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4 Februar 2026 0 Kommentare
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Diplomatische Krise: Erdogan erklärt deutschen Botschafter zu unerwünschter Person

von Fremdeninfo 23 Oktober 2021
von Fremdeninfo

 

 

Diplomatische Krise: Erdogan erklärt deutschen Botschafter zu unerwünschter Person

 

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Die Türkei hat die Botschafter Deutschlands, der USA und mehrerer anderer Staaten zu unerwünschten Personen erklärt. Er habe das Außenministerium dazu angewiesen, erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag in Eskisehir. „Ich habe unserem Außenminister den Befehl gegeben. Ich sagte, kümmern Sie sich darum, diese zehn Botschafter so schnell wie möglich zur „Persona non grata“ zu erklären“, sagte Erdogan.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. © AFP Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Zuvor hatte Erdogan den Botschaftern bereits wegen einer Forderung zur Freilassung des Kulturförderers Osman Kavala indirekt mit der Ausweisung gedroht. Es war zunächst unklar, ob Erdogans neueste Aussagen nun unmittelbar zu einer Ausweisung der Diplomaten von insgesamt zehn Ländern führen würden.

Neun weitere Länder betroffen

„Wir können nicht den Luxus haben, sie in unserem Land willkommen zu heißen“, hatte Erdogan am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mit Blick auf die Diplomaten erkklärt. „Steht euch zu, der Türkei so eine Lektion zu erteilen? Wer seid ihr schon?“ Deutschland oder die USA ließen „Ganoven, Mörder und Terroristen“ auch nicht einfach frei.

Die Botschaften von Deutschland und neun weiteren Ländern in Ankara hatten am Montag einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie mit Verweis auf Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) die Freilassung des 2017 verhafteten Kavala forderten. Das türkische Außenministerium lud daraufhin die betreffenden Botschafter vor. Unter den einbestellten Diplomaten waren auch die der USA, Frankreichs und der Niederlande.

Der EGMR hatte 2019 bereits Kavalas Freilassung gefordert. Die Türkei ignoriert das Urteil bislang, obwohl sie als Mitglied des Europarats eigentlich zur Umsetzung verpflichtet ist. Kavala und mehr als 50 weiteren Angeklagten wird in einem Prozess ein Umsturzversuch im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten in Istanbul 2013 vorgeworfen. Kavala wird zudem der „politischen und militärischen Spionage“ im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 beschuldigt. (dpa)

23 Oktober 2021 0 Kommentare
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Weitere Rückschritte“: EU-Kommission stellt Türkei desaströses Zeugnis aus

von Fremdeninfo 23 Oktober 2021
von Fremdeninfo

Weitere Rückschritte“: EU-Kommission stellt Türkei desaströses Zeugnis aus

Von

dtj-online

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20.10.2021

 
 
 
 
Flaggen der Europäischen Union wehen im Wind vor dem Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

„Weitere Rückschritte in vielen Bereichen“: Mit Worten wie diesen bewertet die EU-Kommission die jüngsten Entwicklungen in der Türkei. Den Geldhahn will sie dem Land aber weiter nicht zudrehen. Die Details.

Mit ihrem neuen Türkei-Bericht kritisiert die EU-Kommission die Staatsführung des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan scharf. Im Bereich der Demokratie habe es zuletzt weitere Rückschritte gegeben, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Bewertung der Entwicklung des weiter als EU-Beitrittskandidat geführten Landes.

Auch Bedenken der EU hinsichtlich der weiteren Verschlechterung der Rechtsstaatlichkeit, der Grundrechte und der Unabhängigkeit der Justiz seien nicht angesprochen worden. Konkret bemängelt die EU-Kommission, dass im Zuge des Putschversuches im Jahr 2016 eingeführte Sonderbefugnisse für staatliche Behörden noch immer gültig seien und eine starken Einfluss auf Demokratie und Grundrechte hätten.

Positive Entwicklung nur in wenigen Bereichen

Zudem wirft die Behörde der Türkei unter anderem anhaltenden Druck auf die Zivilgesellschaft und auf Bürgermeister von Oppositionsparteien vor. Positive Entwicklungen gibt es laut dem Bericht in nur sehr wenigen Bereichen und in begrenztem Umfang.

Zu den aufgeführten Beispielen zählen Fortschritte im Kampf gegen Organisierte Kriminalität und ein verbesserter Schutz der östlichen Landgrenze. Die Türkei wies die Kritik der EU-Kommission energisch zurück und warf ihr Doppelmoral vor. Der Türkei-Bericht enthalte „haltlose Behauptungen“ und „unfaire Kritik“, die man nicht akzeptiere, teilte das Außenministerium in Ankara mit.

EU-Beitrittsverhandlungen liegen auf Eis

Er ignoriere zudem die Verantwortung der EU gegenüber dem Beitrittskandidaten Türkei. Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei liegen bereits seit mehreren Jahren wegen der aus Brüsseler Perspektive unbefriedigenden Entwicklungen in dem Land auf Eis.

Als ein Grund dafür, dass die Gespräche noch nicht endgültig beendet wurden, gilt die Bedeutung des Landes für den Kampf gegen illegale Migration nach Westeuropa. Es wird deswegen auch in Zukunft von EU-Finanzhilfen profitieren können.

Balkanstaaten schneiden besser ab

Neben den Entwicklungen in der Türkei bewertete die EU-Kommission auch die Lage im Kosovo sowie in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien. Die einen EU-Beitritt anstrebenden Balkanstaaten bekamen überwiegend ein deutliches besseres Zeugnis ausgestellt – auch wenn sie weiter vor riesigen Reformherausforderungen stehen.

Der EU-Erweiterungsprozess sei „eine geostrategische Investition in Frieden, Stabilität, Sicherheit und Wirtschaftswachstum auf dem europäischen Kontinent“, kommentierte der zuständige EU-Kommissar Olivér Várhelyi zur Vorstellung der Berichte im Straßburger Europaparlament. Gleichzeitig orientiere er sich aber auch an den Reformanstrengungen der EU-Beitrittsaspiranten.

dpa/dtj

dtj-online

 
 
23 Oktober 2021 0 Kommentare
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Religion

Islam: Gebetsruf in Köln: Warum Bedenken angebracht sind

von Fremdeninfo 22 Oktober 2021
von Fremdeninfo

 

 

Islam: Gebetsruf in Köln: Warum Bedenken angebracht sind

 
 
Kommentar von Tomas Avenarius
vor 16 Std.
 

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In der Millionenstadt am Rhein darf der Muezzin freitags die Muslime zum Gebet rufen. Das ist ein Signal der Gleichberechtigung, unbestreitbar. Doch Vorbehalte bleiben.

Die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld gehört zum Verband Ditib, welcher der türkischen Religionsbehörde Diyanet untersteht. © Rainer Jensen/dpa Die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld gehört zum Verband Ditib, welcher der türkischen Religionsbehörde Diyanet untersteht.

Gebetsruf in Köln: Warum Bedenken angebracht sind

Wenn die Deutschen gar keinen Ausweg sehen, bemühen sie die Hausordnung. In der Debatte über ein Ja oder Nein zum islamischen Gebetsruf ist dies die Lärmschutzverordnung. Ihre Vorschriften sollen nun zu einem toleranten Miteinander der Religionen verhelfen und zugleich einem freihändig unterstellten Expansionsdrang der Muslime Grenzen setzen.

Also darf in Köln, einer Stadt mit zwölf Prozent muslimischer Bevölkerung, einmal in der Woche der Adhan erklingen. Am Freitag zwischen zwölf und 15 Uhr, für drei, vier Minuten: „Gott ist groß und Mohammed ist sein Prophet“, heißt es in dem Ruf, der die Gläubigen zum Gebet auffordert und sie darin erinnert, dass es nur den einen Gott gibt. Jedenfalls, solange die Lärmschutzvorgaben beachtet werden.

So weit, so fromm, so tolerant. Nur: Die Nachfrage der Kölner Moscheen-Gemeinden ist überschaubar. Bisher hat keine das Angebot von Oberbürgermeisterin Henriette Reker angenommen. Offenbar ist der von einem ebenso unbedarften wie selbstgefälligen Kulturromantizismus geprägte Wunsch, die eigene Toleranz laut hörbar zu machen, stärker als der Wunsch der Betroffenen, diese Toleranz zu erfahren.

In vielen deutschen Städten ertönt der Gebetsruf


Video: Köln: Muslimischer Gebetsruf erklingt ab sofort über den Dächern der Stadt (SAT.1)

/iframe-player.html?integrationId=a97joioyqjb7ywnir&playlistId=v-cewl05rmgy7l-faat&playlistIndex=0&origin=glomex-player&pageUrl=https%3A%2F%2Fwww.msn.com%2Fde-de%2Fnachrichten%2Fnationales%2Fislam-gebetsruf-in-k%25c3%25b6ln-warum-bedenken-angebracht-sind%2Far-AAPMB3x%3Fli%3DBBqg6Q9″ frameborder=“0″>Video Player von: Glomex (DatenschutzrichtlinienDer Gebetsruf ist nicht neu in Deutschland. Er ertönt in einigen Dutzend Städten seit Langem, im nordrhein-westfälischen Düren sogar dreimal täglich. Das christliche Abendland, so es überhaupt noch existiert, geht deshalb nicht gleich unter. Es gibt starke Argumente für ein Ja zum Adhan: Die Religionsfreiheit, die Gleichstellung der muslimischen Minderheit, die Stärkung des Miteinanders der Bürger, von denen die einen Christen, die anderen Muslime und wieder andere gar nichts oder sonst etwas sind.

Es gibt aber berechtigte Vorbehalte. 900 Moscheen in Deutschland gehören zum Ditib, einem Verband, der von der türkischen Regierung gesteuert wird, der Religionsbehörde Diyanet untersteht. Der Diyanet-Chef steht gern mit dem Krummsäbel auf der Kanzel, empfängt den Taliban-Außenminister. Präsident Recep Tayyip Erdoğan selbst hat einmal ein Gedicht zitiert: „Minarette sind Bajonette, Kuppeln Helme, … die Gläubigen Soldaten.“ Erdoğan steht nicht für den toleranten Islam. Er steht für den Machtanspruch einer politisierten Religion, die von Islamisten missbraucht wird wie eine weltliche Ideologie.

Der Islamismus ist seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch

Religionen sind wie Knetmasse. Man kann ihr Erscheinungsbild – und damit ihr Wirkungspotenzial – verformen. Der politische Islam mag wenig über diese Religion als solche aussagen. Aber eines ist unbestreitbar: Der Islamismus ist seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Und das, obwohl er schon oft totgesagt wurde.

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wird von Islamisten als von der Kraft des Glaubens gesegneter Triumph gepriesen. Die Umwandlung der Hagia Sophia zur Moschee, die Aufstände während des Arabischen Frühlings ebenso. Das mag mit Glauben und Denken der meisten Muslime in Deutschland wenig zu tun haben. Aber für einen Islamisten ist der Adhan die tägliche Bestätigung des politischen Auftrags.

Dem Miteinander der Kulturen und Religionen tut Kölns Bürgermeisterin keinen Gefallen. Sie spielt denen in die Hände, die antimuslimische Ressentiments als politisches Instrument nutzen: Das sind die vor angeblicher Islamophobie warnenden Islamisten selbst, aber auch die Hassprediger der AfD und der anderen Rechten.

22 Oktober 2021 0 Kommentare
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43 Länder verurteilen China wegen Menschenrechtslage im Land

von Fremdeninfo 22 Oktober 2021
von Fremdeninfo

43 Länder verurteilen China wegen Menschenrechtslage im Land

Von

dtj-online

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22.10.2021

 
 

 
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Nicolas de Rivière, Ständiger Vertreter Frankreichs bei den Vereinten Nationen, verlas die Erklärung in New York. Foto: UN-Foto/Laura Jarriel

„Folter, Zwangssterilisation, sexuelle Gewalt“: Neben der Türkei und Deutschland haben mehr als 40 weitere Nationen Menschenrechtsverletzungen Chinas an den Uiguren in der Region Xinjiang verurteilt. Die Details.

„Es gibt allgemeine und systematische Menschenrechtsverletzungen, Folter, Zwangssterilisation, sexuelle Gewalt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Donnerstag vom französischen UN-Botschafter Nicolas De Rivière verlesen wurde. Peking müsse Beobachtern der Vereinten Nationen ungehinderten Zugang zu den betroffenen Gebieten gewähren.

Die Stellungnahme wurde am Donnerstag von 43 Ländern in einem Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung unterstützt. In Xinjiang sind nach Schätzungen von Menschenrechtlern etwa eine Million Angehörige muslimischer Minderheiten inhaftiert.

Separatismus und Terrorismus?

Die Regierung in Peking wirft uigurischen Gruppen Separatismus und Terrorismus vor. Kritiker sprechen von Umerziehungslagern, in denen Uiguren mit teils brutalen Mitteln auf die Linie der kommunistischen Partei gebracht werden sollen. Peking nennt sie Berufsbildungseinrichtungen, die von den Insassen freiwillig besucht würden.

Neben einer Reihe von europäischen Staaten gehören auch die USA, Kanada, Japan, die Türkei, Liberia und Eswatini zu den Unterzeichnern der Erklärung. Diplomatenangaben zufolge hatte China zuvor immensen Druck auf einzelne Staaten ausgeübt, sich nicht anzuschließen.

Ärmere Länder unter Druck

Unter anderem sei ärmeren Ländern, die durch eine UN-Mission unterstützt werden, mit Konsequenzen bezüglich des Engagements gedroht worden. Erst vergangene Woche war die UN-Mission im Karibikstaat Haiti nach schwierigen Verhandlungen verlängert worden.

China deutete zunächst an, ein Veto einlegen zu wollen. Anders als bei einer ähnlichen Erklärung im vergangenen Jahr mit 39 Unterzeichnern unterstützte Haiti das Dokument vom Donnerstag nicht.

dpa/dtj

dtj-online
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22 Oktober 2021 0 Kommentare
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Rassismus

Deutschland: Welle an Antisemitismus und Islamhass seit Corona

von Fremdeninfo 22 Oktober 2021
von Fremdeninfo

Deutschland: Welle an Antisemitismus und Islamhass seit Corona

Von

dtj-online

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Archivfoto: Besucher:innen am Tag der offenen Moschee in der Ditib-Zentralmoschee in Köln. Foto: Eman Helal/dpa

Die Corona-Pandemie hat einer Untersuchung zufolge zu einer neuen Welle an Antisemitismus und Islamfeindlichkeit geführt.

Der Hass habe sich insbesondere auf Social-Media-Plattformen ausgebreitet, existierende antijüdische und antimuslimische Narrative neu verpackt und Minderheiten für die Pandemie verantwortlich gemacht, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Denkfabrik IFFSE (Institute for the Freedom of Faith & Security in Europe Foundation).

Die Untersuchung hält fest, dass soziale Plattformen zu Beginn der Pandemie von der Welle an Online-Rassismus überwältigt waren. Trotz einiger Bemühungen, den Schaden zu reduzieren, hätten die Unternehmen nicht effektiv genug gehandelt. Verschwörungserzählungen hätten im Netz neues Publikum gefunden.

Nicht nur online

Zugleich habe sich der Online-Hass auch offline gezeigt – insbesondere auf Demos gegen Lockdowns oder das Impfen. Vor allem in Deutschland hätten Glaubensgemeinschaften eine erhöhte wahrgenommene Bedrohung unter Juden und Muslimen festgestellt. Sie hätten wegen des Online-Hasses mehr Angst, das Judentum oder den Islam öffentlich auszuleben.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, nennt das IFFSE Empfehlungen – für soziale Netzwerke, für Regierungen und für die Zivilgesellschaft. So sollten antisemitische und islamophobe Inhalte auf Facebook gekennzeichnet werden wie Covid-Fake-News. Zudem sollten die Plattformen enger zusammenarbeiten.

Gesetze werden gebraucht

Regierungen sollten zügig an Gesetzen arbeiten, die die Netzwerke regulieren, und bei Verstößen angemessene Strafen verhängen. Damit die Gesellschaft weniger anfällig für Falschinformationen und rassistische Verschwörungen ist, solle staatsbürgerliche Bildung gefördert werden.

Die EU-Kommission hatte Anfang Oktober eine „Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens“ in der EU vorgelegt. Darin wurde unter anderem darauf verwiesen, dass antisemitische Inhalte auf bestimmten deutschsprachigen Kanälen etwa auf Facebook oder Telegram seit Beginn der Corona-Krise rund 13-mal häufiger vorkommen als vorher.

dpa/dtj

 

22 Oktober 2021 0 Kommentare
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Terrorunterstützung? Kölner Sängerin in der Türkei verurteilt

von Fremdeninfo 22 Oktober 2021
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Terrorunterstützung? Kölner Sängerin in der Türkei verurteilt

Von

dtj-online

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20.10.2021

 
 
 

 

 
Hozan Cane, Sängerin aus Köln, am Flughafen Köln-Bonn. Foto: Oliver Berg/dpa

Die Kölner Sängerin Hozan Cane ist in Abwesenheit in der Türkei zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Terrorunterstützung verurteilt worden. Cane will in Berufung gehen.

Ein Gericht im westtürkischen Edirne habe die 58-Jährige am Montag zu drei Jahren, einem Monat und 15 Tagen Haft wegen Unterstützung der PKK verurteilt, sagte ihre Anwältin Newroz Akalan der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die PKK gilt in der Türkei, Deutschland und den USA als Terrororganisation.

Akalan kündigte Berufung an. Hozan Cane (Künstlername) ist inzwischen zurück in Deutschland und nahm nicht an der Verhandlung teil. Die Anklage stützte sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen. Cane war kurz vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Juni 2018 in Edirne festgenommen worden und saß mehr als zwei Jahre im Gefängnis. Danach galt für sie eine Ausreisesperre, die im Juli aufgehoben wurde (DTJ-Online berichtete).

Zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt

Die Sängerin war schon einmal im November 2018 zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ihr wurde vorgeworfen, PKK-Mitglied zu sein. Ein Berufungsgericht hob das Urteil wegen Mangel an Beweisen jedoch auf, der Fall wurde vergangenes Jahr mit dem Vorwurf der PKK-Unterstützung neu aufgerollt. Cane hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Abschiedsbesuch bei Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Samstag betont, sie habe auch die Strafverfolgung deutscher Staatsbürger in der Türkei angesprochen. Merkel merkte dabei an, dass man unterschiedliche Vorstellungen vom Terrorismusbegriff habe.

dpa/dtj

 

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22 Oktober 2021 0 Kommentare
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Auf Wiedersehen? Merkels Abschiedsbesuch bei Erdoğan

von Fremdeninfo 18 Oktober 2021
von Fremdeninfo

Auf Wiedersehen? Merkels Abschiedsbesuch bei Erdoğan

Von

dtj-online/ Dpa

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17.10.2021

 
 
 
 

 
=“Bundeskanzlerin Merkel trifft Erdogan“ width=“696″ height=“463″>
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Bundeskanzlerin Angela Merkel unterhalten sich zu Beginn ihres Treffens am Bosporus in Istanbul. Foto: Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

Inhaftierte Deutsche, die Flüchtlingskrise und Nazi-Vergleiche: Die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara waren nicht immer einfach. Bei Angela Merkels Abschiedsbesuch beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan betonen beide die engen Beziehungen. Streitpunkte bleiben.

Trotz aller Differenzen hoffen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan auch unter einer neuen Bundesregierung auf eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Merkel sprach sich am Samstag bei ihrem Abschiedsbesuch für eine Fortsetzung des Flüchtlingsabkommens mit der EU aus.

Das Abkommen hatte die scheidende Bundeskanzlerin vor rund fünf Jahren mit ausgehandelt. Es sei wichtig, dass die EU die Türkei weiter „bei der Bekämpfung der illegalen Migration“ unterstütze und diese auch in Zukunft gewährleistet werde, sagte Merkel.

„Freundin“ und „teure Kanzlerin“

„Wir merken, dass wir geostrategisch voneinander abhängen, ob wir gleich agieren oder nicht“, sagte sie. Sie rate und denke, dass auch eine zukünftige Bundesregierung die Beziehungen zur Türkei in ihrer gesamten Komplexität erkenne. Man müsse miteinander reden, betonte sie und dann auch Kritik etwa bei Menschenrechtsfragen anbringen.

Erdoğan würdigte die „Freundin“ und „teure Kanzlerin“ als erfahrene Politikerin, die immer einen „vernünftigen und lösungsorientierten Ansatz“ gepflegt habe. Er hoffe, die konstruktive Zusammenarbeit auch mit einer neuen Bundesregierung weiter fortführen zu können.

16 Jahre, zwölf Türkei-Besuche

Es ist nach 16 Jahren der zwölfte Türkei-Besuch Merkels als Kanzlerin und voraussichtlich das letzte Treffen in der Funktion mit Erdoğan. Die gleichaltrigen Staatschefs (beide Jahrgang 1954) kennen sich gut. Erdoğan leitet seit 2003 die Geschicke der türkischen Politik. Zuerst war er Ministerpräsident – ein Amt das er inzwischen abgeschafft hat – später Staatspräsident. Merkel wurde 2005 Kanzlerin.

Die Stimmung schien am Samstag gelassen. Erdoğan machte Scherze darüber, dass sich Merkel manchmal bei ihm über ihre Regierungskoalition beschwert habe und betonte den Vorteil des türkischen Präsidialsystems. Merkel stellte daraufhin klar, dass sie nichts gegen Koalitionen habe und merkte an: „Wir haben keine Absicht, ein Präsidialsystem einzuführen und trotzdem wollen wir gute Beziehungen mit der Türkei.“

Streitpunkte bestehen weiterhin

Vergessen schienen Episoden der deutsch-türkischen Beziehungen, wie etwa im Jahr 2017 als Erdoğan auch Merkel persönlich mit Nazi-Vergleichen attackierte. Damals war das Verhältnis unter anderem wegen der Inhaftierung von Deutschen, wie dem Journalisten Deniz Yücel, auf einem Tiefpunkt.

Die gute Stimmung in Istanbul konnte aber nicht über die vielen Streitpunkte hinwegtäuschen, mit denen sich auch die zukünftige Bundesregierung auseinandersetzen muss. Die Strafverfolgung von deutschen Staatsbürgern und türkischen Oppositionellen ist noch nicht vom Tisch.

Merkel: „Kritisch im Bereiche der Menschenrechte“

Erst am Dienstag wurde ein kurdischstämmiger Deutscher in der Türkei zu mehr als zwei Jahren Haft wegen Terrorpropaganda verurteilt (DTJ-Online berichtete). Der Kulturförderer Osman Kavala und der prominente Oppositionspolitiker Selahattin Demirtaş sind seit Jahren inhaftiert, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte deren Freilassung angeordnet hat.

Merkel erklärte, sie habe mit Erdoğan über das Thema Inhaftierungen gesprochen und sagte: „Ich bin kritisch über Entwicklungen, die sich im Bereich der Menschenrechte ergeben haben und vielleicht auch im Bereich der individuellen Freiheiten.“ Erdoğan wiederum verwies auf die Unabhängigkeit der Justiz.

Merkel würdigt Türkei bei Flüchtlingen

Merkel begrüßte, dass die Türkei das Pariser Klimabkommen ratifiziert hat und würdigte die Arbeit der Türkei beim Thema Flüchtlinge. Das Land leiste „Außergewöhnliches“, sagte Merkel. Die Türkei hat rund 3,7 Millionen Geflüchtete aus Syrien sowie Hunderttausende Migranten aus anderen Ländern, etwa aus Afghanistan aufgenommen.

Die Kanzlerin ist Mitarchitektin des sogenannten Flüchtlingspakts zwischen Türkei und EU. Dieser sieht vor, dass die Türkei gegen unerlaubte Migration in die EU vorgeht und Griechenland illegal auf die Ägäis-Inseln gelangte Migranten zurück in die Türkei schicken kann.

Macht sich Europa erpressbar?

Im Gegenzug übernimmt die EU für jeden zurückgeschickten Syrer einen syrischen Geflüchteten aus der Türkei und unterstützt das Land finanziell bei der Versorgung der Flüchtlinge. Die EU hat der Türkei weitere drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Beim Thema Migration spielt Ankara daher eine wichtige Rolle für Deutschland und die EU.

Kritiker sind aber der Meinung, dass sich Europa dadurch erpressbar gemacht hat. Erdogan hat in den letzten Wochen immer wieder deutlich gemacht, dass sein Land keine Geflüchtete mehr aufnehmen werde. Er schottet sein Land weiter ab und lässt etwa an der Grenze zum Iran eine Mauer bauen. Am Samstag betonte er aber, man sei weiterhin „Gastgeber“ für Flüchtlinge „und das wird auch so bleiben.“

dpa/dtj

e

18 Oktober 2021 0 Kommentare
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Gänsehaut“: Zeynep Avcı begeistert mit türkischem Song bei „The Voice of Germany“

von Fremdeninfo 15 Oktober 2021
von Fremdeninfo

Gänsehaut“: Zeynep Avcı begeistert mit türkischem Song bei „The Voice of Germany“

Von

dtj-online

–

15.10.2021

 
 
 
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Zeynep Avcı während ihres Auftritts bei The Voice of Germany, Quelle: Screenshot/The Voice of Germany

Die bekannte Castingshow „The Voice of Germany“ findet auch in diesem Jahr statt. Dabei gab es gleich zum Auftakt einen echten „Knaller“. Die Berliner Sängerin Zeynep Avcı schaffte es mit ihrem Auftritt, sämtliche Jury-Mitglieder zu elektrisieren. Dabei dürften weder Sarah Connor, noch Mark Forster, Nico Santos, Johannes Oerding sowie die meisten Zuschauer:innen kaum ein Wort verstanden haben. Ein Beitrag, wie auch die breite türkische Gefühlsebene in der Musik Eingang in diese Gesellschaft finden könnte.

Als Zeynep Avcı auf die Bühne von „The Voice of Germany“ stieg, ahnte niemand, welche bahnbrechende Performance die junge Berlinerin an den Tag legen würde. Nach einem kurzen ruhigen Einstieg in den Song eskalierte die Deutsch-Türkin regelrecht am Mikrofon und sorgte für einen andauernden Gänsehaut-Zustand bei den Mitgliedern der Jury. Aber auch die Zuschauer:innen dürfte es kaum auf ihren Sitzen gehalten haben. Sowohl die kräftige und besonders ausdrucksstarke Stimme der Sängerin als auch die spürbar transportierten Emotionen wie Kummer, Frust und Melancholie rundeten den mehr als gelungenen Auftritt ab. Die kaum zu übersehende Begeisterung der Jury-Mitglieder und ihre Aussagen sprechen Bände.

Zeynep Avcı mit „Yalan“ bei „The Voice of Germany“

Avcı hatte sich den Song „Yalan“ (auf Deutsch: Lüge) von Tan Taşçı ausgesucht. Höchstwahrscheinlich wird das nähere Umfeld der Gesangsvirtuosin davon abgeraten haben, denn dieses Liebeslied transportiert mehrere emotionale Ebenen, von denen man in der deutschen Kunst- und Kulturszene eher vorsichtig Gebrauch macht. Natürlich thematisieren auch deutsche Liebeslieder häufig genug Trennung und den damit verbundenen Schmerz. Doch Menschen aus der Türkei bauschen den Kummer und dieses Gefühlschaos immer maximal auf. Was sich oftmals schon in der Rhetorik zeigt, findet einen unweigerlichen Ausdruck im Klang und den Schwingungen des Gesangs, aber auch in der Melodie.

Arabeske Musikrichtung oftmals „too much“ für das deutsche Ohr

Die meisten Lieder dieser Art werden zur Musikrichtung „Arabeske“ gezählt. Typisch für diese Richtung sind vor allem sentimentale Texte über unerfüllte Liebe, aber auch konkrete Sorgen des Alltags. Seit Ende der 60er Jahre ist die Arabeske Bestandteil der türkischen Popmusik. Ihren Ursprung hat diese Richtung in den arabischen Ländern. Die vielen Schwingungen in dieser Musik wirken wie ein Weinen oder ein Klagen. Doch diese orientalische Art und Mentalität wirkt in hiesigen Kreisen als „too much“ oder einfach zu viel des Guten. Es sind so viele Emotionen in diesen Liedern, die zudem mit Nachdruck transportiert werden, dass das deutsche Ohr davon regelrecht belästigt wird. Um es zu veranschaulichen: Der deutsche Gaumen ist an die scharfen Gewürze des Orients nicht so gewöhnt. Ein schärferes Gericht kann dann schonmal als zu scharf empfunden werden. Damit vergeht der Genuss und es wird zu einer Qual. Etwa so verhält es sich mit der arabesken Musik.

Zeynep Avcı zieht Aufmerksamkeit auf sich

Dennoch hat Zeynep Avcı genau mit so einem Song für einen echten Knall in The Voice of Germany 2021 gesorgt. Ein Lied, das zu ihrer verzierten und verschnörkelten, aber kräftigen Stimmfarbe perfekt passt. Sie sang es sogar um Längen besser als der Urheber Tan Taşçı, der die Leistung der Berlinerin via Social Media würdigte. Der türkische Schmusesänger verlinkte ihren Auftritt via Instagram und schrieb: „Ich bin sehr berührt“. Wie ist es Avcı gelungen, das mehrheitlich deutsche Gehör hierzulande so punktuell zu berühren und die teils unverständlichen Emotionen zu transportieren? Man weiß es nicht so genau, doch ihr Erfolg hat die deutsch-türkische Community sichtbar aufgewühlt. Dies verdeutlichten die hunderttausenden Posts in den sozialen Medien, in denen sich Deutsch-Türken für den Transfer ihrer Emotionalität in die Herzen des überwiegend deutschen Publikums bedankten.

Vielen Dank für den Transfer dieser Emotionen, Zeynep Avcı

Denn es ist wie ein Aufatmen für die Millionen Deutsch-Türken, die mit ebenjener Musik und Kultur seit Jahrzehnten in diesem Land leben. Dabei hat die Mehrheitsgesellschaft kaum ein Ohr für ihre Emotionen und ein geringes Interesse daran, sich an ihrer Lebenswirklichkeit zu beteiligen. Türkische Pop-Musik ist zwar gern gehört, aber nur wenn es mit seiner Beweglichkeit für gute Laune sorgt. So in etwa mit dem berühmten Tarkan-Lied „Kiss Kiss“ aus den 90er Jahren. Generationenübergreifend wird auf dieses Lied verwiesen, obschon er nur noch im nostalgischen Kontext für die Deutsch-Türken eine Rolle spielt.

Mit Zeynep Avcı ist diese Musikrichtung im deutschen TV angekommen und wie ein Komet eingeschlagen. Es bleibt zu hoffen, dass Avcı auch im Verlauf der Show auf weitere türkische Lieder setzt. Denn in dieser Welt ist die Deutsch-Türkin heimisch. Dieses Gefühl kommt auch bei uns schonungslos an. Und wer weiß, vielleicht wird sie tatsächlich auch die diesjährige Siegerin von The Voice of Germany. Es sei ihr gegönnt.

15 Oktober 2021 0 Kommentare
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„Das Land braucht mehr als Willkommenskultur

von Fremdeninfo 15 Oktober 2021
von Fremdeninfo

 

„Das Land braucht mehr als Willkommenskultur“

Von

Stefan Kreitewolf

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15.10.2021

Die Studie „ZuGleich“ untersucht unter anderem die Zustimmung der Gesellschaft zu Migration und Integration.

Die Studie „ZuGleich“ untersucht unter anderem die Zustimmung der Gesellschaft zu Migration und Integration. In den vergangenen Jahr sank die Akzeptanz für Zuwanderung. Die Wissenschaftlerin Zeynep Demir erläutert im DTJ-Online-Interview die Gründe.

Eine Kernerkenntnis Ihrer Studie „Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit“ lautet: Beim Konfliktthema Migration sinkt der Anteil der Menschen, die Integration für den richtigen Weg halten. Warum?

Die Mehrheit der Befragten spricht sich für die Integration aus. Unter Eingewanderten ist der Anteil wie in den Vorjahren stärker. Aber noch 34 Prozent derer, die nie eingewandert sind, erwarten eine Assimilation, also die Teilhabe bei gleichzeitiger Aufgabe kultureller Identitäten. Insgesamt sinkt die Befürwortung der Integration zwischen den Jahren 2014, 2016 und 2021. Die Konflikte um Fragen von Migration und Integration drücken sich in den Vorstellungen der Bürger deutlich aus. Teilhabe ja, aber bei der Akzeptanz von kulturellen Eigenheiten ist der Zuspruch begrenzt – und genau das erklärt den Rückgang der Integrationsbefürwortung.

Welche Migrationsbiografien haben die Protagonist:innen Ihrer Studie?

In unserer Studie haben 32,2 Prozent der Befragten eine Migrationsbiografie. Wir haben bei der Zusammensetzung sehr viele verschiedene ethnische Hintergründe berücksichtigt. Der größte Anteil setzt sich aber aus Menschen mit türkischer Herkunft zusammen.

„Zunahme des Rechtspopulismus“ wichtiger Faktor

Die kulturellen Eigenschaften der Neuankömmlinge zu respektieren sowie ihre Gleichwertigkeit anzuerkennen, daran hapert es ihrer Studie zufolge. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum viele Befragte der Überzeugung sind, dass Migrant:innen ihre kulturelle Prägung aufgeben sollten?

Eine Erklärung hierfür wäre, dass die politischen Auseinandersetzungen und die starke Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 und die Zunahme des Rechtspopulismus deutliche Spuren auf die Einstellungen der Bürger:innen in Fragen der kulturellen Anpassung hinterlassen haben. Das Verständnis von Vielfalt ist in einer Einwanderungsgesellschaft wie Deutschland ein wichtiger Baustein der Integration und kann aus unserer Perspektive noch besser gefördert werden.

Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie und ihre Begleiterscheinungen auf die Ergebnisse Ihrer Studie?

Die Auswertung der Daten zeigt, dass mit der Corona-Pandemie die Zustimmung zu einer Willkommenskultur wieder zunimmt. Die meisten Befragten begrüßen es, wenn Einwandernde sich für Deutschland entscheiden. Mehr als 60 Prozent freuen sich, dass Deutschland vielfältiger und bunter wird. Jede fünfte befragte Person lehnt dies hingegen ab. Insgesamt sehr wir, dass die Pandemie einen Einfluss auf die Einstellungen zur Migration haben kann. Wir benötigen weitere Studien, die den Migrationsaspekt mitberücksichtigen, wenn Einstellungen während der Pandemie untersucht werden.

Bildung und Alter entscheidend

In der Studie ist von einer „Kultur der Abwehr“ zu lesen. Sie sehen eine deutliche Zunahme bei der Abwertung von Geflüchteten. Was folgt für die Politik daraus?

Helfen könnte aus unserer Sicht eine zugewandte Einwanderungspolitik, die das Ankommen stärkt und den Prozess des Ankommens unterstützt, zum Beispiel durch Bildung und Kommunikation. Schulische und außerschulische Bildung zu Grundfragen von Migration und Akkulturation müssen gestärkt werden. Sie könnte vermitteln, wie sich Menschen Kulturen aneignen und sich Gesellschaften gemeinsam ändern. Und mit dem Blick auf zukünftige Migrationsbewegungen in Deutschland braucht das Land mehr als Willkommenskultur. Es müssen Konzepte bestehen, wie Menschen in einer vielfältigen Gesellschaft ankommen.

Welche Rolle spielen Geschlecht und Bildung auf die Einstellung der Befragten?

Wir sehen in unseren Analysen, dass Bildung, aber auch das Alter mit den Einstellungen der Befragten einhergehen kann. Zum Beispiel können wir sagen, dass jüngere Befragte sich stärker für eine gegenseitige Annäherung aussprechen als ältere. Außerdem zeigt die Studie, dass je höher das Bildungsniveau der Befragten ist, desto stärker auch deren Zustimmung zur Integration ausfällt. Befragte mit einem hohen Bildungsgrad weisen im Vergleich zu weniger Gebildeten signifikant häufiger eine positive Haltung zur Willkommenskultur auf. Bildung scheint als soziodemographisches Merkmal einen sehr großen Einfluss auf die Einstellungen zu haben. Bezogen auf das Geschlecht zeigen sich keine signifikanten Unterschiede.

„Es braucht mehr als Lippenbekenntnisse“

Gibt es weitere Trends, die sich aus Ihrer Studie ableiten lassen?

Wir konnten in unserer Studie eine besorgniserregende Zahl beobachten: 33 Prozent der Befragten, die nach Deutschland eingewandert sind, geben an, sehr oft oder oft rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt zu sein. Wenn politisch nur auf Teilhabe in Arbeit und Bildung gesetzt wird, gerät die gemeinsame Akzeptanz von Vielfalt und Identitäten jenseits nationaler Grenzen als Motoren des Zusammenlebens aus dem Blick. Um die Gesellschaft mitzunehmen und die Realität von Vielfalt nicht in schädigende Konflikte geraten zu lassen, braucht es mehr als Lippenbekenntnisse zur Einwanderungsgesellschaft.

Können Sie das näher erläutern?

Zu oft entbrennen über die Frage der Kultur unnötige Konflikte, die mit Herabwürdigungen von Minderheiten oder Hasstaten einhergehen. Anderen wird eine kulturelle Differenz unterstellt, die an den Realitäten vorbeigeht. Zum Beispiel wird Einwanderern unterstellt, sie würden sich nicht mit Deutschland identifizieren. Unsere Studie ergibt aber: Gerade einmal fünf Prozent der eingewanderten Befragten identifizieren sich nur mit ihrem Herkunftsland.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zeynep Demir ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld und arbeitete an der Studie „ZuGleich – Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit“ mit.

Äußerungen unserer Gesprächspartner:innen geben deren eigene Auffassungen wieder. 

15 Oktober 2021 0 Kommentare
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Türkische Gemeinde in Deutschland e.V Pressemitteilung

von Fremdeninfo 12 Oktober 2021
von Fremdeninfo

Türkische Gemeinde in Deutschland e.V
Almanya Türk Toplumu
Bundesgeschäftsstelle – Genel Merkez

Türkische Gemeinde in Deutschland – Obentrautstr. 72 – 10963 Berlin

               Pressemitteilung vom 12.10.2021

Sondierungsgespräche ignorieren 25% der Bevölkerung
Diese Woche sondieren die drei Parteien einer möglichen Ampel-Koalition SPD, Grüne und
FDP. Während die Beteiligten im Laufe der Sondierungen immer wieder den Begriff
„Aufbruch“ verwenden, fällt es schwer, an diesen Aufbruch zu glauben, wenn 25% der
Bevölkerung nicht in den Gesprächen vertreten sind: Menschen mit Migrationsgeschichte.
Ein echter Aufbruch muss auch sie und die Themen der Einwanderungsgesellschaft
miteinbeziehen.
83 Abgeordnete haben Migrationsgeschichte. Das sind 11,3% des Bundestages. Auch wenn
die Zahl im Vergleich zum letzten Bundestag gestiegen ist, reicht diese Quote noch lange
nicht für eine adäquate Repräsentanz – diese müsste bei 25% liegen. Noch weniger
Hoffnung auf eine starke Berücksichtigung von Themen der Einwanderungsgesellschaft
macht die Besetzung der Sondierungsteams. Keine der fast 30 beteiligten Personen der
Ampel-Parteien hat Migrationsgeschichte.
Unsere Wahlprüfsteine, die wir zur Bundestagswahl 2021 durchgeführt haben, haben uns
wirklich positiv gestimmt. Wir haben gesehen, dass den Parteien und den Abgeordneten die
Themen der Einwanderungsgesellschaft wichtig sind und im Vergleich zu 2017 auch noch
wichtiger geworden sind. Das war vor der Wahl. Nach der Wahl dürfen diese Bereitschaft
und dieser Wille zur Veränderung nicht plötzlich verschwinden. Sie müssen sich in konkreten
Entscheidungen widerspiegeln – sowohl inhaltlich als auch personell“, sagt Gökay Sofuoğlu,
Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland.
„Alles andere ist blanke Realitätsverweigerung“, fügt Atila Karabörklü hinzu,
Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland. „Außerdem haben wir zur
Bundestagswahl 2021 einen Forderungskatalog erarbeitet, der 47 Forderungen in sechs
Themenbereichen der Einwanderungsgesellschaft stellt. Darin fordern wir von der nächsten
Bundesregierung u.a. die Einrichtung eines Integrations- bzw. Vielfaltsministeriums, die
Verabschiedung eines bundesweiten Partizipationsgesetzes, die Möglichkeit zur schnelleren
Einbürgerung und die Zulassung von Mehrstaatigkeit. Einige der 47 Forderungen sind bereits
in ähnlicher Form Teil der Wahlprogramme und/oder die Parteien und Direktkandidat:innen
schließen sie den Antworten unserer Wahlprüfsteine nach zu urteilen nicht aus. Daher sind
wir guter Dinge. Wir beobachten die nächsten Wochen sehr genau und sind wirklich
gespannt auf die Ergebnisse der Sondierung und der Koalitionsverhandlungen.“

Obentrautstr. 72
10963 Berlin

www.tgd.de
info@tgd.de
presse@tgd.de

Referent für Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Kaan Bacı

E-Mail: Kaan.Bagc@tgd.de
Handy: 01520 6862206

——————-
Pressekontakt:
Kaan Bağcı
Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.
Obentrautstraße 72, 10963 Berlin
Telefon: 030 896 83 81 13 / Mobil: 01520 6862206
Mail: Kaan.Bagci@tgd.de

12 Oktober 2021 0 Kommentare
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