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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Türkei: Kilicdaroglu fordert Erdogan bei Präsidentschaftswahl heraus

von Fremdeninfo 7 März 2023
von Fremdeninfo

 

Türkei: Kilicdaroglu fordert Erdogan bei Präsidentschaftswahl heraus

Artikel von Berliner Zeitung

 

 

 

 

Türkei: Kilicdaroglu fordert Erdogan bei Präsidentschaftswahl heraus © Bereitgestellt von Berliner Zeitung

 Ein Bündnis aus sechs türkischen Oppositionsparteien hat sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Mai geeinigt. Die Allianz schickt den Chef der größten Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, ins Rennen gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan, wie der Vorsitzende der Saadet-Partei, Temel Karamollaoglu, am Montagabend in Ankara ankündigte. „Kemal Kilicdaroglu ist unser Präsidentschaftskandidat“, verkündete Karamollaoglu im Beisein der Vorsitzenden der fünf anderen Parteien, darunter auch Kilicdaroglu.

„Wir wären eliminiert worden, wenn wir uns gespalten hätten“, sagte der 74-jährige Kilicdaroglu nach der Bekanntgabe vor jubelnden Anhängern in Ankara. Er versprach, das Land im Falle eines Wahlsieges gegen Erdogan „auf der Grundlage von Konsultationen und Kompromissen zu führen“. „Recht und Gerechtigkeit werden sich durchsetzen“, fügte er hinzu.

Das Bündnis hatte sich lange nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können; in den vergangenen Tagen hatte sich sogar ein Zusammenbruch der Allianz angedeutet. Fünf Parteien wollten Kilicdaroglu ins Rennen gegen Erdogan schicken. Die Vorsitzende der nationalistischen Iyi-Partei, Meral Aksener, favorisierte hingegen die Bürgermeister der Metropolen Istanbul und Ankara, Ekrem Imamoglu und Mansur Yavas, die ebenfalls der sozialdemokratischen CHP angehören.

Die beiden Bürgermeister hatten am Wochenende erklärt, dass sie die Kandidatur ihres Parteichefs unterstützen. Am Montag kamen Imamoglu und Yavas dann mit Aksener zusammen, um sie davon zu überzeugen, das Bündnis aus sechs Oppositionsparteien weiter zu unterstützen.

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der Türkei sind für den 14. Mai angesetzt – gut drei Monate nach dem verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet mit mehr als 45.000 Toten allein in der Türkei. Erdogan strebt eine weitere Amtszeit an. Die Opposition wirft ihm unter anderem vor, das Land nicht ausreichend auf Erdbeben vorbereitet zu haben. Ein Auseinanderbrechen des Oppositionsbündnisses hätte Erdogan in die Karten gespielt.

Schon vor der Erdbebenkatastrophe hatte der Präsident, der das Land seit 20 Jahren lenkt, eine Reihe von Krisen gleichzeitig zu bewältigen. Seine Wirtschaftspolitik setzte eine Inflationsspirale in Gang, die die Preise vergangenes Jahr um 85 Prozent ansteigen ließ. Zudem kämpft seine Regierung gegen Vorwürfe der Vetternwirtschaft und Korruption an. Umfragen deuten auf einen engen Wahlausgang

7 März 2023 0 Kommentare
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Archive

Kilicdaroglu fordert Erdogan bei Präsidentschaftswahl heraus

von Fremdeninfo 6 März 2023
von Fremdeninfo
 

Türkei

Kilicdaroglu fordert Erdogan bei Präsidentschaftswahl heraus

Der Chef der größten türkischen Oppositionspartei, Kemal Kilicdaroglu, soll bei der Präsidentschaftswahl im Mai gegen Amtsinhaber Erdogan antreten. Darauf einigte sich das kurz zuvor wieder vereinte Oppositionsbündnis.

Kemal Kilicdaroglu soll bei der Präsidentenwahl als gemeinsamer Kandidat der Opposition gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan antreten

Ein Bündnis aus sechs türkischen Oppositionsparteien hat sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Mai geeinigt. Die Allianz schickt den Chef der größten Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, ins Rennen gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan, wie der Vorsitzende der Saadet-Partei, Temel Karamollaoglu, in Ankara ankündigte. „Kemal Kilicdaroglu ist unser Präsidentschaftskandidat“, verkündete Karamollaoglu im Beisein der Vorsitzenden der fünf anderen Parteien, darunter auch Kilicdaroglu.

„Wir wären eliminiert worden“

„Wir wären eliminiert worden, wenn wir uns gespalten hätten“, sagte der 68-jährige Kilicdaroglu nach der Bekanntgabe vor jubelnden Anhängern in Ankara. Er versprach, das Land im Falle eines Wahlsieges gegen Erdogan „auf der Grundlage von Konsultationen und Kompromissen zu führen“. „Recht und Gerechtigkeit werden sich durchsetzen“, fügte er hinzu.

Zuvor hatte sich wenige Tage nach einem Zerwürfnis das Oppositionsbündnis gegen Erdogan wieder vereint. Die Chefin der nationalkonservativen Iyi-Partei, Meral Aksener, nahm am Mittag in Ankara überraschend an einem Treffen mit fünf weiteren Parteien teil, obwohl sie erst am Freitag die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte. Umstehende applaudierten, als sie zur Sitzung erschien.

CHP-Parteichef soll schlechte Umfragewerte haben

Grund für den Streit war die Frage, wer bei den am 14. Mai geplanten Präsidentenwahlen gegen Erdogan antreten soll. Die CHP wollte von Beginn an ihren Parteichef Kilicdaroglu aufstellen, was von den vier kleineren Oppositionsparteien unterstützt wurde. Aksener machte deutlich, dass sie das nicht mittrage, weil Kilicdaroglu ihrer Ansicht nach schlechte Gewinnchancen habe. Sie wollte den beliebten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu oder den Bürgermeister von Ankara, Mansur Yavas, nominieren. Beide CHP-Politiker schneiden in Umfragen besser ab als ihr Parteichef.

Die Vorsitzende der türkischen Partei IYI, Meral Aksener, steht hinter Mikrofonen und spricht

Die IYI-Parteichefin Meral Aksener stellte die Weichen für einen Kompromiss bei der Kandidatenfrage

Nach Angaben der Iyi-Partei wurde nun ein Kompromiss gefunden: Kilicdaroglu soll wie geplant als Kandidat aufgestellt werden, die beiden Bürgermeister sollen im Falle eines Wahlsiegs zu Vizepräsidenten ernannt werden. 

Aksener für die Schärfe ihrer Aussagen kritisiert

Akseners Austritt aus dem Bündnis hatte zu großer Aufregung in der Opposition geführt. Sie wurde vor allem für die Schärfe ihrer Aussagen kritisiert. Sie hatte etwa gesagt, die Wahl zwischen Erdogan und Kilicdaroglu sei eine „zwischen Tod und Malaria“. Inwieweit der Streit dem Bündnis geschadet hat, ist noch nicht klar.

Umfragen deuten auf ein enges Rennen bei der Präsidentschaftswahl im Mai hin. Zudem stehen Erdogan und seine Regierung nach den verheerenden Erdbeben vor gut einem Monat massiv in der Kritik. Ihnen wird unzureichendes und zu langsames Krisenmanagement vorgeworfen.

Stimmabgabe im Erdbebengebiet problematisch

Zunächst hatte es auch Zweifel gegeben, ob die Behörden angesichts der schweren Schäden die Wahlen im Erdbebengebiet im Südosten des Landes rechtzeitig vorbereiten und die logistischen Rahmenbedingungen für die Stimmabgabe schaffen können. In der betroffenen Region leben etwa 14 Millionen Menschen. Bei den Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet waren allein in der Türkei mehr als 45.000 Menschen ums Leben gekommen. Millionen wurden obdachlos und mussten in Notunterkünften untergebracht werden.

nob/ww (dpa, rtr)

6 März 2023 0 Kommentare
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Frauen

Equal Pay Day: Ferda Ataman will Lohnlücke per Gesetz schließen

von Fremdeninfo 6 März 2023
von Fremdeninfo

 Der Spiegel

 Equal Pay Day: Ferda Ataman will Lohnlücke per Gesetz schließen

Artikel von Hanna Zobel

 In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt deutlich weniger als Männer. Ferda Ataman setzt sich deshalb für eine Reform des Entgelttransparenzgesetzes ein – es gebe »zu viele Schlupflöcher«, sagt die Antidiskriminierungsbeauftragte

 

 

 

 

 

 

Equal Pay Day: Ferda Ataman will Lohnlücke per Gesetz schließen © Metodi Popow / IMAGO

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland deutlich weniger als Männer, daran soll am Dienstag der Equal Pay Day erinnern. Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, hat dies zum Anlass genommen, eine Reform des Entgelttransparenzgesetzes zu fordern.

Das Gesetz verbietet seit 2017 eine ungleiche Bezahlung anhand des Geschlechts. Zudem ermöglicht es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern größerer Unternehmen Auskunft darüber zu verlangen, nach welchen Kriterien sie bezahlt werden. Dies soll ungerechte Strukturen aufdecken und Unternehmen zur Nachbesserung bringen.

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Ataman kritisiert jedoch die Umsetzung in der Praxis. »Obwohl wir ein Entgelttransparenzgesetz haben, ist es für viele Frauen nach wie vor schwierig, Entgeltungleichheit konkret nachzuweisen«, sagte sie dem »Redaktionsnetzwerk Deutschland«.

»Das Auskunftsrecht im Entgelttransparenzgesetz gilt nur in größeren Unternehmen ab 200 Beschäftigten – und es hat zu viele Schlupflöcher.« So leuchte es nicht ein, warum Frauen in einem kleinen Betrieb kein Recht darauf hätten, Auskunft über eventuelle Lohnungleichheiten zu bekommen, in größeren aber schon. Bei der im Koalitionsvertrag angekündigten »Weiterentwicklung« des Gesetzes müsse daher darauf geachtet werden, dass das Gesetz künftig in allen Unternehmen gelte. »Das muss verbessert werden«, sagte Ataman.

Überfällig sei auch das im Koalitionsvertrag genannte Klagerecht für Verbände. »Ich verstehe die Widerstände gegen ein solches Klagerecht nicht«, sagte Ataman. »Ein Verbandsklagerecht wäre auch bei anderen Fällen von Diskriminierung sinnvoll und gehört ins Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.« Mehr Klagemöglichkeiten könnten mehr Rechtssicherheit für Betroffene schaffen – und Arbeitgeber sanktionieren, die sich nicht an die Gesetze hielten.

»Ungleicher Lohn ist per Gesetz Diskriminierung«, betonte Ataman. »Deutschland kann es sich nicht leisten, Frauen im 21. Jahrhundert immer noch schlechter zu bezahlen. Trotz Fortschritten bei der Lohntransparenz in den vergangenen Jahren muss die Politik weiter gegensteuern.«

Frauen in Deutschland verdienten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2022 im Schnitt 18 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Berufen beschäftigt sind. Auch die Teilzeit-Quote ist höhe

6 März 2023 0 Kommentare
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Migration: Unionsfraktionsspitze für „Bundesagentur für Einwanderung“

von Fremdeninfo 5 März 2023
von Fremdeninfo

“ Kölner Stadt-Anzeiger

Migration: Unionsfraktionsspitze für „Bundesagentur für Einwanderung“

Kommentare

Die Spitze der Unionsfraktion im Bundestag will den Zuzug von ausländischen Fachkräften nach Deutschland mit einer eigenen Bundesagentur für Einwanderung neu regeln. „Fachkräfte erhalten so Service aus einer Hand: Von der Arbeitsplatzvermittlung, der Prüfung der Voraussetzungen für die Einreise, über das nötige Visum bis hin zum Aufenthaltstitel nach Ankunft in Deutschland“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Positionspapier des geschäftsführenden Vorstands der Unionsfraktion.

Unionsfraktionschef Friedrich Merz sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die Agentur solle aktiv um ausländische Fachkräfte werben. Asylverfahren sollten künftig klar von Einwanderungsverfahren für Fachkräfte getrennt werden, betonte der CDU-Vorsitzende. Die Union bekenne sich zu Deutschlands humanitärer Verantwortung für Schutzsuchende. „Zugleich schlagen wir ein Bündel an nationalen, europäischen und internationalen Maßnahmen zur Steuerung und Begrenzung von irregulärer Migration vor.“ Unter anderem solle ein Krisen- und Koordinierungsstab im Kanzleramt eingerichtet werden.

CDU lädt zu Krisentreffen zur Unterbringung von Flüchtlingen

Die Ampel-Koalition vermische Asyl- und Arbeitsmarktpolitik systematisch miteinander, kritisierte Merz. „Die Bundesregierung „will offenkundig nicht wahrhaben, wie dramatisch die Lage in vielen Kommunen in Deutschland ist“. Wegen der Probleme bei der Überbringung von Flüchtlingen lädt Merz rund 700 Bürgermeister und Landräte für den 30. März nach Berlin ein. In der Einladung, über die die „Bild“ zuerst berichtete und die auch der dpa vorlag, heißt es: „Allein im Jahr 2022 wurden in Deutschland 244 000 Asylanträge gestellt. Die faktischen Aufnahmekapazitäten stoßen vielerorts an ihre Grenzen.“

Union: Mit Einwanderungsagentur schnelle Verfahren

Im Positionspapier der Unionsfraktionsspitze heißt es, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie die kommunalen Ausländerbehörden sollten sich künftig auf die Gruppe der Asylbewerber konzentrieren. Die Bundesagentur für Einwanderung solle alle Verfahren übernehmen, die derzeit bei den Auslandsvertretungen, den Bundesländern sowie den Landkreisen und Kommunen geführt würden und keine Asylverfahren seien. „Sie ist auch Arbeitsvermittlungsagentur für alle Arbeitskräfte aus dem europäischen und nicht-europäischen Ausland.“

Unionsfraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) forderte, die Einwanderungsagentur müsse mit digitalen Verfahren und modernster Technik arbeiten, um schnelle Verfahren garantieren zu können. Sie warnte: „Die derzeit ungeordnete und ungebremste irreguläre Migration gefährdet den gesellschaftlichen Rückhalt für die humanitäre Verantwortung Deutschlands, Schutzsuchenden zu helfen.“

Pläne der Ampel-Regierung

Die Ampel-Koalition will die immer größere Fachkräftelücke mit viel mehr Arbeitskräften aus dem Ausland füllen. Anders als heute sollen verstärkt Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger ohne anerkannten Abschluss ins Land kommen dürfen. Auswahlkriterien sollen etwa Berufserfahrung oder Deutschlandbezug sein. Als wohl größte Änderung soll „Drittstaatsangehörigen mit gutem Potenzial“ möglich gemacht werden, zur Arbeitsplatzsuche einzureisen. Vergeben werden soll dafür eine Chancenkarte. Zwei Wochen lang sollen Nicht-EU-Bürger damit eine Probebeschäftigung während der Arbeitsplatzsuche machen dürfen.

Seit 2020 gibt es schon ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Fachkräfte mit einer ausländischen Berufsausbildung erhalten für sechs Monate das Recht zum Aufenthalt zur Arbeitsplatzsuche.

Bundesregierung: Zwei Drittel der Abschiebungen scheitern

Laut Bundesregierung sind im vergangenen Jahr rund zwei Drittel der Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern aus Deutschland gescheitert. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Unionsfraktion im Bundestag, aus der die „Welt am Sonntag“ zitiert und die auch der dpa vorliegt, geht hervor, dass 2022 insgesamt 12 945 Abschiebungen vollzogen wurden. Allerdings hätten 23 337 Abschiebemaßnahmen nicht vollstreckt werden können. Gründe waren unter anderem geplatzte Flüge oder die Abwesenheit der betroffenen Menschen am Ausreisetag.

Der innenpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Alexander Throm (CDU), sagte der Zeitung: „Deutschland befindet sich in der schwersten Migrationskrise seit 2016. Da muss eine erfolgreiche Rückführungspolitik Priorität in Bund und Ländern sein.“ Die Ampel-Koalition habe nichts von ihrer „Rückführungsoffensive“ umgesetzt. Throm bezog er sich auf den Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP. Darin heißt es: „Nicht jeder Mensch, der zu uns kommt, kann bleiben. Wir starten eine Rückführungsoffensive, um Ausreisen konsequenter umzusetzen, insbesondere die Abschiebung von Straftätern und Gefährdern.“ (dpa)

5 März 2023 0 Kommentare
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Kultur

Biennale-Kuratorin Çağla İlk: „Sehr stolz und glücklich“

von Fremdeninfo 5 März 2023
von Fremdeninfo

 

Biennale-Kuratorin Çağla İlk: „Sehr stolz und glücklich“

Von

dtj-online

–

02.03.2023

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Çağla İlk, Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig 2024. Foto: Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Nick Ash

Die Kuratorin des Deutschen Pavillons bei der Kunst-Biennale in Venedig im kommenden Jahr, Çağla İlk, hat schon erste Ideen zur Gestaltung.

„Ich werde mir jetzt die Zeit nehmen und das genauer konkretisieren“, sagte die 47-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube, in acht Wochen habe ich eine klarere Vorstellung.“ Über mögliche Künstlerinnen und Künstler, die sie im Blick hat, verriet İlk noch nichts. Zeitliche Vorgaben gebe es nicht. Je eher aber die Pläne feststünden, desto besser.

Am Dienstagabend war bekanntgeworden, dass die Co-Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden im Auftrag des Instituts für Auslandsbeziehungen den Deutschen Pavillon kuratieren soll. „Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich zu der Aufgabe berufen wurde“, erklärte sie. Wenngleich das in einer schweren Zeit passiere: Sie habe bei dem Jahrhundertbeben in der Türkei Anfang Februar Freunde verloren, sagte die in Istanbul geborene Architektin. „Das hat mich sehr getroffen.“

Ex-Kuratorin am Maxim-Gorki-Theater

İlk studierte Architektur an der Technischen Universität Berlin und an der Mimar Sinan Universität Istanbul. Seit 2020 leitet sie mit Misal Adnan Yıldız die Kunsthalle in Baden-Baden. Zuvor war sie von 2012 an Dramaturgin und Kuratorin am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Ihre Arbeit wird als transdisziplinär zwischen Bildender Kunst, Architektur, Sound, Theater und Performance beschrieben.

Auch wenn nun viel Arbeit auf İlk zukommt, gibt sie sich optimistisch: „Wir schaffen alles.“ Die Co-Direktorin räumte ein, dass ihre Arbeit in Baden-Baden nicht immer wie gewünscht aufgenommen worden sei. Sie verfolge mit ihrem Kollegen neue ästhetische Formen und zeige Künstler und Künstlerinnen in bisher vielleicht unbekannter Weise, erklärte die Deutsch-Türkin. „Man braucht Zeit, sich an eine neue Sprache zu gewöhnen“, so İlk. Sie hoffe, dass ihre Arbeit für die Biennale auch mehr Aufmerksamkeit auf die Kunsthalle Baden-Baden lenke.

dpa/dtj

5 März 2023 0 Kommentare
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Information

Leichtathletik-EM in Istanbul: Deutscher Doppelerfolg im Schatten des Erdbebens

von Fremdeninfo 5 März 2023
von Fremdeninfo

 

Leichtathletik-EM in Istanbul: Deutscher Doppelerfolg im Schatten des Erdbebens

Von

dtj-online

–

04.03.2023

Istanbul: Hanna Klein (r.) aus Deutschland jubelt nach dem Sieg mit ihrer Landsfrau Konstanze Klosterhalfen. Foto: Oliver Weiken/dpa

Wenige Wochen nach den Erdbeben in der Türkei geht es in Istanbul seit Donnerstag um Medaillen. Die Gedanken der Sportlerinnen und Sportler sind auch bei den vielen Opfern der Katastrophe. Gestern gab es das erste Gold.

Gold und Silber – der erste deutsche Doppel-Erfolg bei einer Hallen-EM über 3000 Meter weckte bei Hanna Klein und Konstanze Klosterhalfen schon Vorfreude auf den Jahreshöhepunkt. „Ich hoffe, dass ich auf den Sommer eine gute Vorbereitung hin habe und dass es mit dieser Ruhe und dem Selbstvertrauen weiter geht“, sagte Überraschungs-Europameisterin Klein. Die 29 Jahre alte Leichtathletin aus Tübingen setzte sich mit einer unwiderstehlichen Schlussrunde gegen Favoritin Klosterhalfen durch.

Die deutsche Rekordhalterin haderte mit Rang zwei. „Ich habe ein gutes Rennen gezeigt und nehme das als Motivation für die Outdoor-Saison mit“, erklärte Klosterhalfen der ARD. „Es ist ein Step zur Outdoor-Saison und da zählt es dann.“ Klein sei „das perfekte Rennen“ gelaufen. Höhepunkt des Jahres ist die Freiluft-WM in Budapest im August. Nach der WM-Enttäuschung des Vorjahres in den USA und dem berauschenden EM-Sommermärchen von München sind die Titelkämpfe in Ungarn ein Jahr vor Olympia in Paris ein wichtiger Gradmesser für den Verband.

Erstmals in der Geschichte

Klein genoss bei der Nationalhymne in der Halle aber erst einmal am Freitagabend in Istanbul ergriffen ihren ersten großen Sieg. Einen deutschen Doppel-Erfolg hatte es in dieser Disziplin zudem noch nie gegeben – weder bei dem Sieg von Brigitte Kraus 1984 oder dem von Ines Bibernell-Obst zwei Jahre später. Während Klein nach EM-Bronze über 1500 Meter in der Halle aus dem Jahr 2021 nun als Siegerin jubelte, verbuchte Klosterhalfen zum dritten Mal EM-Silber in der Halle. „Ich denke, wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Klosterhalfen, der Silber nicht wirklich gefiel.

Das war bei Kugelstoßerin Sara Gambetta nach dem überraschenden zweiten Platz anders. „So eine Medaille hat mir immer gefehlt. Das pusht mich jetzt unheimlich“, gab sich die 30-Jährige vom SV Halle/Saale zufrieden. „Ich freue mich auf den Sommer.“ Das galt auch für Dreispringer Max Heß nach Dreisprung-Bronze. „Ich werde meine Geschwindigkeit mitnehmen und kann positiv in den Sommer rein starten“, sagte der 26-Jährige aus Chemnitz.

Jahrhundertbeben wird „angemessen“ berücksichtigt

Das Jahrhundertbeben vom 6. Februar 2023 ist natürlich auch bei den Teilnehmer:innen der Europameisterschaften in Istanbul ein Thema. „Die Gedanken daran, die sind natürlich ständig präsent. Das kann man nicht wegdiskutieren oder wegschieben“, erklärte der deutsche Verbandspräsident Jürgen Kessing der ARD-Sportschau. Es habe die Überlegung gegeben, die Titelkämpfe in der Halle abzusagen. Aber Verband und Staat hätten diese ausrichten wollen. Man habe den Menschen damit Halt und Zuversicht geben wollen, sagte Kessing in Istanbul.

Am 6. Februar hatten zwei Beben der Stärke 7,7 und 7,6 die Südosttürkei und den Nordwesten Syriens erschüttert. Mehr als 50.000 Menschen sind in der Türkei und Syrien ums Leben gekommen. Allein in der Türkei wurden nach Angaben der Regierung mehr als 173.000 Gebäude in elf Provinzen des Landes zerstört.

Das Unglück werde bei den Titelkämpfen „angemessen“ berücksichtigt, wie Kessing befand. Neben einer Schweigeminute gebe es Spendenaufrufe. Den Sportlerinnen und Sportlern sei freigestellt, ob sie mit Trauerflor starten würden.

dpa/dtj

5 März 2023 0 Kommentare
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Türkei: Akşener sprengt Sechser-Tisch – Kılıçdaroğlu tritt wohl gegen Erdoğan an

von Fremdeninfo 4 März 2023
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Türkei: Akşener sprengt Sechser-Tisch – Kılıçdaroğlu tritt wohl gegen Erdoğan an

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–

03.03.2023

Die sechs Oppositionsparteien hatten ihren Kandidaten eigentlich bereits im Februar bekanntgeben wollen – so lautete zumindest der Plan vor den verheerenden Erdbeben. Nun gab es heute ein politisches Beben. Foto: Ali Babacan
 

 

 

Der sogenannte Sechser-Tisch muss künftig auf seine einzige weibliche Kraft verzichten. Meral Akşener von der İyi-Partei verlässt mit sofortiger Wirkung das Anti-Erdoğan-Bündnis. Damit ist wohl der Weg für Kemal Kılıçdaroğlu frei. Er dürfte bei den Wahlen gegen Präsident Erdoğan antreten.

Paukenschlag in der Türkei: Etwas mehr als zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl in der Türkei hat eine von sechs Oppositionsparteien das als „Sechser-Tisch“ bekanntgewordene Anti-Erdoğan-Bündnis verlassen. Mit Bedauern habe man festgestellt, dass das Bündnis die Fähigkeit verloren habe, den Willen des Volkes widerzuspiegeln, sagte die Vorsitzende der İyi-Partei, Meral Akşener, am Freitag. İyi ist laut Umfragen die zweitstärkste Kraft in dem Zusammenschluss, das erst am Vortag angekündigt hatte, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten als Herausforderer des amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan geeinigt zu haben. Doch bereits am Abend hatten Unstimmigkeiten für Unruhe im Bündnis gesorgt.

Warum, wurde nun klar: Die İyi-Partei habe den Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu und den Bürgermeister von Ankara, Mansur Yavaş, wegen ihrer guten Umfragewerte vorgeschlagen. Beide sind Politiker der stärksten Oppositionspartei CHP. Damit sei man aber gescheitert, so die einstige Innenministerin, der ebenfalls Außenseiterchancen auf die Kandidatur eingeräumt worden waren.

Schadenfreude und Häme auf Seiten der AKP und MHP

Sie implizierte damit, dass die restlichen Parteien sich auf den CHP-Parteichef Kemal Kılıçdaroğlu geeinigt haben, der ebenfalls als Kandidat gehandelt wurde und sich in einem ersten Statement gelassen und siegessicher gab. Wer letztlich gegen den Präsidenten antritt, wollte das Bündnis erst am kommenden Montag publik machen. Kılıçdaroğlu soll heute Vormittag ins Aufnahmestudio gegangen sein, sehr wahrscheinlich als Vorbereitung auf seine Kandidatur. „Persönlicher Ehrgeiz wurde der Türkei vorgezogen“, urteilte Akşener. Dafür habe man die İyi-Partei nicht gegründet. Sie rief İmamoğlu und Yavaş zur Kandidatur auf.

Die Ankündigung der Parteivorsitzenden kommt rund zehn Wochen vor den anvisierten Wahlen überraschend. Seit einem Jahr hatten die Parteien im Bündnis miteinander verhandelt. Noch Ende November war es Akşener selbst, die erklärte, dass „niemand die Kraft hat, das Bündnis zu sprengen“. Nun dürften sowohl sie als auch das Bündnis viel Kredit und Vertrauen beim Wähler verspielt haben. Die ersten Reaktionen aus dem Regierungslager sind vor allem von Schadenfreude geprägt. Besonders hämisch reagierten Politiker der MHP, aus der Akşener einst ausgetreten war, um İyi zu gründen. Bei der İyi-Partei fallen die Reaktionen gemischt aus. Es gibt sowohl Kritik an als auch Rückendeckung für Akşener.

Erdoğan hat historisch schlechte Umfrageergebnisse, aber auch keine der anderen Parteien vereint derzeit ausreichend Stimmen auf sich zur Ablösung der Regierung. Mit dem Bündnis verbanden viele Erdoğan-Kritiker die Hoffnung, die Stimmen so auf einen Kandidaten vereinen zu können. Ob Akşener jetzt eine eigene Kandidatur plant oder nicht, ist unklar. Ebenso, wie sie sich bei einer Stichwahl, bei der wahrscheinlich Erdoğan und Kılıçdaroğlu gegeneinander antreten werden, verhalten wird. Spekuliert wird auch über ein neues Bündnis, bestehend aus der İyi-Vorsitzenden und Muharrem İnce von der Memleket-Partei (dt.: Heimat).

Erdoğan bestätigt Wahltermin am 14. Mai

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen finden im Schatten der Auswirkungen der verheerenden Erdbeben mit mehr als 45.000 Toten in der Türkei Anfang Februar statt. Staatschef Erdoğan hatte am Mittwoch verkündet, am 14. Mai als Wahltermin festhalten zu wollen.

Das nun aus fünf Parteien bestehende Bündnis will im Falle eines Wahlsiegs unter anderem das Präsidialsystem wieder in ein parlamentarisches System überführen, den Rechtsstaat und die Pressefreiheit stärken und die Macht des Präsidenten beschneiden. Nach dem Rückzieher der İyi-Partei sitzen neben der größten Oppositionspartei CHP auch zwei Abspaltungen der AKP noch am Tisch: die DEVA-Partei von Ali Babacan und die Gelecek-Partei (dt. Zukunft), geführt von dem ehemaligen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu.

Auch wenn außer der CHP keine der Parteien Umfragen zufolge über drei Prozent kommen, ihre Unterstützung könnte sich in einem voraussichtlich engen Rennen dennoch als entscheidend erweisen. Für den Einzug ins Parlament gilt bei den kommenden Wahlen eine Hürde von sieben Prozent. Spannend zu beobachten sein wird, wie sich die pro-kurdische HDP nach der Akşener-Entscheidung verhalten wird, die nicht Teil des Sechser-Bündnisses ist. Der heutige Tag dürfte aber aktuell vor allem für Erdoğan von Nutzen sein.

Wahl im Erdbebengebiet wird zur logistischen Mammutaufgabe

Das Erdbeben hat laut Regierungsangaben knapp zwei Millionen Menschen vertrieben. Viele der Gebäude, in denen eigentlich Wahlen abgehalten werden, sind beschädigt. Wie die Infrastruktur für eine Abstimmung aussehen wird, ist noch nicht klar. Die Wahlen hätten regulär im Juni abgehalten werden sollen, Erdoğan hatte aber bereits vor Beginn der Erdbebenkatastrophe angekündigt, sie vorziehen zu wollen und dieses Vorhaben nun bestätigt.

dpa/dtj

4 März 2023 0 Kommentare
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Information

NGO: Menschenrechte in der Türkei auch 2022 weiter unter Druck

von Fremdeninfo 2 März 2023
von Fremdeninfo
  • NGO: Menschenrechte in der Türkei auch 2022 weiter unter Druck

    Von

    Stefan Kreitewolf

    –

    23.02.2023

     

     

    In Sachen Freiheits- und Menschenrechte rutschte die Türkei 2022 weiter ab. Foto: Milad Fakurian / Unsplash

    Zunehmender Autoritarismus: Ein Bericht des Stockholm Centers for Freedom zeichnet ein düsteres Bild der Menschenrechtslage in der Türkei. Auch Präsident Erdoğan ergreife Maßnahmen, um Grundpfeiler der Demokratie zu untergraben.

    Ein Bericht des Stockholm Centers for Freedom beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen der Menschenrechte in der Türkei im Jahr 2022. Das Ergebnis: Der Autoritarismus nimmt zu. Mit dem Ziel, seine Macht zu erhalten, ergriff Präsident Recep Tayyip Erdoğan zusätzliche Maßnahmen, um die Demokratie in der Türkei weiter zu schwächen.

    Der NGO zufolge tue sich zwischen den in der türkischen Verfassung garantierten Freiheits- sowie Menschenrechten und der Realität vor Ort eine große Lücke auf. So setze der türkische Staat zunehmend Oppositionelle unter Druck. Menschen, die mit ihnen in Verbindung stünden, würden von türkischen Sicherheitskräften festgenommen werden.

    Türkei im Jahr 2022: „nicht frei“

    Ein Blick auf vergleichbare Studien zeigt: Die Türkei scheint sich von der Demokratie weiter zu entfernen. So belegte das Land in dem vom World Justice Project im Oktober veröffentlichten Rechtsstaatlichkeitsindex Platz 116. Im Hinblick auf die Grundrechte lag das Land auf Platz 135. Laut der NGO Freedom House blieb die Türkei im Jahr 2022 mit einem Wert von 32/100 „nicht frei“.

    Die EU-Kommission bemängelte 2022 in einem Bericht, dass die Funktionsweise der demokratischen Institutionen des Landes ernsthafte Mängel aufweise. So akzeptierten türkische Gerichte weiterhin systematisch gefälschte Anklagen. Journalist:innen, Oppositionspolitiker:innen, Aktivist:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen würden ohne rechtliche Grundlage verurteilt.

    Erdoğans „Desinformationsgesetz“ nur ein Beispiel

    Hinzu kommt: Die Freiheit der Menschen vor Ort wird auch im Alltag immer weiter eingeschränkt. So verabschiedete Präsiden Recep Tayyip Erdoğan im Oktober 2022 ein Gesetz zu sozialen Medien. Es sieht Sanktionen für Personen vor, die nachweislich Fake News verbreiten. Was genau Fake News sind, bestimmt indes der türkische Staat selbst.

    Das sogenannte „Desinformationsgesetz“ sei der NGO zufolge aber nur ein Beispiel, wie der Präsident mit dem Ziel, seine Macht zu festigen, Maßnahmen ergreife, um demokratische Grundpfeiler zu untergraben. 2022 ging er ebenso hart gegen Journalist:innen vor. Politischen Gegner:innen, wie Mitgliedern der HDP, drohte er mit einem Verbot ihrer Partei.

    Von den tausenden Menschen, gegen die in der Türkei im Laufe des Jahres ermittelt wurde, sticht vor allem einer heraus: Ekrem İmamoğlu (CHP). Der Bürgermeister von İstanbul und aussichtsreiche Präsidentschaftskandidat der Opposition wurde im Dezember zu zwei Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

    Zudem wurde gegen ihn ein allgemeines politisches Betätigungsverbot verhängt. So könnte İmamoğlu zwar antreten, würde aber vom Hohen Wahlausschuss (YSK) keine Ernennungsurkunde erhalten

     

     

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2 März 2023 0 Kommentare
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Religion

Ankara bestimmt Vorstand: Ditib wählt Muharrem Kuzey zum neuen Che

von Fremdeninfo 1 März 2023
von Fremdeninfo

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Ankara bestimmt Vorstand: Ditib wählt Muharrem Kuzey zum neuen Chef

Von

dtj-online

–

01.03.2023

 

„Ditib und Diyanet. Die Hohheit steht fest“
Ditib und Diyanet: Die Verbindung zwischen den Institutionen liegt auf der Hand. Der neue Vorstand wurde erneut aus Ankara bestimmt. Im Bild zu sehen: Die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Foto: Shutterstock

Der deutsche Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Ditib, hat einen neuen Vorstand. Wer den größten deutschen Moscheeverband künftig führen wird und wie der neue Vorstand der Ditib gewählt wurde, haben deutsch-türkische Kenner der Szene kommentiert.

Eren Güvercin ist als Kenner der türkischen Moscheeverein-Szene bekannt. In seinem Verein, der Alhambra Gesellschaft e.V., ist Güvercin gemeinsam mit Ex-Ditib-Funktionär Murat Kayman aktiv. Somit sitzt Güvercin auch direkt an der Quelle für Neuigkeiten in Bezug auf den neu gewählten Vorstand des größten deutschen Moscheeverbandes.

Via Twitter lässt dieser verlautbaren, dass der neue Ditib-Vorstand durch die türkische Religionsbehörde Diyanet bestimmt wurde. „Mit Worthülsen wird man aber die Realität nicht verdecken können. Alleine in den letzten Monaten fanden in über 50 Ditib-Gemeinden Wahlkampfveranstaltungen von AKP-Politikern statt“, schreibt Güvercin.

900 Moscheegemeinden, aber kein Mitspracherecht?

Mit rund 900 Moscheegemeinden, die in der Regel als eigenständige deutsche Vereine eingetragen sind, hätten die Mitglieder ein Recht darauf, den neuen Vorstand des Dachverbandes mitzubestimmen. Zumindest wäre das von einem deutschen Moscheeverband dieser Größenordnung und einer Verbundenheit zum deutschen Vereinsrecht zu erwarten.

Doch der Wahlprozess sei „so gestaltet, dass Beamte des türkischen Staates ein größeres Stimmgewicht haben“, wird Güvercin in einem Artikel von Erkan Pehlivan (Frankfurter Rundschau) zitiert. Neuer Vorsitzender ist nun Muharrem Kuzey. Diesen hat ein Beirat vorgeschlagen, bevor derselbe ihn zum Chef der Ditib ernannt hat.

Diyanet weiterhin in federführender Position

Der Beirat besteht aus fünf Mitgliedern, allesamt Religionsbeauftragte des türkischen Staates. Ihr Vorsitzender ist Ali Erbaş, der Chef der türkischen Religionsbehörde. Zuletzt war dieser damit aufgefallen, bei Freitagspredigten mit einem osmanischen Schwert aufzutreten. Eine martialische Botschaft und eindeutige Rhetorik des politischen Islam.

Diese Geisteshaltung könnte in Zukunft die Marschrichtung der Ditib bestimmen. Erste Hinweise bieten fragwürdige Auftritte türkischer Abgeordneter, vorwiegend der AKP und MHP. Muharrem Kuzey löst als neuer Vorsitzender Kazım Türkmen ab, der ebenfalls von Ankara bestimmt worden war. Wie sehr sich die Ditib strukturell von der Agenda Ankaras beeinflussen lässt, verdeutlichte der gescheiterte Putschversuch in der Türkei vor knapp sieben Jahren.

Ditib spätestens seit Putschversuch AKP-Instrument

Am 15. Juli 2016 brach in der Türkei das Chaos aus. Ein kleiner Teil des Militärs war in Istanbul und Ankara auf der Straße. Anders als bei den jüngsten Erdbeben im Südosten der Türkei war die Regierung sofort zur Stelle. Handlungsschnell sprach Recep Tayyip Erdoğan per Facetime zum Volk und rief zum Gegenaufstand auf.

Sofort beschuldigte er die Bewegung des in der Türkei umstrittenen islamischen Gelehrten Fethullah Gülen. Nach aktuellem Erkenntnisstand objektiver Beobachter standen Einzelfiguren aus dem Dunstkreis der sogenannten Gülen-Bewegung in Verbindung mit den Putschisten. Für die Regierung ein Beleg für die Täterschaft.

Ditib kämpft gegen Gülen-Bewegung

In einem dpa-Interview unmittelbar nach dem Putsch rief Gülen dazu auf, „eine internationale Kommission zu gründen, um den Putsch zu ergründen, um zu verstehen, wer beteiligt war und wie er organisiert wurde“. Doch diese Forderung wurde in Ankara ignoriert.

Auch in der Ditib-Zentrale. Die mobilisierte auf Wunsch des zuständigen Religionsattachés Imame deutscher Gemeinden, um systematisch Informationen über angebliche „Gülenisten“ für den türkischen Geheimdienst zu sammeln. Die Ditib dementierte entsprechende Berichte zunächst, um im Anschluss die Hexenjagd als „Panne“ einzugestehen

1 März 2023 0 Kommentare
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Filmschaffende wie Fatih Akın fordern offene Grenzen in Erdbebenregion

von Fremdeninfo 28 Februar 2023
von Fremdeninfo

 

Filmschaffende wie Fatih Akın fordern offene Grenzen in Erdbebenregion

Von

dtj-online

 
 

 

 

Archivfoto: Regisseur Fatih Akın kommt zum 20. NRW-Empfang, der traditionell im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens stattfindet. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Mit einer gemeinsamen Erklärung fordern mehr als 50 Filmschaffende die Regierungen der Türkei und Syriens auf, die Situation in den vom Erdbeben betroffenen Regionen zu verbessern.

Die Unterzeichner, darunter prominente Namen wie Regisseur Fatih Akın und der Schauspieler Kida Khodr Ramadan, forderten mit der am Sonntag am Rande der Berlinale veröffentlichten Erklärung unter anderem, dass alle Grenzübergänge in der Region bedingungslos geöffnet werden.

Zudem müsse Hilfsorganisationen und Freiwilligen der Zugang zu den Erdbebengebieten erleichtert werden, wie aus einer Mitteilung des Mitinitiators Medico International hervorgeht. Humanitäre Hilfe dürfe nicht aus politischen Gründen blockiert werden. In vielen syrischen und einigen türkischen Gebieten gebe es nach dem Erdbeben von staatlicher Hilfe keine Spur, heißt es in der Mitteilung der Hilfsorganisation weiter. Die Naturkatastrophe sei auch eine politische Katastrophe.

Etwa zwei Wochen nach der verheerenden Erdbeben-Katastrophe in der türkisch-syrischen Grenzregion ist die Zahl der Toten inzwischen auf über 47.000 gestiegen, davon allein 41.156 nur in der Türkei. Millionen Menschen in beiden Ländern sind von den Folgen betroffen.

dpa/dtj

28 Februar 2023 0 Kommentare
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