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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Die in Europa gestellten Asylanträge sind deutlich weniger geworden. In Deutschland wird...

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Rassismus

Gegen Rassismus und Rechtsextremismus

von Fremdeninfo 31 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Andrea Freitag/RP-Online

 Düsseldorf . In Garath fand am Samstag der Auftakt der Düsseldorfer Dialogtage statt. Ziel ist es, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ein gemeinsames Leben auf Augenhöhe zu ermöglichen. Viele Vereine und Initiativen haben mitgemacht.

Jeder hat sein Gepäck dabei, mal leichter, mal schwerer: Wir laden alle ein, es abzuladen“, erklärt Judith Knuff von der Stabsstelle Antidiskriminierung im Amt für Gleichstellung. Am Samstag standen sie und verschiedene Düsseldorfer Vereine und Initiativen auf dem Nikolaus-Groß-Platz in Garath bereit, um mit den Menschen im Stadtteil ins Gespräch zu kommen. Unter dem Titel „Der Mensch im Mittelpunkt“ fand dieser erste, dreistündige Dialogtag statt, in dem Austausch über Möglichkeiten gegen Rassismus und Diskriminierung im Fokus stehen.

Die Dialogtage sollen in allen zehn Stadtbezirken stattfinden“, kündigt Knuff an. Sie sind eine der Maßnahmen des 2023 beschlossenen kommunalen Handlungskonzepts gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund soll in Düsseldorf ein gemeinsames Leben auf Augenhöhe ermöglicht werden. „Zuerst habe ich für den Dialogtag am Schreibtisch ein Konzept entworfen und Kontakt mit Vereinen und Initiativen aufgenommen, die die Aktion durch ihre Mitarbeit bereichern sollen. Alle wollten auf meine Anfrage hin gerne mitwirken, doch dann bat ich darum, kritisch auf meinen Entwurf zu schauen. Erst sagten alle, alles sei super“, berichtet Knuff. „Aber dann beharrte ich darauf, dass ich wirklich konstruktive Kritik erwarten würden – und dann wurde mein erster Entwurf im besten Sinne des Wortes zerpflückt und alles neu gemacht. Aber genau darum geht es ja: Es ist eben nur mit der Community möglich.“

Im ersten Entwurf gab es beispielsweise noch die Idee eines Raumes mit Thementischen, an denen man im Workshop-Format reden könnte. „Aber wie willst du da alle Stimmen hören?“, war die Gegenfrage. Also ging es stattdessen direkt in die Fußgängerzone zu den Menschen.

„Zudem wurde der Rucksack als Symbol der Dialogtage auserkoren, eben weil jeder Mensch irgendwo ein Reisender ist, jeder hat sein Gepäck dabei“, sagt die Angestellte der Stadt. Knuff und ihre Mitstreiter möchten dazu einladen, das persönliche Gepäck abzuladen, sich kennenzulernen und zu klären, was sich ändern kann und muss. Die Ergebnisse der Dialoge wurden am Samstag auf Stoff-Rucksäcken, Karten und – damit die Sprachbarriere keine Chance hat – auch auf Fotos festgehalten. Alle Ergebnisse werden gesammelt und der Stadt übergeben. Es gab die verschiedensten Rückmeldungen, einige sehen Alkohol und Drogenkonsum als Problem, eine 90-Jährige wünscht sich, dass alle mehr lächeln, egal aus welcher Kultur sie kommen.

„Es ist schön, hier so eng mit der Stadt zu kooperieren“, freut sich auch Peter Rummel vom Internationalen Kultur- und Sportverein der Roma, „Carmen“. „Das ist ein Zeichen, dass man als Bürger mit der Stadt direkt zusammenarbeiten kann. Diese Tatsächlichkeit wünsche ich mir für alle Verwaltungen.“ Für Knuff und das Team der Stabsstelle Antidiskriminierung gilt dasselbe. „Ohne den Input unserer Experten wäre das hier total deutsch und verkopft gewesen. Das Know-How direkt aus der Praxis hat einen echten Mehrwert ergeben“, so Knuff.

Zwischen Fotobox, Bastelaktion und Waffelstand herrschte eine offene, fröhliche und kommunikative Atmosphäre. „Viele Personen, die wir hier angesprochen haben, waren erst irritiert, aber zu einem Gespräch hat keiner Nein gesagt. Jetzt gehen die Menschen mit dem guten Gefühl nach Hause, dass sie gehört wurden.“ Neena Hartmann vom Haus der Kulturen berichtet von einer Begegnung an diesem Tag: „Eine Dame erzählte, dass sie seit 2015 in Deutschland lebt, aber keine deutschen Freunde hat. Diese Bubble-Bildung ist überall ein Problem. Aber sie will sich jetzt ehrenamtlich engagieren und etwas verändern.“ Auch die Verantwortlichen der Vereine und Initiativen kamen am Samstag enger ins Gespräch, viele planen die nächsten gemeinsamen Aktionen. Auf den Zetteln mit Wünschen und Vorschlägen sind neben Bedenken wegen der schließenden Einkaufszentren auch Sätze wie „Ich bin Garath“ zu lesen – oder „Garath ist bunt (Menschen) und grün (Natur). Lasst und stolz auf diesen tollen Stadtteil sein!“

31 August 2025 0 Kommentare
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Politik

Schwarz-Rot zerbröselt schon vor unseren Augen“

von Fremdeninfo 30 August 2025
von Fremdeninfo

 

 

Artikel von David Grzeschik und Birgit Marschall

 Katharina Dröge (40) ist seit Ende 2021 neben Britta Haßelmann Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Sie stammt aus Münster in Nordrhein-Westfalen. © Sabina Crisan

Mit Robert Habeck und Annalena Baerbock haben sich zwei charismatische Figuren bei den Grünen von der Bühne verabschiedet. Wie wollen Sie das ersetzen?

Dröge Ich hätte mich bei beiden sehr gefreut, wenn sie geblieben wären. Ich schätze beide sehr. Es geht nicht darum, die beiden zu ersetzen – wir sind ein neues Team mit einer anderen Aufgabe. Nach der Regierungszeit stellen wir die Grünen in der Opposition neu auf und üben eine kritische Kontrolle der Regierung. Das ist auch bitter nötig, denn Friedrich Merz ist ein Kanzler, der schon jetzt erstaunlich viele Fehler macht. Und ich werde ganz sicher nicht einfach zuschauen, wie CDU und SPD alles abwickeln, was wir in den letzten Jahren beim Klimaschutz erreicht haben. Und damit sowohl unsere Wirtschaft vor die Wand fahren, als auch die Zukunft unserer Kinder.

Wie wichtig war Habeck für die Grünen?

Dröge Enorm prägend. In der Zeit, in der Habeck und Baerbock Parteivorsitzende waren, sind wir in Umfragehöhen gekommen, die die Partei bis dahin nicht erlebt hat. Habeck und Baerbock haben die Partei inhaltlich weiterentwickelt und die zweite grüne Regierungsbeteiligung mit beachtlichen Ergebnissen verantwortet.

Habeck stand für einen konstruktiven, pragmatischen Kurs. Kommt jetzt der Linksruck bei den Grünen

Dröge Wir haben in den letzten Wochen klar gezeigt, dass wir eine harte, aber auch konstruktive Oppositionsarbeit machen. Bei den Verhandlungen zur Schuldenbremse haben wir am Ende zugestimmt, weil das gut fürs Land war. Aber erst nachdem wir 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz verhandelt hatten. Auch nach der gescheiterten Kanzlerwahl haben wir Merz geholfen. Denn es wäre falsch gewesen, wenn diese neue Regierung schon am ersten Tag gescheitert wäre. Wir werden als Grüne aber auch Dinge anders machen als bisher. Dazu gehört, dass wir die Alltagsthemen der Menschen, wie bezahlbare Mieten, gute Schulen oder sichere Jobs mehr in den Mittelpunkt unserer Politik stellen wollen.

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Union und SPD haben sich ja von vornherein Arbeitskoalition genannt. Ist es nicht eher eine Zwangskoalition, weil es keine demokratische Alternative gab?

Dröge Das Problem ist, dass sich Union und SPD nichts vorgenommen haben, was sie verbindet. Dass man sich wirklich nur als Zweckbündnis begreift. Sie sind in dieser Lustlosigkeit gestartet und zerbröseln schon jetzt vor unseren Augen. Sie haben keine gemeinsame Idee, keinen gemeinsamen Spirit – und scheitern auch handwerklich im Regierungshandeln.

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Für Disziplin zu sorgen, wäre ja auch die Aufgabe von Jens Spahn. Haben Sie nach der gescheiterten Richterwahl mit ihm gesprochen

Dröge Unsere Zusage für die anderen beiden Kandidaten steht natürlich weiterhin. Wir stehen zu unserem Wort und wir halten beide Personen für geeignet. Wir waren extrem irritiert, dass die CSU in den letzten Wochen auch diese Kandidaten in Frage gestellt hat. Für uns ist aber klar: Alle Kandidaten brauchen demokratischen Mehrheiten. CDU und SPD müssen sich deshalb darum kümmern, diese abzusichern. Es darf keine Situation entstehen, in der Mehrheiten nur mit der AfD möglich sind. Dafür müssen sie allerdings über ihren Schatten springen und mit der Linken reden. Und natürlich werden wir mit Union und SPD auch über eine dritte Kandidatin sprechen, weil es für unsere Demokratie enorm wichtig ist, dass das Bundesverfassungsgericht handlungsfähig ist.

Hat der Kanzler seine Partei und die Bundesregierung im Griff?

Dröge Was ich ihm in der Sache positiv anrechne, ist der aktuelle Einsatz in der Außenpolitik. Wie er versucht hat, auf Trump in der Ukraine-Politik einzuwirken, muss ich anerkennen. Aber innenpolitisch hat Merz als Kanzler nicht in seine Rolle gefunden. Wichtige Entscheidungen, wie keine Rüstungsgüter an Israel zu liefern, die in Gaza eingesetzt werden können, scheint er in seiner eigenen Partei sehr schlecht vorbereitet zu haben. Beim Wehrdienst gibt es auch viel öffentliche Kritik aus der Union. Jetzt hat er den Herbst der Reformen angekündigt und dabei der SPD quasi eine Kampfansage gemacht. Ich befürchte, damit hat er wohl eher einen Herbst des Streits eingeläutet.

Braucht es denn keinen „Herbst der Reformen“?

Dröge Natürlich braucht es schnelle Reformen im Sozialsystem, bei der Finanzierung von Rente und Krankenversicherung. Das ist auch ein Gebot der Fairness gegenüber den jüngeren Generationen. Doch gerade diese Fragen hat Schwarz-Rot einfach in Kommissionen verlagert. Das ist ein Unding. Was Merz mit dem „Herbst der Reformen“ eigentlich gemeint hat, ist, dass wir uns diesen Sozialstaat nicht mehr leisten sollen. Er philosophiert über Kahlschlag und Sozialabbau. Das finde ich respektlos.

Können wir uns den Sozialstaat denn noch leisten?

Dröge Die Gegenfrage lautet doch, was sich Merz stattdessen leisten möchte. Die Regierung beschließt jetzt Steuersenkungen in Milliardenhöhe, die zu zwei Dritteln an das obere eine Prozent der Deutschen gehen. Gleichzeitig werden umweltschädliche Subventionen ausgeweitet, in Höhe von neun bis 15 Milliarden Euro. Damit verursacht die Koalition doch die Milliardenlücke im Bundeshaushalt. Dass Merz stattdessen mit seiner Botschaft Druck auf Rentner, Alleinerziehende, Familien oder Menschen in Armut ausübt, halte ich für falsch.

Wie würden die Grünen denn die schon absehbare 30-Milliarden-Lücke im Haushalt 2027 schließen?

Dröge Wir würden auf diese Form der Steuersenkungen verzichten und Unternehmen gezielt bei Investitionen unterstützen. Teure Wahlgeschenke und zusätzliche umweltschädliche Subventionen braucht es auch nicht. Durch den effektiveren Kampf gegen Steuervermeidung und -betrug könnten Milliardenbeträge hereinkommen. Zudem muss die Erbschaftsteuer reformiert werden. Wer 300 Wohnungen erbt oder mehr als 26 Millionen Euro, muss derzeit keinen Cent Erbschaftsteuer zahlen. Das ist eine große Ungerechtigkeit.

Und wie würden die Grünen den Beitragsanstieg bei Renten- und Krankenversicherung stoppen?

Dröge Kurzfristig braucht es einen Steuerzuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung, um versicherungsfremde Leistungen auszugleichen. Natürlich brauchen wir auch Effizienzsteigerungen im Gesundheitssystem. Und langfristig wollen wir mehr Gerechtigkeit und Solidarität durch eine Bürgerversicherung, bei der alle, auch Privatversicherte, beteiligt sind. Und auch sehr hohe Vermögen einen gerechten Beitrag leisten. Bei der Rente müssen wir vor allem die Einnahmen verbessern, indem wir die Beschäftigung insbesondere von Frauen und durch Fachkräftezuwanderung erhöhen. Zudem müssen weitere Gruppen, wie Abgeordnete und nicht anderweitig abgesicherte Selbstständige, in die Rentenversicherung einbezogen werden.

In der Energiepolitik geht es Habecks Nachfolgerin Katherina Reiche vor allem darum, die Energiepreise für die Industrie zu senken. Was ist daran falsch?

Dröge Bezahlbare Energiepreise sind wichtig, aber die Mittel von Katherina Reiche sind falsch. Die versprochene Senkung der Stromsteuer kommt für viele Unternehmen und Menschen nicht. Gleichzeitig bremst sie den Ausbau der günstigeren erneuerbaren Energien und will überdimensionierte Gaskraftwerke ohne spätere Wasserstoff-Fähigkeit bauen. Da Frau Reiche die Solarförderung und die Förderung für Wärmepumpen gleichzeitig infrage stellt, gibt es im Handwerk und bei den Ökostrom-Produzenten schon massive Verunsicherung. Ich befürchte, dass es nach der Altmaier-Delle in der vorletzten Legislaturperiode jetzt zum Reiche-Einbruch kommt.

Was würde das Aus für die Wärmepumpen-Förderung bedeuten?

Dröge Das wäre eine klimapolitische Bankrotterklärung, wirtschaftspolitisch fatal und sozial ungerecht. Denn Wärmepumpen lohnen sich auch finanziell. Die Förderung soll ja gerade auch Menschen mit geringen Einkommen bei der Anschaffung von Wärmepumpen unterstützen. Die Heizungsbranche würde ins Chaos gestürzt. Andere Länder sind da schon viel weiter.

Was bedeutet der neue Kurs der Energiepolitik für den Klimaschutz?

Dröge Robert Habeck und wir Grünen in der Regierung haben die CO2-Lücke der unionsgeführten Regierungen geschlossen. Wenn diese Politik fortgesetzt würde, könnten wir das Klimaziel 2030 erreichen. Jedes Jahr zählt, unumkehrbare Schäden entstehen. Wir laufen auf eine Drei-Grad-Erderwärmung zu. Die Auswirkungen werden unvorstellbar sein, mit häufigeren Extremtemperaturen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Starkregen. Diese Folgen für die Menschen in Deutschland scheinen Frau Reiche und Friedrich Merz nicht zu motivieren. Somit werden sie die Verfehlung der Klimaziele am Ende verantworten.

(mar/grz cbe)

30 August 2025 0 Kommentare
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Antisemitismus

Antisemitismus-Beauftragter fordert mehr Dialog mit Muslimen

von Fremdeninfo 30 August 2025
von Fremdeninfo

 

Antisemitismus-Beauftragter fordert mehr Dialog mit Muslimen

 Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, beklagt eine „präzedenzlose Heftigkeit“ antisemitischer Straftaten in Deutschland.

Klein forderte im „Münchner Merkur“ von „Ippen-Media“ unter anderem einen verstärkten Dialog mit muslimischen Organisationen und Moscheegemeinden – warnte aber auch vor einer pauschalen Verteufelung von Zugewanderten: Die Mehrheit sei nicht antisemitisch. Für den Anstieg judenfeindlicher Straftaten gebe es zwei Gründe, sagte er.

Zum einen äußerten sich Menschen und Gruppen, die „schon immer antisemitisch denken“, in der Hoffnung auf Zustimmung aus der gesellschaftlichen Mitte zunehmend öffentlich. Zum anderen falle Desinformation insbesondere in den sozialen Medien auf fruchtbaren Boden. Menschen seien anfälliger für Verschwörungstheorien geworden.

„Nach wie vor sind in der Kriminalstatistik immer noch die meisten antisemitischen Straftaten mit 48 Prozent dem rechten Umfeld zuzuordnen, die zweithäufigste Kategorie ist mit 31 Prozent die Kategorie ausländische Ideologie“, so Klein. Antisemitismus fungiere aber auch als „Brückennarrativ“ zwischen an sich unvereinbaren extremistischen Einsparungen.

Mit Blick auf Israels Vorgehen in Gaza sagte Klein: „Es ist schrecklich, wenn die Zivilbevölkerung in Gaza für Terror der Hamas leiden muss.“ Man müsse sich aber vor Augen führen, dass das Geschehen seinen Ausgang am 7. Oktober genommen habe. Die Hamas nutze die Zivilbevölkerung zudem als menschliche Schutzschilde. Kritik an Israels Handeln sei aber im Grundsatz legitim. „Unter Freunden muss es möglich sein, Kritik zu äußern. Das passiert auch jeden Tag, ohne dass diese Kritik antisemitisch wäre.“

Von DTS-  Nachrichtenagentut

30 August 2025 0 Kommentare
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Impressum

Pressemitteilung: 10 Jahre „Wir schaffen das“: Integration als Infrastrukturmaßnahme anerkennen

von Cumali Yağmur 29 August 2025
von Cumali Yağmur

Die BKMO zieht Bilanz: Viel wurde bewältigt, aber nicht nur dank, sondern oft trotz der Bundesregierung. Wenn “Wir schaffen das” auch in Zukunft gelten soll, muss Politik endlich wieder Teil des “Wir” werden.

Vor genau zehn Jahren prägte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Satz „Wir schaffen das“. Heute, ein Jahrzehnt später, ziehen wir als Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) Bilanz: Deutschland hat die Aufnahme und Integration von Hunderttausenden Geflüchteten gemeistert. Nicht perfekt, aber mit sichtbaren Erfolgen.

„Die Menschen sind untergebracht, viele arbeiten, Kinder gehen in die Schule, zahlreiche sind längst eingebürgert. Wir haben als Gesellschaft bewiesen: Ja, wir können das schaffen!“, erklärt Mamad Mohamad, Co-Vorsitzender der BKMO. „Das war nur möglich mit viel Eigeninitative von migrantischen Communities und weil Zivilgesellschaft, Migrant*innenorganisationen und unzählige Engagierte in Deutschland Verantwortung übernommen haben.“

Gleichzeitig betont Mohamad: “Integration ist eine Daueraufgabe und braucht politische Priorität. Sie ist keine Nebensache, sondern Teil der Infrastruktur. Wer Bahnhöfe und Straßen finanziert, muss auch in Sprachkurse, Teilhabeprojekte und die Unterstützung von Kommunen investieren. Denn das sind die Grundlagen für unser Zusammenleben.” Deshalb fordert die BKMO ein Sondervermögen, das auch Integration und Migrant*innenorganisationen stärkt.

Vor 10 Jahren titelte die Bild-Zeitung: “Vorbildlich! So helfen BILD-Leser den Flüchtlingen” und startet eine große Aktion “Wir helfen”, um Menschen zu motivieren, Geflüchtete solidarisch zu unterstützen. Aus heutiger Perspektive, wo wir eine Verengung des Diskurses hin zu Kontrolle und Abwehr von Geflüchteten erleben, scheint das undenkbar. BKMO-Vorsitzender Mohamad erklärt dazu: “Die Grenzkontrollen sind keine hilfreiche Maßnahme, sondern ein fehlgeleiteter Kontrollversuch – was wirklich zählt, funktionierende Strukturen vor Ort, fairer Zugang zum Arbeitsmarkt und gleiche soziale Rechte, rücken gleichzeitig für alle in den Hintergrund.”

Unser Fazit nach zehn Jahren:
Wir – migrantische Communities, Zivilgesellschaft, Kommunen – haben gezeigt, dass wir Integration möglich machen. Aber wenn „Wir schaffen das“ auch in Zukunft gelten soll, braucht es wieder ein gemeinsames Handeln. Die Bundesregierung muss aufhören, Integration auszubremsen – und anfangen, sie als gesamtgesellschaftliche Investition ernst zu nehmen.

Lale Ertong

Presse & PR

Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen

Obentrautstraße 72

10963 Berlin

01575 559 934 05

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Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen e.V. (BKMO) ist beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter der VR-Nr. 41374 B eingetragen und vom Finanzamt für Körperschaften I in Berlin als gemeinnützig anerkannt. Bundesvorsitzende i. S. d. § 26 BGB: Mamad Mohamad und Karen Taylor. Die BKMO ist eingetragen im Lobbyregister des Deutschen Bundestages: Registernummer R003554.

29 August 2025 0 Kommentare
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InformationKultur

Spuren der Migrationskultur in Hannover

von Cumali Yağmur 28 August 2025
von Cumali Yağmur
Ludwig Maximilian Mehmet von Königstreu

Ludwig Maximilian Mehmet von Königstreu

Die Spuren von Menschen mit Migrationshintergrund in Hannover reichen weit zurück. Im Jahr 1683, während der zweiten Belagerung Wiens, schickte der König von Hannover, der mit dem österreichischen König verwandt war, Truppen zur Unterstützung gegen die Belagerung der Osmanen. Die Soldaten des Königs von Hannover brachten osmanische Gefangene mit sich. Drei von ihnen arbeiteten als Gefangene an der Seite des Königs. Später wurde ihre Gefangenschaft aufgehoben, und sie arbeiteten im Alltag an der Seite des Königs. Mehmet K. stieg sogar zum Assistenten des Königs auf. Königtrau Maximilian Ludwig, Mehmet und Hasan liegen nach ihrem Tod in Hannover auf einem Friedhof in der Nähe der Universität Hannover begraben. Mehmet ging nach London, heiratete eine deutsche Frau und hatte zwei Söhne und eine Tochter.

Königtrau Maximilian Ludwig, Mehmet und Hasan liegen nach ihrem Tod in Hannover auf einem Friedhof in der Nähe der Universität Hannover begraben.

Einer Legende zufolge lebte im 15. Jahrhundert eine türkische Familie in der Türkischen Straße in Hannover. Daher erhielt die Straße den Namen „Türkische Straße“. Das italienische Eis von Massimi gibt es seit 1928 in Hannover.

In den 1960er Jahren benötigte die deutsche Wirtschaft ausländische Arbeitskräfte. In den 1960er Jahren kamen Italiener nach Hannover, um dort zu arbeiten. Später folgten Spanier, Griechen, Türken und Kurden. Auch Tunesier und Portugiesen kamen nach Hannover.

Die erste Generation der Migranten, die nach Hannover kam, arbeitete ausschließlich in Fabriken und lebte in den Werksunterkünften. Sie hatten kaum Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, also den Deutschen. Später holten die Migranten, die ihre Familien in ihren Heimatländern gelassen hatten, ihre Familien und Kinder zu sich. Die Kinder, die aus ihren Heimatländern mitgebracht wurden, und die hier geborenen Kinder besuchten Kindergärten und Schulen. Später studierten sie und begannen in allen möglichen Berufsfeldern zu arbeiten. Heute leben in Hannover vier Generationen von Migranten.

Nach einer langen Arbeitszeit und dem Sparen von Geld eröffneten die Migranten in Hannover Restaurants, Cafés, Geschäfte und Märkte. So wurden Migranten in allen Bereichen des Lebens sichtbar.

Das italienische Eis von Massimi gibt es seit 1928 in Hannover.

Da Italiener, Griechen und Spanier im Laufe der Zeit „Mitglied der Europäischen Gemeinschaft“, kehrten sie in ihre Heimatländer zurück. Die erste Generation der Migranten beendete im Laufe der Zeit ihr Leben und ihren Lebenszyklus. In der Stadt sind nur noch vereinzelte spanische, italienische und griechische Restaurants übrig geblieben.

In Hannover gibt es Restaurants, Cafés und Geschäfte jeder Nation. Deutsche kommen und essen in den Restaurants der Migranten und loben, wie lecker das Essen ist. Aber sie setzen sich nie mit der Kultur der Migrantengruppe auseinander, deren Essen sie gegessen haben, und vergessen es schnell.

Da Türken und Kurden schon lange hier leben, haben sie hier im Allgemeinen Häuser gekauft und sich vollständig niedergelassen. Aufgrund des Verschwindens der ersten Generation im Laufe der Zeit leben die zweite, dritte und vierte Generation in Hannover. Türken und Kurden sind in allen Bereichen des Lebens präsent. Sie haben von der Kunst über die Kultur bis hin zur Politik Wurzeln geschlagen.

Hannover ist eine vollständig multinationale Stadt, und man begegnet der Esskultur der Migranten an jeder Ecke. Am Steintor sieht man überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund, und Migranten aller Nationen laufen durch die Straßen.

Im Jahr 2015 kamen viele Syrer und Araber in die Stadt. Die Araber erreichten in 5 Jahren das Niveau, das Türken und Kurden in 30 Jahren erreicht hatten. Überall in der Stadt findet man arabische Restaurants und Märkte. Später kamen Russen und während des Ukraine-Krieges viele Ukrainer nach Hannover.

34 % der Stadtbevölkerung besteht aus Migranten.

In Bezug auf die Esskultur findet man in Hannover in den Restaurants jeder Nation etwas zu essen. Kulturell findet man jedoch kaum Spuren nationaler Kulturen in Kino, Theater oder Kunst. Migrantenvereine wollten im Laufe der Zeit ihre Kulturen weiterentwickeln, haben aber letztendlich keinen Erfolg erzielt. Die Migrationskultur in Hannover ist in dieser Hinsicht kaum vorhanden, fast nicht existent.

Da Kultur ein unterstützungswürdiges Phänomen ist, dachten Politiker an nichts anderes, als Migranten zu integrieren, das heißt zu assimilieren. Selbst im einundzwanzigsten Jahrhundert, in dem die Technologie sich schwindelerregend schnell entwickelt und die Welt kleiner wird, ist es ein Schlag gegen die Wissenschaft, von Integration zu sprechen. Es sollten Wege gefunden werden, friedlich zusammenzuleben, auch wenn es einige Schwierigkeiten und unterschiedliche Kulturen gibt. Nur vom Multikulturalismus zu sprechen und keine Maßnahmen zu ergreifen, ist ein vorsätzliches Verhalten

EinwanderInnen in Niedersachsen .

Herkunft Anzahl der Personen
Ukrainer 120.165
Syrer 101.200
Polen 100.165
Türken und Kurden 96.260
Irak 47.250
Bulgarien 36.085
Afghanen 32.360
Italien 28.665
Russland 23.700
Serben 20.570

von Cumali Yağmur

28 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Gericht: Ehemaliger IS-Kämpfer darf abgeschoben werden

von Fremdeninfo 28 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von dpa

Ein in Deutschland zu fünf Jahren Haft verurteilter ehemaliger IS-Kämpfer darf in seine Heimat Tadschikistan abgeschoben werden. Das hat das Verwaltungsgericht Münster entschieden. Das Gericht zeigte sich in der Urteilsbegründung davon überzeugt, dass dem 39-Jährigen, der seine Haftstrafe wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor Jahren verbüßt hat, in seiner Heimat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit keine Folter drohe, sondern eine nach den Maßstäben der Europäische Menschenrechtskonvention menschenwürdige Behandlung.

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Das Heimatland Tadschikistan hatte dies der Bundesrepublik über das Auswärtige Amt zugesagt. Von daher sei die Klage des Mannes gegen ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aufgehobenes Abschiebeverbot abzuweisen. Der Mann lebt mit seiner Familie im Kreis Warendorf im Münsterland. Nach Angaben des Ministeriums in Berlin seien die Zusagen aus Tadschikistan belastbar. Demnach halten sich die Behörden an Absprachen, es herrsche eine gute Arbeitsbeziehung. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte angegeben, dass es keine Belege für menschenrechtswidrige Behandlungen in dem Land gebe.

In die Schlagzeilen geraten war der Kläger, weil er sich im Februar 2025 in einer Polizeiwache in Oelde im Kreis Warendorf ein Cuttermesser an den Hals gehalten hatte. Mit diesem Schritt hatte er die Abschiebehaft verhindert. Kurz darauf hatte das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in einem Eilverfahren zum Ausländerrecht entschieden, dass der Mann nicht abgeschoben werden darf. Anders als das Verwaltungsgericht zum Asylrecht sah das OVG trotz der Zusage aus seiner Heimat Gefahr für Leib und Leben des Mannes

28 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Vergifteter Diskurs über Migration

von Fremdeninfo 28 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Susanne Ebner

Proteste und Rechtspopulismus schaffen in Großbritannien eine Wir-gegen-die-Stimmung. Die Regierung ist

in der Defensive, sogar Premier Keir Starmer übernimmt Rhetorik vom rechten Rand. Eine Analyse

Mit seiner Rede am Dienstag sorgte Nigel Farage, Chef der rechtspopulistischen Partei Reform UK, für politische Erschütterungen im Vereinigten Königreich. Er forderte die Abschaffung zentraler Menschenrechtsgesetze sowie die Abschiebung von Hunderttausenden Asylsuchenden. Farage fabulierte von einer„Invasion“ durch irregulär eingereiste Menschen. Unter dem Titel „Operation Wiederherstellung der Gerechtigkeit“ präsentierte er ein Programm, das den britischen Diskurs über Migration in Großbritannien noch weiter nach rechts verschiebt. Britische Fernsehsender boten dem umstrittenen Politiker eine öffentliche Großbühne. Das Boulevardblatt „Daily Mail“ titelte am Mittwoch, Farage sei endlich jemand, der das Problem der illegalen Migration „verstehe“.

Jüngste Umfragen zeigen, dass Migration für fast die Hälfte der Britinnen und Briten mittlerweile das wichtigste politische Thema ist, noch vor Wirtschaft und Gesundheit. Von dieser Stimmung profitiert Reform UK. Die Rechtspopulisten liegen in den meisten Umfragen mittlerweile vor der regierenden Labour-Partei und überzeugen die Brit:innen dabei mit Parolen, die zwar griffig klingen, sich jedoch kaum umsetzen lassen. So fordert Farage Massenabschiebungen, obwohl solche Pläne in der Realität wegen rechtlicher und politischer Hürden kaum Bestand hätten. Dass Großbritannien im europäischen Vergleich wenige Geflüchtete aufnimmt, lässt er dabei ebenso unerwähnt wie die Tatsache, dass Zuwanderung Wirtschaft und Staatsfinanzen auf der Insel nachweislich stärkt. Seine Zuspitzungen leben vom politischen Effekt, nicht von der Faktenlage. Sie verfangen, weil sie Ängste schüren und Asylsuchende nicht als Menschen, sondern als gesichtslose Bedrohung darstellen. Labour gerät damit zunehmend in die Defensive, und selbst Premierminister Keir Starmer greift inzwischen Formulierungen auf, die bislang vom rechten Rand kamen.

 

28 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

In Pakistan festsitzende Afghanen: Nouripour spricht von „moralischem Versagen“

von Fremdeninfo 27 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von AFP

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) hat der Bundesregierung im Fall der in Pakistan festsitzenden Afghaninnen und Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage „moralisches Versagen“ vorgeworfen. „Es ist das Zeugnis eines zweifelhaften Rechtsverständnisses, wenn erst mehrere Gerichtsentscheidungen die Bundesregierung dazu zwingen müssen, ihre eigenen Aufnahmezusagen einzuhalten“, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Es gehe um „über 2000 Menschen, die von Deutschland ein Schutzversprechen erhalten haben, weil sie wegen ihrer Hilfe für Deutschland bedroht sind“. Nouripour nannte es „ein rechtliches und moralisches Versagen“, dass diese seit Monaten in Pakistan festsitzen, verhaftet oder abgeschoben werden. Es werfe zudem „ein sehr schlechtes Licht auf die Verlässlichkeit Deutschlands“.

Der Grünen-Politiker forderte die Bundesregierung auf, ihre Aufnahmezusagen „endlich vollständig und verbindlich“ einzulösen.

Die damalige Ampel-Koalition hatte nach der Eroberung Afghanistans durch die radikalislamischen Taliban im August 2021 Aufnahmeprogramme gestartet. Damit sollte besonders stark gefährdeten Afghaninnen und Afghanen dauerhaft eine Aufnahme in Deutschland aus humanitären Gründen ermöglicht werden.

Union und SPD vereinbarten in ihrem Koalitionsvertrag allerdings, die Aufnahmeprogramme „soweit wie möglich“ zu beenden. In Pakistan sind deshalb viele afghanische Menschen aus den Aufnahmeprogrammen zurzeit gestrandet.

Nach Angaben der Initiative Kabul Luftbrücke zufolge, die sich für die Evakuierung bedrohter Afghaninnen und Afghanen einsetzt, befinden sich etwa 2300 Menschen mit rechtlich bindenden Aufnahmezusagen in Pakistan. Manche davon wurden von den pakistanischen Behörden festgenommen oder sogar schon nach Afghanistan abgeschoben.

Am Dienstag hieß aus Regierungskreisen, dass einige der in Pakistan Festsitzenden nun doch nach Deutschland einreisen dürfen. Betroffen sind jene, bei denen Gerichtsbeschlüsse, die Bundesrepublik zur Visa-Erteilung und Einreisegestattung verpflichteten. Wie viele kommen dürfen, ist aber noch unklar.

So gab das Berliner Verwaltungsgericht im Juli unter anderem einer afghanischen Familie mit Aufnahmezusage Recht – die Bundesrepublik muss ihr Visa erteilen.

awe/se

27 August 2025 0 Kommentare
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Information

Gefahr der Abschiebung von Mehmet Çakas am 28. August gebannt

von Fremdeninfo 27 August 2025
von Fremdeninfo

Gefahr der Abschiebung von Mehmet Çakas am 28. August gebannt

Der kurdische Aktivist Mehmet Çakas wird nicht am Donnerstag abgeschoben, das Verwaltungsgericht Lüneburg hat die Abschiebung in die Türkei vorläufig untersagt.

Statement des Anwaltsteams von Mehmet Çakas
  • ANF
  • REDAKTIO
Wie das Anwaltsteam des in der JVA Uelzen inhaftierten Kurden Mehmet Çakas mitteilt, ist die Gefahr der Abschiebung in die Türkei vorläufig gebannt. In einem ersten Statement heißt es:

„Mehmet Çakas drohte unmittelbar am 28. August 2025 die Abschiebung in die Türkei. Diese wurde von der Ausländerbehörde gemeinsam mit dem niedersächsischen Innenministerium trotz einer drohenden erschwerten lebenslangen Freiheitsstrafe vorangetrieben. Am heutigen Tage hat das Verwaltungsgericht Lüneburg erneut eine Eilentscheidung getroffen und eine Abschiebung in die Türkei vorläufig untersagt. Damit wird es nun auf eine noch anstehende endgültige Entscheidung des Verwaltungsgerichts ankommen. Der Gerichtstermin wird am 8. September 2025 vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg stattfinden. Eine ausführliche Presseerklärung folgt.“

Eine für heute vor der JVA Uelzen von Unterstützer:innen geplante Kundgebung wurde abgesagt. Nach Angaben der kurdischen Föderation FED-DEM soll es jedoch weitere Aktivitäten mit der Forderung nach einem gerechten Asylverfahren und einem Bleiberecht für Mehmet Çakas geben.

Rund 2.500 Unterschriften gegen die Abschiebung von Mehmet Çakas
Rund 2.500 Menschen haben die Petition „Stoppt die Abschiebung von Mehmet Çakas – Schutz für politisch Verfolgte jetzt!“ unterzeichnet. Das teilte der Zentrale Menschenrechtsrat der Kurd:innen in D…
Kundgebung für Mehmet Çakas in Hannover
In Hannover haben Aktivist:innen gegen die drohende Abschiebung von Mehmet Çakas in die Türkei protestiert. Bei der Protestkundgebung auf dem zentralen Goseriedeplatz forderten die Teilnehmenden, d…
Bundesregierung schweigt zu drohender Abschiebung von Mehmet Çakas
Die Bundesregierung will sich zu der drohenden Abschiebung des Kurden Mehmet Çakas in die Türkei nicht äußern. Auf eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Cansu Özdemir (Die Linke) erk…
Offener Brief zur drohenden Abschiebung von Mehmet Çakas
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Immer weniger Geflüchtete fühlen sich in Deutschland willkommen

von Fremdeninfo 27 August 2025
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Immer weniger Geflüchtete fühlen sich in Deutschland willkommen

Artikel von Fabian Hartmann/F.R.

Über einen Zeitraum von sechs Jahren (2017 – 2023) ermittelte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), wie willkommen sich Geflüchtete in Deutschland fühlen. Befragt wurden dabei Menschen, die von 2013 bis einschließlich September 2022 in Deutschland einen Antrag auf Asyl oder vorübergehenden Schutz gestellt haben. Und das unabhängig davon, ob ihr Antrag bewilligt wurde. Aussagen von Geflüchteten aus der Ukraine und der Türkei wurden im Zuge der DIW-nicht berücksichtigt

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Der DIW-Studie zufolge, über die die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch berichtete, erfuhr die deutsche Willkommenskultur in jenen Jahren einen deutlichen Dämpfer: Das Gefühl, willkommen zu sein, nahm demnach unter Geflüchteten fortwährend ab. So gaben 2017 noch 84 Prozent der Befragten an, sich in Deutschland erwünscht zu fühlen, während dieser Wert schon drei Jahre später auf nur noch 78 Prozent sank. Im Jahr 2023 waren es der DIW-Studie zufolge nur noch 65 Prozent der Geflüchteten willkommen.

Geflüchtete sind über gesellschaftliches Klima im Land besorgt

„Zudem zeigte sich 2023 wie heute ein hohes Niveau gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, heißt es in der Analyse außerdem. Die Studienverantwortlichen sehen einen Zusammenhang zwischen kontinuierlich offensiver geführten migrationspolitschen Debatten, wie etwa der medialen Präsenz sogenannter Rückführungen, und der zum Negativen veränderten Wahrnehmung Asylsuchender in Deutschland.

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Wie aus den Studienergebnissen weiter hervorgeht, sind inzwischen zahlreiche Geflüchtete in Deutschland über das hiesige gesellschaftliche Klima besorgt. Als das DIW in den Jahren 2016 und 2017 fragte, „machen Sie sich Sorgen um Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass in Deutschland?“, berichteten 32 Prozent beziehungsweise 29 Prozent der Geflüchteten von solchen Bedenken. 2023 waren es hierzulande laut Studie schon mehr als die Hälfte der Asylsuchenden (54 Prozent). (fh)

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