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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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4 Februar 2026 0 Kommentare
Rassismus

Reem Alabali-Radovan: Integrationsbeauftragte drängt auf Diskriminierungs-Beschwerdestellen in jedem Bundesland

von Fremdeninfo 11 Januar 2023
von Fremdeninfo

Reem Alabali-Radovan: Integrationsbeauftragte drängt auf Diskriminierungs-Beschwerdestellen in jedem Bundesland

Artikel von Felix Keßler •

 

 CDU-Chef Merz schürt laut der Integrations-Staatsministerin Reem Alabali-Radovan mit seinen Aussagen zu den Silvesterkrawallen »rassistische Ressentiments«. Sie fordert deutlich mehr Unterstützung.

 

Reem Alabali-Radovan: Integrationsbeauftragte drängt auf Diskriminierungs-Beschwerdestellen in jedem Bundesland

Reem Alabali-Radovan: Integrationsbeauftragte drängt auf Diskriminierungs-Beschwerdestellen in jedem Bundesland © Christian Ditsch / epd / IMAGO

Auch Tage nach den Ausschreitungen in der Silvesternacht wird die Debatte über den Anteil der Täter mit Migrationshintergrund mit Härte geführt – und nach Ansicht der Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, bedauerlicherweise immer wieder auch mit rassistischen Vorurteilen. Sie rief dazu auf, die Angreifer »nach ihren Taten zu beurteilen und nicht nach ihren Vornamen«

Vornamen«.

Die SPD-Staatsministerin warf der Union vor, sie stigmatisiere Menschen mit Einwanderungsgeschichte und ihre Nachkommen. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hatte am Dienstagabend in der ZDF-Sendung Markus Lanz in einer Debatte zu den Krawallen in der Silvesternacht erneut auf den Migrationshintergrund vieler Festgenommener in Berlin verwiesen.

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»Diese Bemerkung schürt rassistische Ressentiments«

Auch prangerte Merz an, dass etwa Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen täglich verbale Gewalt und Respektlosigkeiten erlebten. Dabei gehe es auch um Eltern, die sich beschwerten, wenn ihre Kinder zurechtgewiesen würden. Merz sprachen dabei mit Bezug auf die Söhne von Migranten von kleinen »Paschas« – und wurde dafür noch in der Sendung kritisiert. Alabali-Radovan sagte nun: »Diese Bemerkung schürt rassistische Ressentiments.«

In dem von ihr am Mittwoch vorgelegten Lagebericht »Rassismus in Deutschland: Ausgangslage, Handlungsfelder, Maßnahmen« zieht Alabali-Radovan ein gemischtes Fazit. So heißt es etwa: »Vielfalt ist längst Realität, sie muss aber auch in allen Bereichen zur Normalität werden«. Das bedeute vor allem gleichberechtigte Chancen für alle in jedem Bereich der Gesellschaft. Um das zu erreichen, sollten mehr unabhängige Beschwerdestellen eingerichtet werden, an die sich wenden kann, wer rassistische Diskriminierung etwa durch die Polizei, private Vermieter oder Lehrkräfte erlebt hat.

Bericht nennt diskriminierende Stellenanzeigen und Vertrauensverlust gegenüber Polizei

Sie werde einen Expertenrat Antirassismus einberufen, kündigte Alabali-Radovan an. Dieser solle konkrete Vorhaben vorschlagen und eine Arbeitsdefinition von Rassismus erarbeiten. Als ein Beispiel für indirekte rassistische Diskriminierung nennt der Bericht Stellenanzeigen, in denen von Bewerbern Deutschkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau verlangt werden, auch wenn diese für die Ausübung der Tätigkeit nicht erforderlich sind. »In einem solchen Falle stellt die scheinbar neutrale Anforderung an die Sprachkompetenz einen Ausschluss von Eingewanderten dar«, wird in dem Bericht festgehalten.

11 Januar 2023 0 Kommentare
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Information

Zuzugsstopp: Türkei ändert Ausländerpolitik grundlegend

von Fremdeninfo 11 Januar 2023
von Fremdeninfo

 

Zuzugsstopp: Türkei ändert Ausländerpolitik grundlegend

Von

Stefan Kreitewolf

–

11.01.2023

Ein Blick auf Istanbul: In der Metropole sind mehr als 50 Stadtviertel vom Zuzugsstopp für Ausländer betroffen. Foto: Jack Krier /

Millionen Vertriebene haben in der Türkei Zuflucht gefunden. Besonders Syrer sind vielerorts aber nicht mehr willkommen. Nun verhängte die Regierung in einzelnen Stadtvierteln gar einen Zuzugstopp. Welche Rolle das für den Wahlkampf spielt.

Wende in der türkischen Ausländerpolitik: In 1.200 Stadtvierteln werden landesweit keine Aufenthaltsgenehmigungen für Ausländer mehr erteilt. Innenminister Süleyman Soylu (AKP) zufolge sind „weder Flüchtlinge noch andere Ausländer“ berechtigt, sich in den betreffenden Stadtteilen niederzulassen.

Zwar betrifft der Zuzugsstopp für Ausländer kaum fünf Prozent der Stadtviertel in der Türkei. Er zielt jedoch besonders auf die ausländerreichsten Städte des Landes ab. Und es trifft vor allem syrische Migranten: In Antep, nahe der syrischen Grenze gelegen, sind rund 20 Prozent der Stadtviertel betroffen, in der Grenzstadt Kilis gar mehr als 90 Prozent.

Pogrom-ähnliche Gewaltausbrüche gegen Syrer

Aber auch gutbetuchtere Einwanderer, wie deutsche Rentner und Auswanderer, trifft die neue Regelung. Besonders an der türkischen Riviera sind mit Alanya, Antalya und Fethiye sind gleich mehrere Städte betroffen. Hinzu kommt die Millionenmetropole Istanbul. Und das hat viele Gründe.

Denn neben den zunehmenden Ressentiments gegen Syrer – DTJ-Online berichtete bereits vor eineinhalb Jahren von Pogrom-ähnlichen Gewaltausbrüchen in mehreren Großstädten – sind es vor allem die schwächelnde Wirtschaft des Landes sowie der Ausverkauf auf dem Immobilienmarkt, der die türkischen Verantwortlichen auf den Plan rief.

Lokale Bevölkerung leidet am meisten

Besonders Russen und Ukrainer sind derzeit auf der Suche nach einer Bleibe in der Türkei. Das führt zu einer Verdrängungsdynamik, unter der die lokale Bevölkerung leidet. In vielen Städten werden die Mieten in zentrumsnahen Stadtvierteln erhöht, Häuser abgerissen und teure Immobilienprojekte für Käufer aus dem Land realisiert.

Viele türkische Einwohner müssen deswegen an den Stadtrand ziehen. Das führte bereits zu Demonstrationen und Konflikten. Auch Gewerkschaften schlugen Alarm. Nun reagierte die türkische Regierung.

Wahlkampf mit strikter Ausländerpolitik

Im Wahljahr ist die Regierung bemüht, die sozialen Probleme des Landes anzugehen. Das beinhaltet auch ein Rückkehrprogramm für Syrer: Vor dem Hintergrund der zunehmend feindseligen Stimmung gegen Flüchtlinge startete Ankara bereits im Frühjahr 2022 den Versuch, eine Million Geflüchtete in ihre Heimat zurückführen.

Der Zuzugsstopp ist ein weiterer Versuch der Erdoğan-Regierung, die Türken mit einer „Türkei-First-Politik“ milde zu stimmen. Besonders die nationalistische İyi-Partei und die Zafer-Partei, eine Protestpartei, hetzen aber immer schärfer gegen Ausländer. Das Thema dürfte im Wahlkampf noch eine entscheidende Rolle spielen

11 Januar 2023 0 Kommentare
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Information

Deutscher Pass: Alte Staatsbürgerschaft soll weiter behalten werden können

von Fremdeninfo 10 Januar 2023
von Fremdeninfo

 

Deutscher Pass: Alte Staatsbürgerschaft soll weiter behalten werden können

Von

dtj-online

–

09.01.2023

 
 
 

 

 

 

„Hürden für Einbürgerung sollen deutlich gesenkt werden“
Der deutsche Reisepass zählt zu den wertvollsten Pässen der Welt. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Deutscher oder Deutsche zu werden, soll einfacher werden. Eine der Hürden im Einbürgerungsprozess, die Bundesinnenministerin Faeser aus dem Weg räumen will, ist die bislang noch geltende Regelung, dass Nicht-EU-Bürger ihre alte Staatsbürgerschaft aufgeben sollen.

Wer sich in Deutschland einbürgern lassen will, soll dafür künftig grundsätzlich nicht mehr die Staatsangehörigkeit des Herkunftslandes seiner Familie aufgeben müssen. Das geht aus einem Entwurf des Bundesinnenministeriums für ein neues Staatsangehörigkeitsrecht hervor, der am Freitag den anderen Ressorts der Bundesregierung zur Abstimmung zugeleitet wurde.

Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Vorhaben für ein „modernes Staatsangehörigkeitsrecht“ lockert zudem für bestimmte Gruppen die Anforderungen an den Erwerb der deutschen Sprache. Dieser ist im Regelfall Voraussetzung für die Einbürgerung. Außerdem wird die Mindestaufenthaltszeit bis zur Antragstellung verkürzt.

In dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, dass es Erleichterungen beim Sprachnachweis geben sollte und die Verpflichtung zu einem Einbürgerungstest für alle Ausländer wegfallen sollte, die mindestens 67 Jahre alt sind. Damit solle die Lebensleistung der sogenannten Gastarbeiter-Generation gewürdigt werden, der in den ersten Jahren in Deutschland keine Sprachkurse offen standen. Profitieren sollen aber nicht nur ältere Menschen, die über ein Anwerbeabkommen nach Deutschland gekommen sind, sondern alle Angehörigen dieser Altersklasse. Auf eine schriftliche Prüfung wird in diesem Fall verzichtet. Das hilft etwa Analphabeten, die es unter den früheren Gastarbeitern gibt.

Bei besonderen Leistungen nach drei Jahren möglich

Außerdem soll es, was den Sprachnachweis angeht, auch für jüngere Einbürgerungswillige eine Härtefallregelung geben. In Ausnahmefällen – etwa wegen der Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds – soll es ausreichen, sich ohne nennenswerte Probleme im Alltag in deutscher Sprache mündlich verständigen zu können.

Das Vorhaben ist Teil einer von SPD, Grünen und FDP angekündigten umfassenden Reform der Migrations- und Integrationspolitik. Getragen wird es von dem Verständnis, dass die Verleihung der Staatsangehörigkeit den Weg zu Teilhabe und Mitwirkung öffne, wovon sowohl die Eingebürgerten als auch die Gesellschaft profitieren sollten.

Der Entwurf sieht generell die Möglichkeit zur Einbürgerung nach fünf Jahren rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalts in Deutschland vor – bisher waren es acht. Bei besonderen Integrationsleistungen – etwa herausragenden Leistungen in Schule und Beruf, ehrenamtlichem Engagement oder besonders guten Sprachkenntnissen – sollen drei Jahre ausreichen.

Hier Geborene müssen sich nicht entscheiden

Die sogenannte Optionspflicht für in Deutschland geborene Kinder von Ausländern soll komplett abgeschafft werden. Das bedeutet, dass sie sich als junge Erwachsene nicht mehr zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und der Staatsbürgerschaft der Eltern entscheiden müssen.

Die für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit eines Kindes ausländischer Eltern durch Geburt im Inland erforderliche Dauer des rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalts eines Elternteils wird zudem von acht auf fünf Jahre verkürzt.

Die 2019 eingeführte Einbürgerungsvoraussetzung der „Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse“ soll aus dem Staatsangehörigkeitsgesetz gestrichen werden. Eine Einbürgerung kommt allerdings dem Entwurf zufolge nicht infrage, wenn „der Ausländer gleichzeitig mit mehreren Ehegatten verheiratet ist oder er durch sein Verhalten zeigt, dass er die im Grundgesetz festgelegte Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht akzeptiert“.

Grüne: „Überfällig“

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, Filiz Polat, bezeichnete das Reformvorhaben als „überfällig“. Deutschland sei seit langem ein Einwanderungsland. „Menschen, die sich in unsere Gesellschaft einbringen, Steuern zahlen, haben einen Anspruch auf Teilhabe, mitzubestimmen sowie zu wählen.“

Der Koalitionspartner FDP betonte die Auswirkungen des Staatsangehörigkeitsrechts auf die Wirtschaft. „Wenn wir unseren Wohlstand wahren wollen, brauchen wir mehr reguläre Einwanderung in den Arbeitsmarkt“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Konstantin Kuhle. Daher müsse die Ampel-Koalition zügig ein Einwanderungsgesetz mit einem Punktesystem nach dem Vorbild erfolgreicher Einwanderungsländer auf den Weg bringen. In diesem Zusammenhang müsse auch die Einbürgerung erleichtert werden.

Mehrstaatigkeit dürfe aber nicht über viele Generationen weitervererbt werden, sondern der Doppelpass müsse möglichst auf die ersten Generationen begrenzt bleiben, forderte Kuhle. Schon bei den Beratungen im Vorfeld hatte sich die FDP für diesen sogenannten Generationenschnitt ausgesprochen.

Für die CDU eine „Entwertung“

Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), kritisierte die Pläne. Er sagte der „Welt“: „Was ich dazu lese, klingt nach einer 180-Grad-Wende beim Staatsbürgerrecht.“ Deutschland sei sehr attraktiv für Menschen aus dem Ausland, die hier gerne leben und arbeiten möchten; das sei generell positiv, das Land brauche Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. Aber: „Die Pläne der Ampel erscheinen mir wie eine Entwertung der deutschen Staatsangehörigkeit.“

Auch die CSU reagierte ablehnend auf den Entwurf des Innenministeriums. Dieser sei „nicht zustimmungsfähig“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im Fernsehsender Welt. Die doppelte Staatsbürgerschaft werde zur Regel und die Staatsbürgerschaft verramscht.

dpa/dtj

10 Januar 2023 0 Kommentare
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Frauen

„Sie werden dich töten“: Sängerin Hozan Canê spricht über ihre Zeit in türkischen Gefängnissen

von Fremdeninfo 10 Januar 2023
von Fremdeninfo

 

„Sie werden dich töten“: Sängerin Hozan Canê spricht über ihre Zeit in türkischen Gefängnissen

Von

Deniz Tutku

–

09.01.2023

Hozan Canê hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Foto: Selahattin Sevi

Die deutsch-kurdische Sängerin Hozan Canê verbrachte mehr als zwei Jahre in türkischen Gefängnissen. Die erste Zeit mit Anhängerinnen der Gülen-Bewegung lässt sie nicht los. Sie hätten ihr wohl das Leben gerettet, doch ein Baby löst bei ihr noch heute Alpträume aus.

Deutschsprachige Medien haben ihren Fall genau beobachtet. Schließlich ist die Kölner Sängerin Saide İnanç (Künstlername Hozan Canê) hierzulande viel bekannter als in der Türkei. Nach einem Auftritt im nordwesttürkischen Edirne wurde sie 2018 an einem Hügelhang festgenommen. „Von 60 Menschen wurde nur ich aus dem Bus begleitet. Die anderen durften weiterfahren“, erzählt die 52-Jährige dem Exil-Journalisten Selahattin Sevi von kronos.news.

Was sie dann in den darauffolgenden Wochen erlebte, beschäftigt jetzt mit ihr auch ihre Psychologen. „Als der Bus weiterfuhr, blieb ich mit dutzenden Soldaten alleine im Dunkeln zurück.“ Sie sei in eine Hütte geschleppt worden. „Ich habe nichts gemacht, ich bin eine deutsche Staatsbürgerin.“ Es half nichts. Sie sei wie eine Selbstmordattentäterin nackt durchsucht worden – ohne ärztliche Begleitung. Dabei sollen die Soldaten sie an der Vagina verletzt haben, was zu tagelangen Blutungen geführt habe. Und als wäre das nicht genug, hätten die Soldaten ihr eine Akte zum Unterschreiben vorgelegt. „Ich habe das nicht getan. Vielleicht wollten sie mir Straftaten anhängen“, so die Sängerin.

Nach einigen Tagen in diversen Polizeirevieren und Haftanstalten landete Canê nach eigenen Angaben in „einem regelrechten Loch“. Nur ein Bett und eine Metalltür. Es gebe keine andere Zelle „mit Frauen der PKK“, habe man ihr zu verstehen gegeben. Als sie auf ihre Asthma-Erkrankung hinwies, habe sie das Angebot erhalten, in einen „Gemeinschaftsraum mit Leuten aus der Gülen-Bewegung“ zu kommen. „Sie werden dich töten“, habe ein Gefängniswärter gesagt. Warum? „Weil ihr Terroristen seid. Du bist ein PKK-Terrorist und sie sind auch Terroristen.“ Die 52-Jährige habe eine Erklärung unterschreiben müssen, dass sie trotz der „Lebensgefahr“ dorthin wolle. Das habe sie gemacht. „Ihr habt mich schon getötet“, habe sie entgegnet. Ihre Hoffnung sei gewesen, dass Frauen dort möglicherweise ihre Blutung an der Vagina stoppen könnten. Denn allein in einer Zelle hätte sie weniger Chancen zum Überleben gehabt.

Viele Ratten und ein Baby

Angekommen in dem angesprochenen Haftraum sei die Sängerin mit offenen Armen empfangen worden. Man habe ihr etwas zu essen gebracht und ein Pyjama. Seit einer Woche habe sie schließlich immer noch das Kostüm von der Bühne getragen. Den Raum umschreibt sie mit „wie aus einem schlechten Film“: Offene Toilette, ein kleines Fenster weit oben an der Decke, stinkende Bettdecken und Ratten. Sie kann sich nur noch an den Namen Emine erinnern. Eine Frau, die an der Bank Asya Geld angelegt habe. Das reicht in der heutigen Türkei, um als Terrorist zu gelten. Einige Frauen hätten den Koran gelesen, Emine nicht. Sie habe weder lesen noch schreiben können.

Das Schlimmste erlebte Canê ihren Angaben zufolge erst später. Bevor sie so richtig in ihrer neuen Umgebung ankam, habe sie Babygeräusche gehört. „Ist hier ein Baby?“, habe sie erstaunt gefragt. Die Frauen hätten genickt. Es sei erst wenige Wochen alt gewesen. Eine Insassin habe die Sängerin in den Arm genommen und sie zu ihrem Etagenbett geführt. Sie wollte anscheinend nicht, dass Canê das Baby sieht. „Ruh dich erstmal aus. Du kannst sie ja morgen sehen“, habe sie sie vertröstet.

Am nächsten Tag habe sie sich nicht mehr zurückhalten können. „Das Baby weinte andauernd und ich wollte es nur noch umarmen“, so die Sängerin. Auch heute, Jahre später, tut sie sich sichtlich schwer, darüber zu sprechen. Den ersten Anblick auf das Baby habe sie nicht mehr vergessen können. „Das Baby lag verwahrlost da. Der ganze Körper war rot. Jeden Tage träume ich davon.“ Hunderte Babys werden in türkischen Zellen groß. Die Haftbedingungen dürften dabei nicht sehr viel anders sein als jene, die Hozan Canê vorfand.

Kurze Zeit später wurde sie nach Druck der deutschen Botschaft in ein anderes Gefängnis verlegt. Schließlich konnte sie die Türkei im Jahr 2021 verlassen (DTJ berichtete). Die Anschuldigungen der türkischen Justiz weist sie zurück. „Ich habe weder Atatürk noch Erdoğan beleidigt, ich bin nicht so erzogen worden.“ Sie wird derzeit in Köln psychologisch behandelt. Was mit dem Baby und ihrer Mutter passiert ist, weiß sie nicht.

10 Januar 2023 0 Kommentare
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Religion

Anti-Terror-Einsatz im Ruhrgebiet: „Islamistische Gefahr nie unterschätzen“

von Fremdeninfo 8 Januar 2023
von Fremdeninfo

Anti-Terror-Einsatz im Ruhrgebiet: „Islamistische Gefahr nie unterschätzen“

Artikel von Christopher Ziedle

 In Castrop-Rauxel ist in der Nacht zum Sonntag möglicherweise ein Giftanschlag vereitelt worden. Das ist seit dem Jahr 2000 insgesamt 21 mal gelungen

 

Ein Spezialeinsatzkommando hat in der Nacht zum Sonntag in Castrop-Rauxel die Wohnung eines 32-jährigen Iraners durchsucht und den Verdächtigen abgeführt. © Foto: Karsten Wickern/dpa

 

Der Hinweis auf einen möglicherweise geplanten Terroranschlag ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen von den US-Geheimdiensten gekommen. Er wurde im Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern bewertet und am Samstag an die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf weitergeleitet.

Die ließ noch in der Nacht zu Sonntag die Wohnung eines 32-jährigen Iraners in Castrop-Rauxel durchsuchen. Der von einem Spezialeinsatzkommando Abgeführte wird verdächtigt, zusammen mit seinem Bruder die Tötung möglichst vieler „Ungläubiger“ geplant zu haben.

Nicht gefunden wurden jedoch die Giftstoffe Cyanid und Rizin, die er sich dafür besorgt haben soll. Dies heißt für die Generalstaatsanwaltschaft aber nicht, dass der laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) „ernst zu nehmende Hinweis“ unbegründet war.

Ermittler untersuchen sichergestelltes Material

„Ob die Person Zugang auch zu anderen Räumlichkeiten hatte, wird derzeit untersucht“, so Pressesprecher Holger Heming am Sonntagnachmittag gegenüber dem Tagesspiegel. Experten werteten sichergestellte Medien dahingehend aus. Dazu, ob die Brüder bereits zuvor auffällig waren, wollte er sich nicht äußern.

Im jüngsten Verfassungsschutzbericht ist bereits davon die Rede, dass bei islamistischen Gruppierungen zuletzt zwar eine „geringere Sichtbarkeit und Dynamik der Szene“ festgestellt worden sei, sie aber weiter das Ziel verfolgten, „jede sich bie­tende Gelegenheit für einen terroristischen Anschlag zu nutzen“.

So sprach die Bundesinnenministerin am Sonntag nicht nur den Einsatzkräften sowie den wegen der Suche nach chemischen Substanzen involvierten Experten des Robert-Koch-Instituts ihren Dank aus – sondern auch eine klare Warnung. „Deutschland steht weiterhin im unmittelbaren Zielspektrum islamistischer Terrororganisationen“, so Nancy Faeser (SPD).

Zu abhängig von amerikanischen Geheimdiensten?

Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutschland ihr zufolge 21 islamistische Anschläge verhindert. Die internationale Geheimdienstkooperation sei dafür „ein wichtiger Baustein“. Der Terrorexperte Peter Neumann wies am Rande der CSU-Klausur im bayerischen Seeon darauf hin, dass deutsche Behörden zu häufig auf die Erkenntnisse amerikanischer Dienste angewiesen seien. Es gelte daher, „Fähigkeiten aufzubauen, um diese Abhängigkeit zu verringern“.

Noch ließe sich „die tatsächliche Bedrohung , die von dem Beschuldigten in Castrop-Rauxel ausgegangen sein könnte“, nicht abschließend bewerten, sagte der Grüne Konstantin von Notz, der dem Geheimdienst-Kontrollgremium im Bundestag vorsteht, dem Tagesspiegel. Trotz der „ernsten Bedrohungen aus dem Bereich des militanten Rechtsextremismus“ dürfe die islamistische Gefahr „zu keiner Zeit unterschätzt werden

8 Januar 2023 0 Kommentare
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Deutschland verbietet immer mehr Deutschen die Ausreise

von Fremdeninfo 8 Januar 2023
von Fremdeninfo

 

Deutschland verbietet immer mehr Deutschen die Ausreise

Erstellt: 08.01.2023, 04:51 Uhr

Von: Erkan Pehlivan

Kommentare „Bundesinnenministerin Nancy Faeser und ihr türkischer Amtskollege Süleyman Soylu.“ Pollmann/dpa

Die Bundespolizei untersagt einer steigenden Zahl von Staatsbürger:innen die Ausreise aus Deutschland. Dahinter sehen Experten vor allem ein Eingeständnis an die Türkei.

Berlin – Immer mehr Deutsche dürfen Deutschland nicht verlassen. Laut einer kleinen Anfrage der Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut und ihrer Fraktion, Die Linke, hat die Bundespolizei zwischen 2018 und 2022 insgesamt 131 deutschen Staatsbürger:innen die Ausreise verweigert.

Waren es im Jahr 2018 nur drei Personen, denen die Ausreise untersagt worden war, stieg ihre Zahl im Jahr 2022 auf einen Höchstwert von 66.

Deutschland verbiet Staatsbügern die Ausreise – die Statistik von 2018 bis 2022

2018 3
2019 15
2020 33
2021 14
2022 66

Als Grundlage für Verbote von Auslandsreisen durch die Bundespolizei dient laut der Antwort des Bundesinnenministeriums auf die parlamentarische Frage das Abgleichen „personenbezogener Daten mit nationalen, europäischen und internationalen Datenbanken nach Maßgabe der Verordnung (EU) 2016/399 (Schengener Grenzkodex) im Rahmen ihrer grenzpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung“. Zu den Daten, die dabei herangezogen werden, gehören demnach „das Informationssystem der Polizei, die zur Grenzfahndung geführte Datei, das Schengener Informationssystem und die Stolen and Lost Travel Documents database von Interpol“. Laut dem Bundesinnenministerium hat die Bundespolizei zudem „nach den Umständen des Einzelfalls und nach Maßgabe des geltenden Rechts Zugriff auf die Antiterrordatei und die Rechtsextremismusdatei.

Länder verweigern auch Auslandsreisen von Deutschen

Auch auf Landesebene wird Deutschen die Ausreise aus dem eigenen Land verweigert – so geschehen im Fall der 18-jährigen Solin G. Die Stadt Oberhausen hat der kurdischstämmigen deutschen Staatsbürgerin ihren Reisepass entzogen. In der sogenannten Ordnungsverfügung hat die Stadt ihr zudem die Ausstellung eines Personalausweises und eines Reisepasses untersagt, auch wenn diese nur als „vorläufige“ Dokumente beantragt würden. In der Begründung heißt es, es gäbe bei der Teenagerin eine Zugehörigkeit zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

„Ihrem persönlichen Recht auf Ausreisefreiheit (…) steht das Interesse der Bundesrepublik Deutschland an seiner inneren und äußeren Sicherheit sowie das internationale Ansehen der Bundesrepublik Deutschland gegenüber“, heißt es weiter in der Begründung zu dem Passentzug und dem Ausreiseverbot für Solin G. Die Stadt Oberhausen gehe von einem hinreichend anzunehmenden Vorhaben aus „sich an Kampfhandlungen der PKK zu beteiligen“.

Möglicher Besuch von PKK-Jugendcamps in Istanbul

Solin G. soll dieses Jahr bereits zwei Mal nach Istanbul gereist sein, so die Stadt Oberhausen. Daher werde vermutet, dass sie „dort Jugendcamps der PKK besucht und sich mit den dortigen Strukturen der PKK vernetzt“ habe. In den Vorwürfen gegen die kurdischstämmige Frau sieht die Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut (Linke) wiederum vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Regime von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara. „Es ist für mich erschreckend zu sehen, wie schnell manchmal Grundrechte eingeschränkt werden, wenn es um Menschen geht, die sich für die Rechte von Kurdinnen und Kurden einsetzen. Oftmals habe ich leider den Eindruck, dass die Bundesregierung vor dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan kuscht“, sagte Akbulut der Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA.

8 Januar 2023 0 Kommentare
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Tausende protestieren gegen türkische Annäherung an Syrien

von Fremdeninfo 8 Januar 2023
von Fremdeninfo

 

Tausende protestieren gegen türkische Annäherung an Syrien

Von

dtj-online

–

07.01.2023

 

 

>
Demonstranten protestieren in diesen Tagen gegen eine mögliche Annäherung zwischen der Türkei und der syrischen Regierung. Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Erdoğan und Assad sind Todfeinde – eigentlich. Denn zuletzt standen die Zeichen auf Wiederannäherung. Das kommt nicht überall gut an.

Die Proteste fanden unter anderem rund um Idlib und Aleppo statt, wie ein Sprecher des regionalen Zivilschutzes mitteilte. Die Gebiete stehen nicht unter der Kontrolle der syrischen Regierung. Viele Menschen dort sehen in Ankara eine Schutzmacht.

Die Demonstranten sprachen sich mit Gesängen und Bannern gegen eine Versöhnung der beiden Regierungen aus. „Ich wurde vertrieben und habe drei meiner Kinder in den Gefängnissen des Regimes verloren“, sagte ein Teilnehmer einer Kundgebung nahe Aleppo der Deutschen Presse-Agentur.

Nach langer diplomatischer Eiszeit hatten sich vor gut einer Woche die Verteidigungsminister der Türkei und Syriens in Moskau getroffen, um Wege für eine Lösung im Bürgerkriegsland zu finden. An den Gesprächen nahm auch der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu teil.

Wahlen stehen an: Erdoğan braucht Assad wohl

Russland unterstützt im syrischen Bürgerkrieg den Präsidenten Baschar al-Assad, die Türkei steht dagegen auf der Seite von Rebellen. Ankara hatte die diplomatischen Beziehungen zu Damaskus aufgekündigt, zuletzt aber den Willen zur Wiederannäherung geäußert. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte auch ein Treffen mit Assad ins Spiel gebracht, den er in der Vergangenheit als „Mörder“ bezeichnete.

Erdoğan steht innenpolitisch unter Druck, weil sich die Stimmung im Land gegenüber den syrischen Flüchtlingen deutlich verschlechtert hat. Rund 3,7 Millionen Syrer leben in der Türkei. Ankara möchte die Menschen gerne in ihre Heimat zurückschicken. Bei den trilateralen Verhandlungen in Moskau waren die Flüchtlinge nach Angaben des türkischen und russischen Verteidigungsministeriums auch Thema.

Nach fast zwölf Jahren Bürgerkrieg in Syrien kontrollieren Assads Regierungstruppen wieder rund zwei Drittel des Landes. Der Machthaber wird neben Russland auch vom Iran unterstützt. Die Türkei hält Gebiete im Norden Syriens besetzt.

dpa/dtj

8 Januar 2023 0 Kommentare
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Wahlgeschenk Pension: Erdoğan ermöglicht Millionen frühere Rente

von Fremdeninfo 7 Januar 2023
von Fremdeninfo

 

Wahlgeschenk Pension: Erdoğan ermöglicht Millionen frühere Rente

Von

Stefan Kreitewolf

–

04.01.2023

Für mehr als zwei Millionen Beschäftigte in der Türkei beginnt das neue Jahr unverhofft mit einer guten Nachricht. Haben sie bald mehr Zeit für einen türkischen Tee? Foto: Zeynep Sumer / Unsplash

Die Türkei schafft das Pensionsmindestalter ab – mehr als zwei Millionen Menschen könnten sofort in Rente gehen. Während Experten vor den Kosten warnen, verfolgt Präsident Erdoğan im Wahljahr damit wahrscheinlich nur ein Ziel.

Wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen 2023 lässt der türkische Präsident das gesetzliche Mindestalter für Pensionierungen (türkisch „EYT“) abschaffen. Bisher lag das Renteneintrittsalter für Männer bei 60 Jahren und für Frauen bei 58 Jahren. Ab Mitte Januar zählen nur noch die geleisteten Arbeitstage: 7.200 reichen dann für die Rente.

Bleibt es dabei, könnten schon Mittvierziger den Ruhestand genießen. Recep Tayyip Erdoğan zufolge wären nun 2,25 Millionen Menschen berechtigt, augenblicklich in Rente zu gehen. Kurz nach der Bekanntmachung vergangene Woche bildeten sich in vielen Städten bereits lange Menschenschlangen vor den Renten- und Sozialkassen.

Frührente könnte im ersten Jahr 12,5 Milliarden Euro kosten

Sollten alle Berechtigten wirklich in Rente gehen, würde die Zahl der türkischen Pensionäre sprunghaft von 13,9 auf 16,2 Millionen ansteigen. Die Opposition spricht von einem irrationalen Wahlkampfmanöver. Denn allein im ersten Jahr könnte die Frührente 250 Milliarden Lira (umgerechnet circa 12,5 Milliarden Euro) kosten, will die Nachrichtenagentur Bloomberg von einem Insider erfahren haben. Es kursieren auch andere Zahlen wie 100 oder 150 Milliarden Lira.

Mit dem „Rentengeschenk“ möchte Erdoğan offensichtlich für positive Nachrichten im Wahljahr sorgen. Angesichts der wachsenden Armut im Land, der Entwertung der türkischen Währung Lira und der Rekordinflation von zuletzt über 80 Prozent ist das bitter nötig. Und die Frührente scheint dabei nicht die einzige Maßnahme zu sein.

Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 8.500 Türkische Lira

Erst vor knapp zwei Wochen gab der türkische Präsident eine Erhöhung des staatlich festgesetzten Mindestlohns auf 8.500 Lira (umgerechnet circa 430 Euro) bekannt (DTJ-Online berichtete). Im Vergleich zum Januar 2022 ist das eine Verdopplung. Wie die frühere Rente und der gestiegene Mindestlohn finanziert werden sollen, erklärte der Staatschef bislang nicht.

Experten warnen bereits vor riesigen Defiziten in der staatlichen Rentenkasse. Denn die Geburtenrate im Land geht zurück, die jahrzehntelang junge türkische Gesellschaft beginnt zu altern. Die Türkei kann es sich kaum leisten, dass immer weniger Menschen erwerbstätig sind. Folgerichtig befürchten Kritiker des Präsidenten, dass Erdoğan die wirtschaftliche Zukunft seines Landes für den eigenen Machterhalt opfert.

Einer Umfrage zufolge wollen die meisten von der neuen Regelung profitierenden Betroffenen übrigens weiter arbeiten, falls sie eine Beschäftigung finden sollten. Das stößt durchaus auf Gegenliebe auf der Arbeitgeber-Seite. Denn auch diese will laut der Umfrage weiter auf die Arbeitskraft der Pensionäre setzen

7 Januar 2023 0 Kommentare
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Türkei im Wahljahr: HDP-Konten gesperrt – Verbot nur noch Frage der Zeit?

von Fremdeninfo 6 Januar 2023
von Fremdeninfo

 

Türkei im Wahljahr: HDP-Konten gesperrt – Verbot nur noch Frage der Zeit?

Von

dtj-online

–

06.01.2023

 

 Menschen demonstrieren für die HDP. Die Partei steht seit Jahren unter massivem Druck. Nun könnte sie verboten werden. Foto: HDP

Das türkische Verfassungsgericht hat nach Angaben des Staatssenders TRT Bankkonten der prokurdischen Partei HDP blockiert. Beobachter erwarten ein Verbot der Partei.

Staatsanwälte hatten diesen Schritt während des laufenden Verfahrens über ein mögliches Verbot der drittgrößten Partei des Landes gefordert. Auf den Konten sollte die oppositionelle HDP laut TRT Staatsgelder in Höhe von umgerechnet etwa 27 Millionen Euro für den Wahlkampf erhalten.

Beobachter erwarten ein Verbot der Partei noch vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, die für die Jahresmitte 2023 vorgesehen sind. Hintergrund für das drohende Verbot der HDP sind angebliche Verbindungen zu illegalen Gruppierungen wie etwa der PKK. Die Partei weist diese Vorwürfe zurück, tut sich aber auch schwer, sich von der Terrororganisation eindeutig zu distanzieren.

Aussichtsreichen Konkurrenten vorerst kaltgestellt

Die Schließung der Konten bezeichnete die Parteispitze als Versuch, einen „fairen, demokratischen Wahlprozess“ zu blockieren. Ein Anwalt der Partei sagte der Deutschen Presse-Agentur, die HDP werde die Entscheidung vom Donnerstag anfechten. Seit Jahren geht die türkische Regierung gegen die HDP vor, mehrere Bürgermeister wurden abgesetzt und Mitglieder vor Gericht gestellt oder inhaftiert.

Im Dezember etwa wurde der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu von der CHP wegen Beamtenbeleidigung zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren und einem Politikverbot verurteilt – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Erst dann müsste er seinen Posten als Bürgermeister aufgeben und könnte auch nicht kandidieren.

İmamoğlu gilt als aussichtsreicher Herausforderer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Ankara widerspricht seinerseits der Darstellung, dass in der Türkei politische Verfahren geführt werden: Die Justiz sei unabhängig, wird Justizminister Bekir Bozdağ nicht müde zu betonen.

dpa/dtj

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Silvester hallt nach: Welche Rolle spielt der Migrationshintergrund bei der Randale?

von Fremdeninfo 6 Januar 2023
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Silvester hallt nach: Welche Rolle spielt der Migrationshintergrund bei der Randale?

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05.01.2023

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Polizeibeamte stehen am 31.12.2022 hinter explodierendem Feuerwerk. Foto: Julius-Christian Schreiner/TNN/dpa

Zeigen die Ausschreitungen an Silvester, dass die Polizei in Berlin schlecht aufgestellt ist? Die Regierende Bürgermeisterin Giffey gerät mitten im Wahlkampf unter Druck. Die Bundesregierung will erst alle Fakten auf Tisch bringen, bevor sie sich äußert.

Nach den Ausschreitungen an Silvester hat Berlins Regierungschefin Franziska Giffey (SPD) die Kritik von Unionspolitikern an ihrem Senat zurückgewiesen. „Also wir haben in dieser Nacht die volle Mannstärke von Polizei und Feuerwehr, eine Verdreifachung der Einsatzkräfte bei der Feuerwehr auf der Straße gehabt“, sagte Giffey am Mittwoch im rbb-Inforadio. „Ich sehe nicht, dass hier die Polizei eingeschränkt wird.“

CDU-Chef Friedrich Merz hatte dem „Münchner Merkur“ zuvor gesagt, das Land Berlin werde mit der Lage nicht fertig. Seit Jahren begrenze der Senat aus politischen Motiven die Rechte und Einsatzmöglichkeiten der Polizei. CSU-Chef Markus Söder argumentierte ähnlich.

Giffey entgegnete, Berlin habe die Polizei in den letzten Jahren unter sozialdemokratischer Verantwortung massiv aufgestockt und werde das weiter tun. „Aber es ist auch klar, dass wir hier in Berlin in einer Großstadt eine massive Anhäufung auch von Problemlagen haben und auch eben die Gewalt sich hier besonders entladen hat.“ Das sei aber kein Berliner Phänomen. Merz möge doch mal schauen, dass das auch in anderen deutschen Städten passiert sei. Giffey kündigte an, zu einem Gipfel gegen Jugendgewalt einladen zu wollen.

Beim Einsatz angegriffen

In der Silvesternacht waren in mehreren deutschen Städten Polizisten, Feuerwehrleute und sogar Rettungswagen im Einsatz angegriffen worden, unter anderem mit Böllern und Raketen. Besonders heftig waren die Attacken in der Bundeshauptstadt.

Nach Angaben der Berliner Polizei wurden 355 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. 145 Menschen seien vorläufig festgenommen worden, alle Verdächtigen seien nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gekommen. Es seien insgesamt 18 verschiedene Nationalitäten erfasst worden. 45 der Verdächtigen haben laut Polizei die deutsche Staatsangehörigkeit, 27 Verdächtige sind demnach afghanischer Nationalität und 21 Syrer.

Das Bundesinnenministerium will nun ein deutschlandweites Lagebild erstellen lassen. Aus einigen größeren Bundesländern seien dafür noch keine Zahlen eingegangen, weshalb dies noch einige Tage in Anspruch nehmen könne, sagte ein Sprecher.

Innenministerin nennt das Problem beim Namen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser forderte klare Konsequenzen für die Täter. „Wir haben in deutschen Großstädten ein großes Problem mit bestimmten jungen Männern mit Migrationshintergrund, die unseren Staat verachten, Gewalttaten begehen und mit Bildungs- und Integrationsprogrammen kaum erreicht werden“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Junge Gewalttäter müssten schnelle und deutliche strafrechtliche Konsequenzen spüren. Faeser warnte jedoch davor, rassistische Ressentiments zu schüren: „Wer die notwendige Debatte ausnutzt, um auszugrenzen, löst das Problem nicht, sondern verstärkt es.“

Statt die Angriffe auf Polizei und Feuerwehr zum Anlass für eine Integrationsdebatte zu nehmen, sollte der Fokus nach Auffassung der Antirassismus-Beauftragten der Bundesregierung auf junge Männer als Täter gerichtet werden. „Was wir brauchen, ist eine ehrliche Debatte über Jugendgewalt“, sagte Reem Alabali-Radovan am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich gehe es „hauptsächlich um junge Männer, die in einer Gruppe Gewalt als Erlebnis empfinden“.

Großteils männlich

Etwa zwei Drittel der 145 Festgenommenen im Zusammenhang mit den Silvester-Krawallen sind nach Polizeiangaben unter 25 Jahre alt. Davon sind 27 Verdächtige noch minderjährig, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte der RBB berichtet. Weibliche Beschuldigte gibt es laut Polizei kaum: 139 der vorläufig Festgenommenen seien männlich, sagte ein Sprecher.

Der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, Andreas Zick, warnte davor, Menschen mit Migrationshintergrund verantwortlich zu machen. „Dass Silvester so gewalthaltig war, reiht sich ein in einen Anstieg an Gewalt in der gesamten Gesellschaft“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der rechtspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Helge Limburg, verurteilte die Krawalle. Er sagte dem „Tagesspiegel“, der Versuch einiger Unionspolitiker, die Probleme vor allem in Berlin zu verorten, sei offenkundig ein Wahlkampfmanöver. Es würden rassistische Ressentiments bedient, statt Lösungen aufzuzeigen.

In Berlin soll am 12. Februar die Wahl zum Abgeordnetenhaus wiederholt werden, nachdem das Landesverfassungsgericht die Wahl im September 2021 wegen vieler Pannen und „schwerer systemischer Mängel“ für ungültig erklärt hatte. Giffey tritt für die SPD wieder an.

Kauf von Schreckschusswaffen zu einfach

Giffey sagte am Mittwoch, man müsse gegen Straftaten vorgehen, aber auch auf Handlungsbedarf in der Integrations-, Jugend-, und Schulsozialarbeit schauen. Einsatzkräfte der Polizei in Neukölln hätten ihr berichtet, auch die sozialen Medien spielten eine große Rolle: „Dass eben sich gegenseitig angestachelt wird auf Tiktok.“

Dass diese eine Nacht die Nacht sei, die für manch andere der 1. Mai sei, wo man mal „die Sau rauslassen“ und zeigen könne, dass man der Stärkere sei mithilfe von Schreckschusswaffen und Böllern. Es sei ein Kampf, der geführt werde, um Macht und Stärke zu zeigen. Das sei auch etwas, was in einer Gruppendynamik passiere.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mahnte strengere Regeln für den Kauf von Schreckschusswaffen an. Problematisch sei, dass jeder ab 18 Jahren ohne weitergehende Prüfung oder einen Nachweis eine solche Waffe und die dazugehörige Munition kaufen könne, sagte Spranger dem „Tagesspiegel“. Das gehöre auf den Prüfstand. Für den Kauf will die neue Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK) unter anderem einen sogenannten kleinen Waffenschein und die dazugehörige Zuverlässigkeitsprüfung vorschreiben.

dpa/dtj

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