Cumali Yagmur – Halit Yasar Demirbag
In Hannover versammelten sich auf Aufruf der Initiative „Buntes Hannover“ knapp 2.000 Menschen vor dem Neuen Rathaus. Am Sonntag war die rechtsextreme Partei AfD (Alternative für Deutschland) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als stärkste Kraft in das Landesparlament eingezogen.
Ein Vertreter der Liberalen Jüdischen Gemeinde betonte, dass man gegen den zunehmenden Reationarismus Schulter an Schulter kämpfen und den Widerstand verstärken müsse. Er hob hervor, dass die aktuelle Entwicklung sehr besorgniserregend sei und man gemeinsam gegen Rassismus und Nationalismus eintreten müsse.
Eine junge Frau, die für die DIDF-Jugend sprach, erklärte: „Wir haben uns hier versammelt, um gegen die rassistische und fremdenfeindliche AfD zu protestieren. Gleichzeitig erheben wir gemeinsam unsere Stimme gegen Nationalismus und Rassismus.“ Sie erinnerte daran, dass in der Vergangenheit in Städten wie Mölln, Hanau und Solingen Häuser von Migranten in Brand gesteckt und Menschen ermordet wurden, obwohl Migranten maßgeblich zum Aufbau dieses Landes beigetragen haben: „Meine Eltern kamen hierher und haben einen großen Beitrag zum Wohlstand dieses Landes geleistet. Dass der Faschismus hier wieder erstarkt, ist nicht die Schuld der Ausländer. Rassismus und Nationalismus sind in diesem Land als kulturelles Phänomen zu einem Teil des Systems geworden.“
Eine weitere junge Frau mit Migrationshintergrund sprach im Namen der SDAJ-Jugend (oder DGB-Jugend) und sagte, man sei zusammengekommen, weil die AfD in Sachsen-Anhalt mit hohen Stimmanteilen ins Parlament eingezogen sei. Deutschland erlebe derzeit eine Phase der Wirtschaftskrise mit Entlassungen in Betrieben, während die Regierung den Sozialstaat abbaut und Sozialleistungen, Arbeitslosengeld sowie Kindergeld kürzt. Sie betonte: „Wir müssen dieser Entwicklung gemeinsam Einhalt gebieten und den Kampf verstärken. Wenn wir morgen zu spät kommen, haben wir unsere Pflicht versäumt.“

Ein iranischer Aktivist erklärte: „Ich kämpfe seit Jahren in diesem Land und tue es noch immer. Ich trage die internationale Solidarität stets im Herzen. Ich habe in diesem Land immer an vorderster Front gegen Unrecht und Verletzungen der Menschenrechte gekämpft. Heute sind wir hier zusammengekommen, um gemeinsam gegen den aufkeimenden Faschismus, Rassismus und Nationalismus zu kämpfen.“ Er schloss mit den Worten, dass man gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirken könne, solange man gemeinsam gegen die Probleme kämpfe: „Es ist nicht die Zeit zum Abwarten; wir müssen jeden Tag vorangehen und der Masse den Weg weisen. Wenn wir der nächsten Generation ein Vorbild sind und unsere Pflicht erfüllen, glaube ich fest daran, dass wir gemeinsam viel erreichen werden.“
