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Rassismus

Rassismus-Vorwürfe: Dasselbe in Blau

von Fremdeninfo 29 Dezember 2022
von Fremdeninfo

Rassismus-Vorwürfe: Dasselbe in Blau

Artikel von Daniel Kothenschulte •

 

 

3D-Büste einer Figur aus Avatar. © AFP

James Camerons Antwort auf Rassismus-Vorwürfe gegen „Avatar“ macht es nicht besser

Nun hat die Winnetou-Debatte also auch James Cameron und seinen zweiten „Avatar“-Film erreicht. Schon in unserer Filmkritik hatten wir auf die Problematik hingewiesen: „Unter dem Deckmantel der Kolonialismuskritik verwendet Cameron die Muster der alten Kavallerie-Western. Auch in diesem Genre war Hollywood Ende der 50er Jahre so weit, sich auch mal auf die Seite der ,edlen Wilden‘ zu stellen. Aber verlieren diese Klischees nun ihre Muffigkeit, nur weil man die indigenen Völker Amerikas durch Phantasiewesen auf einem fremden Planeten ersetzt?“

Nun, sie tun es so wenig, wie Karl Mays Typisierung der Apachen, so verklärend sie sich auch verstand, in einem deutschen Kinderfilm über den „jungen Winnetou“ frischer Wind eingehaucht werden könnte. Rund fünfeinhalb Millionen Mal wurde auf Twitter ein Beitrag des Navajo-Künstlers und Aktivisten Yuè Begay angesehen. Nach der Frage „Sie wollen den kolonial-verherrlichenden Blaue-Leute-Film nicht sehen?“ präsentiert er eine gut recherchierte Liste von Science-Fiction-Filmen indigener Filmemacherinnen und Filmemacher.

Es ist nicht nur die aus verschiedenen Kulturen kompilierte Melange spiritueller Naturverbundenheit, mit der in „Avatar: Way of the Water“ das „Indigene“ gleichgesetzt wird, das gerade Nutzer sozialer Netzwerke tausendfach empört. Es ist vor allem die von James Fenimore Cooper und Karl May in ihren Erzählungen bis hin zu populären Western wie „Der gebrochene Pfeil“ gepflegte Idee des „weißen Retters“. Auch da tut es wenig zur Sache, dass Held Sully seine weiße Identität schon im ersten Teil als Avatar zugunsten des Aussehens eines Na’vi abgelegt hat und danach zum Oberhaupt des Omaticaya-Clans aufgestiegen ist.

Es ist wie es ist: Cameron verwendet sorglos die alten, für ein westliches Publikum identifikationsstiftenden Narrative über wohlmeinende weiße Siedler oder Trapper, wie sie etwa James Stewart im alten Hollywood verkörperte. Wie Old Shatterhand kämpfen sie für die Unterdrückten – und bestätigen doch in ihrer Überlegenheit eine koloniale Hierarchie. Im Grunde ist Camerons Film selbst ein Avatar, der lediglich eine neue Farbe auf die alte Folie legt – dasselbe in Blau.

Disneys Haltung lässt staunen

Es gibt vieles in diesem Film zu bestaunen, wunderbare Wasserwelten und lyrische Tauch-Choreografien, aber das Drehbuch wird sicher für keinen Oscar nominiert. Erstaunlich, dass ein so auf Konsensfähigkeit bedachter Konzern wie Disney keine Probleme damit hatte. Jetzt befindet sich Cameron, wie er erklärt, in intensiven Verhandlungen, wie man das in den weiteren Fortsetzungen besser hinbekommt.

Bereits 2012 hatte sich der Regisseur, als ihm in einem Rechtsstreit vorgeworfen wurde, er haben die Idee zu „Avatar“ gestohlen, zu den indigenen Vorbildern bekannt: „Die amerikanischen Ureinwohner sind die Na’vi. Es ist gar nicht subtil gemeint.“

Und schon Anfang Dezember nahm er gegenüber dem Internetmagazin UNILAD zur Kolonialismus-Kritik Stellung: „Es könnte sein, dass mir einige Leute widersprechen werden. Ich hoffe, nicht. Ich hoffe, sie verstehen die Absicht, die darin liegt, die Hüter der Weisheit zu feiern. Für mich sind die indigenen Völker, die es heute noch in unserer Welt gibt, diejenigen Völker, die mehr mit der Natur verbunden sind als wir in unserer industrialisierten, urbanisierten Zivilisation, und wir müssen von ihnen lernen.“

So bekommt er seinen Hals natürlich nicht aus der Schlinge. Darin liegt ja gerade der Vorwurf des „positiven“ Rassismus. Vielleicht würden indigene Menschen ja auch gerne einmal mit etwas anderem als Naturverbundenheit und Spiritualität assoziiert werden. Aber die westlichen Mythenschmiede lassen sie da einfach nicht raus.

29 Dezember 2022 0 Kommentare
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Politik

Brief aus Istanbul: Das ist die Türkei

von Fremdeninfo 29 Dezember 2022
von Fremdeninfo

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Brief aus Istanbul: Das ist die Türkei

 

Artikel von Bülent Mumay •

 

 

 15 Dezember: Vor dem Rathaus von Istanbul haben sich Tausende Menschen versammelt, um den Bürgermeister Ekrem Imamoglu zu unterstützen, der unter Anklage gestellt worden ist, was es ihm unmöglich macht, bei der Wahl im Juni anzutreten. © dpa

Neujahr ist für jeden eine Wende. Ein Kilometerstein, mit dem große und kleine Absichten und Erwartungen verbunden sind. Das Jahr 2023 aber bedeutet für uns in der Türkei weit mehr. Die Wahlen, die im Jahr des 100. Jubiläums der Repu­blikgründung anstehen, werden ein Wendepunkt sein. Entweder beenden die Wähler Erdoğans zwanzigjährige Herrschaft und, nach einer vermutlich etwas chaotischen Normalisierungsphase, öffnet sich das Tor zur Demokratie. Oder Erdoğan bekommt vom Volk erneut die Zustimmung für sein autokratisches System und setzt die Türkei auf ein Gleis, von dem eine Umkehr kaum möglich sein wird

Die historische Wahl steht normalerweise im Juni 2023 an. Doch um ein verfassungsrechtliches Hindernis zu umgehen, bereitet Erdoğan sich darauf vor, die Wahl um einen Monat vorzuziehen. Laut Verfassung kann ein Staatspräsident nur zweimal in Folge gewählt werden. Da Erdoğan seine zweite Amtszeit vollendet, kann er also nicht noch mal kandidieren. Um die Diskussion über diesen Umstand zu beseitigen, wird er das Parlament zu vorgezogenen Wahlen drängen und damit das Verbot der Bewerbung für eine dritte Amtszeit aushebeln

Er kann nicht dreimal kandidieren, doch er tut es

Wie in einem vorangegangenen Brief bereits erwähnt, erklärte Erdoğan vor Kurzem auf einer Kundgebung, er bitte die Bürger zum letzten Mal um ihre Unterstützung. Doch fünf weitere Jahre scheinen nicht zu genügen, denn er korrigierte seine Aussage wie folgt: „Ein drittes Mal kann ich nicht kandidieren. Aber das bedeutet nicht, dass Tayyip Erdoğan sich aus der Politik zurückzieht

Es ist nicht erstaunlich, dass der 68 Jahre alte Erdoğan sich, falls er die Wahlen gewinnt, auch mit 73 nicht aus der Politik verabschieden will. Aus Erfahrung wissen wir, dass er alles unternimmt, um seinen Sessel im Präsidentenpalast zu behalten. Er wird sich vor allem an die Macht klammern, weil ihm aufgrund der Wirtschaftskrise, in die er das Land gestürzt hat, eine der für ihn schwersten Wahlen bevorsteht.

Die Lage stellt sich für das Palastregime nicht besonders rosig dar. Das oppositionelle Bündnis hat sich auf die Rückkehr zum parlamentarischen System verständigt und ist in der Lage, die Wahl zu gewinnen. Das unter Führung der größten Oppositionspartei CHP gebildete Sechserbündnis setzt große Hoffnungen auf die am selben Tag stattfindenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Erdoğan sieht die Gefahr und versucht die Situation mit populistischen Interventionen in der Wirtschaft und rechtlichen in der Politik in ihr Gegenteil zu verkehren.

Beginnen wir bei der Wirtschaft: Seit dem Übergang zum Präsidialsystem, das sich kaum von einem Sultanat unterscheidet, durchlebt die türkische Wirtschaft schmerzhafte Zeiten. Für Investoren ist die Türkei kein Anziehungspunkt mehr. Die Einkommenskluft wächst, die Hälfte der Bevölkerung muss mit dem Mindestlohn auskommen, die Inflation liegt nach offiziellen Angaben bei rund 85 Prozent. Da ist es nur natürlich, dass die Stimmen für die Regierung schwinden. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die besonders die unteren und mittleren Schichten, Erdoğans Stammwähler, spüren, schlagen sich in nahezu allen Umfragen nieder.

Drohungen gegen Griechenland machen niemanden satt

Bis vor ein paar Jahren gelang es Erdoğan, die wahren Probleme wie die Teuerung mit nationalistischen oder islamistischen Maßnahmen zu kaschieren. Doch die Verschärfung der Krise und der Armut schwächt solche Effekte ab. Seine gegen Griechenland gerichteten Drohungen machen niemanden satt. Ebenso wenig, wie die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee ihm die davonlaufenden Wähler zurückbringt.

So unternimmt Erdoğan beim Einlauf auf die Zielgerade Schritte, die sich auf das Portemonnaie der Wähler auswirken. Zunächst hat er den Mindestlohn um 54,5 Prozent angehoben. Bald soll zudem dererste „TOGG“ auf der Straße sein, ein von dem Joint Venture aus fünf vom Palast zusammengeführten Unternehmen produziertes „einheimisches und nationales“ Elektroauto. Und die Nutzung des, wie im vergangenen Jahr vollmundig behauptet, im Schwarzen Meer gefundenen Erdgases steht angeblich auch bevor.

Die große Mehrheit der Erdoğan-Wähler wird kaum in das Elektroauto steigen, das wohl mindestens 50.000 Euro kosten wird. Und das Erdgas aus dem Schwarzen Meer wird die Rechnungen nicht senken. Der Propaganda-Effekt dürfte begrenzt bleiben. Ähnlich sieht es beim Mindestlohn aus. Den Statistiken der Gewerkschaften zufolge liegt der jetzt auf 430 Euro angehobene Mindestlohn nur knapp oberhalb der Armutsgrenze. Mit 430 Euro kommt man in einem Land mit einer Inflation von 85 Prozent, wobei die Preise in den von Erdogan empfohlenen staatlichen Discountern sogar um 270 Prozent gestiegen sind, nicht aus. Die Rede ist von einem Land, in dem die Menschen sich um fünf Uhr morgens in die Schlange stellen, um günstig Fleisch zu kaufen, und zwar in der Hauptstadt Ankara.

Jetzt nimmt er wieder die Kurdenpartei ins Visier

Zweifellos wird Erdoğan weitere populistische Maßnahmen ergreifen, je näher die Wahlen rücken. Dafür stellt er bereits ein Budget auf. Für die Umsetzung seiner Wahlökonomie stürzt er das Land in Schulden. Bei der Debatte über den Haushalt für 2023 im Parlament wurde eine Neuverschuldung von 200 Milliarden Lira (umgerechnet etwa 10,1 Milliarden Euro) genehmigt. Das staatliche Gasunternehmen hat begonnen, die Zahlungen an Russland auf die Zeit nach den Wahlen zu verschieben. Doch Erdoğan weiß selbst, dass der Effekt all dessen nicht mehr als ein Strohfeuer sein kann.

Statt nach dem eigenen Sieg zu streben, unternimmt er deshalb nun Anstrengungen, um seinen Widersachern eine Niederlage beizubringen. Auf juristischem Weg versucht er die Opposition zu lähmen. Vor gut zwei Wochen ließ er gegen Ekrem Imamoglu, einen der aussichtsreichsten Gegenkandidaten, ein Politikverbot verhängen. Jetzt bemüht er sich, die Kurden-Partei HDP, die eine Schlüsselrolle spielt, auszuschalten. Denn selbst in den für Erdogan optimistischsten Umfragen liegt seine Partei mit der Opposition gleichauf. Da erschreckt ihn die Existenz der HDP mit ihrem Wählerpotential von mindestens zehn Prozent enorm.

Aus diesem Grund wurde das im letzten Jahr eingeleitete Verbotsverfahren gegen die HDP, die den oppositionellen Block von außen unterstützt, plötzlich beschleunigt. Die Justiz macht Anstalten, die Konten der Partei zu sperren, weil sie angeblich Verbindungen zur Terrororganisation PKK unterhalte. Das Ziel ist klar: die finanziellen Ressourcen der HDP trockenlegen, um ihr Wahlkampagnen unmöglich zu machen. Auch polizeiliche Repressalien gegen die Partei ebben nicht ab. Selbst bei friedlichen Aktionen geht die Polizei mit Gewalt gegen HDP-Politiker vor. In der vergangenen Woche wurde der Ko-Vorsitzende der HDP Istanbul vor laufenden Kameras von einem Polizisten geohrfeigt. Vor ein paar Monaten brach die Polizei einem HDP-Abgeordneten ein Bein. Vor einer Woche wurde einem HDP-Mitglied nach Aufhebung seiner Immunität der Abgeordnetenstatus aberkannt. Einem anderen Abgeordneten wurde der Pass entzogen. All dies deutet darauf hin, dass die HDP verboten werden könnte.

Vor den Wahlen begnügt sich das Palastregime aber nicht mit Eingriffen in die Wirtschaft und gegen die Opposition gerichteten politischen Schritten. Der Kampf gegen Tatsachen geht weiter. In meinem Brief vom 1. Dezember hatte ich berichtet, dass qualifizierte Arbeitskräfte abwandern, allein 2021 haben mehr als dreißigtausend Softwareentwickler die Türkei verlassen. Die Quelle für diese Information war der Verband der Softwareunternehmer. Der Palast wollte nicht, dass diese Tatsache publik wird, und ließ per Gerichtsbeschluss den Zugang zu Meldungen über dieses Thema sperren. Wahrscheinlich ist die F.A.Z. das einzige Presseorgan, das dieses Faktum weiterhin legal verbreitet. Ein noch tragischerer Beschluss: Unsere Justiz, die vor wenigen Monaten mehr als zwanzig kurdische Journalisten verhaften ließ, verbot auch den Untersuchungsbericht darüber. Zudem haben wir das erste Opfer des Desinformationsgesetzes, der neuen Handschelle, die den Medien vor den Wahlen angelegt wird. Ein Lokalreporter wurde wegen angeblicher Fake News verhaftet. Und eine Regisseurin, die eine Doku über öffentlichen Aufruhr drehte, wurde inhaftiert, weil in ihrem Video im Hintergrund ein Polizeiwagen zu sehen war.

In meinem letzten Brief in diesem Jahr hätte ich Ihnen lieber keine derart unerfreulichen Nachrichten übermittelt. Doch das ist die Türkei. In diesen Zeiten vermag ich Ihnen in meinem Neujahrsschreiben nur ein bitteres Lächeln auf die Lippen zu legen. Eine der beiden letzten Nachrichten, die ich Ihnen mitteilen will, betrifft die Strafe gegen einen oppositionsnahen Fernsehsender. Die Produzentin einer auf Halk TV ausgestrahlten Sendung erhielt ein Sendeverbot für drei Tage, weil sie „mimisch Terrorismus gepriesen“ habe. Sie haben sich nicht verlesen, die Dame hat mit ihrer Mimik den Terrorismus gepriesen! Und die letzte Nachricht betrifft den Methamphetamin-Wahn. Der Chef des Rauschgiftdezernats erklärte, diese synthetische Droge sei in der Türkei aufgrund der Serie „Breaking Bad“ populär geworden, einer der beliebtesten Serien der Fernsehgeschichte. Nein, nein, noch wird Bryan Cranston, der in der Serie die Rolle des Chemielehrers und Meth-Produzenten Walter White spielt, nicht per Dringlichkeitsvermerk über Interpol gesucht. Hoffentlich sind die Wahlen bald überstanden.

Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe

29 Dezember 2022 0 Kommentare
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Politik

NATO-Chef Stoltenberg drängt die Türkei – Stimmrecht auf der Kippe?

von Fremdeninfo 28 Dezember 2022
von Fremdeninfo

 

NATO-Chef Stoltenberg drängt die Türkei – Stimmrecht auf der Kippe?

Wie lange kann die Türkei noch den NATO-Beitritt von Schweden und Finnland blockieren? Zum Jahreswechsel äußert der Generalsekretär des Verteidigungsbündnis eine klare Erwartung. Über Änderungen am Gründungsvertrag der NATO will er nicht spekulieren.

Schweden und Finnland werden nach Einschätzung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg im neuen Jahr offiziell Mitglieder des Verteidigungsbündnisses. Er könne nicht genau sagen wann, so der Norweger zum Jahreswechsel der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Er sei aber „absolut zuversichtlich“, dass der Ratifizierungsprozess zeitnah abgeschlossen werde.

Stoltenberg machte damit deutlich, dass er nicht mit einer noch viel länger andauernden Blockade des Aufnahmeprozesses durch die Türkei rechnet. Der östlichste Bündnisstaat weigert sich bislang, mit der Ratifizierung der sogenannten Beitrittsprotokolle den Weg für die Aufnahme Finnlands und Schwedens in die NATO freizumachen.

Die türkische Führung begründet ihre Haltung mit einer Unterstützung der beiden Staaten von Terrororganisationen wie der PKK. Spekuliert wird aber auch, dass von NATO-Partnern auf Eis gelegte Rüstungsexporte eine Rolle spielen könnten. So schlossen zum Beispiel die USA die Türkei aus dem F-35-Kampfjet-Programm aus, nachdem die Regierung in Ankara trotz erheblicher Sicherheitsbedenken der NATO-Partner Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400 von Russland gekauft hatte.

Noch ist die Aussetzung des Stimmrechts kein Thema

Schweden und Finnland hatten Mitte Mai infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die Bündnismitgliedschaft beantragt. Ende Juni hatte es zunächst so ausgesehen, als sei der Streit über die Unterstützung von Schweden und Finnland für Terrororganisationen beigelegt. Die Türkei stellt sich nun allerdings auf den Standpunkt, dass damals getroffene Absprachen vor allem von Schweden noch nicht erfüllt worden seien. Unter anderem fordert Ankara die Auslieferung tatsächlicher oder vermeintlicher Terroristen. In der heutigen Türkei ist es sehr leicht, als „Terrorist“ abgestempelt zu werden.

Kurz vor Weihnachten betonte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am Rande eines Treffens mit seinem schwedischen Kollegen Tobias Billström, bei der Umsetzung der Absprachen stehe man „noch am Anfang“. Konkret kritisierte er unter anderem, dass jüngst der Oberste Gerichtshof von Schweden der Auslieferung des von der Türkei gesuchten Journalisten Bülent Keneş einen Riegel vorgeschoben hatte.

Auf die Frage, ob es nicht besser wäre, im Zweifelsfall eine Möglichkeit zur Aussetzung der Stimmrechte von Ländern wie der Türkei zu haben, sagte Stoltenberg, es gebe keinen Grund zu spekulieren, was man tun würde, wenn der Gründungsvertrag der NATO heute ausgehandelt würde. Es gebe auch bei Themen wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Meinungsverschiedenheiten zwischen den Alliierten. Die NATO sei aber ein wichtiges Forum für Verbündete, um Sorgen anzusprechen.

dpa/dtj

28 Dezember 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Bülent Ceylan feiert Jubiläum: „Bei Rassismus hört jeder Spaß auf“

von Fremdeninfo 28 Dezember 2022
von Fremdeninfo

 

Bülent Ceylan feiert Jubiläum: „Bei Rassismus hört jeder Spaß auf“

Von

dtj-online

–

27.12.2022

„Bülent Ceylan“
Archivfoto: Der „Monnemer“ Comedian Bülent Ceylan bei einem Auftritt im Januar 2020 im Capitol in Mannheim. In der Silvesternacht ist er im ZDF zu sehen. Foto: Uwe Anspach/dpa

Mit seinem markanten Dialekt hat Bülent Ceylan mittlerweile auch viele deutsche Herzen erobert. Im kommenden Jahr begeht er ein rundes Jubiläum. Mit der dpa sprach er über Silvester, seinen einstigen Jugendtraum und wie er ihn jetzt wiederbelebt sowie Grenzen von Comedy.

2023 ist ein besonderes Jahr für Bülent Ceylan: Vor dann 25 Jahren nämlich, 1998, stand er in Mannheim erstmals vor größerem Publikum auf der Bühne. „Die Bude war mit 150 Leuten ausverkauft, ich war glücklich. Aber ich träumte von mehr.“ Sein Traum bleibe eine eigene Musikshow im Fernsehen. „Wenn ich zurückblicke, hat Musik immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt“, erzählt der Comedian. Berufswunsch: Rocksänger. „Nun, nach all den Jahren, nehme ich ein deutsches Rock-Album auf, das wahrscheinlich im Herbst 2023 erscheint. Das ist ein wenig wie sich neu erfinden.“

In 25 Berufsjahren habe sich auch Comedy verändert. „Bei Themen wie dem Gendern hat sich natürlich etwas getan“, schildert Ceylan. Auch Begriffe wie das „N-Wort“ seien heute zurecht tabu. „Aber es gilt auch: Wenn man sich zu viel über alles Gedanken macht, droht man die Lockerheit zu verlieren“, sagte der 46-Jährige. Als Kunstfigur auf der Bühne könne man bestimmte Dinge manchmal karikieren. „Es ist immer die Frage, wie man es verpackt. Aber bei Themen wie Rassismus hört jeder Spaß auf. Dagegen werde ich kämpfen, solange ich lebe“, sagte der Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters.

Ceylan, der demnächst durch NRW tourt und in der Silvesternacht, also am 1. Januar, ab 00.50 Uhr mit Beatrice Egli eine „Mitternachtsparty“ im ZDF moderiert, ist als Kind nach eigenen Worten ein „Silvester-Fan“ gewesen. „Da durfte man bis in die Puppen aufbleiben, mit den Eltern Filme schauen und mal mit einer Fackel ums Haus gehen“, sagte Ceylan der Deutschen Presse-Agentur. „Das war Abenteuer pur.“ Der heutigen Generation sei das schwer zu vermitteln, meinte der Mannheimer. Außerdem: „Da ist ein Beigeschmack. Heute fliegen in Europa echte Raketen. Die flogen zwar früher auch irgendwo, aber das war nicht so präsent.“

dpa/dtj 

28 Dezember 2022 0 Kommentare
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Religion

Leichen verwechselt: Türkischer Muslim aus Versehen eingeäschert

von Fremdeninfo 27 Dezember 2022
von Fremdeninfo

 

Leichen verwechselt: Türkischer Muslim aus Versehen eingeäschert

Von

dtj-online

–

26.12.2022

 

 

In Hannover wurden zwei Leichen verwechselt – ein Muslim wurde deswegen versehentlich eingeäschert. Die Polizei ist eingeschaltet, der Landesverband der Muslime zeigt sich entsetzt.

Nach einer Verwechslung von zwei Leichen an der Medizinischen Hochschule Hannover ist aus Versehen ein Muslim eingeäschert worden. „Die MHH bedauert die Verwechslung zutiefst, unser Mitgefühl gilt den Angehörigen“, sagte ein Sprecher der Medizinischen Hochschule am Freitag. Feuerbestattungen gelten im islamischen Bestattungsritus als Tabu.

Die Leiche des 71 Jahre alten türkischen Staatsbürgers war am vergangenen Freitag im Krematorium verbrannt worden, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete. Eigentlich sollte der Leichnam eines 81-Jährigen aus der Region Hannover eingeäschert werden. Am Montag war dann die Beisetzung mit der Urne und dem falschen Verstorbenen. Die Leichen waren nach dpa-Informationen Anfang Dezember in der MHH verwechselt worden. Der Irrtum wurde bemerkt, als der vermeintliche Leichnam des 71-Jährigen für die Beisetzung vorbereitet werden sollte.

Die Angehörigen des irrtümlich Verbrannten schalteten die Polizei ein. „Wir stehen im Austausch mit den Angehörigen beider Familien“, bestätigte ein Sprecher der Polizei Hannover. Es gebe keine strafrechtlichen Ermittlungen, da es keinen Hinweis auf eine vorsätzliche Tat gebe. „Wir betrachten aber die Arbeitsabläufe bei den Obduktionen in der MHH“, sagte der Sprecher.

Muslime entsetzt

Der Landesverband der Muslime, die Schura Niedersachsen, zeigte sich entsetzt. Die Verantwortlichen der MHH müssten den Fehler lückenlos sachlich aufarbeiten, forderte der Vorsitzende Recep Bilgen in einer schriftlichen Mitteilung. Er kritisierte das Handeln der MHH als „leichtsinnig und verantwortungslos“. Zu dem Leid der Hinterbliebenen sei nun ein weiteres hinzugekommen. Gerade für die muslimische Familie sei dieser Vorfall besonders schwerwiegend, da nach islamischen Glaubensvorschriften Tote nicht eingeäschert werden dürfen. Die Medizinische Hochschule wollte sich zu dem Vorwurf der Schura nicht äußern.

Die Geschäftsführerin des türkischen Moscheeverbandes Ditib in Niedersachsen und Bremen, Emine Oğuz, äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme ähnlich. Sie sagte, allein das Bedauern des Falles sei nicht ausreichend. „Wichtig ist nun, dass alle verantwortlichen Stellen gemeinsam für Aufklärung sorgen müssen, damit dieser unverzeihliche „Fehler“ nicht nochmal vorkommt.“

dpa/dtj

27 Dezember 2022 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Migration: EU erwartet weiter steigende Zahl von Asylbewerbern

von Fremdeninfo 26 Dezember 2022
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Migration: EU erwartet weiter steigende Zahl von Asylbewerbern

 

 

 

 

 

Migration: EU erwartet weiter steigende Zahl von Asylbewerbern

 ie europäische Asylbehörde (EUAA) erwartet einen weiteren Anstieg der Asylbewerberzahlen im kommenden Jahr. „Es ist ziemlich klar, dass die steigenden Antragszahlen in absehbarer Zeit anhalten werden“, sagte Behördenchefin Nina Gregori, den Zeitungen der Funke Mediengruppe nach Angaben vom Montag. Instabilität und Bedrohungen, die Menschen zur Flucht bringen, seien leider nicht vorübergehend.

In den ersten zehn Monaten dieses Jahres seien in der EU fast 790.000 Asylanträge gestellt worden, sagte Gregori. Dies sei ein Anstieg um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zuletzt waren nach Behörden-Daten Migranten aus Syrien die größte Gruppe von Asylantragsstellern in der EU, gefolgt von Menschen aus Afghanistan und aus der Türkei.

Die Entwicklung in der EU entspricht auch dem Trend in Deutschland. Hier waren nach Daten des Bundesamtes für Migration bis Ende November fast 190 000 Asylbewerber mit Erstanträgen registriert worden – dies entspricht einem Anstieg um 43,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum. Deutschland bleibt damit weiter das wichtigste Zielland für Asylbewerber in der EU.

„Die geopolitischen Entwicklungen in diesem und im vorigen Jahr hatten direkte Auswirkungen auf den Bedarf an internationalem Schutz und führten zu einer zunehmenden Vertreibung in EU-Länder“, sagte die EUAA-Direktorin. In den letzten Monaten habe sich dieser Trend noch verstärkt.

Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass die Zahl der Asylbewerber in diesem Jahr trotz des Anstiegs unter der Zahl der Jahre 2015 und 2016 liegen werde – damals waren jeweils um die 1,3 Millionen Asylbewerber registriert worden.

In die neuen Zahlen nicht eingerechnet sind allerdings die Flüchtlinge aus der Ukraine, die nach einer EU-Entscheidung keinen Antrag auf Asyl stellen müssen: In der EU sind nach Gregoris Worten 4,7 Millionen Menschen aus der Ukraine für vorübergehenden Schutz registriert worden.

Die Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine sei in diesem Jahr die größte Herausforderung gewesen, sagte Gregori. Die europäischen Aufnahmesysteme seien damit „unter erheblichen Druck gesetzt“ worden. Die Aktivierung der Richtlinie über vorübergehenden Schutz habe aber einen Zusammenbruch der nationalen Asylsysteme in der EU verhindert.

Die EUAA-Chefin mahnte auch Fortschritte bei der geplanten EU-Asyl- und Migrationsreform an. Sie begrüße die Ankündigung auf EU-Ebene, dass eine strukturelle Lösung für das Asyl- und Migrationsmanagement bis zu den Europawahlen 2024 gefunden werden solle. Über ein Gesetzespaket zur Reform des europäischen Asylsystems wird bereits seit mehreren Jahren ergebnislos diskutiert.

26 Dezember 2022 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Geisel: Tausende von Flüchtlingen bleiben in Berlin

von Fremdeninfo 26 Dezember 2022
von Fremdeninfo

Geisel: Tausende von Flüchtlingen bleiben in Berlin

Artikel von dpa • Vor 8 Std.

 

 

SPD Abgeornete

 

Tausende von ukrainischen Kriegsflüchtlingen werden nach Einschätzung von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel noch jahrelang in Berlin bleiben. «Wie und wann der Krieg in der Ukraine zu Ende geht und welche Konsequenzen das für die Menschen hat, die zu uns nach Berlin gekommen sind, bleibt Spekulation», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn wir davon ausgehen, dass von rund 100.000 Geflüchteten über 80.000 Anträge gestellt haben auf längerfristigen Aufenthalt, dann ist deutlich absehbar, dass ein großer Teil der Menschen auf Jahre in Berlin bleiben wird und nicht in die zerstörte Heimat zurückkehrt.»

«Ich habe einen Mitarbeiter, der ist in den 1990er Jahren wegen des Jugoslawienkriegs aus Bosnien nach Berlin gekommen», sagte Geisel. «Seine Mutter hat ihm damals erzählt «Wir sind nur ein paar Monate hier und kehren dann zurück». Heute ist er Deutscher und arbeitet in der Senatsverwaltung.» Realistischerweise könne man davon auszugehen, dass für Tausende Menschen aus der Ukraine dasselbe gelten werde: längerfristig in Berlin zu bleiben.

Dadurch haben wir einen entsprechenden Bedarf an Wohnraum. Und deswegen ist es auch einigermaßen bigott zu sagen, wir müssen Geflüchtete aufnehmen» und gleichzeitig Wohnungsbauvorhaben verhindern, sagte Geisel. «Auch meine Mitbewerber von der CDU fordern, dass mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Gleichzeitig habe ich stapelweise Briefe von Abgeordneten der CDU auf meinem Tisch, die gegen einzelne Wohnungsbauvorhaben in ihren Wahlkreisen vorgehen und diese verhindern wollen.»

Insgesamt zeige die Zuwanderung, wie groß der Bedarf an Wohnraum in der Stadt sei. «Der angespannte Wohnungsmarkt in Berlin resultiert vor allem aus der Knappheit. Und die aktuelle Zahl der Geflüchteten erhöht den Bedarf zusätzlich.»

Die sogenannten modularen Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF), die aus vorgefertigten Beton-Modulen errichtet werden, seien keine kurzfristige Lösung. «Die modularen Unterkünfte kann man aber nicht über Nacht fertigstellen. Die haben eine Bauzeit von einem bis anderthalb Jahren», sagte Geisel. «Das sind Gebäude, für die eine Baugenehmigung und entsprechende Erschließungsmaßnahmen nötig sind.» Derzeit seien mehrere davon im Bau.

«Das sind keine Container oder temporäre Bauten, wie sie 2015/16 genutzt wurden», sagte Geisel. «Die hatten eine Einsatzzeit von drei, vier Jahren. Für länger waren die nicht konzipiert.» Auch die modularen Unterkünfte seien in Schnellbauweise seriell gefertigt, aber von der Qualität her wie Wohnungen, die später auch anderweitig genutzt werden könnten, so der Bausenator. «Die sind ausgelegt für eine Dauer von 50 bis 70 Jahren.» Berlinweit gibt es

26 Dezember 2022 0 Kommentare
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Archive

Dortmunder Lottogewinner Kürşat Yıldırım will auch in der Türkei investieren

von Fremdeninfo 26 Dezember 2022
von Fremdeninfo

 

Dortmunder Lottogewinner Kürşat Yıldırım will auch in der Türkei investieren

Von

dtj-online

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25.12.2022

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Jahresrückblick “ menschen,=““ bilder,=““ emotionen=““ 2022″
Thomas Gottschalk (l.), Moderator, und Lotto-Millionär Kürşat Yıldırım alias „Chico“ sitzen auf dessen Ferrari beim RTL-Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen 2022“ im Studio. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Kürşat Yıldırım alias „Chico“ aus Dortmund hat einen Teil seines Lottogewinns in der Türkei investiert. Er erwarb eine Mandel-Plantage in Malatya, die ihm jährlich etwa eine halbe Million Euro einbringen soll.

Reich von heute auf morgen: Mit dieser Erfahrung „muss“ Kürşat Yıldırım leben, der als Kranführer in einem Stahlwerk in Dortmund arbeitet und im September den Jackpot im Lotto knackte, was ihm 10 Millionen Euro einbrachte. Er machte seinen Gewinn öffentlich, weshalb sein Name seitdem häufig in der Boulevard-Presse auftaucht.

Was macht man mit so viel Geld? Yıldırım legte sich zunächst einen Porsche und zwei Ferrari-Luxusautos im Gesamtwert von rund 1,15 Millionen Euro zu. Mit seinem jüngsten Investment zeigt er aber, dass er seinen Gewinn auch sinnvoll(er) anlegen kann.

„Meine Mutter wurde wegen mir krank“

Gegenüber der „Bild“ erklärte er, dass er im ostanatolischen Malatya ein 20 Hektar großes Feld gekauft habe, worauf sechstausend Mandelbäume wachsen. Dem Vernehmen nach plant der aus Kırşehir stammende 42-Jährige mit einer Jahresernte von rund 50 Tonnen Mandeln, mit der er bis zu einer halben Million Euro Gewinn machen will. Yıldırım sagte, er habe sich von Experten beraten lassen und sei sich sicher, dass „es ein gutes Geschäft ist“. Seine Investitionspläne sind damit aber nicht begrenzt. „Chico“ will auch ins Immobiliengeschäft einsteigen.

Überhaupt wolle er künftig vieles besser machen als in seinem bisherigen Leben, in dem ihm vor allem seine Drogensucht Probleme bereitet hätte. „Ich habe dadurch vor allem meine Mutter unglücklich gemacht. Sie wurde wegen mir krank. Ich war mir dessen bewusst, aber ich kam nicht los von den Drogen. Ich war deswegen sogar im Gefängnis. Es gab viele Tage, an denen ich weinte. Ich suchte Zuflucht bei Allah und danke ihm heute, dass ich diese Tage gesehen habe“, erklärte er im November gegenüber „Hürriyet

26 Dezember 2022 0 Kommentare
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DGB-Chefin Fahimi: „Sollten uns für die Diskriminierung der Deutsch-Türken schämen

von Fremdeninfo 26 Dezember 2022
von Fremdeninfo

 

DGB-Chefin Fahimi: „Sollten uns für die Diskriminierung der Deutsch-Türken schämen“

Von

dtj-online

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26.12.2022

https://dtj-online.de/wYasmin Fahimi“
Archivfoto: Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, spricht beim 23. ordentlichen Gewerkschaftstag der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Foto: Swen Pförtner/dpa

Deutschland will mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland anlocken. Aus Sicht der DGB-Chefin sollten sich auch die Familien leichter hier ansiedeln dürfen. Yasmin Fahimi führt dafür das Beispiel ihrer eigenen Familie an.

In der Debatte um eine verstärkte Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland hat sich Yasmin Fahimi, die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, für Erleichterungen beim Familiennachzug ausgesprochen. Es kämen nicht Arbeitskräfte, sondern Menschen, sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Und diese Menschen haben auch Familien, die eine Erlaubnis zum Nachzug erhalten müssen.“

Wie wichtig es dann aber sei, dass die gesamte Familie bereits ein bestimmtes Sprachniveau erreicht habe, sei fraglich. Als der iranische Teil ihrer eigenen Familie 1978/79 aus dem Iran nach Kalifornien geflüchtet sei, hätten auch noch nicht alle perfekt Englisch gesprochen. „Da hat sich in den USA aber niemand für interessiert“, sagte Fahimi. Die USA wären heute überhaupt nicht denkbar, wenn sie ein Einwanderungsgesetz wie über Jahrzehnte in Deutschland hätten, sagte Fahimi. Daran sollte sich Deutschland ein Beispiel nehmen.

Fahimi forderte auch Erleichterungen hinsichtlich der Staatsbürgerschaft. „Bei mir in Hannover gibt es einen Kioskbesitzer, der sich seit über 40 Jahren sieben Tage die Woche den Buckel krumm arbeitet mit seiner ganzen Familie“, sagte Fahimi. „Und der genauso lange hier auch Steuern zahlt. Aber bis heute verweigert der deutsche Staat ihm den deutschen Pass, weil er nicht bereit ist, den türkischen Pass abzugeben.“

Frage der doppelten Staatsbürgerschaft betrifft vor allem Deutsch-Türken

Diese Frage der doppelten Staatsangehörigkeit betreffe zu 90 Prozent vor allem die türkischstämmigen Menschen in diesem Land. Deutschland habe nämlich zahlreiche Abkommen mit anderen Ländern zur doppelten Staatsangehörigkeit – nicht aber mit der Türkei. Fahimi: „Das ist eine gruppenspezifische Diskriminierung, für die wir uns schämen sollten.“

Auch bei Flüchtlingen, für die Deutschland im Rahmen der Genfer Flüchtlingskonvention verantwortlich sei, dauerten die Konflikte in ihren Heimatländern oft so viele Jahre, dass sie sich längst in Deutschland etabliert hätten. „Denken wir nur an die damaligen Flüchtlingsfamilien vom Balkan. Auch sie sollten die Möglichkeit bekommen, ihren Status zu wechseln: vom Flüchtling zum Staatsbürger“, forderte Fahimi.

Weg von der Prüfungskultur

Die Eckpunkte für ein neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz, die das Kabinett im November beschlossen hatte, lobte Fahimi. Nach den Ampelplänen sollen verstärkt auch Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger ohne anerkannten Abschluss ins Land kommen dürfen. „Die Intention ist ja, verschiedene Formen der Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, sagte die DGB-Chefin. „Das geht von einer hochspezialisierten IT-Person, bei der der Spracherwerb auch nachgelagert in Deutschland erfolgen kann, bis hin zu Menschen, die etwa in der Pflege arbeiten möchten und dafür schnell bereits in ihrem Heimatland Deutsch lernen sollten.“

Auch junge Menschen, die noch nicht mit der Ausbildung fertig seien und den Mut hätten, irgendwo anders in der Welt ihr Glück zu suchen, dürften nicht vor bürokratische Hürden gestellt werden. „Wir müssen wegkommen von der Prüfungskultur hin zu einer Ermöglichungs- und Willkommenskultur“, sagte Fahimi.

dpa/dtj

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a Attentäter von Paris hatte „pathologischen Hass auf Auslände

von Fremdeninfo 26 Dezember 2022
von Fremdeninfo

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Attentäter von Paris hatte „pathologischen Hass auf Ausländer“

Von

dtj-online

–

26.12.2022

 

 

 

„Nach den tödlichen Schüssen in Paris“ width=“696″ height=“453″>
Paris: Ein Ausschnitt aus einem Überwachungsvideo, am 25.12.2022 von der AFP zur Verfügung gestellt, zeigt den 69-jährigen Bewaffneten, der einen kurdischen Friseursalon betritt, wo er drei Menschen verletzte. Foto: Handout/AFP PHOTO / HO/dpa

Mitten in Paris werden drei Menschen erschossen. Der Fall schlägt schnell hohe Wellen. Nach und nach werden mehr Details zur Tat und zum mutmaßlichen Täter bekannt.

Der mutmaßliche Täter des tödlichen Angriffs nahe einem kurdischen Gemeinde- und Kulturzentrum in Paris hat sich zu einem „pathologisch gewordenen Hass auf Ausländer“ bekannt. Das teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Der Mann habe seit einem Einbruch vor sechs Jahren „immer Lust gehabt, Migranten beziehungsweise Ausländer zu töten“. Bereits am Samstag war ein rassistisches Motiv in die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Gewalt mit aufgenommen worden.

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Mann ursprünglich im stark von Migranten geprägten Pariser Vorort Saint-Denis Menschen angreifen. Er habe sich bewaffnet dorthin begeben, „um Morde an ausländischen Personen zu begehen“. Dann habe er von seinem Plan abgelassen, weil nur wenige Menschen vor Ort waren und er wegen seiner Kleidung seine Waffe nicht leicht nachladen konnte.

Täter zunächst in der Psychiatrie

Stattdessen ging er am Freitag zu einem kurdischen Gemeinde- und Kulturzentrum, wo er mehrere Schüsse abfeuerte und drei Menschen tötete. Drei weitere Menschen wurden bei dem Angriff im zehnten Pariser Arrondissement verletzt, zwei davon sind noch im Krankenhaus. Fünf der sechs Opfer seien türkische Staatsbürger, eines Franzose. Der mutmaßliche Täter, ein 69 Jahre alter Franzose, konnte noch überwältigt werden, bevor die Polizei eintraf und wurde dann später festgenommen. Wegen seines Gesundheitszustands wurde er auf eine psychiatrische Station gebracht, kam am Sonntagnachmittag aber zurück in Gewahrsam.

Bei seiner Festnahme trug der Mann seine Waffe, vier Magazine mit insgesamt 14 Schuss sowie eine Schachtel mit 25 Schuss Munition mit sich. Den Informationen zufolge wollte er die gesamte Munition verwenden und sich mit dem letzten Schuss selbst töten. Er habe sich selbst als depressiv und suizidär bezeichnet.

Warum gerade Kurden?

Der Verdächtige hatte es auf alle Migranten abgesehen und ihm unbekannte Menschen angegriffen, wie er laut Staatsanwaltschaft sagte. Gegen Kurden habe er seiner Aussage zufolge etwas gehabt, weil sie „bei ihrem Kampf gegen (die Terrormiliz) IS Gefangene nahmen statt sie zu töten“. Im Umfeld des mutmaßlichen Täters war kein besonderes Interesse für die Situation von Kurdinnen und Kurden bekannt, wie die Staatsanwaltschaft nach Befragungen mitteilte. Nach dem Einbruch 2016 hätten seine Bekannten aber einen radikalen Verhaltenswandel festgestellt.

Der Verdächtige war erst vor wenigen Tagen aus der Haft gekommen. Im vergangenen Jahr hatte er ein Zeltlager von Migranten angegriffen und mehrere Menschen verletzt. Auch 2016 soll er Medienberichten zufolge einen Mann mit einem Messer angegriffen haben. Am Montag soll er nun einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

dpa/dtj

26 Dezember 2022 0 Kommentare
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