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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

EU-Bericht: Italien blockiert Rücknahme von Asylbewerbern

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Archive

Erdogan in Berlin: Die Türkei ist mehr Freund des Westens, als die Deutschen es ahnen

von Fremdeninfo 15 November 2023
von Fremdeninfo

Erdogan in Berlin: Die Türkei ist mehr Freund des Westens, als die Deutschen es ahnen

Geschichte von Emin Arslan  Zeitung

 

Obwohl einige deutsche Politiker fordern, Erdogan sollte nicht nach Berlin kommen dürfen, wird der türkische Präsident nun dennoch am 17. November anreisen. Wie hat sich Erdogans Israel- und Hamas-Politik auf seine Beziehungen zu den USA und Deutschland ausgewirkt? Und welche Beweggründe hat Erdogan, so hamasfreundlich aufzutreten? Lesen Sie hier ein Interview mit dem EU- und Türkei-Experten Emre Peker. 

Berliner Zeitung: Präsident Erdoğan erklärte, dass der Tod von Zivilisten auf beiden Seiten nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober nicht hinnehmbar sei. Er zeigte sich bereit, zu vermitteln. Später verschärfte er seine Rhetorik, indem er sagte, die Hamas sei keine terroristische Organisation. Er gibt Israel die Schuld am Hamas-Terror. Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für diesen dramatischen Wandel?

Die Türkei und Israel haben in den vergangenen zwei Jahren einen Normalisierungsprozess eingeleitet. In diesem Rahmen kam der israelische Präsident Jitzchak Herzog vergangenes Jahr nach Ankara. Erdoğan und Netanjahu trafen sich vor zwei Monaten in New York. Sind die jüngsten Äußerungen Erdogans das Ende des Normalisierungsprozesses?

Die Annäherung zwischen der Türkei und Israel wird kurzfristig zum Erliegen kommen, und das Ausmaß der israelischen Operationen in Gaza wird darüber entscheiden, ob der gesamte Prozess ins Stocken gerät. Die Bemühungen um eine Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit werden einen sofortigen Rückschlag erleiden, wie etwa die Aussetzung der Gespräche über eine Energiepartnerschaft mit dem Ziel, israelisches Gas über die Türkei nach Europa zu leiten. Allerdings sind Normalisierungsprozesse nicht schwarz-weiß. Wenn die politischen Führer auf beiden Seiten die Politik in den Griff bekommen, könnten die Türkei und Israel nach dem Abklingen der Gaza-Krise – und vor allem, wenn es einen breiteren Impuls für eine regionale Normalisierung gibt – die Gespräche dort wieder aufnehmen, wo sie aufgehört haben. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt ein erbitterter Streit und eine Verschlechterung der Beziehungen auch nicht in Erdogans politischem und wirtschaftlichem Interesse – insbesondere wegen der Auswirkungen, die dies auf die Beziehungen zwischen der Türkei und dem Westen haben würde

Erdogan hat in Deutschland großen Einfluss. Man darf ihn aber nicht überschätzen. © AP

 

Die Türkei und die USA haben schon seit langem ein problematisches Verhältnis. Die Türkei beschuldigt die USA, den Terrorismus zu unterstützen. Die USA haben die Türkei aus dem Lockheed-Martin F-35-Programm ausgeschlossen. Es scheint, dass Biden während seiner Präsidentschaft so wenig wie möglich mit Erdoğan kommuniziert hat. US-Außenminister Blinken bereiste nach den Konflikten die Länder der Region, besuchte aber nicht die Türkei. Es gibt Meinungsverschiedenheiten. Wohin wird Erdogans Verteidigung der Hamas die Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen?

Blinken besuchte schließlich die Türkei und hatte konstruktive Gespräche. Erdogan hat aus den Beziehungen der Türkei zur Hamas nie einen Hehl gemacht und in den letzten Jahren im Rahmen der Annäherung an Israel die Beziehungen heruntergefahren. Dass Ankara die Hamas nicht als terroristische Organisation betrachtet, ist keine neue Entwicklung. Daher wird sie die ohnehin pragmatischen und transaktionalen Beziehungen der Türkei zu den USA nicht wesentlich beeinträchtigen. Die strategische Allianz zwischen Washington und Ankara ist seit langem beendet, und solange Erdogan an der Macht ist, hat keine der beiden Seiten einen Anreiz, die Beziehungen wieder auf den früheren Stand zu bringen. Die Rolle der Türkei bei der Stärkung der regionalen Stabilität, ihr Beitrag zur Nato und zur Erweiterung des Bündnisses sowie ihre Positionierung im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg sind für die USA viel wichtiger als Erdogans Äußerungen zu Israel und der Hamas. Die Unterstützung der Biden-Administration für den Verkauf von mehr F-16- und Modernisierungspaketen an die Türkei zeigt auch den Wunsch des Weißen Hauses, trotz der Feindseligkeit des Kongresses gegenüber Erdogan starke transaktionale und für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen mit der Türkei zu unterhalten.

Zwischen der Türkei und Deutschland bestehen ähnliche Probleme wie zwischen der Türkei und den USA. Die EU-Mitgliedschaft der Türkei ist nicht mehr wirklich ein Thema. Deutschland ist neben den USA der größte Unterstützer Israels auf der internationalen Bühne. Wird die Hamas-Politik der Türkei zu einem dauerhaften Bruch mit Deutschland führen?

Deutschland ist einer der stärksten und historischen Verbündeten der Türkei in Europa. Erdogan hat Berlin oft als relativ fairen Vermittler betrachtet und konnte gute Arbeitsbeziehungen zu einer Reihe von Bundeskanzlern unterhalten. Trotz der starken Unterstützung Berlins für Israel, Erdogans Kritik an der Regierung Netanjahu und der Unterstützung des türkischen Präsidenten für die Hamas sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland stark und werden auch in Zukunft nicht abreißen. Intensive Wirtschaftsbeziehungen sowie eine große deutsch-türkische Gemeinschaft in Deutschland werden stabile bilaterale Beziehungen untermauern – selbst wenn Ankaras EU-Bewerbung ins Leere läuft.

Im Ukraine-Krieg tritt Erdogan als Vermittler auf.

Im Ukraine-Krieg tritt Erdogan als Vermittler auf. © imago
 

Glauben Sie, dass Erdoğans Erklärung den in Europa und den USA lebenden Muslimen den Weg ebnen wird, einen Protest gegen Israel und die Politik, die Israel unterstützt, zu organisieren? Glauben Sie, dass Erdoğan eine solche Macht hat?

Erdogan ist bei vielen im Westen lebenden Muslimen sehr beliebt und wird von ihnen respektiert, aber er fordert nicht ihre Loyalität und diktiert ihnen nicht ihr Handeln. Seine Rhetorik und seine Aufrufe mögen in den USA oder Europa auf Resonanz stoßen und zu einigen Protesten beitragen, aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass sie Massendemonstrationen auslösen, geschweige denn anhaltende Demonstrationen. Die Türkei will eine führende Regionalmacht und ein globaler Akteur sein. Angesichts der geografischen Lage, der Geschichte, der überwiegend muslimischen Bevölkerung und der persönlichen Überzeugungen Erdogans ist es für die Türkei unmöglich, in der israelisch-palästinensischen Frage nicht aktiv zu werden. Allerdings sind die diplomatischen Möglichkeiten Ankaras im Vergleich zu den meisten anderen wichtigen Akteuren in der Region begrenzt. Daher kann die Türkei als Nato-Verbündeter mit Beziehungen sowohl zu Israel als auch zu den Palästinensern zwar eine konstruktive Rolle spielen, aber Ankara wird wahrscheinlich nur ein zweitrangiger Akteur sein. Innenpolitisch findet die palästinensische Sache bei den meisten Türken quer durch das politische Spektrum Anklang, was es Erdogan leichter macht, Israel zu verurteilen und die Palästinenser – sogar die Hamas – zu unterstützen.

15 November 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Wagenknecht-Frontfrau ändert ihre Asyl-Meinung um 180 Grad: „Deutschland hat sich stark verändert“

von Fremdeninfo 14 November 2023
von Fremdeninfo

 

Wagenknecht-Frontfrau ändert ihre Asyl-Meinung um 180 Grad: „Deutschland hat sich stark verändert“

Artikel von Marcel Görmann News 38 

 

Sie soll Vorsitzende der neue Wagenknecht-Partei werden: Amira Mohamed Ali. Die frühere Linksfraktion-Chefin ist neben Wagenknecht die prominenteste Politikerin im neuen Bündnis.

Doch bei der Asylpolitik kamen zuletzt Fragezeichen auf, ob die beiden wirklich auf einer Linie sind. Nun schafft Mohamed Ali Klarheit.

Mitstreiterin von Sahra Wagenknecht: Wo steht Amira Mohamed Ali?

Im Netz kursierte zuletzt ein Ausschnitt aus einem alten Interview von Mohamed Ali. In dem Clip mit Journalist Tilo Jung erklärte sie: „Ich bin generell gegen Abschiebungen“. Das Interview scheint so gar nicht zu passen zu der strikten Asylpolitik, für die Wagenknecht steht (hier mehr dazu).

+++ Auch interessant: Ein Problem wird immer größer in deutschen Städten – es betrifft besonders Ukrainer

Jedoch ist das Interview schon aus dem Jahr 2019. Hat Mohamed Ali mittlerweile eine andere ganz Position zum Thema Asyl? Nun erhielt unsere Redaktion eine Stellungnahme von ihr.

Wird sie Parteivorsitzende neben Wagenknecht? Amira Mohamed Ali. © IMAGO/photothek

Keine „Realitätsverweigerung“ bei Asylpolitik

„Deutschland, Europa und die Welt haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Ich finde, als Politikerin muss man Äußerungen und Positionen immer regelmäßig für sich reflektieren und auch mutig sein, neue Wege zu gehen, wenn das notwendig ist.“

Und weiter schreibt sie unserer Redaktion: „Starrsinn und Realitätsverweigerung, wie wir sie in großen Teilen der Bundesregierung erkennen, bringen Deutschland nicht weiter, auch nicht in der Migrationsfrage.“

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Sie scheint bei diesem Politikfeld mittlerweile auf Wagenknecht-Linie angekommen zu sein. „Die aktuelle Migrationspolitik der Bundesregierung führt in die Irre“, teilt sie mit. Mohamed Ali betont aber auch, dass Abschiebungen alleine das Migrationsproblem nicht lösen werden. Dennoch müssten Rückführungen derer

verstärkt werden, „die kein Bleiberecht in Deutschland haben“.

+++ Lese-Empfehlung: Asyl: Betroffener packt aus – Route nach Deutschland ist „Weg des Todes“ +++

Forderung: Zuwanderung begrenzen

Daneben brauche es jedoch „Lösungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen“. Sie kritisiert Waffenexporte aus Deutschland, Sanktionsmaßnahmen wie z. B. gegen Syrien „oder auch unfaire Freihandelsabkommen mit afrikanischen Staaten“. All das würde Menschen dazu bewegen, nach Deutschland einzureisen. Deshalb fordert sie einen „Kurswechsel“, um die Zuwanderung zu begrenzen.

14 November 2023 0 Kommentare
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Politik

Linksfraktion im Bundestag beschließt ihr eigenes Ende

von Fremdeninfo 14 November 2023
von Fremdeninfo

Linksfraktion im Bundestag beschließt ihr eigenes Ende

Artikel von dpa

 

Die Linksfraktion im Bundestag hat ihre Auflösung beschlossen. © Christoph Soeder/dpa

Dietmar Bartsch ist noch Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im Bundestag.

Dietmar Bartsch ist noch Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im Bundestag. © Michael Kappeler/dpa

Die Linksfraktion im Bundestag hat ihre Auflösung zum 6. Dezember beschlossen. Dies teilten Fraktionsmitglieder am Dienstag in Berlin mit. Hintergrund ist der Austritt der früheren Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und neun weiterer Abgeordneter aus der Partei die Linke. Ohne sie verliert die Linksfraktion ihre Mindestgröße von 37 Abgeordneten und muss liquidiert werden. Für die Linke ist es ein tiefer Einschnitt und für das Parlament sehr ungewöhnlich.

Es wird erwartet, dass nun zwei neue parlamentarische Gruppen entstehen: die verbliebenen 28 Linken-Abgeordneten einerseits und Wagenknecht mit ihren Unterstützern andererseits. Man werde darauf hinarbeiten, das so schnell wie möglich umzusetzen, sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch vor der Fraktionssitzung. Eine Gruppe hat im Vergleich zu einer Fraktion etwas weniger parlamentarische Rechte und bekommt auch weniger finanzielle Unterstützung aus der Staatskasse. Zur Zulassung einer Gruppe und zur Bestimmung von deren Rechten braucht es einen Bundestagsbeschluss.

Tiefer Einschnitt für die Linke

Politisch ist es für die Linke ein tiefer Einschnitt. Die Linksfraktion hatte sich 2005 gegründet, ein Zusammenschluss der Abgeordneten der ehemaligen PDS und der damals neuen WASG. Beide Parteien fusionierten dann 2007 zur Linken. Nun spaltet sie sich wieder. Wagenknecht möchte Anfang 2024 eine Konkurrenzpartei gründen. Ihr Verein «Bündnis Sahra Wagenknecht» bereitet dies vor und sammelt schon Spenden.

Dass sich eine Bundestagsfraktion während der laufenden Legislatur auflöst, ist neu. Solche «Liquidationen» gab es bisher nur nach Wahlniederlagen. 2013 wurde die FDP-Fraktion im Bundestag liquidiert, als sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. 2002 durchlief die Linken-Vorgängerin PDS bereits einmal ein solches Verfahren. Damals schafften nur zwei Direktkandidatinnen den Sprung in den Bundestag.

Eine Liquidation kann Jahre dauern

Weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Räume und Verträge gekündigt werden müssen, kann eine Liquidation Jahre dauern. Die Gründung der neuen parlamentarischen Gruppen kann aber schon vorher beginnen. Sie brauchen Unterstützung der übrigen Fraktionen im Ältestenrat und im Plenum. Übergangsweise werden die bisherigen Mitglieder der Linksfraktion wohl als Einzelabgeordnete im Bundestag sitzen.

Die Linksfraktion erhielt nach Angaben des Bundestags 2022 rund 11,5 Millionen Euro staatlicher Zuwendungen und hatte Personalausgaben von rund 9,3 Millionen Euro. Die Fraktion muss nun allen 108 Mitarbeitern kündigen. Einige von ihnen könnten bei den beiden neuen Gruppen einen Job finden

14 November 2023 0 Kommentare
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Antisemitismus

Antisemitismusbeauftragte korrigiert Forderungen zu Demos

von Fremdeninfo 14 November 2023
von Fremdeninfo

Antisemitismusbeauftragte korrigiert Forderungen zu Demos

Artikel von Dpa Deutsche Presse-Agentur

Antisemitismusbeauftragte korrigiert Forderungen zu Demos

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger © David Young/dpa
 

Kann das Demonstrationsrecht auf Deutsche beschränkt werden, um Ausländer-Extremismus im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg einzudämmen? Die Antisemitismus-Beauftragte in NRW sorgt mit markigen Worten für Wirbel. Jetzt stellt Leutheusser-Schnarrenberger klar, was sie meint.

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat ihre umstrittenen Äußerungen zur Versammlungsfreiheit von Ausländern gerade gerückt. Sie bedaure, mit falschen, missverständlichen Äußerungen für Irritationen gesorgt zu haben, sagte die FDP-Politikerin am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Sie plädiere keineswegs dafür, das Versammlungsrecht nur Deutschen zuzugestehen. „Natürlich haben Ausländer ein Versammlungsrecht“, betonte sie.

Es gehe ihr lediglich darum, dass im Vorfeld noch intensiver geprüft werde, wer eine Versammlung anmelde und ob es Verbindungen zu verbotenen Organisationen oder Hinweise auf frühere antisemitische oder ähnlich problematische Äußerungen gebe. „Und da kann natürlich auch mal ein Migrationshintergrund eine Rolle spielen. Aber doch nicht in dem Sinne, dass sie kein Versammlungsrecht haben, sondern dass das in der Prüfung bei einer Anzeige einer Versammlung eben von der Polizei mit in den Blick genommen werden muss.“

Die SPD-Opposition gestand der Beauftragten zu: „Da hat Frau Leutheusser-Schnarrenberger noch die Kurve gekriegt.“ Es spreche für ihre Größe, dass sie ihren Fehler sofort erkannt und eingeräumt habe, lobte der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf.

Am Wochenende hatte Leutheusser-Schnarrenberger dem WDR-Magazin „Westpol“ gesagt, wenn eine Versammlung angemeldet werde, müsse geprüft werden, „wie die Staatsangehörigkeit ist, denn es ist eines der wenigen Grundrechte, die eben nur Deutschen zustehen“. Dies sei eine Möglichkeit, „mal im Vorhinein ein Verbot auszusprechen, was insgesamt bei Versammlungen bei unserem Versammlungsrecht sonst schwierig ist“.

Die ehemalige Bundesjustizministerin hatte sich damit auf Artikel 8 des Grundgesetzes bezogen. Hier heißt es: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“ NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) hatte daraufhin klargestellt, generelle Versammlungsverbote für Nicht-EU-Ausländer seien die falsche Reaktion, „rechtlich unzulässig“ und praktisch „nicht realisierbar“.

Ein generelles Versammlungsverbot wäre „das Allerletzte, was ich vertrete“, versicherte Leutheusser-Schnarrenberger. Limbachs Reaktion auf ihre Äußerung bei „Westpol“ sei aber verständlich. „Der Justizminister hat recht. Natürlich können Ausländer Versammlungen beantragen und daran wollen wir auch überhaupt nichts ändern. Ganz bestimmt nicht“, versicherte die Liberale der dpa.

Auch wenn im Artikel 8 des Grundgesetzes im damaligen historischen Kontext ein Recht der Deutschen formuliert worden sei, sei in der Versammlungsgesetzgebung der Länder, die seit 2006 die Zuständigkeit dafür hätten, von allen Menschen die Rede. Insofern gebe es deswegen jetzt keinen akuten Änderungsbedarf am Grundgesetz. Wenn es denn aber überarbeitet werde, „dann könnte man da auch statt „alle Deutschen“ einfach „alle“ schreiben – so wie es in den anderen Grundrechten auch der Fall ist“.

Ihre Sorge, dass vermeintlich harmlose Versammlungen am Ende zu antisemitischen Kundgebungen ausufern könnten, sei nach den Erfahrungen mit der Demonstration in Essen entstanden, erläuterte die Juristin. Die Versammlung war Anfang November als Pro-Palästina-Kundgebung angemeldet worden. Jetzt läuft gegen den Versammlungsleiter ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung.

Ihr Appell, bei den Anmeldungen

genauer hinzuschauen, sei keine Kritik an der Polizei, unterstrich Leutheusser-Schnarrenberger. Die Polizei gehe in sehr vielen Fällen professionell mit diesem schwierigen Umfeld um.

In NRW habe die Polizei bereits Listen mit verbotenen Bezeichnungen, die etwa in ausländischen Schriftzeichen auf Plakaten auftauchen könnten. Außerdem hätten die Beamten Zugang zu Übersetzungsdiensten und zu Islamwissenschaftlern. Dennoch sei es „aller Mühen wert“, diese Aufklärungsarbeit zu intensivieren, unterstrich die Antisemitismus-Beauftragte.

Auch die SPD unterstrich, wenn sich bereits im Vorfeld einer Demonstration abzeichne, dass die Versammlung für Hass-Parolen gegen Juden missbraucht werden solle, müsse sie untersagt oder aufgelöst werden können. dpa

14 November 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe: Scharfe Kritik an Bund-Länder-Beschlüssen zur Migration

von Fremdeninfo 14 November 2023
von Fremdeninfo

Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe: Scharfe Kritik an Bund-Länder-Beschlüssen zur Migration

Artikel von chg/AFP Berliner Zeitung
Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) ist mit den Beschlüssen von Bund-und Ländern nicht zufrieden. © Christophe Gateau/dpa
 

Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Migration nach Deutschland scharf kritisiert. Sie widerspricht damit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der diese Beschlüsse zuletzt gelobt hatte.

Kiziltepe sagte dem Nachrichtenmagazin Spiegel, dass Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete für ein Entgelt von 80 Cent bis ein Euro diskutiert würden, sei „aus integrationspolitischer Sicht ein großer Rückschritt“. Die Idee erinnere „fatalerweise an die gescheiterten 1-Euro-Jobs der Hartz-Gesetzgebung“.

Auch das Vorhaben, statt Geld Bezahlkarten auszugeben, hält die SPD-Politikerin für falsch. Dieser Weg würde „eine enorme Stigmatisierung von geflüchteten Menschen bedeuten“, so Kiziltepe.

„Menschen fliehen aus dramatischen Notlagen wie Krieg und Vertreibung und machen ihre Entscheidungen nicht von Art und Form einer Sozialleistung abhängig.“ Stattdessen brauche es eine leistungsfähige Infrastruktur zur Integration und schlankere Gesetzgebung.

Das Geld, das der Bund den Ländern und Kommunen für Flüchtlinge versprochen habe, reiche nicht aus. „Jeder Euro, den wir heute aufgrund der rigiden Vorgaben der Schuldenbremse nicht sinnvoll ausgeben können, wird uns in einigen Jahren doppelt und dreifach als zusätzliche Kosten auf die Füße fallen“, so Kiziltepe „Der vorliegende Beschluss ist nicht geeignet, bestehende Probleme der Länder und Kommunen zu lösen.“

Die Überlegung, Asylverfahren in Drittstaaten auszulagern, hält sie für nicht geeignet. Eine Auslagerung stelle zudem „faktisch einen Austritt aus der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) und der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) dar“, so die Sozialdemokratin. Diese seien eine unmittelbare Reaktion der Vereinten Nationen und Europas auf die Schoa und das Scheitern der internationalen Staatengemeinschaft gewesen. „Dies sollten wir uns gerade jetzt ins Gedächtnis rufen“, sagte Kiziltepe.

Die Spitzen von Bund und Ländern hatten sich in der Nacht zu Dienstag auf ein neues System zur Finanzierung und Steuerung der Asylpolitik geeinigt. Der Bund werde künftig jährlich pauschal 7500 Euro pro Flüchtling zahlen, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Zudem sollen Leistungen für Asylbewerber gekürzt und die Kontrollen an den Grenzen zu Nachbarländern verlängert werden.

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Archive

Greta Thunberg ergreift erneut Partei für Palästinenser – Demoteilnehmer in Amsterdam empört

von Fremdeninfo 13 November 2023
von Fremdeninfo

Greta Thunberg ergreift erneut Partei für Palästinenser – Demoteilnehmer in Amsterdam empört

Artikel von Charlotte Lüder  Der Spiegel

 

 

Vor 85.000 Menschen in Amsterdam hat sich die Aktivistin Greta Thunberg zum wiederholten Mal mit den Palästinensern solidarisiert. Viele Teilnehmer der bisher größten Klimademonstration in den Niederlanden reagierten verärgert.

Greta Thunberg ergreift erneut Partei für Palästinenser – Demoteilnehmer in Amsterdam empört © PIROSCHKA VAN DE WOUW / REUTERS
 

Greta Thunberg hat sich bei einer Klimademonstration erneut für die Palästinenser starkgemacht. Mit einem traditionellen schwarz-weißen Palästinensertuch um den Hals sagte die schwedische Klimaaktivistin bei einer per Livestream übertragenen Kundgebung in Amsterdam, die Klimaschutzbewegung habe die Pflicht, »auf die Stimmen jener zu hören, die unterdrückt sind und die für Frieden und Gerechtigkeit kämpfen«.

Dann gab Thunberg das Mikrofon an eine Frau weiter, die ebenfalls ein Palästinensertuch trug und sagte, Israel begehe »in meinem Land einen Völkermord«. Israel greife gezielt Krankenhäuser und Zivilisten an, so die Frau.

Viele Teilnehmende reagierten empört auf die Aussagen. Ein Mann sprang vor laufenden Kameras auf die Bühne und rief ins Mikrofon: »Ich bin für eine Klimademonstration hierhergekommen, nicht, um politische Ansichten zu hören.«

Thunberg rief die Teilnehmenden daraufhin auf, Ruhe zu bewahren und skandierte dann mehrfach: »No climate justice on occupied land.« (»Auf besetztem Land gibt es keine Klimagerechtigkeit.«) Sie spielte damit offenkundig auf die von Israel besetzten palästinensischen Gebiete an.

An der Klimademonstration in Amsterdam beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 85.000 Menschen; sie sei damit die bisher größte derartige Demo in den Niederlanden gewesen.

Friday for Future Deutschland geht auf Distanz zu Thunberg

Nach einer ähnlichen Aktion bei einem Klimastreik im vergangenen Monat war Thunberg bereits dafür kritisiert worden, dass sie die israelischen Opfer des Massakers der Hamas vom 7. Oktober mit rund 1200 Toten nicht gesondert erwähnt hatte.

Zuvor hatte sie sich auf Instagram mit einem »Free Palestine«-Plakat gezeigt und ihren Klimaprotest in einen Pro-Palästina-Protest umgewidmet. Fridays for Future Deutschland konterte auf X: »Das Existenzrecht Israels ist nicht verhandelbar. Humanitäres Völkerrecht gilt für alle. Menschenrechte gelten für alle.«

Der Nahostkonflikt spaltet die Klimabewegung. Auf dem internationalen Instagram-Account von Fridays for Future warf die Bewegung der israelischen Regierung einen»Genozid« an der palästinensischen Bevölkerung vor.

13 November 2023 0 Kommentare
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Großbritannien Umstrittene Innenministerin Braverman entlassen

von Fremdeninfo 13 November 2023
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Großbritannien Umstrittene Innenministerin Braverman entlassen

Wegen ihres harten Kurses in der Flüchtlingspolitik sorgte Innenministerin Braverman seit Längerem für Diskussionen. Kritik am Vorgehen der Polizei bei einer propalästinensischen Demo kostete sie nun offenbar ihr Amt.

Der britische Premierminister Sunak hat die umstrittene Innenministerin Suella Braverman entlassen. Entsprechende Medienberichte bestätigte die Regierung. Nachfolger Bravermans wird demnach der bisherige Außenminister James Cleverly. Dessen Amt soll der frühere Regierungschef David Cameron übernehmen. Die Rechtsaußen-Politikerin hatte immer wieder für Kontroversen gesorgt – zuletzt wegen Kritik am Umgang der Polizei mit propalästinensischen Demonstrationen.

So hatte Braverman vergangene Woche der Polizei vorgeworfen, „propalästinensische Mobs“ zu ignorieren. Sie beschrieb Demonstrationen, bei denen eine Waffenruhe im Gazastreifen gefordert wird, als „Hass-Märsche“. Am Wochenende lieferten sich rechte Demonstranten ein Handgemenge mit Polizisten in London. Kritiker warfen Braverman vor, sie habe Spannungen geschürt.

Favoritin für Parteivorsitz nach möglicher Tory-Wahlniederlage

Braverman gilt als aussichtsreiche Kandidatin für die Parteiführung, sollten die Konservativen wie erwartet die im kommenden Jahr anstehende Parlamentswahl verlieren. Die regierenden Konservativen liegen in Umfragen weit hinter der oppositionellen Labour-Partei.

Spekuliert wurde, dass sie sich mit der Kritik an der Polizei und anderen rechtspopulistischen Äußerungen als Kandidatin des rechten Parteiflügels positionieren und womöglich ihren Rauswurf sogar absichtlich herbeiführen wollte.

13 November 2023 0 Kommentare
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Migration: Grünen-Chefin Ricarda Lang kritisiert »Überbietungswettbewerb« bei Forderungen

von Fremdeninfo 13 November 2023
von Fremdeninfo

 

Migration: Grünen-Chefin Ricarda Lang kritisiert »Überbietungswettbewerb« bei Forderungen

Artikel von Milena Hassenkam DFer Spiegel

 

 

Führende Grünenpolitiker ringen um ihren Kurs in der Migrationsdebatte. Parteichefin Ricarda Lang wehrt sich gegen den Vorwurf der Union, nicht kompromissbereit zu sein. Winfried Kretschmann setzt ganz andere Signale.

Grünen-Chefin Ricarda Lang kritisiert »Überbietungswettbewerb« bei Migrationsforderungen – Kretschmann will Migration begrenzen © Chris Emil Janßen / IMAGO

 

Grünenchefin Ricarda Lang hat einen »Überbietungswettbewerb« bei der Aufstellung von Forderungen in der Migrationsdebatte kritisiert. »Ich würde sagen, wir fokussieren uns jetzt mal in der Debatte auf das, was am meisten bringt, vor allem für die Kommunen, die vor Ort umsetzen müssen – und nicht auf das, was am härtesten klingt«, sagte sie im Deutschlandfunk.

»Ich finde, dass wir manchmal eine Verschiebung innerhalb dieser Debatte erlebt haben, dass plötzlich das, was am allerhärtesten klingt, als am realistischsten ausgemacht wird, obwohl es eigentlich mit der Realität überhaupt nichts zu tun hat«, kritisierte sie. »Ein Beispiel dafür ist die Obergrenzendebatte, die wir jetzt geführt haben über Wochen hinweg. Ich könnte hier zahlreiche andere nennen.« Der grüne Kurs in der Migrationspolitik bestehe darin, Scheinlösungen zu benennen und bei pragmatischen Lösungen mitzugehen.

Lang wies den Vorwurf aus der Union zurück, die Grünen seien nicht kompromissbereit genug. »Ich glaube, uns als Grünen muss niemand erklären nach diesen letzten zwei Jahren, dass zur Politik der Kompromiss dazugehört, dass zur Demokratie der Kompromiss dazugehört«, sagte sie. »Wir haben in den letzten Jahren an vielen Stellen Entscheidungen getroffen. Ich möchte an die Waffenlieferungen an die Ukraine erinnern. Ich möchte an das schnelle Ausbauen der LNG-Terminals erinnern, wo wir über unseren eigenen Schatten gesprungen sind, weil die Realität es notwendig gemacht hat.«

CDU-Chef Friedrich Merz hatte am Wochenende im Deutschlandfunk gesagt: »Die Grünen müssen an die Wirklichkeit anschlussfähig bleiben.« Sie müssten akzeptieren, dass sie Kompromisse machen müssten. Wenn sie dazu nicht bereit seien, habe die Union andere Optionen. Hintergrund ist die Entscheidung der hessischen CDU, mit der SPD statt mit ihrem langjährigen grünen Koalitionspartner Verhandlungen über eine Regierungsbildung aufzunehmen. Die Union fordert zum Beispiel, die Zahl der sicheren Herkunftsländer deutlich auszuweiten, den Familiennachzug von Geflüchteten zu begrenzen und Mehrfachasylanträge zu unterbinden.

Kretschmann will irreguläre Migration begrenzen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt indes vor einer Aushöhlung des Asylrechts. »Man braucht doch kein Asylrecht, wenn jeder kommen und bleiben kann, wie er möchte. Wir müssen die irreguläre Migration begrenzen, sonst kommt das Asylrecht unter die Räder«, sagte der Grünenpolitiker der »taz«. Dass die Grünen in Hessen aus der Regierung flögen, müsse seine Partei wachrütteln. »Der Kurs in der Migrationspolitik ist da ganz entscheidend: runter von der Bremse bei der Eindämmung der irregulären Migration.«

Das Asylrecht dürfe nicht ausgehöhlt werden, sagte Kretschmann. »Humanität kann es nur in der Ordnung geben. Asyl heißt: Wer verfolgt wird, kann herkommen. Das heißt aber doch auch: Wer nicht verfolgt wird, kann eben über

das Asylrecht nicht kommen.« Wenn die Grüne Jugend jetzt eine Abschottung befürchte, könne man nur fragen: »Wo leben die denn? Wir haben gerade eine Million ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, allein Baden-Württemberg hat doppelt so viele ukrainische Geflüchtete aufgenommen als Frankreich. Das ist das Gegenteil von Abschottung.«

Wenn der Staat nichts mache in der Migrationsfrage, entstehe der Eindruck, dass der Staat handlungsunfähig sei. »Das ist die allergefährlichste Botschaft überhaupt! Das treibt die Menschen zu den Rechten«, sagte Kretschmann.

13 November 2023 0 Kommentare
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Hamas meldet verstorbene Frühchen: WHO beklagt „entsetzliche Zustände“ in Gazas größtem Krankenhaus

von Fremdeninfo 13 November 2023
von Fremdeninfo

Hamas meldet verstorbene Frühchen: WHO beklagt „entsetzliche Zustände“ in Gazas größtem Krankenhaus

(dpa/AFP)

Seit Freitag wird vermehrt im Umfeld von Kliniken gekämpft. Israel zufolge hat die Hamas ihr militärisches Hauptquartier in Tunneln unter dem Al-Schifa-Krankenhaus errichtet.

 

17.10.2023: Verwundete Palästinenser liegen nach israelischen Luftangriffen im Al-Shifa-Krankenhaus. © Foto: dpa/Abed Khaled

 

Die Weltgesundheitsorganisation hat erneut „entsetzliche Zustände“ im größten Krankenhaus im Gazastreifen beklagt. Es befänden sich mehr als 2000 Menschen in der Schifa-Klinik, darunter vermutlich mehr als 600 Patienten und rund 1500 Vertriebene, schrieb die WHO am Montag auf der Plattform X (früher Twitter) unter Berufung auf das palästinensische Gesundheitsministerium.

Demnach konnten Patienten unter anderem keine Dialyse mehr erhalten. Frühgeborene seien zudem ohne Brutkästen in Operationssäle verlegt worden. „Die andauernden Feuergefechte und Bombardements in der Gegend haben die ohnehin schon kritischen Bedingungen noch verschärft“, schrieb auch WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in einem eigenen Beitrag auf X: „Tragischerweise ist die Zahl der Todesfälle unter den Patienten deutlich gestiegen.“

WHO: Krankenhaus funktioniert nicht mehr als Krankenhaus

Die WHO habe Kontakt zum Gesundheitspersonal in der Klinik herstellen können. Das Krankenhaus funktioniere nicht mehr als Krankenhaus. Es müsse eine sofortige Waffenruhe geben. Schon zuvor hatte die WHO die Lage in dem Klinikkomplex mit rund 700 Betten angeprangert.

Wegen der Kämpfe in unmittelbarer Nähe und Treibstoffmangels sei eine medizinische Versorgung kaum noch möglich. Dutzende Kinder seien in kritischem Zustand und könnten jeden Moment sterben, warnte die WHO. Der Leiter des Schifa-Krankenhauses dementierte Angaben Israels, denen zufolge seine Klinik eine Versorgung mit Treibstoff unter Druck der im Gazastreifen herrschenden Hamas zurückgewiesen haben soll.

Die Islamistenorganisation kontrolliert auch das Gesundheitsministerium. Gegenüber dem britischen Sender BBC bestritt ein leitender Arzt der Klinik auch die Darstellung der israelischen Seite, dass sich Hamas-Kämpfer in dem Krankenhaus aufhielten. Das sei „eine große Lüge“, sagte der Chefchirurg Marwan Abu Saada. „Wir haben medizinisches Personal, wir haben Patienten und Vertriebene. Nichts anderes.“

Israel: Hamas hat Zentrale unter Klinik

Das israelische Militär hatte zuvor davon gesprochen, dass die Hamas – die ein weit verzweigtes Tunnelnetzwerk unter dem Küstengebiet für ihre Zwecke nutzt – unter der Klinik eine Kommandozentrale habe und auch andere medizinische Einrichtungen im Gazastreifen für militärische Zwecke missbrauche.

Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses sagte am Sonntag, die USA hätten Israel aufgefordert, Kämpfe in der Nähe von

Krankenhäusern im Gazastreifen zu vermeiden. „Die Vereinigten Staaten wollen keine Gefechte in Krankenhäusern, in denen unschuldige Menschen und Patienten, die medizinische Versorgung erhalten, zwischen die Fronten geraten“, sagte Jake Sullivan dem Sender CBS.

Hamas: Kein Krankenhaus im Norden des Gazastreifens mehr arbeitsfähig

Im Norden des Gazastreifens ist wegen der massiven Kämpfe nach Angaben der dort herrschenden radikalislamischen Hamas kein Krankenhaus mehr arbeitsfähig. „Alle Krankenhäuser“ im Norden des Palästinensergebietes seien „außer Betrieb“, sagte Jussef Abu Risch, stellvertretender Gesundheitsminister der Hamas-Regierung, am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Seit Freitag haben sich die Kämpfe dort immer stärker auf die Umgebung von Krankenhäusern konzentriert, vor allem in der Stadt Gaza – dem Zentrum der Kämpfe.

Unter anderem fehlt den Kliniken Treibstoff für den Betrieb von Generatoren, weshalb sie keinen Strom mehr haben. Nach Angaben des Vize-Gesundheitsministers starben in der Al-Schifa-Klinik mittlerweile sechs Frühgeborene und neun schwerkranke Patienten. Auf dem Krankenhausgelände haben auch tausende Menschen Zuflucht gesucht.

Am Samstag hatte das Krankenhaus mitgeteilt, dass 39 Frühchen auf der Neugeborenenstation lägen und die Krankenschwestern die Babys inzwischen „manuell“ beatmen würden. Ein Arzt der Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte erklärt, 17 Patienten befänden sich auf der Intensivstation.

Seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober greift das israelische Militär massiv Ziele im Gazastreifen an, inzwischen sind auch Bodentruppen in das Palästinensergebiet eingedrungen.

Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden bis Sonntagabend 11.180 Menschen getötet. Etwa die Hälfte der 2,4 Millionen Bewohner ist innerhalb des schmalen Küstengebiets auf der Flucht.Hunderte Kämpfer der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas waren am 7. Oktober nach Israel eingedrungen und hatten Gräueltaten überwiegend an Zivilisten verübt, darunter zahlreiche Kinder. Israelischen Angaben zufolge wurden etwa 1200 Menschen in Israel getötet und rund 240 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. (dpa/AFP)

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Kretschmann: Wir müssen irreguläre Migration begrenzen

von Fremdeninfo 13 November 2023
von Fremdeninfo

Kretschmann: Wir müssen irreguläre Migration begrenzen

Artikel von dpa  3 S
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. © Anna Ross/dpa

 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat vor einer Aushöhlung des Asylrechts gewarnt, sollte die irreguläre Migration nicht eingedämmt werden. «Man braucht doch kein Asylrecht, wenn jeder kommen und bleiben kann, wie er möchte. Wir müssen die irreguläre Migration begrenzen, sonst kommt das Asylrecht unter die Räder», sagte der Grünen-Politiker der «taz».

Dass die Grünen in Hessen aus der Regierung flögen, müsse seine Partei wachrütteln. «Der Kurs in der Migrationspolitik ist da ganz entscheidend: runter von der Bremse bei der Eindämmung der irregulären Migration.»

Kretschmann: Asylrecht darf nicht ausgehöhlt werden

Das Asylrecht dürfe nicht ausgehöhlt werden, sagte Kretschmann. «Humanität kann es nur in der Ordnung geben. Asyl heißt: Wer verfolgt wird, kann herkommen. Das heißt aber doch auch: Wer nicht verfolgt wird, kann eben über das Asylrecht nicht kommen.» Wenn die Grüne Jugend jetzt eine Abschottung befürchte, könne man nur fragen: «Wo leben die denn? Wir haben gerade eine Million ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, allein Baden-Württemberg hat doppelt so viele ukrainische Geflüchtete aufgenommen als Frankreich. Das ist das Gegenteil von Abschottung.»

Wenn der Staat nichts mache in der Migrationsfrage, entstehe der Eindruck, dass der Staat handlungsunfähig sei. «Das ist die allergefährlichste Botschaft überhaupt! Das treibt die Menschen zu den Rechten», sagte Kretschmann.

Kritik vom Flüchtlingsrat

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg kritisierte Kretschmann. Forderungen, die irreguläre Migration zu begrenzen, «blenden aus, dass es ja gerade die Abwesenheit legaler Fluchtwege ist, die Menschen dazu zwingt, sich auf die lebensgefährlichen Fluchtrouten nach Europa zu begeben». Um in Europa überhaupt vom Recht auf Asyl Gebrauch machen zu können, müssten Menschen zunächst bis nach Europa fliehen, teilte der Flüchtlingsrat am Montag mit. In der Migrationsdebatte werde ausgeblendet, dass etwa drei Viertel der in Deutschland ankommenden Geflüchteten Recht auf Schutz hätten. «Dabei handelt es sich insbesondere um Menschen aus Syrien und Afghanistan.»

Lang kritisiert «Überbietungswettbewerb» bei Forderungen

Grünen-Chefin Ricarda Lang kritisiert derweil einen «Überbietungswettbewerb» bei der Aufstellung von Forderungen in der Migrationsdebatte. «Ich würde sagen, wir fokussieren uns jetzt mal in der Debatte auf das, was am meisten bringt, vor allem für die Kommunen, die vor Ort umsetzen müssen – und nicht auf das, was am härtesten klingt», sagte sie im Deutschlandfunk.

«Ich finde, dass wir manchmal eine Verschiebung innerhalb dieser Debatte erlebt haben, dass plötzlich das, was am allerhärtesten klingt, als am realistischsten ausgemacht wird, obwohl es eigentlich mit der Realität überhaupt nichts zu tun hat», kritisierte sie. «Ein Beispiel dafür ist die Obergrenzendebatte, die wir jetzt geführt haben über Wochen hinweg. Ich könnte hier zahlreiche andere nennen.» Der grüne Kurs in der Migrationspolitik bestehe darin, Scheinlösungen zu benennen und bei pragmatischen Lösungen mitzugehen.

Lang wies den Vorwurf aus der Union zurück, die Grünen seien nicht kompromissbereit genug. «Ich glaube, uns als Grünen muss niemand erklären nach diesen letzten zwei Jahren, dass zur Politik der Kompromiss dazugehört, dass zur Demokratie der Kompromiss dazugehört», sagte sie. «Wir haben in den letzten Jahren an vielen Stellen Entscheidungen getroffen. Ich möchte an die Waffenlieferungen an die Ukraine erinnern. Ich möchte an das schnelle Ausbauen der LNG-Terminals erinnern, wo wir über unseren eigenen Schatten gesprungen sind, weil die Realität es notwendig gemacht hat.»

Merz kritisiert die Grünen

CDU-Chef Friedrich Merz hatte am Wochenende im Deutschlandfunk gesagt: «Die Grünen müssen an die Wirklichkeit anschlussfähig bleiben.» Sie müssten akzeptieren, dass sie Kompromisse machen müssten. Wenn sie dazu nicht bereit seien,habe die Union andere Optionen. Hintergrund ist die Entscheidung der hessischen CDU, mit der SPD statt mit ihrem langjährigen grünen Koalitionspartner Verhandlungen über eine Regierungsbildung aufzunehmen. Die Union fordert zum Beispiel, die Zahl der sicheren Herkunftsländer deutlich auszuweiten, den Familiennachzug von Flüchtlingen zu begrenzen und Mehrfachasylanträge zu unterbinden.

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