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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Allgemein

Wegen Abschiebung: Unsicherheit im Klassenzimmer

von Cumali Yağmur 9 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Von: Frankfurter Rundschau

Immer wieder werden Minderjährige aus dem Klassenverband gerissen und abgeschoben. An den Schulen regt sich Widerstand. Zwei Beispiele aus Hessen.

Im April dieses Jahres wurde die Familien Kapoor mit ihren zwei Söhnen Angad und Gunit nach Indien abgeschoben. Die zwölf und 15 Jahre alten Jungen, Schüler der Frankfurter Johanna-Tesch-Schule, hatten gerade Osterferien, als die Familie in die Ausländerbehörde beordert und dort in Abschiebegewahrsam genommen wurde. Bereits seit 2018 sei die Familie ausreisepflichtig gewesen und hatte deshalb nur einen Status der Duldung. Die Familie hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen, die Behörden schrieben ihnen jedoch eine indische Staatsbürgerschaft zu. Auf FR-Anfrage teilte das Hessische Innenministerium damals mit, dass der Grund für die Abschiebung „ein besonders schwerwiegendes Ausweisungsinteresse […] aufgrund einer Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat“ gewesen sei. Worum es konkret geht, blieb genauso offen wie die Tatsache, um welches Familienmitglied es sich handelt. Viele Schülerinnen und -schüler der Johanna-Tesch-Schule waren geschockt, als sie von der überraschenden Abschiebung erfuhren. Sie forderten auf mehreren Kundgebungen und Demonstrationen die Rückführung ihrer beiden Mitschüler Angad und Gunit.

Inzwischen hat die Jugendhilfe der Johanna-Tesch-Schule keinen Kontakt mehr zu der abgeschobenen Familie. Es hat sich im Anschluss jedoch ein Bündnis im Viertel gegründet, um zukünftig schneller handeln zu können. „Hätten wir frühzeitiger davon gewusst, hätten wir vielleicht mehr machen können“, meint die Sozialarbeiterin Nele Kaulbersch. Mehr Beratungsangebote und ein offenes Ohr für das Thema seien jetzt wichtig. „Denn auch bei den anderen Schülerinnen und -schülern hat die Abschiebung Ängste und Sorgen ausgelöst“.

An der Fürst-Johann-Ludwig Schule in Hadamar im Landkreis Limburg-Weilburg machen sich ebenfalls Kinder, Eltern und Lehrkräfte gegen die Abschiebung von Mitschüler:innen stark. Die palästinensische Familie A. hätte bereits Anfang Juli nach Rumänien abgeschoben werden sollen. Laut der Dublin Verordnung können Menschen nur in dem europäischen Land Asyl beantragen, welches sie als erstes betreten haben beziehungsweise wo sie zuerst registriert worden sind. Für die staatenlose Geflüchtete Aziza A. mit ihren beiden Töchtern war das Rumänien. Dort lebten die drei längere Zeit auf der Straße, bevor sie den Entschluss fassten, weiterzureisen. Im November 2021 sollen sie in Deutschland eingereist sein, ihr im Februar 2022 gestellter Asylantrag sei ein halbes Jahr später abgelehnt worden.

Als die Polizeibeamten im Juli vor der Wohnung standen, war die alleinerziehende Mutter der beiden Töchter Janna und Joud nicht anwesend, weshalb die geplante Abschiebung verschoben werden musste. Seitdem ist viel passiert: Eine Petition wurde abgelehnt, woraufhin der Schulelternbeirat einen Härtefallantrag stellte, der vergangene Woche ebenfalls abgelehnt wurde. Darin enthalten waren Stellungnahmen von Lehrkräften und Mitschülerinnen und -schülern. Eine von ihnen ist Mara. Sie schreibt: „Joud ist zu einer meiner besten Freundinnen geworden. Sie bringt mit ihrem Humor immer alle zum Lachen. Bei ihr kann man sich einfach wohlfühlen und Spaß haben“. Sie wünsche sich von Herzen, dass ihre Freundin bei ihnen bleiben könne. Der Härtefallantrag habe jedoch wenig Chancen gehabt, erklärt Ramona Henrich, Lehrkraft an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. Trotzdem sei sie „nachhaltig geschockt“. Sie hatte Janna und Joud in der Intensivklasse, wo die beiden sehr schnell Deutsch gelernt hätten. „Die Familie kann weiterhin jeden Moment abgeschoben werden“, erklärt sie und hofft nun auf öffentlichen Druck.

9 Dezember 2025 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Glaubwürdigkeit durch Freiheit: Bedingungen für einen neuen Lösungsprozess in der Kurdenfrage

von Cumali Yağmur 9 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

Zu diesem Thema wurde bereits viel gesagt und geschrieben. Heute wurde ein Schritt zur Lösung der Kurdenfrage getan, die seit Jahren ungelöst ist und ein Hindernis für die türkische Demokratie darstellt. Doch ähnlich wie ein Nichtschwimmer, der ängstlich am Ufer entlangwandert, nähert man sich dem Problem noch immer mit Furcht, sodass keine konkreten Schritte unternommen werden können.

Der Lösungsprozess und politische Ansätze

Wenn der Lösungsprozess fortgesetzt werden soll, müssen Selahattin Demirtaş, Figen Yüksekdağ und Osman Kavala freigelassen werden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in dieser Angelegenheit bereits dreimal ihre Freilassung angeordnet. Wenn die AKP und die MHP glaubwürdig sein wollen, müssen sie diese Personen unverzüglich freilassen. Damit der Lösungsprozess in den Augen der Massen glaubwürdig erscheint, müssen im Rahmen des Prozesses einige symbolische politische Maßnahmen ergriffen werden. Sollte dieser Lösungsprozess scheitern, hätte dies verheerende Folgen.

Während die CHP eigentlich die treibende Kraft im Lösungsprozess sein sollte, beschränkt sie sich lediglich darauf, die AKP und die MHP zu kritisieren. Ich sage nicht, dass sie keine Kritik üben sollen, aber ich möchte besonders betonen, dass man sich für den Frieden auch mit dem Gegner an einen Tisch setzen muss.

Die kurdische Frage ist auch das Problem der CHP. Als türkische Sozialdemokraten sollte die Partei Vorschläge zur Lösung dieses Problems unterbreiten und sich bemühen, diese in die Tat umzusetzen. In Spanien und im Vereinigten Königreich haben Sozialdemokraten eine aktive Rolle bei der Lösung des Basken- bzw. des Nordirlandkonflikts (IRA) gespielt.

Die AKP-MHP-Regierung, die ihre Glaubwürdigkeit bei der Lösung der kurdischen Frage vollständig verloren hat, muss die Unterstützung der Massen zurückgewinnen und Schritte zur Lösung unternehmen. In der türkischen Bevölkerung herrscht Pessimismus. Die AKP und die MHP, die diesen Prozess führen, lassen einerseits gewählte Bürgermeister verhaften und ins Gefängnis werfen, andererseits setzen sie Zwangsverwalter (Kayyum) ein. Angesichts dieses Vorgehens ist die Bevölkerung verwirrt und fragt sich: „Wie soll so die kurdische Frage gelöst werden?“ Diese Verwirrung in den Massen wird durch die Politik der AKP und MHP ständig geschürt.

Bei der Lösung der kurdischen Frage sollten sie sich Spanien und das Vereinigte Königreich zum Vorbild nehmen. Sie sollten Kommissionsmitglieder in diese Länder entsenden, um Informationen einzuholen und zu lernen, wie dort solche Konflikte gelöst wurden. Man sollte das Problem nicht nur auf die Türkei beschränken, sondern internationale Beispiele betrachten. Die Kommissionsmitglieder dürfen nicht passiv bleiben; sie müssen lösungsorientiert denken und Informationen sammeln.

Die Kommission muss eine breite Basisarbeit leisten und mit konkreten Vorschlägen an die Öffentlichkeit treten. Es steht fest, dass das Problem durch Zögern und Angst nicht vorangebracht werden kann.

Damalz  der Russischen Revolution wurde das Selbstbestimmungsrecht der Völker diskutiert und beschlossen. Lehren aus der Geschichte zu ziehen, wäre für die heutige Lösung aufschlussreich. In jener Zeit sind viele neue Staaten entstanden. Auch in jüngerer Zeit, nach dem Zerfall Jugoslawiens, haben sich Kroaten und Serben getrennt und ihr Recht auf einen eigenen Staat erlangt.

Deutschland hat beispielsweise folgende Gruppen als nationale Minderheiten anerkannt:

  • Die dänische Minderheit
  • Die friesische Volksgruppe
  • Die deutschen Sinti und Roma
  • Das sorbische Volk

Die Untersuchung dieser Beispiele kann als Leitfaden für die Lösung der kurdischen Frage in der Türkei dienen.

 

 

9 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

SPD-Abgeordneter Karaahmetoğlu: „Kopftuchverbot untergräbt den Grundsatz der rechtlichen Gleichheit“

von Fremdeninfo 8 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von Fremdeninfo 

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Macit Karaahmetoğlu hat das Urteil des Verwaltungsgerichts Darmstadt bewertet, wonach eine Frau mit Kopftuch nicht Richterin oder Staatsanwältin werden darf. Er erklärte, die Entscheidung werfe „ernsthafte Fragen im Hinblick auf die verfassungsrechtliche Gleichheit und die Glaubensfreiheit auf“.

Das Verwaltungsgericht Darmstadt hatte die Klage einer muslimischen Juristin abgewiesen, die nicht in den Richterdienst aufgenommen wurde. Die Begründung lautete, dass sie aufgrund der in Hessen für Justizangehörige geltenden Regelung zur ‚religiösen Neutralität‘ nicht mit Kopftuch arbeiten dürfe.

Das Gericht betonte, dass der Staat insbesondere im Justizbereich „sichtbar neutral“ sein müsse, und entschied, dass das Tragen religiöser Symbole im Gerichtssaal im Widerspruch zu diesem Grundsatz stehen könne.

Gericht: Kopftuch kann aus Neutralitätsgründen verboten werden

Das Urteil erinnerte auch an eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2017 in einer ähnlichen Angelegenheit. Damals wurde das Verbot für eine Rechtsreferendarin, während der Verhandlungen ein Kopftuch zu tragen, als rechtmäßig erachtet.

Karaahmetoğlu: „Neutralität wird durch das Verständnis von Gerechtigkeit gewährleistet, nicht durch Kleidung“

Der SPD-Abgeordnete Karaahmetoğlu fand in seiner Erklärung zu dem Urteil deutliche Worte.

Karaahmetoğlu sagte: „Dass eine Frau lediglich ein Kopftuch trägt, bedeutet nicht, dass sie nicht neutral sein kann. Neutralität misst sich am Gerechtigkeitsverständnis und der berufsethischen Haltung einer Person, nicht an ihrer Kleidung.“

Er wies darauf hin, dass das Urteil die Gefahr berge, muslimische Frauen indirekt aus dem öffentlichen Dienst auszuschließen, und bewertete die Lage wie folgt: „In Deutschland leben Hunderttausende Frauen mit Kopftuch loyal zu Recht, Demokratie und der verfassungsmäßigen Ordnung. Diesen Frauen die beruflichen Türen zu verschließen, ist mit unserer gesellschaftlichen Vielfalt nicht vereinbar.“

„Urteil birgt das Risiko, Vorurteile zu verstärken“

Der SPD-Abgeordnete erklärte weiter, dass Vorurteile gegenüber Muslimen aufgrund der Migrations- und Sicherheitsdebatten der letzten Jahre zugenommen hätten und Gerichtsentscheidungen in diesem sensiblen Umfeld noch behutsamer getroffen werden müssten.

Karaahmetoğlu machte zudem auf internationale Praktiken aufmerksam und fügte hinzu:
„Wenn im Vereinigten Königreich Sikh-Polizisten mit ihren Turbanen Dienst tun können, kann auch in Deutschland ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen religiösen Symbolen und staatlicher Neutralität gefunden werden.“

Berufseinstieg der klagenden Juristin könnte „dauerhaft“ verhindert werden

Laut dem Gerichtsurteil wird die Juristin mit Kopftuch im Bundesland Hessen nicht mehr in den Richter- oder Staatsanwaltsdienst eintreten können.

In der Entscheidung wurde angeführt, dass dieser Umstand als weniger schwerwiegend angesehen werde, da sich die Frau im Wissen um die Bewerbungsbedingungen auf diesen Weg begeben habe. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

Debatte über Säkularismus und Religionsfreiheit in Deutschland neu entfacht

Das Urteil hat die Diskussion darüber, ob Beamte im öffentlichen Dienst in Deutschland religiöse Symbole tragen dürfen, erneut auf die Tagesordnung gebracht.

Juristische Kreise weisen darauf hin, dass die Entscheidung erneut die Frage in den Vordergrund rückt: „Was wiegt schwerer: die religiöse Neutralität des Staates oder die Glaubensfreiheit des Einzelnen?“

8 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Kiel: Samet Yilmaz ist der erste grüne Oberbürgermeister

von Fremdeninfo 8 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

 

Mit 54,1 Prozent der Stimmen hat Samet Yilmaz die Wahl zum Oberbürgermeister in Kiel gewonnen. Erst vor Kurzem stand er in der Kritik – er soll ein türkisches Extremistenfest unterstützt haben.

Erstmals bekommt Kiel einen Grünen-Oberbürgermeister. Mit 54,1 Prozent der Stimmen hat Samet Yilmaz die Stichwahl um das höchste Amt der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt gewonnen. Damit setzte sich der 44-Jährige knapp gegen den parteilosen Gerrit Derkowski durch, den CDU, FDP und SSW unterstützten. Das teilte die Stadt mit.

Yilmaz plant nach eigenen Angaben, Bildung und Sicherheit zu fördern sowie eine moderne Verwaltung und eine funktionierende Mobilität, die den Klimaschutz ins Zentrum stellt. Mit der Wahl sei er »sofort startklar«. Yilmaz betonte: »Das heißt, mit meiner Verwaltungserfahrung und Führungskompetenz brauche ich keine Zeit, wo ich mich noch mal einführen lassen muss.« Er freue sich auf seine Arbeit im Rathaus, die jetzt beginne.

»Neuer Lebensabschnitt« für Derkowski

Dabei wolle er auch die Kieler mitnehmen, die ihn nicht gewählt haben. »Hier heißt es, genau darzustellen, für welche Politik ich stehe und genau zu gucken, wo der Schuh drückt«, betonte der Grünenpolitiker. Insgesamt waren 190.779 Kielerinnen und Kieler wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Wahlgang der Stadt zufolge bei 48,7 Prozent. Bei der Stichwahl gingen noch 43,5 Prozent an die Urne. Mehr als bei der vorherigen Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2019. Hier hatten nur 37,9 Prozent der Stimmberechtigten gewählt.

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Allgemein

Türkische Gemeinde in Deutschland wählt neue Doppelspitze: Mehtap Çağlar und Gökay Sofuoğlu übernehmen Führung in politisch herausfordernden Zeiten

von Fremdeninfo 8 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat auf ihrem 14. Bundeskongress Mehtap Çağlar und Gökay Sofuoğlu zu neuen Bundesvorsitzenden gewählt.​ Sie übernehmen das Steuer in einer Zeit, in der die Herausforderungen für Menschen mit Migrationsgeschichte akuter denn je sind. Aslıhan Yeşilkaya-Yurtbay, die den Verband in den letzten drei Jahren zusammen mit Gökay Sofuoğlu leitete, stand für das Amt nicht mehr zur Verfügung.

​„Wir müssen jetzt Haltung zeigen!“, erklärt Mehtap Çağlar, die neu gewählte Bundesvorsitzende. Angesichts des aktuellen politischen Klimas betont sie die immense Bedeutung ihrer ehrenamtlichen Aufgabe:

„Ich bin den Delegierten zutiefst dankbar für ihr Vertrauen. Die TGD ist der größte bundesweite Interessenverband einer der wichtigsten Migranten-Communitys, und ich nehme dieses Ehrenamt mit dem nötigen Ernst an. Wir stehen vor politisch entscheidenden Jahren. Die Herausforderungen für Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind akuter als jemals zuvor. Unsere Mission ist klar: Wir müssen unsere Community widerstandsfähiger machen, kompromisslos für Gleichberechtigung kämpfen und dem wachsenden Druck durch ausgrenzende, antidemokratische Kräfte entschlossen entgegentreten. Ich freue mich darauf, diese überfällige Arbeit gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Partnern anzupacken.“

​Gökay Sofuoğlu, der wiedergewählte Bundesvorsitzende, bekräftigt den unerschütterlichen Platz der TGD in der deutschen Gesellschaft:

​„Seit 30 Jahren ist die TGD Motor für mehr Teilhabe, Gerechtigkeit und Diversität. Wir haben viel erreicht in den letzten drei Jahrzehnten, aber gleichzeitig ist unsere Demokratie im Moment so gefährdet wie schon lange nicht mehr. Die Normalisierung extremistischer Narrative hat die politische Brisanz für unsere Migrationsgesellschaft dramatisch erhöht. Die TGD ist ein unverzichtbarer Teil der deutschen Zivilgesellschaft. Wir werden weiterhin genau hinschauen, laut kritisieren und unser Land als Garant für Vielfalt und Zusammenhalt aktiv mitgestalten.“

 

​Die Wahl fand passend zum 30-jährigen Jubiläum der TGD statt, das am 5. Dezember in der Robert Bosch Stiftung in Berlin gefeiert wurde. Im Rahmen der Festlichkeiten lieferte unter anderem Prof. Dr. Dr. Michel Friedman eine wichtige Keynote darüber, wie Teilhabe der Schlüssel zu einem funktionierenden demokratischen Miteinander ist.

8 Dezember 2025 0 Kommentare
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AllgemeinInformation

Ein Gastarbeiter der ersten Stunde über Ankunft, Arbeit und die letzte Ruhe in Deutschland

von Cumali Yağmur 7 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Dieses Interview wurde von Cumali Yağmur geführt.

Cumali Yağmur: Herr Bahattin Görgülü, Sie sind einer der ersten Gastarbeiter, die 1961 nach Deutschland kamen. Können Sie uns ein wenig darüber erzählen? Welche Schwierigkeiten gab es damals?

Bahattin Görgülü: Ich meldete mich beim Arbeitsamt an und sagte: „Ich werde nach Deutschland gehen.“ Drei Tage später schickten sie mir einen Brief und luden mich zur Untersuchung ein. Ich ging zur Untersuchung. Die Ärzte untersuchten mich; ein Zahn war kariös. Ich zahlte 100 TL, ließ den Zahn richten und bekam mein Gesundheitszeugnis. Sie setzten uns in den Zug. Nach drei Tagen Reise kamen wir in München an. Dort wurden wir verteilt und ich kam nach Hannover. Von Hannover aus kamen wir nach Wolfsburg, um bei Volkswagen zu arbeiten. Vor uns waren bereits Italiener gekommen und hatten angefangen, bei Volkswagen zu arbeiten.

Man zeigte uns das „Heim“, in dem wir wohnen sollten; wir sollten zu viert in einem Zimmer bleiben. Sie verteilten uns auf die Wohnheime. Morgens fingen wir an zu arbeiten, der Vorarbeiter kam und verteilte uns an die Maschinen. Dort zeigten sie uns mit den Händen, wie die Maschine funktioniert und worauf wir achten müssen. Wir konnten kein Deutsch und verständigten uns mit Zeichensprache.

Damals schickten sie uns nicht einmal zu Kursen, um Deutsch zu lernen. Da wir draußen kaum Kontakt zur Bevölkerung hatten, lernten wir ein „Tarzan-Deutsch“ – also ein bisschen etwas vom Hörensagen, von Arbeitskollegen oder beim Einkaufen.

Die Arbeitsbedingungen waren ziemlich hart, man musste im Akkord arbeiten. Anfangs hatten wir große Schwierigkeiten. Wir hatten Probleme, bis wir uns an die Arbeitsbedingungen und das Tempo gewöhnt hatten. Man hatte uns erzählt, dass wir in Deutschland leicht Geld verdienen würden. Wir lernten, dass das Geld nicht leicht verdient wird.

Cumali Yağmur: Haben Sie später Ihre Familie nachgeholt?

Bahattin Görgülü: Ich arbeitete ein Jahr, nahm meinen Jahresurlaub und fuhr in die Türkei. Mein Sohn war inzwischen 6 Jahre alt geworden. Er erkannte mich natürlich nicht und ich hatte Schwierigkeiten, Kontakt zu ihm aufzubauen. Ich blieb einen Monat in der Türkei, verließ meine Familie wieder und kam zurück nach Deutschland, nach Wolfsburg. Ein Jahr später holte ich meine Frau und meinen Sohn zu mir nach Deutschland. Ich mietete eine Wohnung, verließ das Wohnheim und zog in die Wohnung.

Als mein Sohn ankam, war er 8 Jahre alt und schulpflichtig. Er konnte kein Deutsch, aber meine Nachbarn haben ihm – Gott sei Dank – geholfen, Deutsch zu lernen. Damals gab es in Deutschland nicht viele Ausländer und unsere Beziehungen liefen anders ab.

C.Y.: Waren Ihre Beziehungen zu Ihren deutschen Nachbarn damals gut?

B.G.: Als ich kam, gab es in Deutschland nur sehr wenige Ausländer; es gab Italiener, Spanier, Portugiesen und uns Türken. Die Beziehungen zu unseren Arbeitskollegen und den Deutschen draußen, soweit wir uns verständigen konnten, waren anders als heute. Da die Nachbarschaftsbeziehungen bei den Deutschen anders sind und wir auch nicht viel Deutsch konnten, vergingen die Jahre.

C.Y.: Waren die Deutschen damals sehr anders?

B.G.: Damals kam Deutschland gerade aus dem Krieg und war nicht so weit entwickelt wie heute. Die Menschen waren auch nicht besonders reich und nicht wie heute. Jetzt hat sich alles geändert, sowohl bei uns als auch bei ihnen. Ich bin alt geworden; ich gehe kaum noch aus dem Haus, vielleicht ein bisschen in den Park und dann wieder nach Hause. Ich liebe meine Enkelkinder, verbringe so meine Tage und warte darauf, in die andere Welt zu gehen.

Die heutigen Bedingungen haben sich sehr verändert. Es kamen viele Arbeiter nach Deutschland und ihre Kinder wurden hier geboren. Sie gingen in Kindergärten und Schulen; sie haben ständigen Kontakt zu Deutschen. Durch diesen Kontakt entstanden Widersprüche und mittlerweile hat ein Wettstreit untereinander begonnen.

Aufgrund von Kriegen, schlechten klimatischen Bedingungen und der politischen Lage in ihren Heimatländern kamen viele Flüchtlinge nach Deutschland.

C.Y.: Stört Sie deren Ankunft?

B.G.: Nein, ich sage, dass es so etwas [eine Störung] keinesfalls gibt. Jeder isst sein eigenes Brot [Rızık] und es ist das Recht eines jeden, hier zu arbeiten und für den Unterhalt seiner Kinder zu sorgen. Es ist nicht wichtig, unter welchen Umständen jemand hier ist. Wichtig ist, dass sie sensibler miteinander umgehen und das Zusammenleben nicht beschädigen.

Meine Rente wird wegen der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, weder weniger noch mehr. Ich bekomme dieselbe Rente und die anderen sollen auch von jedem Recht profitieren.

C.Y.: Beunruhigt Sie der Aufstieg der AfD in Deutschland nicht?

B.G.: Natürlich stören uns reaktionäre und fremdenfeindliche Parteien wie die AfD. Welchen Ausländer stört es nicht, wenn sie „Ausländer raus“ rufen? Mein Alter ist fortgeschritten, aber die Zukunft der neuen Generationen sieht nicht sehr rosig aus. Sie müssen die Gesellschaft und die Welt, in der sie leben werden, selbst aufbauen und friedlich mit den Deutschen zusammenleben.

C.Y.: Möchten Sie nach Ihrem Tod hier beerdigt werden?

B.G.: Ich denke, dass Erde gleich Erde ist (dass es bei der Erde keinen Unterschied gibt). Hier sind meine Kinder, meine Enkel; in der Türkei ist niemand mehr übrig. Wenn ich sterbe, können meine Kinder und Enkel an mein Grab kommen und beten, und sie werden sich daran erinnern, dass das Grab ihres Vaters und Großvaters hier ist.

Da mir der politische Verlauf in der Türkei nicht zusagt, möchte ich mich nicht einmal dorthin wenden, um zu ruhen.
Wenn ich in der Türkei begraben würde, könnten sie keine Blumen auf meinem Grab pflanzen. Die Friedhöfe hier sind sehr sauber und werden gut gepflegt.

Cumali Yağmur: Herr Bahattin Görgülü, ich danke Ihnen für diese ausführlichen Informationen.

7 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Studie: Deutsche ohne Migrationsgeschichte fürchten Rechtsextremismus am stärksten

von Fremdeninfo 7 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Sonja Issel/ Euronews

Eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung hat die Entwicklung der deutschen Einwanderungsgesellschaft untersucht – darunter auch die Verteilung der Angst von Rechtsextremismus.

Demnach machen sich knapp drei Viertel der Deutschen ohne familiäre Einwanderungsgeschichte Sorgen: Insgesamt 74 Prozent stimmten der Aussage zu, „Der Rechtsextremismus in Deutschland macht mir Angst.“

Überraschend fällt der Vergleich mit Menschen aus, die eine Migrationsgeschichte haben: 66 Prozent von ihnen äußerten Besorgnis – also sechs Prozentpunkte weniger als bei Deutschen ohne Migrationshintergrund.

Unter den in Deutschland lebenden Ausländern liegt der Anteil bei 55 Prozent.

Besonders häufig äußern laut Studie Menschen mit Wurzeln in der Türkei und in Russland Sorge über den Rechtsextremismus. Deutlich geringer ist der Anteil dagegen unter Menschen polnischer Herkunft.

Unterschiede bei antisemitischen Einstellungen

Die Studie weist deutliche Unterschiede im Vertrauen gegenüber jüdischen Menschen aus. Unter den Befragten mit türkischem Hintergrund gaben rund 26 Prozent an, jüdischen Menschen zu misstrauen – 2015 lag dieser Wert noch bei 18 Prozent. Die Studie verweist auf den Gaza-Krieg als möglichen Einflussfaktor, der nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 begann.

Auch die polizeiliche Kriminalstatistik spiegelt die angespannte Lage wider: 2024 wurden bundesweit 6.236 Fälle mit mutmaßlich antisemitischer Motivation erfasst. Von insgesamt 7.328 politisch motivierten Straftaten, die den Unterthemen „Israel“ und „Palästina“ zugeordnet wurden, bewertete die Polizei 2.832 als antisemitisch motiviert. Laut Polizei ereignete sich ein großer Teil der 793 politisch motivierten Gewaltdelikte im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt im Umfeld von Demonstrationen und Protestaktionen.

Überdurchschnittlich häufig teilten zudem Spätaussiedler diese Aussage (18 Prozent). Als Spätaussiedler gelten Menschen deutscher Herkunft, die nach dem Zweiten Weltkrieg – insbesondere nach dem Zerfall der Sowjetunion – aus Osteuropa und der früheren UdSSR nach Deutschland eingewandert sind.

Ablehnung von Homosexualität rückläufig

Die Studie „Einwanderungsgesellschaft im Wandel“ beleuchtet auch Einstellungen zu Homosexualität. Unter Deutschen ohne Migrationshintergrund ist die Ablehnung heute selten. Zwar ist die Ablehnung unter Menschen mit Migrationshintergrund sowie unter ausländischen Staatsangehörigen im Vergleich zu vor zehn Jahren zurückgegangen, liegt aber weiterhin bei 18 beziehungsweise 19 Prozent.

In der Vergleichsgruppe ohne Migrationsgeschichte stimmten sieben Prozent der Aussage „Ich will keine homosexuellen Freunde“ zu.

Auffällig sei laut der Studie zudem: Sowohl unter den befragten Muslimen als auch unter orthodoxen Christen liegt der Anteil derjenigen, die keine homosexuellen Freundschaften möchten, bei rund einem Viertel.

Wahrnehmung von Respekt: ein negativer Trend

Beim Thema gesellschaftlicher Respekt zeigt die Befragung einen negativen Trend. 37 Prozent der Deutschen ohne Migrationsgeschichte berichten, dass sie sich „immer“ respektvoll behandelt fühlen. Unter Menschen mit Migrationshintergrund liegt der Anteil bei 39 Prozent. Von den ausländischen Befragten gaben 52 Prozent an, sich in Deutschland „immer“ respektvoll behandelt zu fühlen – ein Wert, der unter anderem auch durch den Vergleich mit Erfahrungen im Herkunftsland beeinflusst sein könnte.

Im Jahr 2015 lag der Anteil derjenigen, die sich stets respektvoll behandelt fühlten, in allen drei Gruppen noch bei 56 Prozent. Die aktuellen Daten zeigen daher einen rückläufigen Trend.

Dennoch: Trotz dieser Entwicklungen bleibt die grundsätzliche Zufriedenheit hoch: Auf die Frage „Leben Sie alles in allem gerne in Deutschland?“ antworteten in allen untersuchten Gruppen mehr als 90 Prozent mit „Ja“. Im Vergleich zur Erhebung von 2015 ist dieser Anteil jedoch in jeder Gruppe leicht zurückgegangen.

Rund 3.000 Personen befragt

Für die repräsentative Studie zum Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft wurden zwischen Anfang Oktober 2024 und Ende Januar 2025 bundesweit rund 3.000 Personen befragt. Dazu zählten 1.007 Ausländerinnen und Ausländer sowie 1.003 Menschen mit Migrationshintergrund – also Personen, die selbst im Ausland geboren wurden oder bei denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren ist.

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Allgemein

BSW steht künftig nicht mehr für „Bündnis Sahra Wagenknecht

von Fremdeninfo 7 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 Von: dts Nachrichtenagentur

 Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) – BSW steht künftig nicht mehr für „Bündnis Sahra Wagenknecht“, sondern für „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“. Das entschied der Parteitag am Samstag in Magdeburg mit großer Mehrheit. Formal erfolgt die Umbenennung zum 1. Oktober 2026.

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Für die Namensänderung hatte es zuvor 3.000 Vorschläge gegeben. Man habe einen Namen gesucht, der „auch in 15 Jahren noch funktioniert“, begründete der scheidende Generalsekretär Christian Leye den Vorschlag des Vorstandes.

Vor der Umbenennung präsentierten andere Delegierte auch Kritik: „Das ist ein Wortkettenmonster“, sagte ein Vertreter des Landesverbandes Rheinland-Pfalz und schlug als Alternative „Bürger schaffen Wandel“ vor. Er scheiterte damit ebenso wie der Kreisverband Niederbayern, der BSW für „Bündnis Sozialer Weg“ stehen lassen wollte.

Neben der Umbenennung soll am Nachmittag auch die personelle Emanzipation von Wagenknecht erfolgen – es wird ein neuer Parteivorstand gewählt. Der bisherige Vorstand hat Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali vorgeschlagen. Oliver Ruhnert, bis vor Kurzem Fußballmanager des Bundesligisten Union Berlin, kandidiert als Generalsekretär.

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Sahra Wagenknecht wird stattdessen eine „Grundwertekommission“ des BSW leiten. Auch dafür wurde am Samstag mit großer Mehrheit die Satzung geändert, ebenso wie für eine Änderung der Parteiaufnahmepolitik. Künftig soll jeder automatisch zwei Monate nach Aufnahmeantrag BSW-Mitglied werden können, wenn es nicht besondere Gründe dagegen gibt.

Wagenknecht verabschiedete sich am Samstag vom Parteivorsitz mit einer kämpferischen Rede. Deutschland drohe wirtschaftlich abzusteigen, und große Teile seiner Industrie und seines Wohlstandes zu verlieren, so Wagenknecht. „Die jüngsten Wirtschaftszahlen sind erschreckend, und die öffentliche Diskussion darüber, mit ihrer Schönrednerei und ihrer Schönfärberei, erinnert mich wirklich an die Endzeit der DDR“, so die scheidende Parteichefin

7 Dezember 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Verschärfung Asylrecht Bundestag beschließt Neuregelung zu sicheren Herkunftsstaaten

von Fremdeninfo 7 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

Die schwarz-rote Koalition verschärft das Asylrecht. Künftig soll allein der Bundestag die sicheren Herkunftsstaaten bestimmen. Der Anspruch auf einen Pflichtanwalt für Menschen in Abschiebehaft wird gestrtet.

Der Bundestag hat beschlossen, dass die Bundesregierung Staaten künftig leichter als sichere Herkunftsländer einstufen kann. Dadurch sollen Abschiebungen in diese Länder schneller möglich werden.

Die Regierung kann solche Einstufungen nun per Rechtsverordnung vornehmen, ohne dass der Bundesrat zustimmen muss. Die Neuregelung 

gilt für Verfahren nach der Genfer Flüchtlingskonvention und den subsidiären Schutz, nicht jedoch für Asylgesuche.

Einzelfallprüfung bleibt bestehen

Asylanträge von Menschen aus den als sichere Herkunftsstaaten geltenden Ländern lehnt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in der Regel als »offensichtlich unbegründet« ab. Dies schließt die Anerkennung eines Schutzstatus im Einzelfall nicht aus. Abgelehnte Antragsteller können jedoch leichter und schneller abgeschoben werden.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, versicherte: »Jede und jeder, der begründen kann, dass Verfolgung droht, erhält Schutz.« Clara Bünger von der Linken sprach dagegen von »Asylverfahren zweiter Klasse«. Filiz Polat (Grüne) hält das Gesetz für verfassungswidrig. AfD-Abgeordneter Christian Wirth erklärte das EU-Asylrecht für dysfunktional und forderte weitere Verschärfungen.

Kein Anspruch mehr auf Pflichtanwalt

Das Gesetz sieht weitere Änderungen vor. Menschen, denen Abschiebehaft oder Ausreisegewahrsam droht, sollen künftig keinen Anspruch mehr auf einen staatlich finanzierten Pflichtanwalt haben. Diese Regelung hatte erst seit dem vergangenen Jahr gegolten.

Der Deutsche Anwaltverein  und die Bundesrechtsanwaltskammer  kritisieren die Rücknahme. «Noch immer sind über die Hälfte aller Inhaftierungen rechtswidrig. Der Staat muss sich hier eine besonders genaue Prüfung gefallen lassen«, erklärte der Anwaltverein. SPD-Politiker Fiedler sagte, in schwierigen Fällen werde es auch künftig einen Rechtsbeistand geben.

Kein Pass bei Täuschungen im Einbürgerungsverfahren

Wer im Einbürgerungsverfahren täuscht oder bewusst falsche Angaben  

macht, soll zudem zehn Jahre lang keinen deutschen Pass mehr erhalten. Die schwarz-rote Koalition reagiert damit auf Ermittlungen zu gefälschten Sprachzertifikaten in mehreren Bundesländern. »Wer im Einbürgerungsverfahren schon versucht zu täuschen, der hat den deutschen Pass nicht verdient«, sagte der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Alexander Throm (CDU)

Die Sperre soll greifen, wenn eine Behörde den Betrug eindeutig festgestellt oder eine Einbürgerung rechtskräftig zurückgenommen hat. Sie soll auch gelten, wenn Antragsteller vorsätzlich falsche oder unvollständige Angaben zu wichtigen Voraussetzungen machen.

Kritik von Flüchtlingsorganisation Pro Asyl

Mit dem Bundestagsbeschluss »geht der Politikwechsel in der Migrationspolitik weiter«, sagte Throm. Laut ihm wolle man bald Algerien, Indien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsländer einstufen.

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl sieht hingegen »zwei sehr problematische Regelungen verabschiedet«. Mit der Bestimmung sicherer Herkunftsstaaten per Rechtsverordnung »wird ein Gesetzgebungsprozess absichtlich umgangen, obwohl er verfassungsrechtlich vorgeschrieben ist«, kritisierte die rechtspolitische Sprecherin der Organisation, Wiebke Judith.

7 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

NÂR – THE SOUND OF ONE: DIE KONZERTE BEGINNEN – DIE MUSIK URALTER KULTUREN EROBERT DIE BÜHNE

von Fremdeninfo 5 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von: Mehmet Tanlı/  Köln

„NÂR – The Sound of ONE“: Eine musikalische Reise, die die Klänge uralter Geografien in sich trägt, beginnt im Dezember.

NÂR, ein Musik- und Kulturprojekt, das die Spuren verschiedener Kulturen widerspiegelt, wird in Deutschland aufgeführt.

Das jahrtausendealte Klanggedächtnis Anatoliens und Mesopotamiens erhebt sich erneut wie eine Flamme, die durch die Jahrhunderte gefiltert wurde.

„NÂR – The Sound of ONE“ verbindet die Musiktraditionen dieser uralten Geografien, die die gemeinsame Geschichte der Menschheit in sich tragen, mit der Sensibilität der Gegenwart und lädt den Zuhörer sowohl in die Vergangenheit als auch in das Jetzt ein. Dieses besondere Projekt spürt einem 3.500 Jahre alten kulturellen Gedächtnis nach; es lauscht Mythen, Gebeten, Sprachen, Tänzen und vergessenen Märchen. NÂR ist nicht nur ein Konzert; es ist ein Tor in die Tiefen der Zeit, eine Brücke zwischen Wurzeln und Zukunft, eine Hommage an die heilende Kraft des Klangs für das Gedächtnis.

Sieben neue Werke von Mehmet Akbaş: Das Echo einer verschwindenden Sprache

Mehmet Akbaş, der die künstlerische Leitung des Projekts übernimmt, macht mit diesem Projekt die zerbrechlichen, feinen und vom Aussterben bedrohten Klänge des Zazaki, an denen er seit Jahren akribisch arbeitet, wieder sichtbar.

Sieben neue Kompositionen von Akbaş bilden das Herzstück von NÂR. Diese Werke sind mal von der Würde einer Qaside-Tradition, mal vom unschuldigen Rhythmus eines Kindergedichts und mal von den innigen Klängen persönlicher Erinnerungen geprägt. Jedes Stück erwacht auf der Bühne sowohl als individuelle Stimme als auch als Träger des kollektiven Gedächtnisses zum Leben.

Zwischen Tradition und Moderne: Die atmosphärische Welt von Erdem Altınses

Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Erdem Altınses.

Altınses ist bekannt für seine episch-filmischen Arrangements. Bei NÂR bringt er traditionelle Instrumente – Saz, Laute (Lavta), Duduk, Def – mit den tragenden Instrumenten der modernen Musik – Cello, Klavier, Gitarre, Flöte und Schlagzeug – zusammen und schafft so ein Klanguniversum, das zugleich vertraut und frisch ist.

Durch seine Berührung lösen sich die Melodien von der Zeit und verwandeln sich in eine Atmosphäre zwischen den Räumen: Mal eine alte Klage, die sich in einem Tal ausbreitet, mal eine zeitgenössische Melodie, die zwischen den Lichtern der Stadt wandert…

Ein gemeinsamer Klang, in dem Kulturen zusammenkommen: Der Geist von NÂR

„NÂR – The Sound of ONE“ speist sich aus den Ländern, in denen viele Völker Nachbarn waren und Zeugen der Geschichten der anderen wurden. Die Musiktraditionen der Zaza, Kurden, Armenier, Assyrer, Juden, Türken, Araber und Pontos-Griechen kommen in diesem Projekt nicht über Gegensätze zusammen, sondern als Klänge, die sich zueinander erstrecken und sich gegenseitig ergänzen.

NÂR webt diese vielschichtige Welt nicht wie ein Mosaik, sondern in einem einzigen Atemzug, einem einzigen Herzschlag, einem einzigen Gefühl der „Einheit“. In diesem Universum, in dem sich Klänge begegnen, werden Unterschiede nicht zur Trennung, sondern zu einem natürlichen Teil des Reichtums und des gemeinsamen Gedächtnisses.

Der Konzertkalender für Dezember 2025 sieht wie folgt aus:

Diese einzigartige musikalische Reise wird im Dezember in drei Städten auf das Publikum treffen:

  • Mittwoch, 10. Dezember 2025 – 19:30 Uhr: Köln, Lutherkirche – Uraufführung (Premiere). Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lichter der Kulturen“.

  • Donnerstag, 11. Dezember 2025 – 19:30 Uhr: Duisburg, Kulturkirche Liebfrauen

  • Freitag, 12. Dezember 2025 – 19:30 Uhr: Herford, Lutherhaus

5 Dezember 2025 0 Kommentare
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