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Weimarer Menschenrechtspreis geht an Selahattin Demirtaş

von Fremdeninfo 13 Dezember 2021
von Fremdeninfo

Weimarer Menschenrechtspreis geht an Selahattin Demirtaş

Von

dtj-online

–

12.12.2021

 
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10.12.2021, Thüringen, Weimar: Süleyman Demirtaş, Bruder des Preisträgers, dem kurdischem Menschenrechtsanwalt und -verteidiger Selahattin Demirtaş, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein anlässlich der Vergabe des Weimarer Menschenrechtspreises. Die Stadt Weimar ehrt den inhaftierten Demirtaş mit ihrem diesjährigen Menschenrechtspreis. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Die Stadt Weimar ehrt den inhaftierten kurdischen Politiker und Anwalt Selahattin Demirtaş mit ihrem diesjährigen Menschenrechtspreis.

Mit dem Preis wird sein Einsatz für eine friedliche Lösung der Situation der Kurden, Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung der Menschen in der Türkei gewürdigt, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat und linke HDP-Oppositionspolitiker sitzt laut Stadtangaben seit 2016 „unrechtmäßig“ in Haft.

Das Schicksal des 48-Jährigen stehe beispielhaft für die zunehmende Verfolgung von Menschenrechtlern und Politikern in der Türkei, die öffentlich ein Ende von Willkür, Rechtlosigkeit und Minderheitenunterdrückung forderten, begründete die Stadt die Entscheidung für Demirtaş. Mit der Verleihung solle daher ein Zeichen für mehr Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit in der Türkei gesetzt werden.

Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung nahm am Freitagabend stellvertretend der Bruder des 48-Jährigen in Weimar entgegen. Der Menschenrechtspreis wird seit 1995 von der Stadt verliehen. Er wird alljährlich am 10. Dezember vergeben, dem von der UNO deklarierten Internationalen Tag der Menschenrechte.

dpa/dtj

 

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13 Dezember 2021 0 Kommentare
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Europarat leitet Verfahren ein: Türkei muss bis Januar reagieren

von Fremdeninfo 5 Dezember 2021
von Fremdeninfo

Europarat leitet Verfahren ein: Türkei muss bis Januar reagieren

Von

dtj-online

–

03.12.2021

 
 

 
Osman Kavala spricht im Jahr 2014 im EU-Parlament. Foto: dpa

Seit vier Jahren sitzt Osman Kavala im Gefängnis – ohne Gerichtsurteil. Die türkische Regierung bleibt in dem Fall stur, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte längst Kavalas Freilassung angeordnet hat. Das hat nun Folgen.

Der Europarat hat im Konflikt um den inhaftierten Kulturförderer Osman Kavala in einem historisch fast einmaligen Schritt ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Türkei eingeleitet. Das Ministerkomitee mit Vertretern der 47 Mitgliedstaaten stimmte am Donnerstag für das Verfahren, wie der Europarat am Freitag mitteilte.

Seit Einführung 2010 wurde das Vertragsverletzungsverfahren erst einmal ausgelöst: gegen Aserbaidschan. Die Türkei warf dem Europarat nach der Entscheidung Voreingenommenheit vor. Hintergrund des Verfahrens ist die fortgesetzte Weigerung Ankaras, Kavala aus der Haft zu entlassen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte schon vor rund zwei Jahren dessen Freilassung angeordnet und die Haft als politisch motiviert eingestuft. Als Mitgliedsland des Europarats ist die Türkei verpflichtet, sich an Urteile des Gerichts zu halten.

Ausschluss nach Verfahren möglich

Zuvor war mit einiger Spannung erwartet worden, ob sich die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit im Ministerkomitee finden würde, um das Verfahren auszulösen. Im Raum stand die Frage, ob es der Türkei gelingen würde, genügend Staaten zu mobilisieren, die dagegen stimmen würden. Beobachter befürchteten, der Europarat könne so seine Glaubwürdigkeit verlieren.

Die Straßburger Institution wacht über die Einhaltung der Menschenrechte und ist keine EU-Institution. Das Vertragsverletzungsverfahren ist mehrstufig und führt keineswegs zwangsläufig zu einem Ausschluss der Türkei aus dem Europarat.

Ankaras „unabhängige“ Justiz

Das Außenministerium in Ankara erklärte nach der Entscheidung: „Wir fordern den Europarat auf, weitere Schritte zu vermeiden, die eine Einmischung in die unabhängige Justiz bedeuten würde.“ Man halte es für einen inkonsistenten Ansatz, Kavala weiterhin auf der Tagesordnung zu halten, während auch andere Staaten Urteile nicht umsetzten.

Der Europarat agiere nicht auf Basis von legalen und gerechten Kriterien, sondern von politischen Erwägungen. „Wenn das Ministerkomitee des Europarats die Wirksamkeit des Menschenrechtssystems aufrechterhalten möchte, sollte es diesen voreingenommenen und selektiven Ansatz stoppen.“

Vier Jahre Haft – ohne Urteil

Kavala ist seit vier Jahren inhaftiert, ohne je verurteilt worden zu sein. Dem 64-Jährigen werden in einem Prozess in Istanbul ein Umsturzversuch im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten sowie „politische und militärische Spionage“ im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 vorgeworfen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan greift Kavala auch immer wieder persönlich an. Kavala selbst weist die Vorwürfe strikt zurück. Die Türkei ist seit 1950 Mitglied im Europarat und hat mehr als 3.500 Entscheidungen des Menschenrechtsgerichtshofes umgesetzt.

Türkei muss bis 19. Januar Stellung beziehen

Mit der Auslösung des Verfahrens wird die Türkei nun zunächst formell über die neue Entwicklung benachrichtigt und soll bis zum 19. Januar Stellung beziehen. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit könnte dann das Ministerkomitee den Fall zur erneuten Prüfung an den EGMR weiterleiten.

Sollte dieser die Nicht-Umsetzung des Kavala-Urteils feststellen, müsste dann der Ministerrat über weitere Schritte entscheiden – welche das wären, ist nicht festgeschrieben. In jedem Fall wäre der Weg zu einem Ausschluss der Türkei aus dem Europarat noch sehr weit.

SPD unterstützt die Entscheidung

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe, der auch in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats sitzt, begrüßte das Vertragsverletzungsverfahren. „Das ist die einzig folgerichtige Entscheidung“, sagte er der dpa. „Der Europarat zeigt sich handlungsfähig. Wer die Gerichtsurteile nicht umsetzt, kann nicht Mitglied des Europarats sein.“

Im Konflikt mit dem Europarat steht die Türkei auch im Fall des seit fünf Jahren inhaftierten prokurdischen Oppositionspolitikers Selahattin Demirtaş. Auch dessen Freilassung forderte das Ministerkomitee am Donnerstag zum wiederholten Male.

dpa/dtj

 

 
 
5 Dezember 2021 0 Kommentare
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Zeynep Avcı überzeugt erneut bei „The Voice of Germany“

von Fremdeninfo 29 November 2021
von Fremdeninfo

Zeynep Avcı überzeugt erneut bei „The Voice of Germany“

Von

dtj-online

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27.11.2021

 
 
 
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Zeynep Avcı gewann bei „The Voice of Germany“ ihr erstes Battle. Quelle: Youtube/Screenshot

Die Berliner Deutsch-Türkin Zeynep Avcı hat es bei „The Voice of Germany“ in die nächste Runde geschafft. Die Sängerin trat diesmal mit zwei weiteren Teilnehmenden auf und siegte. Dabei meisterte sie eine besondere Challenge.

Es gab ein regelrechtes Beben, als die Sängerin Zeynep Avcı mit einem türkischen Liebessong auf der Bühne von „The Voice of Germany“ auftrat. Das Video von ihrem Auftritt zählt inzwischen mehr als 10 Millionen Streams. Mit der multimedialen Verbreitung wird die Sängerin das X-Fache an Reichweite generiert haben. Die Herzen der Jury hatte sie ohnehin erobert. Mit ihrem zweiten Auftritt legte die Deutsch-Türkin nun nach und beweist damit, dass sie die aktuelle Show sogar gewinnen könnte. Avcı ist alles andere als ein Geheimfavorit.

Zeynep Avcı besiegt Konkurrenz im Battle

In der zweiten Runde der Show hatte Zeynep Avcı zwei Challenges zu meistern. Zum einen durfte sie nicht alleine auftreten. Denn das Format sieht in dieser Runde ein Dreier-Battle vor. Avcı stand gemeinsam mit Simon Fetzer und Alisha Popat auf der Bühne. Die zweite Hürde für die Sängerin mit der magischen Stimme war, dass sie ein deutsches Lied singen, aber für ihren Part eine türkische Strophe schreiben musste. Im Refrain des Liedes sangen dann alle drei Konkurrenten auf Deutsch. Dabei ging es um „Durch die schweren Zeiten“ der Rockmusik-Ikone Udo Lindenberg.

Kann sie auch anders überzeugen? Ja, sie kann!

Als Zeynep Avcı in der ersten Runde mit dem Song „Yalan“ (auf Deutsch: Lüge) von Tan Taşçı auftrat, sorgte sie für einen unvorhersehbaren Impact. Das Resultat waren elektrisierte Zuhörer:innen bundesweit. Eine begeisterte Jury warb um ihre Gunst und sie konnte sich frei aussuchen, zu welchem Coach sie geht. Obwohl ihre Stimme so beeindruckend ist, wurde sie gefragt, ob der schwungvolle türkische Gesang mit europäischen Klängen zu vereinbaren sei.

Beim zweiten Auftritt wurde deutlich, dass ihr diese Integration nahezu perfekt gelungen ist. Dabei hat sie ihre kulturellen Spezialitäten beibehalten und dem Ganzen ihre stimmliche Signatur verpasst. Kann Zeynep Avcı auch anders überzeugen? Die Antwort ist eindeutig: Ja, und wie!

dtj-online
29 November 2021 0 Kommentare
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Tod durch Polizeigewalt? Mehrere Polizisten in Köln suspendiert

von Fremdeninfo 28 November 2021
von Fremdeninfo

Tod durch Polizeigewalt? Mehrere Polizisten in Köln suspendiert

Von

dtj-online/ Dpa

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23.11.2021

 
 
 

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22.11.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, spricht auf einer Pressekonferenz. Gegen mehrere Beamte der Polizei in Köln wird wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt. Foto: David Young/dpa

Mehrere Beamte der Polizei Köln werden verdächtigt, bei einem Einsatz viel zu massiv vorgegangen zu sein. Ein italienischer Staatsbürger starb mehrere Wochen später in einer Klinik. Nun prüft die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe – die Beamten wurden vorläufig suspendiert.

Wieder ein Fall von mutmaßlicher Polizeigewalt: Nach dem Tod eines Mannes wird gegen mehrere Beamte der Kölner Polizei wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt. Sie werden verdächtigt, im April 2021 bei einem Einsatz wegen einer Unfallflucht übermäßig gewalttätig gegen den 59-Jährigen vorgegangen zu sein und ihn verletzt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) wurden mit Stand von Montag fünf Beamte vorläufig des Dienstes enthoben. An diesem Donnerstag komme dazu der Innenausschuss auf Antrag von Reul zu einer Sondersitzung zusammen, teilte der Landtag mit.

Der Einsatz wegen Unfallflucht soll damals im Kölner Stadtteil Bickendorf gelaufen sein. DIe Person kam nach Angaben der Staatsanwaltschaft danach in ein Krankenhaus, das sie nach ambulanter Behandlung aber noch am selben Tag wieder verließ. Im Juni 2021 allerdings sei der Mann – nach einem dann zweiwöchigen stationären Aufenthalt in einer Klinik – gestorben. Angehörige sollen anschließend auf den Vorfall im April hingewiesen haben. Daraufhin sei die Leiche obduziert worden, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Mann stammte aus Italien

Nun wird geprüft, ob der Tod des italienischen Staatsangehörigen im Zusammenhang mit dem Geschehen bei dem Polizeieinsatz steht. Mit den Ermittlungen wurde die Polizei Bonn betraut. Die Praxis, bei internen Verdachtsmomenten oder Verdachtsfällen eine andere, „unparteiische“ Polizeibehörde ermitteln zu lassen, wird inzwischen immer wieder kritisiert.

„Der später Verstorbene war nicht Beschuldigter im Verfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort, sondern ein Angehöriger“, erläuterte der Sprecher. Offenbar habe er sich in den polizeilichen Einsatz eingemischt. „Was sich dann konkret abgespielt hat, ist Gegenstand der noch andauernden Ermittlungen.“ Noch nicht geklärt sei etwa, ob der 59-Jährige Widerstand geleistet habe.

Videos belasten Polizisten

Nach der Auswertung von Handys ergaben sich den Angaben zufolge aber weitere Verdachtsmomente jenseits des konkreten Falls gegen Polizeibeamte. Dabei gehe es unter anderem um eine mögliche Verabredung zur Anwendung von Gewalt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Beamte sollen sich zum Beispiel zu gemeinsamen Diensten verabredet haben, „um eventuellen Widerstandshandlungen potenzieller Beschuldiger mit übermäßiger Gewalt zu begegnen“.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, natürlich gelte für die fünf Polizisten die Unschuldsvermutung. Zugleich zeigte er sich schockiert von den Vorwürfen und den aufgetauchten Chats. Zu der Handy-Auswertung sagte er: „Die Ergebnisse allein lassen mich an der inneren Haltung und Eignung der damals eingesetzten Beamten zweifeln.“ Der Inhalt sei absolut inakzeptabel. „Ein solches Dienstverständnis, eine solche Haltung in der Polizei – da können sie mich beim Wort nehmen – werde ich nicht dulden.“

Weder rassistisch noch rechtsextrem?

Möglicherweise hätten die Beamten bei Einsätzen Widerstandshandlungen bewusst provoziert, um selbst Gewalt anwenden zu können, so Reul. Einer der Beschuldigten sei sogar so weit gegangen, dass er mit den Folgen geprahlt habe. Ein anderer habe erklärt, er habe „einen umgeklatscht“. Nach derzeitigen Erkenntnissen seien die Inhalte „nicht rechtsextrem und auch nicht rassistisch“. Es könne sich auch um reine Prahlerei handeln, sagte Reul. Man werde nun alles tun, um den Fall aufzuklären.

Vier der fünf Polizisten seien noch Beamte auf Probe. Sollten sie verurteilt werden, stehe sehr wahrscheinlich ihre Entlassung an.

Dpa/ dtj

28 November 2021 0 Kommentare
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Nun doch: Auch Cem Özdemir soll Minister werden

von Fremdeninfo 27 November 2021
von Fremdeninfo

Nun doch: Auch Cem Özdemir soll Minister werden

Von

dtj-online

–

25.11.2021

 
 
 
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Archivfoto: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und seine Frau Pia Maria Castro stehen bei der Preisverleihung zum „Preis für Verständigung und Toleranz“ an der Pressewand. Foto: Fabian Sommer/dpa

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir soll Agrarminister in einer künftigen Bundesregierung mit SPD und FDP werden.

Cem Özdemir wird laut der Deutschen Presseagentur neuer Agrarminister. Das gehe aus einem Schreiben von Bundesgeschäftsführer Michael Kellner an Parteimitglieder vom Donnerstagabend hervor.

Grünen-Spitzenpolitiker aus mehreren Bundesländern hatten sich zuvor für den früheren Parteichef als Bundesminister ausgesprochen. Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz twitterte am Donnerstagabend: „Ich kann mir kein Kabinett mit grüner Beteiligung vorstellen, in dem Cem Özdemir nicht dabei ist. Und ich denke: so geht es den allermeisten in diesem Land.“

Realos wollen ihn als Minister sehen

Bayaz und Özdemir sind beide vom Realoflügel der Grünen aus Baden-Württemberg und haben türkische Wurzeln. Auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank wünscht sich ihren Parteifreund Özdemir als Bundesminister. „Mir geht es sicher wie sehr, sehr vielen Leuten in diesem Land: Ein Bundeskabinett mit grüner Beteiligung ist ohne Cem Özdemir nur schwer vorstellbar“, twitterte die Wissenschaftssenatorin am Donnerstagabend.

Am Abend dauerten die Personaldiskussionen bei den Grünen an und verzögerten die Urabstimmung der Partei über Koalitionsvertrag und Regierungsmannschaft um einen Tag. Özdemir war auch als Außenminister im Gespräch, diesen Posten bekommt aber dem Anschein nach seine Parteikollegin Annalena Baerbock.

Linker Flügel will stattdessen Hofreiter

Der linke Flügel wehrt sich dem Vernehmen nach gegen die geplante Besetzung eines Ministeramts mit Özdemir, die am Ende den linken Fraktionschef Anton Hofreiter das erhoffte Ministeramt kosten könnte.

Özdemir war von 2008 bis 2018 Bundesvorsitzender und holte bei der Bundestagswahl im September die meisten Stimmen aller erfolgreichen Grünen-Direktkandidaten. Er bekam in seinem Wahlkreis Stuttgart I 40 Prozent der Erststimmen. Damit wurde er im Südwesten sogar Stimmenkönig unter den Direktkandidaten aller Parteien.

Am Anfang der Woche ging aus einem „Focus“-Bericht hervor, dass es im Kabinett keinen Minister und keine Ministerin mit einer Migrationsbiografie geben sollte. Nun erfolgte offensichtlich ein Umdenken in der Koalition. Laut „Bild“ könnte das aber zu einem handfesten Streit bei den Grünen und sogar der Ablehnung des Koalitionsvertrags führen.

dpa/dtj

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27 November 2021 0 Kommentare
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Religion

Was im Koalitionsvertrag über den Islam und die Türkei steht

von Fremdeninfo 27 November 2021
von Fremdeninfo

 

Was im Koalitionsvertrag über den Islam und die Türkei steht

Von

dtj-online

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26.11.2021

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Die Vorsitzenden der drei Parteien stellten auf einer Pressekonferenz den gemeinsamen Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für die künftige Bundesregierung vor. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Der Islam und die Türkei spielten in den Parteiprogrammen für die Bundestagswahl 2021 eine wichtige Rolle. Auch in dem finalen und in dieser Woche vorgestellten Koalitionsvertrag der SPD, Grünen und FDP kommen die Themenbereiche vor.

Die Bildung der ersten Ampel-Koalition auf Bundesebene wird immer wahrscheinlicher. Am Mittwoch präsentierten die Spitzen der Parteien SPD, Grüne und FDP den Koalitionsvertrag. Jetzt sind die Mitglieder und Delegierten am Zuge und müssen dem Vertrag eigentlich nur noch zustimmen. Dies soll in allen drei Parteien in den kommenden Tagen stattfinden, wahrscheinlich noch im November. Die Grünen wollen mit 125.000 Mitgliedern neben dem Koalitionsvertrag auch über das Personaltableau ihrer Partei für das neue Kabinett entscheiden. Der designierte Neu-Kanzler Olaf Scholz (SPD) glaubt, dass alle drei Parteien dem Vertrag zustimmen werden. „Ich bin da sehr zuversichtlich. Es ist ein gutes Ergebnis aus der Sicht aller drei Parteien“, sagte er am Mittwochabend in einem TV-Interview.

Menschen mit türkischer Migrationsbiografie interessieren sich neben anderen Themen vor allem dafür, wie die neue Regierung mit der Türkei umgehen wird. Die innenpolitischen Entwicklungen in der Türkei werden in dem Koalitionsvertrag als „besorgniserregend“ bezeichnet. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschen-, Frauen und Minderheitenrechte seien „massiv abgebaut worden“. Deshalb werde man sich bei den Beitrittsverhandlungen zur EU dafür einsetzen, keine weiteren Kapitel zu öffnen, aber auch keine zu schließen. Stattdessen soll der Dialog fortgesetzt werden: „Wir werden die EU-Türkei-Dialogagenda mit Leben füllen und den Austausch mit der Zivilgesellschaft und Jugendaustauschprogramme ausbauen.“

Wenig Konkretes über die Türkei

Insgesamt wirkt der Abschnitt zur Türkei so, als hätte man den Passus dem Parteiprogramm der Sozialdemokraten entnommen. Während die Grünen vor der Wahl auf konkrete Kritik an bestimmten Entwicklungen in der Türkei, wie der Inhaftierung von „politischen Gefangenen“ oder dem Austritt aus der Istanbul-Konvention eingingen, fiel das Programm der SPD in Bezug auf die Türkei vergleichsweise schmal aus. Die Grünen hatten auch die Intensivierung der Jugendaustauschprogramme ins Spiel gebracht. In dem Parteiprogramm der FDP wurde die Türkei ebenfalls erwähnt. Doch dort lag der Tenor auf der Beendigung der EU-Beitrittsverhandlungen mit dem Land. Konkret hieß es: „Eine von Präsident Erdoğan autoritär regierte Türkei kann für uns Freie Demokraten kein Kandidat für eine Mitgliedschaft in der EU sein. “

Muslime sollen umfassenden Schutz erhalten

Auch der Islam fındet in dem Koalitionsvertrag Erwähnung, allerdings ebenfalls eher am Rande. Unter dem Abschnitt „Kirchen und Religionsgemeinschaften“ heißt es, dass man Ausbildungsprogramme für „Imaminnen und Imame an deutschen Universitäten“ ausbauen wolle. Die Parteien wollen damit die Unabhängigkeit der Glaubensgemeinschaften vom Ausland gewährleisten. Außerdem soll das Religionsverfassungsrecht weiterentwickelt werden, „um die Beteiligung und Repräsentanz der Religionsgemeinschaften, insbesondere muslimischer Gemeinden“ zu verbessern.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder über den Körperschaftsstatus muslimischer Gemeinden diskutiert. Die Sozialdemokraten hatten in ihrem Wahlprogramm auch versprochen, gegen die grassierende Islamfeindlichkeit vorzugehen. Es sollten „Straftaten in diesem Bereich konsequenter erfasst und geahndet werden“. In dem Koalitionsvertrag heißt es, dass man der „zunehmenden Bedrohung von Musliminnen und Muslimen und ihren Einrichtungen “ durch „umfassenden Schutz, Prävention und bessere Unterstützung der Betroffenen“ begegnen werde. Wie dieser Schutz konkret aussehen soll, wird nicht näher erläutert.

Weitere Vereinbarungen der „Ampel“

Im Koalitionsvertrag wurde unter anderem Folgendes festgeschrieben: Die Mietpreisbremse soll verlängert werden. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt soll die Miete binnen drei Jahren nur noch bis zu 11 Prozent steigen dürfen statt wie bisher bis zu 15. Stromkunden sollen entlastet werden, indem zum 1. Januar 2023 die EEG-Umlage abgeschafft wird. In der Finanzpolitik vereinbarten SPD, Grüne und FDP, die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ab 2023 wieder einzuhalten. Zum Schutz der Bundeswehr-Soldaten bei Auslandseinsätzen soll eine Bewaffnung von Drohnen ermöglicht werden. Die deutschen Rüstungsexporte sollen mit einem neuen Gesetz effektiver beschränkt werden. In der Asylpolitik wurde vereinbart, dass mehr Flüchtlinge künftig ihre Angehörigen zu sich nach Deutschland holen können. Den gesetzlichen Mindestlohn wollen SPD, Grüne und FDP von jetzt 9,60 Euro auf 12 Euro pro Stunde erhöhen. Bis 2030 soll Deutschland 80 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Die Ampel-Parteien wollen den öffentlichen Nahverkehr stärken und dazu vom kommenden Jahr an die sogenannten milliardenschweren Regionalisierungsmittel erhöhen.

Nach dem Zeitplan der drei Parteien soll Scholz in der Woche ab dem 6. Dezember im Bundestag zum Kanzler gewählt werden. Damit endet nach 16 Jahren die Ära von Angela Merkel (CDU), die bei der Bundestagswahl am 26. September nicht mehr kandidierte.

Mit Material von DPA

27 November 2021 0 Kommentare
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Koalitionsvertrag: Ampel gibt freie Fahrt für gesellschaftlichen Aufbruch!

von Fremdeninfo 26 November 2021
von Fremdeninfo

Türkische Gemeinde in Deutschland
Almanya Türk Toplumu
Bundesgeschäftsstelle – Genel Merkez

Türkische Gemeinde in Deutschland – Obentrautstr. 72 – 10963 Berlin

Pressemitteilung vom 26.11.2021

Koalitionsvertrag: Ampel gibt freie Fahrt für gesellschaftlichen Aufbruch!

Der Koalitionsvertrag beschreibt insgesamt eine Politik, die in vielen Bereichen auf Respekt
und Partizipation setzt, die mit den Bürger:innen gestaltet werden soll und nicht für sie. Die
Türkische Gemeinde in Deutschland bewertet dies als die Basis zur Gestaltung der Zukunft
einer Einwanderungsgesellschaft. Für die Bereiche Gleichstellung und Vielfaltsgestaltung,
aber auch Integration und Migration, ist der proklamierte gesellschaftliche Aufbruch
deutlich zu erkennen.

„Im Wahlkampf haben wir viele Themen vermisst und auch im ersten Sondierungspapier war
noch nicht zu erkennen, ob wirklich ein Aufbruch für die Zukunft einer pluralen Gesellschaft
zu erwarten wäre. Es hat uns überrascht, wie viele Ideen aus der Zivilgesellschaft von der
neuen Regierung aufgenommen wurden. Ob Partizipationsgesetz, Partizipationsrat,
Demokratiefördergesetz, Mehrstaatigkeit oder Aufenthalts- und Bleiberecht. Wir haben eine
starke Zivilgesellschaft in Deutschland und in diesem Papier wird sie in ihrer ganzen Vielfalt
ernstgenommen“, erklärt Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in
Deutschland.

„Die künftige Bundesregierung möchte die Bekämpfung von Rassismus und
Rechtsextremismus ausbauen und die Antidiskriminierungspolitik deutlich stärken, womit sie
sich endlich einem Kernproblem in Deutschland stellt. Die ausstehende Aufarbeitung des
NSU-Komplexes soll energisch vorangetrieben werden und es soll ein Erinnerungsort für die
Opfer des NSU entstehen. Das sind sehr wichtige Signale an die Menschen, die in
Deutschland Rassismus und Diskriminierung erlebt haben und erleben. Wir werden unsere
Anstrengungen gemeinsam mit unseren vielen Partnern in der Zivilgesellschaft noch einmal
verstärken, damit diese Ziele auch wirklich erreicht werden können“, betont Atila
Karabörklü, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

„Der Aufbruch in den Köpfen ist also sichtbar. Wir wünschen uns, dass dieser Aufbruch auch
auf den Stühlen sichtbar wird. Mit Cem Özdemir steht nun der erste Mensch mit
Migrationsgeschichte am Kabinettstisch fest und die Grünen haben ihre Glaubwürdigkeit in
Sachen Diversität unterstrichen. Es ist von zentraler Bedeutung für den gesellschaftlichen
Zusammenhalt, dass in einem Kabinett für gesellschaftlichen Aufbruch Frauen und Männer,
Ost- und Westdeutsche mit und ohne Migrationsbiographie sichtbar gemeinsam
Verantwortung übernehmen für unsere Zukunft. Nachdem FDP und Grüne in Sachen Parität
und Diversität sehr unterschiedlich geliefert haben, ruhen unsere Erwartungen nun auf den
Sozialdemokraten. Wir möchten daran erinnern, dass 50% Frauen, 25% Menschen mit
Migrationsgeschichte und 20% Menschen aus Ostdeutschland unser Land prägen, durch ihr
Engagement und ihre Arbeitskraft.“

26 November 2021 0 Kommentare
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Politik

Migration, gleichberechtig Teilhabe und Staatsangehörigkeitsrecht

von Fremdeninfo 26 November 2021
von Fremdeninfo

Migration,  gleichberechtig  Teilhabe und Staatsangehörigkeitsrecht

 

 Cumali Yagmur

Migration war und ist schon immer Teil der Geschichte unseres Landes. Einwanderinnen und Einwanderer, ihre Kinder und Enkel haben unser Land mit aufgebaut und geprägt. Symbolisch steht dafür das 60-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens mit der Türkei.

Die nationalen Minderheiten – die dänische Minderheit, die friesische Volksgruppe, die deutschen Sinti und Roma sowie das sorbische Volk – sind selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft. Das gleiche gilt für das kulturelle Erbe der Vertriebenen, Aussiedlerinnen und Aussiedler sowie der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler.

Für mehr Repräsentanz und Teilhabe werden wir ein Partizipationsgesetz vorlegen mit dem Leitbild „Einheit in Vielfalt“ und die Partizipation der Einwanderungsgesellschaft stärken (etwa durch Einführung eines Partizipationsrates). In der Bundesverwaltung und in den Unternehmen mit Bundesbeteiligung führen wir eine ganzheitliche Diversity-Strategie mit konkreten Fördermaßnahmen, Zielvorgaben und Maßnahmen für einen Kulturwandel ein. Die Migrantenselbstorganisationen, die auf dem Boden unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung stehen, sind dabei wichtige Partnerinnen und Partner.

Um neue Potenziale für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland zu erschließen, wollen wir, dass Menschen aus anderen Ländern in unserem Land leichter studieren oder eine Ausbildung machen können.

Wir schaffen ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht. Dafür werden wir die Mehrfachstaatsangehörigkeit ermöglichen und den Weg zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit vereinfachen. Eine Einbürgerung soll in der Regel nach fünf Jahren möglich sein, bei besonderen Integrationsleistungen nach drei Jahren. Eine Niederlassungserlaubnis soll nach drei Jahren erworben werden können. In Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern werden mit ihrer Geburt deutsche Staatsbürgerinnen bzw. Staatsbürger, wenn ein Elternteil seit fünf Jahren einen rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat. Für zukünftige Generationen prüfen wir, wie sich ausländische Staatsbürgerschaften nicht über Generationen vererben.

In Anerkennung ihrer Lebensleistung wollen wir die Einbürgerung für Angehörige der sogenannten Gastarbeitergeneration erleichtern, deren Integration lange Zeit nicht unterstützt wurde, indem wir für diese Gruppe das nachzuweisende Sprachniveau senken. Zudem schaffen wir eine allgemeine Härtefallregelung für den erforderlichen Sprachnachweis. Das Einbürgerungserfordernis der „Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse“ werden wir durch klare Kriterien ersetzen. Wir werden mit einer Kampagne über die Möglichkeiten zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit werben und begrüßen die Durchführung von Einbürgerungsfeiern ausdrücklich.

26 November 2021 0 Kommentare
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Eskandari-Grünberg: Einst Flüchtling, jetzt Bürgermeisterin in Frankfurt

von Fremdeninfo 17 November 2021
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Eskandari-Grünberg: Einst Flüchtling, jetzt Bürgermeisterin in Frankfurt

Von

dtj-online

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=„Frankfurter Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg“ width
Frankfurt/Main: Die Frankfurter Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Bündnis 90/Die Grünen) steht im Eingang des Römers, des historischen Rathauses der Stadt, neben einem Schild, das für die Kampagne „Respekt“ wirbt, die sich gegen Rassismus wendet. Die 56-jährige Kommunalpolitikern leitet das Dezernat für Diversität, Antidiskriminierung und gesellschaftliches Zusammenleben. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Nargess Eskandari-Grünberg hat bereits einen bewegten Lebensweg hinter sich: Sie saß im Iran im Gefängnis, wurde später in Psychologie promoviert und will nun als neue Bürgermeisterin von Frankfurt maßgeblich mitgestalten.

Die Beziehung zwischen Nargess Eskandari-Grünberg und der Stadt Frankfurt begann an Weihnachten, genauer gesagt am Heiligabend 1985. Die damals 20-Jährige war als politisch Verfolgte aus dem Iran geflüchtet und am Flughafen gelandet. Mit ihrer kleinen Tochter fährt sie, so berichtet sie es, weiter zum Hauptbahnhof, nimmt ein Hotelzimmer und versucht, etwas zu Essen zu besorgen.

„Das war schwierig, damals war alles geschlossen. Es wurde ein recht trauriger Abend, alle waren im Kreise ihrer Familien, nur wir waren allein“, erinnert sich die Grünen-Politikerin, die seit September Dezernentin für Diversität und Bürgermeisterin der Mainmetropole ist.

Neues Leben in Deutschland

Nichtsdestotrotz war die Ankunft eine große Erleichterung („Als ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, war es ein Befreiungsgefühl“) und der Anfang eines ganz neuen Lebens. Ein Leben, das sie bis an die Spitze der Stadtpolitik im Frankfurter Römer geführt hat. Dort regiert neuerdings ein Viererbündnis aus Grünen, SPD, FDP und der Volt-Partei. Oberbürgermeister der Stadt ist weiterhin Peter Feldmann von der SPD.

„Ich habe Frankfurt viel zu verdanken“, sagt Eskandari-Grünberg, die bereits seit fast 20 Jahren in verschiedenen Bereichen der Lokalpolitik aktiv ist. Natürlich wolle sie auch etwas zurückgeben. Wie sie ihre Politik gestalten will? Ihr gehe es vor allem um das gesellschaftliche Klima und den Zusammenhalt in der Stadt.

Menschen aus 180 Nationen

„In Frankfurt leben Menschen aus 180 Nationen. Diese Pluralität und Diversität zu gestalten, auf der Grundlage demokratischer Werte, ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen.“ Das bekommt sie auch selbst zu spüren. Für ihren unerschrockenen Einsatz wurde sie aus rechten Kreisen auch schon mal persönlich angegriffen.

Respekt zollt ihr dagegen die politische Gegenseite: Wenn es darum gehe, Farbe zu bekennen und Haltung zu zeigen, habe sie das getan – und zwar nicht aus einer „warmen Wohnzimmersituation“ heraus, sagte ihr Vorgänger, Ex-Bürgermeister Uwe Becker (CDU), am Tag ihrer Wahl im Stadtparlament. Eskandari-Grünberg habe „eine persönliche Vita, die auch unsere Stadt ausmacht, das Bunte, das Vielfältige“. Sie sei eingetreten für ein Miteinander, frei von Rassismus, Diskriminierung oder Antisemitismus. „Das verdient unser aller Achtung.“

„Eine starke Stimme für die Menschenwürde“

Eskandari-Grünberg setze sich für Ziele ein, die die CDU teile: Mehr Bildungschancen, bessere Integration, Gewaltschutz für Frauen, sagt der Oppositionsvorsitzende im Rathaus Römer, Nils Kößler. Sie mische sich mutig ein und sei „eine starke Stimme für die Menschenwürde“.

Ihr politisches Engagement hat sicher auch etwas mit der persönlichen Geschichte von Eskandari-Grünberg zu tun. Schon als Schülerin war sie im Iran nach eigenen Angaben auf die Straße gegangen, um für Freiheit und die Rechte von Frauen zu kämpfen. Als Verfolgte des Regimes kommt sie ins berüchtigte Gefängnis Evin, bekannt für Folter und unmenschliche Haftbedingungen.

Tochter ist Schauspielerin

Noch als Teenager bringt sie dort 1983 Tochter Maryam Zaree zur Welt, die heute als Schauspielerin („4 Blocks“, „Tatort“) und Filmemacherin arbeitet. Für ihren Film „Born in Evin“ hatte sich Zaree auf die Spuren ihrer Geschichte begeben, die eindrückliche Dokumentation wurde unter anderem 2020 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Nach eineinhalb Jahren wird Eskandari-Grünberg aus der Haft entlassen. Mit gefälschten Papieren gelingt später die Ausreise aus dem Iran. Mutter und Tochter kommen nach Deutschland. „Für mich war klar, ich will in Freiheit leben, ich will studieren und ich wollte natürlich für Maryam eine bessere Welt.“

Deutsch lernen mit Kassetten

Die beiden wohnen zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft. Deutsch bringt sie sich unter anderem mit Hilfe von Kassetten bei. Später studiert sie Psychologie, wird promoviert und betreibt eine eigene Praxis. Sie heiratet den Psychoanalytiker Kurt Grünberg, mit dem sie ein weiteres Kind bekommt. „Ich bin sehr zielstrebig und leistungsorientiert“, sagt Eskandari-Grünberg über sich selbst. Und ja, sie sei auf jeden Fall ein optimistischer Mensch – trotz des Leids und all der negativen Erfahrungen, die sie im Gefängnis gemacht hat. Denn: „Das Gute ist, was bleibt, das Böse ist kurzweilig.“

Bereits von 2008 bis 2016 war sie ehrenamtliche Dezernentin für Integration. Seit September führt sie die Behörde hauptamtlich und hat sie direkt unbenannt in Dezernat für Diversität, Antidiskriminierung und gesellschaftliches Zusammenleben, was ihr zeitgemäßer erscheint. Vor ihren neuen Ämtern habe sie enormen Respekt. Es gehe vor allem darum, etwas zu bewegen. „Posten kommen und gehen, wichtig ist, was bleibt.“

dpa/dtj

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17 November 2021 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Nach EU-Sanktionsdrohung: Türkei schränkt Flüge nach Belarus stark ein

von Fremdeninfo 13 November 2021
von Fremdeninfo

Nach EU-Sanktionsdrohung: Türkei schränkt Flüge nach Belarus stark ein

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11.11.2021, Türkei, Istanbul: Menschen aus Syrien versammeln sich vor dem Generalkonsulat von Belarus. Nach Sanktionsdrohungen der EU lässt die Türkei Staatsbürger mehrerer arabischer Länder nicht mehr von ihrem Staatsgebiet aus nach Belarus fliegen. Foto: -/kyodo/dpa

Flughäfen in der Türkei waren bislang wichtige Drehkreuze für Migranten, die zur illegalen Einreise in die EU nach Belarus fliegen wollten. Damit dürfte es nun vorbei sein. Nach Sanktionsdrohungen reagieren die türkischen Behörden.

Nach Sanktionsdrohungen der EU lässt die Türkei Staatsbürger mehrerer arabischer Länder nicht mehr von ihrem Staatsgebiet aus nach Belarus fliegen. Menschen mit syrischen, irakischen und jemenitischen Pässen dürften bis auf Weiteres keine Tickets mehr kaufen und nicht mehr an Bord gehen, teilte die zivile Luftfahrtbehörde der Türkei am Freitag mit. Nach EU-Angaben gibt es auch ein Verbot, One-Way-Tickets für Flüge aus der Türkei in die belarussische Hauptstadt Minsk zu verkaufen.

Die Europäische Union hatte zuvor Strafmaßnahmen gegen Fluggesellschaften angedroht, die Migranten mit der Absicht der illegalen Einreise in die EU nach Belarus befördern. „Alle Airlines müssen wissen, wer sich der Mittäterschaft verbrecherischer Schleusungen schuldig macht, der wird mit Konsequenzen rechnen müssen, auch durch Sanktionen bei Überflugrechten oder Landegenehmigungen“, sagte der geschäftsführende deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“ (Samstag).

Belavia kann Turkish Airlines-Netzwerk wohl nicht mehr nutzen

Vor allem an der Grenze zwischen Belarus und Polen war die Lage am Freitag weiter äußerst angespannt. Tausende Menschen aus Ländern wie Syrien oder dem Irak sollen dort auf belarussischer Seite auf eine Chance warten, illegal die Grenze zur EU zu überqueren.

Die EU hofft, dass durch die neuen Maßnahmen der Türkei der Zustrom von Menschen aus armen oder konfliktreichen Ländern nach Belarus deutlich verringert werden kann. Sie sehen nach Angaben aus Brüssel auch vor, dass die staatliche belarussische Fluggesellschaft Belavia nicht mehr das Netzwerk von Turkish Airlines für den Mittleren Osten nutzen kann, um Reisende über Istanbul nach Belarus zu fliegen.

Frankreich bittet Russland um Hilfe

Unterdessen baten der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian und die französische Verteidigungsministerin Florence Parly Russland um Hilfe bei der Beilegung der Krise. Man habe Russlands Regierung „ermutigt“, von ihren „engen Verbindungen mit Belarus“ Gebrauch zu machen und auf die dortige Führung einzuwirken, mit der „Instrumentalisierung von Flüchtlingsströmen“ aufzuhören, teilten die Minister nach einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow und dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Paris mit. Ähnliches hatte vor Kurzem auch schon die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeregt.

Der Führung in Minsk wird von der EU vorgeworfen, gezielt Migranten ins Land zu holen, um sie dann zur Weiterreise in die EU an die Grenze zu Polen zu bringen. Die Vermutung ist, dass sich Machthaber Alexander Lukaschenko damit für Sanktionen rächen will, die die EU wegen der Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Opposition erlassen hat.

Nach Polen kommt Deutschland

Neben Polen ist auch die Bundesrepublik stark von den Entwicklungen betroffen. Dies liegt daran, dass ein Großteil der Migranten, der es über die Grenze nach Polen schafft, nach Deutschland weiterreist.

Die Lage an der polnisch-belarussischen Grenze hat sich seit Wochenbeginn dramatisch verschlechtert, als Tausende Migranten sich von belarussischer Seite aus auf den Weg in Richtung EU machten. Polnische Sicherheitskräfte schritten nach nicht unabhängig überprüfbaren Polizeiangaben auch am Donnerstagabend und Freitag mehrfach ein, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Tragische Bilder in Istanbul

In der Nähe des Ortes Kuznica hätten belarussische Soldaten versucht, eine rund 35 Menschen zählende Migrantengruppe gewaltsam über die Grenze zu drängen, zitierte die Agentur PAP den örtlichen Polizeisprecher Tomasz Krupa. Unter den Migranten waren demnach überwiegend Frauen und Kinder. Rund 15.000 polnische Soldaten bewachen laut Verteidigungsministerium inzwischen die östliche EU-Außengrenze zu Belarus.

Tragische Szenen gab es am Freitag auch am Istanbuler Flughafen. Nach Augenzeugenberichten wurden dort mehrere Menschen aus den Schlangen vor den Schaltern gezogen. Ein kurdischer Iraker beklagte sich bei einer Journalistin etwa, er könne nun nicht nach Belarus reisen, habe aber all sein Hab und Gut bereits verkauft.

EU bedankt sich

EU-Ratspräsident Charles Michel bedankte sich unterdessen auf Twitter bei den türkischen Behörden „für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit“. Diplomaten räumten jedoch ein, dass die Zugeständnisse Ankaras erst nach der Einigung der EU-Staaten auf ein neues Sanktionsinstrument gegen Beteiligte an illegalen Schleuseraktivitäten erzielt wurden. Es soll am kommenden Montag bei einem EU-Außenministertreffen formell beschlossen werden. Im nächsten Schritt könnten dann konkrete Strafmaßnahmen verhängt werden.

Druck übte die EU zuletzt unter anderem auf Fluggesellschaften wie Royal Air Maroc, Emirates, Air Arabia, Etihad, Egypt Air, Flydubai und Iraqi Airways aus. Sie alle seien zuletzt kontaktiert worden und hätten erklärt, dass sie gegen jede Form von Menschenhandel seien, erklärte ein Kommissionssprecher am Freitag.

Gaslieferungen nicht betroffen

Zumindest keine schlechten Nachrichten für die EU kamen am Freitag auch aus Russland. Das Land garantierte sichere Energielieferungen, nachdem Lukaschenko zuvor gedroht hatte, über Belarus laufende Gaslieferungen zu blockieren. „Russland war, ist und wird immer ein Land sein, das seine Verpflichtungen zur Gasversorgung der europäischen Verbraucher erfüllt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die „zuverlässigen Lieferungen“ erfolgten unabhängig von den Handlungen Minsks.

dpa/dtj

 

 

  • ligion666
13 November 2021 0 Kommentare
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