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Information

Index: Türkischer Rechtsstaat unter Druck

von Fremdeninfo 11 September 2022
von Fremdeninfo

Index: Türkischer Rechtsstaat unter Druck

Von

Stefan Kreitewolf

–

09.09.2022

 
 
 

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Politische Gefangene in der Türkei haben es schwer. Auf den Rechtsstaat können sie sich schon lange nicht mehr verlassen. Foto: Ye Jinghan / Unsplash

Willkürjustiz, Menschenrechtsverletzungen und Korruption: Die Türkei liegt im Rechtsstaatlichkeitsindex auf Platz 117 unter 139 Staaten. Das hat Folgen für die türkische Gesellschaft.

Polizisten nehmen bei Razzien immer wieder Dutzende Personen wegen fadenscheiniger Vorwürfe fest. Staatsanwälte veranlassen jahrelange Untersuchungshaft ohne ausführliche Anklage. Richter fällen staatsgefällige Urteile in Pseudo-Prozessen und aus Ankara folgt eine Tirade gegen politische Gegner der anderen. Mit Kritikern geht man in der Türkei nicht zimperlich um.

Die Lage im Land bestätigt nun auch der Rechtsstaatlichkeitsindex des „World Justice Project“ (WJP). Darin liegt die Türkei unter 139 Staaten auf Platz 117. Besonders seit dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli 2016 hat sich die Menschenrechtslage im Land drastisch verschlechtert – mit Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft.

312.121 mutmaßliche Gülen-Anhänger festgenommen

Nicht nur Gülen-Anhänger, die seither zu Zehntausenden festgenommen, verurteilt und inhaftiert, aber auch wieder freigelassen worden sind, stehen im Fokus der allmächtigen türkischen Sicherheitsbehörden – Innenminister Süleyman Soylu sprach zuletzt von 312.121 festgenommenen Personen, weil sie der Gülen-Bewegung angehören sollen. Zu den inhaftierten politischen Gefangenen gehören auch zahlreiche kurdische Abgeordnete der HDP, denen eine tatsächliche oder vermeintliche Nähe zur terroristischen PKK vorgeworfen wird, zehntausende Polizisten und Militärangehörige sowie Tausende Richter und Staatsanwälte.

Nahezu jeder, der nicht mit den Maximen der AKP-Regierung einverstanden ist, macht sich zur Zielscheibe staatlicher Willkür. Und damit nicht genug: Auch das Meinungsklima in der Türkei wird stark von staatlicher Stelle beschnitten. Denn auch andere Indexe weisen in diese Richtung: Im Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei nämlich auf Platz 149 von 180.

Niemand will gegen die AKP ermitteln

Die Bilanz ist erschreckend. Zugleich verweigern staatliche Ermittlungsbehörden die Aufklärung von Korruptionsvorwürfen gegen Regierungsmitglieder oder -berater oder sitzen sie schlicht aus. Und das obwohl neben furchtlosen Investigativjournalisten auch der im Exil lebende Ex-Mafiaboss Sedat Peker via Social Media Korruption aufdeckte. Dass die Justiz durchaus handlungsfähig ist, zeigt sie, wenn es um regierungskritische Stimmen geht. Zuletzt wurde das im Falle der Künstlerin Gülşen sehr deutlich.

Merkt Erdoğan, dass ihm jemand gefährlich werden oder über jemanden Gefahr für seine Macht drohen könnte, lässt er ihn oder sie fallen. So geschehen zuletzt im Zusammenhang mit den Peker-Enthüllungen rund um die AKP-Abgeordnete Zehra Taşkesenlioğlu und seinen Berater Serkan Taranoğlu, der weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gehen musste. Ein Grund wurde nicht genannt.

Offensichtlich ist: Niemand will gegen die Partei des Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan, die AKP, ermitteln. Das ist umso erstaunlicher, hatten doch Abgeordnete der Oppositionspartei CHP bereits mehrfach Strafanzeige gestellt. Ein weiteres Zeichen dafür, wie es in der Türkei um die Rechtsstaatlichkeit – und in der Konsequenz auch um die Demokratie – best

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11 September 2022 0 Kommentare
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Impressum

Index: Türkischer Rechtsstaat unter Druck Von

von Fremdeninfo 11 September 2022
von Fremdeninfo

Index: Türkischer Rechtsstaat unter Druck

von

Stefan Kreitewolf

–

09.09.2022

 
 
 
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Politische Gefangene in der Türkei haben es schwer. Auf den Rechtsstaat können sie sich schon lange nicht mehr verlassen. Foto: Ye Jinghan / Unsplash

Willkürjustiz, Menschenrechtsverletzungen und Korruption: Die Türkei liegt im Rechtsstaatlichkeitsindex auf Platz 117 unter 139 Staaten. Das hat Folgen für die türkische Gesellschaft.

Polizisten nehmen bei Razzien immer wieder Dutzende Personen wegen fadenscheiniger Vorwürfe fest. Staatsanwälte veranlassen jahrelange Untersuchungshaft ohne ausführliche Anklage. Richter fällen staatsgefällige Urteile in Pseudo-Prozessen und aus Ankara folgt eine Tirade gegen politische Gegner der anderen. Mit Kritikern geht man in der Türkei nicht zimperlich um.

Die Lage im Land bestätigt nun auch der Rechtsstaatlichkeitsindex des „World Justice Project“ (WJP). Darin liegt die Türkei unter 139 Staaten auf Platz 117. Besonders seit dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli 2016 hat sich die Menschenrechtslage im Land drastisch verschlechtert – mit Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft.

312.121 mutmaßliche Gülen-Anhänger festgenommen

Nicht nur Gülen-Anhänger, die seither zu Zehntausenden festgenommen, verurteilt und inhaftiert, aber auch wieder freigelassen worden sind, stehen im Fokus der allmächtigen türkischen Sicherheitsbehörden – Innenminister Süleyman Soylu sprach zuletzt von 312.121 festgenommenen Personen, weil sie der Gülen-Bewegung angehören sollen. Zu den inhaftierten politischen Gefangenen gehören auch zahlreiche kurdische Abgeordnete der HDP, denen eine tatsächliche oder vermeintliche Nähe zur terroristischen PKK vorgeworfen wird, zehntausende Polizisten und Militärangehörige sowie Tausende Richter und Staatsanwälte.

Nahezu jeder, der nicht mit den Maximen der AKP-Regierung einverstanden ist, macht sich zur Zielscheibe staatlicher Willkür. Und damit nicht genug: Auch das Meinungsklima in der Türkei wird stark von staatlicher Stelle beschnitten. Denn auch andere Indexe weisen in diese Richtung: Im Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei nämlich auf Platz 149 von 180.

Niemand will gegen die AKP ermitteln

Die Bilanz ist erschreckend. Zugleich verweigern staatliche Ermittlungsbehörden die Aufklärung von Korruptionsvorwürfen gegen Regierungsmitglieder oder -berater oder sitzen sie schlicht aus. Und das obwohl neben furchtlosen Investigativjournalisten auch der im Exil lebende Ex-Mafiaboss Sedat Peker via Social Media Korruption aufdeckte. Dass die Justiz durchaus handlungsfähig ist, zeigt sie, wenn es um regierungskritische Stimmen geht. Zuletzt wurde das im Falle der Künstlerin Gülşen sehr deutlich.

Merkt Erdoğan, dass ihm jemand gefährlich werden oder über jemanden Gefahr für seine Macht drohen könnte, lässt er ihn oder sie fallen. So geschehen zuletzt im Zusammenhang mit den Peker-Enthüllungen rund um die AKP-Abgeordnete Zehra Taşkesenlioğlu und seinen Berater Serkan Taranoğlu, der weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gehen musste. Ein Grund wurde nicht genannt.

Offensichtlich ist: Niemand will gegen die Partei des Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan, die AKP, ermitteln. Das ist umso erstaunlicher, hatten doch Abgeordnete der Oppositionspartei CHP bereits mehrfach Strafanzeige gestellt. Ein weiteres Zeichen dafür, wie es in der Türkei um die Rechtsstaatlichkeit – und in der Konsequenz auch um die Demokratie

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Religion

Kopftuch im Fokus: Expertenkreis zu Muslimfeindlichkeit stellt erste Ergebnisse vor

von Fremdeninfo 10 September 2022
von Fremdeninfo

 

 

 

 

 

Kopftuch im Fokus: Expertenkreis zu Muslimfeindlichkeit stellt erste Ergebnisse vor

 
 
 
 
 
Von

dtj-online

–

10.09.2022

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London: Zwei muslimische Frauen erhalten ihre Prüfungsergebnisse an der Oasis Academy Hadley, Enfield (Symbolbild). Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Neben Straftaten, Hass und Hetze nimmt der vor zwei Jahren vom Bundesinnenministerium berufene Unabhängige Expertenkreis Muslimfeindlichkeit auch viel latente anti-muslimische Diskriminierung wahr.

Wenn eine iranische Künstlerin als Muslimin angesprochen werde, obwohl sie mit Religion nichts zu schaffen habe, oder ein Staatsanwalt aufgrund seines Äußeren vom Richter automatisch auf die Anklagebank verwiesen werde, sei dies vielleicht „keine Böswilligkeit“, sagte Mathias Rohe, einer der beiden Koordinatoren des Gremiums, am Mittwoch in Berlin.

Für die Betroffenen seien dies dennoch sehr unangenehme Erfahrungen. In Gesprächen mit muslimischen Frauen, die Kopftuch tragen, habe man festgestellt, dass der Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini eine „sehr bedrückende Signalwirkung“ entfaltet habe und bis heute nachwirke, sagte Co-Koordinatorin Karima Benbrahim.

„Wir verschließen nicht die Augen vor Muslimfeindlichkeit“

El-Sherbini war 2009 in einer Gerichtsverhandlung um rassistische Beleidigungen vom Angeklagten erstochen wurde. Der Täter wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Junge Muslime hätten oft im Hinterkopf, dass sie „als Probleme der Gesellschaft wahrgenommen“ werden. Das müsse sich ändern.

Mit einem Abschlussbericht der Wissenschaftler ist nach Auskunft von Innenstaatssekretärin Juliane Seifert im Sommer 2023 zu rechnen. Die aktuell neun Mitglieder des Expertenkreises hatten dafür mehrere Untersuchungen beauftragt. Seifert betonte: „Wir verschließen nicht die Augen vor Muslimfeindlichkeit.“

Gleiche Chancen und Rechte für alle

Es sei wichtig, dass in Deutschland „alle die gleichen Chancen und Rechte haben“. Der Expertenkreis befasst sich unter anderem mit den Bereichen Politik, Medien, Kultur, Religion und Bildung. Viele Straftaten, die sich gegen als Muslime wahrgenommene Menschen richteten, würden von den Betroffenen gar nicht angezeigt, sagte Benbrahim.

dpa/dtj

10 September 2022 0 Kommentare
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Religion

Interessante Ausstellung in Niedersachsen: „Islam in Europa 1000-1250“

von Fremdeninfo 9 September 2022
von Fremdeninfo

Interessante Ausstellung in Niedersachsen: „Islam in Europa 1000-1250“

Von

dtj-online

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08.09.2022

 
 

 
06.09.2022, Niedersachsen, Hildesheim: Journalisten stehen während einer Besichtigung der Ausstellung um eine Vitrine, in der ein Bergkristallkrug mit Ornamenten und arabischer Inschrift aufgestellt ist. Foto: Michael Matthey/dpa

Die Ausstellung „Islam in Europa 1000-1250″ thematisiert mit Kunstobjekten aus europäischen Kirchenschätzen und aus dem Hildesheimer Domschatz die Gemeinsamkeiten und Verflechtungen der Kulturen im Mittelalter.

Gemeinsamkeiten statt Vorurteile und Misstrauen gegen Islam und Muslime: Die Verflechtungen der Kulturen des Mittelalters von Iran und Irak über Nordafrika und Spanien bis nach Mitteleuropa zeigt die große Sonderausstellung „Islam in Europa 1000-1250″ in Hildesheim. Die Ausstellung sei „unfassbar großartig“, sagte Kurator Felix Prinz am Dienstag. Das Museum habe 74 seltene Leihgaben etwa aus Florenz, London, Paris, Venedig und Wien erhalten – „wir haben alle Stücke bekommen, die wir wollten“. Sein Wunsch sei, dass die Ausstellungsbesucher „vor dem Hintergrund gemeinsamer Geschichte über die gemeinsame Gegenwart nachdenken“.

Denn schon im Mittelalter waren die Kulturen miteinander verwoben, wie die seit gestern  ausgestellten Kirchenschätze zeigen: Kostbare Bergkristallgefäße, Seidenstoffe, Elfenbeinschnitzereien und Übersetzungen wissenschaftlicher Literatur seien im Mittelalter aus islamisch geprägten Regionen nach Europa gekommen, teils mit christlichen Bildern und arabisch beschriftet. Darunter seien Edelsteine oder Schachfiguren, die Teil europäischer Schatzkunst wurden. Insgesamt zeigt die Sonderausstellung 93 Exponate auf einer Fläche von rund 770 Quadratmetern und ist noch bis 12. Februar 2023 im Dommuseum von Hildesheim zu sehen.

dpa/dtj

 
9 September 2022 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Ausländerzentralregister: Fast drei Millionen Flüchtlinge in Deutschland

von Fremdeninfo 5 September 2022
von Fremdeninfo

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Ausländerzentralregister: Fast drei Millionen Flüchtlinge in Deutschland

Von Jan Bielicki, München – Vor 12 Std.

Wegen des Kriegs in der Ukraine registrieren die Behörden so viele geflohene Menschen im Land wie noch nie. Doch es gibt Zweifel daran, ob sie wirklich alle noch hier leben.

ast drei Millionen Flüchtlinge in Deutschland

 

In Deutschland leben so viele aus anderen Ländern geflüchtete Menschen wie noch nie in der kompletten Nachkriegszeit. Insgesamt 2,9 Millionen Menschen waren Ende Juni im Ausländerzentralregister als Flüchtlinge registriert. Das sind fast eine Million mehr als noch ein halbes Jahr zuvor – ein Zuwachs, der sogar die Zahlen des Flüchtlingswinters 2015/16 noch übertrifft.

Der Grund dafür ist klar, der Krieg in der Ukraine hat Hunderttausende nach Deutschland getrieben. Seit dem Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar haben die deutschen Behörden bis Ende Juni knapp 900 000 Menschen gezählt, die aus ihrem überfallenen Land hierher kamen, inzwischen sind es sogar fast eine Million. Das geht aus Zahlen hervor, mit denen die Bundesregierung eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Clara Bünger beantwortete. Die Antwort liegt der Süddeutschen Zeitung vor.

Zwei Drittel der registrierten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind demnach weiblich, mehr als ein Drittel Kinder und Jugendliche – und nahezu alle sind auch ukrainische Bürger. Nur etwa drei Prozent der von dort geflohenen Menschen haben Pässe anderer Staaten; nicht allen von ihnen steht automatisch jene Aufenthaltserlaubnis zu, auf die Ukrainer nach einem Beschluss der EU Anspruch haben. Zwar erhalten vor allem die aus der Ukraine geflohenen Vietnamesen, Russen, Syrer oder Moldauer überdurchschnittlich oft diesen Schutzstatus, aber bislang nur wenige Bürger afrikanischer Staaten. „Das darf nicht so bleiben“, kritisiert die Abgeordnete Bünger.

Wie viele Geflohene schon wieder ausgereist sind, weiß man nicht genau

Etwa 170 000 der registrierten Ukraine-Kriegsflüchtlinge hatten laut Ausländerzentralregister bis Ende Juni überhaupt noch kein Schutzgesuch geäußert. Das wirft ein Licht darauf, dass das Register die Wirklichkeit nicht so genau widerspiegelt, wie es den Anschein hat. Schon länger gibt es Zweifel daran, ob tatsächlich so viele Flüchtlinge im Land leben, wie hier gelistet sind. Insbesondere lässt sich nur sehr ungenügend erfassen, wer wieder zurück in die Heimat oder in andere Länder ausgereist ist. Auch das Bundesinnenministerium hat bereits eingeräumt, dass bei den Ausreisen „von einer validen Datenlage nicht ausgegangen werden kann“.

Das gilt nicht nur bei Ukraine-Flüchtlingen. Während etwa drei Viertel der Geflohenen, die nicht erst jetzt aus der Ukraine kamen, einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben und oft schon seit Jahren hier leben, listet das Register etwa 300 000 Menschen als ausreisepflichtig. Auch hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass etliche von ihnen nicht mehr im Land sind. Etwa 250 000 haben eine Duldung, weil ihrer Ausreise Hindernisse entgegenstehen, bei 28 Prozent etwa fehlende Reisepapiere. Deutlich mehr als die Hälfte dieser Geduldeten lebt bereits mehr als fünf Jahre im Land und erfüllt damit eine Hauptbedingung für das „Chancen-Aufenthaltsrecht“, das ihnen die Ampelkoalition eröffnen will. Für die Linke Bünger ist das nicht genug. Sie fordert „eine wirksame humanitäre Bleiberechtsregelung“.

5 September 2022 0 Kommentare
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Information

Xinjiang-Bericht: Wann muss China mit Sanktionen rechnen

von Fremdeninfo 5 September 2022
von Fremdeninfo

Xinjiang-Bericht: Wann muss China mit Sanktionen rechnen?

Von

dtj-online

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04.09.2022

 
 
 
 
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Archivfoto: Renata Alt, Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Bundestag, besucht Mustafa Yeneroğlu von der oppositionellen Deva-Partei in der Türkei. Foto: Renata Alt

Nach einem UN-Bericht über Menschenrechtsverstöße gegen Minderheiten in China hat die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte Sanktionen gefordert.

„Es wäre spätestens jetzt angebracht, dass sich besonders westliche Länder, die China gerade auch immer kritisiert haben (…) jetzt zusammentun, ein gemeinsames Vorgehen in Abstimmung mit den USA beschließen und so schnell wie möglich personenbezogene Sanktionen gegen Verantwortliche verhängen“, sagte FDP-Politikerin Renata am Freitag im Deutschlandfunk und sparte nicht mit Kritik an Chinas Präsidenten Xi Jinping.

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf hatte zuvor in einem lange erwarteten Bericht zur Lage in der chinesischen Region Xinjiang Anzeichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschrieben. Uiguren beklagen dort kulturelle und religiöse Unterdrückung, während Peking uigurischen Gruppen Extremismus und Separatismus vorwirft. Die Regierung in Peking reagierte mit Empörung auf die Veröffentlichung.

Keine Wiederholung „naiver Außenpolitik“ wie im Umgang mit Russland

Alt, die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte ist, bezeichnete die Inhalte des Berichts als furchtbar. „Das ist ein Ausmaß der willkürlichen und diskriminierenden Inhaftierung von Angehörigen der Uiguren und vielen muslimischen Gruppen in einer Dimension, wo wir tatsächlich von einem internationalen Verbrechen, eben Verbrechen gegen die Menschlichkeit sprechen müssen“, sagte sie. „Naive Außenpolitik“ wie im Umgang des Westens mit Russland dürfe sich nicht wiederholen.

UN-Hochkommissarin Michelle Bachelet hatte den lange erwarteten Report am Mittwoch um kurz vor Mitternacht veröffentlicht – zehn Minuten vor Ende ihrer Amtszeit. Davor hatte sie nach eigenen Angaben unter starkem Druck gestanden. Alt kritisierte dies als „sehr unschöne Krönung“ von Bachelets Amtszeit. „Das ist würdelos den Menschen gegenüber, so lange mit diesem Bericht zu warten.“

Guardian: Muslimische Länder dürfen nicht mehr schweigen

Zum UN-Bericht über die Menschenrechtslage in Xianjang schrieb die britische Zeitung „Guardian“ am Freitag:

„Nach der Lektüre der 46 Seiten ist es wenig überraschend, dass Peking versucht hat, die Veröffentlichung zu verhindern. Darin heißt es eindeutig, dass „schwere Menschenrechtsverletzungen“ gegen Uiguren Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen könnten. (…) Unternehmen und Regierungen können sich nicht mehr darauf berufen, dass nicht klar ist, was in der Region geschieht, oder erklären, dass Reaktionen darauf den UN überlassen werden sollten.

Staaten – einschließlich der vielen Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit, die bisher geschwiegen haben – sollten diesen Bericht als Ansporn zum Handeln und als Gelegenheit nutzen, China wegen dieser schrecklichen Missstände unter Druck zu setzen. Der Bericht muss nun dem UN-Menschenrechtsrat vorgelegt werden, dessen Mitgliedsländer auf eine offizielle Untersuchung drängen sollten.“

dpa/dtj

5 September 2022 0 Kommentare
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Information

Darum muss das Neun-Euro-Ticket unbedingt verlängert werden

von Fremdeninfo 2 September 2022
von Fremdeninfo

Darum muss das Neun-Euro-Ticket unbedingt verlängert werden

Von

Stefan Kreitewolf

–

02.09.2022

 
 

 
Eine Tram in Berlin: Das 9-Euro-Ticket ermöglichte vielen Menschen neue Freiheiten. Foto: Abhijeet Wankhade / Unsplash

Einfach in die Bahn setzen und losfahren – für viele ärmere Menschen endet diese Möglichkeit nun, weil das Neun-Euro-Ticket nicht mehr gilt. Was für die Fortführung der erfolgreichen Mobilitätsmaßnahme spricht.

Einmal Freiheit und zurück: Von Juni bis August stand der öffentliche Nahverkehr allen offen. Egal ob jung oder alt, arm oder reich – jede und jeder konnten sich für neun Euro ein bisschen Freiheit für den Sommer kaufen und mit Bus und Bahn quer durch Deutschland unterwegs sein.

Klimafreundlich, einfach und stark nachgefragt: Es gibt viele Gründe für die Fortführung der erfolgreichsten Mobilitätsmaßnahme der Ampel-Regierung. Doch vorerst ist mit dem günstigen Monatsabo Schluss. Ende August ist die Aktion ausgelaufen. Eine einheitliche Nachfolgeregelung zeichnet sich nicht ab.

Eine Milliarde Fahrten pro Monat ermöglicht

Konkrete Vorschläge gibt es zwar, bislang sind aber keine finalen Beschlüsse abzusehen. Die Rede ist von einem 49- oder gar 69-Euro-Ticket, was sich effektiv viel weniger Menschen leisten könnten. Willkommen zurück in der Mobilitätsarmut!

Eine Untersuchung der Vereinigung deutscher Verkehrsunternehmen zeigt indes: Das Abo war ein voller Erfolg. Insgesamt wurden 1,8 Millionen Tonnen CO₂ im Zeitraum Juni bis August eingespart. Rund eine Milliarde Fahrten pro Monat habe das Neun-Euro-Ticket ermöglicht. Hinzu kommt: Jeder fünfte Käufer sei Neukunde gewesen, der den öffentlichen Nahverkehr zuvor nicht nutzte – besonders häufig in Städten.

Flatrate für Bus und Bahn

Den Fahrschein nutzten viele Menschen für Ausflüge, fürs Einkaufen und für den Urlaub. Sie gelangen damit also an Orte und in Situationen, in denen sie potenziell Gelder ausgeben und damit Steuern zahlen. Geld, das wiederum für das Ticket selbst genutzt werden könnte.

Die Flatrate für Bus und Bahn würde zehn Milliarden Euro im Jahr kosten. Das Geld wäre gut investiert. Für viele böte es eine Chance, mehr am Leben teilzunehmen. Finanzminister Christian Lindner, der das Neun-Euro-Ticket kritisch beäugt, sagt indes, er sehe die Gefahr, dass mit dem günstigen Abo „Kapazitäten unnötig und übermäßig genutzt würden“.

Neun-Euro-Ticket verbesserte Leben vieler Menschen

Nicht nur weil es kaum zu Überlastungen im Nahverkehr kam, hinkt die Argumentation gewaltig. Denn es ist gut, wenn Menschen soziale Leistungen intensiv nutzen. Das beweist ihre Teilhabe an der Gesellschaft, am Leben – und hat einen integrativen Effekt.

Das Neun-Euro-Ticket hat geschafft, was viele integrationspolitische Maßnahmen nicht geschafft haben. Es hat das Leben vieler Menschen in diesem Land besser gemacht – egal welcher Herkunft, egal welcher Hautfarbe. Allein das ist ein Grund, warum es zwingend verlängert werden bzw. es schnellstmöglich eine Neuauflage geben muss. Dann gerne länger als nur für drei Monate.

 

 

 

2 September 2022 0 Kommentare
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Archive

Hans Christian Strobel ist tot

von Fremdeninfo 31 August 2022
von Fremdeninfo
 
 

 

 Claudia  Roth

·
 Hans Christian  Strobel ist tot

Wir haben einen der wichtigsten Streiter für die Demokratie, für den Frieden und die Menschenrechte verloren. Ich bin an diesem schmerzvollen Tag von tiefer Trauer und Demut erfüllt.

Mein liebster Hans-Christian, du warst immer ein politisches Vorbild. Du bist dir und deinen Prinzipien immer treu geblieben und was könnte wichtiger sein in der Politik und im Leben?

Wie kaum ein anderer hast du mit einem unfassbar großen Herzen und einer starken Haltung für die grüne Sache gekämpft. Wie kaum ein anderer hast du über Jahrzehnte gezeigt, wovon eine gesunde Demokratie lebt – vom kritischen, gewissenhaften und fairen Diskurs, vom gemeinschaftlichen Suchen nach den relevanten Antworten auf komplexe Fragen. Wie kaum ein anderer hast du uns als Partei und uns als Gesellschaft geprägt und wirst es auch in der Zukunft tun.

Claudia

Bild Claudia Rhot  und Hans Christian  Strobel

31 August 2022 0 Kommentare
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Kultur

Gülşen kommt frei – darf aber das Haus nicht verlassen

von Fremdeninfo 29 August 2022
von Fremdeninfo

Gülşen kommt frei – darf aber das Haus nicht verlassen

Von

dtj-online

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29.08.2022

 
 
 

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=“Türkische Popsängerin nach Scherz über religiöse Schulen in Haft“
Archivfoto: Die türkische Popsängerin Gülşen während eines Konzerts. Foto: Uncredited/Depo Photos/AP/dpa

Die vergangene Woche verhaftete türkische Popsängerin Gülşen wurde am Montag aus der Haft entlassen, muss aber in Hausarrest. 

Das 27. Strafgericht in Istanbul prüfte in der ersten Instanz den Freilassungsantrag von Gülşens Anwälten, die Einwände gegen ihre Inhaftierung erhoben hatten. Das Gericht entschied sich für eine Wohnungshaft mit gerichtlicher Kontrolle. Die Sängerin war seit vier Tagen im Frauengefängnis von Bakırköy in Istanbul.

Das 2. Strafgericht hatte letzte Woche über die Festnahme der Sängerin entschieden. „Es gibt konkrete Beweise dafür, dass die Verdächtige das Verbrechen begangen hat, die Öffentlichkeit zu Hass und Feindschaft anzustacheln.“ Ausgangspunkt für diese Annahme war ein vier Monate altes Video, in dem zu hören ist, wie sich die Sängerin über Imam-Hatip-Schulen äußert. Ihr zufolge handelte es sich dabei um einen nicht ernst gemeinten Spruch, für den sie sich mittlerweile dennoch entschuldigt hat. Gülşen war dabei auf der Bühne vom Moderator belästigt worden und hatte daraufhin gesagt, dass dessen „Perversität von seinem Besuch auf einer Imam-Hatip-Schule“ herrühre.

https://i0.wp.com/dtj-online.de/wp-content/uploads/Guelsen-Gerichtsurteil.jpg?resize=608%2C670&ssl=1 608w, https://i0.wp.com/dtj-online.de/wp-content/uploads/Guelsen-Gerichtsurteil.jpg?resize=381%2C420&ssl=1 381w“ data-lazy-loaded=“1″ sizes=“(max-width: 691px) 100vw, 691px“ loading=“eager“ width=“691″ height=“762″>
Das heutige Gerichtsurteil im Original. Quelle: Diken

In den sozialen Medien wurden in den letzten Tagen Einträge mit den Hashtags #gulsenserbestbırakılsın, #GülşenYalsızDeğildir und #freegülşen geteilt, um sich für eine Freilassung von Gülşen stark zu machen. Die Sängerin war schon zuvor aufgrund ihrer freizügigen Bekleidung und ihrer Unterstützung für die LGBTI+-Bewegung ins Visier der türkischen Justiz geraten. Zuletzt waren in der Türkei auch mehrere Konzerte und Musikfestivals unter fadenscheinigen Begründungen abgesagt oder verboten worden.

Akşener: Es gibt ein Archiv, auf das sie bei Gelegenheit zurückgreifen

Auffällig an dem Fall war, dass das aufgetauchte Video nicht neu ist. Der Oppositionspolitikerin Meral Akşener (İyi-Partei) zufolge steckt System dahinter, auf das in den kommenden Monaten noch häufiger zurückgegriffen werden könnte – mit Blick auf die im Juni 2023 stattfindenden Wahlen in der Türkei.

„Wenn ich das richtig verstehe, haben sie (die Regierung/Justiz, Anm. d. Red.) ein Archiv mit Aussagen von bekannten Persönlichkeiten angelegt. In einem passenden Moment werden entsprechende Ausschnitte dann öffentlich gemacht, um von anderen Themen abzulenken oder eine Kampagne zu starten. Sie wollen damit polarisieren und die Menschen gegeneinander aufbringen. In der Folge wird ein großes Theater daraus gemacht, die mit einer Rechtswidrigkeit endet. Das ist ein Algorithmus, den wir alle satt haben. Doch es dauert nicht mehr lange. Nach der Wahl werden wir die nicht funktionierende Justiz und den nicht funktionierenden Rechtsstaat gemeinsam wieder aufbauen werden”, sagte die Parteivorsitzende am Sonntag.

 

 

Mig

29 August 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Sechs Monate danach: Neues im Fall Dilan

von Fremdeninfo 29 August 2022
von Fremdeninfo

Sechs Monate danach: Neues im Fall Dilan

Von

dtj-online

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27.08.2022

 
 

 
20.02.2022, Berlin: Dilan S. nahm am Wochenende in Berlin an der Demonstration „Schaut nicht weg! Solidarität mit Dilan und allen Betroffenen rassistischer Gewalt!“ teil. Die 17-Jährige wurde am 5. Februar an der Haltestelle Greifswalder Straße rassistisch angegriffen. Obwohl viele Menschen anwesend waren, kam ihr ihren Angaben zufolge niemand zu Hilfe. Foto: Annette Riedl/dpa

Knapp sechs Monate nach dem rassistischen Angriff auf Dilan S. in Berlin-Prenzlauer Berg hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Nach einem Bericht des „Spiegels“ lauten die Vorwürfe Beleidigung, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung. Angeklagt sind demnach drei Frauen und drei Männer im Alter von 24 bis 54 Jahren. Nach dem Bericht prüft das Amtsgericht Tiergarten nun, ob die Anklage zugelassen wird. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wurde die Anklage Ende Juli erhoben. Weitere Angaben konnte oder wollte er nicht nennen.

Die damals 17-Jährige war Anfang Februar nach ihrer Schilderung von drei Frauen und drei Männern rassistisch angepöbelt, verprügelt und getreten worden. In einem Video aus dem Krankenhaus, das später viral ging, berichtete sie später teilweise weinend von dem Vorfall. Daraufhin gab es viele Reaktionen im Internet.

Die Tat hatte im Februar für großes Aufsehen gesorgt – nicht zuletzt deshalb, weil die Polizei die Ursache des Angriffs zunächst falsch dargestellt und in einer Mitteilung geschrieben hatte, Auslöser des Konflikts sei gewesen, dass die junge Frau keine Corona-Maske getragen habe. Auch die Deutsche Presse-Agentur hatte diese ursprüngliche Darstellung der Polizei in einer Meldung übernommen und zudem die schon in der Polizei-Mitteilung genannten Hinweise der jungen Frau auf rassistische Beleidigungen nicht erwähnt.

dpa/dtj

29 August 2022 0 Kommentare
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