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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

2 November 2026 0 Kommentare
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Politik

Reaktionen aus Europa: EU-Außenbeauftrage: Die freie Welt braucht einen neuen Anführer

von Fremdeninfo 1 März 2025
von Fremdeninfo

Reaktionen aus Europa: EU-Außenbeauftrage: Die freie Welt braucht einen neuen Anführer

                                                                       S.Z.de

                                                     

                                              Sind sich im Oval Office ganz und gar nicht einig: Wolodimir Selenskij und Donald Trump. © Brian Snyder/

Nach dem offenen Streit zwischen Trump und Selenskij zeigen sich die Verbündeten der Ukraine besorgt. CDU-Chef Merz mahnt, niemals Angreifer und Opfer zu verwechseln.

EU-Außenbeauftrage: Die freie Welt braucht einen neuen Anführer

Die Wortgefechte zwischen Wolodimir Selenskij und Donald Trump im Oval Office lösen international Entrüstung aus. Die Reaktionen im Überblick:

Spitzenpolitiker aus der Ukraine drückten unmittelbar nach dem gescheiterten Treffen demonstrativ ihre Unterstützung für Präsident Selenskij aus. Dieser habe recht, erklärte Ministerpräsident Denys Schmyhal auf X. „Frieden ohne Garantien ist nicht möglich.“ Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk teilte mit: „Niemand hat das Recht zu vergessen, dass in diesem Krieg Russland der Angreifer und die Ukraine das Opfer der Aggression ist.“

Aus Deutschland wandte sich CDU-Chef Friedrich Merz auf X direkt an den ukrainischen Präsidenten: „Wir stehen der Ukraine in guten wie in schwierigen Zeiten zur Seite. Wir dürfen in diesem schrecklichen Krieg niemals Angreifer und Opfer verwechseln.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte den Friedenswillen der Ukraine. „Niemand will Frieden mehr als die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine!“, schrieb Scholz auf X. „Deswegen suchen wir gemeinsam den Weg zu einem dauerhaften und gerechten Frieden.“ Angesichts der Drohung Trumps, die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland im Stich zu lassen, betonte Scholz: „Auf Deutschland – und auf Europa – kann sich die Ukraine verlassen.“

SPD-Co-Parteichef Lars Klingbeil schrieb, er sehe nach dem offenen Streit zwischen den USA und der Ukraine nur einen Ausweg: ein stärkeres Europa. „Das Verhalten der US-Regierung zeigt einmal mehr, dass Europa seine Zukunft stärker in eigene Hände nehmen muss. Wir müssen gemeinsam auf allen Ebenen stärker werden“, schrieb Klingbeil auf X. „Deutschland muss und wird vorangehen. Auch um der Ukraine zu helfen.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb an Selenskij: „Seien Sie stark, seien Sie mutig, seien Sie furchtlos. Sie sind niemals allein“, erklärte sie auf X. „Wir werden weiter mit Ihnen an einem gerechten und dauerhaften Frieden arbeiten.“

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sieht die Europäer nach dem Eklat in der Pflicht, eine Führungsrolle zu übernehmen. „Heute ist klar geworden, dass die freie Welt einen neuen Anführer braucht“, schrieb sie auf X. „Es liegt an uns Europäern, diese Herausforderung anzunehmen.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte eine „Täter-Opfer-Umkehr“ von Trump und erklärte, im Krieg sei Russland der Angreifer und das ukrainische Volk der Angegriffene. Es sei vor drei Jahren richtig gewesen, der Ukraine zu helfen und Russland mit Sanktionen zu belegen, und es sei richtig, dies auch heute weiter zu tun. Man müsse die respektieren, die von Anfang an gekämpft hätten.

Auch in anderen europäischen Ländern sicherten Spitzenpolitiker der Ukraine ihre Unterstützung zu. „Ihr seid nicht allein“, schrieb der polnische Ministerpräsident Donald Tusk auf X. „Spanien steht an euer Seite“, schrieb Ministerpräsident Pedro Sanchez auf X.

Estlands Außenminister Margus Tsahkna erklärte, das einzige Hindernis für Frieden sei die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, seinen Angriffskrieg fortzusetzen. „Wenn Russland aufhört zu kämpfen, gibt es keinen Krieg mehr. Wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, wird es keine Ukraine mehr geben.“ Europa müsse jetzt aktiv werden.

Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Störe schrieb: „Was wir heute vom Weißen Haus erlebt haben, ist ernst und entmutigend.“ Dass Trump Selenskij beschuldige, mit dem Dritten Weltkrieg zu spielen, sei zutiefst unangemessen. Norwegen stehe an der Seite der Ukraine. „Wir hoffen, dass die Trump-Regierung auch versteht, wie wichtig ein gerechter und dauerhafter Frieden in der Ukraine ist.“

REUTERS

 

1 März 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Neues Hamburger Abschiebezentrum vor Eröffnung

von Fremdeninfo 28 Februar 2025
von Fremdeninfo

Neues Hamburger Abschiebezentrum vor Eröffnung

                                              Artikel von dpa

 

 

                                      

In der Nähe der Aufnahmeeinrichtung hat die Hamburger Innenbehörde ein sogenanntes «Dublin-Zentrum» aufgebaut. (Symbolbild) © Bodo Marks/dpa

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Um die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern in andere EU-Länder zu erleichtern, will Hamburg in Kürze ein sogenanntes Dublin-Zentrum in Betrieb nehmen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verschicke aktuell die ersten Bescheide an betroffene Flüchtlinge, wonach eine Ausreise in den für sie zuständigen EU-Mitgliedsstaat rechtlich und tatsächlich möglich ist, erklärte der Sprecher der Hamburger Innenbehörde, Daniel Schaefer. Sie erhalten dann so gut wie keine Leistungen mehr und müssen in das neue Zentrum in Hamburg-Rahlstedt ziehen. 

Halle für bis zu 300 Menschen

Asylbewerber, die bereits in einem anderen EU-Land um Schutz nachgesucht haben, können nach der Dublin-III-Verordnung in diesen für sie zuständigen Staat zurückgebracht werden. Allerdings geht das nur in den ersten sechs Monaten nach ihrer Einreise. Nach einem Bericht des «Hamburger Abendblatts» hat die Innenbehörde in der Nähe der bestehenden Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Rahlstedt eine leerstehende Halle als «Dublin-Zentrum» hergerichtet. Dort sollen bis zu 300 Menschen für wenige Wochen untergebracht werden können. 

Datum für Eröffnung steht noch nicht fest

Die ersten Betroffenen sollen einziehen, sobald die Bescheide des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge rechtskräftig geworden sind und die Modalitäten für die Rücküberstellung in den zuständigen EU-Staat feststehen, erklärte Schaefer. Ein genaues Datum konnte er nicht nennen. Das Land Brandenburg hat für den 1. März ebenfalls die Inbetriebnahme einer solchen Einrichtung in Eisenhüttenstadt angekündigt.

Im vergangenen Jahr wurden aus Hamburg 373 Asyl- und Schutzsuchende in ihr Herkunftsland abgeschoben und 316 in einen Drittstaat, also in der Regel ein EU-Land, wie der Senat in seinem Lagebild Flüchtlinge erklärte. 304 Mal scheiterte eine Abschiebung. In der Hälfte der Fälle lag es daran, dass die Ausreisepflichtigen von den Beamten nicht angetroffen wurden (145) oder untergetaucht waren (8). 26 leisteten erfolgreich Widerstand, 19 Betroffene waren krank. In 61 Fällen fehlten ebenfalls abzuschiebende Familienmitglieder.

28 Februar 2025 0 Kommentare
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Rassismus

Auseinandersetzung mit Rassismus und Islamfeindlichkeit

von Fremdeninfo 28 Februar 2025
von Fremdeninfo

Auseinandersetzung mit Rassismus und Islamfeindlichkeit

                Von: RP-Online

Geldern. Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Kleve zeigt die multimediale Ausstellung „Was’ los, Deutschland!?“ erst in Geldern und dann in Kleve.

 

 

                                    

Vom 12. bis 28. März ist die Ausstellung „Was’ los, Deutschland!? Ein Parcours durch die Islamdebatte“ in der Gesamtschule Geldern zu sehen. ⇥ © CDKaserne/O.Knoblich 206

Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Kleve greift mit der Wanderausstellung „Was’ los, Deutschland!? Ein Parcours durch die Islamdebatte“ mehrere aktuelle Themen auf. „Gerade junge Menschen stehen vor der Herausforderung, ihre eigene Identität in einer vielfältigen Gesellschaft zu finden – einer Gesellschaft, die von unterschiedlichen kulturellen und religiösen Prägungen bereichert wird“, sagt Landrat Christoph Gerwers. Im März ist die jugendgerechte Ausstellung in Geldern und im September dann in Kleve zu sehen. Sie thematisiert die Themen „Rassismus“ und „Diskriminierung“ ebenso wie „Religionstoleranz“ und „Islamfeindlichkeit“.

Gäste der Ausstellung bewegen sich bei ihrem Besuch durch eine multimediale Szenerie von 30 lebensgroßen Figuren in elf Szenen. Über Lautsprecher kommunizieren die Figuren miteinander – über Kopfhörer sind ihre Gedanken zum Gesagten hörbar. Dazu gehören beispielsweise Szenen an der Bushaltestelle, beim Fußball, in der Schule, beim Bewerbungsgespräch, im Café oder am Esstisch. Landrat Gerwers: „Wir erleben derzeit, dass Polarisierung und Vorurteile den gesellschaftlichen Diskurs zunehmend belasten. Diese Ausstellung schafft Raum für Dialoge und ermutigt insbesondere die jungen Besucherinnen und Besucher zu Toleranz und Empathie.“

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Die Ausstellung in der Gesamtschule Geldern, Königsberger Straße 60, läuft vom 12. bis zum 28. März. Während dieses Zeitraums sind sowohl Schulklassen als auch die breite Öffentlichkeit eingeladen, sich mit den Inhalten der kostenfreien Ausstellung auseinanderzusetzen. Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Kleve hat dazu bereits alle weiterführenden Schulen im Kreisgebiet angeschrieben. Im zeitlichen Kontext liegen die Internationalen Wochen gegen Rassismus (17. bis 30. März) mit dem weltweiten Internationalen Tag gegen Rassismus (21. März) und der Ramadan (28. Februar bis 30. März). Geöffnet ist die Ausstellung jeweils montags, mittwochs und donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr.

Darüber hinaus findet am Donnerstag, 20. März, um 14.30 Uhr in der Gesamtschule Geldern parallel zur Ausstellung der Vortrag „Der Bosnien-Genozid und der Einfluss auf den Rechtsextremismus in Europa“ statt. Interessierte Gäste sind eingeladen.

Die Ausstellung „Was‘ los, Deutschland!?“ wurde von vom Jugend- und Kulturzentrum „CD-Kaserne“ in Celle entwickelt und realisiert. Zu den Fördermittelgebern gehörten das Landesdemokratiezentrum am Landespräventionsrat im Niedersächsischen Justizministerium mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

28 Februar 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Gericht stoppt Abschiebung von IS-Mitglied – „Er muss weg“, sagt der Landrat

von Fremdeninfo 28 Februar 2025
von Fremdeninfo

Gericht stoppt Abschiebung von IS-Mitglied – „Er muss weg“, sagt der Landrat

                                        Von Welt

Ein 39-jähriger Tadschike hat in einer Polizeiwache in Westfalen randaliert, um seine Abschiebung zu verhindern. Mit Erfolg: Ein Oberverwaltungsgericht stoppte das Verfahren. Der Landrat ist frustriert und warnt vor dem Mann: „Er ist gefährlich für unsere Freiheit.“

 

                                                                

                                                                 Gericht stoppt Abschiebung von IS-Mitglied – „Er muss weg“, sagt der Landrat © Screenshot WELT

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hat vorerst die Abschiebung eines Asylbewerbers und früheren IS-Mitglieds gestoppt. Der Tadschike hatte am Montag in einer Polizeiwache in Oelde (Landkreis Warendorf) randaliert und einen Messer gegen sich selbst gerichtet, um sich so seiner Abschiebung zu entziehen.

Das Gericht gab tags darauf einem Eilantrag des 39-Jährigen statt und setzte die Abschiebung aus, wie eine OVG-Sprecherin sagte. Es sei nicht auszuschließen, dass ihm in Tadschikistan Folter drohe. Es dürfe grundsätzlich niemand in ein Land abgeschoben werden, in dem Gefahr für Leib und Leben drohe – auch keine Straftäter oder mutmaßlichen Gefährder.

Was ist die Vorgeschichte?

Nach Polizeiangaben sollte der Mann am Montag in Abschiebehaft genommen werden. Er war 2017 wegen der Mitgliedschaft beim Islamischen Staat zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte eingeräumt, im Irak den Umgang mit Kriegswaffen gelernt zu haben. Nach Haftverbüßung sollte er abgeschoben werden. Ein ursprünglich ausgesprochenes Abschiebeverbot nach Tadschikistan war zwischenzeitlich aufgehoben worden.

Die Verhaftung verhinderte der Tadschike durch seine Randale und seinen Einspruch vor Gericht. Laut Kreisverwaltung soll er sich auch körperlich gewehrt haben. Den Polizeiangaben nach habe er sich zudem am Bauch verletzt und mit einem Stuhl die Eingangstür beschädigt. Nach rund drei Stunden bewegte ihn die Polizei zur Aufgabe. Spezialeinsatzkräfte nahmen ihn fest, inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß.

Warendorfer Landrat: „Er ist an Waffen geschult“

Olaf Gericke (CDU), Landrat des Kreises Warendorf, ist über die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts verärgert, da der Landkreis zehn Jahre an der Abschiebung gearbeitet habe. „Uns frustriert das ungeheuer“, sagte Gericke WELT. „Wir wissen, der Mann war ein Terrorist. Er ist ideologisch geschult worden, er hat eine Kampfausbildung an der Maschinenpistole AK-47 bekommen. Der Mensch hat die falsche Einstellung, er ist gefährlich für unsere Freiheit und er ist an Waffen geschult. Es gibt nur eine Forderung: Er muss weg.“

Es müsse abgewogen werden, sagte Gericke. „In meinen Augen muss es so sein, dass das Sicherheitsinteresse der Bürger vor Ort höher zu bewerten ist als die Frage, wie es einem Terroristen in seiner Heimat geht. Er ist selber zum Verbrecher geworden und könnte deshalb vor Ort in Schwierigkeiten kommen.“ Das Oberverwaltungsgericht hatte argumentiert, Tadschikistan sei dafür bekannt, dass es politische Gegner foltere. Es gebe zwar Erklärungen der dortigen Regierung, dass der Mann dort sicher sei. Wie belastbar diese seien, sei vorläufig unklar.

Die Entscheidung der Richter ist allerdings nicht endgültig: In dem Fall sind zwei weitere Verfahren anhängig, in denen verschiedene Rechtsfragen zur Abschiebung geklärt werden müssen.

Gericke appellierte an CDU, CSU und SPD, die derzeit in Sondierungsgesprächen auch über das Thema Migration verhandeln. „Die rechtlichen Regelungen müssen so gemacht sein, dass die, die unsere Freiheit bedrohen, auch abgeschoben werden können“, sagte Gericke. Das gelte nicht nur für Tadschikistan, sondern auch für andere Länder. „Wir können nur das umsetzen, was wir an rechtlichen Vorschriften haben. Die Politik muss jetzt handeln

28 Februar 2025 0 Kommentare
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Archive

Abdullah Öcalan: PKK-Anführer ruft zum Ende des bewaffneten Kampfes gegen Türkei auf

von Cumali Yağmur 27 Februar 2025
von Cumali Yağmur

Abdullah Öcalan: PKK-Anführer ruft zum Ende des bewaffneten Kampfes gegen Türkei auf

 

                                           Von Welt

 Der inhaftierte PKK-Anführer Abdullah Öcalan hat seine Anhänger dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen. Die in der Türkei verbotene Partei müsse sich auflösen.

 
Der in der Türkei inhaftierte Kurdenführer Abdullah Öcalan hat die Auflösung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verkündet. © Umit Bektas/​File Photo/​Reuters

Der inhaftierte PKK-Gründer, Abdullah Öcalan, hat die kurdische Arbeiterpartei zur Beendigung des bewaffneten Kampfes in der Türkei aufgerufen. Alle Gruppen müssten ihre Waffen niederlegen und die in der Türkei als terroristisch eingestufte PKK müsse sich auflösen, hieß es in einer Erklärung von Öcalan. 

Bereits seit längerer Zeit wurde erwartet, dass Öcalan zu einem Ende der Kämpfe aufrufen könnte. Die prokurdische Partei DEM hatte eine „historische“ Erklärung Öcalans angekündigt und ihn im Gefängnis besucht. Öcalans Botschaft wurde anschließend von Abgeordneten der DEM bei einer Pressekonferenz in Istanbul verlesen.

Die PKK kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat. In der Türkei ist die PKK verboten. Auch in den USA und der Europäischen Union ist sie als Terrororganisation eingestuft. Um ihre Ziele zu erreichen, verüben die PKK und ihr nahestehende Organisationen seit Jahrzehnten Anschläge. Zahlreiche Menschen wurden getötet, darunter auch viele Zivilisten.

Chance auf Frieden?

Die PKK forderte ursprünglich einen unabhängigen kurdischen Staat, später beschränkten sich die Ziele auf erweiterte kurdische Rechte und regionale Autonomie. Nach türkischem Druck musste die Gruppe 1998 ihre Basis in Syrien aufgeben. Von 2012 bis 2015 gab es direkte Friedensgespräche zwischen der türkischen Regierung und der PKK.

Das Scheitern dieser Gespräche im Juli 2015 führte zur bislang schwierigsten Phase des Konflikts mit schweren Zerstörungen in mehreren Städten der südöstlichen Türkei. Im Oktober brachte der türkische Nationalist Devlet Bahçeli, ein wichtiger Verbündeter von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, überraschend Öcalans mögliche Freilassung ins Gespräch – unter der Bedingung, dass er die PKK zur Aufgabe bewegt. Die DEM stellt im Südosten der Türkei zahlreiche Bürgermeister. Sie setzt sich auf politischem Weg für mehr Rechte für Kurden ein, die etwa 20 Prozent der türkischen Bevölkerung ausmachen. Die Regierung wirft der Partei vor, verlängerter Arm der PKK zu sein. Die DEM weist das zurück.

27 Februar 2025 0 Kommentare
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Historischer Aufruf: PKK-Chef Öcalan fordert Ende des bewaffneten Kampfes

von Cumali Yağmur 27 Februar 2025
von Cumali Yağmur

 

Historischer Aufruf: PKK-Chef Öcalan fordert Ende des bewaffneten Kampfes

 

                                                                   Von: Stefan Kreitewolf

                                                            

Im Beisein mehrerer Vertreter der DEM-Partei wurde die Erklärung von Terrorchef Abdullah Öcalan (vorne, Mitte) verlesen. Foto: DEM Parti

Der inhaftierte Anführer der PKK, Abdullah Öcalan, hat seine Anhänger dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen. Alle Gruppen müssten ihre Waffen niederlegen und die nicht nur in der Türkei als terroristisch eingestufte PKK müsse sich auflösen, hieß es in einer Erklärung.

Seit Wochen wurde ein Aufruf von PKK-Gründer Öcalan zu einem Ende des seit über vier Jahrzehnten andauernden bewaffneten Konflikts mit der Türkei erwartet. Nun ist es soweit: Der Führer der selbsternannten „Kurdischen Arbeiterpartei“ rief zum Ende des bewaffneten Konflikts zwischen PKK und der Türkei auf.

Das ließ er von der prokurdischen Partei Dem in einer Erklärung, die den Titel „Aufruf für Frieden und eine demokratische Gesellschaft“ trägt, am Donnerstagnachmittag verlesen. Darin heißt es: „Alle Gruppen müssen die Waffen niederlegen und die PKK muss sich auflösen“. Einige türkische Fernsehkanäle unterbrachen die Übertragung, als die kurdischsprachige Fassung verlesen wurde. Die Partei hatte bereits vorab von einer „historischen Erklärung“ gesprochen. Eine Delegation der Dem hatte Öcalan zuletzt mehrfach im Gefängnis auf der Insel Imrali besucht.

Friedensverhandlungen zuletzt 2015 gescheitert

Die PKK, die von der Türkei, der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation angesehen wird, kämpft seit den 1980er Jahren gegen den türkischen Staat. Ihr Hauptquartier hat sie in den nordirakischen Kandil-Bergen. Die letzten Friedensbemühungen waren 2015 gescheitert. Die Türkei geht regelmäßig gegen PKK-Stellungen im Irak und in Nordsyrien vor, die Terrororganisation verübt ihrerseits zahlreiche Anschläge insbesondere in östlichen Gebieten der Türkei.

Der Aufruf Öcalans könnte den Auftakt zu neuen Verhandlungen bilden. Vorsichtige Hoffnung auf einen neuen Friedensprozess hatte der Regierungspartner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, die ultranationalistische Partei MHP, geweckt. MHP-Chef Devlet Bahçeli hatte sich ursprünglich dafür ausgesprochen, dass Öcalan im türkischen Parlament auftritt und zur Niederlegung der Waffen aufruft, dagegen hatte sich aber großer Widerstand geregt.

Nordsyrien und Irak bleiben Einflussfaktoren

Der Konflikt zwischen der Türkei und der PKK verlagerte sich nach Angaben der International Crisis Group seit 2019 von der Türkei in den Nordirak und nach Nordsyrien, nachdem das türkische Militär die PKK-Kämpfer immer weiter zurückgedrängt hatte.

In Nordsyrien kontrolliert die Kurdenmiliz YPG, die Ankara als PKK-Ableger ebenfalls bekämpft, große Gebiete. Beobachter gehen davon aus, dass der Konflikt nur im Zusammenspiel mit einer Lösung in Nordsyrien beigelegt werden kann.

dpa/dtj

27 Februar 2025 0 Kommentare
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Religion

Islamismus: Männer wegen blutiger Anschlagspläne verurteilt

von Fremdeninfo 27 Februar 2025
von Fremdeninfo

Islamismus: Männer wegen blutiger Anschlagspläne verurteilt

                                                              Artikel von dpa

                                        

Die beiden Angeklagten sollen sich islamistisch radikalisiert und einen Anschlag beim schwedischen Parlament geplant haben – nun wurden beide zu mehreren Jahren Haft verurteilt. (Archivbild) © Martin Schutt/dpa

Aus islamistischer Überzeugung heraus haben zwei Afghanen laut Gerichtsurteil von Deutschland aus geplant, mit Schusswaffen Abgeordnete des schwedischen Parlaments in Stockholm zu töten. Das Oberlandesgericht Jena verurteilte die beiden Männer nun unter anderem wegen der Mitgliedschaft beziehungsweise der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland und der Verabredung zum Mord.

Der 30 Jahre alte Angeklagte erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten und der inzwischen 24-jährigen Angeklagte vier Jahre und zwei Monate. Die Verteidiger hatten mildere Haft- beziehungsweise Bewährungsstrafen gefordert, der Generalbundesanwalt dagegen Haftstrafen von sechs Jahren und zehn Monaten sowie fünf Jahren und neun Monaten. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Ein Geständnis, eins nur zum Teil

Der Ältere hatte die Vorwürfe im Prozess weitgehend eingeräumt, der Jüngere nur in Teilen und vor allem den Hauptvorwurf, einen Anschlag begehen zu wollen, bestritten. Das Gericht verwies allerdings auf Chat-Nachrichten zwischen den beiden Angeklagten und viele Inhalte auf den Handys der beiden Männer, die aus Sicht des Senats die gemeinsamen Anschlagspläne untermauerten. Der Jüngere sei aber nicht die treibende Kraft gewesen.

Beide Männer seien vor etwa zehn Jahren nach Deutschland gekommen und eigentlich gut integriert gewesen, wie in den mündlichen Ausführungen zum Urteil darlegt wurde. Beide lebten in Gera in Ostthüringen, hätten gearbeitet, der Ältere habe Frau und Kinder. Asylanträge der beiden wegen politischer Verfolgung in der Heimat seien zwar abgelehnt worden, die Männer hatten allerdings aus humanitären Gründen einen Aufenthaltstitel erhalten.

Übers Internet radikalisiert

Kennengelernt hatten sich die Männer demnach über die Arbeit und Besuche von Gottesdiensten in einer Moschee in Gera. Sie radikalisierten sich den Angaben nach über das Internet unter Einfluss von Propaganda der islamistischen Terrorvereinigung Islamischer Staat (IS). Der Ältere stand den Ausführungen zum Urteil zufolge durch Chats im Austausch mit IS-Kontaktleuten. Er habe schließlich auch einen Treueeid auf den IS geschworen – ein Grund, weshalb der Senat ihn der Mitgliedschaft beim IS schuldig sieht.

Von einem Kontaktmann sei der heute 30-Jährige 2023 schließlich auf Koran-Verbrennungen in Schweden aufmerksam gemacht worden, daraufhin habe er mit der Planung des Anschlags begonnen und den jüngeren Angeklagten mit ins Boot geholt. Der Koran ist die heilige Schrift im Islam. Auch Vertreter der schwedischen Presse verfolgten die Urteilsverkündung.

Im Visier des Verfassungsschutzes

Schließlich waren die beiden Afghanen auf dem Rückweg von Tschechien, wo sie erfolglos Schusswaffen für den Anschlag zu besorgen versuchten, kontrolliert worden und im März vergangenen Jahres dann in Untersuchungshaft gekommen.

Verfassungsschützer hatten die beiden zu diesem Zeitpunkt laut Gericht schon länger im Visier und hatten sie auch observiert. Es sei also unwahrscheinlich gewesen, dass die Männer ihre Anschlagspläne tatsächlich in die Tat hätten umsetzen können, sagte der Vorsitzende Richter und lobte die Arbeit des Verfassungsschutzes.

«Raffinierte Indoktrination»

Der Vorsitzende Richter zeigte sich zudem erschüttert, dass allein über das Internet eine solche Radikalisierung möglich sei. Die Kontaktleute säßen viele Tausende Kilometer entfernt und schafften es, durch «raffinierte Indoktrination» Einzeltäter in Westeuropa zu aktivieren. Dem IS gehe es nicht nur darum, Andersgläubige zu töten, sondern die staatliche und gesellschaftliche Ordnung zu erschüttern, um Anarchie und Chaos zu erzeugen.

Bei beiden Männern lag zum damaligen Zeitpunkt ein tiefer Hass gegen das westliche System vor, der so stark gewesen sei, dass sie sogar bereit gewesen seien, ihre Leben aufs Spiel zu setzen, so der Vorsitzende Richter. In seiner Einlassung hatte der 30-jährige Angeklagte gesagt, er sei «wie blind gewesen», seine Gedanken seien «kaputt gewesen». Er bemüht sich laut Gericht inzwischen um Deradikalisierung.

Auf die Frage, wie es zu erklären sei, dass zwei Männer, deren Integration eigentlich als gelungen anzusehen sei, ein offenes Ohr für solche Propaganda und Ideologie haben konnten, darauf habe auch die Hauptverhandlung keine befriedigende Antwort geben können, so der Vorsitzende Richter.

27 Februar 2025 0 Kommentare
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Religion

Islamischer Staat“ ruft zu Anschlag gegen Kölner Karneval auf

von Fremdeninfo 26 Februar 2025
von Fremdeninfo

Islamischer Staat“ ruft zu Anschlag gegen Kölner Karneval auf

                                      Von Welt

In Köln und anderen Städten beginnt am Donnerstag der Straßenkarneval. Jetzt drohen Islamisten im Internet mit Anschlägen. Der zuständige Einsatzleiter der Polizei sieht darin einen Versuch, die Bevölkerung zu verunsichern.

                                                 

                                                      

                                                   Karnevalisten am 11.11. vor dem Kölner Hauptbahnhof picture alliance/Panama Pictures/Christoph Hardt

Islamisten haben in sozialen Netzwerken zu Anschlägen unter anderem im Kölner Karneval aufgerufen. Solche Veröffentlichungen zielten auch darauf ab, die Bevölkerung zu verunsichern, sagte der Einsatzleiter der Kölner Polizei für die Karnevalstage, Martin Lotz, der Deutschen Presse-Agentur. Man werde das Einsatzkonzept aber noch einmal anpassen.

Über den Aufruf hatte die „Bild“ berichtet. Auf einer Website der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ist demnach ein Plakat mit vier Anschlagszielen zu sehen, davon zwei in Köln, eines in Nürnberg und eines in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam.

Eine Polizeisprecherin in Nürnberg sagte: „Wir haben keine Erkenntnisse auf konkrete Anschlagspläne oder eine konkrete Gefährdung. Das ändert nichts an unseren bisherigen Plänen.“

Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Aufrufe seien bekannt und würden auch ernst genommen. Das deckt sich mit der aktuellen Gefährdungsbewertung, wonach eine abstrakt hohe Gefahr besteht, hieß es. Neu seien solche Aufrufe zu Gewalttaten über IS-Propagandakanäle nicht.

Der Kölner Einsatzleiter Lotz sagte: „Wir werden die Einsatzkräfte aufgrund des Posts noch einmal sensibilisieren und fortlaufend informieren.“ Aufgrund der angespannten Sicherheitslage sei die Polizei auf derartige Entwicklungen vorbereitet.

In der vergangenen Woche hatte die Kölner Polizei bereits mitgeteilt, dass sie sich nach dem Anschlag in München und anderen Gewalttaten in Deutschland mit einem strengen Sicherheitskonzept auf die Karnevalstage vorbereite. „Die Sicherheitslage nach den Taten radikalisierter Einzeltäter ist angespannter als in den Vorjahren“, hatte Lotz gesagt. Konkrete Hinweise auf Anschlagspläne gebe es zwar nicht – umso mehr sei man aber gefordert, auf alles eingestellt zu sein.

An den Karnevalstagen will die Kölner Polizei in der Spitze rund 1500 Beamte mehr aufbieten als an normalen Tagen. Der Straßenkarneval beginnt an diesem Donnerstag mit Weiberfastnacht.

26 Februar 2025 0 Kommentare
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Türkeistämmige Kandidaten bei der Bundestagswahl: Wer schafft den Einzug ins Parlament?

von Cumali Yağmur 25 Februar 2025
von Cumali Yağmur

 

Türkeistämmige Kandidaten bei der Bundestagswahl: Wer schafft den Einzug ins Parlament?

                                                      

                                                                                  Cem Özdemir

Rund 982.000 Wahlberechtigte in Deutschland haben türkische Wurzeln – ein bedeutender Anteil mit Einfluss auf die Bundestagswahl. Während bekannte Politiker wie Cem Özdemir nicht erneut antreten, bewerben sich zahlreiche neue Kandidaten um ein Mandat. Welche Parteien setzen auf türkeistämmige Politiker, und wer hat die besten Chancen?

Wenn am kommenden Sonntag der neue deutsche Bundestag gewählt wird, sind Schätzungen zufolge etwa 982.000 Wahlberechtigte der türkeistämmigen Community zuzuordnen. Das sind etwa 13,8 Prozent aller Wahlberechtigten mit sogenanntem Migrationshintergrund. Von allen Stimmberechtigten sind es 1,6 Prozent.

Zuletzt waren insgesamt 18 Abgeordnete mit türkischer Einwanderungsgeschichte im Bundesparlament vertreten – so viele wie nie zuvor. Das waren immerhin 2,44 Prozent aller Parlamentarier. Neun von ihnen gehörten der SPD an, vier den Grünen, zwei der Linkspartei, zwei der CDU und eine dem BSW.

Özdemir hat andere Pläne

Einige der 2021 gewählten Parlamentarier werden dem neuen Bundestag nicht mehr angehören. Der prominenteste von ihnen ist Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Er stellt sich nicht mehr zur Wahl, weil er 2026 Winfried Kretschmann als Ministerpräsident von Baden-Württemberg nachfolgen will.

Zwei weitere Grünen-Abgeordnete werden ebenfalls nicht mehr mit dabei sein. Ekin Deligöz war zuletzt als Staatsministerin im Familienministerium tätig. Nun will die Verwaltungswissenschaftlerin, die 2006 die muslimischen Frauen zum Ablegen des Kopftuchs aufgerufen hatte, jüngere Kräfte nachrücken lassen.

Einst für die Grünen, nun für die CDU?

Auch Canan Bayram wird nicht mehr kandidieren. Die ehemals direkt gewählte Abgeordnete des Stimmkreises Berlin-Friedrichshain – Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost verzichtete aus Unbehagen über den Kurs der Partei auf einen erneuten Antritt.

Eine andere, 2021 für die Grünen eingezogene türkeistämmige Politikerin könnte hingegen wieder in den Bundestag kommen – wenn auch unter anderen Vorzeichen. Die wegen Unstimmigkeiten in der Migrations- und Wirtschaftspolitik zur CDU gewechselte Mittelstandspolitikerin Melis Sekmen bewirbt sich für diese um das Direktmandat in Mannheim.

SPD erneut mit meisten Kandidaten aus der türkischen Community

Bei CDU und CSU war Serap Güler zuletzt die einzige türkeistämmige Abgeordnete. Diesmal kandidieren noch weitere Unionsangehörige mit türkischer Einwanderungsgeschichte. Neben Güler und Sekmen machen sich auch Richterin Tijen Ataoğlu, der Unternehmer Sertaç Bilgin und Ali Ertan Toprak von der Kurdischen Gemeinschaft Hoffnungen auf ein Mandat.

Die Wuppertalerin Derya Altunok, die der ultrarechten „Jungen Freiheit“ ein Interview gab, verlor hingegen das Rennen um die Direktkandidatur in Wuppertal gegen Ex-Verfassungsschutz-Chef Thomas Haldenwang. Mit Platz 58 auf der Zweitstimmenliste wird sie wahrscheinlich nicht im nächsten Bundestag vertreten sein. Demgegenüber wird mit Hülya Düber in Würzburg erstmals auch die CSU eine türkeistämmige Direktkandidatin aufbieten.

Viele Kandidaten wagen den ersten Schritt

Bei der SPD werden der Staatssekretär im Innenministerium, Mahmut Özdemir, und Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz erneut kandidieren. Hingegen ist Cansel Kızıltepe als Arbeitsministerin nach Berlin zurückgekehrt und steht der Bundespolitik nicht mehr zur Verfügung. Auch Takis Mehmet Ali wird nicht erneut kandidieren.

Zur Wiederwahl in den Bundestag stellen sich auch die bisherigen SPD-Abgeordneten Metin Hakverdi, Hakan Demir, Macit Karaahmetoğlu, Derya Türk-Nachbaur, Nezahat Baradari und Gülistan Yüksel. Erstmals den Einzug wollen Sinem Taşan-Funke, Umut Kurt, Yıldız Härtel, Dr. Ferdi Akaltın, Elvan Korkmaz Emre, Renan Demirkan, Serdar Yüksel, Özge Kadah, Canan Canlı, Nezaket Yıldırım, Handan Güven, Sahime Dirican und Tuna Fırat schaffen.

AfD greift auf zwei türkeistämmige Kandidaten zurück

Die Linkspartei, die sich zuletzt in den Umfragen deutlich steigern konnte, will unter anderem mit Gökay Akbulut und Ateş Gürpınar wieder in den Bundestag einziehen. Weitere türkeistämmige Kandidaten sind Ferhat Koçak, Cansu Özdemir, Cansın Köktürk, Cem İnce und Funda Römer.

Für die Grünen treten Filiz Polat, Ayşe Asar, Alpay Artun, Dr. Samet Yılmaz, Hacer Aydemir und Aslı Küçük als türkeistämmige Kandidaten an. Das BSW ist bislang durch die wegen ihrer PKK-freundlichen Linie umstrittene Sevim Dağdelen im Bundestag vertreten. Auf den Listen der Partei finden sich zudem Eyüp Yıldız, Yasimin Zorlu und Diyar Agu als Kandidaten aus der türkischen Einwanderercommunity.

Die FDP hofft auf einen Schub zum Wiedereinzug in letzter Minute. Ob es für ihre türkeistämmigen Bewerber Ömer Erdoğan, Mahmut Türker, Cem Torun, Ferhat Asi und Akif Yıldız reichen wird, ist ungewiss. Die in Teilen rechtsextremistische AfD nominiert zwei türkeistämmige Direktkandidaten: in Miltenberg Kerim Erdem, in der früheren Republikaner-Hochburg Rosenheim Leyla Bilge. Als Voraussetzung für eine Parteifunktion in der AfD gilt jedoch eine ausgeprägte Islamfeindlichkeit.

25 Februar 2025 0 Kommentare
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AfD-Erfolg und mangelndes Vertrauen in einen Zusammenhalt in Vielfalt liegt am Scheitern der demokratischen Mitte

von Cumali Yağmur 24 Februar 2025
von Cumali Yağmur

Pressemitteilung vom 24. Februar 2025

 

Türkische Gemeinde in Deutschland: AfD-Erfolg und mangelndes Vertrauen in einen Zusammenhalt in Vielfalt liegt am Scheitern der demokratischen Mitte

 

Die Union hat die meisten Stimmen bekommen, die Bundestagswahl gewonnen hat aber klar die AfD, findet die Türkische Gemeinde in Deutschland und warnt vor migrationspolitischen Scheindebatten.

Der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoğlu sagt:

 

„Aktuell sitzt die AfD am Ruder, ohne auf der Regierungsbank zu sitzen. Sie braucht keine Regierungsverantwortung, muss kein einziges Ministerium besetzen, um den Diskurs zu bestimmen und dieses Land gegen die Wand zu fahren. Viele Parteien sind in unterschiedlichem Ausmaß den Narrativen der AfD gefolgt und haben versprochen, das ‚Migrationsproblem‘ zu lösen – mit dem Ziel, die AfD zurückzudrängen. Das ist krachend gescheitert. Sie legitimieren den Daseinszweck dieser rechtsextremen und rassistischen Partei, seit sie ‚irreguläre‘ Migranten, übrigens auch Menschen, verantwortlich machen für volle Wartezimmer, einen knappen Wohnungsmarkt oder eine angespannte Sicherheitslage. Ich frage Sie direkt: Glauben Sie denn ernsthaft, Sie lösen diese Probleme durch Abschiebungen und Grenzschließungen? Verantwortlich für diese Missstände ist das Versagen der Politik der letzten 20 Jahre. Das ist eine unbequeme Wahrheit für alle Parteien. Dieser Verantwortung sollten Sie sich stellen, denn mit Sündenböcken operieren nur die Extremisten. Wenn Medien und Politik nicht sofort aufhören, migrationspolitische Scheindebatten zu führen, werden wir in Deutschland 2029 buchstäblich unser blaues Wunder erleben.“ 

Die Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde, Aslıhan Yeşilkaya-Yurtbay, weist auf den Schaden hin, den der Wahlkampf angerichtet hat:

„Sie haben ab jetzt die Verantwortung für unsere Zukunft, für alle Menschen in diesem Land – auch die bald 30 %, die eine Migrationsgeschichte besitzen. Fangen Sie endlich damit an, die echten Probleme der Menschen zu lösen – wie zu hohe Mieten, kaputte Infrastruktur, lahmende Wirtschaft und ja, auch eine Stimmung, die geprägt ist von Schuldzuweisungen und zunehmendem Rassismus. Es gab in diesem Land mal ein Vertrauen darin, dass Vielfalt und Migration etwas Gutes ist, etwas Produktives, Teil eines Wirtschaftswunders. Diesen Glauben gab es bei Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte und über Parteigrenzen hinweg. Der Wahlkampf hat dieses Vertrauen zerstört. Menschen mit Zuwanderungsbiografie sind verängstigt und denken darüber nach, Deutschland zu verlassen. Vielfalt ist unsere Gegenwart und ohne Migration hat unser Land keine Zukunft. Was könnte schlimmer sein als ein Volk, das sich durch die Gegenwart verunsichern lässt und das Vertrauen in seine Zukunft verloren hat? Wir brauchen dieses Vertrauen. Im Augenblick sind es Bündnisse wie ‚Zusammen für Demokratie‘, Gewerkschaften und Kirchen und es sind Demonstrationen, die uns Kraft geben. Menschen, die Schulter an Schulter mit uns stehen. Wir brauchen eine wirklich breite Bewegung für eine offene Gesellschaft.“

24 Februar 2025 0 Kommentare
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