klar und unmissverständlich Stellung beziehen

 Die Lage in Rojava ist dramatisch. Das syrische Regime unter Ahmed al-Scharaa fordert von den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) die bedingungslose Kapitulation. Dschihadistische Milizen – unterstützt von dem syrischen Regime – greifen die Kräfte und gewachsenen Strukturen der Selbstverwaltung massiv an.

Zeitgleich bombardiert das NATO-Mitglied Türkei u.a. Kobanê und weitere zivile Zentren, unterstützt schonungslos diese Milizen nahezu mit allem.

Vor Ort herrscht massive Gewalt, Vertreibung, Demütigungen, Hinrichtungen, Enthauptungen und andere Gräueltaten sowie schwere Kriegsverbrechen. Hunderttausende sind auf der Flucht und in akuter Lebensgefahr.

Im Fadenkreuz stehen wieder Kurdinnen und Kurden, die über Jahre hinweg unter großen Opfern die Hauptlast im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat getragen haben. Ist das unser Dank, dass heute genau diese Region belagert, bombardiert und zerstört wird, Menschen vertrieben werden?

Das muss ein Ende haben. Die Weltgemeinschaft darf nicht wegschauen! Deutschland darf nicht wortlos bleiben und tatenlos zusehen!

Der Beirat der Kurdischen Gemeinde Deutschland erwartet von Bundeskanzler Merz, der deutschen Bunderegierung und dem Deutschen Bundestag eine klare Haltung und unmissverständliche Stellungnahme.

Wir erwarten, dass dem syrischen Machthaber, den man empfangen will, deutlich gesagt wird, dass die Verfolgung und Vertreibung der

Kurdinnen und Kurden sowie aller ethnischen Minderheiten sofort eingestellt werden müssen. Es braucht eine Abgrenzung, solange seitens der syrischen Übergangsregierung das Treiben der dschihadistischen Milizen hingenommen und toleriert wird.

Die Angriffe auf das Gebiet der kurdischen Selbstverwaltung sind zu verurteilen.

Wir erwarten erkennbare diplomatische Bemühungen auf eine Beendigung der Angriffe sowie die Sicherstellung der Versorgung der Zivilbevölkerung durch medizinische und humanitäre Hilfe.

Gegenüber der Türkei erwarten wir, dass Präsident Erdogan aufgefordert wird, die Bombardierung der kurdischen Städte und die Unterstützung dschihadistischer Gruppen sofort einzustellen.

Deutschland trägt Verantwortung, als internationaler Akteur, angesichts der befreiten IS-Terroristen aber auch nach innen.

Deshalb braucht es von Deutschland jetzt Haltung, Erklärung und Handeln.

28 Januar 2026 0 Kommentare
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Politik

Große Solidarität mit Merdan Yanardağ in Duisburg

von Fremdeninfo 27 Januar 2026
von Fremdeninfo

In der deutschen Stadt Duisburg veranstalteten der Verein „Fikir Atölyesi“ (Denkwerkstatt), die Kölner Solidaritätsplattform und die AWO International eine beeindruckende Solidaritätskundgebung für Merdan Yanardağ. Moderiert wurde der Abend von Müge Erciyas.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand Dr. Merdan Yanardağ, der Chefredakteur des bedeutenden, mittlerweile unter Zwangsverwaltung gestellten Nachrichtensenders Tele1. Yanardağ befindet sich seit 95 Tagen im Gefängnis Silivri in Haft. An der Solidaritätsveranstaltung nahmen rund 250 Gäste teil – darunter Schriftsteller, Journalisten, Künstler sowie Vorstandsmitglieder und Angehörige von Migrantenverbänden. Es war ein Zusammentreffen von Lesern, Zuschauern und Freunden Yanardağs, die in Deutschland leben.

Die Veranstaltung, die in den Räumlichkeiten der AWO International in Duisburg-Hamborn stattfand, war geprägt von reger Teilnahme und einer hoffnungsvollen Atmosphäre. Neben der politischen Solidarität gab es auch eine Büchersignierstunde.

Eröffnet wurde das Programm mit Grußworten von Orhan Göktan (Vorsitzender des Vereins Fikir Atölyesi) und Düzgün Can Küçükdoğan (Vorsitzender der AWO International). Im Namen der „Kölner Solidaritätsplattform für Merdan Yanardağ“ sprach der Journalist und ehemalige Deutschland-Repräsentant von Tele1, Mehmet Tanlı. Er begrüßte die Anwesenden und betonte in seiner Rede:

„Als seine Freunde in Deutschland fordern wir Gerechtigkeit und Freiheit für Merdan Yanardağ. Kein Patriot kann ein Spion sein. Wir hegen großen Respekt vor Yanardağs Journalismus und seinem Kampf. Die Einsetzung eines Zwangsverwalters für Tele1 ist inakzeptabel. Er wird widerrechtlich und ohne juristische Grundlage in Silivri festgehalten.“

Auch Hıdır Ateş, Vorsitzender des Kulturzentrums Odak in Münster, sowie der Schriftsteller Mevlüt Asar, Sprecher der Initiative türkischer Autoren in Europa und ein enger Weggefährte des unvergessenen, lange in Duisburg lebenden Autors Fakir Baykurt, hielten kurze Ansprachen.

„Wir stehen einem drittklassigen Komplott gegenüber“

Sevim Kahraman-Yanardağ, die Ehefrau des inhaftierten Journalisten und selbst Autorin, hielt ebenfalls eine Rede und signierte sowohl ihre eigenen Bücher als auch die ihres Mannes. In ihrer Ansprache verlas sie einen Brief, den Merdan Yanardağ aus dem Gefängnis Silivri geschrieben hatte.

In seinem Brief schrieb Yanardağ zusammengefasst Folgendes:

„Wir werden uns all diesen Ungerechtigkeiten und Rechtswidrigkeiten niemals beugen. Ich danke allen Organisationen, dem Verein Fikir Atölyesi und der Solidaritätsplattform herzlich für diese Veranstaltung. Die AKP hat zwar die Institutionen der Republik zerstört, konnte jedoch ihr eigenes Regime nicht vollständig etablieren; sie konnten uns nicht zur Kapitulation zwingen. Deshalb haben sie uns mit Lügen, Verleumdungen und Intrigen in Gefangenschaft genommen. Sie haben ein Regime der Plünderung und des Raubes errichtet, doch erleben sie derzeit einen Niedergang.

Wir haben den Widerstand unter allen Bedingungen gemeinsam fortgesetzt. Jeder Kampf fordert seinen Preis. Der Säkularismus genießt immer noch breite gesellschaftliche Unterstützung. Tele1 war eine Stimme dieses gesellschaftlichen Widerstands und dieser Unterstützung. Genau deshalb haben sie unseren Sender beschlagnahmt. Für den Vorwurf der Spionage gibt es nicht einen einzigen Beweis. Der Richter, der uns verhaften ließ, konnte mir bei der Urteilsverkündung nicht in die Augen sehen und verließ den Gerichtssaal fast fluchtartig. Wir stehen einem drittklassigen, stümperhaften Komplott gegenüber. Gemeinsam mit unserem Volk werden wir diesen Kreis aus Unrecht und Gesetzlosigkeit durchbrechen. Vergessen wir nicht: In unserem Land besitzen die Republikaner ein großes Widerstandspotenzial.“

Volksmusikkünstler auf der Bühne

Im musikalischen Teil der Veranstaltung traten Merdan Yanardağs Künstlerfreunde İsmail Türker und Muzaffer Gürenç sowie die Gruppe „Yola Türküler“ unter der Leitung von İsmet Kılıç auf. Sie interpretierten Werke berühmter Dichter wie Nâzım Hikmet, Ozan Belli und Fazıl Hüsnü Dağlarca. Ihre Lieder handelten von Sehnsucht, Brüderlichkeit, Freiheit und der Liebe zum Heimatland – ein musikalischer Aufruf zum Kampf gegen Ungerechtigkeit.

Den Abschluss der Solidaritätsveranstaltung in Duisburg bildete ein gemeinsamer Gesang. Die drei Künstler und der Chor „Yola Türküler“ sangen zusammen mit dem Publikum das bekannte, von Tahsin İncirci vertonte Gedicht von Fazıl Hüsnü Dağlarca:

„Hey, ihr Berge, deren Gipfel im Rauch stehen, hey!
Nicht jeden Tag treibt der Wind die Mühle an.
Hör zu Agha, hör zu Pascha, hör zu Bey:
Du sprichst, doch wird er schweigen? Darauf ist kein Verlass.“

Text: Mehmet Tanlı
Fotos/Visuelles: Hüseyin Gül, Serkan Uçar, Suzan Toraman, M. Tanlı

27 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

od von „Kürt Mehmet“ sorgt für Polizei-Großeinsatz in Berlin – und Machtvakuum?

von Fremdeninfo 27 Januar 2026
von Fremdeninfo

Von: dtj-online

 Der Tod des als „Kürt Mehmet“ bekannten Unternehmers Mehmet Kaplankıran hat die Berliner Sicherheitsbehörden alarmiert. Seine Beerdigung in Neukölln wurde von einem Großeinsatz der Polizei begleitet. Ermittler warnen vor einer möglichen Eskalation innerhalb der organisierten Kriminalität – insbesondere im Glücksspielmilieu.

Einen Großeinsatz der Polizei und eine Teilnahme von etwa 1.000 Menschen löste am Freitag die Beerdigung des Unternehmers Mehmet Kaplankıran auf dem Luisenfriedhof Berlin aus. Die dazugehörige Zeremonie fand in der Şehitlik-Moschee in Neukölln statt. Bekannt war der Mann, der Medienberichten zufolge am 20. Januar im Alter von 62 Jahren verstarb, als „Kürt Mehmet“.

GdP spricht von „Schaulaufen der Organisierten Kriminalität“

Inwieweit gegen Kaplankıran selbst gerichtliche Verurteilungen vorliegen, ist ungewiss – über öffentlich dokumentierte Vorstrafen ist nichts bekannt. Dennoch gilt es aufgrund von Berichten deutscher wie türkischer Polizeibehörden als gesichert, dass in dem Milieu, in dem „Kürt Mehmet“ agierte, die Grenzen zwischen legalem und illegalem Wettbetrieb fließend waren. Der häufig als „bahis/kumar baronu“ („Wettbaron“) bezeichnete Unternehmer galt als „in der organisierten Kriminalität verankert“.

Zu den ersten Personen, die kondoliert hatten, gehörte der als Mafiaboss bekannte Sedat Peker. Zum Begräbnis erschienen zahlreiche Angehörige bekannter Berliner Großfamilien, deren Namen ebenfalls häufig im Kontext organisierter Kriminalität genannt werden – wie Remmo oder El-Zein. Von einem „Schaulaufen der Organisierten Kriminalität“ sprach der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro.

Die Trauerzeremonie selbst lief ohne Zwischenfälle ab, und bislang deutet auch nichts darauf hin, dass „Kürt Mehmet“ eines unnatürlichen Todes gestorben wäre. Dennoch erfüllt das Ableben der Glücksspielgröße die Sicherheitsbehörden mit Sorge. Dies hat vor allem mit der Vorgeschichte des Todesfalls zu tun.

Vertrauter starb bei Schießerei im Oktober 2025 – Schüsse auf Familienvilla zwei Monate später

Erst am 20. Dezember des Vorjahres feuerten Unbekannte etwa 20 Schüsse auf Kaplankırans Villa in Berlin. Zuvor wurde sein enger Vertrauter Serdar Günay auf offener Straße erschossen. Ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen wird von der Polizei als denkbar angesehen.

Türkische Medien berichten über einen möglichen Konflikt mit der sogenannten Daltonlar-Gruppe, benannt nach Orhan K., der auch unter dem Namen „Dalton Keleş“ auftritt. Günay soll im Oktober des Vorjahres bei einer Schießerei mit Angehörigen der Dalton-Gruppe auf offener Straße in Hannover ums Leben gekommen sein.

Die Daltonlar gelten als in der Türkei, auf dem Balkan und in EU-Staaten organisierte, teils transnational agierende Gruppierung. Sie soll unter anderem in Waffenschieberei, Drogenkriminalität und Schutzgelderpressung involviert sein. Eine klare Verbindung zwischen den Vorfällen in Hannover und den Schüssen auf die Villa von „Mehmet Kürt“ ist jedoch auch aus Sicht der Sicherheitsbehörden nicht bewiesen.

Polizei befürchtet Machtvakuum nach Tod von „Kürt Mehmet“

Die Polizei befürchtet, dass der Tod Kaplankırans eine gefährliche Dynamik auslösen könnte. Auf Märkten, die von Kreisen organisierter Kriminalität bespielt werden, könnte ein Vakuum entstehen. In Bereichen wie Wetten, Schutzgeldern, gegebenenfalls auch Drogen, ist es möglich, dass Akteure nun die Chance wittern, Marktanteile an sich zu reißen.

Berlin gilt als wichtiger Knotenpunkt für Personen und Geldflüsse aus Strukturen mit Ursprung in der Türkei oder auf dem Balkan. Persönlichkeiten wie Kaplankıran, die als versierte Netzwerker gelten, wird dabei oft eine „Scharnierfunktion“ zwischen Einwanderermilieus, legalen Geschäften und Bereichen der organisierten Kriminalität zugeschrieben. Nach dem Schusswaffenangriff auf seine Familienvilla hatte er eine Belohnung von 500.000 Euro für die Ergreifung der Täter ausgelobt.

27 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

ÖFFENTLICHE BEKANNTMACHUNG  DER TERÖR METODEN

von Cumali Yağmur 27 Januar 2026
von Cumali Yağmur

Von :Der Vorstand des Hannover Cemevi (HAT)

Am 17.01.2026 suchte eine Einzelperson unser Cemevi in Hannover (Kornstraße 38) auf und versuchte, durch drohende sowie provokative Äußerungen unseren Frieden zu stören. Diese Person zielte durch den missbräuchlichen Einsatz von Begriffen wie „Terror“ und „Sicherheit“ darauf ab, ein Klima der Angst zu erzeugen. Damit wurden unser Glaube, unsere Einheit und der gesellschaftliche Frieden direkt angegriffen.

Dieser Einschüchterungsversuch ist für uns absolut inakzeptabel. Der Vorfall ist kein Einzelfall, der sich nur gegen unser Cemevi richtet. Ähnliche Drohungen, die in jüngster Zeit mit vergleichbaren Methoden gegen verschiedene Cemevis in ganz Deutschland ausgesprochen wurden, verdeutlichen, dass es sich hierbei nicht um Zufälle, sondern um eine systematische und geplante Provokation handelt.

Kein Druck, keine Drohung und kein Einschüchterungsversuch gegen unseren Glauben, unsere Einheit und die Heiligkeit unserer Gebetshäuser wird uns jemals von unserem Weg abbringen.

Wir erklären mit diesem Schreiben gegenüber der Öffentlichkeit mit allem Nachdruck, dass wir angesichts solcher organisierten Provokationen nicht schweigen werden. Wir werden alle rechtlichen und demokratischen Wege ausschöpfen und den Prozess bis zum Ende verfolgen, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Wir appellieren an die demokratische Öffentlichkeit, gemeinsam dafür einzustehen, dass solchen Einschüchterungsversuchen und Terrormethoden Einhalt geboten wird.

Mit respektvollen Grüßen

 

 

 

 

 

 

27 Januar 2026 0 Kommentare
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Eine kurze Geschichte Syriens  vor Christus

von Erdoğan Sedef 26 Januar 2026
von Erdoğan Sedef

Von Zeynep Hayır

In der Frühzeit der Menschheit wurde das Leben maßgeblich durch die Umgebung von Flüssen geprägt. Die Gebiete entlang von Tigris und Euphrat entwickelten sich zu Räumen, in denen Jäger- und Sammlergruppen länger verweilten und zu denen sie immer wieder zurückkehrten. Diese Flüsse führten Wasser und ermöglichten das Ansammeln von Beobachtung und Erfahrung. Mit der Zeit entwickelten sich aus provisorischen Unterkünften dauerhafte Bauwerke. Durch die Bodenbearbeitung stieg die Produktion, und die Siedlungen wuchsen.

Die frühesten und intensivsten Beispiele dieser Transformation zeigten sich im Süden Mesopotamiens. Städte wie Ur entwickelten sich zu Zentren, in denen sich landwirtschaftliche Überschüsse ansammelten, die Arbeitsteilung voranschritt und soziale Beziehungen neu organisiert wurden. Tempel wurden errichtet, Speicher angelegt. Glaube, Produktion und Verwaltung nahmen in denselben Räumen Gestalt an. Die Stadt entstand als eine neue Lebensordnung. Diese Ordnung transformierte sowohl die sozialen Beziehungen als auch das kollektive Gedächtnis.

Diese Erfahrung des sesshaften Lebens blieb nicht auf ihr Ursprungsgebiet beschränkt. Das landwirtschaftliche Wissen, die Produktionspraktiken und die Siedlungsformen, die sich entlang der Flüsse nach Norden bewegten, wurden in verschiedene Geografien getragen. Die oberen Becken von Tigris und Euphrat wurden Teil dieses Kreislaufs. Die Gebiete Syriens blieben von dieser umfassenden Mobilität nicht unberührt. Während sich das sesshafte Leben im Süden konzentrierte, breitete es sich nach Norden aus, traf dort auf unterschiedliche geografische Bedingungen und veränderte sich.

Syrien gehört nicht zu den Regionen, in denen Städte zum ersten Mal entstanden. Dennoch spürte es von einer frühen Periode an die Auswirkungen von Landwirtschaft, Besiedlung und gesellschaftlicher Organisation. Die Besiedlung hier war keine exakte Kopie der südlichen Beispiele. Ackerbau und Viehzucht sowie Sesshaftigkeit und Mobilität entwickelten sich Hand in Hand. Es entstand ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Ebenen und den Bergregionen. Dieser Austausch prägte über Jahrhunderte hinweg die sozialen Beziehungen und das Gedächtnis.

Gemeinschaften in den Bergregionen führten ein mobileres, auf Viehzucht basierendes Leben. Während sich in den Ebenen die landwirtschaftliche Produktion konzentrierte, bewahrten die Übergangsregionen flexible Lebensformen. Die Beziehung zwischen diesen beiden Räumen bestimmte die Distanz und die Nähe zwischen den Völkern. Zwischen den Sesshaften und den Mobilen entstanden keine starren Grenzen. Saisonale Übergänge, Handel und gemeinsame Produktionsbeziehungen entwickelten sich.

In diesen frühen Jahrhunderten definierten sich Gemeinschaften nicht durch nationale Identitäten im heutigen Sinne. Sprache, Lebensweise und Glaubenspraktiken waren ausschlaggebend. Entlang der Zagros-Linie und in den nördlichen Übergangsgebieten konzentrierten sich Gruppen, die iranische Sprachen sprachen. Diese Gruppen bewegten sich zwischen den Berggebieten und den Ebenen. Mit der Zeit gingen sie Verbindungen zum Ackerbau ein, gaben jedoch ihre Mobilität nie ganz auf. Diese lange Kontinuität bereitete den Boden für die historische Formation, die in späteren Jahrhunderten als kurdische Identität bekannt werden sollte. In diesem Stadium existierte noch keine nationale Zugehörigkeit; Sprache und Geografie waren bestimmend.

In Gebieten mit fortschreitender Urbanisierung traten aramäischsprachige Gemeinschaften hervor. Handelswege, Schrift und administrative Beziehungen verbreiteten diese Sprache. Aramäisch wurde zur gemeinsamen Verkehrssprache der Region. Die Grundlagen der religiösen und kulturellen Tradition, die später als syrische (aramäisch-christliche) Identität bezeichnet werden sollte, wurden in dieser städtischen und schriftbasierten Welt gelegt. Der Glaube wurde in den Städten um Tempel herum und auf dem Land durch naturzentrierte Rituale gelebt.

Aus der Antike sind uns weniger die Namen überliefert, die sich die Gemeinschaften selbst gaben, sondern vielmehr die Bezeichnungen, die von den politischen Zentren und Schriftkulturen verwendet wurden, die sie beobachteten und kontrollierten. Diese Namensgebungen spiegeln oft die Produktionsverhältnisse, Machtformen und Klassenordnungen dieser Zentren wider. Historisches Wissen über diese Epochen wird heute durch das gemeinsame Lesen und die kritische Auswertung der schriftlichen Aufzeichnungen dieser politischen Strukturen und archäologischer Funde gewonnen.

In diesem Zusammenhang werden Gemeinschaften, die im Zagros-Gebirge und in den Übergängen Nordmesopotamiens lebten, in mesopotamischen und assyrischen Texten mit Namen wie Guti, Gutium oder Kardu erwähnt. Diese Bezeichnungen beschreiben Lebensweisen, die an Bergregionen angepasst, auf Viehzucht basierend und halbnomadisch waren. Diese Gemeinschaften, die im Laufe der Zeit mit der iranischen Sprachfamilie in Verbindung gebracht wurden, gehören zu den Bestandteilen der historischen Formation, die in späteren Jahrhunderten unter dem Namen der kurdischen Identität bekannt wurde.

Mit zunehmender Urbanisierung und Vertiefung der Produktion gingen die sozialen Beziehungen über Tradition und mündliche Überlieferung hinaus. Eigentum, Arbeit und Verpflichtungen wurden komplexer. Diese Komplexität machte es erforderlich, gemeinsame Regeln schriftlich festzuhalten. Die Gesetze, die zur Zeit Hammurabis in Stein gemeißelt wurden, wurden zum sichtbarsten Ausdruck dieser Transformation. Das Recht schuf keine Gleichheit, sicherte jedoch die Kontinuität von Macht und Klassenordnung.

Im ersten Jahrtausend vor Christus erreichte die assyrische Herrschaft die Region. Stadtzentren wurden unter strenge Kontrolle gebracht und Handelswege kontrolliert. Im Gegensatz dazu neigten die Berg- und Übergangsregionen dazu, außerhalb der zentralen Macht zu bleiben. Diese Gebiete wurden zu Orten, an denen verschiedene Gemeinschaften ihre lokalen und autonomen Lebensweisen bewahrten.

Mit der medischen und persischen Welt wurde Syrien Teil einer vielvölkischen und vielsprachigen imperialen Ordnung. Lokale Sprachen und Glaubensformen verschwanden nicht gänzlich. Zentrale Macht und lokale Sozialstrukturen existierten nebeneinander. Naturzentrierte Rituale, iranische Kosmologie und lokale Heiligtümer vermischten sich. Diese langen Interaktionen bildeten die frühen Schichten der Glaubenswelt, die in späteren Jahrhunderten als Jesidentum (Eziditum) bekannt werden sollte.

Die im 4. Jahrhundert v. Chr. beginnende hellenistische Periode schuf eine neue kulturelle Schicht in den Stadtzentren. Die griechische Sprache, Architektur und Verwaltungsvorstellungen verbreiteten sich unter den städtischen Eliten. Im Gegensatz dazu bewahrten lokale Sprachen, Religionen und Lebensweisen in den ländlichen Gebieten und Bergregionen ihre Kontinuität. Dieser Dualismus verdeutlichte die vielschichtige soziale Struktur der Geografie Syriens noch weiter.

Während der Jahrhunderte vor Christus formte sich Syrien nicht als die Geschichte eines einzigen Volkes, eines einzigen Glaubens oder eines einzigen politischen Zentrums. Besiedlung, Mobilität, Sprache, Glaube, Recht und Gedächtnis entwickelten sich ineinandergreifend. Die Beziehungen zwischen Ebenen und Bergregionen sowie die Spannung und Harmonie zwischen zentralen Mächten und lokalen Lebensformen bestimmten den Grundcharakter dieser Geografie. Identitäten wurden noch nicht mit ihren heutigen Namen definiert, doch ihre Spuren bildeten sich heraus. Diese Spuren schufen die historische Grundlage für die politischen, religiösen und sozialen Transformationen, die nach Christus stattfinden sollten.

26 Januar 2026 0 Kommentare
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