Artikel von Jan-Elias Dimitroglou
Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden. Nun geben interne Anmerkungen Einblick in ihre Sorgen. Sie betreffen die Sicherheit ihrer Familie. Die Linken-Politikerin schickte ein Interview-Dokument versehentlich samt Kommentaren an den „Spiegel.“ Daraus zitiert nun „BILD“. Die Notizen werfen Fragen auf.
📌 Extremismus-Verdacht: Darum gibt es Streit.
- Der Berliner Linken werden Kontakte zu Personen aus dem Umfeld extremistischer Organisationen vorgeworfen.
- Im Mittelpunkt steht die PFLP.
- Die Linke weist eine Zusammenarbeit vehement zurück.
Eralps Notizen im Interview-Dokument
Elif Eralp schreibt in dem Dokument über ihren Mann und sich: „Er hat Angst vor diesen Leuten und ich auch.“ Laut Bericht meint sie Personen aus einem antisemitischen Milieu mit Kontakten zur Hamas.
An anderer Stelle notiert sie: „Ich kann mich und meine Familie für den Spiegel nicht in Gefahr bringen.“ Intern fragt sie: „Was mache ich jetzt? Ich hätte dieses Interview niemals zusagen dürfen.“
Der Hintergrund: Ibrahim Ibrahim
Die Journalisten konfrontierten Elif Eralp im Interview mit Ibrahim Ibrahim. Laut „Spiegel“ nannte er den Hamas-Führer Yahya Sinwar einen „Märtyrerhelden.“ Der Berliner Verfassungsschutz stuft das Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee als extremistisch ein. Ibrahim spielt dort eine führende Rolle. Er weist den Vorwurf zurück, Terrorismus zu unterstützen.
Ibrahim erschien nach der Wahl auf einer Neuköllner Linken-Wahlparty. Dort wurde er mit Linken-Politikern fotografiert. „BILD“ wertet das als Beleg für Kontakte von Teilen der Berliner Linken in das Milieu.
Der Verweis auf das LKA
Elif Eralp beruft sich in den Notizen auf eine frühere Empfehlung des Landeskriminalamts: „Das LKA hat damals gesagt, sie empfehlen, nie konkrete Namen zu nennen. Damals ging es um OK (Anm.d.Red. Organisierte Kriminalität). Jetzt geht’s um Leute mit Kontakten zur Hamas.“
Eralps Sprecher erklärt, sie erlebe seit Monaten täglich Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen. Die Sicherheitsbehörden hätten ihr geraten, keine einzelnen Namen zu nennen. Das gelte bei Kontakten zu Organisierter Kriminalität oder Terror.
Kritik aus der CDU
Als Regierende Bürgermeisterin würde Elif Eralp die Richtlinien der Berliner Politik bestimmen. Über ihren Senat würde sie auch den sicherheitspolitischen Kurs prägen. Kann sie Sicherheit garantieren, wenn sie bei einer Namensnennung um ihre Familie fürchtet? Wie will sie gegen extremistische Strukturen vorgehen, wenn Teile ihrer Partei Kontakte in dieses Milieu pflegen?
Der Neuköllner CDU-Abgeordnete Christopher Förster sagte zu „BILD“: „Berlin braucht eine Regierende Bürgermeisterin, die Extremisten die Stirn bietet und nicht den Eindruck erweckt, dass diese schon vor der Wahl bestimmen, was gesagt werden darf. Wenn sie das nicht kann, ist sie nicht geeignet.“
Burkard Dregger, Sicherheitsexperte der Berliner CDU, sagte: „Wer sich mit Hamas-Verbrechern und ihren Handlangern in Berlin einlässt, darf sich nicht wundern, wenn diese ihren Preis für die gewährte Wahlkampfunterstützung einfordern.“