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Schnellere Einbürgerung: Bundesrat billigt Doppelpass

von Fremdeninfo 3 Februar 2024
von Fremdeninfo

Schnellere Einbürgerung: Bundesrat billigt Doppelpass

dpa/dtj

Eine aus Indien stammende Frau hält nach der Einbürgerung ihren neuen Pass in den Händen. Foto: Fabian Sommer/dpa

 

Wer in Deutschland lebt, kann künftig schneller eingebürgert werden. Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat die bis zuletzt hochumstrittene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts gebilligt. Das findet nicht überall Zustimmung.

Der Bundesrat hat am Freitag zwei weitere Bausteine der neuen Migrationspolitik der Ampel-Koalition gebilligt. Während die von Anfang an umstrittene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts auch in der Länderkammer am Freitag noch zu einem Schlagabtausch führte, wurden gegen die Verfahrenserleichterungen für Abschiebungen lediglich Bedenken geäußert, was die Praxistauglichkeit der neuen Bestimmungen angeht.

Der Bundesrat verzichtete zum Staatsbürgerschaftsrecht auf die Anrufung des Vermittlungsausschusses. Das neue Gesetz sieht vor, dass Zuwanderer bereits nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland Staatsbürger werden können, vorausgesetzt sie können ihren Lebensunterhalt ohne staatliche Hilfe bestreiten. Bisher müssen sie mindestens acht Jahre im Land leben.

Einbürgerung bei guten Leistungen nach drei Jahren möglich

Bei guten Leistungen in Schule oder im Job, guten Sprachkenntnissen oder ehrenamtlichem Engagement soll die Einbürgerung schon nach drei Jahren möglich sein. Wer einen deutschen Pass haben möchte, soll seinen alten dafür nicht mehr aufgeben müssen.

Das gilt jetzt schon für EU-Bürger und einige Sonderfälle, aber beispielsweise nicht für Menschen aus der Türkei. Die Reform betrifft auch Deutsche, die Bürger eines weiteren Staats werden möchten. Sie benötigen dafür keine spezielle Genehmigung der deutschen Behörden mehr. Ohne diese Erlaubnis verlor man bisher die deutsche Staatsbürgerschaft beim Erwerb einer weiteren.

„Gastarbeiter“ müssen nur mündliche Sprachkenntnisse nachweisen

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), warb im Bundesrat für die Reform. Dagegen erklärte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) als Stellvertreter des Ministerpräsidenten, es werde mit den Plänen der falsche Weg beschritten. Er sagte, dass Einbürgerungen derzeit im Schnitt erst nach 16,3 Jahren erfolgten, liege erstens daran, dass eine echte Integration inklusive Spracherwerb Zeit brauche.

Zweitens fehlten in den zuständigen Behörden jetzt schon die Kapazitäten. Das habe zur Folge, dass Ausländer, die alle Kriterien erfüllten, von der Antragstellung bis zur Einbürgerung oft sehr lange warten müssten. Wer als „Gastarbeiter“ in die Bundesrepublik gekommen ist oder als Vertragsarbeiter in die DDR, muss zur Einbürgerung künftig nur mündliche Deutschkenntnisse nachweisen.

„Der Doppelpass kommt“

Für Menschen aus diesen beiden Gruppen wird zudem kein Einbürgerungstest mehr verlangt. Wer den deutschen Pass möchte, muss den eigenen Lebensunterhalt und den unterhaltspflichtiger Angehöriger selbst bestreiten können. Wer unverschuldet doch auf Sozialhilfe oder Grundsicherung angewiesen war, für den galt bislang eine Ausnahmeregelung – diese soll es künftig aber nur noch für bestimmte Gruppen und Fälle geben.

Die Grünen-Migrationsexpertin Filiz Polat sagte nach der Entscheidung: „Der Doppelpass kommt. Auch der letzte Versuch der Union ist gescheitert, mit einem Antrag aus Bayern das Gesetz im Bundesrat noch aufzuhalten.“ CDU und CSU seien offenbar noch immer nicht „in der modernen Einwanderungsgesellschaft angekommen, die es in Deutschland längst gibt“, schimpfte die Bundestagsabgeordnete.

CSU kritisiert Gesetzesnovelle

Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andrea Lindholz, sagte: „Im Falle eines Regierungswechsels würde ich im Bereich der Migrationspolitik als Erstes das Ampel-Gesetz zur Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts rückgängig machen.“

Die CSU-Politikerin kritisierte: „Wenn wir sehen, welche inakzeptablen Einstellungen man bei einigen der Menschen findet, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten eingebürgert wurden, kann die Antwort doch nicht sein, die Hürden für die Einbürgerung zu senken.“

dpa/dtj

3 Februar 2024 0 Kommentare
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Die Amtszeit von Hafize Gaye Erkan als Gouverneurin der türkischen Zentralbank währte keine acht Monate

von Fremdeninfo 3 Februar 2024
von Fremdeninfo

Die Amtszeit von Hafize Gaye Erkan als Gouverneurin der türkischen Zentralbank währte keine acht Monate.

Nach ihrem Rücktritt infolge von Korruptionsvorwürfen rückt ihr bisheriger Stellvertreter Fathi Karahan auf.

Der Spiegel

 

Türkei: Recep Tayyip Erdoğan ernennt neuen Chef der Zentralbank © Lefteris Pitarakis/ picture alliance/dpa

 

 

 

Die türkische Zentralbank erhält abermals einen neuen Chef. Vizegouverneur Fatih Karahan löst die bisherige Chefin Hafize Gaye Erkan ab, die am Freitag nach weniger als acht Monaten überraschend zurücktrat. Die frühere Finanzmanagerin, die mit mehreren Zinserhöhungen eine Kehrtwende in der Geldpolitik eingeleitet hatte, nannte persönliche Gründe für ihren Rücktritt. Sie sei Ziel einer Rufschädigungskampagne geworden und wolle ihre Familie und ihr knapp anderthalbjähriges Kind schützen, erklärte Erkan.

Finanzminister Mehmet Simsek und der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz betonten in ähnlich lautenden Mitteilungen, die bisherige Wirtschaftspolitik werde ohne Unterbrechung fortgesetzt. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan beförderte Karahan, einen der drei Stellvertreter Erkans, umgehend an die Zentralbankspitze. Wie Erkan hat auch der 42 Jahre alte Karahan jahrelang in den USA gearbeitet. Er hat einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss der University of Pennsylvania und arbeitete als Ökonom bei der Federal Reserve Bank (Fed) von New York.

Erkan beendete die ultralockere Geldpolitik

Seit Erkans Amtsübernahme im Juni 2023 war die Zentralbank von einer ultralockeren Geldpolitik auf einen scharfen Straffungskurs umgeschwenkt. Sie hatte den Leitzins in mehreren Schritten auf 45 Prozent von seinerzeit 8,5 Prozent erhöht. Erdoğan, der sich als »Zinsfeind« bezeichnet hat, hatte Erkan selbst ernannt. Sie hatte nach Studienabschlüssen in den USA Karriere an der Wall Street und in Führungsetagen von US-Finanzunternehmen gemacht und war die erste Frau an der Spitze der türkischen Notenbank. Diese hat nun binnen fünf Jahren ebensoviele Wechsel an der Spitze erlebt, nachdem Erdoğan Erkans vier Amtsvorgänger jeweils entlassen hatte.

or Erkan hatte die Zentralbank auf Erdoğans Geheiß mit billigem Geld die Wirtschaft anschieben wollen. Als Folge hatte die Landeswährung Lira drastisch abgewertet, was wiederum das Inflationsproblem verschärfte. Die Türkei muss viele Waren und Rohstoffe aus dem Ausland importieren, die durch die schwache Lira immer teurer wurden. Vor wenigen Tagen hatte die Zentralbank erklärt, der Leitzins solle auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben, bis ein signifikanter Rückgang von Teuerung und Inflationserwartungen erreicht werde.

3 Februar 2024 0 Kommentare
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Senat befragt Landesbeschäftigte zu ausländischen Wurzeln

von Fremdeninfo 3 Februar 2024
von Fremdeninfo

Senat befragt Landesbeschäftigte zu ausländischen Wurzeln

Berlin Brandenburg

Cansel Kiziltepe (SPD), Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, spricht.
Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

 

 

Der Berliner Senat will herausfinden, wie viele Menschen im Landesdienst ausländische Wurzeln haben. Dazu startete am Montag eine Befragung, an der sich 132.000 Beschäftigte freiwillig und anonym beteiligen können. Auf Grundlage der Ergebnisse, die in der zweiten Jahreshälfte erwartet werden, sollen dann Förderpläne für die Personalplanung und -gewinnung erarbeitet werden. Dazu können etwa Bewerbungstrainings, Sprachkurse oder spezielle Praktika für Menschen mit ausländischem Hintergrund gehören.

Ziel sei, die Vielfalt der Gesellschaft auch im öffentlichen Dienst Berlins abzubilden, erklärten Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) und Finanzsenator Stefan Evers (CDU). Sie erinnerten daran, dass 38 Prozent der Berliner Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben.

«Ich möchte, dass mehr Menschen mit Migrationsgeschichte im öffentlichen Dienst arbeiten. Das schafft Sichtbarkeit und Zugehörigkeit», erklärte die Beauftragte des Senats für Integration und Migration, Katarina Niewiedzial. «Um das zu erreichen, brauchen wir konkrete Maßnahmen und belastbare Zahlen. Diese werden wir nach dem Ende der Erhebung endlich kennen.»

Die Befragung findet den Angaben zufolge bis zum 26. Februar statt. Sie richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im unmittelbaren Landesdienst. Die Frage lautet: «Haben Sie einen Migrationshintergrund, ja oder nein?». Umgesetzt wird die Befragung vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

3 Februar 2024 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Abkommen mit der Türkei: Innenministerium bremst Sunaks Abschiebepläne

von Fremdeninfo 2 Februar 2024
von Fremdeninfo

Abkommen mit der Türkei: Innenministerium bremst Sunaks Abschiebepläne

Geschichte von Johannes Leithäuser •/FAZ
 

                                             

                                         Der britische Premierminister Rishi Sunak bei einer Pressekonferenz zu der „stop the boats“-Kampagne © AP
 

Das britische Innenministerium hegt Zweifel, ob die Türkei als ein sicheres Herkunftsland gelten kann. Damit macht es Hoffnungen auf ein Rückführungsabkommen zunichte, das die Abschiebung illegaler türkischer Migranten hätte ermöglichen sollen.

Der britische Premierminister Rishi Sunak hat die Unterbindung von Schleusungen über den Ärmelkanal zu einem Erfolgsmaßstab seiner Regierung gemacht. Im vergangenen Jahr bildeten türkische Staatsbürger die drittgrößte Gruppe der über den Ärmelkanal geschleusten Flüchtlinge, nach Afghanen und Iranern. Bis zum Jahresende wurden etwa 3000 türkische Ankömmlinge registriert – etwa ein Zehntel der gesamten in Booten an die britische Küste gelangten Flüchtlinge.

Als Vorbild für ein von Großbritannien gewünschtes Rückführungsabkommen mit der Türkei galt ein ähnlicher, von Sunak vor einem Jahr geschlossener Vertrag mit Albanien. In dessen Folge sank die Zahl der Albaner um rund 90 Prozent, die illegal mit dem Boot nach Großbritannien zu gelangen versuchten.

Laut einem Bericht der Zeitung „The Times“ ist das britische Innenministerium zu der Einschätzung gekommen, die Türkei erfülle nicht die Anforderungen eines „grundsätzlich sicheren“ Staates.

Diese Einschätzung ergebe sich unter anderem aus den Berichten türkischer Asylsuchender im Vereinigten Königreich. Viele von ihnen hätten sich als politische Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan beschrieben und angegeben, sie befürchteten staatliche Repressionen. Der Bericht des Innenministeriums soll auch eine „zu ehrgeizige“ Anwendung von Anti-Terror-Gesetzen in der Türkei missbilligen und Zweifel an der Unabhängigkeit der türkischen Justiz hegen. Großbritannien und die Türkei arbeiten bei der Bekämpfung illegaler Schleusungen bereits eng zusammen.

2 Februar 2024 0 Kommentare
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Frauen

Mein Partner und ich zogen nach Spanien, bekamen 2 Kinder und trennten uns dann – jetzt darf ich meine Kinder nicht zurückholen

von Fremdeninfo 1 Februar 2024
von Fremdeninfo
 

Mein Partner und ich zogen nach Spanien, bekamen 2 Kinder und trennten uns dann –

jetzt darf ich meine Kinder nicht zurückholen

Geschichte von Nicola Prentis
 

Die Autorin mit ihren beiden Söhnen am ersten Schultag im spanischen Girona.

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Ich wurde nach drei Monaten Beziehung von dem Mann schwanger, den ich für den Richtigen hielt. Die Tatsache, dass wir damals in zwei verschiedenen Ländern lebten, kam mir wie ein Abenteuer vor. Er war in London und ich war in Madrid. Seit meinem 24. Lebensjahr hatte ich in sieben Ländern gelebt, aber schließlich hatte ich mich in Spanien niedergelassen und hatte nicht vor, von dort wegzugehen – eine große Premiere für mich.

 Zum ersten Mal hatte ich sehr enge Freundinnen und Freunde in einer Gemeinschaft von Autoren gefunden. Ich hatte mir ein Zuhause geschaffen und nicht nur eine weitere Stecknadel auf der Landkarte gesetzt. Bald wurde mir klar, dass ich in Spanien das Leben in vollen Zügen genoss. Ich ging zu Schreibclubs und Open Mics, nahm am 48-Stunden-Filmprojekt teil und besuchte die Theaterstücke von Freunden.
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Die Autorin auf dem Lande in der Nähe von Madrid, wo sie mit Freundinnen und Freunden ein Wochenende verbrachte. © Nicola Prentis
Die Autorin auf dem Lande in der Nähe von Madrid, wo sie mit Freundinnen und Freunden ein Wochenende verbrachte.

Ich liebte den Lebensstil und, ja, auch das sonnige Wetter. Die Pläne waren immer spontan – ob für ein günstiges dreigängiges menú del día, das berühmte lange spanische Mittagessen mit unbegrenztem Wein, eine Ausgehparty oder einen Wochenendausflug aufs Land.

Das war so ganz anders als in meiner Heimatstadt in England, wo ich mich mit Freundinnen und Freunden Wochen im Voraus verabreden musste, wenn ich zu Besuch war. Pläne durchkreuzte dort oft der Regen. Der Tag in Spanien ist auch länger. Geschäfte und Cafés haben bis 21 Uhr geöffnet, und 20 Uhr gilt als zu früh für eine Reservierung im Restaurant zum Abendessen. Nach einem Arbeitstag blieb noch viel Zeit für ein soziales Leben. Ich war kaum zu Hause, und einen Fernseher hatte ich nie.

Mein neuer Partner war glücklich, nach Spanien zu ziehen

Zu meinem Glück, so dachte ich zumindest, war einer der vielen Gründe, die meinen neuen Freund zu dem Richtigen machten, dass er gerne reiste und sein Job ihn oft nach New York, Europa und Asien führte. Das Beste von allem war, dass es sein Lebenstraum war, nach Spanien zurückzukehren, nachdem er mit Anfang 20 in Barcelona Englisch unterrichtet hatte.

Er sprach fließend Spanisch, konnte eine großartige Paella kochen und liebte spanischen Wein. Es war keine Frage, wo wir wohnen würden, und ich fand schnell eine größere Wohnung für uns im trendigen Viertel La Latina.

Obwohl ich für den letzten Teil meiner Schwangerschaft und die Geburt mit ihm zurück nach Großbritannien ging, wollten wir beide unbedingt ein Familienleben in Spanien beginnen. Die Spanier lieben Kinder, vor allem Babys. Dort gestaltet es sich einfach und lustig, das Baby zum Mittagessen mitzunehmen oder Tapas auf einer sonnigen Terraza zu genießen, sogar bis spät in den Abend hinein.

Das spanische Leben wurde mit einem Baby schwieriger zu genießen

Aber als das Baby ein aktives Kleinkind wurde und mein Partner weiter im Ausland arbeitete, war ich die meiste Zeit allein. Es wurde immer schwieriger, Freunde zu treffen oder an den Schreibaktivitäten teilzunehmen. Der lange spanische Tag zog sich nun in die Länge.

Als wir beschlossen, nach Girona zu ziehen, eine siebenstündige Autofahrt entfernt auf der anderen Seite Spaniens – was für mich noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wäre -, hatte ich das Gefühl, dass ich mich von meinem alten Leben ohnehin schon verabschiedet hatte. Es schien mir egal zu sein, dass ich dort keine Freundinnen und Freunde hatte und mein Partner bis zu 80 Prozent der Zeit unterwegs war.

Ein Jahr nach unserem Umzug bekamen wir unser zweites Kind. Zehn Tage nach der Entbindung kehrte mein Partner zur Arbeit ins Ausland zurück. Damals stellte sich heraus, dass es sehr wohl eine Rolle spielte, keine Freunde zu haben. Nach unserer Trennung schien ein Umzug ins Vereinigte Königreich, in die Nähe meiner Schwester und meiner Nichten, die Lösung zu sein. In ihrer Nähe würde es einfacher sein als alleinerziehende Mutter zu werden.

Ich saß in Spanien fest, wenn ich bei meinen Kindern sein wollte

Damals erfuhr ich von der Haager Konvention, einem internationalen Abkommen zwischen den meisten Ländern. Nach diesem Übereinkommen muss das Sorgerecht für Kinder in dem Land entschieden werden, in dem die Kinder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Die Sorgerechtsnormen dieses Landes, nicht eures Heimatlandes, bestimmen die Art der Sorgerechtsvereinbarung, die getroffen wird.

Entscheidend ist, dass kein Elternteil die Kinder ohne die Zustimmung des anderen Elternteils in sein Heimatland – oder ins Ausland – zurückbringen darf. Ich fand heraus, dass ein Umzug in die Heimat rechtlich als Kindesentführung eingestuft würde und die britischen Gerichte mich nach Girona zurückschicken würden.

Mein spanienbegeisterter Ex-Freund würde niemals zurück ins Vereinigte Königreich ziehen. Aus diesem Grund konnte ich auch nicht nach England gehen – zumindest nicht, wenn ich bei meinen Kindern sein wollte.

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Die Autorin am Strand von Girona mit ihren beiden Söhnen. © Nicola Prentis

Die Vorzüge der Kindererziehung in Spanien

Es hatte Vorteile, meine Kinder in Spanien aufzuziehen. Die staatlich bezahlte Kinderbetreuung beginnt bereits im Alter von drei Jahren mit der Vorschule. Die Kinder erhalten ein gesundes Drei-Gänge-Mittagessen für weniger als fünf Euro pro Tag. An den Wochenenden ist die üppige Natur nur fünf Gehminuten von unserer Stadtwohnung entfernt und mehrere Strände sind in 45 Minuten mit dem Auto zu erreichen.

In Spanien werden Kinder gemeinschaftlich großgezogen, und Kinder sind in fast jeder Bar und jedem Restaurant willkommen, und Fremde im Bus werden Teil der Großfamilie, die eure Kinder aufwachsen sieht. Meine jetzt sechs und neun Jahre alten Kinder sind dreisprachig – Englisch, Spanisch und Katalanisch – und werden auch trotz Brexit einen EU-Pass bekommen können.

Trotz alledem wünsche ich mir oft, ich wäre im Vereinigten Königreich und hätte familiäre Unterstützung in der Nähe. Seit der Trennung hat mein Ex-Freund die Jungs nur an abwechselnden Wochenenden und an einem Abend pro Woche. Girona ist schön, aber es fehlt die pulsierende, kosmopolitische Gemeinschaft von Madrid. Da der Vater meiner Kinder nicht wegzieht, bindet mich die Vereinbarung über das gemeinsame Sorgerecht auch hier.

Zähle ich die Jahre, bis ich gehen kann? Ja, aber das heißt nicht, dass ich sie nicht genießen werde, solange ich hier bin.

1 Februar 2024 0 Kommentare
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AfD: AfD erläutert ihre Haltung zu Massenabschiebungen

von Fremdeninfo 1 Februar 2024
von Fremdeninfo

                           AfD: AfD erläutert ihre Haltung zu Massenabschiebungen

                                                        Geschichte von Von Roland Preuß, Berlin/SZ.de

                                           

                                              Geben sich verfassungstreu: Tino Chrupalla, AfD-Bundesvorsitzender, und Alice Weidel, Chefin der AfD-Fraktion im Bundestag. ©
                                               Michael Kappeler/DPA

Deutsche Staatsbürger aus Zuwandererfamilien seien davon nicht betroffen, betont der Bundesvorstand. Die Partei halte sich an geltendes Recht. Das hörte sich vor Kurzem noch anders an.

AfD erläutert ihre Haltung zu Massenabschiebungen

Drei Wochen nach dem Bekanntwerden eines Treffens von AfD-Politikern mit Rechtsextremen in einem Potsdamer Hotel versucht die Führung der Partei, sich von den dort diskutierten Plänen für Massenabschiebungen zu distanzieren. Die Partei verbreitete am Mittwoch ein Positionspapier des Bundesvorstands, das erläutert, wie sich die AfD die „Remigration“ von Zuwanderern vorstellt. Bei dem Potsdamer Treffen hatte der Rechtsextremist und führende Kopf der Identitären Bewegung Martin Sellner nach eigenen Angaben einen Vortrag über „Remigration“ gehalten. Rechtsextremisten verstehen darunter in der Regel, dass Millionen Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen müssen. In einem Video zu dem Treffen erklärte der Österreicher Sellner, unter dem „Konzept“ verstehe er auch heimische Staatsbürger, die sich nicht assimilieren wollten. Der Bericht des Medienhauses Correctiv hatte die derzeitige Protestwelle gegen Rechtsextreme und die AfD ausgelöst.

In dem AfD-Positionspapier erklärt die Partei, für sie umfasse der Begriff „alle Maßnahmen und Anreize zu einer rechtsstaatlichen und gesetzeskonformen Rückführung ausreisepflichtiger Ausländer in ihre Heimat“. Ausdrücklich nennt die Parteispitze vollziehbar ausreisepflichtige Ausländer, etwa abgelehnte Asylbewerber, ausländische Gefährder, Extremisten und schwere Straftäter sowie Bürgerkriegsflüchtlinge mit subsidiärem Schutz, wenn der Krieg in deren Heimat beendet sei. Insbesondere Syrer und Afghanen müssten zurück, weil „in deren Herkunftsländern die Kampfhandlungen weitestgehend beendet sind“. In Afghanistan herrschen die radikalislamischen Taliban, in Syrien der Diktator Baschar al-Assad.

Weidel wollte auch Deutsche mit ausländischen Wurzeln loswerden

Die AfD gibt sich betont verfassungstreu. Ihre Forderungen entsprächen der heutigen Rechtslage, erklärte sie, oder ließen sich durch verfassungskonforme Gesetzesänderungen umsetzen. Derzeit prüft das Bundesamt für Verfassungsschutz, ob es die Bundespartei als rechtsextremistisch einstuft. Pläne für eine Abschiebung auch deutscher Staatsbürger aus Zuwandererfamilien, wie sie in Potsdam besprochen worden sein sollen, habe man nicht, so der AfD-Bundesvorstand. Man lehne das entschieden ab.

Dies steht im Kontrast zu früheren Äußerungen aus der Parteiführung. Unter der Überschrift „Hürden zum Entzug der Staatsbürgerschaft senken“ hatte AfD-Chefin Alice Weidel noch am Tag der Veröffentlichung der Correctiv-Geschichte erklärt, sie wolle nicht nur Ausländer konsequent abschieben, sondern auch Kriminellen, Gefährdern, Terroristen und Vergewaltigern „den Pass entziehen“. Der „Automatismus“, Straftäter deshalb nicht abzuschieben, „weil sie eben auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, ist aufzuheben“, ließ Weidel im AfD-Kanal auf Telegram verbreiten. Demnach geht es der AfD sehr wohl auch darum, Deutsche mit ausländischen Wurzeln loszuwerden.

Die AfD versucht, auch Wähler mit Migrationsgeschichte anzusprechen

Nun wird das Gegenteil betont. Die AfD unterscheide nicht zwischen deutschen Staatsangehörigen mit und ohne Migrationshintergrund. Vergangene Woche hatte bereits der EU-Spitzenkandidat der AfD Maximilian Krah versucht, den AfD-Forderungen diesen Dreh zu geben. „Du wirst nicht abgeschoben“, sprach er mögliche Anhänger aus Zuwandererfamilien auf der Plattform X direkt an, „denn du sollst mich wählen.“ Bei aller Ablehnung von Zuwanderung versucht die AfD durchaus, auch Menschen mit Migrationsgeschichte als Wähler anzusprechen.

Die Berichte über das Potsdamer Treffen und die dortige Debatte über Massenabschiebungen stellt die AfD als koordinierte Aktion gegen die erstarkte Partei dar; Weidel sprach am Mittwoch im Bundestag von einer „beispiellosen Verleumdungskampagne“. An dem Treffen hatten Mitglieder der CDU, der erzkonservativen Werteunion sowie mehrere AfD-Politiker teilgenommen, unter ihnen der persönliche Referent von Parteichefin Weidel, Roland Hartwig. Weidel trennte sich daraufhin von ihm.

1 Februar 2024 0 Kommentare
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Fachkräfte wünschen sich mehr Hilfe bei Zuwanderung nach Deutschland

von Fremdeninfo 1 Februar 2024
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Fachkräfte wünschen sich mehr Hilfe bei Zuwanderung nach Deutschland

Wirtschaft

Ein Mitarbeiter aus Marokko prüft Verschlüsse einer Filteranlage
 
Deutsch lernen, Wohnung finden, Visum beantragen – all das kann für ausländische Fachkräfte in Deutschland kompliziert sein. Laut einer Studie wünschen sich Fachkräfte dabei mehr Unterstützung. Ebenfalls erfragt wurden Diskriminierungserfahrungen, mit ernüchterndem Ergebnis.
 Internationale Fachkräfte wünschen sich vor einem Zuzug nach Deutschland mehr Unterstützung bei der Arbeitssuche, beim Deutsch lernen und der Suche nach einer Wohnung. Auch das Antragsverfahren für die Erteilung eines Visums empfinden viele als zu kompliziert. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums.

Der Aussage, dass es wichtig sei, im Alltag Deutsch sprechen zu können, stimmten 58 Prozent von rund 1000 befragten Interessenten zu, die sich noch im Ausland befinden und mit dem Gedanken spielen, nach Deutschland zu ziehen. Dass Deutschland ein echtes Interesse daran habe, ausländische Fachkräfte zu gewinnen, glauben 55 Prozent. Dass Deutschland ein Land sei, das Eingewanderte willkommen heißt, sehen 49 Prozent so.

Bei denen, die bereits zugezogen sind, hat sich das Deutschlandbild allerdings eingetrübt: So bejahte mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) die Frage, bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus wegen der Herkunft diskriminiert worden zu sein. 37 Prozent berichteten von einer Diskriminierung in Geschäften oder Restaurants. Allerdings ist die Zahl der Befragten zu diesem Teilaspekt der Studie mit 289 Teilnehmern gering.

Für die Studie wurden internationale Fachkräfte, die sich für Deutschland interessieren, seit August 2022 in drei Zeiträumen befragt. Zu Beginn waren es rund 28.900 Personen. Bei der Schlussbefragung Ende 2023 waren es noch 6275 Teilnehmer, von denen es nach Angaben von Studienleiter Thomas Liebig 427 tatsächlich nach Deutschland geschafft hatten.

Fabian Langenbruch, zuständig im Bundesarbeitsministerium für die Fachkräftesicherung, sagte, die Studie zeige, dass der Wunsch und die Motivation, nach Deutschland zu kommen, im Ausland stark vorhanden seien. Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz müsse noch bekannter gemacht werden. Als „beinahe bestürzend“ bezeichnete er die benannten Diskriminierungserfahrungen. Das sei schlimm, nicht nur für die Menschen selbst, sondern auch für Deutschland und die hiesige Wirtschaft.

1 Februar 2024 0 Kommentare
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Kommt Erdoğan-Partei in Deutschland? Neues Gesetz könnte Dammbruch werden

von Fremdeninfo 31 Januar 2024
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Kommt Erdoğan-Partei in Deutschland? Neues Gesetz könnte Dammbruch werden

Artikel von Marisa Latteman/ Der Westen
 

Recep Tayyip Erdogan Arc,

Bald könnte es auch in Deutschland eine Erdoğan-Partei geben. Mit nicht zu wenig Zuspruch aus der Bevölkerung. Grund dafür ist das Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts, kurz StARModG, das dem Bundestag als Entwurf vorliegt. Diesen Montag werden dazu Experten vor dem deutschen Innenausschuss angehört.

Das Gesetz könnte für Millionen Menschen in Deutschland und im Ausland relevant werden. Diese können dann die doppelte Staatsangehörigkeit erlangen, was für sie unter anderem leichtere Reisebedingungen in das Herkunftsland bedeuten kann. Das würde aber auch bedeuten, dass es zu einem Umbruch in der deutschen Parteienlandschaft kommen kann. Denn dann kommen potenzielle neue Wählergruppen dazu – oder sogar neue Parteien.

Doppelte Staatsangehörigkeit bald für alle Länder möglich?

Die Reform zum StARModG soll die Wartezeit für die Einbürgerung von acht auf fünf Jahre verkürzen. Im Gesetzesentwurf wird dargelegt, dass 12,3 Millionen Menschen ohne deutschen Pass in Deutschland leben. 5,3 Millionen davon sind schon seit mehr als zehn Jahren hier. Für sie soll die Einbürgerung erleichtert werden, wenn gewisse Kriterien erfüllt werden. Dazu zählt gut Deutsch zu sprechen und den eigenen Lebensunterhalt finanzieren zu können.

Außerdem würde das Gesetz mehr Menschen mit Migrationshintergrund im In- und Ausland die Mehrstaatigkeit ermöglichen. Besonders attraktiv sei die Möglichkeit, zwei Pässe zu besitzen, für Menschen mit türkischem Migrationshintergrund, sagt Peter Schlotzer, Dozent für Staatsangehörigkeitsrecht der Zeitung „t-online“. Der Leiter einer großen Einbürgerungsbehörde berichtete, dass er bereits jetzt oft auf diese Möglichkeit angesprochen wird. Menschen aus der Türkei müssen sich bislang entscheiden, ob sie die deutsche oder die türkische Staatsangehörigkeit wollen.

Das ist bei Menschen aus den EU-Ländern, sowie der Schweiz anders. Sie dürfen meist zwei Pässe besitzen. Gleiches Gilt für Menschen, die nicht auf ihre alte Staatsbürgerschaft verzichten können. Das gilt beispielsweise für Menschen aus Afghanistan und Syrien, aber auch Brasilien und Thailand.

Erdoğan bald im Deutschen Bundestag?

Die Sorgen, die einige Experten dazu äußern, ist nun, dass durch die Möglichkeit zwei Pässe zu besitzen auch die Möglichkeit zur doppelten Staatsangehörigkeit ganz offiziell ist. Damit einher geht das Recht in beiden Ländern zu wählen – also auch für das Land, indem man gar nicht wohnt.

Der türkische Präsident Erdoğan beispielsweise könnte so durch seine Anhänger mit deutsch-türkischer Staatsangehörigkeit, die in Deutschland eine Partei gründen, Einfluss auf die hiesige Politik nehmen. Bei der Präsidentenstichwahl im Mai 2023 erreichte Erdoğan bei den in Deutschland stimmberechtigten Türken 67 Prozent.

Hierzu muss jedoch betont werden, dass es bereits jetzt viele Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland gibt, die in der Lage gewesen wären eine Pro-Erdoğan Partei zu gründen. Eine solche mit nennenswertem Einfluss ist jedoch bislang nicht entstanden.

31 Januar 2024 0 Kommentare
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Flucht und Migration: Klingbeil ermahnt Länder, mehr Menschen abzuschieben

von Fremdeninfo 31 Januar 2024
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Flucht und Migration: Klingbeil ermahnt Länder, mehr Menschen abzuschieben

SZ.de

 

                                           

                                        Flucht und Migration: Klingbeil ermahnt Länder, mehr Menschen abzuschieben © Kay Nietfeld/dpa

 

SPD-Parteichef Lars Klingbeil ruft die Länder zur Umsetzung der von Kanzler Olaf Scholz angeregten Abschiebe-Offensive auf. „Die Bundesländer haben jetzt die Möglichkeiten – und sie müssen diese auch nutzen“, sagte Klingbeil der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Der Staat muss funktionieren, wenn es darum geht, Menschen, die nicht bei uns bleiben können, zurückzuführen.“

Auch FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai forderte die Bundesländer auf, Abschiebungen ausreisepflichtiger Ausländer konsequenter zu vollziehen. „Der Bund wird das Problem alleine nicht lösen können. Nachdem die rechtlichen Voraussetzungen für effektivere Rückführungen geschaffen wurden, müssen die Länder diese jetzt auch konkret nutzen und mehr Abschiebungen durchführen“, sagte Djir-Sarai der Rheinischen Post.

Eine Verlängerung des Ausreisegewahrsams soll künftig verhindern, dass Abschiebungen im letzten Moment noch scheitern. Nach längerem Tauziehen in der Koalition hatte der Bundestag vor zwei Wochen ein entsprechendes Gesetz mit der Mehrheit der Ampel beschlossen – auch wenn einige Grünen-Abgeordnete dagegen stimmten. Ende vergangenen Jahres waren laut Bundesinnenministerium etwa 243 000 Menschen als ausreisepflichtig erfasst, von denen allerdings die große Mehrheit – etwa 194 000 Menschen – eine Duldung hatten. Sie dürfen nicht abgeschoben werden. 2023 gab es nach Angaben des Bundesinnenministeriums 16 430 Abschiebungen.

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                                                  Eine   Zahlkarte

Im Gesetz sind Verfahrensvereinfachungen und Regelverschärfungen vorgesehen, um Abschiebungen zu erleichtern. Scholz hatte im Herbst 2023 in einem Spiegel-Interview gesagt: „Wir müssen endlich im großen Stil diejenigen abschieben, die kein Recht haben, in Deutschland zu bleiben.“ Djir-Sarai sagte, die EU-Kommission müsse deutlich mehr dafür tun, um Migrationsabkommen auf europäischer Ebene mit relevanten Herkunftsstaaten zu schließen. Er erneuerte die Forderung, weitere Länder als sichere Herkunftsstaaten einzustufen und nannte dabei konkret Tunesien, Marokko und Algerien. „Dass sich die Grünen hier nach wie vor sperren, ist bedauerlich“, meinte der FDP-Politker.

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sieht indes deutliche Fortschritte bei den Verhandlungen über neue Migrationsabkommen mit Herkunftsstaaten. „Leider mussten wir nach 16 Jahren unionsgeführtem Innenministerium beim Thema Migrationsabkommen fast bei null beginnen“, sagte Wiese der Rheinischen Post. „Bundesinnenministerin Nancy Faeser und der Sonderbevollmächtigte für Migrationsabkommen, Joachim Stamp, arbeiten mit Hochdruck und sichtbaren Ergebnissen daran, bilaterale Migrationsabkommen in beiderseitigem Interesse abzuschließen.“ Der Sonderbevollmächtigte Stamp (FDP) ist am 1. Februar ein Jahr im Amt.

Die Union stellte Stamp hingegen ein schlechtes Zeugnis aus. „Der Beauftragte der Bundesregierung steht auf verlorenem Posten. Man kann so eine Aufgabe nicht an einen Beamten mit einer Handvoll Mitarbeitern delegieren“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), der Rheinischen Post. „Bei diesem großen Thema ist die Außenministerin und bei bestimmten Ländern auch der Kanzler gefragt.“ Die Informationen über den Stand der Migrationsabkommen seien „überaus spärlich“.

31 Januar 2024 0 Kommentare
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Neugründung angekündigt – Sozialforscher erklärt, was die Erdogan-Partei DAVA für Deutschland bedeuten würde

von Fremdeninfo 31 Januar 2024
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Neugründung angekündigt – Sozialforscher erklärt, was die Erdogan-Partei DAVA

für Deutschland bedeuten würde

                   Artikel von Von FOCUS-online-Gastautor Andreas Herteux

 

                                                    

                                        Wird die türkische Community in Deutschland eine neue Migranten-Partei wählen? Sozialforscher Andreas Herteux schätzt
die Chancen einer neuen Migranten-Partei ein. dpa, Andreas Herteux © dpa, Andreas Herteux

 

 

 

Die angekündigte Gründung der türkisch-islamischen Partei DAVA lässt aufhorchen. Sozialforscher Andreas Herteux ordnet die politische Bewegung ein. Zudem beschreibt er das Einbürgerungspotential durch mögliche Gesetzesänderungen und warnt davor, die Bedürfnisse von Wählern mit Migrationshintergrund zu ignorieren.

Ist die Gründung der türkisch-islamischen Partei DAVA eine Zäsur für Deutschland?

Der Versuch das türkisch-islamische Potential mit einer neuen politischen Organisation zu nutzen, ist erst einmal nicht neu. Auch parteipolitisch nicht. Man erinnere sich als Beispiel nur an das Jahr 2016, in dem die Allianz Deutscher Demokraten (ADD) gegründet wurde und anschließend bei verschiedenen Wahlen, durchaus auch mit dem türkischen Präsident Erdogan auf dem Wahlplakat, antrat. Die Ergebnisse waren überschaubar. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte man 0,1% der Stimmen. Selbst in NRW waren es nur 0,4%.

Die angekündigte Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (DAVA) ist nun ein neuer Versuch, das Potential auszuschöpfen. Identitätspolitik wird an dieser Stelle eine große Rolle spielen. Die DAVA selbst bestreitet zwar der „verlängerte Arm“ der AKP zu sein, viele Experten bewerten das aber auf eine andere Art und Weise.

Sind die Rahmenbedingungen für die türkisch-islamische Partei DAVA günstig?

Viele Jahrzehnte waren die Deutsch-Türken, heute etwa 1,5 Millionen Wahlberechtigte, eine sichere Bank für die SPD. Teilweise sympathisierten bis zu 70% mit der Partei. Auch die Grünen und Linken erreicht zweistellige Werte. Generell sah sich diese Gruppe links der Mitte. Spätestens ab Ende der 2010er-Jahre sind allerdings starke Wechselbewegungen zur Union erkennbar. So gut wie alle Studien sehen die Sozialdemokraten bei den Deutsch-Türken inzwischen dicht bei CDU/CSU. Das Wahlverhalten hat sich demnach verschoben. Die Frage, ob die Unionsparteien nun der neue Heimathafen sind, lässt sich aufgrund der Datenlage nicht beantworten.

Jenseits der Deutsch-Türken möchte die Partei aber generell Migranten ansprechen; im Besonderen jene muslimischen Glaubens, die von den etablierten Parteien enttäuscht sind.

In der Summe gilt aber; das Klientel ist 2024 offener für Alternativen als 2016, denn bei Ihnen gelten die gleichen Mechanismen wie bei anderen Wählergruppen. Die Deutsch-Türken sind, wie andere Migranten auch, heterogen. Sie verteilen sich auf verschiedene Milieus mit unterschiedlichen Vorstellungen von einem richtigen Lebens, sind aber insgesamt vielleicht einen Ticken konservativer. Trotzdem darf man sie aus dem gesamtgesellschaftlichen Kontext nicht herauslösen. Seit längerem werden die Bedürfnisse mancher Lebenswirklichkeiten nicht mehr ausreichend befriedigt, Milieukonflikte entstehen und so schwinden sich alte politische Bindungen. Wenn sich daher auch in Migrantenmilieus neue politische Bewegungen gründen würden, wäre das nicht überraschend, sondern erwartbar.

Bedingt nicht die hohe Zustimmung für Erdogan zwangsläufig den Erfolg an einer Partei der Kategorie DAVA?

Es gibt in Deutschland ca. 2,9 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Davon haben 1,5 Millionen einen deutschen Pass. Doppelstaatler gibt es allerdings bislang nur ca. 530.000. An den letzten Präsidenten-Stichwahlen haben ca. 730.000 Personen aus unserem Land teilgenommen. Etwas weniger als 500.000 stimmten für Erdogan. Theoretisch könnten diese komplett aus der Gruppe derjenigen kommen, die in Deutschland nicht wählen darf oder umgedreht. Die Wahrheit ist, dass die Datenlage an dieser Stelle keine klare Antwort zulässt.

Ist die schnellere Einbürgerung sowie die Einführung des Doppelpasses für eine Partei wie die DAVA positiv oder negativ zu werten?

Alles, was das Wählerpotential erhöht, ist für eine solche politische Organisation erst einmal positiv. Das neue Recht, das am 19.01.2024 durch den Bundestag beschlossen wurde, könnte dazu beitragen. Im Besonderen der Doppelpass und die angepassten Sprachanforderungen, könnten viele türkischstämmige, bislang nicht eingedeutschte Menschen dazu animieren, sich nun doch unkompliziert eine zweite Staatsbürgerschaft zuzulegen.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland rechnet mit 50.000 Anträgen für 2024 und geht mittel- bis langfristig davon aus, dass ein großer Teil der Community zu einem deutschen Pass tendieren könnte.

Ist das neue Einbürgerungsrecht nicht der Schlüssel zu einer besseren Integration?

Für die These, dass eine schnellere Einbürgerung oder die doppelte Staatsbürgerschaft, die Integration verbessert, gibt es keine belastbaren Belege, nur oft zitierte Indizien im Bereich der Bildung und Wirtschaft, die aber auch auf andere Weise erklärt werden könnten, und im gewünschten Gesamtkontext nicht schlüssig erscheinen.

Gerade die beiden, oft in den Arbeitspapieren genannten, Primärzielgruppen für die Einbürgerung und den Doppelpass, Flüchtlinge, man geht beispielsweise in Projektionsszenarien davon aus, dass von 2024 bis 2028 zwischen 113.000 und 313.000 Syrer eine Antrag stellen werden, und Angehörige der Gastarbeitergeneration, bei denen man die Lebensleistung belohnen möchte, sind im Grunde genommen nicht ausreichend erforscht, um ihre Motivation, Verhalten und ihr Verhältnis zum neuen Land mittel- bis langfristig abschätzen zu können. Stichworte wie Hamas, Israel, Ukraine, Putin oder Erdogan könnten hier einen Hinweis darauf geben, entsprechende Untersuchungen anzustoßen.

Unabhängig davon, sind Menschen mit Migrationshintergrund sowie deutscher Staatsbürgerschaft eine heterogene Gruppe, die von den politischen Parteien umworben werden muss und natürlich ihr Recht auf Teilhabe besitzt. Entsteht hier eine Repräsentationslücke, werden sie, sich politisch neu orientieren und ggf. auch entsprechende Bewegungen gründen.

31 Januar 2024 0 Kommentare
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