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Ermittlungen gegen den Verein Ahbap: Haluk Levent und 17 weitere Personen festgenommen

von Fremdeninfo 13 Juli 2026
von Fremdeninfo 13 Juli 2026
Haluk Levent türkischer Sänger
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Quelle: Avrupa Demokrat / bianet – EMK

In einer von der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul geleiteten Untersuchung gegen den Wohltätigkeitsverein Ahbap wurde der Künstler Haluk Levent festgenommen. Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem 17 weitere Personen in Gewahrsam genommen, die mutmaßlich mit Mitarbeitern und Mitgliedern des Vereins in Verbindung stehen.

Vorwürfe: Geldwäsche und illegale Wetten

Laut den Ermittlungsakten wird behauptet, dass über Konten, die mit Haluk Levent assoziiert werden, zwischen den Jahren 2020 und 2024 (bzw. bis heute) legale Wetten im Wert von rund 990 Millionen Lira abgeschlossen wurden. Dabei soll ein Verlust von etwa 390 Millionen Lira entstanden sein.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Haluk Levent insbesondere „Verstoß gegen das Vereinsgesetz“, „Geldwäsche von aus Straftaten stammenden Vermögenswerten“ sowie „Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation“ vor. Nach seiner Festnahme wurde Levent in den Vatan-Komplex des Istanbuler Polizeipräsidiums gebracht.

Bei zeitgleichen Razzien an den Adressen der Verdächtigen beschlagnahmten die Einsatzkräfte digitales Beweismaterial, Bargeld, Gold, Schecks, Schuldscheine sowie verschiedene Dokumente. Insgesamt befinden sich derzeit 18 Personen in polizeilichem Gewahrsam.

Staatsanwaltschaft nimmt Spendenkonten unter die Lupe

In einer schriftlichen Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul heißt es, dass die Untersuchung aufgrund von Vorwürfen eingeleitet wurde, wonach hohe Geldbeträge im Namen des Ahbap-Vereins auf die Konten einzelner Verdächtiger überwiesen worden seien. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verdacht, dass Erdbebenspenden (insbesondere nach den Beben vom 6. Februar 2023) zweckentfremdet und ins Ausland transferiert wurden.

Die Staatsanwaltschaft führt an, dass Levent zahlreiche Bankkonten genutzt habe, darunter eines auf den Namen seiner Assistentin Yeliz Kaya. Es seien Überweisungen in Höhe von rund 120 Millionen Lira von Vereinskonten auf das Privatkonto von Kaya festgestellt worden. Zudem wurde die Festnahme damit begründet, dass Fluchtgefahr bestehe: Levent habe trotz eines bestehenden Ausreiseverbots Vorbereitungen für eine Flucht ins Ausland getroffen.

Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit Immobilien

Ein weiterer Teil der Ermittlungen betrifft den Vorwurf, dass unter missbräuchlicher Verwendung des Namens „Ahbap“ Immobilien von Opfern gegen falsche Spendenversprechen erworben wurden. Diese Immobilien seien zunächst auf Yeliz Kaya und später auf Dritte übertragen worden. Der hierbei entstandene Gesamtschaden wird auf etwa 60 Millionen Dollar geschätzt. Es gebe zudem Erkenntnisse, dass Spendengelder direkt auf Privatkonten umgeleitet oder Vereinsimmobilien auf die Namen der Verdächtigen registriert wurden.

Hintergrund: Frühere Verurteilungen und Rücktrittsankündigung

Bereits im Juni wurde Haluk Levent in einem Verfahren wegen ungedeckter Schecks zu einer Geldstrafe von rund 70 Millionen Lira verurteilt. Damals wurde ihm zudem untersagt, neue Schecks auszustellen. Levent verteidigte sich damals mit der Aussage, dass Ratenzahlungen vereinbart worden seien und kein finanzieller Schaden entstanden sei. Er kündigte jedoch an, den Vorsitz von Ahbap aus gesundheitlichen Gründen niederzulegen, sobald die laufende Finanzprüfung abgeschlossen sei.

Reaktion von Haluk Levent

Levent, dessen Name zuletzt auch im Kontext einer Untersuchung gegen die portugiesische Staatsbürgerin Tessy Ramos Correia fiel, wies alle Anschuldigungen über die sozialen Medien entschieden zurück. Er betonte, er habe in seinem gesamten Leben weder geraucht noch Drogen konsumiert oder sich illegaler Handlungen schuldig gemacht.

Hinweis: Die in diesem Bericht enthaltenen Informationen basieren auf den Erklärungen der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul. Da die Ermittlungen noch andauern, gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.


 

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