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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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So bekam ein arabischer Clan viel Geld vom Jobcenter

von Fremdeninfo 5 Juli 2022
von Fremdeninfo

So bekam ein arabischer Clan viel Geld vom Jobcenter

Im Prozess gegen Angehörige des Al-Zein-Clans ist deutlich geworden, wie leicht die Großfamilie an Geld vom Jobcenter gekommen ist. Obwohl sie in Leverkusen in einer Villa mit 300 Quadratmetern Wohnfläche residierte und über erhebliches Vermögen verfügte, soll die Großfamilie Sozialleistungen in Höhe von fast einer halben Million Euro bezogen haben. Kaum ausgefüllte Formulare, unvollständige Adressen und abweichende Unterschriften verursachten bei der Behörde keine Zweifel.

Die Familie war komplett unauffällig. Vor den Hinweisen der Polizei hatten wir keinen Grund, von Leistungsbetrug auszugehen“, sagte der Teamleiter für Rückforderungen des Jobcenters Leverkusen am Dienstag als Zeuge am Düsseldorfer Landgericht.

Unterschiedliche Handschriften in einem Formular seien kein Grund zum Zweifel, oft würden etwa Caritas-Mitarbeiter beim Ausfüllen helfen. „Entscheidend ist für uns, dass der Antrag unterschrieben ist. Wer ihn ausgefüllt hat, ist uns gleich“, sagte er.

Nach Hinweisen von Verteidigern, dass sich auch die Unterschriften im Fall einer Antragstellerin überhaupt nicht ähnelten, sagte der Zeuge: „Wir prüfen nicht, ob sich die Unterschrift geändert hat.“

Auf Nachhaken der Anwälte, dass so ja völlig unklar sei, ob die Angeklagte oder jemand anders den Antrag auf Sozialhilfe gestellt hat, sagte der Jobcenter-Mitarbeiter: „Selbst wenn sie den Antrag nicht gestellt hätte: Der Leistungsbezug war ihr bekannt, sie hat ja Leistungen bekommen.“

Wenn ein bereits bekannter Antragsteller sämtliche Fragen zu Einkommen und Vermögen unbeantwortet ließ, sei die Behörde davon ausgegangen, dass er über kein Einkommen und Vermögen verfügte, sagte der Jobcenter-Mitarbeiter. „Wir sind eine Sozialbehörde. Die Leute, die zu uns kommen, haben oft Probleme mit dem Ausfüllen von Formularen. Wir legen vieles niedrigschwellig zugunsten des Antragstellers aus. Da steht die Sicherung des Lebensunterhaltes für Bedürftige im Vordergrund.“

5 Juli 2022 0 Kommentare
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“ZUSAMMEN FÜR EINE DEMOKRATISCHE TÜRKEI“

von Fremdeninfo 5 Juli 2022
von Fremdeninfo

 

  Von: Turgut Yüksel / MdL

“ZUSAMMEN FÜR EINE DEMOKRATISCHE TÜRKEI“

TURGUT YÜKSEL UND UDO BULLMANN BEIM MALTEPE-FORUM, ISTANBUL

D er SPD-Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel, MdL gehört zu den regelmäßigen Gästen beim Maltepe-Forum, das der Bürgermeister des namensgebenden Istanbuler Stadtbezirks, Ali Kilic, zusammen mit der sozialdemokratischen Schwesterpartei CHP seit Jahren durchführt. Gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Udo Bullmann, MdEP, reiste er zu der Konferenz, zu der auch der Parteichef der CHP, Kemal Kilicdaroglu, sowie

der Präsident Albaniens, Ilir Meta, geladen waren. „Spannende Diskussionsrunden“, resümiert Turgut Yüksel, „bei denen eines klar geworden ist: Wir unterstützen unsere Freundinnen und Freunde in der Türkei, weil sie ebenso wie wir eine europäische, eine demokratische Türkei brauchen. Nie war ein Machtwechsel so nah wie jetzt.“ Das unter Führung der CHP gebildete Bündnis aus sechs Oppositionsparteien führt in den Umfragen deutlich vor Erdogans AKP.

Hoffnung keimt nach guten Ergebnissen in wichtigen Kommunen für die anstehenden Parlamentswahlen auf.

Im Europäischen Parlament weiß man, wie weit Erdogans Unterdrückung von Freiheit und Demokratie, seine willkürlichen Scheinprozesse und die Verfolgung der Menschenrechtsaktivisten und kurdischen Oppositionellen die Türkei von Europa entfernt haben. Und dennoch sieht Udo Bullmann in der aktuellen Situation „ein Momentum, das wir nicht verpassen dürfen“. Heute leidet die breite Mehrheit der türkischen Bevölkerung unter dem Niedergang der Wirtschaft und einer rasenden Inflation. „Was einer gedeihlichen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zentral im Wege steht, ist Erdogans autokratisches Regime“, bekräftigt Udo Bullmann. „Es gibt jenseits der AKP eine Türkei der freien aufgeklärten Gesellschaft mit europäischen Werten. Viele Millionen Menschen in der Türkei träumen von einem Leben in Freiheit und Demokratie. Sie setzen sich dafür ein, dass die Einhaltung der Grundrechte, Meinungsfreiheit und ein Ausbau der Demokratie sowie eine Lösung der Kurdenfrage endlich Realität werden. Wir dürfen sie nicht allein lassen“, ist die Botschaft der beiden hessischen Abgeordneten. Sie werben für eine stärkere Unterstützung der Schwesterparteien CHP und HDP. „Wenn sie gewinnen, gewinnen wir alle. Diese Chance dürfen wir nicht auslassen.“ Udo Bullmann Ali Kılıç Kemal Kılıçdaroğlu SPD Hessen CHP Frankfurt

5 Juli 2022 0 Kommentare
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Türkei sperrt Webseite der Deutschen Welle

von Fremdeninfo 5 Juli 2022
von Fremdeninfo

Türkei sperrt Webseite der Deutschen Welle

Von

dtj-online

–

02.07.2022

 

 
Aydın Üstünel, Anchorman der Deutschen Welle, verkündet die Sperre. Foto: Screenshot/Youtube

Die Sperrung der Internetseite der „Deutschen Welle“ in der Türkei sorgt für Empörung. Ankara gibt als Grund eine fehlende Lizenz an. Kritiker vermuten andere Motive.

Die Türkei hat die Internetseiten der Deutschen Welle (DW) und des US-Auslandssenders Voice of America (VOA) gesperrt und so die Sorge um die Pressefreiheit im Land weiter verstärkt. Die DW-Webseiten sind in der Türkei blockiert, wie der deutsche Auslandssender selbst mitteilte. Die Sender-Aktivitäten in den sozialen Medien waren demnach nicht von der Sperre betroffen.

Erst vor einiger Zeit hatte Russland das Moskauer Büro der Deutschen Welle geschlossen und Internetangebote blockiert. Die Türkei hatte schon länger mit einem solchen Schritt gedroht, nun setzte die Rundfunk-Aufsichtsbehörde RTÜK die Sperrung per Gerichtsbeschluss durch.

Präsidenten-Wahlen rücken näher

Sie begründete dies damit, dass die Deutsche Welle nicht die erforderliche Zulassung habe. Kritiker werten den Schritt als politisch motiviert und befürchten ein Jahr vor den nächsten Wahlen eine weitere Aushöhlung der Pressefreiheit in der Türkei. Die Sperrung könnte auch die Beziehungen von Berlin und Washington zu Ankara belasten.

Gerade erst wurde ein diplomatischer Streit zwischen dem Westen und der Türkei um einen NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands beigelegt. Die Bundesregierung äußerte sich am Freitag zurückhaltend und teilte mit, man habe die Meldung über die Sperrung „mit Bedauern zur Kenntnis genommen“.

Lizenzierung und Zensur

Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte: „Unsere Sorge um die Lage der Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei besteht fort.“ Die deutsche Medienstaatsministerin Claudia Roth teilte zur Sperrung mit: „Das ist eine schlechte Nachricht für die ohnehin schon eingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei.“

Die Kontrollbehörde hatte von ausländischen Sendern vor Monaten verlangt, eine Lizenz für Internetseiten-Angebote zu beantragen. Die DW ging nach eigenen Angaben darauf nicht ein, „weil eine Lizenzierung die Zensur von redaktionellen Inhalten durch die türkische Regierung ermöglicht hätte“.

Zugriff auf Information zunehmend schwieriger

Intendant Peter Limbourg sagte, beispielsweise seien lizenzierte Medien zur Löschung von Online-Inhalten verpflichtet, die die RTÜK für unangemessen erachte. „Das ist für einen unabhängigen Medienanbieter schlicht inakzeptabel.“ Die Deutsche Welle kündigte an, juristisch gegen die Sperre vorzugehen.

Die Rundfunkbehörde verteidigte die Sperrung als vereinbar mit türkischem Recht. Sobald eine Lizenz beantragt werde, könne ein Gericht die Blockade auch wieder aufheben. Dabei stützt sich die islamisch-konservative Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf eine seit 2019 geltende Regelung.

Starke Regulierung türkischer Medien

Damit wurde eine weitreichende Kontrolle von Internet-Plattformen eingeführt, die Filme, Videos oder Radioinhalte verbreiten. Nach DW-Angaben stößt das eigene Angebot in der Türkei auf steigendes Interesse. Über die Webseite und Social-Media-Kanäle auf YouTube, Twitter, Facebook und Instagram erreichte das Programm nach DW-Angaben monatlich rund 35 Millionen Zugriffe im ersten Halbjahr 2022, sieben Mal so viele wie 2018 im gleichen Zeitraum.

Türkische Medien stehen zum Großteil unter direkter oder indirekter Kontrolle der Regierung. Auch Inhalte im Internet unterliegen starker Regulierung. Im Parlament wird zurzeit ein Gesetzesentwurf diskutiert, der die Verbreitung von angeblichen Falschinformationen im Internet unter Strafe stellen soll.

„Pure Willkür der Erdoğan-Autokratie“

Die Deutsche Welle zeichne sich seit Jahren durch unabhängige journalistische Berichterstattung über „die permanenten Einschränkungen der Demokratie in der Türkei“ aus, sagte der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, der dpa. Dies solle nun knapp ein Jahr vor Präsidentschafts- und Parlamentswahlen offenbar unterdrückt werden.

Die Wahlen in der Türkei stehen regulär im Juni 2023 an. Erdogan hofft auf eine Wiederwahl. Auch der Vorsitzende des Deutschen-Journalistenverbands DJV, Frank Überall, wertete den Schritt als politisch motiviert. „Die Sperre der Deutschen Welle ist durch nichts anderes zu rechtfertigen als durch pure Willkür der Erdoğan-Autokratie.“

dpa/dtj

 
5 Juli 2022 0 Kommentare
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Das Massaker von Sivas-Madımak

von Fremdeninfo 3 Juli 2022
von Fremdeninfo

Das Massaker von Sivas-Madımak

Von Cumali Yagmur
 
 
 

  in der    Stadt  Sivas wurde am 2. Juli vor 29 Jahren ein Anschlag auf die größte religiöse Minderheit in der Türkei, die Aleviten, verübt. Die Aleviten machen etwa ein Viertel der türkischen Gesamtbevölkerung aus. Sivas ist seit Jahrhunderten mit der alevitischen Tradition verbunden und stand gleichzeitig auch immer für das friedliche Miteinander von Aleviten und Sunniten. Als dort dann 1993 im Hotel Madımak (sprich: Mademak) ein alevitisches Kulturfestival stattfand, an dem auch Sunniten teilnahmen, kam es zu einem Massaker.

Am 2. Juli 1993 kam es in der anatolischen Stadt Sivas zu einem Attentat, bei dem es viele Verletzte und 35 Tote gab. Im Grunde ist ein Hotel angezündet worden, weil sich dort überwiegend Aleviten befanden. „Das war eine ganz klare Ansage, dass man keine Aleviten in der Stadt haben will – und das in Sivas. Das war regelrecht ein Massenmord“, erinnert sich heute Sevval Büryani zurück. Die Alevitin hat die Ereignisse aus nächster Nähe verfolgt und kann sich noch heute an jeden Augenblick erinnern. „Während einige Attentäter mehrere Brandsätze gegen das Hotel schleuderten, das aus Holz gebaut war, versperrte eine wütende Menschenmenge, die sich vor dem Hotel versammelt hatte, vielen der Eingeschlossenen in dem brennenden Hotel den Weg ins Freie“, schildert Cemil Kozalak den Tathergang präzise. Kozalak war an jenem Tag vor Ort. „Das war nicht nur von einem Mob geplant, da steckte eine Systematik drin, die sich nicht zufällig ereignet hat!“, ist Kozalak überzeugt.

Dabei nahmen die Brandstifter in Kauf, dass auch Sunniten, also Vertreter der religiösen Mehrheit in der Türkei, unter den Opfern waren. Denn für die Täter hatten die Sunniten, die mit Aleviten eine gemeinsame Veranstaltung besuchten, diese Strafe verdient. Sevval Büryani kennt die Argumentation der Attentäter, auch von kürzlichen Gesprächen: „Wie können diese Sunniten mit den Aleviten, oder mit diesem Ketzer Aziz Nesin zusammen sein und eine gemeinsame Veranstaltung machen? Der Koran sagt, setze dich nicht mit denjenigen an einen Tisch, die Alkohol trinken und die Gebote des Glaubens nicht befolgen.“ Leute, die mit Aleviten, Reformorientierten, Liberalen, dialogbereiten Menschen Gespräche führen, Freundschaften schließen und gemeinsame Sache machen, sind demnach genauso unwertes Leben – eine Argumentation, die heute auf die Terrormiliz IS hindeuten würde.

In der damaligen politisch und religiös aufgeheizten Stimmung wurden Aleviten von vielen als Ungläubige, also als Nicht-Muslime bezeichnet. Sie wurden verachtet, weil man ihnen sogar vorwarf, vom rechten Glauben abgefallen zu sein. Die Gemeinschaft der Aleviten besteht zwar aus einer Reihe von unterschiedlichen Richtungen, aber die Zahl derer, die sich eindeutig als Teil der islamischen Gemeinschaft sehen, ist überwältigend hoch. Diese bekennen sich zu einem einzigen Gott und zum Propheten Muhammad. Einzig zur Rechtsnachfolge Muhammads haben sie eine andere Meinung als die Sunniten. Sie sind überzeugt, dass dessen Schwiegersohn Ali direkter Nachfolger hätte sein müssen.

Nach dem Anschlag von Sivas war die türkische Gesellschaft damals im Ausnahmezustand. In breiten Teilen der Bevölkerung löste der Vorfall eine Welle der Beileidsbekundung aus. In der „Europäischen Sivas Union“ haben sich Sunniten und Aleviten zusammengeschlossen, um zur Verständigung zwischen diesen beiden Religionsgruppen beizutragen. Der Präsident dieser Union ist Rüştü Elmas, er stammt selbst aus Sivas und ist Sunnit. „In keiner Religion kann es akzeptiert werden, dass unschuldige Menschen getötet werden. Das ist eine Tragödie. Auch ich habe mich als ein Sivasstämmiger und Sunnit schuldig gefühlt und sehr geschämt.“ Für Elmas ist klar, dass die Stadt Sivas damals ganz bewusst als Anschlagort ausgesucht wurde. „Leider passieren solche Vorfälle aus politischen Gründen. Es ist keinesfalls ein Krieg der Sivas-Bevölkerung, sondern das haben politisch-interessierte Leute nach Sivas getragen. Weil in Sivas traditionell seit Jahrhunderte Aleviten und Sunniten friedlich zusammenleben.“

An der Stelle des abgebrannten Hotels Madımak steht heute ein Museum. Hier treffen sich jährlich Sunniten und Aleviten und gedenken gemeinsam der schrecklichen Tat von damals. Inzwischen ist das Verhältnis zwischen den beiden Religionsgruppen in der Türkei insgesamt entspannter geworden. Dennoch leben die Aleviten in der Türkei heute stellenweise unter Beobachtung. Nach wie vor werden ihre Gebetshäuser mit den Moscheen rechtlich nicht auf die gleiche Ebene gestellt. In diesem Sinne gibt es keine Verschlechterung, aber auch keine wirkliche Verbesserung der Zustände.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 Juli 2022 0 Kommentare
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Gegenleistung? Biden unterstützt Modernisierung der türkischen F-16-Flotte

von Fremdeninfo 2 Juli 2022
von Fremdeninfo

Gegenleistung? Biden unterstützt Modernisierung der türkischen F-16-Flotte

Von

dtj-online

–

01.07.2022

 
 
 
 
Madrid: Joe Biden (r.), Präsident der USA, traf sich während des NATO-Gipfels mit Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

US-Präsident Joe Biden unterstützt die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan angestrebte Modernisierung der Flotte an F-16-Kampfjets.

Biden sagte am Donnerstag zum Abschluss des NATO-Gipfels in Madrid, es handele sich dabei aber nicht um eine Gegenleistung dafür, dass Erdoğan vor dem Gipfel seine Blockade zum NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens aufgegeben hatte. Er habe schon früher gesagt, dass die USA dem NATO-Partner Türkei F-16-Jets verkaufen beziehungsweise diese modernisieren sollten. „Es ist nicht in unserem Interesse, das nicht zu tun.“ Dafür benötige er aber die Zustimmung des Kongresses. „Und ich denke, wir können sie bekommen.“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte in Madrid, er hoffe auf Bidens „aufrichtige Bemühungen“ beim Thema F-16. Die Türkei werde bald erneut Delegierte in die USA schicken, um weitere Schritte zu besprechen. Die beiden Präsidenten waren in Madrid zusammengekommen.

Weiterhin von der F-35-Entwicklung ausgeschlossen

Um den Verkauf von US-Kampfflugzeugen an die Türkei gibt es seit langem Diskussionen: Eigentlich war das Land Teil eines Programms zur Entwicklung des US-Kampfjets F-35 und sollte diesen auch beziehen. Nachdem die Regierung in Ankara 2017 aber das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben hatte, schloss die US-Regierung die Türkei aus dem Programm aus. In Washington wurde befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des S-400-Waffensystems an Daten über die Tarnkappenfähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte.

Ende vergangenen Jahres verkündete Erdoğan, die USA hätten der Türkei Jets vom Typ F-16 statt F-35 angeboten. Nach Angaben aus dem türkischen Verteidigungsministerium hat Ankara 40 neue F-16 und 79 Upgrade-Kits für die bereits eingesetzten F-16-Jets gefordert. In Washington war ein möglicher Deal bisher aber politisch umstritten. Auch zwischen Athen und Ankara kam es deswegen zu einem Zerwürfnis.

dpa/dtj

 
2 Juli 2022 0 Kommentare
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Chaos an Flughäfen: Darum sind „2000 Arbeitskräfte“ aus der Türkei überhaupt verfügbar

von Fremdeninfo 1 Juli 2022
von Fremdeninfo

Chaos an Flughäfen: Darum sind „2000 Arbeitskräfte“ aus der Türkei überhaupt verfügbar

Von

dtj-online

–

30.06.2022

 
 
 
 „>ARCHIV – 24.06.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Passagiere stehen in einer Schlange von mehreren hundert Metern für die Sicherheitskontrolle am Flughafen Köln-Bonn an. Die Tourismusbeauftragte der Bundesregierung wirft der Luftverkehrsbranche angesichts chaotischer Zustände an deutschen Flughäfen Fehler bei der Personalplanung vor. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Schlangen vor dem Check-in, Verspätungen, gestrichene Starts: Mitten im Sommer ist Fliegen eine harte Geduldsprobe geworden. Der Staat will der Branche schnell ermöglichen, zusätzliches Personal, vor allem aus der Türkei, zu holen.

Wegen großer Ärgernisse mit Wartezeiten für Reisende an deutschen Flughäfen sollen möglichst noch im Sommer ausländische Hilfskräfte zur Verstärkung kommen können. Die Bundesregierung sagte am Mittwoch rasche Regelungen zu, damit Betreiber vorübergehend leichter Personal anheuern können – jedoch mit konkreten Vorgaben, um Sozial- oder Lohndumping zu unterbinden. Die Branche begrüßte die Unterstützung und peilt nun eine Umsetzung binnen einiger Wochen an. Die Politik machte zugleich klar, dass grundsätzlich die Firmen bei der Personalrekrutierung gefragt seien.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte in Berlin: „Wir ermöglichen, dass die Unternehmen Hilfskräfte aus dem Ausland, vor allem aus der Türkei, einsetzen können.“ Sie betonte, dass es bei Sicherheit und Zuverlässigkeit keine Abstriche geben solle. Fehlendes Personal unter anderem bei der Gepäckabfertigung hat an Flughäfen zum Start der Hauptreisezeit teils chaotische Zustände ausgelöst.

In Frage kommende Arbeitskräfte werden in der Türkei derzeit nicht gebraucht

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte, viele Bürgerinnen und Bürger freuten sich nach zwei Jahren Pandemie auf ihren Urlaub. Nun führten die Probleme zu Enttäuschungen, wenn etwa die Abfertigung „unendlich lange“ dauere. Die Regierung wolle daher helfen, weil es offenkundig auf dem deutschen Markt nicht genügend Kräfte gebe.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, nach Angaben der Branche gehe es um einige tausend Arbeitskräfte, die an Flughäfen in der Türkei derzeit nicht gebraucht würden. Eingestellt werden müssten sie von den Unternehmen selbst. Für den Einsatz in Deutschland sollten staatlicherseits schnell und befristet Voraussetzungen mit Einreise- und Aufenthaltstiteln sowie Arbeitserlaubnissen geschaffen werden.

Zwei Fluglinien in der Türkei insolvent

In der Türkei hätten wegen der Insolvenz zweier Fluglinien rund 2000 Menschen ihren Job verloren, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft für Beschäftigte im Luftfahrtsektor (Hava Sen), Seçkin Koçak, der dpa. Die meisten seien gut ausgebildet, erfahren und weiterhin auf der Suche nach Anstellungen. Er gehe davon aus, dass man aus dieser Personengruppe rekrutieren werde. Eine Anstellung in Deutschland, wenn auch nur kurzfristig, sei für viele eine attraktive Perspektive. Die Airline Atlas Global hatte 2020 Insolvenz angemeldet, Onur Air wurde in der Türkei erst vor wenigen Wochen die Fluglizenz entzogen.

Die Bundesregierung machte deutlich, dass die Erleichterungen nun vor allem der kurzfristigen Entschärfung der Krise dienen sollen. Es gehe um eine befristete Maßnahme, keine Dauerlösung, sagte Heil. Der Staat habe Fluggesellschaften und Airports in der Corona-Krise mit massiven Wirtschaftshilfen unter die Arme gegriffen. „Es wäre Aufgabe der Unternehmen gewesen, in ausreichendem Maße Vorsorge zu treffen.“ Der Minister forderte die Branche auf, attraktive Arbeitsbedingungen mit anständigen Löhnen zu schaffen. Sein Wunsch sei, einen Tarifvertrag zu schaffen, „den wir für allgemeinverbindlich erklären können“.

Leiharbeit nicht erlaubt, keine Deutschkenntnisse erforderlich

Heil hob zudem hervor, dass für die vorübergehende Lösung Bedingungen gelten sollen, um Dumping auszuschließen. So werde nicht zugelassen, Personal in Leiharbeit anzustellen. „Die Firmen werden die Arbeitskräfte direkt anstellen müssen.“ Bezahlt werden müsse zudem nach Tarif, vorgegeben würden außerdem gute Unterkünfte und nicht „irgendwelche Hütten“. Ob dies in den nächsten Wochen klappe, sei nun die Aufgabe „von vielen“.

Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Ralph Beisel, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn alle Rädchen so ineinandergreifen, wie uns das in Aussicht gestellt wurde, könnten die ersten Saisonarbeitskräfte in vier Wochen einsatzbereit sein.“ Er dankte der Bundesregierung, dass sie schnell und unbürokratisch den Weg freigeräumt habe. Dies sei ein wichtiger Schritt, damit Dienstleister und Flughäfen die Kräfte in operativen Bereichen beschäftigen könnten. Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt will „mehrere hundert“ ausländische Hilfskräfte einstellen. Nach bisheriger Einschätzung könnten die ersten in acht Wochen mit der Arbeit beginnen, erklärte ein Sprecher.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass keine Deutschkenntnisse als Voraussetzung für die ausländischen Helfer vorgesehen seien. „Das Luftfahrtbundesamt setzt Kenntnisse der deutschen Sprache voraus, um sich bei Tätigkeiten im Luftverkehr verständigen zu können“, sagte die Verdi-Vizevorsitzende Christine Behle der dpa. „Das ist wichtig, weil zum Beispiel unsachgemäße Beladung eines Flugzeugs zu einem Absturz führen kann.“ Faeser hatte eine Frage, ob Deutschkenntnisse zur Voraussetzung gemacht würden, mit „Nein“ beantwortet.

Kritik an der Bundesregierung

Die Verbraucherzentralen erklärten, die Bundesregierung habe sich das Chaos viel zu lange angesehen und mache es nun endlich zur Chefsache. Die Mobilitätsexpertin des Bundesverbands (vzbv), Marion Jungbluth, sagte: „Das aktuelle Chaos zeigt, wie wichtig gute Fluggastrechte sind.“ Der Weg zu Entschädigungen sei oft lang. Dafür sollten aber wenige Klicks genügen und Überweisungen dann automatisiert kommen. Zudem gehöre die Vorkasse-Praxis abgeschafft. Dass Flüge in der Regel vorab bezahlt werden müssen, könne für Kunden ein erhebliches finanzielles Risiko bedeuten. „Stattdessen dürfen Reise- oder Flugkosten erst kurz vor Reiseantritt fällig werden.“

dpa/dtj

1 Juli 2022 0 Kommentare
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Polat: Nationalen Minderheiten eine starke Stimme geben

von Fremdeninfo 30 Juni 2022
von Fremdeninfo

Polat: Nationalen Minderheiten eine starke Stimme geben

Ende Juni hat sich der Parlamentskreis Minderheiten im Deutschen Bundestag gegründet. Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Bramsche im Landkreis Osnabrück, die in ihrer Fraktion zuständig ist für die Nationalen Minderheiten der Sinti & Roma und der Saterfriesen sowie für die niederdeutsche Sprachgruppe, freut sich über diesen fraktionsübergreifenden Zusammenschluss:

„Wir wollen unseren Nationalen Minderheiten – der dänischen Minderheit, der friesischen Volksgruppe, den deutschen Sinti und Roma und dem sorbischen Volk – eine stärkere Stimme im Deutschen Bundestag geben. Dazu gehört elementar auch die Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Minderheiten. In diesem Zuge gilt es, das Bewusstsein für die Kultur, Identität und die sprachliche Vielfalt der vier autochthonen Minderheiten in Deutschland zu schärfen.

Eines unserer wichtigsten Ziele ist aber die stärkere Verankerung der Minderheitenrechte im Grundgesetz. Dazu sind wir über die Europäische Sprachencharta und die Umsetzung der Europäischen Bürgerinitiative Minority Safe Pack Initiative sogar angehalten. Und auch den Kampf gegen Antiziganismus müssen und wollen wir über den Parlamentskreis intensivieren.“

Der Parlamentskreis wird künftig mehrere Sitzungen im Jahr abhalten und neben wichtigen Regierungsvertreter*innen vor allem auch die Nationalen Minderheiten selbst einladen, um in den Austausch zu kommen und Interessen aufzugreifen.

30 Juni 2022 0 Kommentare
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Wegen der Türkei: Regierungskrise in Schweden?

von Fremdeninfo 30 Juni 2022
von Fremdeninfo

Wegen der Türkei: Regierungskrise in Schweden?

Von

dtj-online

–

30.06.2022

 
 

 
Die kurdischstämmige Abgeordnete Amineh Kakabaveh kritisierte die Einigung in Madrid. Foto: Kakabaveh/Twitter

Die Einigung im Streit um eine Aufnahme von Schweden und Finnland in die NATO sorgt für Kritik. Eine kurdischstämmige Abgeordnete bemängelte die Zugeständnisse an Erdoğan – und drohte mit einem Misstrauensvotum.

Die einflussreiche kurdischstämmige Abgeordnete Amineh Kakabaveh sprach von einem „schwarzen Tag in der schwedischen politischen Geschichte“. Sie drohte mit einem Misstrauensvotum gegen Außenministerin Ann Linde. Die parteilose Kakabaveh spielt angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Reichstag von Stockholm derzeit eine entscheidende Rolle in der schwedischen Politik.

Märta Stenevi, eine der beiden Vorsitzenden der Grünen (MP), forderte Linde auf, schnellstmöglich im Außenausschuss Rede und Antwort zu dem Abkommen zu stehen. Es handle sich um sehr beunruhigende Veränderungen unter anderem in der Frage nach Waffenexporten und Ausweisungen, schrieb Stenevi auf Twitter.

Linde versichert: Es wird sich nichts ändern

Linde selbst versicherte im schwedischen Radio: „Wir werden die demokratischen Rechte nicht ändern, die Menschen haben, aber andererseits wird es eine erhebliche Verschärfung geben, wenn es darum geht, verschiedene Teile terroristischer Aktivitäten zu kriminalisieren.“ Schweden dürfe kein Zufluchtsort für Terroristen sein.

Türkei-Blockade gelöst: NATO will mehr Präsenz im Osten beschließen

 Die Türkei hatte am Dienstagabend ihre Blockadehaltung zum NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens aufgegeben. Die drei Länder unterschrieben ein Memorandum, in dem die nordischen Länder der Türkei unter anderem „volle Unterstützung“ gegen Bedrohungen ihrer nationalen Sicherheit aussprechen.

Türkei, Schweden und Finnland wollen Zusammenarbeit stärken

Beide Länder sicherten zudem zu, der syrischen Kurdenmiliz YPG sowie der Gülen-Bewegung keine Unterstützung zu leisten. Die Türkei hatte Schweden und Finnland eben das vorgeworfen, sie sieht die Gülen-Bewegung und YPG als Terrororganisationen. Die Nordländer bestritten eine Unterstützung der Gruppierungen.

Die drei Länder wollen zudem ihre Kooperation verstärken und unter anderem Abschiebungen erleichtern. Kommentatoren in der Türkei, Schweden und Finnland werteten die Einigung als Erfolg.

dpa/dtj

30 Juni 2022 0 Kommentare
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Religion

Schlag gegen „Kalifatsstaat“: Sohn von Metin Kaplan verhaftet

von Fremdeninfo 30 Juni 2022
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Schlag gegen „Kalifatsstaat“: Sohn von Metin Kaplan verhaftet

Von

dtj-online

–

29.06.2022

 
 
 
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Beamte der Ermittlungsgruppe „Tiger“ sitzen in einem Raum des Landeskriminalamtes in Mainz. Von hier aus wurde federführend die Razzia gegen die verbotene und als islamistisch eingestufte Vereinigung „Kalifatsstaat“ koordiniert. Foto: Boris Roessler/dpa

Waffen, Geld und Dateienspeicher werden bei Durchsuchungen in mehreren Bundesländern sichergestellt. „Sehr konspirativ“ sollen die islamistischen Verdächtigen vorgegangen sein.

Bei einer Razzia in sechs Bundesländern gegen Mitglieder der verbotenen islamistischen Vereinigung „Kalifatsstaat“ sind am Dienstag drei Männer festgenommen worden. Einer von ihnen soll der Sohn des 2004 in die Türkei abgeschobenen Anführers der Organisation, Metin Kaplan, sein, teilte das Landeskriminalamt am Dienstag in Mainz mit. Den drei Männern wird der Verstoß gegen das Vereinigungsverbot vorgeworfen, wie die federführenden Ermittler in Mainz mitteilten. Insgesamt wurden bis zum Mittag 50 Objekte in Deutschland durchsucht, jeweils 13 in Rheinland-Pfalz und Hessen, sowie 10 in Baden-Württemberg, 9 in Niedersachsen, 3 in Nordrhein-Westfalen und 2 in Bayern.

Die Polizisten stellten Schusswaffen, Hieb- und Stichwaffen wie etwa Messer und Säbel sowie zahlreiche Datenspeicher und Hunderttausende Euro sicher. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Moscheeverein im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach. Es gebe den dringenden Verdacht, dass innerhalb des Vereins in Predigten und durch den Verkauf von Schriften und sonstigen Propagandamitteln die Ideologie des „Kalifatsstaats“ verbreitet und die Organisationsstruktur der Vereinigung aufrechterhalten werden, berichtete das LKA.

Bekannte Namen

Zwei der Festgenommenen sind Männer im Alter von 49 und 62 Jahren aus dem Raum Bad Kreuznach, der andere ist ein 44-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen – den Ermittlern zufolge der Sohn von Metin Kaplan. Die Beschuldigten sollen auch Spenden gesammelt haben, mit denen der Lebensunterhalt Kaplans und die Aufrechterhaltung der Strukturen der Vereinigung finanziert worden seien, berichtete das LKA in Mainz.

Die Razzia ging den Angaben zufolge auf Hinweise des rheinland-pfälzischen Verfassungsschutzes und monatelange Ermittlungen zurück. Einsatzleiter Hans Kästner berichtete, die Beschuldigten seien zuvor nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Die Verdächtigen seien „sehr konspirativ“ vorgegangen, teilte der Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer mit.

Ablehnung demokratischer und rechtsstaatlicher Grundsätze

Nach Angaben von Oberstaatsanwältin Kristina Speicher war es für die Ermittler sehr schwer, in die Strukturen der Organisation vorzudringen, da die mutmaßlichen Mitglieder zumeist „verwandt, verschwägert oder enge Freunde“ gewesen seien. Auch online seien sie sehr zurückhaltend gewesen.

Beim „Kalifatsstaat“, der von dem selbsternannten „Kalifen von Köln“ geführt wird, handelt es sich um eine islamistische Vereinigung. Deren Ziel ist den Ermittlern zufolge die Errichtung eines islamischen Staates unter Ablehnung demokratischer und rechtsstaatlicher Grundsätze auf der Grundlage des Korans als Verfassung und der Scharia als allein geltenden Rechts. Die Vereinigung wurde laut Generalstaatsanwaltschaft erstmals 1984 unter anderem Namen in Köln gegründet und im Jahr 2001 vom Bundesinnenministerium verboten.

Rund 700 Anhänger bundesweit

Der Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz rechnet dem „Kalifatsstaat“ in dem Bundesland rund 90 Anhänger:innen oder Mitglieder zu, wie eine Sprecherin des Innenministeriums sagte. Bundesweit seien es laut dem Verfassungsschutzbericht 2021 rund 700.

Den Beschuldigten der unter den Namen „Tiger“ geführten Ermittlungen wird vorgeworfen, als Rädelsführer den organisatorischen Zusammenhalt der unanfechtbar verbotenen Vereinigung „Kalifatsstaat“ aufrechterhalten, sich als Mitglied daran beteiligt oder als Nichtmitglied Propagandamittel dieser Vereinigung verbreitet zu haben.

dpa/dtj

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30 Juni 2022 0 Kommentare
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Kultur

Türkei trauert um Film-Legende Cüneyt Arkın

von Fremdeninfo 29 Juni 2022
von Fremdeninfo

Türkei trauert um Film-Legende Cüneyt Arkın

Von

Murat Gökmen

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28.06.2022

 
 
 
 
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Cüneyt Arkın in seiner Rolle als „Battal Gazi“. Quelle: Youtube/Screenshot

Cüneyt Arkın, einer der bekanntesten türkischen Schauspieler aller Zeiten, ist in der Nacht zum Dienstag im Alter von 84 Jahren verstorben.

Der bereits seit längerer Zeit an gesundheitlichen Problemen leidende Arkın wurde am Montagabend Medienberichten zufolge wegen Herzproblemen ins Liv Hospital in Istanbul eingeliefert. Wie das Krankenhaus bekannt gab, war das Herz des Schauspielers bereits stehengeblieben, als er eintraf. Alle Versuche, ihn wiederzubeleben, seien erfolglos gewesen.

Arkın wurde als Fahrettin Cüreklibatır am 8. September 1937 in Eskişehir geboren. Bekanntschaft mit der Filmwelt machte er 1963, als er einen Wettbewerb gewann und während seines Wehrdienstes den Regisseur Halit Refiğ kennenlernte. Im Jahr darauf wirkte er erstmals in einem Film („Gurbet kuşları“) mit. Die Kampfszene am Ende dieses Filmes sollte schließlich seine Schauspieler-Karriere prägen.

Als „Malkoçoğlu“ und „Battal Gazi“ eroberte Arkın die Herzen der Türken

Refiğ riet ihm nämlich im Anschluss, in Actionfilmen mitzuspielen. Arkın nahm Akrobatik-Unterricht und setzte das Gelernte in den Klassikern „Malkoçoğlu“, „Battal Gazi“ oder „Kara Murat“ um. Darin geht es vor allem um die byzantinische Zeit, in der Arkın die (historisch belegbaren oder fiktiven) gleichnamigen Helden jener Zeit verkörpert und gegen die Kreuzritter oder Byzantiner kämpft. Besonders in Erinnerung geblieben sind die zahlreichen Stuntszenen in jenen Filmen, bei denen sich Arkın mehrmals die Knochen gebrochen haben soll. Auch in „Maden“ (1978) und „Vatandaş Rıza“ (1979) zeigte er sein schauspielerisches Talent.

Arkın, der ursprünglich Medizin studierte und zeitweise auch als Arzt arbeitete, war auch als Drehbuchautor, Filmregisseur und -produzent aktiv und spielte in seinen späteren Jahren auch in Serien mit. In Deutschland bekannt wurde er erst mit dem Science-Fiction-Streifen „Dünyayı kurtaran adam“ (Der Mann, der die Welt rettet), der regelmäßig zu einem der schlechtesten Filme aller Zeiten gewählt wird.

Seiner Beliebtheit tat das aber zeit seines Lebens keinen Abbruch. Um ihn entstand ein Kult, der vergleichbar ist mit jenem um Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone oder Jean-Claude van Damme. Dieser Kult dürfte auch über seinen Tod hinaus bestehen bleiben.

29 Juni 2022 0 Kommentare
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