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Flüchtlinge

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4 Februar 2026 0 Kommentare
Information

Erdrückende Inflation in der Türkei: „Ich kann mir kaum noch was zu essen kaufen

von Fremdeninfo 10 Juni 2022
von Fremdeninfo

Erdrückende Inflation in der Türkei: „Ich kann mir kaum noch was zu essen kaufen“

 Von Susanne Güsten 

Die Inflationsrate in der Türkei liegt bei 73 Prozent – doch Präsident Erdogan behauptet, das sei kein Problem.

„Schwester, kannst du das Mikrofon ausmachen?“, bittet ein Teppichverkäufer in der Altstadt von Istanbul, bevor er sich zur Wirtschaftslage äußern mag. Wer solle ihm kleinen Mann denn helfen, wenn er eingesperrt werde, fügt er entschuldigend hinzu, wo doch selbst die prominenten Intellektuellen nicht mehr freigelassen würden.

„Wenn ich jetzt zum Beispiel sagen würde, dass Deutschland an unserer Wirtschaftsmisere schuld ist, dann wäre das in Ordnung – das könnte ich ins Mikrofon sagen.“ Die erdrückende Inflation zu beklagen und die Wirtschaftspolitik der türkischen Regierung zu kritisieren, das sei dagegen zu riskant .

Sein Geld reiche hinten und vorne nicht mehr, sagt der Mann, der in einem Teppichgeschäft angestellt ist. Bei 73,5 Prozent liegt die offizielle Inflation in der Türkei mittlerweile, so hoch wie seit 1998 nicht mehr. Regierungsunabhängige Experten und die Opposition werfen der Regierung vor, diese schockierende Zahl sei noch geschönt. Enag, eine Gruppe unabhängiger Wirtschaftswissenschaftler, beziffert die Inflationsrate auf 160 Prozent.

Gestiegene Energiepreise und der Ukraine-Krieg heizen die Inflation auf der ganzen Welt an, doch in der Türkei kommen hausgemachte Probleme hinzu. Nach der gängigen Volkswirtschaftslehre sollte ein Land als Mittel gegen die Inflation die Leitzinsen erhöhen, um das Geld knapper zu machen, doch Präsident Recep Tayyip Erdogan ist anderer Ansicht.

 

Auf seine Anweisung hin hat die türkische Zentralbank die Zinsen mehrmals gesenkt und damit die Inflation und den Wertverlust der Lira beschleunigt. Die türkische Landeswährung hat seit Anfang des vergangenen Jahres die Hälfte ihres Wertes gegenüber dem Euro eingebüßt. Trotzdem will Erdogan die Zinsen weiter senken.

Die Bürger begehren nicht auf

Für Normalbürger geht es um mehr als um Wirtschaftstheorie. Ein Frührentner, der mit umgerechnet 150 Euro im Monat auskommen muss, zählt seine Ausgaben auf: Miete, Wasser, Strom – „da kann ich mir kaum noch was zu essen kaufen“. Der Preis für ein Laib Brot hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Nach einer Schätzung der UN haben 15 Millionen Türken nicht genug zu essen.

Besonders empfindlich ist die Krise auf Wochenmärkten wie dem Sali Pazari im Istanbuler Stadtteil Kadiköy zu spüren, wo Menschen mit geringem Einkommen ihre Lebensmittel, Kleidung und Haushaltsartikel kaufen, während wohlhabende Türken in Einkaufszentren und Supermärkten shoppen wie die Deutschen.

In einer Tiefgarage werden in Kadiköy jeden Dienstag hunderte Stände aufgebaut, an denen alles von Tomaten und Käse bis zu Unterwäsche und Kinderkleidung zu einem Bruchteil der Ladenpreise feilgeboten wird. Selbst dort drehen die Käufer inzwischen jede Lira dreimal um, berichten die Händler.

Auch Benzin, Strom und Gas werden ständig teurer. Der Preisauftrieb hat sich so stark beschleunigt, dass die Entlastung durch eine Erhöhung des Mindestlohnes um 50 Prozent im vorigen Dezember schon verpufft ist. Auf die 4253 Lira des aktuellen Netto-Mindestlohns sind Millionen türkische Arbeitnehmer angewiesen. Im Dezember war die Summe noch 345 Euro wert, heute sind es noch 234 Euro.

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Selbst für kleine Freuden reicht das Geld oft nicht mehr. Käse-Toast ist einer der beliebtesten Snacks der Türken. An jeder Straßenecke ist der „Kasarli Tost“ in kleinen Läden und an Kiosken zu haben. Weil sich viele Türken den Käse nicht mehr leisten können, wird der Käse-Toast inzwischen mancherorts ohne Käse angeboten: Er besteht nur noch aus Toastbrot, Ketchup und einem Stück Paprika.

Trotz der Krise begehren die Bürger nicht gegen die Regierung auf, denn viele haben Angst, wegen kritischer Äußerungen ins Gefängnis zu kommen. Ein Journalist, dessen regierungskritische Straßenumfragen im Internet millionenfach angeklickt werden, berichtet von mehr als hundert Strafverfahren, die gegen ihn selbst und befragte Bürger laufen.

Nur drei Prozent der Türken können mit ihrem Einkommen bequem leben

Anonym erhobene Umfragen lassen erahnen, wie schwer der Alltag für viele geworden ist. Demnach können nur drei Prozent der Türken mit ihrem Einkommen bequem leben. Zwei Drittel der Befragten haben große Schwierigkeiten, mit ihrem Geld bis zum Monatsende auszukommen; die anderen schlagen sich durch, oft mit Hilfe von Verwandten. Andere belasten ihre Kreditkarten immer weiter oder legen sich weitere Kreditkarten zu, um ihre Rechnungen zu bezahlen oder die Schulden bei anderen Kartenanbietern zu begleichen.

Erdogans Regierung schwankt unterdessen zwischen Schönfärberei und Notmaßnahmen. Der Präsident behauptete vor ein paar Tagen, die Türkei habe überhaupt kein Problem mit der Inflation. Es gebe lediglich ein Problem wegen steigender Lebenshaltungskosten, sagte Erdogan. Worin für die Verbraucher der Unterschied bestehen soll, behielt er für sich. Kurz darauf verfügte die Regierung eine Deckelung der Mietpreise, die bis zum nächsten Jahr nur um 25 Prozent erhöht werden dürfen.

 

10 Juni 2022 0 Kommentare
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Kultur

Und nichts bleibt, wie es war – Orhan Pamuk wird 70

von Fremdeninfo 8 Juni 2022
von Fremdeninfo

 

Und nichts bleibt, wie es war – Orhan Pamuk wird 70

Von

dtj-online

–

07.06.2022

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Archivfoto: Der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk während eines Interviews. Im Hintergrund ist die türkische Fahne zu sehen. Foto: Tolga Bozoglu/epa/dpa

Der Schriftsteller Orhan Pamuk wird 70 Jahre alt. Wandel und Veränderung stecken in fast all seinen Arbeiten. Auch für den Nobelpreisträger könnte sich etwas Fundamentales ändern.

Wenn der türkische Autor Orhan Pamuk an diesem Dienstag 70 Jahre alt wird, dann wohl mit einer Gewissheit, dass nichts so bleibt, wie es ist. In einem Interview mit einem US-Museum sagte er einmal: „Hoffe nicht auf Kontinuität. Am Ende wird eh alles weggespült.“ Die Auseinandersetzung mit Wandel und Veränderung steckt in fast allen Arbeiten Pamuks („Schnee“, „Museum der Unschuld“, „Nächte der Pest“). Häufig spielt dabei eine eine große Rolle: seine Heimatstadt Istanbul.

Orhan Pamuk wurde 1952 in der Stadt am Bosporus geboren. Er wächst auf in der Republik Türkei, die zum Zeitpunkt seiner Geburt erst knapp 30 Jahre alt ist. Im gleichen Jahr tritt die Türkei der NATO bei und verstärkt damit ihre Bindungen an den Westen. Er selbst sei in einer verwestlichten Familie aufgewachsen, mit einem liberalen Vater, der immer Poet sein wollte, und einer konservativen Mutter.

Flucht auf die Prinzeninseln

Seine Sommer verbrachte er auf den der Stadt vorgelagerten Inseln (türkisch: Adalar). Von dort aus muss er beobachtet haben können, wie die damals vergleichsweise beschauliche Stadt sich mit einem unglaublichen Baugeschehen in die Landschaft fraß. Mittlerweile wohnen offiziellen Zahlen zufolge 16 Millionen Menschen in Istanbul – und es werden weiter mehr.

Istanbul beschrieb er einmal wie seinen eigenen Körper. Die Entwicklung der Stadt beobachtet er wie ein Chronist. Er nutzt immer neue Formen und Methoden zur Beschreibung. Das sei natürlich, er kenne schließlich keinen besseren Ort, so Pamuk im Interview mit dem Museum. „Meine Bücher ziehen immer weitere Kreise und verschlingen so immer mehr Teile der Stadt.“

Architekturstudium abgebrochen

Dass er Schriftsteller geworden ist und 2006 den Nobelpreis für Literatur verliehen bekommen hat, verdankt Pamuk eigenen Aussagen zufolge „einer Schraube, die locker im Kopf“ saß. Mit Anfang 20 habe er sein Architekturstudium abgebrochen, und auch den Traum, Maler zu werden, für die Schriftstellerei an den Nagel gehängt.

Die Melancholie in seinen Texten, die auch in der Türkei beliebt sind, erklärt Pamuk als natürliches Ergebnis seiner Umgebung. Es habe ihn emotional geprägt, in einer Stadt aufzuwachsen, deren Bauten vom Glanz alter Zeiten zeugen, in der die Menschen aber deutlich ärmer sind als jene in Europa, an das man den Anschluss suche.

Wohnung nicht erdbebensicher

Die Stadt hat Pamuk nicht nur dadurch geprägt, dass zahlreiche Leser wohl gern einmal in die von so starken Kontroversen geprägte Stadt reisen wollen. In ihr steht das Museum der Unschuld zu seinem gleichnamigen, 2008 erschienen Roman. Pamuk selbst lebt seit mehr als 50 Jahren in einem Haus in dem mittlerweile zum Szeneviertel avancierten Cihangir. Vom Balkon dieses Hauses blickt Pamuk auf die Meerenge Bosporus. Eine Sammlung seiner Fotos dieses Ausblicks hat der Literat zur Ausstellung gemacht.

Seine Wohnung muss er womöglich bald verlassen und eine neue Bleibe für sich und seine 20.000 Bücher umfassende Bibliothek suchen. Pamuk soll das Haus auf eigenen Willen einer Prüfung zur Erdbebensicherheit unterzogen haben, mit dem Ergebnis, dass es abgerissen werden muss. Das berichteten mehrere türkische Medien, darunter etwa die Zeitung „Hürriyet“, vergangene Woche.

Kritischer Geist

Dazu, dass sich die Türkei und Istanbul unter den 20 Jahren AKP-Regierung stark verändert hat, hat Pamuk selten geschwiegen. Er kritisierte offen Einschränkungen der Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit, protestierte gegen die Flutung eines des ältesten Siedlungsgebiete der Welt für einen Dammbau und prangerte türkische YouTube- und Twitter-Blockaden an. Nicht zuletzt mit seinem offenen Plädoyer für die Anerkennung der Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord zog er viel Kritik von Landsleuten auf sich.

Sein in diesem Jahr auf Deutsch erschienener Roman „Nächte der Pest“ hat ihm wegen der angeblichen Beleidigung von Staatsgründer Atatürk und der türkischen Flagge eine Anzeige eingebracht. Pamuk hat die Vorwürfe von sich gewiesen. Seine Geschichte sei vielmehr ein Ausdruck von Bewunderung gegenüber der historischen Persönlichkeit Atatürks. In Gefahr fühlt er sich aber nicht, wie er auf einer Literaturmesse in Köln erklärte. Sein Anwalt habe ihm versichert, dass auch das vorbeigehen werde.

dpa/dtj

8 Juni 2022 0 Kommentare
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Türkei: So bereitet sich die Opposition auf die Wahlen vor

von Fremdeninfo 7 Juni 2022
von Fremdeninfo

Türkei: So bereitet sich die Opposition auf die Wahlen vor

Von

dtj-online

–

07.06.2022

 
 
 

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Beide gelten als mögliche Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen: Der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu (Mitte links), und der neben ihm stehende CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu. Doch haben sie auch eine Chance? Foto: Tolga Ildun / Shutterstock

Noch ist unklar, wann genau die nächsten Präsidentschaftswahlen stattfinden. Offiziell ist der Juni 2023 angegeben. Auch von vorgezogenen Wahlen ist aber die Rede. Die Opposition bereitet sich jedenfalls jetzt schon vor und will vor allem gegen mögliche Wahlmanipulation angehen.

Offiziell sind es noch mehr als 365 Tage bis zu den nächsten Präsidentschaftswahlen in der Türkei. Geplant sind die Wahlen für den 18. Juni 2023. Doch glaubt man Politikwissenschaftlern und kritischen Medien in der Türkei, sind vorgezogene Wahlen nicht auszuschließen. Daneben gibt es auch viele weitere Spekulationen, beispielsweise wenn es um die Präsidentschaftskandidat:innen geht.

Zwar ist dieses Szenario sehr unwahrscheinlich und angesichts der Aussagen seiner Sprecher derzeit nicht mehr als ein Gerücht zu sehen, dennoch ist es sogar noch unklar, ob der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdoğan überhaupt nochmal als Präsidentschaftskandidat antritt oder ob er die Kandidatur seinem Verteidigungsminister Hulusi Akar überlässt. Welche Position Erdoğan in so einem Fall im Anschluss einnehmen würde, weiß ebenfalls noch niemand.

Viel spannender ist die Benennung des Kandidatin bzw. der Kandidatin auf Seiten der Opposition. Hier haben sich insgesamt sechs Parteien zusammengeschlossen, um bei den Wahlen gemeinsam gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan anzutreten. Das als „6er-Tisch“ (6’lı Masa) bekannt gewordene Bündnis vereint unter anderem die zweitgrößte türkische Partei CHP, die DEVA-Partei um den ehemaligen Erdoğan-Weggefährten und AKP-Minister Ali Babacan sowie die Iyi-Partei um die nationalistische Meral Akşener.

Wer wird Präsidentschaftskandidat der Opposition?

Wer letztendlich die endgültige Kandidatur übernimmt, ist noch unklar. Türkische Politikjournalisten wie Deniz Zeyrek von der „Sözcü“ glauben zwar fest an die Kandidatur des Vorsitzenden der kemalistischen CHP, Kemal Kılıçdaroğlu. Aber auch Namen wie die des Oberbürgermeisters Mansur Yavaş (Ankara) oder Ekrem İmamoğlu (Istanbul) sind nicht ausgeschlossen. Für die letzteren beiden sprechen die überraschenden Wahlsiege bei den Bürgermeisterwahlen 2019 sowie die in der Bevölkerung angenommene staatsmännische Art, Politik zu betreiben.

Der wenig charismatische Kılıçdaroğlu hingegen hat zwar landesweit einen größeren Bekanntheitsgrad, dennoch glauben viele, dass er gegen Erdoğan keine Chance haben würde, da er in vergangenen Wahlen bereits deutliche Niederlagen einstecken musste. In jedem Fall aber will die Opposition den Fehler von 2014 vermeiden, als der weitgehend unbekannte Kandidat Ekmeleddin İhsanoğlu trotz der damaligen Unterstützung der rechtspopulistischen Partei MHP gegen Erdoğan lediglich 38 Prozent aller Stimmen holen konnte. Jener MHP übrigens, die heute die Seiten gewechselt hat und ein Bündnis mit der AKP eingegangen ist.

Sorge vor Wahlmanipulation

Aber auch auf bürokratisch-organisatorischer Seite bereitet sich die Opposition auf die Wahlen vor. Schon jetzt hat sie einen Maßnahmenplan gegen Wahlmanipulation erarbeitet. Am Montag stellte eine Kommission der Opposition diesen Plan vor. Demnach wolle man ab sofort eigene Mitglieder intensiv auf den Wahlabend vorbereiten, sodass eine mögliche Manipulation rechtzeitig verhindert werden könne. „Wir erarbeiten am 6er-Tisch jede mögliche Maßnahme. Die Wahlen, wann auch immer sie stattfinden sollen, sind für unser Land und unser Volk enorm wichtig“, sagte Şenol Sunat (Iyi-Partei) stellvertretend für alle sechs Parteien. Die Politikerin weiter: „Die Tage, in denen wir das Präsidialsystem, das unser Land nach und nach in den Abgrund führt, hinter uns lassen und zum vom 6er-Tisch gemeinsam vereinbarte verstärkte parlamentarische System übergehen, sind sehr nah.“

Finden vorgezogene Wahlen in der Türkei statt?

Ob die Wahlen vorgezogen werden, bleibt weiterhin nur als Spekulation im Raum. Die Opposition glaubt, dass die Regierung die derzeitige wirtschaftliche Krise im Land nicht überstehen kann und peilt den November an. Der türkische Staatspräsident selbst lehnte das ab. Die Wahlen würden wie geplant im Juni kommenden Jahres stattfinden.

 

 

 

 

 

7 Juni 2022 0 Kommentare
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Aus der Türkei bis nach Deutschland: Großes Schleusernetzwerk aufgedeckt

von Fremdeninfo 6 Juni 2022
von Fremdeninfo

Aus der Türkei bis nach Deutschland: Großes Schleusernetzwerk aufgedeckt

Von

dtj-online

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05.06.2022

 

 

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Mehrere mutmaßliche Drahtzieher des Schleusernetzwerks wurden festgenommen. Foto: Europol

Ermittler haben in mehreren europäischen Ländern insgesamt acht mutmaßliche Drahtzieher großer internationaler Schleusernetzwerke festgenommen – fünf davon durch die Bundespolizei.

Im Zuge der Ermittlungen der Taskforce „Pathfinder“ wurden bisher 126 mutmaßliche Mittäter festgenommen worden, teilten Bundespolizei und Europol am Freitag mit. 19 dieser Festnahmen seien in Deutschland erfolgt. Bei 70 Durchsuchungen in Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen hätten Ermittler Beweismittel und Vermögenswerte von mehr als 600.000 Euro sichergestellt.

Neben den acht festgenommenen Verdächtigen identifizierten die Ermittler sechs weitere mutmaßliche Drahtzieher. Insgesamt sollen deren Netzwerke mindestens 10.000 Menschen, überwiegend syrische und türkische Staatsangehörige, mittels PKW, aber auch per Kleintransporter und LKW, unter teils lebensgefährdenden und unmenschlichen Bedingungen aus der Türkei über die Balkanroute überwiegend nach Österreich und Deutschland sowie andere Länder Westeuropas gebracht haben.

Die kriminellen Organisationen seien wie Reiseunternehmen aufgebaut gewesen – mit Fahrern, Transportfirmen und Unterkünften, die gegen Bezahlung gemeinsam genutzt werden konnten. Ihre Kunden hätten die Täter über soziale Medien geworben, Geld sei über das sogenannte Hawala-Finanzsystem an Banken vorbei geflossen.

dpa/dtj

6 Juni 2022 0 Kommentare
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Erdoğan wegen „Flittchen“-Aussage angezeigt

von Fremdeninfo 5 Juni 2022
von Fremdeninfo

Erdoğan wegen „Flittchen“-Aussage angezeigt

Von

dtj-online

–

03.06.2022

 
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Im Fokus: Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei. Foto: Burhan Özbilici/AP/dpa

Wegen „diskriminierender Sprache“: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist mehrfach angezeigt worden, weil er Teilnehmer der Gezi-Proteste 2013 als „Flittchen“ bezeichnet hatte.

Unter anderem Politiker der oppositionellen CHP und Frauenrechtsorganisationen reichten Strafanzeigen gegen Erdoğan ein, wie sie jeweils auf Twitter mitteilten. Der Vorsitzende der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, riet Erdoğan auf Twitter, künftig lieber den Mund zu halten und erhielt dafür Zustimmung vom berühmten türkischen Pianisten Fazıl Say.

Auch die bekannte Autorin Elif Şafak empörte sich via Twitter über die „diskriminierende Sprache“. Erdoğan hatte am Mittwoch, dem neunten Jahrestag der regierungskritischen Proteste, zu der scharf kritisierten Bezeichnung gegriffen.

Demonstrierende weiter in Haft

Ende Mai 2013 hatten die Gezi-Proteste am Istanbuler Taksim-Platz ihren Ausgang genommen. Sie richteten sich ursprünglich gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Areal des Gezi-Parks am Taksim, arteten danach aber aus.

Die Regierung hatte die Proteste brutal niederschlagen lassen. Zahlreiche Menschen sitzen wegen der Teilnahme an den Demonstrationen noch immer in türkischen Gefängnissen.

dpa/dtj

5 Juni 2022 0 Kommentare
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Allgemein

Erdoğan wegen „Flittchen“-Aussage angezeigt

von Fremdeninfo 5 Juni 2022
von Fremdeninfo

Erdoğan wegen „Flittchen“-Aussage angezeigt

Von

dtj-online

–

03.06.2022

 
 

 
„Türkischer Präsident Erdogan“ width=“696″ height=“464″>
Im Fokus: Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei. Foto: Burhan Özbilici/AP/dpa

Wegen „diskriminierender Sprache“: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist mehrfach angezeigt worden, weil er Teilnehmer der Gezi-Proteste 2013 als „Flittchen“ bezeichnet hatte.

Unter anderem Politiker der oppositionellen CHP und Frauenrechtsorganisationen reichten Strafanzeigen gegen Erdoğan ein, wie sie jeweils auf Twitter mitteilten. Der Vorsitzende der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, riet Erdoğan auf Twitter, künftig lieber den Mund zu halten und erhielt dafür Zustimmung vom berühmten türkischen Pianisten Fazıl Say.

Auch die bekannte Autorin Elif Şafak empörte sich via Twitter über die „diskriminierende Sprache“. Erdoğan hatte am Mittwoch, dem neunten Jahrestag der regierungskritischen Proteste, zu der scharf kritisierten Bezeichnung gegriffen.

Demonstrierende weiter in Haft

Ende Mai 2013 hatten die Gezi-Proteste am Istanbuler Taksim-Platz ihren Ausgang genommen. Sie richteten sich ursprünglich gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Areal des Gezi-Parks am Taksim, arteten danach aber aus.

Die Regierung hatte die Proteste brutal niederschlagen lassen. Zahlreiche Menschen sitzen wegen der Teilnahme an den Demonstrationen noch immer in türkischen Gefängnissen.

dpa/dtj

5 Juni 2022 0 Kommentare
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Türkisch als zweite Fremdsprache nur als Pilotprojekt in Hessen – Nicht hinnehmbar

von Fremdeninfo 1 Juni 2022
von Fremdeninfo

Türkisch als zweite Fremdsprache nur als Pilotprojekt in Hessen – Nicht hinnehmbar!

 

 

 

ATÖFBund der Türkische.Lehrervereine in Deutschland e.V.
Bund der Türkischen Lehrervereine in Deutschland e.V.
Almanya Türk Öğretmen Dernekleri Federasyonu

Türkisch als zweite Fremdsprache nur als
Pilotprojekt in Hessen – Nicht hinnehmbar!
Der Bund der Türkischen Lehrervereine in Deutschland
(ATÖF) ist empört über die Entscheidung der Landes-
regierung, in Hessen Türkisch als zweite Fremdsprache an
zwei Schulen lediglich als Pilotprojekt aufzunehmen.
Der Bund ist erfreut darüber, dass in Hessen die
Mehrsprachigkeit als Potential anerkannt wird und die
Sprachen Arabisch, Chinesisch, Portugiesisch und Polnisch
bereits als 2. und 3. Fremdsprache in den Kanon der
Wahlpflichtfächer aufgenommen wurden. Sie zählen ohne
Auflagen in den Fächerkanon der Schulen.
Türkisch hingegen muss sich in der Pilotphase behaupten,
da es sonst als Unterrichtsfach aufgelöst wird. Das ist nicht
gerecht!
Das Unterrichtsfach Türkisch wurde von Beginn an bei der
Planung des erweiterten Fremdsprachenangebots von der
Landesregierung nicht berücksichtigt. Nun muss sich
Türkisch, während andere Sprachen fest in das
Unterrichtsangebot etabliert wurden, als Fach erst
„beweisen“.
Wir vom ATÖF kritisieren, dass durch diese Entscheidung
die Sprache Türkisch nicht den anderen Sprachen
gleichgestellt wird.
In Hessen leben 350.000 Menschen, die einen
türkischsprachigen Hintergrund haben. Die Entscheidung,
das Unterrichtsfach Türkisch nur an zwei Schulen als
Pilotprojekt anzubieten, ist daher nicht nachvollziehbar.

Wir sind der Meinung, dass jeder Mensch ein Recht auf
seine Muttersprache hat sowie das Recht diese schulisch zu
erlernen.
Der Kampf um den Türkischunterricht dauert seit 20 Jahren
an, trotz erfolgreichen Unterschriftaktionen, die der
Landesregierung überreicht worden sind, Proteste der
Initiativen und der Gewerkschaft, bekommt Türkisch keinen
sicheren Platz in den hessischen Schulen und „darf“ lediglich
ohne Zukunftsaussichten als Pilotprojekt existieren. Das ist
nicht hinnehmbar!
Nach Betrachtung der Auswahlschulen in Kassel und
Lollar, stellen wir als Bund fest, dass sie nicht geeignet sind,
den Bedarf Türkisch als zweite Fremdsprache zu ermitteln.
Die Einführung des Faches Türkisch wird dadurch verzögert.
In anderen Bundesländern, wie z.B. in Hamburg, werden
viele Familiensprachen der Schüler*innen wertgeschätzt und
in der Schule von der 1. Klasse bis zur 13. Klasse
unterrichtet, weil diese als Bereicherung und Beitrag zum
Abbau von Vorurteilen bewertet werden.
Der ATÖF fordert von der hessischen Landesregierung, dass
Türkisch umgehend als flächendeckendes, reguläres
Unterrichtsangebot eingeführt wird – ohne Auflagen!
Wir fordern auch, dass diese diskriminierende Behandlung
gegen Türkisch, immerhin die Sprache der größten
migrantischen Community Deutschlands, aufhört.
Bund der Türkischen Lehrervereine (ATÖF)
Bilge Yörenc (Bundesvorsitzende)
Yücel Tuna (Bundesvorsitzender)

1 Juni 2022 0 Kommentare
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EGMR: U-Haft gegen türkischen Amnesty-Chef war unrechtmäßig

von Fremdeninfo 1 Juni 2022
von Fremdeninfo

EGMR: U-Haft gegen türkischen Amnesty-Chef war unrechtmäßig

Von

dtj-online

–

01.06.2022

 
 
 
 
Zu sehen ist eine Amnesty-Mahnwache für die Freilassung von Taner Kılıç vor der türkischen Botschaft in Berlin. Foto: Stephane Lelarge/Amnesty International

Die mehr als einjährige Untersuchungshaft des ehemaligen Chefs der türkischen Sektion von Amnesty International, Taner Kılıç, war nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte unrechtmäßig.

Es habe keinen begründeten Verdacht gegeben, dass der Menschenrechtler eine Straftat begangen habe, entschied das Gericht mit Sitz in Straßburg nach einer Mitteilung von Dienstag. Zudem sei gegen sein Recht auf freie Meinungsäußerung verstoßen worden. Die Türkei soll Kılıç nun 24.500 Euro Entschädigung zahlen.

Außerdem soll sie von ihm 10.000 Euro Kosten übernehmen (Nummer 208/18). Kılıç war im Juni 2017 festgenommen worden. Die Untersuchungshaft wurde bis Mitte August 2018 mehrfach verlängert. Hintergrund der Festnahme waren Ermittlungen gegen mutmaßliche Mitglieder der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen.

Säuberungen gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger

Die türkische Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden Predigers für den Putschversuch verantwortlich. Als Beweise gaben die Behörden an, Kılıç habe bestimmte Publikationen abonniert und mit verschlüsselten Nachrichten gearbeitet. Auch die Bank sowie die Schule, auf die er seine Kinder schickte, sahen die Behörden als Beweise.

Der Gerichtshof erachtete dies als nicht ausreichend. Die türkische Regierung war nach dem Putschversuch mit Säuberungen gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger vorgegangen, aber auch gegen Oppositionelle. Per Dekret wurden Zehntausende Staatsbedienstete entlassen und Zehntausende Menschen verhaftet. Einige von ihnen kamen anschließend wieder frei, doch mit den Folgen haben viele noch bis heute zu kämpfen, da sie gesellschaftlich geächtet wurden und größtenteils isoliert sind.

Türkei an Urteile aus Straßburg gebunden

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat. Gemeinsam setzen sich die von der Europäischen Union unabhängigen Organe für den Schutz der Menschenrechte in den 46 Mitgliedstaaten ein. Als Mitglied des Europarats ist die Türkei eigentlich an die Urteile aus Straßburg gebunden.

dpa/dtj

 
1 Juni 2022 0 Kommentare
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Was hinter den türkischen Plänen zur Syrien-Offensive steckt

von Fremdeninfo 31 Mai 2022
von Fremdeninfo

Was hinter den türkischen Plänen zur Syrien-Offensive steckt

Von

dtj-online

–

29.05.2022

 
 
 
 
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Archivfoto: Die Kontrolle weiterer Gebiete in Syrien will Präsident Erdoğan auch für die Rückführung einiger Syrer nutzen. Foto: TC Milli Savunma Bakanlığı

Die Türkei steht vor einer neuen Militäroffensive im Bürgerkriegsland Syrien. Ziel ist wohl die Kurdenmiliz YPG, die Ankara auch im Konflikt um die NATO-Norderweiterung ein Dorn im Auge ist. Was hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor?

Immer wieder hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine neue Militäroffensive im Nachbarland Syrien angekündigt. Nun scheint Ankara die Drohung wahr zu machen. Ziel ist wohl – wie in ähnlichen Militäreinsätzen zuvor –, Kurdenmilizen zurückzudrängen. Warum jetzt – während in der Ukraine ein russischer Angriffskrieg tobt und das NATO-Mitglied Türkei mit dem Verteidigungsbündnis über eine Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands streitet? Ein Überblick:

Welche Interessen hat die Türkei in Nordsyrien?

Die Türkei unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Rebellengruppen. Der syrische Präsident Baschar al-Assad wird wiederum von Russland unterstützt. In Nordsyrien hat die Türkei seit 2016 bereits mehrere Militäroffensiven durchgeführt und hält dort Grenzgebiete besetzt. Hauptziel war dabei, neben dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), auch die syrische Kurdenmiliz YPG von der Grenze zurückzudrängen, die Ankara als Bedrohung sieht. Das ist der Türkei teilweise gelungen: Zurzeit kontrolliert türkisches Militär mit der Unterstützung von Rebellen das Gebiet westlich des Flusses Euphrat um die Orte Afrin und Dscharablus sowie östlich des Flusses ein Gebiet zwischen den Grenzstädten Tal Abiad und Ras al-Ain.

Die von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten große Gebiete auch an der Grenze zur Türkei unter ihrer Kontrolle. Die Kurden errichteten ab 2012 eine Selbstverwaltung (Rojava). Inzwischen ist das von den Kurden kontrollierte Gebiet an der türkischen Grenze zusammengeschrumpft: Die Milizen halten dort zurzeit das Gebiet um Kobane und das Grenzgebiet im Nordosten. Erdoğan ist ein autonomes Kurdengebiet ein Dorn im Auge. Er fürchtet, dass ein solches Modell den Wunsch nach Autonomie der kurdischen Minderheit in der Türkei befeuern könnte.

Streitpunkt YPG: Welche Rolle spielt die Kurdenmiliz?

Die Türkei setzt die YPG mit der PKK gleich. Die PKK ist seit den 1980er-Jahren für zahlreiche Anschläge in der Türkei verantwortlich und zählt auch in den USA und Europa als Terrororganisation. Die Türkei bekämpft die PKK nicht nur im eigenen Land, sondern auch im Nordirak, wo diese in den Kandil-Bergen ihr Hauptquartier hat. Ankara verlangt vom Westen, auch die YPG auf die Terrorliste zu setzen. Allerdings ist die YPG ein enger Verbündeter der USA in Syrien, etwa im Kampf gegen den IS. So hatte die YPG im Jahr 2014 einen Angriff des IS auf den syrisch-kurdischen Ort Kobane zurückgedrängt.

Was hat die Türkei nun vor?

Die Türkei wird ihre Offensive voraussichtlich auf das Gebiet östlich des Euphrats konzentrieren. Regierungsnahe Medien schrieben etwa, dass das türkische Militär die Kurdenmilizen weiter zurückdrängen und damit zwei Gebiete unter türkischer Kontrolle miteinander verbinden wolle. Erdoğan hat bereits deutlich gemacht, was er vorhat: Er will bis zu 30 Kilometer tief in syrisches Gebiet vordringen. Ziel ist eine von der Türkei als solche bezeichnete „Sicherheitszone“. Man habe „kein Auge auf das Territorium irgendeines Landes“ geworfen und werde das auch nie tun. Der Präsident wirft der YPG vor, die Türkei aus Syrien heraus zu attackieren. Die Kurdenmilizen weisen das zurück und werfen der Türkei „Provokation“ vor, um einen Angriff zu rechtfertigen.

Was hat es mit dieser Zone auf sich?

Die Idee ist nicht neu. Bereits bei einem Militäreinsatz gegen die YPG in Nordsyrien 2019 wollte die Türkei entlang ihrer Grenze eine Zone schaffen, aus der sich alle Kurdenmilizen zurückziehen sollen. Aus Sicht der Türkei soll sich diese rund 30 Kilometer tiefe Zone vom Euphrat-Fluss aus ostwärts über mehr als 400 Kilometer bis an die irakische Grenze erstrecken. Damals war die Offensive der Türkei, die international kritisiert wurde, durch Abkommen mit den USA und Russland gestoppt worden. Vereinbart wurde, dass sich YPG-Kämpfer aus den Grenzgebieten zurückziehen müssten. Unklar blieb jedoch, um welche Gebiete es sich genau handelte.

Die Türkei will die Zone auch nutzen, um Syrer dorthin umzusiedeln. Rund 3,7 Millionen syrische Flüchtlinge leben in der Türkei. Weil sich die Stimmung im Land gegenüber Flüchtlingen deutlich verschlechtert hat, steht Erdoğan auch innenpolitisch unter Druck. Er hat mehrmals gesagt, dass er Syrer – auf freiwilliger Basis – zurückschicken, aber sich auch immer für sie einsetzen wolle.

Was hat der geplante Militäreinsatz mit der NATO-Norderweiterung zu tun?

Auch im Streit um die NATO-Norderweiterung spielt die YPG eine Rolle. Die Türkei wirft Schweden vor, die Kurdenmiliz zu unterstützen. Die Regierung ins Stockholm weist das zurück. Nach Ansicht von Experten dürfe die Entscheidung für den Militäreinsatz nicht aus Zufall gerade jetzt bevorstehen. Erdoğan sehe seine Chance, weil Russland – ein wichtiger Akteur in Syrien – gerade mit dem Angriffskrieg in der Ukraine gebunden sei, sagt Salim Çevik vom Centrum für Türkeistudien (Cats) in Berlin. Andererseits benutze er seine „Veto-Karte“ in der NATO, um die USA in Syrien zu Zugeständnissen zu bewegen.

Wie werden die geplante Syrien-Offensive und die Haltung zur NATO-Norderweiterung innenpolitisch wahrgenommen?

Erdoğan, dessen Umfragewerte ein Jahr vor der Wahl sinken, dürfte sich auch innenpolitisch etwas Auftrieb erhoffen. In der Vergangenheit hatten Operationen in Syrien dem Präsidenten immer einen Zustimmungszuwachs gebracht. Dass die YPG und die PKK eine reale Bedrohung sind, ist in weiten Teilen der türkischen Gesellschaft unumstritten. Auch mit Querschüssen in der NATO dürfte der Präsident punkten. Fast die Hälfte der türkischen Bevölkerung macht das Verteidigungsbündnis laut einer Umfrage für den Krieg in der Ukraine verantwortlich. Der Auftritt als starker Anführer, der dem Westen die Stirn bietet, kommt beim heimischen Publikum gut an. Tatsächlich sind seine Umfragewerte in den letzten Tagen auch leicht gestiegen.

dpa/dtj

 

31 Mai 2022 0 Kommentare
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Frauen

Human Rights Watch: So versagt die Türkei beim Schutz von Frauen

von Fremdeninfo 28 Mai 2022
von Fremdeninfo

Human Rights Watch: So versagt die Türkei beim Schutz von Frauen

Von

dtj-online

–

27.05.2022

 
 
 
 
Die Türkei wurde zuletzt vom Tode Cansu Aydoğdus erschüttert. Sie wurde in Anwesenheit ihres fünfjährigen Sohnes von ihrem Mann getötet. Foto: İzmir Kadın Meclisi

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den türkischen Behörden Versäumnisse beim Schutz von Frauen vor Gewalt vorgeworfen. Zwar reagierten Polizei und Gerichte auf Beschwerden von Frauen, versäumten es aber, Anordnungen wie einstweilige Verfügungen durchzusetzen.

„Die mangelnde Durchsetzung hat dazu geführt, dass Frauen auf dem Radar der Behörden von ihren Peinigern getötet wurden oder über Jahre hinweg immer wieder Gewalt ausgesetzt waren“, sagte die Türkei-Vertreterin der Organisation, Emma Sinclair-Webb, am Donnerstag.

In einem Bericht dokumentierte Human Rights Watch 18 Fälle von häuslicher Gewalt. In sechs Fällen wurden Frauen demnach trotz gerichtlicher Anordnung zu ihrem Schutz von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. So beschreibt die Organisation den Fall einer 38-jährigen Mutter von drei Kindern.

Türkei soll Istanbul-Konvention beitreten

Sie sei im Juni 2021 vor ihrem Haus im zentralanatolischen Aksaray von ihrem Ehemann erschossen worden. Die Frau habe sich von ihrem Mann scheiden wollen, sei aber von ihm bedroht und belästigt worden. Gerichte hätten vor dem Mord viermal angeordnet, dass sich der Ehemann von seiner Frau fernzuhalten habe.

HRW forderte die Türkei zudem dazu auf, wieder der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen beizutreten. Die Türkei war auf Betreiben von Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor fast einem Jahr aus dem internationalen Abkommen ausgetreten – das hatte im Land selbst und weltweit für Empörung gesorgt.

dpa/dtj

28 Mai 2022 0 Kommentare
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