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4 Februar 2026 0 Kommentare
Rassismus

Hanau ist überall – Gemeinsam gegen Rassismus

von Fremdeninfo 22 Februar 2022
von Fremdeninfo

 

Hanau ist überall – Gemeinsam gegen Rassismus

Von

Stefan Kreitewolf

–

19.02.2022

 
 
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Der Schrecken vor zwei Jahren: SEK-Beamte in der Nähe eines Tatorts in Hanau. Noch immer kämpfen die Hinterbliebenen für Gerechtigkeit. Foto: Boris Roessler/dpa

Zwei Jahre nach Hanau steht fest: Die deutsche Gesellschaft gesteht sich ihren eigenen Rassismus nicht ein. Und die Politik ist viel schuldig geblieben. Dabei ist klar, was getan werden müsste. Ein Kommentar.

Grausame Morde, tödliche Versäumnisse, schleppende Aufklärung: 24 Monate nach dem Anschlag von Hanau plagen die Hinterbliebenen weiterhin viele offene Fragen. Eine prangt über allem und sie quält: Warum wird gegen Rassismus nicht konsequenter vorgegangen?

Denn Rassismus und Rechtsextremismus lauern überall – heute wie damals. Auch in Hanau: Bei der Auflösung des rechtsextremistisch unterwanderten Spezialeinsatzkommandos aus Frankfurt am Main wurde bekannt, dass 13 der 19 beschuldigten Mitglieder auch in der Hanauer Tatnacht im Einsatz waren. Ein unfassbares Beispiel unter vielen.

Ermittlungen eingestellt

Zur Erinnerung: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili-Viorel Paun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov – sie alle sind tot. Wie es genau dazukommen konnte, warum der Mörder ungestört so viele Menschen töten konnte und ob der rechtsextreme Täter Kompliz:innen hatte, das alles interessiert die deutschen Behörden nicht mehr. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt.

Dass die Hinterbliebenen Spenden sammeln, um die Hintergründe der Tat nun selbst aufzuklären, ist eine Schande für den deutschen Rechtsstaat. Die „Initiative 19. Februar Hanau“, in der sich die Familienangehörigen der Opfer kurz nach der Mordnacht zusammengeschlossen hatten, fordert eine lückenlose Aufklärung und Konsequenzen.

Wer eine Waffe will, der kriegt sie auch

Was getan werden müsste, um solch eine Tat künftig unmöglich zu machen, ist indes klar: Das Nutzen von Waffen sollte nur psychisch gefestigten Menschen ohne extremistisches Gedankengut erlaubt sein. SPD und Grüne sehen das sogar ähnlich und wollen Waffenbesitzer:innen zu regelmäßigen psychologischen Begutachtungen verpflichten.

Tödliches Versagen und viele offene Fragen in Hanau

Das reicht aber noch nicht: Polizei, Gesundheitsämter und Waffenkontrollorgane der Länder müssen künftig enger zusammenarbeiten. Das wäre aber nur ein verbesserter institutioneller Schutz vor extremistischen Waffennarren. Wer dennoch eine Waffe besitzen und nutzen möchte, der findet auch Mittel und Wege. Im Klartext: Wer eine Waffe will, der kriegt sie auch.

Gezielter gegen Rassismus vorgehen

Deswegen müssen Schutzmaßnahmen früher beginnen: Aufklärung und Bildungsarbeit bei Menschen, die potenziell offen für rassistisches und rechtsextremes Gedankengut sind, sind dabei nur ein Mittel. Institutionell muss die Politik und letztlich der Staat stärker und gezielter gegen Rassismus vorgehen.

Zum Beispiel mit einem Bundespartizipationsgesetz, einer flächendeckenden Opfer- und Antidiskriminierungsberatung oder einer gesetzlich festgeschriebenen Definition von Rassismus – diese Forderungen kommen direkt von den Betroffenen. Die Hoffnung dahinter: Behörden handlungsfähiger gegen Rassist:innen zu machen.

Rassismus bedroht uns alle

Denn Rassismus bedroht uns alle, nicht nur die – immerhin 26 Prozent – Menschen mit Migrationsgeschichte in unserem Land. Er ist Gift für unser Zusammenleben, für unsere Gemeinschaft. Zusammenhalt und nicht Hass sollte unser Land definieren. Doch davon sind wir (aktuell) weit entfernt.

Hanau war kein Einzelfall. Rassismus hat in diesem Land Tradition – genau wie das Leugnen rechter Gewalt und das Versagen der Behörden. Das zeigen der NSU-Komplex und Halle, Hoyerswerda und Lichtenhagen, Mölln und Solingen.

Hanau ist überall, tun wir endlich etwas dagegen. Gemeinsam.

22 Februar 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Hanau-Angehörige fassungslos wegen Gestaltung der Gedenkstunde

von Fremdeninfo 22 Februar 2022
von Fremdeninfo

 

Hanau-Angehörige fassungslos wegen Gestaltung der Gedenkstunde

Von

dtj-online

–

21.02.2022

 

 

„Gedenken an die Opfer von Hanau“ width=“696″ height=“495″>
19.02.2022, Hessen, Hanau: Als Erinnerung an die Verstorbenen lassen Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung in Hanau weiße Tauben fliegen. Hier zu sehen ist Emis Gürbüz, Mutter des ermordeten Sedat Gürbüz. Foto: Boris Roessler/dpa

Sedat Gürbüz kam vor zwei Jahren bei den rassistischen Anschlägen von Hanau ums Leben. Seine Mutter kritisierte nun, das Land Hessen habe mit der Gedenkstunde am Jahrestag, zu der nur 100 geladene Gäste zugelassen waren, das „Gedenken vereinnahmt“.

Mit einer Demonstration und weißen Tauben haben laut Polizei rund 1000 Menschen in Hanau der neun Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 gedacht. Zu denen, die am Samstag an einem der Tatorte am Heumarkt eine weiße Taube aufsteigen ließen, gehörte auch Emis Gürbüz, die Mutter des ermordeten Sedat Gürbüz. „Wir werden die neun Kinder nicht vergessen lassen, wir werden immer, immer erinnern“, sagte sie, als der Demonstrationszug an dem Ort pausierte, an dem ihr Sohn erschossen worden war.

Gürbüz kritisierte scharf, dass die Angehörigen bei der Gedenkfeier auf dem Hanauer Hauptfriedhof nicht über die Teilnehmer und die Gestaltung entscheiden konnten. Das Land Hessen habe mit der Gedenkstunde, zu der nur 100 geladene Gäste zugelassen waren, das „Gedenken vereinnahmt“. Wünsche der Familien seien ignoriert worden. „Die nehmen alles weg von uns, wer gibt ihnen dieses Recht?“, fragte sie. „Ich gebe dieses Recht nicht. Ich will mein Kind wieder zurück haben.“

Kampf gegen Menschenhass: Faeser will schon in Kita ansetzen

Anwesend bei der Veranstaltung am Samstag war auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Sie betonte, rechtsextreme Strömungen in Deutschland künftig möglichst frühzeitig bekämpfen zu wollen. Der Kampf gegen Rechtsextremismus fange mit guter Bildungsarbeit an, sagte die SPD-Politikerin zum zweiten Jahrestag der Anschläge von Hanau der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“): „Er muss schon im Kindergarten ansetzen.“

Kinder und Jugendliche müssten so stark gemacht werden, „dass sie für Ideologien der Ausgrenzung gar nicht erst anfällig werden“, sagte Faeser. „Wir brauchen eine Demokratieerziehung, die klarmacht, dass es egal ist, wo eine Familie irgendwann einmal hergekommen ist, welche Hautfarbe jemand hat, an wen er glaubt oder wen er liebt.“

dpa/dtj

22 Februar 2022 0 Kommentare
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Düsseldorf: Inhaftierter Kavala erhält Menschenrechtspreis

von Fremdeninfo 21 Februar 2022
von Fremdeninfo

Düsseldorf: Inhaftierter Kavala erhält Menschenrechtspreis

Von

dtj-online

–

20.02.2022

 
 
 
 
„Inhaftierter Kulturförderer Kavala erhält Menschenrechtspreis“ width=“696″ height=“464″>
Archivfoto: Osman Kavala, Gründer von Anadolu Kültür, posiert für ein Foto in der Hauptniederlassung von Anadolu Kültür. Der in der Türkei inhaftierte Kulturförderer erhält den Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf 2022. Das teilte die Pressestelle des Konzerthauses am Freitag mit. Foto: Kerem Uzel/dpa

Der in der Türkei inhaftierte Kulturförderer Osman Kavala erhält den Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf 2022.

Kavala sei unter anderem Gründer der Organisation Anadolu Kültür, die lokale türkische Kulturinitiativen durch die Stärkung von nationalen und internationalen Kooperationen unterstütze.

Der Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker, Adam Fischer, erklärte, der Fall Kavala sei ein erschütterndes Beispiel für eine massive politische Einflussnahme auf die Rechtsprechung. „Ganz offensichtlich soll hier eine Person, die sich für Menschen- und Bürgerrechte einsetzt, bestraft und mundtot gemacht werden“, sagte Fischer. Er ist Initiator des mit 10.000 Euro dotierten Preises.

Verleihung im März an Cem Özdemir

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte schon vor rund zwei Jahren die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten angeordnet und die Haft als politisch motiviert eingestuft. Der 64-Jährige ist seit vier Jahren inhaftiert, ohne je verurteilt worden zu sein.

Die Verleihung ist am 19. März bei einem Konzert in Düsseldorf geplant. Da Kavala nicht teilnehmen könne, werde der Grünen-Politiker und Bundesminister Cem Özdemir den Preis entgegennehmen, teilte die Tonhalle mit. Die Auszeichnung wird von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Tonhalle gestiftet. Zu bisherigen Preisträgern gehören die Organisation Ärzte ohne Grenzen und die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future.

dpa/dtj

 

 

21 Februar 2022 0 Kommentare
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Proteste in der Türkei: Hausärzte schließen Praxen

von Fremdeninfo 21 Februar 2022
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Proteste in der Türkei: Hausärzte schließen Praxen

Von

dtj-online

–

18.02.2022

Ein Arzt untersucht ein Kind. In der Türkei haben Hausärzt:innen aus Protest ihre Praxen geschlossen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Hausarztpraxen in der Türkei haben aus Protest gegen schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Hekimsen rief die in staatlichen Praxen beschäftigten Medizinerinnen und Mediziner dazu auf, Donnerstag und Freitag nicht zu öffnen. Die Details.

Via Twitter verbreitete die Gewerkschaft Fotos von Ärzt:innen, die sich dem Protest in mehreren Städten des Landes angeschlossen haben. Vor dem Hintergrund starker Preisanstiege protestieren fast täglich Beschäftigte für bessere Löhne – so etwa auch Mitarbeitenden der Supermarktkette Migros und Beschäftigte beim Lieferdienst Yemek Sepeti.

Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor hätten sich, wie in anderen Bereichen auch, deutlich verschlechtert, sagte der Generalsekretär der Türkischen Ärztevereinigung, Vedat Bulut, der dpa. Die Belastung sei im Zuge der Pandemie stark gestiegen, zudem habe die Gewalt gegen die Beschäftigten stark zugenommen.

Gewalt gegen Gesundheitspersonal

Einem Bericht der Gewerkschaft Sağlık-Sen zufolge wurden im vergangenen Jahr 316 Mitarbeiter im Gesundheitswesen angegriffen. Immer mehr Ärzte gingen ins Ausland, so Bulut. Allein im Januar seien es 197 Ärzte gewesen, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 1.400. Im Jahr 2012 seien es nur 59 gewesen. Oft gehen sie dort anderen Beschäftigungen nach und verdienen damit genauso gut oder gar besser, als wenn sie als Mediziner in der Türkei blieben.

Zukunftssorgen und finanzielle Schwierigkeiten seien die Hauptgründe für die Emigration. Die Türkei kämpft derzeit mit einer Währungskrise und einer Inflation von offiziell knapp 50 Prozent. Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs waren zuletzt immer teurer geworden.

Preise steigen, Löhne sinken

Zum Jahreswechsel wurden die Energiepreise stark angehoben, Strom für Haushalte kostet nun etwa 50 Prozent mehr. Fast täglich verbrennen Menschen aus Protest dagegen öffentlich ihre Rechnungen. Die Gewerkschaft Disk hatte am Mittwoch angekündigt, zu landesweiten Protesten mobilisieren zu wollen.

dpa/dt

21 Februar 2022 0 Kommentare
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Erdoğan-Frust und Lira-Krise: Die Jugend will raus aus der Türkei

von Fremdeninfo 17 Februar 2022
von Fremdeninfo


Erdoğan-Frust und Lira-Krise: Die Jugend will raus aus der Türkei

Von

dtj-online

–

16.02.2022

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Die Generation Z wendet sich von Präsident Erdoğan ab, hat aber auch kein Vertrauen in die Opposition des Landes. Foto: Unsplash

Inflation, Armut, Arbeitslosigkeit: In der Türkei sind die Perspektiven für junge Menschen nicht besonders gut. Ein Großteil von ihnen wünscht sich deswegen eine Zukunft im Ausland. Eine neue Umfrage liefert neue Erkenntnisse.

Fast drei Viertel (72,9 Prozent) der befragten 18- bis 25-Jährigen würden die Türkei gern verlassen, wie aus einer am Dienstag von der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlichten repräsentativen Umfrage hervorgeht. Ein knappes Drittel würde am liebsten in europäischen Ländern leben, weil sie dort unter anderem bessere Arbeitsbedingungen, mehr Freiheiten und Menschenrechte sowie einen höheren Lebensstandard erwarten.

Nur gut 27 Prozent der Befragten sagten, sie würden weiterhin in der Türkei bleiben wollen. Für Präsident Recep Tayyip Erdoğan lässt die Umfrage nichts Gutes hoffen. Mehr als 80 Prozent der Befragten, von denen viele bei der Wahl im kommenden Jahr erstmals an die Urne treten dürften, sagten, sie hätten kein Vertrauen in den Präsidenten.

Unzufrieden mit der Regierung, aber auch mit CHP und Co.

62,5 Prozent sind allgemein unzufrieden mit der Führung des Landes. Die Politikverdrossenheit scheint hoch: nur 3,7 Prozent vertrauen Politikern. Im Übrigen geben die jungen Türkinnen und Türken nicht allein den Regierungsparteien AKP und MHP die Schuld für die aktuelle Lage. Aus ihrer Sicht sei es auch der Opposition nicht gelungen, eine Alternative zur Regierung darzustellen.

Als die drängendsten Probleme im Land nannten die Teilnehmenden die wirtschaftliche Situation, mangelnde Freiheit und Gerechtigkeit sowie ein schlechtes Bildungssystem.

Hoffnungsloser Blick in die Zukunft

62,8 Prozent der Befragten äußern, dass sie die Zukunft der Türkei nicht positiv sehen. Die Rate der Befragten, die angaben, dass sie die Zukunft der Türkei sogar völlig hoffnungslos sehen, liegt bei 35,2 Prozent. Dies liegt vor allem daran, dass die türkische Jugend einen besonders pessimistischen Blick auf die wirtschaftliche Situation und ihr eigenes Leben hat.

Die Gründe dafür sind hauptsächlich hohe Lebenshaltungskosten für Studenten, die hohe Inflation und die Angst vor einem möglichen wirtschaftlichen Zusammenbruch. Die Befragung fand im Sommer 2021 statt – bevor die Inflation also in die Höhe schoss und die Lira massiv an Wert verlor.

Nationalismus als Bindeglied der jungen Gesellschaft

Das Vertrauen ins Militär spiegelt sich auch in der Bedeutung, welche den nationalen Symbolen der Republik zugemessen wird: Die Daten zeigen eine nationalistische junge Gesellschaft, die die nationalen Symbole wie die türkische Flagge (89,7 Prozent), die Republik Türkei als Institution (87,4 Prozent) und das Türkisch-Sein (71,6 Prozent) für äußerst wichtig hält.

Auch der Gründer der Republik, Mustafa Kemal Atatürk, ist weiterhin sehr wichtig für den Großteil (83,3 Prozent) der jungen Bevölkerung. Nationalismus ist in der Türkei nicht negativ konnotiert und wird in gewisser Weise als Orientierung an die Ideale der türkischen Republik aufrechterhalten.

Fünf Millionen Erstwähler

Die „Heimatliebe“ wurde auch deutlich in den Gesprächen, in denen einige junge Menschen erzählten, dass sie aus Verzweiflung ins Ausland gehen wollten, sich aber für einen Verbleib in der Türkei entschieden haben, weil sie Nationalisten sind und ihr Land lieben.

Dennoch distanziert sich die türkische Jugend davon, sich selbst in einen ideologischen Rahmen zu stellen, wie es die Jugend der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre tat. Obwohl die am häufigsten zum Ausdruck gebrachte ideologische Identität „Pro-Atatürk – Kemalist“ (20,5 Prozent) ist, definiert sich fast ein Fünftel (18,8 Prozent) nicht mit einer ideologischen Identität und erklärt, keine Ideologie zu haben und unpolitisch zu sein.

In der Türkei leben mehr als 84 Millionen Menschen. Bei den Kommunalwahlen 2019 waren gut 57 Millionen Menschen wahlberechtigt. Laut der regierungsnahen Denkfabrik Seta werden bei den nächsten Wahlen etwa fünf Millionen Erstwähler ihre Stimme abgeben.

dpa/dtj

17 Februar 2022 0 Kommentare
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Türkei: Opposition trifft sich – aber kann sie auch etwas bewirken?

von Fremdeninfo 16 Februar 2022
von Fremdeninfo

Türkei: Opposition trifft sich – aber kann sie auch etwas bewirken?

Von

dtj-online

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14.02.2022

 
 

 
Von links nach rechts: Temel Karamollaoğlu (Saadet), Kemal Kılıçdaroğlu (CHP), Ali Babacan (Deva), Gültekin Uysal (DP), Ahmet Davutoğlu (Gelecek) und Meral Akşener (İYİ) aßen gemeinsam zu Abend. Foto: Ali Babacan/Twitter

Sechs türkische Oppositionsparteien haben sich auf eine Strategie zur Ablösung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan verständigt.

Gemeinsames Ziel sei, das von Erdoğan eingeführte Präsidialsystem abzuschaffen und das Parlament wieder zu stärken, erklärten die Parteivorsitzenden am Sonntag nach einem Treffen. Die Türkei befinde sich in einer der tiefsten politischen und wirtschaftlichen Krisen ihrer Geschichte. Schuld daran sei vor allem die „willkürliche“ Führung unter dem Präsidialsystem. Details zur Absprache sollen Ende Februar veröffentlicht werden.

Beobachter gehen davon aus, dass die sechs Parteien, darunter die größte Oppositionspartei CHP und die nationalkonservative Iyi-Partei, sich zu einem Bündnis zusammenschließen und einen gemeinsamen Kandidaten für die 2023 geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen aufstellen. An der Absprache nahmen auch jeweils der Chef der islamistischen Saadet Partei, der Demokratischen Partei (DP), der Partei für Demokratie und Fortschritt (Deva) und der Zukunftspartei teil.

Weitgehender Alleinherrscher seit 2017

Die prokurdische Oppositionspartei HDP, die wegen angeblicher Terrorverbindungen unter massivem politischen Druck steht, war nicht vertreten. CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu wies im Sender Halk TV Vorwürfe zurück, dass man die HDP außen vor lasse.

Im April 2017 hatten die Türken in einem Referendum für den Übergang von einem parlamentarischen zu einem Präsidialsystem gestimmt. Erdoğan ist damit seit seiner Wiederwahl 2018 Staats- und Regierungschef zugleich und mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet. Er kann etwa per Dekret regieren. Im geschwächten Parlament hat Erdoğans islamisch-konservative AKP mit der ultranationalistischen MHP eine Mehrheit.

dpa/dtj

 

 

 

16 Februar 2022 0 Kommentare
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Steinmeier bleibt Präsident – Plädoyer für Demokratie und Appell an Putin

von Fremdeninfo 15 Februar 2022
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Steinmeier bleibt Präsident – Plädoyer für Demokratie und Appell an Putin

Von

dtj-online

–

14.02.2022

 
 
 
 
Biontech-Gründerin Özlem Türeci (Mitte) steht mit anderen Wahlfrauen vor dem Plenum. Foto: Landesregierung Rheinland-Pfalz

Kontinuität in einer aufgewühlten Zeit: Der bisherige Bundespräsident ist auch der neue. Gewählt haben unter anderem auch einige türkeistämmige Promis und Politiker.

Mit einem deutlichen Appell an Russland sowie einem starken Plädoyer für Demokratie und Mut zu Veränderung geht Frank-Walter Steinmeier in eine zweite Amtszeit als Bundespräsident. „Seien wir nicht ängstlich! Packen wir die Zukunft bei den Hörnern“, forderte er am Sonntag vor der Bundesversammlung nach seiner Wiederwahl. Auf die Zukunft habe nichts bessere Antworten als die Demokratie. Zugleich macht Steinmeier klar: „Wer für die Demokratie streitet, der hat mich an seiner Seite. Wer sie angreift, wird mich als Gegner haben!“

Zuvor hatte die Bundesversammlung den 66-Jährigen mit großer Mehrheit erneut zum Staatsoberhaupt gewählt. Er ist der fünfte Bundespräsident mit einer zweiten Amtszeit. Offiziell beginnt sie am 19. März.

Deutliche Worte an Putin

Mit ungewohnt scharfen Worten wandte sich Steinmeier gleich zu Beginn seiner Rede an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und gab ihm klar die Verantwortung für die Eskalation im Ukraine-Konflikt. „Ich appelliere an Präsident Putin: Lösen Sie die Schlinge um den Hals der Ukraine und suchen Sie mit uns einen Weg, der Frieden in Europa bewahrt“, sagte Steinmeier. Der russische Präsident solle nicht den Fehler machen, die Stärke der Demokratie zu unterschätzen.

Aus Washington, Paris und Berlin komme in diesen Tagen die gleichlautende Botschaft: „Wir wollen friedliche Nachbarschaft im gegenseitigen Respekt.“ Frieden müsse immer wieder erarbeitet werden, im Dialog, aber wo nötig, auch mit Klarheit, Abschreckung und Entschlossenheit, betonte Steinmeier. Deutschlands Botschaft an die Nato-Partner in Osteuropa sei: „Sie können sich auf uns verlassen.“

Diskussion mit Corona-Politik-Gegnern suchen

Im ZDF betonte Steinmeier später, auch die Ukraine sollte keine Zweifel an der deutschen Bündnistreue haben. Er verwies auf die diplomatischen Bemühungen und die wirtschaftliche Hilfe Deutschlands für das Land. „Insofern sollten wir unser Licht auch nicht so sehr unter den Scheffel stellen.“

Vor der Bundesversammlung versprach der Bundespräsident, er werde der Auseinandersetzung mit radikalen Gegnern der Corona-Politik nicht aus dem Weg gehen. „Ich werde als Bundespräsident keine Kontroverse scheuen, Demokratie braucht Kontroverse“, sagte er. Die Pandemie habe tiefe Wunden in der Gesellschaft geschlagen. Es gebe heute Frust und Gereiztheit, auch seien Fehler gemacht worden. Aber: „Man zeige mir ein autoritäres System, das besser durch diese Krise gekommen wäre.“ Den Kampf gegen den Klimawandel bezeichnete Steinmeier als „Überlebensfrage der Menschheit“.

Kein ernsthafter Gegenkandidat

An seiner Wiederwahl hatte es von Anfang an keine Zweifel gegeben. Gleich im ersten Wahlgang erhielt er 1045 von 1425 gültigen Stimmen, also rund 73 Prozent. Steinmeier war von den Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP sowie von der CDU/CSU-Opposition nominiert worden.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) sagte anschließend, Steinmeier sei in der Lage, in schwierigen Zeiten Orientierung zu geben. Diese sei nötig mit Blick auf die Pandemie und die Sicherung des Friedens in Europa. „Er ist der richtige Präsident genau zur richtigen Zeit.“ SPD-Chef Lars Klingbeil äußerte die Erwartung, dass sich Steinmeier in seiner zweiten Amtszeit noch stärker in gesellschaftliche Kontroversen einmischen und dem Land Orientierung geben werde.

Lob von allen Seiten

Die Spitze der Grünen hob hervor, es brauche in dieser Zeit eine starke Stimme für den demokratischen Zusammenhalt. „Frank-Walter Steinmeier ist so ein Brückenbauer, der integrierend in die Gesellschaft wirkt“, erklärten die designierten Parteichefs Ricarda Lang und Omid Nouripour sowie die Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann.

FDP-Chef Christian Lindner nannte Steinmeier auf Twitter eine „berechenbare Größe und eine Stimme für das Beste, was unsere Demokratie ausmacht“. FDP-Fraktionschef Christian Dürr wünschte viel Erfolg für die zweite Amtszeit, „die in gesellschaftlich angespannten Zeiten beginnt“. CDU-Chef Friedrich Merz gratulierte Steinmeier via Twitter, CSU-Chef Markus Söder bescheinigte ihm Souveränität in schwierigen Zeiten. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erklärte: „Er ist ein Bundespräsident, der Deutschland jetzt gut tut.“

Macron gratuliert auf deutsch

Aus Paris gratulierte Frankreichs Regierungschef Emmanuel Macron auf deutsch. „Mögen wir auch weiterhin gemeinsam die kostbare Freundschaft stärken, die Deutschland und Frankreich verbindet, und die europäischen Werte fördern, die wir teilen“, schrieb er auf Twitter. Italiens Staatschef Sergio Mattarella, der mit Steinmeier befreundet ist, äußerte „Freude und eine tiefe Genugtuung“.

Die Kandidaten der anderen Parteien blieben wie erwartet chancenlos. Auf den von der Linken aufgestellten Mediziner Gerhard Trabert (65) entfielen 96 Stimmen, der von der AfD nominierte CDU-Politiker und Ökonom Max Otte (57) erhielt 140 Stimmen. Für die von den Freien Wählern ins Rennen geschickte Physikerin Stefanie Gebauer (41) stimmten 58 Delegierte. SPD, Grüne, FDP und CDU/CSU stellten zusammen 1223 der 1472 Mitglieder der Bundesversammlung.

Bundespräsident kommt von der SPD

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) nutzte die Bundesversammlung zu einem Appell für mehr Mut und Respekt angesichts der aktuellen Krisen. Sie rief Bürger und Politiker auf, auch unter den erschwerten Bedingungen von Corona-Pandemie, Ukraine-Konflikt, Klimawandel und Preissteigerungen nicht die Nerven zu verlieren. „Jede Zeit stellt neue Aufgaben. Mit jedem Schritt vorwärts sind Risiken verbunden“, sagte sie. „Trauen wir uns dennoch Veränderung und Fortschritt zu!“

Der 66-jährige Steinmeier, der seine Parteizugehörigkeit zur SPD als Staatsoberhaupt ruhen lässt, ist seit 2017 Bundespräsident. Zuvor war er von 2005 bis 2009 und dann wieder von 2013 bis 2017 Außenminister. Bei der Bundestagswahl 2009 scheiterte er als SPD-Kanzlerkandidat.

Auch Merkel und Türeci durften wählen

Die Bundesversammlung ist das größte parlamentarische Gremium in Deutschland. Ihre einzige Aufgabe ist die Wahl des Staatsoberhaupts alle fünf Jahre. Sie setzt sich zusammen aus den Abgeordneten des Deutschen Bundestags und einer gleich großen Zahl von Mitgliedern, die die 16 Landtage entsenden. Sie umfasste diesmal 1472 Wahlfrauen und -männer – so viele wie nie zuvor. Wegen der Corona-Pandemie kamen diese nicht wie üblich im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zusammen, sondern im benachbarten Paul-Löbe-Haus, wo mehr Platz ist.

Mit dabei war am Sonntag auch Ex-Kanzlerin Angela Merkel, die vor der Wahl langen Applaus erhielt. Auf der Liste der Wahlleute standen außerdem Prominente wie Fußball-Bundestrainer Hansi Flick, der Musiker Roland Kaiser, der Astronaut Alexander Gerst, der Virologe Christian Drosten und Biontech-Mitgründerin und Impfstoff-Entwicklerin Dr. Özlem Türeci.

dpa/dtj

 
 
15 Februar 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Video nach rassistischem Angriff auf junge Deutsch-Türkin Dilan geht viral

von Fremdeninfo 15 Februar 2022
von Fremdeninfo

Video nach rassistischem Angriff auf junge Deutsch-Türkin Dilan geht viral

Von

dtj-online

–

11.02.2022

 
 
 
 
„Dilan Sözeri im Krankenhaus“ width=“696″ height=“827″>
Dilan S. (17) wurde in Berlin von Rassisten angegriffen. Foto: Screenshot/Instagram

Botschaft aus dem Krankenhaus: In einem Video hat sich die 17-jährige Dilan S., die in Berlin brutal attackiert wurde, an die Öffentlichkeit gewandt. Die physisch wie seelisch verletzte Deutsch-Türkin korrigiert in dem Video-Statement Fake News. Eine kommentierende Analyse – mit dem Video im Wortlaut.

„Ich wurde gestern zusammengeschlagen, weil ich Ausländerin bin“. Das ist der Einstieg von Dilan S. in ein Video, das die Massen bewegt und im Netz viral geht. Was danach folgt, ist erschütternd. Immer wieder muss Dilan weinen und ihre Tränen unterdrücken. Doch ihre Botschaft will die junge Deutsche mit türkischen Wurzeln unbedingt loswerden.

Am vergangenen Samstag wurde die 17-Jährige in der Berliner Straßenbahn M4 und an der Haltestelle Greifswalder Straße von Rassist:innen vor den Augen zahlreicher Passanten brutal zusammengeschlagen und beleidigt. Die ermittelten Verdächtigen sind 42, 44 und 51 Jahre alt. Trotz Alkoholeinfluss scheint ihre Tat koordiniert gewesen zu sein. Von den Frauen fehlt noch jede Spur.

„Wie tief die Menschheit gesunken ist“

Neben dem Video, in dem die traumatisierte junge Frau schildert, was ihr widerfahren ist, berichtet sie auch fragmenthaft von der Situation. Aus ihren Schilderungen ergibt sich, dass Dilan den rassistischen Angreifern keinesfalls alleine ausgeliefert war. Doch Dilan wurde nicht geholfen.

Keiner der Anwesenden bewies an diesem Tag offensichtlich Zivilcourage. Schockiert von dem unbegründeten Angriff, filmte Dilan ihr Entsetzen – und die Schaulustgen. Ihr ironischer Kommentar dazu: „Wie tief die Menschheit gesunken ist, dass Sie auch alle zuschauen. Dankeschön!“

Dilan: „Es hätte auch anders ausgehen können“

Die Konsequenzen: Gehirnerschütterung, Bauchtrauma und zahlreiche Prellungen. Mit den psychischen Folgen des Angriffes muss Dilan womöglich ihr Leben lang kämpfen. „Ich bin körperlich und psychisch wirklich am Ende“, konstatiert die Deutsch-Türkin und bricht in Tränen aus.

In ihrer Botschaft macht die junge Frau deutlich, dass sie sich als deutsche Staatsbürgerin versteht. Sie bekräftigt diesen Status bekräftigt immer wieder, obschon es ihr in dem Moment nicht half. Denn dass Rassisten Menschen wie ihr keinen Wert beimessen, daran ändert auch die Staatszugehörigkeit nichts.

Streit wegen Maske? Polizei beschuldigte zunächst Dilan

Indes zieht der Fall Dilan weite Kreise. Menschen mit einem nicht-deutschen Äußeren plagt die Angst vor solchen Übergriffen. Seit Jahrzehnten vernachlässigen und verharmlosen bundesdeutsche Behörden Rechtsextremismus und Nationalsozialismus, man erinnere sich nur an den NSU. Auch die erste Reaktion der Polizei im Fall Dilan zeigt ein strukturelles Problem.

Die von vielen Medien unkritisch übernommene Polizeimeldung erfolgte bereits am Sonntag. In dieser Version hieß es: „Bei einem Streit über eine fehlende Mund-Nase-Bedeckung wurde gestern Abend in Prenzlauer Berg eine 17-Jährige verletzt.“ Demnach soll es Dilan gewesen sein, die die Maske verweigert habe. Doch die Deutsch-Türkin dementierte dies umgehend.

Polizei bestätigt Dilans Version

Später bestätigt die Polizei: Erst nach „Sichtung vorhandenen Videomaterials sowie weiterer Ermittlungen, konnte festgestellt werden, dass die Jugendliche (…) eine Mund-Nase-Bedeckung trug und diese bei dem auf die rassistischen Beleidigungen folgenden Streitgespräch mit den sechs Erwachsenen kurzfristig nach unten gezogen hatte.“

Offenbar hatten sich die betroffenen Beamt:innen bereits ohne eindeutige Beweislage auf eine Variante des möglichen Tathergangs festgelegt. Es erschien also naheliegender, dass jemand wegen einer Maske geschlagen wurde, als wegen eines vermeintlich nicht-deutschen Aussehens. Es ist erschütternd, dass weiterhin Menschen mit Migrationshintergrund und deutschem Pass nicht als Deutsche angesehen werden.

Das Dilan-Video im Wortlaut

Dilans Video verbreitete sich via TikTok, Instagram, Twitter und Facebook Hunderttausende Mal, auch wenn es zwischendurch aus bisher unbekannten Gründen gelöscht wurde. Ihr Fall ist nunmehr kein Einzelschicksal, sondern ein Beweis für alle, die wie die junge Deutsch-Türkin, in den Augen von Rassist:innen als „Fremde“ gelten. DTJ-Online hat das Video transkribiert. Hier finden Sie es in voller Länge:

„Und ich war so: Was? Ich drehe mich um mich. Wie bitte? Warum soll ich mich denn verpissen? Was habe ich denn gemacht? ‚Ja, Du Drecksausländer“‚, unzählige Ausdrücke und rassistische Beleidigungen mir gegenüber. Meine Mutter war die ganze Zeit am Telefon. Dann hat sie mich die ganze provoziert und mir gesagt, ich solle mich verpissen. Am besten ganz nach hinten und hat mir mit der Armbewegung so den Weg gezeigt.

Er ist mit seinem Rücken so gegen mich gegangen. Ich habe sie aufgefordert, dass sie ihre Masken anziehen sollen und danach mit mir weiterreden können. Weil mir der Mann dann etwas zu nah gekommen ist, habe ich ihn von mir weggedrückt. Und er meinte mir dann gegenüber frech zu werden, indem er gesagt hat:

„Mäuschen, mach das noch mal, trau dich und du fängst dir eine!“

„Aus dem Nichts ist sie, wie gesagt, auf mich losgerannt und hat ausgeholt und ich bin ausgewichen. Hinter mir jedoch hat sich dann ein Mann gestellt, wo ich mich dann nicht mehr wehren konnte. Ich konnte dann nicht mehr weitergehen. Ich bin über diesen Mann gestolpert, weil ich ausgewichen bin, nach hinten laufen wollte und dann, als dieser Mann hinter mir stand, da habe ich mich umgedreht und habe gesehen, wie mehrere Menschen um mich herum einen Kreis gebildet haben und alle auf mich eingeredet haben.

Dann ist diese eine Frau, die davor gar nicht da war – also ich habe sie nicht gesehen – aus dem Nichts gekommen und hat gesagt ‚Du dreckiges Miststück, Du dreckige Fotze‘ soll erst mal meine Maske anziehen. Aber wir waren draußen und niemand von den ganzen Leuten hatte eine Maske an.

Und dann habe ich gesagt „Ach so, ich soll eine Maske anziehen, aber sie dürfen hier ohne rumlaufen“. Und dann ist diese Frau auch schon direkt auf mich los gegangen, hat mir ins Gesicht gefasst, hat mein Gesicht so gepackt. Dabei ist meine Lippe gerissen und sie wollte mir meine Maske aufsetzen. Sie hat aber genau das Gegenteil geschafft. Die Maske ist gerissen und auf den Boden gefallen.

Und mit seinen Händen auf mich drauf und hat gesagt, ich soll aufpassen, was ich in seinem Land sage. Dann, als ich ausgewichen bin, habe ich den nächsten Mann gesehen. Ungefähr so groß wie ich, aber trotzdem auch, also 40, hat gesagt:

„Du hältst jetzt deine Fresse, du Miststück“.

Und ich habe hier nichts zu suchen. Und ich bin ‚ein Drecksausländer‘. Währenddessen sind die Frauen von der Seite gekommen, haben mich geschubst und sind auf mich losgegangen. In meinem Ohr habe ich meine Mutter gehört, wie sie geweint hat. Dann ist mir eingefallen, dass ich mein Handy habe und dann habe ich schnell aufgelegt und habe das gefilmt.

Und in diesem Moment ist diese Frau, die mich am Anfang angepackt hat, auf mich losgegangen und hat mich getreten, geschubst und an meinen Haaren gezogen. Dann ist mein Handy runtergefallen und das Video ist leider ausgegangen. Dann kann ich mich auch nur, also das war alles so schnell, kann ich mich daran erinnern, dass mich zwei Männer hier (an den Armen) gepackt haben, also einer hier und einer da…

… und beide Frauen auf mich eingeprügelt haben. Sie haben mich getreten. Sie haben auf meinen Kopf geschlagen und der andere Mann ist dann auch gekommen und hat mich auch geschlagen, sie haben mir in meinen Bauch gehauen, mir auf meinen Kopf mehrmals geschlagen.

Meine Beine haben sie mir getreten und ich hab gemerkt, dass sie mir eher in die Beine getreten haben, weil sie wollten, dass ich runter falle, um mir in mein Gesicht zu treten. Dabei haben sie alle geschrien, ich wäre eine ‚Dreckausländerin‘. Ich habe gebettelt, um Hilfe. Ich habe gesagt, ‚warum hilft mit denn keiner?‘.

Ich erinnere mich daran, wenn ich meine Augen zumache, an dieses Gesicht, was so hasserfüllt war. Ich habe einen Mann gesehen, der vor mir stand, mit seiner Zigarette im Mund mit so einem Lächeln. Er hat gelacht. Er fand es amüsant und hatte einen Hass in seinen Augen. Er hat mich ausgelacht. Und die anderen auch. Die haben mir nicht geholfen. Ich habe gesagt:

‚Warum hilft mit denn keiner?‘

Und dann war ich körperlich als auch psychisch wirklich am Ende. Weil ich nicht verstehen kann, wie 2022 immer noch solche Menschen auf diesem Planeten leben können. Immer noch dieses Mindset besitzen. Und ich verstehe nicht, warum die Presse, Social Media, die Polizei-Webseiten, die Zeitungen nicht ehrlich sind, und die Wahrheit verdrehen. Es hätte auch anders ausgehen können.“

 

 

 

 
15 Februar 2022 0 Kommentare
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Archive

Fall Böhmermann: Erdoğan von höchster Stelle bestätigt

von Fremdeninfo 11 Februar 2022
von Fremdeninfo

Fall Böhmermann: Erdoğan von höchster Stelle bestätigt

Von

dtj-online

–

11.02.2022

 
 

 
„Verfassungsbeschwerde von Böhmermann erfolglos“ width=“696″ height=“488″>
Archivfoto: Der Satiriker Jan Böhmermann (ZDF Magazin Royal) steht vor der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2021 auf der Bühne im Funkhaus. Böhmermann ist mit einer Verfassungsbeschwerde zu seinem Gedicht „Schmähkritik“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan aus dem Jahr 2016 erfolglos geblieben. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Vor fast sechs Jahren trägt der Satiriker Jan Böhmermann im Fernsehen ein Gedicht über den türkischen Präsidenten vor und löst einen diplomatischen Eklat aus. Die obersten Verfassungsrichter haben in dem Fall jetzt entschieden.

Der TV-Satiriker Jan Böhmermann ist mit einer Verfassungsbeschwerde zu seinem Gedicht „Schmähkritik“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan aus dem Jahr 2016 gescheitert. In einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe hieß es: „Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie keine Aussicht auf Erfolg hat.“ Böhmermann hatte 2019 Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt.

Der heute 40-Jährige hatte das Gedicht vor fast sechs Jahren am 31. März 2016 in seiner TV-Satireshow „Neo Magazin Royale“ im öffentlich-rechtlichen Sender ZDFneo vorgetragen und Erdoğan darin unter anderem mit Sex mit Tieren in Verbindung gebracht. Böhmermanns Gedicht führte zu einem diplomatischen Eklat zwischen Deutschland und der Türkei. Und es begann eine Debatte darüber, was Satire darf.

Teilerfolg für türkischen Präsidenten

Erdoğan wehrte sich vor Gericht und erzielte einen Teilerfolg. In dem Fall ging es im Kern um die verfassungsrechtlich geschützte Kunst- sowie Meinungsfreiheit auf der einen und das Persönlichkeitsrecht auf der anderen Seite. Nach Urteilen von Hamburger Gerichten in den vergangenen Jahren wurden große Teile des Gedichts verboten. Die betreffenden Passagen enthielten demnach schwere Herabsetzungen, für die es in Person und Verhalten Erdoğans keinerlei tatsächliche Anhaltspunkte gebe. Es wurde aber nicht das gesamte Gedicht verboten. Der türkische Präsident wollte erreichen, dass das Gedicht insgesamt untersagt wird.

Eine Revision war nicht zugelassen worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies 2019 eine Beschwerde Böhmermanns dagegen zurück. Danach zog Böhmermann vor das höchste Verfassungsgericht. Es ging auch hier um die Abwägung seiner Meinungs- und Kunstfreiheit mit den Persönlichkeitsrechten des türkischen Präsidenten.

Entscheidung endgültig

Der bereits am 26. Januar getroffene und jetzt veröffentlichte Beschluss des Bundesverfassungsgerichts fiel knapp aus. Eine ausführliche Begründung, warum die Verfassungsbeschwerde erfolglos blieb, gab es nicht. Die Entscheidung ist unanfechtbar. Damit bleibt die Rechtsprechung der Hamburger Richter rechtskräftig.

Der Anwalt Böhmermanns in der Sache, Christian Schertz, äußerte sich am Donnerstag auf dpa-Anfrage nicht zu dem Beschluss. In den vergangenen Jahren im Kontext der Hamburger Verfahren hatte er argumentiert, dass die Kunstfreiheit, insbesondere die Einbettung des Gedichts in den Gesamtkontext, nicht hinreichend berücksichtigt worden sei.

ZDF entfernt Inhalt

Der ganze „Schmähkritik“-Fall hatte nach der Ausstrahlung im Fernsehen international großes Aufsehen erregt. Das ZDF entschied sich für die nachträgliche Streichung des ZDFneo-Beitrags, die geplante Wiederholung auf dem Hauptsender wurde herausgekürzt. Auch in der Mediathek war der Beitrag dann nicht mehr abrufbar.

Das ZDF teilte auf dpa-Anfrage als Reaktion auf die Entscheidung in Karlsruhe mit: „Ungeachtet der Frage der rechtlichen Zulässigkeit des Gedichts hatte das ZDF mit Blick auf seine Programmrichtlinien den Beitrag aus der Mediathek genommen.“ Zugleich hieß es: „Das ZDF steht zu seinen Satiresendungen, die einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung und dem gesellschaftlichen Diskurs leisten.“ Böhmermann ist inzwischen mit einer Satireshow im ZDF-Hauptprogramm zu sehen.

Für Merkel „bewusst verletzend“

Zeitweise gab es damals sogar Ermittlungen gegen den Satiriker, die aber wieder eingestellt wurden. Strafrechtliche Folgen hatte das Ganze für Böhmermann nicht. Die Staatsanwaltschaft Mainz hatte zum einen wegen des Verdachts der Beleidigung (Paragraf 185 des Strafgesetzbuchs) ermittelt. Zum anderen hatte die Bundesregierung die Ermächtigung zur Strafverfolgung wegen des Vorwurfs der Beleidigung von Vertretern ausländischer Staaten nach Paragraf 103 erteilt. Dieser hatte die Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten unter besondere Strafe gestellt. Der Paragraf – bekannt auch unter dem Begriff Majestätsbeleidigung – wurde zum Jahr 2018 dann aus dem Strafgesetzbuch entfernt.

Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich nach der TV-Ausstrahlung auch zu dem Gedicht geäußert. Sie nannte es „bewusst verletzend“, wie Regierungssprecher Steffen Seibert nach einem Telefonat der Kanzlerin mit dem damaligen türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu berichtete. Später räumte sie Fehler im Umgang mit dem Satiriker ein. Böhmermann hatte dann vor Gericht versucht, eine Unterlassung zu erwirken. Das Berliner Verwaltungsgericht urteilte 2019, dass die Kritik der Kanzlerin zulässig und nicht rechtswidrig war.

dpa/dtj

11 Februar 2022 0 Kommentare
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Religion

Zentralrat der Muslime schließt islamistischen Verein aus

von Fremdeninfo 10 Februar 2022
von Fremdeninfo

Zentralrat der Muslime schließt islamistischen Verein aus

Von

dtj-online

–

02.02.2022

 
 
 
 
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Khallad Swaid, Präsident der DMG (li.), war für ein Treffen im Jahr 2016 in Istanbul. Foto: Facebook/Marwan Abdullah

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat einen Verein ausgeschlossen, den der Verfassungsschutz dem Netzwerk der Muslimbrüder zurechnet. Was dahinter steckt.

Der Zentralrat habe auf seiner digitalen Vertreterversammlung am 23. Januar den Ausschluss der Deutschen Muslimischen Gemeinschaft (DMG) und seiner Mitglieder auf Landesebene beschlossen, teilte der Dachverband am Montag mit. Ein entsprechender Antrag habe die satzungsgemäß erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht.

Im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2020 heißt es, aufgrund von engen strukturellen und personellen Verflechtungen sei die DMG als Teil des weltweiten Netzwerks der Muslimbruderschaft „und als deren zentrale Organisation in Deutschland anzusehen“.

Unvereinbar mit Demokratie

Zur Grundüberzeugung der islamistischen Vereinigung gehöre die Errichtung islamischer Herrschaftsordnungen, die mit demokratischen Prinzipien wie der Meinungsfreiheit, der Volkssouveränität und der Gleichberechtigung unvereinbar seien, zitierte der Inlandsgeheimdienst aus einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Hessen von 2017.

Das Personenpotenzial der DMG wird aktuell auf 1.450 Anhänger geschätzt. Die Gemeinschaft ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz Teil des sogenannten legalistischen Spektrums.

Von DMG geht Gefahr aus

Damit bezeichnet die Kölner Behörde Gruppierungen, die ihre Ziele nicht mithilfe terroristischer Anschläge verfolgen, sondern in der Regel auf Grundlage der hiesigen Gesetze eine langfristige Veränderung anstreben. Vorsitzender des Zentralrats ist Aiman Mazyek. In dieser Funktion nimmt er seit Jahren regelmäßig an von der Bundesregierung organisierten Veranstaltungen teil.

dpa/dtj

10 Februar 2022 0 Kommentare
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