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10 Jahre nach dem rassistischen Anschlag von München: Rechte Gewalt bleibt Alltag in Deutschland

von Cumali Yağmur 22 Juli 2026
von Cumali Yağmur 22 Juli 2026
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(Pressemitteilung vom  Türkische Gemeinde in Detuschland e.V

Heute jährt sich der rassistische Terroranschlag am Münchner OEZ zum zehnten Mal. Am 22. Juli 2016 ermordete ein rechtsextremer Attentäter neun junge Menschen mit Migrationsgeschichte. Die Tat wurde jahrelang als „Amoklauf“ verharmlost und erst über drei Jahre später offiziell als rassistisch eingeordnet. Seither sind viele weitere Menschen von Rechtsextremisten getötet worden, u.a. in Kassel, Halle und Hanau.

„München war kein Einzelfall, sondern ist Teil einer Kette von rechtsextremem Terror in Deutschland. Wir gedenken der neun jungen Menschen vom OEZ. Ihr Tod darf nicht folgenlos bleiben“, sagt Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Aktuelle Zahlen des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) zeigen: Die Gefahr ist ungebrochen hoch. Die Beratungsstellen dokumentierten 2025 in 13 Bundesländern 3.167 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe – 4.298 Betroffene, im Schnitt 12 Menschen pro Tag. Rassismus bleibt mit über der Hälfte aller Fälle das häufigste Tatmotiv.

Sofuoğlu erklärt weiter: „Diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs. Die meisten Betroffenen melden Vorfälle gar nicht, weil die Hemmschwelle zu hoch ist, aus Misstrauen gegenüber Behörden oder weil sie nicht wissen, wohin sie sich wenden können. Die Dunkelziffer ist also um ein Vielfaches höher. Außerdem denken viele Menschen bei Rassismus an Mord und Anschläge. Rassistische Gewalt zeigt sich aber vor allem im Alltag, bei der Wohnungssuche, im Job, in den Blicken der Menschen. Diese Alltagserfahrungen hinterlassen Spuren bei den Betroffenen.“

Die Türkische Gemeinde in Deutschland macht deutlich, dass Rassismus nicht nur eine individuelle, sondern auch eine kollektive Gefahr für die gesamte Gesellschaft und die Demokratie ist.

„Rechte Gewalt wächst nicht im luftleeren Raum. Das Unsagbare sagbar zu machen und rechtsextreme Positionen schleichend zu normalisieren sind ihr Dünger. Ausgerechnet in diesen Zeiten wird bei der Demokratieförderung und Extremismusprävention der Rotstift angesetzt. Wer Rechtsextremismus als ernsthafte Gefahr ansieht und Gedenken ernst meint, darf nicht gleichzeitig Strukturen abbauen, die genau das verhindern sollen.“

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Cumali Yağmur

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