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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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4 Februar 2026 0 Kommentare
Information

Das Verbot der Grauen Wölfe hat höchste Prioritä

von Fremdeninfo 7 März 2022
von Fremdeninfo

Das Verbot der Grauen Wölfe hat höchste Priorität“

Von

Stefan Kreitewolf>

 
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Geheimdienst-Experte Erich Schmidt-Eenboom im DTJ-Interview. Foto: Privat

Die Bundesregierung habe die Geheimdienst-Aktivitäten der Türkei in Deutschland „sträflich vernachlässigt“, sagt Erich Schmidt-Eenboom. Im DTJ-Online-Interview spricht der Geheimdienst-Experte von einem „Schattenreich“ des „türkischen Staatsterrorismus“.

Herr Schmidt-Eenboom, der türkische Präsident geht seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei vermehrt gegen politische Gegner:innen vor – auch in Deutschland. Wie sehen Sie die Entwicklung seit 2016?

Traditionell richteten sich die Aktivitäten des türkischen Geheimdienstes MİT gegen vermeintliche oder tatsächliche Anhänger der PKK später auch gegen Unterstützer der Proteste am Gezi-Park in Deutschland. Nach dem von Recep Tayyip Erdoğan selbst inszenierten Pseudoputsch sind die Gülen-Anhänger in der Bundesrepublik, aber auch weltweit die prioritäre Zielgruppe des MİT, der sein Personalplafonds aus eigenen Mitarbeitern und Handlangern entsprechend ausgebaut hat. Hinzu kommen als Quasi-Staatsfeinde in den vergangenen Jahren Journalisten und Politiker, die das System Erdoğan kritisieren. Die drastische Zunahme der Ausspähung und der Einschüchterungsmaßnahmen ist auch der Tatsache geschuldet, dass die deutsche Politik unter Angela Merkel und ihrem Innenminister Horst Seehofer allzu lange weggeschaut hat.

Woran machen Sie das fest?

Das Verbot der kriminellen Rockergruppe Osmanen Germania, die für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich war, kam beispielsweise viel zu spät und erst, als diese Frontorganisation des MİT Kriegswaffen aus der Schweiz erhielt. Mit dem Verbot sind die aggressiven jungen Männer jedoch nicht aus der Welt. Meines Erachtens hätten sie, sofern sie nur die türkische Staatsbürgerschaft besitzen, als Gefahr für die innere Sicherheit ausgewiesen werden müssen.

„Schattenreich“ von Agenten und Deutsch-Türken

Die Rede ist von Tausenden Agent:innen und Informant:innen des türkischen Geheimdienstes in der Bundesrepublik. Aktuellste Zahlen legen nahe, dass auf 500 Türkei-stämmige Deutsche ein Agent kommt. Ist das realistisch? 

Diese Faustformel ist mir zu nebulös, weil sie den pyramidenförmigen Aufbau außer Acht lässt: An der Spitze stehen ein Dutzend bei den deutschen Sicherheitsbehörden akkreditierte Residenten. Dann folgen illegale Residenten, die in Tarnfirmen und -vereinen abgedeckt sind. Die führen einige Hundert eingewiesene Agenten, die undercover arbeiten. Am unteren Ende der Skala stehen dann Deutsch-Türken, die entweder von Agenten abgeschöpft werden, oder die aus chauvinistischer Gesinnung Mitbürgerinnen und Mitbürger ausspähen und denunzieren. In der Summe entspricht dieses Schattenreich dann in etwa dem in Ihrer Frage zitierten Wert.

Wie und wo agieren denn diese inoffiziellen Agent:innen?

Die Tarnung der Agentenführer und ihrer eingewiesenen Agenten folgt traditionellen nachrichtendienstlichen Methoden. Wir finden sie in Tarnfirmen wie Reisebüros, Wechselstuben, Luftfahrtlinien oder AKP-nahen Vereinen, aber auch als türkische Besonderheit in religiösen Zusammenhängen wie den DITIB-Moscheen und ihren Moscheevereinen.

„Spiritus rector der Angriffe ist der MİT“

Immer häufiger werden Medienschaffende angegriffen, geflohene Oppositionelle eingeschüchtert: Wer steckt dahinter?

Spiritus rector ist in erster Linie der MİT, den der Bundesnachrichtendienst in einer Analyse zu Recht als Gestapo-ähnlichen Geheimdienst gebrandmarkt hat. Er definiert nicht nur das allgemeine Feindbild, sondern er steckt meistens auch hinter den im Internet und in sozialen Netzwerken gelisteten Namen von Erdoğan-Gegnern. In einer Art Schneeballsystem werden die so an den Pranger gestellten Menschen dann von allen dem türkischen Staatsterrorismus dienlichen Organisationen wie den Grauen Wölfen bis zu fanatisierten Einzeltätern diskriminiert, bedroht oder körperlich misshandelt.

Kommen die konkreten Befehle direkt aus Ankara oder ist es gar ein selbsterfüllendes System? Was denken Sie?

Kein oder: Beides findet statt. Herausragende Zielpersonen aus Medien und Politik nimmt die MİT-Zentrale in Ankara mit ihren etwa 800 auf den deutschsprachigen Raum angesetzten Mitarbeitern selbst ins Visier. Am unteren Ende der Skala sind es einzelne Imame oder auch böswillige Nachbarn, die die vom Münchner Generalkonsulat auf den Weg gebrachte App nutzen, um Erdoğan-Kritiker zu denunzieren und sie damit bei einer Reise in die Türkei der Gefahr von Verhaftung und Verurteilung aussetzen.

„Tatenlose Politiker hofften auf Aussitzen des Problems“

Der Bundesrepublik wird vorgeworfen, wenig gegen die Unterdrückung Türkei-stämmiger Menschen hierzulande zu tun. Die Zahlen sprechen für sich: Gerade einmal acht Verfahren gab es seit 2013 gegen MİT-Agenten in Deutschland. Warum schützt der Rechtsstaat Bürger mit deutschem Pass nicht?

Vorangestellt: Das Bundesverfassungsgericht hat es dem Staat zur Pflicht gemacht, nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern auch hier lebende Ausländer vor nachrichtendienstlichen Nachstellungen zu schützen. Diese Pflicht hat die Regierung Merkel aus Sorge um kaum berechenbare Reaktionen der Türkei wie dem Aussetzen des Flüchtlingsdeals sträflich vernachlässigt. Die tatenlosen deutschen Politiker hofften darauf, dass sich das Problem durch Aussitzen erledigt. Doch ich sehe die Gefahr der Verselbständigung der in Deutschland gewachsenen Strukturen, die ein Überleben dieses Schattenreichs selbst für den Fall begünstigt, dass Erdoğan und die AKP 2023 abgewählt werden.

Welche konkreten Möglichkeiten bieten sich denn den deutschen Sicherheitsbehörden?

Im Prinzip alle Methoden der Spionageabwehr von der Observation erkannter MİT-Angehöriger bis zur Überwachung ihrer Telekommunikation sowie die Analyse der offenen Publikationen und Websites einschlägiger Organisationen und ihrer Nutzer. Die Aufgaben von polizeilichem Staatsschutz und Verfassungsschutz von der Abwehr des internationalen Terrorismus und der grassierenden Wirtschaftsspionage bis hin zur Überwachung rechts- und linksextremer Organisationen sind so vielfältig, dass Human Intelligence schnell an ihre Grenzen gerät.

„Ampelregierung muss MİT-Aktivitäten ein Ende setzen“

Was schlagen Sie stattdessen vor?

Ich plädiere deshalb für eine intensivere technische Überwachung. Vorzugsweise sollte man dafür jene türkischen Offiziere rekrutieren, die in der Bundesrepublik Asyl gefunden haben, weil sie gegenüber Anwerbeversuchen des MİT weitgehend immun sein dürften. Viel dringlicher als die Exekutivorgane muss jedoch die neue Ampelregierung den bedrohlichen Aktivitäten des MİT und seiner Erfüllungsgehilfen ein Ende bereiten. Die neue Innenministerin hat sich die Bekämpfung des Rechtsextremismus und -terrorismus auf die Fahnen geschrieben. Für mich hat dabei das Verbot der Grauen Wölfe höchste Priorität.

Erich Schmidt-Eenboom, 69, ist Geheimdienstexperte und Direktor des Forschungsinstituts für Friedenspolitik in Weilheim. In den 1990er-Jahren wurde er selbst vom BND überwacht. 

Äußerungen unserer Gesprächspartner:innen geben deren eigene Auffassungen wieder. 

 

 

 

7 März 2022 0 Kommentare
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Information

Türkischen Rechtsextremisten: Bundesregierung fehlen wichtige Infos über „Soldaten Erdogans“

von Fremdeninfo 7 März 2022
von Fremdeninfo

 

  1. Türkischen Rechtsextremisten: Bundesregierung fehlen wichtige Infos über „Soldaten Erdogans“

Die Welt

Deutschland Graue Wölfe

Bundesregierung fehlen wichtige Informationen über die „Soldaten Erdogans“

 

In Frankreich wurden die Grauen Wölfe 2020 verboten
Quelle: pa/NurPhoto/Nicolas Liponne
Die Bundesregierung sollte 2020 ein Verbotsverfahren gegen Organisationen der Grauen Wölfe prüfen. Bislang wurden jedoch keine Schritte eingeleitet. Eine Kleine Anfrage zeigt nun: Es fehlt wichtiges Wissen über die Strukturen der türkischen Rechtsextremisten.

Der Bundesregierung liegen wesentliche Informationen nicht vor, die ein mögliches Verbotsverfahren gegen Vereine aus dem Umfeld der Grauen Wölfe erleichtern könnten. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen hervor, die WELT vorliegt.

Demnach hat die die Bundesregierung keine Kenntnis darüber, ob die Dachverbände ADÜTDF und Atib, die der rechtsextremen türkischen „Ülkücü“-Bewegung zugerechnet werden, Ausländervereine nach Paragraf 14 des Vereinsgesetzes sind. Ausländervereine unterliegen verschärften Anzeige- und Auskunftspflichten und können einfacher verboten werden.

„Der Bundesregierung liegen keine Daten zu der jeweiligen Staatsangehörigkeit der Verbandsmitglieder von ADÜTDF und Atib vor“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

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Der Bundestag hatte die Bundesregierung im November 2020 aufgefordert, ein Verbot der Vereine der Grauen Wölfe zu prüfen, die das Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem, antisemitisch und rassistisch charakterisiert. Seitdem soll ein Prüfverfahren laufen.

7 März 2022 0 Kommentare
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Information

Russland vermeldet Einnahme weiterer ukrainischer Städte

von Fremdeninfo 28 Februar 2022
von Fremdeninfo

Russland vermeldet Einnahme weiterer ukrainischer Städte

Zwei ukrainische Städte sollen laut Moskau unter russischer Kontrolle gefallen sei, den russischen Streitkräften schlägt nach US-Angaben aber heftiger Widerstand entgegen. Ein Söldnerkommando soll den Auftrag haben, Präsident Selenskyj zu töten. Der aktuelle Überblick.

Im russischen Krieg gegen die Ukraine droht eine neue potenziell gefährliche Eskalation. Kremlchef Wladimir Putin ordnete am vierten Tag der Invasion an, die russischen Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft zu versetzen. Als Grund nannte er „unfreundliche Maßnahmen“ des Westens gegen Russlands Wirtschaft und „aggressive Statements“ westlicher Staats- und Regierungschefs.

Im Norden Kiews habe die russische Armee laut ukrainischen Angaben versucht, eine Pontonbrücke zu bauen, um den Fluss Irpin zu überqueren. Das schrieb der ukrainische Generalstab in der Nacht zu Montag auf Facebook. Ein weiterer Versuch, die Stadt Irpin kurz vor Kiew zu erobern, sei erfolglos gewesen, hieß es weiter. Die Informationen konnten nicht unabhängig geprüft werden. In den Kampfgebieten war die Lage auch am Tag vier der russischen Invasion unübersichtlich.

>>> Alle Entwicklungen in der Ukraine im Liveticker >>>

In den Metropolen Kiew und Charkiw ist es nach einem Bericht des staatlichen Informationsdienstes der Ukraine am frühen Montagmorgen zu mehreren Explosionen gekommen. Das wurde via Telegram mitgeteilt. Zuvor sei es in der Hauptstadt Kiew mehrere Stunden lang ruhig gewesen, hieß es, auch laut Berichten von „Bild“ vor Ort.

28 Februar 2022 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Flüchtlinge kommen in Brandenburg an: Wenige in Erstaufnahm

von Fremdeninfo 28 Februar 2022
von Fremdeninfo
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Flüchtlinge kommen in Brandenburg an: Wenige in Erstaufnahme

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Brandenburg nimmt allmählich zu. Immer mehr Menschen kamen am Wochenende in Frankfurt (Oder) an, viele reisten aber weiter. Liubov war eine von ihnen. Die Ukrainerin traf nach fast zwei Tagen Reise am Sonntag in Deutschland ein. Am Bahnhof in Frankfurt (Oder) wurden zunächst ihre Daten von der Bundespolizei erfasst. Sie reiste mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern. «Wir fahren nach Berlin», sagte die 23-Jährige aus der Region Wolyn im Nordwesten der Ukraine. Dort hätten sie Freunde. «Wir haben die Ukraine am Abend des 25. Februar verlassen», berichtete sie.

In der Brandenburger Erstaufnahmeeinrichtung kamen bisher erst wenige Geflüchtete aus der Ukraine unter. Derzeit seien zehn Flüchtlinge untergebracht, sagte der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburgs, Olaf Jansen, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Darunter seien sechs Ukrainerinnen und Ukrainer sowie vier Menschen, die in der Ukraine Ausländer mit Aufenthaltsstatus seien.

Die Erstaufnahmeeinrichtung hält nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums zunächst 800 Plätze für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bereit. «Wir können das bei Bedarf spielend innerhalb von 24 Stunden verdoppeln», sagte Leiter Jansen. Die meisten Flüchtlinge reisten zum Beispiel zu Verwandten oder Bekannten weiter. Er ging davon aus, dass es zunehmend mehr Geflüchtete geben wird, die in der Ukraine einen Aufenthaltsstatus haben. Zuvor wurden Flüchtlinge aus Eisenhüttenstadt in Außenstellen verlegt, um dort mehr freie Plätze zu haben.

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© Czarek Sokolowski/AP/dpa/Archivbild
28 Februar 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Übergriffe auf Sinti und Roma sollen künftig besser erfasst werden

von Fremdeninfo 28 Februar 2022
von Fremdeninfo

 

Übergriffe auf Sinti und Roma sollen künftig besser erfasst werden

Von

dtj-online

–

25.02.2022

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma demonstriert im Jahr 2003 für den Bau des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Foto: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Antiziganistischer Hass: Die Bundesregierung will mit einer zivilgesellschaftlichen Monitoringstelle Übergriffe auf Sinti und Roma künftig besser erfassen. Damit verfolgt Berlin ein Ziel.

Die Stelle ist ein Baustein einer nationalen Strategie „Antiziganismus bekämpfen, Teilhabe sichern!“, die das Kabinett am Mittwoch beschloss. Um die Integration und Teilhabe von Sinti und Roma zu fördern, will die Bundesregierung zudem eine nationale Roma-Kontaktstelle aufbauen.

Mit den beschlossenen Maßnahmen setzt die Bundesregierung die EU-Roma-Strategie 2030 für Deutschland um. „Anstatt über Politik für Sinti und Roma zu sprechen, werden wir gemeinsam mit Sinti und Roma Wege der politischen Teilhabe gestalten“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

„Wir treten Diskriminierung entschieden entgegen“

Die neue Kontaktstelle werde den Dialog fördern und institutionalisieren. „Wir treten Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung gegenüber Sinti und Roma entschieden entgegen“, fügte die SPD-Politikerin hinzu. SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag auch die Ernennung eines Beauftragten für Antiziganismus vereinbart.

Wie das Bundesfamilienministerium auf Anfrage mitteilte, wird „der noch zu benennende Antiziganismus-Beauftragte der Bundesregierung“ im Familienministerium angesiedelt sein. Wann genau er oder sie ernannt wird, ist noch offen.

Größte Minderheit Europas

„Sinti und Roma haben seit 600 Jahren einen festen und prägenden Platz in der europäischen Kulturgeschichte“, sagte die Bundestagsabgeordnete Filiz Polat (Grüne). „Es ist an der Zeit, dass die größte Minderheit Europas nicht nur anerkannt wird, sondern dass für sie auch ein diskriminierungsfreier Zugang zu Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und Wohnen sichergestellt wird.“

Eine Leipziger Autoritarismus-Studie hat in den vergangenen Jahren einen Rückgang des Anteils der deutschen Bevölkerung, der Vorbehalte gegenüber Sinti und Roma hat, festgestellt. Allerdings stimmten laut Studie 2020 immer noch mehr als 40 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage der Aussage „Ich hätte Probleme damit, wenn sich Sinti und Roma in meiner Gegend aufhalten“ zu. Im Bereich der „Hasskriminalität“ hatten die Polizeibehörden von Bund und Ländern im Jahr 2020 insgesamt 128 antiziganistische Straftaten erfasst. Das entsprach einem Anstieg um rund 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

dpa/dtj

28 Februar 2022 0 Kommentare
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Archive

Die Menschen sind offener für Zuwanderung

von Fremdeninfo 25 Februar 2022
von Fremdeninfo

Die Menschen sind offener für Zuwanderung“

Von

Stefan Kreitewolf

–

23.02.2022

 
 
 
 
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Immer mehr Menschen sehen Zuwanderung als Chance. Dabei spielen vor allem wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle, zeigt eine Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Inwiefern, erläutert Integrationsexpertin Ulrike Wieland im Gespräch mit DTJ-Online.

Frau Wieland, wie steht es um Deutschlands Willkommenskultur?

Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass sich die Willkommenskultur in Deutschland positiv entwickelt hat. Wir verstehen unter „Willkommenskultur“ eine Grundhaltung der Offenheit und Akzeptanz gegenüber Migrant:innen. In unserer vorletzten Umfrage 2017 zeigten sich bei der Bevölkerung hohe Werte bei den Fragen, die Skepsis und Vorbehalte signalisieren. Darin spiegelte sich die Sorge um die Bewältigung der sogenannten „Fluchtkrise“. Seitdem sehen wir eine Entspannung: Die Menschen sind offener für Zuwanderung geworden.

Immer mehr Menschen sehen Zuwanderung als Chance. Das ist ein Ergebnis der von Kantar Public im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführten Befragung zur Willkommenskultur in Deutschland. Welche Faktoren spielen in der Bewertung eine Rolle?

In unserer Befragung wurde deutlich, dass die wirtschaftlichen Potenziale von Zuwanderung inzwischen stärker gesehen werden. Zum Beispiel sind heute gut zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) der Ansicht, dass Zuwanderung für die Ansiedlung internationaler Firmen wichtig sei – zum Vergleich: 2019 waren es 63 Prozent und 2017 56 Prozent. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) ist der Meinung, dass Migration einen Ausgleich für den Fachkräftemangel hierzulande schaffen könne. Dass Zuwanderung eine geringere Überalterung für die Gesellschaft bedeuten könne, glauben rund zwei Drittel der Befragten.

„Häufig in systemrelevanten Berufen tätig“

Woran liegt das?

Der bevorstehende Renteneintritt der Generation der „Babyboomer:innen“ wurde zuletzt medial und politisch thematisiert. Diese demografische Entwicklung wird das Fachkräfteproblem in Deutschland verschärfen. Und durch die Coronakrise haben die Menschen konkreter erfahren, was es bedeutet, wenn in zentralen Bereichen der kritischen Infrastruktur Arbeitskräfte fehlen – und Migrant:innen arbeiten besonders häufig in solchen systemrelevanten Berufen. Diese Faktoren könnten eine Rolle gespielt haben.

Zuwanderung wird also häufig mit der Chance verbunden, einen Mehrwert für die hier lebende Gesellschaft zu generieren. Ist Deutschland also ein eher pragmatisches Einwanderungsland?

Die Frage nach dem Mehrwert ist erstmal nicht verwerflich. Sie eröffnet auch die Gelegenheit, den vielfältigen Beitrag von Migrant:innen sichtbar zu machen. Denn im öffentlichen Diskurs wird Zuwanderung noch immer oft mit wirtschaftlichen Belastungen assoziiert. Entsprechende Bedenken spiegeln sich auch in unserer Umfrage wider: 67 Prozent der Befragten sorgen sich um zusätzliche Belastungen für den Sozialstaat als Folge von Migration. Da ist es gut, auch die andere Seite zu beleuchten, also die Potenziale und den Mehrwert, damit kein einseitiges Bild entsteht. Allerdings muss auch klar sein, dass bei der Fluchtmigration nicht der wirtschaftliche Mehrwert, sondern humanitäre Aspekte im Vordergrund stehen.

„Bewusstsein für Diskriminierung gestiegen“

Alltagsrassismus und Diskriminierungserfahrungen spielen im Alltag vieler aber weiterhin eine Rolle. Offenbar benötigt Vielfalt Zeit, oder?

Unsere Umfrage zeigt, dass im Durchschnitt 62 Prozent der Befragten Diskriminierung aufgrund der Herkunft und 66 Prozent Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt als bedeutende Integrationshindernisse wahrnehmen. Menschen mit Migrationshintergrund sehen die Lage noch kritischer: Bei ihnen sind es 69 Prozent (Diskriminierung) bzw. 72 Prozent (Chancenungleichheit). Das macht deutlich, dass es noch viel zu tun gibt, um Deutschland als Einwanderungsland weiterzuentwickeln.

Dennoch weist Ihre Studie im Zeitvergleich einen positiven Trend aus. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Das Bewusstsein für die Problematik von Diskriminierung in der Gesellschaft ist gestiegen. Möglicherweise haben die mit großer Resonanz geführten Debatten über Identität, Diskriminierung und Chancengerechtigkeit unter den Stichworten „Me Too“ und „Black Lives Matter“ zu dieser Sensibilisierung beigetragen. Inzwischen wird auch die Verantwortung der Gesellschaft für gelingende Integration gesehen. So ist der Anteil derjenigen, die Diskriminierung aufgrund der Herkunft sowie Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt als bedeutende Integrationshindernisse einschätzen, seit 2019 angestiegen.

„Zuwanderung und Vielfalt als Normalität“

Eine weitere Erkenntnis Ihrer Befragung zeigt: Die Erwartungen an die deutsche Gesellschaft, Hindernisse für die Integration abzubauen, wächst. Wo sollten wir konkret ansetzen?

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass erstens die Anstrengungen zum Abbau von Diskriminierung und ungleichen Chancen intensiviert werden sollten. Zum Beispiel ist nur etwa ein Drittel der Befragten der Ansicht, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Politik, Verwaltung und Bildungsinstitutionen angemessen repräsentiert sind. Zweitens zeigen unsere Zahlen, dass die Befragten dem Spracherwerb eine hohe Bedeutung für Integration beimessen. Das Erlernen der Sprache ist für Zugewanderte elementar, um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden und am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Daher sollten Sprachangebote leicht zugänglich sein.

Gibt es weitere Trends, die sich aus Ihrer Studie ableiten lassen?

Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass es in Zukunft mit der Willkommenskultur in Deutschland weiter bergauf geht. Wir sehen das als eine Art Hineinwachsen in eine Einwanderungsgesellschaft, die ein positives Selbstverständnis entwickelt und Vielfalt als Normalität begreift.

Dr. Ulrike Wieland ist Projektmanagerin und Integrationsexpertin bei der Bertelsmann Stiftung. Sie ist Co-Autorin der Studie „Willkommenskultur zwischen Stabilität und Aufbruch“ und arbeitet im Programm „Demokratie und Zusammenhalt“.

Äußerungen unserer Gesprächspartner:innen geben deren eigene Auffassungen wieder. 

25 Februar 2022 0 Kommentare
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Antisemitismus

Novum in Deutschland: Alabali-Radovan wird Beauftragte für Antirassismus

von Fremdeninfo 25 Februar 2022
von Fremdeninfo

Novum in Deutschland: Alabali-Radovan wird Beauftragte für Antirassismus

Von

dtj-online

–

24.02.2022

 
 
 
 
„Antirassismus-Beauftragte Reem Alabali-Radovan“ width=“696″ height=“437″>
23.02.2022, Berlin: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Reem Alabali-Radovan gibt nach ihrer Berufung zur Beauftragten der Bundesregierung für Antirassismus ein Pressestatement ab. Sie ist die erste Beauftragte für Antirassismus in Deutschland. Foto: Paul Zinken/dpa

Als neue Beauftragte für Antirassismus will Reem Alabali-Radovan (SPD) eine „Diversity-Strategie“ für die Bundesverwaltung erarbeiten.

Ihr Ziel sei es, dass sich „die Vielfalt unserer Gesellschaft auch in den Bundesministerien und Bundesbehörden widerspiegelt“, sagte Alabali-Radovan am Mittwoch in Berlin. Zuvor hatte das Kabinett beschlossen, der für Migration, Flüchtlinge und Integration zuständigen Staatsministerin im Kanzleramt zusätzlich die Aufgabe der Beauftragten für Antirassismus zu übertragen. Die Schaffung dieses Postens hatten SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart.

Sie wolle die auf mehrere Ressorts verteilten Maßnahmen der Bundesregierung gegen Rassismus künftig aus dem Bundeskanzleramt koordinieren und einen „Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus“ vorlegen, kündigte die SPD-Politikerin an. Sie betonte: „Der Staat ist in der Bringschuld, er muss für alle 83 Millionen Menschen unseres Landes ein gleichberechtigtes, friedliches Zusammenleben sichern.“

Türkische Gemeinde begrüßt die Stelle

Es sei gut, dass die Beauftragte die Perspektive als Betroffene mitbringe, sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoğlu. Denn für Menschen, die nicht selbst bei der Wohnungssuche, im Bildungssystem, in Behörden oder auf dem Arbeitsmarkt mit Diskriminierung konfrontiert seien, stünden bei der Beschäftigung mit Rassismus oft Gewalt und strafrechtlich relevante Taten im Vordergrund. „Ich will Mahnerin und Antreiberin für Antirassismus sein, für die Bundesregierung, aber auch für die Gesellschaft“, betonte Alabali-Radovan.

„Der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung – in all seinen Erscheinungsformen – hat für uns oberste Priorität und ist direkt im Kanzleramt verankert“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast. Sie sei sicher, „dass Reem Alabali-Radovan diese Aufgabe mit klarer Haltung und dem notwendigen Tatendrang angehen wird“.

dpa/dtj

25 Februar 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Land baut Forschungsstelle zu Rechtsextremismus auf

von Fremdeninfo 23 Februar 2022
von Fremdeninfo

Land baut Forschungsstelle zu Rechtsextremismus auf

Baden-Württemberg will den Rechtsextremismus systematisch wissenschaftlich untersuchen lassen. Das grün-schwarze Kabinett beschloss am Dienstag den Aufbau einer neuen Forschungsstelle und der deutschlandweit ersten politikwissenschaftlichen Professur für die Erforschung des Rechtsextremismus, wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) in Stuttgart verkündete. Für den Aufbau der Forschungsstelle stellt das Land zunächst 400.000 Euro zur Verfügung. Geplant sind bis zu drei Professuren sowie weitere Personal- und Sachmittel. Die Gesamtkosten werden bei rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr liegen.

«Der Aufbau kommt zur richtigen Zeit», sagte Bauer. Dass rechtsextremistisches Gedankengut in tödlicher Gewalt enden könne, zeigten die rassistisch motivierten Morde in Hanau, der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und der Anschlag auf die Synagoge in Halle, sagte Bauer. Eine Forschungsstelle stelle sicher, dass das Thema Rechtsextremismus dauerhaft und systematisch bearbeitet werde.

Die Universitäten könnten sich nun in einem Auswahlprozess bewerben. Noch dieses Jahr soll es eine Entscheidung geben. Die neue Forschungsstelle soll interdiszplinär agieren – so sollen auch neuere Forschunggebiete wie «rechte» Musik oder die Umdeutung von Sprache erforscht werden.

Die Einrichtung geht auf eine Empfehlung des Untersuchungsausschusses Rechtsextremismus/NSU II in Baden-Württemberg zurück und steht auch im grün-schwarzen Koalitionsvertrag

 

 

23 Februar 2022 0 Kommentare
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Politik

Die neuen Migrationsbewegungen aus der Türkei in europäische Länder nehmen zu

von Fremdeninfo 23 Februar 2022
von Fremdeninfo

Die neuen Migrationsbewegungen aus der Türkei in europäische Länder nehmen zu

Cumali Yagmur

Vor den Sprachkursen in der Türkei stehen Menschen Schlange: die Zahl der jungen Leute, die Englisch, Deutsch oder Französisch lernen wollen und einen Weg nach Europa suchen, nimmt zu. Neue Migrationsbewegungen aus der Türkei in europäische Länder zeichnen sich ab.

Es sind vor allem die gut Ausgebildeten und die, die in bestimmten Berufen spezialisiert und bereits erfahren sind und davon ausgehen können, europaweit einen Job zu finden, Ingenieure, IT-Leute, auch im Hotel und in der Gastronomie tätige, Kellner, Köche und Bäcker, vor allem auch im Gesundheitsbereich tätige Fachkräfte.

Mittlerweile haben bereits Hausarztpraxen in der Türkei haben die Arbeit niedergelegt, aus Protest gegen schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen. Weitere Ärzt:innen in mehreren Städten des Landes haben sich dem Protest angeschlossen. Vor dem Hintergrund starker Preisanstiege protestieren fast täglich Beschäftigte aller Art für bessere Löhne. Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor haben sich, wie in anderen Bereichen auch, deutlich verschlechtert, Belastungen seien im Zuge der Pandemie stark gestiegen, zudem habe die Gewalt gegen die Beschäftigten zugenommen. Einem Bericht der Gewerkschaft zufolge wurden im vergangenen Jahr 316 Mitarbeiter im Gesundheitswesen angegriffen. Immer mehr Ärzte gingen ins Ausland, Allein im Januar seien es 197 Ärzte gewesen, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 1.400. Im Jahr 2012 seien es nur 59 gewesen. Oft gehen sie dort anderen Beschäftigungen nach und verdienen damit genauso gut oder gar besser, als wenn sie als Mediziner in der Türkei blieben.

Zukunftssorgen und finanzielle Schwierigkeiten seien die Hauptgründe für die Emigration. Die Türkei kämpft derzeit mit einer Währungskrise und einer Inflation von offiziell knapp 50 Prozent. Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs waren zuletzt immer teurer geworden.

Zum Jahreswechsel wurden die Energiepreise stark angehoben, Strom für Haushalte kostet nun etwa 50 Prozent mehr. Fast täglich verbrennen Menschen aus Protest dagegen öffentlich ihre Rechnungen. Die Gewerkschaft Disk hatte am Mittwoch angekündigt, zu landesweiten Protesten mobilisieren zu wollen

Der Grund dafür ist erst einmal ein ökonomischer: die mangelnden Arbeitsmöglichkeiten und der geringe Verdienst. Aber auch die Repressionen der regierenden AKP-MHP-Regierung, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und die mangelnde Lebenssicherheit spielen für diese Abwanderungsbewegungen und diesen „Braindrain“ keine unerhebliche Rolle.

So geben türkische Kapitalbesitzer und Investoren offen an, in einem Land ohne demokratische Stabilität, in dem Gesetze und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, keine Anlagen tätigen wollen, auch aus Sorge um mangelnde Investitionsgarantien.

Ausländische Kapitalanleger sehen, dass heimische Investoren das Land verlassen und halten sich entsprechend auf dem Markt zurück.

Die AKP-MHP-Regierung sucht lediglich ihren Machterhalt zu festigen und verstärkt nur noch die Repressionen, sie fühlt sich sicher an der Macht. Die Abwanderung eines qualifizierten Fachpersonals lässt sie anscheinend kalt.

 Doch das Ende dieser Politik ist in Sicht!

23 Februar 2022 0 Kommentare
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Kultur

Deutsche Willkommenskultur? Weniger Skepsis bei Zuwanderung auch dank Corona

von Fremdeninfo 22 Februar 2022
von Fremdeninfo

 

Deutsche Willkommenskultur? Weniger Skepsis bei Zuwanderung auch dank Corona

Von

dtj-online

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18.02.2022

„Einbürgerungstest“ width=“696″ height=“498″>
Im Bild füllt eine Person einen Einbürgerungstest aus. Migration wird in vielen Teilen der Gesellschaft nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen. Foto: Uli Deck/dpa

Die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber Migration sinkt. Positive Effekte rücken in den Vordergrund: Integration wird weniger als Einbahnstraße gesehen. Die Analyse zur Willkommenskultur zeigt aber auch Sorgen, Vorbehalte und Ablehnung.

Die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber Zuwanderung sinkt einer Studie zufolge, die Chancen von Migration rücken stärker in den Fokus. Zugleich haben Sorgen vor negativen Folgen von Zuwanderung weiter abgenommen, auch wenn diese noch immer bei einer Mehrheit bestehen.

Dies ergab eine Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zur Willkommenskultur in Deutschland. Sie fördert auch eine klar gestiegene Bereitschaft zur Aufnahme Geflüchteter zutage. Kantar Emnid hatte im November 2021 gut 2.000 Personen ab 14 Jahren repräsentativ befragt.

„Es bewegt sich was“

Die Ergebnisse machten deutlich: „Es bewegt sich was“, wie es in der am Mittwoch veröffentlichten Analyse aus Gütersloh hieß. „Migration ist ein emotionales Thema“, sagt der Studienautor Orkan Kösemen der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Offenheit gegenüber Zuwanderung habe es nach der sehr hohen Anzahl aufgenommener Geflüchteter 2015/2016 einen Einbruch gegeben.

„Das ist jetzt vorbei.“ Kritische Betrachtungen und Ablehnung seien aber weiter „präsent und spürbar“, bilanziert die Untersuchung. Und ein „harter Kern“ ausgeprägter Migrationsskeptiker – immerhin ein Fünftel der Bevölkerung – sehe Geflüchtete als „Gäste auf Zeit“, um deren Integration das Land sich nicht bemühen solle.

Auf der Chancenseite meinen mit Blick auf die Wirtschaft 68 Prozent der Befragten, Zuwanderung bringe Vorteile für die Ansiedlung internationaler Firmen, und 55 Prozent, sie helfe gegen Fachkräftemangel. Knapp zwei Drittel erwarten eine geringere Überalterung der Gesellschaft dank Migration, 48 Prozent Mehreinnahmen für den Rententopf.

Befürchtungen sind gesunken

Alle Werte fallen höher aus als Befragungen zuvor 2017 und 2019. Noch 36 Prozent finden, Deutschland könne keine Geflüchteten mehr aufnehmen – 2017 hatten das 54 Prozent gesagt. Fast jeder Zweite (48 Prozent) gibt an, man solle aus humanitären Gründen mehr Schutzsuchende aufnehmen – im Vergleich zu 37 Prozent 2019 und 2017.

Nach wie vor gibt es in weiten Teilen der Bevölkerung Befürchtungen, sie sind aber gesunken. So gehen noch 67 Prozent von Belastungen für den Sozialstaat aus, 66 Prozent erwarten Konflikte zwischen Eingewanderten und Einheimischen. Rund 56 Prozent rechnen mit Problemen in den Schulen.

Migration keine „Einbahnstraße“ mehr

Wohnungsnot in Ballungsräumen macht 59 Prozent Sorgen, in diesem Fall unverändert zu 2019. Kösemen sieht bei dem insgesamt aber positiveren Blick auf die Zuwanderung einen Corona-Faktor: Vielen sei bewusst geworden, dass man auf Zugewanderte in Bereichen der kritischen Infrastruktur wie Pflege, Landwirtschaft oder bestimmten Dienstleistungen angewiesen sei.

Integration wird weniger als Einbahnstraße verstanden. Erwartungen an die Aufnahmegesellschaft und deren Verantwortung rücken ins Blickfeld: Diskriminierung wegen der Herkunft und mangelnde Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt werden von vielen Befragten als große Integrationshemmnisse genannt.

„Für junge Leute ist Vielfalt Realität“

Und bei Polizei, Schulen oder Kitas seien Personen mit Migrationshintergrund zu schwach vertreten. Ein Detail: „Frauen befürworten neue Antidiskriminierungsgesetze eher als Männer“, scheinen laut Studie sensibler für Benachteiligung und Stigmatisierungserfahrungen zu sein.

„Das Land braucht mehr als Willkommenskultur“

Bei genauerem Hinsehen zeigen sich Unterschiede auch nach Alter. Jüngere Befragte bis 29 Jahre blicken positiver auf Zuwanderung. Ein Beispiel: Sie mache das Leben interessanter, sagen 76 Prozent. „Für junge Leute ist Vielfalt eher Realität; sie werden, etwa in den Schulen, in einem vielfältigeren Umfeld groß“, erläutert Kösemen.

Einkommen spielt eine Rolle

Menschen mit höherer Bildung sehen die Vorteile stärker, bei niedrigem Bildungsstand sind negative Einschätzungen deutlicher ausgeprägt. „Geringerer Bildungsstand bedeutet oft geringeres Einkommen. In diesem Personenkreis bestehen stärker Befürchtungen, auf dem Arbeitsmarkt oder Wohnungsmarkt verdrängt zu werden.“

Bei höherer Bildung sei Konkurrenzangst nicht weit verbreitet. Wie wird die Akzeptanz von Geflüchteten wahrgenommen? In Westdeutschland glauben 62 Prozent, dass die Bevölkerung vor Ort diese „sehr oder eher“ willkommen heißt. In Ostdeutschland beobachten das nur rund 42 Prozent.

NRW-FDP geht mit Pilotprojekt voran

„Für die Abweichungen kommt ein Bündel an Gründen infrage. Dazu gehört auch mangelnde Erfahrung mit Einwanderung“, schildert der Studienautor. Zudem gebe es dort für die AfD mehr Zuspruch als in Westdeutschland. Nordrhein-Westfalen wirbt mit einer Kampagne um mehr junge Leute mit Migrationsgeschichte für den öffentlichen Dienst.

Man wolle im „offenen Einwanderungsland“ mit gutem Beispiel vorangehen, hatte Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) jüngst betont. Solche Initiativen, die auf kommunaler Ebene auch aus anderen Bundesländern bekannt seien, hält Kösemen für wichtig.

Deutschland als modernes Einwanderungsland

„Prinzipiell sollte auch die öffentliche Verwaltung die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln.“ Zum bundespolitischen Kurs sagt er: „Die Melodie, die die Ampel-Regierung bisher beim Thema Migration angeschlagen hat, und ihre Definition Deutschlands als modernes Einwanderungsland passen zur aktuellen Einstellung der Bevölkerung.“

dpa/dtj

22 Februar 2022 0 Kommentare
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