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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Information

Der Türkei laufen die Ärzte davon

von Fremdeninfo 10 Mai 2022
von Fremdeninfo

Der Türkei laufen die Ärzte davon

Von

Stefan Kreitewolf

–

10.05.2022

.
Die Ausstattung vieler türkischer Krankenhäuser und Arztpraxen ist gut, beim Personal aber herrscht Knappheit (Symbolfoto). Quelle: Pixabay

Begehrte Fachkräfte: Hunderte Mediziner verlassen jährlich die Türkei. Ihr Ziel: Europa und die USA. Indes herrscht im Land Ärzte-Mangel, obwohl Staatspräsident Erdoğan die Krankenhäuser modernisieren lässt. Woran das liegt.

Miese Bezahlung, Gewalt und Druck aus der Politik: Viele junge türkische Ärzt:innen sehen in ihrer Heimat keine Zukunft mehr. Hunderte der begehrten Fachkräfte suchen ihr Glück jährlich im Ausland. Allein im Jahr 2021 verließen laut türkischer Ärztekammer mehr als 1.500 Mediziner:innen das Land.

Der Grund? Druck aus der Politik – allen voran von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Viele der weltoffenen Doktor:innen sahen sich erst nach dem Putschversuch von 2016 unter Generalverdacht gestellt. Dann kam Corona. Und in der Pandemie erhöhte sich der Druck aus Ankara noch einmal.

Druck aus der Politik, Angriffe von Patienten

Erdoğan warf einigen Mediziner:innen vor, schuld an der Ausbreitung des Virus zu sein. Und wer seine Corona-Politik oder die offiziellen Infektionszahlen infrage stellte, musste harte Konsequenzen fürchten. Die Folge: Körperliche Angriffe durch unzufriedene Patient:innen häuften, die Arbeitsbedingungen in türkischen Krankenhäusern verschlechterten sich.

Dabei brüstet sich gerade der allmächtige Präsident gern mit den Krankenhäusern des Landes. In den vergangenen Jahren hatte er in der gesamten Türkei riesige städtische Spitäler bauen lassen. Ausgestattet mit neuester Technologie und Tausenden von Betten, sollten sie das Gesundheitswesen des Landes nach vorn bringen.

Gehälter gering, Preise steigen

Bei den Wähler:innen sorgte das für Popularität. Doch der Betrieb der Krankenhäuser ist in Zeiten von Flucht und Ärztemangel keinesfalls gesichert. Das liegt auch an der schlechten Bezahlung der Mediziner:innen im internationalen Vergleich. Eine Fachärztin verdient in der Türkei rund 20.000 Lira – umgerechnet circa 1.270 Euro.

Proteste in der Türkei: Hausärzte schließen Praxen

Wegen der derzeitigen Hyperinflation und der schwierigen Lage der türkischen Wirtschaft ist das nicht besonders viel. Zumal die Preise für Lebensmittel, Energie und Wohnen in den vergangenen Monaten regelrecht explodierten (DTJ-Online berichtete). Hinzu kommt: Türkische Ärzt:innen erhalten nur geringe Rentenbeiträge. Klar, dass das Ausland mit höheren Löhnen lockt.

Besonders beliebt: Deutschland

Mittlerweile werben sogar internationale Agenturen um türkische Ärzt:innen und bieten an, sie nach Europa, in die USA oder nach Kanada zu vermitteln. An den besten Medizinfakultäten des Landes finden regelmäßig entsprechende Infoveranstaltungen statt. Besonders hoch im Kurs: Deutschland, wo ebenfalls viele Angestellte im Gesundheitswesen selbst das Weite suchen.

Eine große türkische Community, gute Perspektiven auf dem Jobmarkt, wirtschaftliche Sicherheit: Klar, dass Deutschland als beliebtes Auswanderungsland für türkische Mediziner:innen gilt. Und weil hierzulande Ärzte-Mangel herrscht, kommen die bestens ausgebildeten Doktor:innen vom Bosporus wie gerufen.

Für das Gesundheitssystem in der Türkei verheißt das indes nichts Gutes. Schließlich betreiben sich die modernen Kliniken des Landes nicht von selbst.

 
 
 
 
 
 
10 Mai 2022 0 Kommentare
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Information

der Türkei flammt der Streit um die syrischen Flüchtlinge wieder auf

von Fremdeninfo 9 Mai 2022
von Fremdeninfo

INeue Zürcher Zeitung Deutschland

der Türkei flammt der Streit um die syrischen Flüchtlinge wieder auf

Videos sind in der Türkei ein bedeutendes Mittel der politischen

Kommunikation. Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan produziert regelmässig aufwendige Filme, um auf die Errungenschaften ihrer langen Amtszeit zu verweisen, ihre Sicht auf die nationale Geschichte darzustellen oder ihre Gegner anzugreifen.

Auch andere Akteure wissen die Macht des Mediums zu nutzen. Niemand war damit so erfolgreich wie der flüchtige Mafiaboss Sedat Peker. Seine Ausführungen über die Verstrickungen zwischen Politik und organisiertem Verbrechen, die in einem Hotelzimmer in Dubai aufgezeichnet wurden, hielten das Land während Wochen in Atem.

«Lautlose Invasion»

Nun gibt erneut eine Videoproduktion zu reden. Fast vier Millionen Mal wurde der Film «Lautlose Invasion» bisher angesehen, seitdem er vergangene Woche auf der Videoplattform Youtube aufgeschaltet wurde . In dem viertelstündigen Machwerk wird das düstere Bild einer Türkei im Jahr 2043 gemalt, in der Araber das Land dominieren und Türken diskriminiert werden.

Am Ende des vor Vorurteilen triefenden Videos spricht die Filmemacherin Hande Karacasu in dramatischen Worten von den hohen Geburtenraten der syrischen Flüchtlinge, der titelgebenden lautlosen Invasion und der Notwendigkeit, zu handeln, bevor es zu spät sei.

Auftraggeber dieses filmischen Pamphlets ist Ümit Özdag, der Chef der kleinen, aber umso lauteren Zafer Partisi (Siegespartei). Die erst im August 2021 gegründete Kraft am äussersten rechten Rand kommt in Meinungsumfragen zwar nicht einmal auf ein Prozent der Stimmen. Mit ihrer regen und oftmals provokativen Präsenz in den sozialen Netzwerken versteht sie es aber, über ihre Grösse hinaus Aufmerksamkeit zu erregen.

Özdag, der in München Politik studiert hat, war früher Mitglied von Erdogans nationalistischem Koalitionspartner MHP und gehörte später, nach deren Abspaltung, der oppositionellen IYI-Partei an. Beiden im rechtsnationalen Lager verankerten Parteien wirft er vor, in der Flüchtlingsfrage nicht entschlossen genug aufzutreten. Regelmässig ruft er dazu auf, alle Flüchtlinge aus der Türkei auszuweisen.

Veränderte Stimmungslage

Die schlechte Wirtschaftslage und der damit verbundene dramatische Wohlstandsverlust stellen zwar mit Abstand die grösste Sorge der Türkinnen und Türken dar. Die Jahresinflation lag im April bei 70 Prozent – und das sind nur die offiziellen Zahlen. Das unabhängige Forschungsinstitut Enag kam in seiner Berechnung vom Donnerstag auf eine Jahresinflation von schwindelerregenden 157 Prozent.

Doch auch die Flüchtlingsthematik ist politisch brisant. Denn die Stimmung gegenüber den 5,5 Millionen Ausländern im Land, von denen die grosse Mehrheit Flüchtlinge und Migranten sind, hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Besonders im Fokus stehen die 3,7 Millionen Syrer, die in der Türkei temporären Schutz geniessen.

War zu Beginn des syrischen Bürgerkriegs die Solidarität mit den in der Türkei Schutzsuchenden noch gross, werden sie gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zunehmend als Last wahrgenommen. Ein besonders in säkularen Kreisen tief verwurzelter Antiarabismus verstärkt das Phänomen. Polemische Äusserungen gegen Flüchtlinge und ihre vermeintlich grosszügige Unterstützung durch den Staat sind an der Tagesordnung. Mitunter kommt es auch zu Gewalt. Im vergangenen Sommer gab es in Ankara pogromartige Szenen gegen syrische Geschäfte.

Ein gefundenes Fressen für die Opposition

Die gewandelte Stimmungslage ist für Präsident Erdogan ein Problem. Die bereitwillige Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge war nicht nur ein humanitärer Akt, sondern auch eng mit Erdogans Ambitionen für eine Führungsrolle in der sunnitischen Welt verbunden. Entsprechend stark fällt die Kritik an ihm persönlich aus.

Nicht nur radikale Kräfte wie die Siegespartei, auch die gemässigten, grossen Oppositionsparteien versuchen mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr daraus Kapital zu schlagen. Der Krieg in Syrien sei vorüber, der Grund für den Aufenthalt nicht mehr gegeben, heisst es. Irgendwann müsse jeder Gast nach Hause gehen.

Der Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu, der Chef der kemalistischen CHP, verspricht im Falle eines Wahlsiegs Verhandlungen mit dem Regime in Damaskus über die – freilich unrealistische – Rückkehr aller syrischen Flüchtlinge. Hunderttausende von syrischen Kindern gehen hier zur Schule, es gibt Zehntausende von syrischen Geschäften.

In den vergangenen Wochen beschuldigte Kilicdaroglu die Regierung, Syrer in der Türkei in grossem Stil einzubürgern, um sich zusätzliche Wählerstimmen zu sichern. Bereits im Sommer 2021 hatte Kilicdaroglu angesichts der zu erwartenden Massenflucht aus Afghanistan nach dem Fall Kabuls den ungenügenden Schutz der türkischen Landesgrenze kritisiert.

Regierung zieht die Schrauben an

Angesichts seiner schlechten Umfragewerte kann der türkische Präsident diese Kritik nicht ignorieren. Wie vor den Lokalwahlen vor drei Jahren zieht die Regierung daher die Schrauben gegenüber den Syrern und anderen Ausländern im Land demonstrativ an.

Diese Woche kündigte Erdogan an, die Voraussetzungen für die Rückkehr von bis zu einer Million Menschen zu schaffen. Dafür will die Türkei in den syrischen Regionen unter Kontrolle verbündeter Kräfte 100 000 neue Häuser bauen. Noch vor einem Monat hatte Erdogan versichert, seine Regierung werde niemanden zurückschicken.

Auf Druck des nationalistischen Koalitionspartners MHP entschied die Regierung zudem, den Syrern dieses Jahr nicht zu erlauben, für die Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan zu Verwandten in der Heimat zu reisen. Zuvor hatte es eine Diskussion darüber gegeben, ob der Schutzstatus durch einen Heimaturlaub nicht verwirkt werde.

In der aufgeheizten Wahlkampfstimmung hat sich der Ton gegenüber den Syrerinnen und Syrern in der Türkei nochmals verhärtet. Für eine Debatte über langfristige Perspektiven für jene, die nach zehn Jahren im Land hier heimisch geworden sind, über Integration und die Voraussetzungen für ein gütliches Zusammenleben gibt es keinen Platz. Auf Dauer wird man sich aber diesen Fragen nicht verschliessen können.

9 Mai 2022 0 Kommentare
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Politik

Die Türkei sollte ihre grenzüberschreitende Kurdenverfolgung einstellen, sofort!

von Fremdeninfo 9 Mai 2022
von Fremdeninfo

Die Türkei sollte ihre grenzüberschreitende Kurdenverfolgung einstellen, sofort!

Cumali Yagmur

Heute findet der Völkermord der Türkei an der kurdischen Bevölkerung grenzübergreifend im Irak und in Syrien nach wie vor statt, wie jeden Tag. Und die ganze Welt schaut nur zu. Während der Angriff Russlands auf die Ukraine weltweit verurteilt wird, schweigt man hier.

Wie jeder Diktator spielt der türkische Präsident Erdogan auch hier ein doppeltes Spiel. Er bietet sich als Vermittler im Krieg zwischen der Ukraine und Russland an, weil er glaubt, in der Europäischen Union EU über einen guten Ruf zu verfügen und will so die Aufnahme der Türkei in die EU befördern. Durch den Besuch des Bundeskanzlers Scholz in der Türkei empfindet er sich in seiner Bedeutung bestätigt, zumal Scholz von diesem Besuch zurückkehrte, ohne mit der türkischen Opposition gesprochen zu haben und ohne die Verletzungen der Menschenrechte in der Türkei und die Inhaftierungen oppositioneller Politiker zumindest erwähnt zu haben. Ihm, Scholz, war es somit gleichgültig, dass die Entscheidung des Freispruchs des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte des HDP-Ex-Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş und des Kulturaktivisten Osman Kavala in der Türkei nicht umgesetzt wurde. Mit diesen Vorgaben nehmen Erdogan und seine Leute quasi als Vertreter der Europäischen Union ihre Position als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland ein. Er kann nicht erfolgreich sein, weil wechselnde Positionen vertritt und nicht vertrauenswürdig ist.

In Ungarn gewann der nationalkonservative Politiker Victor Orban die Wahl zum Ministerpräsidenten erneut mit großer Mehrheit, trotz des Zusammenschlusses sechs oppositioneller Parteien. Auch Orban bot sich durch seine Verbundenheit mit Putin als Vermittler an. Doch dieser Diktator Putin sitzt mit niemandem am Verhandlungstisch, trotz des gegen ihn und das ganze Land verhängten Embargos.

Der türkische Politiker Tayiip Erdogan Bahçeli sprach es aus: auch hier bei uns hier greift ein Diktator Kurden an „und ernährt sich von ihrem Blut“, um Wahlen zu gewinnen! Deswegen wird grenzüberschreitend Krieg im Irak und in Syrien gegen die kurdische Bevölkerung geführt und Völkermord an ihnen begangen. Und zur Rechtfertigung werden diese weiterhin als Terroristen tituliert.

Aber auch nationalistische und rassistische türkische Oppositionsparteien unterstützen den Völkermord an den Kurden im Irak, in Syrien und das Überqueren der Grenzen in andere Länder. Auch sie unterstützen ohne zu zögern diese Angriffe auf die Kurden. Auch wenn der CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu sagt: „Unsere Soldaten sollten im gesegneten Monat Ramadan nicht bluten. Auch wenn der Islam verteidigt wird, darf es keinen Krieg geben im heiligen Monat Ramadan“; unterstützten andere Oppositionsparteien den Völkermord an den Kurden.

Keine andere Oppositionspartei als die HDP durfte sich bereits seit Jahren behaupten, das faschistische AKP-MHP-Regime habe ohne jeden Widerstand die Grenzen anderer Länder überschritten und gesagt, dass die dort lebenden Kurden Völkermord begehen. Der irakische Außenminister erklärte dagegen öffentlich, die Türkei solle sich nicht in unsere inneren Angelegenheiten einmischen und alle Kräfte abziehen und bestellte den türkischen Botschafter ein.

Zu wenige Bürgerlichen Parteien Linken und Demokraten stellen sich gegen diesen schmutzigen Krieg und den Völkermord,

Sie tun dies gemeinsam mit dem Kollaborateur KDP, der dem faschistischen türkischen AKP-MHP-Regime seit Jahren zum Grenzübertritt verhilft, während sie im Irak Mord und Völkermord an Kurden in Syrien verüben. Die KDP-Mitglieder im Irak zögern nicht, die Angehörigen der Barzani-Familie und die irakischen Regrung Kurden zu verraten.

Sie applaudieren zusammen mit dem faschistischen Regime AKP und MHP diesem Mord und dem Völkermord an ihrem eigenen Volk. Progressive Kräfte in der ganzen Türkei sollten das verurteilen; genauso wie wir den Angriff Russlands auf Ukraine und die Tötung wehrloser Kinder, Frauen und Zivilisten verurteilen, sollten wir den Angriff der Türkei auf die Kurden verurteilen.

Im Krieg werden Menschen getötet, Dörfer und Städte zerstört. Kriege sind der Feind von allem und können niemals der Weg sein zur Lösung irgendeines Problems. Vernünftig und tugendhaft denkenden Menschen lösen Probleme, indem man im Dialog zusammensitzt.

9 Mai 2022 0 Kommentare
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Information

Diyarbakır: Größte armenische Kirche im Nahen Osten wiedereröffnet

von Fremdeninfo 9 Mai 2022
von Fremdeninfo

Diyarbakır: Größte armenische Kirche im Nahen Osten wiedereröffnet

Von

dtj-online

–

08.05.2022

 
 
 
 
Münir Karaloğlu, der Gouverneur von Diyarbakır, spricht während der Wiedereröffnung der St.-Giragos-Kirche in Diyarbakır. Foto: Diyarbakır Valiliği

Die St.-Giragos-Kirche in Diyarbakır war 2015 bei Kämpfen stark beschädigt worden. Nach jahrelanger Restaurierung hat das größte armenische Gotteshaus im Nahen Osten nun wieder eröffnet. Die Details zum feierlichen Akt.

2015 bei Gefechten zwischen PKK-Terroristen und türkischem Militär stark beschädigt, eröffnete die St.-Giragos-Kirche im südosttürkischen Diyarbakır nun wieder. Der türkische Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy würdigte die Kirche als wichtigen Bau für das Weltkulturerbe.

An der Eröffnung nahm auch der armenische Patriarch in der Türkei, Sahag Maschalian, teil. Am Sonntag soll erstmals nach Jahren wieder ein Gottesdienst abgehalten werden. Er freue sich sehr darüber, sagte der Leiter der Kirchenstiftung, Ergün Ayık, der Deutschen Presse-Agentur.

Bewegte Geschichte

Die im 14. Jahrhundert erbaute Kirche habe jahrelang als Zentrum der armenischen Kirchen in Südostanatolien gegolten und trage daher einen „hohen geistigen Wert“ für Armenier. Der überdachte Raum betrage 1.300 Quadratmeter, das mache sie zur größten armenischen Kirche im Nahen Osten.

Das Gotteshaus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach der Vertreibung der Armenier im Osmanischen Reich nutzten im Ersten Weltkrieg deutsche Soldaten das Kirchengebäude als Kaserne. Das Kaiserreich war der engste Verbündete des Osmanischen Reiches. Dann wurde das Gotteshaus zum Warenlager.

19 Millionen Türkische Lira

Später verfiel die Kirche zunehmend und wurde zwischen 2010 und 2012 wieder aufgebaut. Doch schon im Jahr 2015 geriet die im Stadtteil Sur gelegene Kirche in die Mitte eines Konflikts: Ein Waffenstillstand zwischen der PKK und der türkischen Regierung war gescheitert.

PKK-Kämpfer und Militär lieferten sich auch in Sur Gefechte, jahrelang war das Gebiet abgesperrt. Inzwischen gibt es dort keine Kämpfe mehr. Die Kirche habe – angefangen von den Fenstern über Einschusslöcher – starke Schäden erlitten, sagte Ayık. Die vom Staat unterstützte Restaurierung habe zwei Jahre gedauert und etwa 19 Millionen Türkische Lira (ca. 1,2 Millionen Euro) gekostet.

dpa/dtj

9 Mai 2022 0 Kommentare
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Archive

Warum Russen massenweise Immobilien in der Türkei kaufen

von Fremdeninfo 9 Mai 2022
von Fremdeninfo

Warum Russen massenweise Immobilien in der Türkei kaufen

Von

Stefan Kreitewolf

–

07.05.2022

 
 
 

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Aktuell besonders begehrt: Immobilien an der türkischen Riviera nahe Antalya. Foto: Unsplash

Steigende Preise, mangeldes Angebot: Reiche Russen kaufen aktuell massenweise Wohnungen und Häuser in der Türkei auf – besonders an der beliebten Mittelmeerküste. Ihr Ziel: ein türkischer Pass.

Sonne, Strand und Palmen: Das verspricht die sonnenverwöhnte türkische Riviera. Und viele Russ:innen zieht das aktuell besonders an. Als Folge des Krieges können Bürger:innen der Russischen Föderation nämlich in viele Länder der Welt nicht mehr ohne Weiteres einreisen.

Anders in der Türkei: Die seit jeher bei Russ:innenen beliebten Urlaubsdestinationen Antalya und Co. erleben aktuell einen Run der besonderen Art. Viele gut betuchte Tourist:innen aus Russland bemühen sich derzeit um Wohnungen und Häuser in der Türkei als Zuflucht vor der tristen Realität daheim.

250.000 US-Dollar für „Goldenen Pass“

Hinzu kommt: die Aussicht auf den sogenannten „Goldenen Pass“. Denn Ausländer, die Immobilien im Wert von 250.000 US-Dollar kaufen, und sich verpflichten, diese für mindestens drei Jahre zu behalten, können in nur drei Monaten die türkische Staatsbürgerschaft erwerben.

Die Aussicht auf einen neuen Pass inklusive Reisefreiheit bringt aktuell viele Russ:innen in die Türkei. Immobilienmakler berichten von einem starken Anstieg russischer Investitionen seit dem Einmarsch in der Ukraine. Indes sorgt das in der Türkei für steigende Immobilienpreise und einen leergefegten Markt.

Weniger Sorgen für Russen

Hinzu kommt: Wer es sich leisten kann, verlegt seine mobilen Vermögenswerte in die Türkei. So liegen besonders viele Yachten und Boote von russischen Oligarch:innen in türkischen Häfen – zum Beispiel die „Solaris“ von Noch-Chelsea-Besitzer und Multimilliardär Roman Abramowitsch.

Wird die Türkei zum Refugium russischer Oligarchen?

Wer es schafft, einen türkischen Pass zu ergattern, hat als Russ:in weniger Sorgen – und kann sogar ab und an in die Heimat fliegen. Denn Istanbul ist, neben Dubau, eine der wenigen noch verbliebenen Drehscheiben für den Luftverkehr Russlands mit der westlichen Welt.

Geldregen aus Moskau

Ein weiterer Vorteil: an vielen türkischen Geldautomaten bekommen mit  russischen Bankkarten Geld. Für die türkische Wirtschaft zahlt sich das bereits aus. Besonders die von der Covid19-Pandemie stark betroffene Tourismusindustrie sowie der unter der Inflation leidende Immobilienmarkt nehmen den Geldregen aus Moskau gern entgegen

 

 

9 Mai 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Wir forschen zu Rassismus in Deutschland

von Fremdeninfo 8 Mai 2022
von Fremdeninfo

Wir forschen zu Rassismus in Deutschland

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) untersucht Ursachen, Ausmaß und Folgen von Rassismus in Deutschland. Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) will damit Entwicklungen und Trends in Bezug auf Rassismus in Deutschland erfassen. 

Rassistische Realitäten – Wie setzt sich Deutschland mit Rassismus auseinander?

Wie nehmen die Menschen in Deutschland Rassismus wahr – im Alltag, aber zum Beispiel auch in Behörden? Wie bewerten sie rassistische Vorfälle? Sind sie bereit, dagegen vorzugehen? Und wie viele glauben, dass menschliche „Rassen“ existieren? Unsere repräsentative Studie „Rassistische Realitäten“ beleuchtet erstmals umfangreich, wie sich unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen mit Rassismus auseinandersetzen.

Zur Studie

Umfragen und Studien

Um herauszufinden, wie verbreitet rassistische Einstellungen in der Bevölkerung sind, sollen in einer wiederkehrenden, repräsentativen Bevölkerungsumfrage rund 6.000 Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte befragt werden. Diese Umfrage soll auch das Ausmaß rassistischer Erfahrungen erfassen, die Menschen machen, die davon betroffen sind. Strukturen, Normen und Organisationskulturen von Institutionen sollen analysiert werden, um Erkenntnisse über strukturellen Rassismus zu erlangen. Hinzu kommen 34 explorative Studien zum Umgang mit rassistischen Erfahrungen – z.B. zu Rassismus im Bildungssystem, Rassismus auf dem Arbeitsmarkt, im Sport und in den Medien sowie zu Rassismus in Zeiten von Corona.Kurzstudien

Um einen umfassenden Rassismusmonitor vorzubereiten, hat das DeZIM im Jahr 2020 insgesamt 34 Kurzstudien durchgeführt. Diese Kurzstudien wurden in den bestehenden Strukturen des DeZIM verwirklicht. Die Vorgabe war: (1) bestehende Forschungsprojekte zu erweitern, (2) neue und innovative Ansätze zu verfolgen oder (3) eine Infrastruktur aufzubauen, um Rassismus zu erforschen. Die Ideen dazu gingen aus einem internen Wettbewerb des DeZIM-Instituts und der DeZIM-Forschungsgemeinschaft hervor.

Alle Kurzstudien

Methoden

Der Rassismusmonitor verbindet quantitative, qualitative und experimentelle Methoden. Neben repräsentativen Bevölkerungssurveys und Betroffenenbefragungen werden juristische, statistische, sozialpsychologische, gesundheitswissenschaftliche, politikwissenschaftliche und kulturanalytische Zugänge kombiniert, um Ursachen, Ausmaß und Folgen von Rassismus erkennen zu können. Zudem werden Messinstrumente entwickelt, um rassistische Ideologien und Einstellungen besser erheben zu können. Das DeZIM-Forschungscluster „Daten – Methoden – Monitoring“ arbeitet daran, neue Verfahren zu entwickeln, um kleine und schwer erreichbare Zielgruppen besser befragen zu können. Um auf aktuelle Forschungsfragen reagieren zu können, wird dort zudem ein eigenes Online Access Panel aufgebaut, das den Zugang zu diesen Gruppen erlaubt. Die Erfassung von Rassismus unterliegt besonderen forschungsethischen Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen.

8 Mai 2022 0 Kommentare
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Information

Türkisch-arabischer Clan? Schüsse mit vier Verletzten in Duisburg

von Fremdeninfo 8 Mai 2022
von Fremdeninfo

Türkisch-arabischer Clan? Schüsse mit vier Verletzten in Duisburg

Von

dtj-online

–

 

 

Tatort am Marktplatz: Bei Schüssen auf offener Straße sind vier Menschen verletzt worden. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Schüsse fallen, Menschen schreien und fliehen. Ein Konflikt zwischen der Rockergruppe Hells Angels und einem türkisch-arabischen Clan in Duisburg ist eskaliert. Die 15 Festgenommenen sind wieder auf freiem Fuß.

Schüsse fallen, Schreie und Rufe sind zu hören, Menschen flüchten und bringen sich hinter parkenden Autos in Sicherheit. Patronenhülsen liegen später überall verstreut auf der Straße. 19 Stellen werden von der Polizei mit Kreidekreisen markiert. Mindestens ein Auto weist ein Einschussloch auf.

Teile des gesamten, recht unübersichtlichen Geländes im nördlichen Duisburger Stadtteil Hamborn rund um den Tatort am Altmarkt sind noch am Donnerstag mit Flatterband abgesperrt. Die Feuerwehr hilft in der Nacht beim Ausleuchten des Gebietes mit Scheinwerfern.

15 Menschen in Gewahrsam

15 Menschen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Spur führt ins Milieu der Rocker und Clans. Sie hätten alle noch am Donnerstag das Polizeigewahrsam nach ihrer erkennungsdienstlichen Behandlung verlassen können, sagte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

Die Ermittler hatten angedeutet, dass die Festgenommenen, die der Rockergruppe Hells Angels, ihrem Umfeld oder einem türkisch-arabischen Clan zugerechnet werden, nicht kooperativ sind. Er rechne eher nicht mit verwertbaren Aussagen, hatte Duisburgs Polizeipräsident Alexander Dierselhuis gesagt.

Politik verspricht Kampf gegen Clan-Kriminalität

Im Rocker- und Clanmilieu werde geschwiegen. Er befürchte, dass der Schweigekodex auch in diesem Fall zum Tragen komme. Die Mordkommission habe dennoch Ermittlungsansätze. Die Behörden rechnen derzeit nicht mit einer weiteren Eskalation. Er sehe dafür derzeit keine Anzeichen, hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gesagt.

Trotz der Schüsse habe sich die Lage insgesamt sogar verbessert. Tumulte wie am Mittwochabend in Duisburg seien deutlich seltener geworden. „Wir werden im Kampf gegen die Clan-Kriminalität nicht nachlassen und keine Ruhe geben“, sagte Reul. Er sei überzeugt, dass man diese Kriminalität in den Griff bekommen werde.

Bis zu 100 Personen involviert

„Die Gewalt so auf die Straße zu tragen, ist auch für die Organisierte Kriminalität geschäftsschädigend. Sprich: Man bringt damit Aufmerksamkeit auf sich“, sagte Polizeipräsident Dierselhuis. Die Schießerei wird auf einen Konflikt zwischen der Rockergruppe Hells Angels und einem türkisch-arabischen Clan zurückgeführt.

Im Duisburger Stadtteil Hamborn waren am Mittwochabend mindestens 19 Schüsse gefallen. Bis zu 100 Personen sollen an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein. Eine 15-köpfige Mordkommission ermittelt in dem Fall.

dpa/dtj

8 Mai 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Türkische Gemeinde in Deutschland Almanya Türk Toplumu

von Fremdeninfo 5 Mai 2022
von Fremdeninfo
Türkische Gemeinde in Deutschland Almanya Türk Toplumu
Bundesgeschäftsstelle – Genel Merkez

Türkische Gemeinde in Deutschland – Obentrautstr. 72 – 10963 Berlin

Pressemitteilung vom 5. Mai 2022

Es braucht einen glaubwürdigen Haushalt gegen Rassismus!

Antirassismusarbeit der Bundesregierung darf nicht zu Lasten der Betroffenen
umgesetzt werden!

Die Ergebnisse des Nationalen Diskriminierungs– und Rassismusmonitors (NaDiRa), die das
DeZIM–Institut heute vorgestellt hat, belegen die wachsende Sensibilität und das hohe
gesellschaftspolitische Engagement für Antirassismus in Deutschland. Auch die Äußerungen
der Minister*innen der Ampelregierung in den zuständigen Bereichen wecken die Hoffnung,
dass die Arbeit gegen Rassismus Fahrt aufnehmen wird. Irritierend ist allerdings der Blick in
den Haushaltsentwurf, der befürchten lässt, dass es im Wesentlichen bei Worten bleiben
wird.

Deutschland hat endlich eine Antirassismus–Beauftragte – und vor dem Hintergrund der
Ergebnisse der heute vorgestellten Studie – hat sie viel zu tun. Rassismus beinhaltet die fünf
Phänomenbereiche antisemitischen, antischwarzen, antimuslimischen, antiziganistischen
und antiasiatischen Rassismus, zu denen aktuell leider häufig antislawische Diskriminierung
hinzukommt. Die Staatsministerin für Integration Migration und Flüchtlinge soll diese
zusätzlichen Aufgaben als Antirassismus–Beauftragte aber offenbar aus ihrem bisherigen
Budget leisten.

Gökay Sofuo
ğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, stellt klar:
„Eine Antirassismus–Beauftragte ohne Budget ist reine Symbolpolitik. Schlimmer noch, die
Bundesregierung kann doch nicht erwarten, dass Frau Alabali–Radovan die neuen
Herausforderungen zu Lasten ihres Budgets als Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge
und Integration meistert. Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Wenn der Haushalt 2022 so
bleibt, lässt die Bundesregierung die Opfer von Rassismus de facto für dessen Bekämpfung
zahlen.
Damit geschieht eine Schuldumkehr, die wir als TGD niemals stillschweigend
hinnehmen werden! Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es sich hier politische
Intention handelt. Wir erwarten hier eine Korrektur im Haushalt, der ja noch nicht
verabschiedet ist. Ich möchte die Politik daran erinnern, dass Menschen, die selbst von
Rassismus betroffen sind, aktuell 12 % der Wahlberechtigten ausmachen. Tendenz
steigend.“

Die Ergebnisse der Studie zeigen die Komplexität des Rassismusproblems in Deutschland.
Dazu äußert sich Atila Karabörklü, Bundesvorsitzender der TGD, wie folgt: „Wir brauchen
dieses Rassismusmonitoring unbedingt dauerhaft. Die Zahlen machen die
gesellschaftspolitische Dimension deutlich. Laut DeZIM–Institut geben 65% der Befragten an,
dass sie direkt oder indirekt mit Rassismus in Berührung gekommen sind. Auch nicht von
Rassismus direkt Betroffene sind also Betroffene, z.B. über soziale Kontakte wie Familie oder
Freunde oder durch Vorfälle in der Öffentlichkeit. 61% der Befragten sagen außerdem aus,
dass Rassismus Alltag in Deutschland sei und 65% sind der Meinung, dass es Rassismus in
deutschen Behörden gäbe. Es gibt also offenbar ein großes Problembewusstsein auch dafür,
dass für Betroffene der strukturelle Rassismus, die Schlechterbehandlung in vielen
Kontexten wie Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, Schule, mindestens so schmerzhaft sind wie
Beschimpfungen. Das ist wirklich ermutigend.“

Obentrautstr. 72

10963 Berlin

www.tgd.de

info@tgd.de

presse@tgd.de

Referent für Presse– und
Öffentlichkeitsarbeit

Kaan Ba
ğcı
E–Mail:
Kaan.Bagc@tgd.de
5 Mai 2022 0 Kommentare
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Information

Inflationsrate in der Türkei springt auf fast 70 Prozent

von Fremdeninfo 5 Mai 2022
von Fremdeninfo

Inflationsrate in der Türkei springt auf fast 70 Prozent

JM/iLO

In der Türkei sind die ohnehin schon hohen Verbraucherpreise im April weiter in die Höhe geschnellt. Die Inflationsrate stieg auf 69,97 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Statistikamtes hervorging. Dies ist der stärkste Anstieg der Verbraucherpreise seit Februar 2002. 

Die Inflationsrate hatte im März bereits 61,14 Prozent erreicht. Maßgeblich angeheizt wir die enorme Teuerung durch die höheren Energiekosten, die durch den Wertverfall der türkischen Lira zusätzlich nach oben getrieben werden. Verschärft wird die Lage durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine; Russland und die Ukraine sind für die Türkei für den Import von Energieträgern beziehungsweise Getreide wichtig.

Die hohen Verbraucherpreise sind in den vergangenen Monaten zu einem der wichtigsten Themen der türkischen Politik geworden. Die Zentralbank hatte aber trotz der galoppierenden Inflation im Land den Leitzins zuletzt unverändert gelassen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist ein erklärter Gegner hoher Zinsen, die üblicherweise als probates Mittel im Kampf gegen die Teuerung gelten.

Gut ein Jahr vor den für Juni 2023 geplanten Präsidentschaftswahlen werfen Kritiker aus den Reihen der Opposition und auch einige Ökonomen dem nationalen Statistikamt Tüik vor, das Ausmaß der Inflation zu beschönigen. Unabhängige türkische Wirtschaftswissenschaftler der Inflation Research Group (Enag) erklärten am Donnerstag, dass die Inflation im Jahresvergleich tatsächlich 156,86 Prozent erreicht habe – und damit mehr als das Doppelte der offiziellen Rate. 

Erdogan hatte im Januar versprochen, die Inflation „so bald wie möglich“ wieder in den einstelligen Bereich zu bringen. Vergangene Woche versicherte er, dass die Rate „nach dem Monat Mai“ damit beginnen werde, sich zu verlangsamen. 

Die Türkei erlebt bereits seit Anfang 2017 nahezu durchgehend Teuerungsraten im zweistelligen Bereich. Eine derart hohe Inflation wie zuletzt gab es aber noch nie, seit Erdogans islamisch-konservative Partei AKP Ende 2002 an die Macht kam.

5 Mai 2022 0 Kommentare
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Was Sie über das Neun-Euro-Ticket wissen sollten

von Fremdeninfo 5 Mai 2022
von Fremdeninfo

Was Sie über das Neun-Euro-Ticket wissen sollten

Von

Stefan Kreitewolf

–

05.05.2022

 
 

 
Ein Nahverkehrzug verlässt einen Haltepunkt: Das Neun-Euro-Bahnticket soll die Menschen für den Verkehr auf der Schiene begeistern. Foto: Andrey Kremkov / Unsplash

Ein Neun-Euro-Ticket für den Nah- und Regionalverkehr? Das ist in den Monaten Juni, Juli und August möglich. Wie komme ich an das Ticket? Wo kann ich damit fahren? Und wie lange? DTJ-Online beantwortet die wichtigsten Fragen zum neuen Bahnticket.

Die Bundesregierung plant angesichts hoher Energiepreise unter anderem das sogenannte Neun-Euro-Ticket. Damit können Bürgerinnen und Bürger einen Monat lang den Öffentlichen Nahverkehr vergünstigt nutzen. DTJ-Online erklärt, wie es genau funktioniert – und worauf Sie achten sollten.

Wann kommt es genau?

Schon bald soll es soweit sein: Das Neun-Euro-Ticket soll zum 1. Juni eingeführt und bis zum 31. August angeboten werden. Es soll jeweils einen Monat gültig sein. In diesem Zeitraum kann es bundesweit genutzt werden. Das Neun-Euro-Ticket ist personengebunden und nicht übertragbar.

Welche Züge kann ich damit nutzen?

Mit dem Neun-Euro-Ticket ist es möglich, alle Linienbusse, U-Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen zu nutzen. Hinzu kommen: Nah- und Regionalverkehrszüge der 2. Klasse. Nicht gültig ist es in Fernverkehrs-Zügen wie dem ICE, EC sowie im IC – oder in Flix-Zügen und -Bussen.

Auch die Hamburger Hafenfähren und die Fähren der Kieler Fördeschifffahrt werden das Ticket akzeptieren. Nicht eingeschlossen sind indes Fähren, die zu den Nordsee-Inseln verkehren. Wer ein Fahrrad mitnehmen möchte, muss den Regelungen des jeweiligen Verkehrsverbunds entsprechend ein Zusatzticket ziehen.

Wo bekomme ich das Neun-Euro-Ticket?

Wie gewohnt, kann das Neun-Euro-Ticket an den Fahrkartenautomaten und in den Kundenzentren der Nahverkehrsverbünde und der Deutschen Bahn gekauft werden. Überdies soll es möglich sein, das Ticket mithilfe der Apps und auf den Internetseiten der Verkehrsbetriebe sowie über die App DB Navigator zu erstehen.

Was passiert, wenn ich bereits ein Ticket abonniere?

Wer bereits ein Monatsticket im Abo nutzt, bekommt durch das Neun-Euro-Ticket. Im Gegenteil: Denn Kund:innen müssen nichts tun. Die jeweiligen Verkehrsbetriebe verrechnen die Kosten und ziehen ihren Abonnent:innen entweder nur neun Euro vom Konto ab oder erstatten den entsprechenden Betrag nachträglich.

Was passiert, wenn plötzlich alle Zug fahren wollen?

Tatsächlich gibt es Befürchtungen, dass die Nah- und Regionalverkehrszüge in den Sommermonaten besonders in touristischen Regionen Deutschlands, wie an Ost- und Nordsee, im Schwarzwald oder am Bodensee, schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen werden. Die Bahn-Gewerkschaft EVG warnt bereits vor chaotischen Zuständen.

Ob es tatsächlich so kommt, werden die kommenden Wochen zeigen.

 

 

 

5 Mai 2022 0 Kommentare
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