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Generalbundesanwalt Peter Frank in Ankara: Worum ging es?

von Fremdeninfo 20 Juli 2022
von Fremdeninfo

Generalbundesanwalt Peter Frank in Ankara: Worum ging es?

Von

dtj-online

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18.07.2022

 
 
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Generalbundesanwalt Peter Frank (l.) besuchte vor wenigen Tagen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan. Rechts im Bild: Bekir Şahin. Quelle: tccb.gov.tr

Jetzt noch Last Minute drei Tage am Meer von Antalya pure Erholung sichern! So in etwa locken viele Reiseveranstalter derzeit Tourist:innen an die türkischen Küsten. Gastfreundschaft, gutes Essen und fantastische Strände kann das Land wahrlich bieten.

Zwar nicht in einem Last-Minute-Urlaub, aber auf Einladung des türkischen Generalstaatsanwalts Bekir Şahin verbrachte dessen deutscher Amtskollege Peter Frank drei Tage in der Türkei. Dort traf er unter anderem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Laut Angaben der Frankfurter Rundschau habe man die Visite des Generalbundesanwalts eher diskret halten wollen. Während die deutsche Öffentlichkeit nichts von der Reise erfuhr, berichteten türkische Medien, vor allem regierungsnahe, recht ausführlich.

Yeni Şafak und Co. frohlocken

Fuat Uğur von der Zeitung „Türkiye“ gilt als einer der bekanntesten Kolumnisten mit einer Pro-Erdoğan-Haltung. In seinem Beitrag am 12. Juli schrieb Uğur, dass der Besuch von Peter Frank zwischen dem 5. und 7. Juli in der Türkei ein ganz klares Signal sei. „Derartige Entwicklungen sind eigentlich ein Zeichen. Als die Türkei beim Eintrittsverfahren von Finnland und Schweden in die NATO ihr Veto-Recht nutzte, sorgte Erdoğan dafür, dass die FETÖ in den Berichten der NATO als Terrororganisation Erwähnung fand. Was glaubt ihr, was der Empfang des deutschen Generalstaatsanwalts durch Erdoğan zu bedeuten hat? Wenn man in Betracht zieht, dass die meisten FETÖ-Leute in Deutschland sind, kann man davon ausgehen, dass diese in Kürze überrascht werden dürften. Wir sind gespannt.“

Türkei am längeren Hebel

In der Tat sitzt die Türkei auf internationalem Parkett am längeren Hebel. Zu viel ist in den vergangenen Jahren aus Sicht Europas aus dem Ruder gelaufen. Die geopolitische Bedeutung der Türkei hat noch weiter zugenommen. Heute kann Präsident Erdoğan an den Westen Forderungen stellen, die auch erfüllt werden. Das jüngste Beispiel ist die Kooperationsankündigung Finnlands und Schwedens in Sachen Terrorbekämpfung. Geplant sei eine Überführung von Dutzenden vermeintlichen Terroristen. Die Türkei ließ verkünden, dass Schweden 73 Personen ausliefern werde. Dementiert wurde dies durch die schwedische Regierung bislang nicht.

Gab es seitens Peter Frank Zugeständnisse?

Anfragen von IPPEN.MEDIA und der Frankfurter Rundschau wurden bislang durch das Büro des Generalbundesanwalts ignoriert. Echte Aufklärung sieht anders aus. Bislang gibt es keine offiziellen Informationen zu den Hintergründen der Reise, die die deutsche Öffentlichkeit interessieren dürfte. Zwar seien einem Bericht der „Legal Tribune Online“ zufolge keinerlei Zugeständnisse gemacht worden. Laut einer Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft sei mit Vertretern der türkischen Justiz über „unter anderem die Aufgaben und Arbeit der jeweiligen Strafjustiz“ gesprochen worden, hieß es bei rf-news. Doch das Bild für die Öffentlichkeit mit dem deutschen Generalbundesanwalt dürfte als solches bereits ein willkommenes Geschenk für Erdoğan sein. Denn die regierungsnahen Medien der Türkei schlachten den Besuch bereits maximal aus. Neben Fuat Uğur schrieben auch „Yeni Şafak“ sowie „SABAH“ über den renommierten Gast.

Neue Liste mit 406 Personen

Angesichts der jüngsten Entwicklung rund um den möglichen NATO-Beitritt von Finnland und Schweden wird die türkische Seite wie es aussieht mindestens einen Versuch wagen, mehrere Personen ausliefern zu lassen. Bereits 2018 hieß es, die Türkei habe der Bundesregierung eine Liste mit 138 Personen übergeben. Nach Lesart der Erdoğan-Regierung allesamt Terroristen. Doch die Regierung der Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel erwiderte dieses Ersuchen nie. Nun berichtet „Yeni Şafak“, die Türkei habe 129 Auslieferungsanträge an die Bundesregierung gestellt. EU-weit umfasse diese Liste 406 Personen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Journalist:innen, Gülen-Anhänger:innen sowie Kurd:innen.

20 Juli 2022 0 Kommentare
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Information

Schach-Geheimnisse: Was es mit dem „Türken“ und der „verrückten Dame“ auf sich hat

von Fremdeninfo 20 Juli 2022
von Fremdeninfo

Schach-Geheimnisse: Was es mit dem „Türken“ und der „verrückten Dame“ auf sich hat

Von

dtj-online

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19.07.2022

 
 
 
 

 
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Paderborn: In einem Kostüm aus dem achtzehnten Jahrhundert sitzt ein Schauspieler in der Rolle des Anton, Diener des Erfinders Wolfgang von Kempelen, neben einem Nachbau des ersten „Schachcomputers“ aus dem Jahr 1769, der im Heinz Nixdorf Museums Forum (HNF) zu sehen ist. Der so genannte Schachtürke gilt als technisches Meisterwerk, obwohl die orientalische Puppe von einem versteckten Menschen dank Hebel und Magnettechnik bedient wurde. Foto: Oliver Krato/dpa

Schach stammt vom persischen Wort Schah ab, auf Deutsch: König. Kurios ist: Im „Spiel der Könige“ gab es zuerst keine und später eine verrückte Dame. Was das mit einem Türken zu tun hat, lesen Sie hier.

Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht: Beim Schach sind die Regeln zwar schnell erlernt, doch es gibt unzählige Spielverläufe. Im Kern geht es darum, Figuren mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf dem Spielfeld mit 64 Feldern so zu bewegen, dass der Gegner schachmatt gesetzt wird. Das bedeutet: Der gegnerische König hat schließlich keine Chance mehr, zu entkommen. Das Spiel hat dabei eine Geschichte voller Kuriositäten und feiert am 20. Juli den Weltschachtag.

Die Geburtsstunde

Beim Ur-Schach waren die Regeln noch etwas anders, dabei bleibt der genaue Ursprung unklar. Es gibt Stimmen, die die Herkunft in China verorten. Die klassische Schachforschung, wie das 1913 veröffentlichte „A History of Chess“, geht jedoch von Indien als Geburtsort aus. Spätestens seit 600 nach Christus soll dort das dem heutigen Schach ähnliche „Chaturanga“ gespielt worden sein. Der Legende nach brachten es Gesandte dann an den persischen Hof, wo es als „Schatrandsch“ adaptiert wurde. Daher kommt auch die türkische Bezeichnung „Satranç“.

Dabei standen sich wie heute auf einem Brett mit 64 Feldern auf jeder Seite 16 Figuren gegenüber: Es gab Soldaten (heute Bauern), Pferde (Springer), Elefanten (schwächere Läufer), Streitwagen (Türme), einen Berater (viel schwächere Dame) und den Schah (König). Interessant: Das Spiel endete auch, wenn alle Figuren geschlagen waren und nur noch der Schah übrig blieb.

Die verrückte Dame

In der indischen und persischen Vorlage gab es keine weibliche Spielfigur, sondern einen Berater des Königs, dessen Bewegungen limitiert waren. Er konnte wie der heutige Läufer nur diagonal ziehen – und das aber nur ein Feld weit. Um das Spiel populärer zu machen und zu beschleunigen, wurden die Regeln Ende des 15. Jahrhunderts entscheidend verändert.

Der Bauer durfte ab jetzt beim ersten Zug zwei Felder ziehen (bisher nur eins), der Läufer diagonal beliebig weit (bisher sprang er zwei Felder weit) und die Dame sogar in alle Richtungen so weit wie möglich (zuvor nur ein Feld diagonal).

Bei dieser Geburt des modernen Schachs wurde die einzige weibliche Rolle im Spiel zu einer Kombination aus Läufer und Turm und damit zur mächtigsten Figur auf dem Brett. Das älteste Dokument dazu ist das katalanische Schachgedicht „Scachs d’amor“, das im spanischen Valencia vermutlich zwischen 1470 und 1490 entstand. Weil die Dame so mächtig wurde, nannten die Franzosen die neue Version „Le jeu de la dame enragée“ (Deutsch: Das Spiel der verrückten Dame).

Die Staunton-Figuren

Wenn wir heute an Schachfiguren denken, haben wir ein bestimmtes Bild im Kopf, das seinen Ursprung in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat. Bis dahin gab es viele verschiedene Schachfiguren, die oft teuer und wegen Verzierungen teilweise instabil waren und deshalb umkippten.

Es war also Zeit für einen Standard, der zwar nach dem damaligen Schachgenie Howard Staunton benannt ist, aber hinter dem zwei andere Personen stecken. Obwohl unklar ist, wer von beiden die Figuren genau entworfen hat, lautet eine gängige Annahme: Der britische Journalist Nathaniel Cooke sorgte für das Design und sein Schwager John Jaques, der mit Elfenbeinprodukten handelte, sicherte sich die Rechte und übernahm Produktion und Vertrieb.

Belegt ist, dass Cooke den Figurensatz am 1. März 1849 als Patent anmeldete. Der Kontakt zum Namensgeber der Figuren kam zustande, weil Cooke Herausgeber des Wochenmagazins „The Illustrated London News“ war, in der Staunton als bester Schachspieler dieser Zeit eine Kolumne schrieb. Die Staunton-Figuren wurden ein großer Erfolg – die Formel dazu: ein klassisches, einfaches Design im neoklassizistischen Stil, mit dem antiken Rom und Griechenland als Vorbild, kombiniert mit niedrigen Kosten und Robustheit.

Der Türke

Schon lange vor der Erfindung von Computern versetzte eine vermeintliche Maschine die Schach-Welt in Erstaunen. Der Ungar Wolfgang von Kempelen entwickelte seinen „Schachtürken“ ursprünglich, um im Frühjahr 1770 eine österreichische Kaiserin zu beeindrucken.

Wer davor stand, sah eine dem Menschen nachempfundene Puppe hinter einem Schachbrett. Darunter gab es Schränke, die geöffnet werden konnten. Darin befanden sich unzählige Zahnräder, die angeblich dazu dienten, die Züge der Maschine zu berechnen.

Über Jahrzehnte schlug der „Schachtürke“ fast alle Herausforderer und begeisterte das Publikum auf Tourneen durch Europa und Amerika. Unter den Gegnern waren berühmte Staatsmänner wie Napoleon Bonaparte und Benjamin Franklin. Das Ganze entpuppte sich allerdings als Schwindel. Die Maschine wurde nämlich von einem versteckten Schachspieler gesteuert, der die Figuren mit Magneten bewegte.

dpa/dtj

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20 Juli 2022 0 Kommentare
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Istanbul-Plan für Getreideexporte: Özdemir und Baerbock skeptisch

von Fremdeninfo 18 Juli 2022
von Fremdeninfo

Istanbul-Plan für Getreideexporte: Özdemir und Baerbock skeptisch

Von

dtj-online

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17.07.2022

 
 
 
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Melitopol: Ein Arbeiter reinigt Getreide, nachdem die Ernte in einem Getreidesilo entladen wurde. Im Bezirk Melitopol in der Region Saporischschja wurden etwa 300.000 Tonnen Getreide geerntet. Russland hat kurz nach Beginn der Militäroperation in der Ukraine die Kontrolle über einen Teil der Region Saporischschja übernommen. Dieses Foto wurde während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommen. Foto: Uncredited/AP/dpa

Trotz der Fortschritte in den Gesprächen über Getreideexporte aus der Ukraine bleiben Außenministerin Annalena Baerbock und Agrarminister Cem Özdemir skeptisch, ob die russische Blockade wirklich beendet werden kann.

Nach der Annäherung im Streit über Getreideexporte aus der Ukraine hat Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) vor zu viel Euphorie gewarnt. Solange Wladimir Putin in Russland an der Macht sei, gebe es keine Sicherheit am Schwarzen Meer, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Eberstadt (Kreis Heilbronn) beim Besuch des Hofs von Joachim Rukwied, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes.

Auch die Außenministerin wartet erstmal ab. Es gebe zwar „erste hoffnungsvolle Signale“, aber es sei „zu früh für Erleichterung“, sagte die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock am Freitag bei einem Besuch in Rumänien. „Denn erst wenn das erste Schiff Odessa sicher verlassen hat, werden wir wissen, ob die Zusagen belastbar sind.“

Baerbock für EU-Koordination

Baerbock sprach sich auch für eine stärkere Steuerung der Getreide-Exporte aus der Ukraine durch die EU aus. Sie unterstütze Überlegungen der EU-Kommission, dafür einen zentralen Koordinator einzusetzen, sagte die Politikerin in Constanta, über dessen Hafen ukrainisches Getreide ausgeführt wird. Man sollte darüber nachdenken, „ob man nicht das Getreide komplett aufkaufen sollte, um das dann logistisch viel schneller verteilen zu können“.

Bei den Gesprächen zwischen Vertretern der Vereinten Nationen, der Ukraine, Russlands und der Türkei in Istanbul war es am Mittwoch zu einem ersten Durchbruch gekommen. Es sei ein „entscheidender Schritt“ in Richtung einer Lösung vorgenommen worden, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Es sei aber noch „technische Arbeit“ notwendig, damit die Fortschritte auch zum Ziel führen.

dpa/dtj

18 Juli 2022 0 Kommentare
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Mindestens 27 Bundesbürger können die Türkei derzeit nicht verlassen

von Fremdeninfo 18 Juli 2022
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Mindestens 27 Bundesbürger können die Türkei derzeit nicht verlassen

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17.07.2022

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Symbolfoto: Reisende warten an einem Check-in auf ihren Abflug. Foto: Patrick Pleul/dpa

 Mindestens 27 deutsche Staatsbürger können die Türkei aufgrund von Ausreisesperren derzeit nicht verlassen.

2022 ist bereits mindestens vier Bundesbürgern die Einreise in die Türkei verweigert worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sevim Dağdelen hervor. Die Hintergründe der Sperren gingen nicht aus der Antwort hervor. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes saßen zudem Anfang Juni dieses Jahres 55 Bundesbürger in türkischer Haft.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat zudem von Januar bis Anfang Juli bereits 214 Interpol-Fahndungsersuche der Türkei bearbeitet, 204 waren Ersuche zur Festnahme, hieß es in der Antwort. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 321 türkische Anfragen. Zu welchem Ergebnis die Bearbeitungen kamen, ging aus der Antwort nicht hervor.

Dağdelen, Obfrau im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, nannte die Zahl der Verhaftungsbegehren „höchst alarmierend“. „Gerade auch vor dem Hintergrund des finsteren Auslieferungsdeals mit der Türkei als Gegengeschäft zu einem NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands.“

Die Türkei hatte über mehrere Wochen die Aufnahme beider Länder in das westliche Verteidigungsbündnis wegen Unterstützung von tatsächlichen oder vermeintlichen Terroristen blockiert, bis sie auf Forderungen Ankaras einzugehen versprachen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan will den Beitritt dem Parlament zur Ratifizierung nur vorzulegen, wenn die Länder Wort halten. Nach Erdoğans Worten hat Schweden zugesichert, mehr als 70 „Terroristen“ auszuliefern. In der Türkei wird der Begriff seit einigen Jahren sehr weit gefasst und trifft vor allem Personen, die nicht auf Regierungslinie sind.

dpa/dtj

z

18 Juli 2022 0 Kommentare
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Religion

Forscher rätseln weiter: Wie konnte der Islam so schnell so stark werden?

von Fremdeninfo 16 Juli 2022
von Fremdeninfo

Forscher rätseln weiter: Wie konnte der Islam so schnell so stark werden?

Von

dtj-online

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16.07.2022

 
 

 
Archivfoto: Ein muslimischer Pilger betet während der Hadsch-Pilgerfahrt auf den Ebenen des Berges Arafat, der auch als Jabal al-Rahma (Berg der Barmherzigkeit) bekannt ist. Foto: -/Saudi Press Agency/dpa

Vor 1400 Jahren zog der Prophet von Mekka nach Medina – ein Wendepunkt in der Geschichte des Islam. Eine Studie der Uni Basel sieht Belege, dass auch Trockenheit eine wichtige Rolle bei dessen Ausbreitung spielte.

Die Botschaft Muhammads sollte die Welt verändern – aber am Anfang zuckten viele seiner Zuhörer in Mekka mit den Schultern. Was der Prophet Anfang des 7. Jahrhunderts an göttlichen Offenbarungen verkündete, klang in ihren Ohren nicht nur wenig überzeugend, sondern schien auch den Einfluss der Stadt als wichtigen kultischen Ort, wo unterschiedliche Götter verehrt wurden, in Frage zu stellen. Anhänger fand der Prophet so nur wenige.

1400 Jahre ist es in diesen Tagen her, dass er eine weitreichende Entscheidung fällte: Im Jahr 622 zog Muhammad mit etwa 70 Anhängern von Mekka nach Medina, wohin er als Schlichter eingeladen gewesen sein soll. Die Hidschra, der Auszug, war ein Wendepunkt in der frühen islamischen Geschichte und markierte auch den Beginn der islamischen Zeitrechnung. In Medina fand Muhammeds Botschaft von dem einen und einzigen Gott mehr Beifall. Von hier aus verbreitete sie sich in den nächsten Jahrzehnten bis in weit entfernte Landstriche.

Wasser als Machtinstrument

Generationen von Historikern haben gerätselt, warum der Islam damals so erfolgreich sein konnte. Ein Forscherteam hat dazu nun im Fachmagazin „Science“ eine Studie der Uni Basel vorgelegt. Ihr zufolge könnten Dürren infolge von Klimaveränderungen eine wichtige Rolle gespielt haben, um günstige Bedingungen für die Ausbreitung monotheistischer Religionen und damit auch des Islam zu schaffen.

Die Wissenschaftler blicken dafür auf das Königreich Himyar, das mehr als 200 Jahre die bestimmende Macht im Süden der Arabischen Halbinsel war, in etwa auf dem heutigen Staatsgebiet des Jemen. Die Himyariten unterhielten unter anderem große Bewässerungssysteme, zu denen Dämme und Terrassenfelder zählten, wie es in der Studie heißt. So betrieben sie erfolgreich Landwirtschaft, worauf ihre wirtschaftliche Kraft und damit auch ihre Macht beruhte. Doch im 6. Jahrhundert n. Chr. erlebte das Königreich einen Niedergang.

Neue Religion gab den Menschen Hoffnung

Die Studie vertritt die These, Dürren in Folge von Klimaveränderungen hätten die Widerstandsfähigkeit des altsüdarabischen Reiches untergraben. Der „abrupte und anhaltende Rückgang der Niederschläge“ müsse ein erheblicher Stressfaktor gewesen sein. Himyars Niedergang wiederum sei ein wesentliches Element sozioökonomischer, politischer, aber auch religiöser Transformationen gewesen, die den Rahmen für die Entstehung des Islam gebildet hätten. „Die Bevölkerung war durch Hunger und Krieg in großer Not“, sagt Dominik Fleitmann, Leiter der Studie. Der Islam sei auf fruchtbaren Boden gestoßen. Die Menschen hätten neue Hoffnung gesucht: „Die neue Religion bot dies.“

Für ihre Untersuchung kombinierten die Autoren unter anderem historische Daten mit der Auswertung eines Stalagmiten im Oman, der Aufschluss über die hydroklimatischen Bedingungen „dieser kritischen Periode“ gebe. Sie kommen so zu dem Ergebnis, dass es in der Region „die schwersten Dürreperioden“ in den ersten drei Jahrzehnten des 6. Jahrhunderts gegeben habe – also in etwa in der Zeit, in der der Niedergang des Himyar-Königreiches seinen Anfang nahm.

„Das ist alles nicht falsch, es ist aber auch nicht alles“

Die Autoren sind nicht die ersten Wissenschaftler, die die damaligen klimatischen Bedingungen in Betracht ziehen. „Der Umstand, dass die Kaltphase des 6. Jahrhunderts mit Trockenheit auf der arabischen Halbinsel einherging, wird seit über hundert Jahren in der Erforschung des frühen Islams als ein Faktor diskutiert“, sagt Lutz Berger, Professor für Islamwissenschaft an der Uni Kiel.

Die Ergebnisse der Studie sind für ihn nicht überraschend: Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass Gesellschaften in sensiblen Ökosystemen wie die auf der arabischen Halbinsel von klimatischem Stress besonders berührt seien.

Überbewerten will er die Studie trotzdem nicht. „Natürlich hätte es ein Prophet aus Mekka schwerer gehabt, die Halbinsel unter seiner Ägide zu einen, hätte die Herrschaft der Altsüdaraber fortgedauert“, sagt er. Ob Muhammads Erfolg aber auch in diesem Fall „gänzlich unmöglich gewesen wäre“, müsse jedoch dahingestellt bleiben. Bergers Fazit: „Das ist alles nicht falsch, es ist aber auch nicht alles.“

Arabische Heere profitierten von römischem Rückzug

Der Erfolg der islamischen Botschaft lässt sich letztlich nur aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren erklären. Die damals vorherrschenden Großreiche der Römer und der persischen Sassaniden waren nach ihrem langen Krieg gegeneinander – nicht zuletzt wirtschaftlich – ausgelaugt. Die Ressourcen für einen neuen großen Krieg fehlten, als die muslimischen Heere von der Halbinsel zu Feldzügen aufbrachen und unter Muhammads Nachfolgern ein großes Reich errichteten. Auch die Loyalität ihrer Untertanen sei erschüttert gewesen, schreibt Berger in seinem Buch „Die Entstehung des Islam“.

Den militärischen Erfolg der muslimischen Heere erklärt er zudem unter anderem mit „überlegener Motivation und Organisation“. Als die Römer aus Syrien abzogen, hatten die Muslime leichtes Spiel: „Denn die Bewohner der Städte im Landesinnern öffneten den Eroberern ihre Tore und feierten die Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit.“

dpa/dtj

16 Juli 2022 0 Kommentare
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Ein Jahr und neun Monate Haft für mutmaßlichen türkischen Spion

von Fremdeninfo 15 Juli 2022
von Fremdeninfo

Mutmaßlicher türkischer Spion gesteht vor Gericht

21/06/2022 16:14

Düsseldorf (dpa) – Ein mutmaßlicher Agent türkischer Geheimdienste hat am Düsseldorfer Oberlandesgericht ein Geständnis abgelegt. „Ich räume die Vorwürfe der Anklage ein“, sagte der 41-Jährige am Dienstag in Düsseldorf beim Prozessauftakt. Er habe sich türkischen Geheimdiensten als Informant angedient.Dem Geständnis war eine Absprache mit dem Gericht voran gegangen. Der Senat hatte dem Mann im Gegenzug für das Geständnis eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren zugesagt.Der Angeklagte berichtete, er habe in Ankara ein florierendes Hotel gekauft, sei dann aber von den Verkäufern unter Druck gesetzt worden. Immer wieder hätten sie ihm die Polizei auf den Hals gehetzt und ihn gezwungen, das Hotel wieder zu verkaufen. Dabei warte er immer noch auf das Geld.Von einer Betrugsanzeige habe ihm sein Anwalt abgeraten: Er sei an Leute mit Macht und Einfluss geraten. Dies habe in ihm die Erkenntnis und den Wunsch reifen lassen: „In der Türkei muss man Macht und Vitamin B haben, sonst geht gar nichts. Ich möchte zum Geheimdienst.“Deswegen habe er sich zwei Geheimdiensten als Informant angedient. Den Ex-Verlobten seiner Freundin habe er, als dieser Ärger gemacht habe, als PKK-Mann denunziert. Er habe auch Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung gesammelt, diese aber nicht weitergegeben. „Ich war ja auch in der Gülen-Bewegung zwischen 2008 und 2012“, sagte er. In der Türkei sei es üblich, dass Gläubiger ihre Schuldner als Gülen-Anhänger bei den Sicherheitsbehörden anschwärzten, um an ihr Geld zu kommen. Er habe auch einmal damit gedroht, sagte er.Zudem habe er sich in Deutschland eine täuschend echt wirkende Schreckschusspistole gekauft: „Das gab mir Kraft und Sicherheit, wenn die Pistole in meinem Hosenbund steckte.“ Er habe die Waffe zwar Bekannten gezeigt, aber nie jemanden damit bedroht. „Ich dachte, das wäre legal. Der Verkäufer hat mir gesagt, dass man für diese Waffe keinen Waffenschein benötigt. Da bin ich in die Irre geführt worden.“Die scharfe Munition, die man bei ihm gefunden habe, habe er für sein Hobby benötigt: das Schießen auf Schießständen. Es sei schlicht billiger gewesen, die Munition nicht erst am Schießstand zu kaufen.“Nach erster Sichtung kann man das als Geständnis durchaus ansehen“, sagte der Vorsitzende Richter Lars Bachler nach der zeitweise etwas verworren wirkenden Aussage. Der Angeklagte sitzt bereits seit neun Monaten in Untersuchungshaft.Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK für türkische Geheimdienste ausgespäht zu haben. Zudem werden ihm Verstöße gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.Der Mann war im September 2021 in einem Düsseldorfer Hotel festgenommen worden, nachdem ein Hotelmitarbeiter in seinem Zimmer eine Waffe und scharfe Munition entdeckt hatte. Die Polizei hatte ein Großaufgebot in Bewegung gesetzt, weil eine akute Gefahrenlage zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Waffe entpuppte sich später als Schreckschusswaffe.Die Anklage wirft dem Mann Verdacht auf geheimdienstliche Agententätigkeit und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Als Höchststrafe drohen dafür fünf Jahre Haft.© dpa-infocom, dpa:220620-99-733735/4Quelle: DPA

 

Ein Jahr und neun Monate Haft für mutmaßlichen türkischen Spion

Von

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15.07.2022

 
 
 
mutmaßlichen türkischen Spion“
Archivfoto: Einsatzkräfte steigen vor dem Düsseldorfer Hotel in ihr Fahrzeug. Dort war der 41-Jährige festgenommen worden. Foto: Henning Kaiser/dpa

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat einen mutmaßlichen türkischen Spion zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht sah die Anklagevorwürfe der geheimdienstlichen Agententätigkeit und des unerlaubten Waffenbesitzes am Donnerstag bestätigt.

Der Haftbefehl gegen den geständigen 41-Jährigen wurde nach neun Monaten Untersuchungshaft aufgehoben. Er hatte gestanden, seit 2018 Informationen über Unterstützer der PKK und Gülen-Bewegung gesammelt und an den türkischen Geheimdienst weitergegeben zu haben.

Angesichts der Vorgeschichte habe man den Eindruck bekommen können, es stünde „ein kleiner James Bond“ vor Gericht, sagte Richter Lars Bachler – „dem war nicht so“. Das Ganze habe sich auf niedrigem Niveau abgespielt. Der Mann habe dem Geheimdienst Informationen geliefert und so versucht, dort einen beruflichen Einstieg zu bekommen. Dies sei allerdings keine Kleinigkeit, „denn die Denunzierten hatten für sich und ihre Familien erhebliche Nachteile zu befürchten“.

dpa/dtj

 
15 Juli 2022 0 Kommentare
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Die NATO-Norderweiterung und das politische Kalkül von Präsident Erdoğan

von Fremdeninfo 14 Juli 2022
von Fremdeninfo

 

Die NATO-Norderweiterung und das politische Kalkül von Präsident Erdoğan

Von

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Im Ringen um eine Zustimmung der Türkei zur Aufnahme Finnlands und Schwedens in die Nato hat Generalsekretär Jens Stoltenberg dazu aufgerufen, die Forderungen Erdoğans ernst zu nehmen. Foto: İletişim Başkanlığı

Gastbeitrag von Oğuzhan Albayrak*

Dass der 24. Februar 2022 eine Zeitenwende in Europa markiert, steht außer Frage. Putins Aggressionskrieg in der Ukraine höhlt das Fundament der internationalen Welt(un)ordnung aus, die mit dem Ende des Kalten Krieges entstanden ist.

Die politischen Entscheidungen und Wirtschaftssanktionen, die von den USA und EU-Staaten als Antwort auf Putins Kriegsverbrechen kamen, sind für Putin und seine Strategen nichts Unerwartetes. Putin, da bin ich mir sicher, hat diesen Konflikt mit den westlichen Demokratien und deren Verbündeten bewusst angestachelt.

Putins Albträume werden wahr

Aber es ist auch genau diese Politik Putins, die man als „am eigenen Ast sägen“ bewerten kann. Putins Argumente vor dem Krieg, dass die politischen Handlungen der NATO Russland bedrohen Russland präventiv dagegen steuern müsse, haben dazu geführt, dass die Albträume des russischen Präsidenten real werden. Es sieht so aus, als ob Russlands Ukraine-Krieg die EU und ihre demokratischen Verbündeten enger zusammenrücken lässt. Der Schulterschluss der G7 und der EU ist so stark wie nie zuvor. Es ist die eigene Aggression Russlands, die dazu geführt hat, dass nun Schweden und Finnland kurz vor der Entscheidung stehen, der NATO beizutreten. Allein mit dem Beitritt von Finnland hätte Russland seine nördliche Grenze mit der NATO um 1300 km verlängert. Russland sieht die NATO nicht nur als eine Verteidigungsorganisation, sondern als eine existenzielle Bedrohung und ist natürlich ernsthaft beunruhigt über diese Entwicklung.

In Anbetracht der politischen Strukturen und militärischen Fähigkeiten Finnlands und Schwedens und ihrer Armeen, die weitgehend mit NATO-Standards kompatibel sind, wird erwartet, dass die Verhandlungen reibungslos verlaufen und der Beitrittsprozess so schnell wie möglich abgeschlossen wird. Mit dem Beitritt dieser beiden Länder in das Bündnis wird aufgrund ihrer geografischen Lage die Abschreckungskraft der Allianz sowie ihre Verteidigungsfähigkeit in den arktischen, skandinavischen und baltischen Regionen voraussichtlich verstärkt zunehmen.

Erdoğans wertvoller Trumpf

Fast jeder, der sich mit der Thematik beschäftigt, war fest davon überzeugt, dass ein Beitritt nur Formsache wäre. Aber man hatte die Türkei und natürlich Präsident Recep Tayyip Erdoğan nicht miteinkalkuliert. Oder zumindest nicht damit gerechnet, dass Erdoğan – Präsident eines strategischen NATO-Mitgliedes – seine Einwände bezüglich Finnlands und Schwedens NATO-Beitritt über die Presse verkündet.

„Wir verfolgen derzeit die Entwicklungen in Schweden und Finnland, aber wir sind nicht in einer positiven Einstellung gegenüber diesen skandinavischen Ländern, da diese Terroristen der PKK und der DHKP-C einen sicheren Hafen gewähren… Manche dieser Terroristen sind sogar in den Parlamenten dieser Länder vertreten“, sagte der türkische Präsident am Freitag. Zunächst ist anzumerken, dass Erdoğans Einwand nicht auf der Befürchtung beruht, dass mit der Aufnahme Finnlands und Schwedens die Spannungen mit Russland steigen und die Möglichkeit eines Krieges in der Zukunft zunehmen wird. Wenn man bedenkt, dass 30 Länder eine einstimmige Entscheidung treffen müssen, um den Beitrittsprozess abzuschließen, hält der türkische Präsident einen wertvollen Trumpf in der Hand.

Die Tatsache, dass Finnland und Schweden es für notwendig erachten, sofort der NATO beizutreten, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, und die USA sehr darauf bedacht sind, die NATO dringend um die skandinavischen Staaten zu erweitern, stärkt Erdoğans Position zusätzlich. Insofern wird davon ausgegangen, dass er Zugeständnisse in verschiedenen Fragen verlangen wird, wenn die Türkei ihr Vetorecht nicht einsetzt und den Beitrittsprozess verzögert. Erdoğan nutzt die finnischen und schwedischen Verhandlungsprozesse aus und droht damit, die Dringlichkeit der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten auf andere Bereiche auszudehnen.

Erinnerungen an Sarkozy, Parallelen zu Orban

Was nicht das erste Mal in der Türkei-NATO-Geschichte wäre. 2009, als Frankreich in den Militärflügel der NATO wieder beitreten wollte, gab es ähnliche „Bedenken“ der Erdoğan-Türkei. Sie wollte die negative Haltung des damaligen französischen Präsident Sarkozy bezüglich der EU-Beitrittsverhandlungen überwinden – mit geringem Erfolg. Die Veto-Karte wird aktuell nicht nur von der Türkei ins Spiel gebracht, um in anderen Bereichen Zugeständnisse zu bekommen. Auch Viktor Orbans Ungarn setzte in den Verhandlungen um ein Öl-Embargo oder den NATO-Ukraine-Beziehungen mehrmals seine Veto-Karte ein, mit dem Vorwand, dass die neuen Bildungsgesetze in der Ukraine die Assimilierung der ungarischen Minderheit vorsehen würden.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Türkei im Alleingang die NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens boykottieren wird. Die scheinbare Nonkonformität Erdoğans sollte man auch als Bemühung bewerten, seine persönlichen Beziehungen zu Putin aufrechterhalten zu wollen. Ein Gruß vom Autokraten am Bosporus an den Diktator im Kreml. Aber Ankara kann und wird sich nicht lange widersetzen können, vor allem weil die Türkei sich mitten in einer finanziellen und wirtschaftlichen Krise befindet und auf das Geld oder Investitionen aus dem Westen angewiesen ist. Oder aber auch auf das Geld der russischen Oligarchen, die vor den Sanktionen fliehen.

„Aktive Neutralität“ im Zweiten Weltkrieg

Die türkische Politik ging und geht geschickt mit solchen internationalen Konflikten um. Während des 2. Weltkrieges hieß diese Taktik „aktive Neutralität“. Man war unparteiisch, hielt aber die wirtschaftlichen Beziehungen zu den Achsenmächten sowie den Alliierten aufrecht. Bis die Türkei am 23. Februar 1945 Deutschland und Japan den Krieg erklärte – wohlwissend, dass der Krieg bald vorbei sein würde und keine wirkliche Gefahr droht.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg war sich nach den informellen Beratungsgesprächen in Berlin mit den NATO-Außenministern sicher, dass die Türkei klargemacht habe, den Beitritt von Finnland und Schweden nicht zu „blockieren“. Der türkische Außenminister Çavuşoğlu wiederum sagte den türkischen Medien, dass die Türkei NATO-Erweiterungen generell unterstütze, aber sich im Falle von Finnland und Schweden an deren passiver Haltung gegenüber der „PKK und deren syrischem Ableger der YPG“ störe. „Nun müssen Taten auf Worte folgen, seitens Finnland und Schweden“, so Çavuşoğlu.

Die kommenden Tage werden zeigen, welche Zugeständnisse Erdoğans Türkei in diesem diplomatischen Tauziehen erringen wird…

*Nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften und etlichen Jahren im türkischen Außenministerium, für das er unter anderem in der Europäischen Union, in Aserbaidschan und Kuwait tätig war, lebt Oğuzhan Albayrak jetzt in Deutschland im Exil und engagiert sich als Geschäftsführer des Vereins „Human Rights Defenders“ (HRD) für Menschenrechte. Die deutsche Sprache beherrscht er schon seit der Schulzeit.

Gastbeiträge sind Beiträge von Personen, die nicht zur DTJ-Redaktion gehören. Manchmal treten wir an Autorinnen und Autoren heran, um sie nach Gastbeiträgen zu fragen, manchmal ist es der umgekehrte Fall. Gastbeiträge geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder.

14 Juli 2022 0 Kommentare
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Niederlande entschuldigen sich für Versagen bei Völkermord Srebrenica

von Fremdeninfo 13 Juli 2022
von Fremdeninfo

Niederlande entschuldigen sich für Versagen bei Völkermord Srebrenica

Von

dtj-online

–

12.07.2022

 
 
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Potocari: Eine bosnisch-muslimische Frau trauert neben dem Sarg eines Familienmitglieds, das zu den 50 neu identifizierten Opfern des Völkermordes von Srebrenica gehört. Sie wurden in Bosnien geehrt und umgebettet, während sich Tausende versammelten, um dem Jahrestag des Massakers von Srebrenica 1995 zu gedenken, dem einzigen anerkannten Völkermord in Europa seit dem Holocaust. Foto: Armin Durgut/AP/dpa

27 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica haben die Niederlande erstmals bei den Angehörigen der Opfer um Entschuldigung für ihr Versagen gebeten.

„Die internationale Gemeinschaft hat beim Schutz der Menschen von Srebrenica versagt“, sagte Verteidigungsministerin Kasja Ollongren am Montag bei der Gedenkfeier in Potocari in Bosnien-Herzegowina. „Als Teil dieser Gemeinschaft trägt auch die niederländische Regierung einen Teil der politischen Verantwortung für die Situation, in der dieses Versagen geschehen konnte. Dafür entschuldigen wir uns zutiefst.“

Srebrenica war eine UN-Schutzzone im Balkankrieg. Die niederländische UN-Einheit Dutchbat sollte im Sommer 1995 Tausende bosnische Flüchtlinge in der Enklave schützen. Doch am 11. Juli überrannten serbische Einheiten unter Führung von General Ratko Mladic Srebrenica. Die nur leicht bewaffneten Blauhelme widersetzten sich nicht. Die Serben ermordeten 8372 bosnisch-muslimische Jungen und Männer, aber auch Frauen und Mädchen. Der Massenmord galt bisher als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Jahr für Jahr werden neue Opfer identifiziert

Die Regierung hatte zwar zuvor bereits eigene politische Fehler zugegeben, doch eine klare Entschuldigung stets abgelehnt. „Wir können das Leiden nicht von Ihnen nehmen“, sagte die Verteidigungsministerin jetzt. „Aber was wir können ist, uns dieser Geschichte direkt zu stellen.“

Ollongren betonte auch, dass die bosnisch-serbischen Anführer die Schuldigen für den Völkermord waren. Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hatten den Serbenführer Radovan Karadzic sowie Ex-General Mladic jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt. An der Gedenkfeier nahmen auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, der Hohe Repräsentant Christian Schmidt und die Vizepräsidentin des Bundestages Aydan Özoğuz (SPD) teil.

Im Rahmen der Feier wurden weitere 50 identifizierte Opfer beigesetzt. In Potocari liegen nun 6652 Opfer begraben, 237 wurden auf Wunsch der Familien anderswo beigesetzt, mehr als 1000 gelten als vermisst bzw. noch nicht identifiziert.

dpa/dtj

13 Juli 2022 0 Kommentare
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Die Türkei und die NATO – Miteinander gegeneinander

von Fremdeninfo 13 Juli 2022
von Fremdeninfo

Die Türkei und die NATO – Miteinander gegeneinander

Von

Stefan Kreitewolf

–

11.07.2022

 
 

 
Türkische Kampfbomber über dem Bosporus. Foto: Oğuzhan Edman / Unsplash

Mit dem Konflikt um die Aufnahme Finnlands und Schwedens treibt die Türkei einen Keil in das westliche Verteidigungsbündnis. Für die NATO ist das fatal. Gerade in Kriegszeiten birgt die Uneinigkeit Gefahren.

Die Türkei stellt die NATO aktuell auf eine schwere Probe. Und das hat mehrere Gründe. Einerseits ist das Land extrem wichtig für das westliche Verteidigungsbündnis, gerade mit Blick auf seine Rolle im Russland-Ukraine-Konflikt. Ankara trägt bis heute kaum Sanktionen gegen Russland mit, bleibt aber zentraler Vermittlerstaat. Für die NATO ist das enorm wichtig.

Andererseits vermischt der türkische Präsident politische mit Verteidigungsinteressen. Denn Recep Tayyip Erdoğan nutzt die NATO, die ihre Mitgliedsstaaten traditionell gegen äußere Gefahren schützt, für seine innere Sicherheitspolitik. Mit der Forderung nach Auslieferung mutmaßlicher Terrorist:innen bricht Ankara also ein Tabu – und stellt das Bündnis auf die Probe.

Fingerspitzengefühl mit der Regierung in Ankara

Fakt ist zwar: Die PKK hat mehrere und brutale Anschläge begangen, unzählige Menschen getötet und stellt weiterhin eine Bedrohung für den türkischen Staat dar. Das Problem muss die Türkei aber selbst lösen. Die NATO kann das nicht und das muss sie Erdoğan klarmachen. Dennoch braucht es Fingerspitzengefühl mit der Regierung in Ankara.

Denn das türkische Militär stellt zahlenmäßig die zweitgrößte NATO-Truppe – und das am so wichtigen Einfallstor zum Mittleren Osten. Damit ist die Türkei unverzichtbar. Das weiß Erdoğan – und er stellt es gern unter Beweis. Seine Soldat:innen schützte jahrelang erfolgreich den Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul. Kleinere Mitgliedsstaaten belieferten türkische Rüstungsbetriebe mit strategisch wichtigen Waffensystemen.

Beide Seiten müssen endlich aufeinander zugehen

Deswegen wäre es nun an der Zeit, aufeinander zu zugehen. Der türkische Präsident muss sich selbst um seine inneren Sicherheitsinteressen kümmern und nicht die NATO zu diesen Zwecken missbrauchen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Finnland und Schweden müssen härter gegen mutmaßliche Terroristen vorgehen.

Es darf nicht sein, dass die offiziell verbotene PKK in Europa jährlich rund 30 Millionen Euro Spenden für ihren Kampf gegen die Türkei eintreiben kann. Die NATO ist und bleibt wichtig. Einen weitergehenden Riss im Bündnis gilt es zu verhindern. Dazu müssen beide Seiten endlich aufeinander zugehen.

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Immer mehr Renten werden ins Ausland überwiesen

von Fremdeninfo 11 Juli 2022
von Fremdeninfo

Immer mehr Renten werden ins Ausland überwiesen

Von

dtj-online

–

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Ein Rentnerpaar steht an einem menschenleeren Strand und schaut aufs Meer. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Immer mehr Menschen beziehen ihre Rente im Ausland: Die Zahl der ins Ausland gezahlten Renten stieg in den vergangenen 20 Jahren um rund 37 Prozent. Einer der Gründe: Viele Gastarbeiter kehren in ihre Heimat zurück.

Einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung zufolge sind im vergangenen Jahr rund 1,72 Millionen Renten ins Ausland ausgezahlt worden. Im Jahr 2001 lag der Wert noch bei 1,26 Millionen. Über aktuelle Trends bei der Rente informiert die Rentenversicherung an diesem Mittwoch bei einer Bundesvertreterversammlung in Freiburg.

Ein Grund dafür sei, dass nicht-deutsche Staatsbürger, die früher in der Bundesrepublik gearbeitet haben, nun vermehrt ins Rentenalter kommen und in ihr ursprüngliches Heimatland zurückgekehrt sind, sagte der Vorsitzende der Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung, Jens Dirk Wohlfeil.

Nur 13 Prozent der Auslandsrenten an Deutsche

Die meisten dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommen aus Ländern wie Italien, Spanien, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien sowie der Türkei. Viele von ihnen seien in den 1960er- und 1970er Jahren nach Deutschland gezogen, sagte Wohlfeil. Rund 13 Prozent der Auslandsrenten werden an Deutsche ausgezahlt, die im Ausland wohnen.

Auch ihr Anteil stieg zuletzt – binnen zwanzig Jahren um knapp zwei Prozentpunkte. Die meisten der betroffenen deutschen Rentner beziehen ihre Rente im nahen Ausland – zum Beispiel in Österreich (über 26.000) und in der Schweiz (etwas weniger als 26.000). Rund 20.000 Pensionäre leben in den USA. Zum Vergleich: Die Anzahl der an deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Türkei gezahlten Renten lag Ende 2021 bei rund 3.800.

dpa/dtj

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11 Juli 2022 0 Kommentare
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