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Neue Schilder am C. Kemal-Altun-PlatzSchritt für Schritt zum Gedenken

von Fremdeninfo 17 Februar 2023
von Fremdeninfo

 

Neue Schilder am C. Kemal-Altun-Platz: Schritt für Schritt zum Gedenken

Von TAZ .

In Hamburg-Ottensen erinnert ein Platz an Cemal Kemal Altun, der zum Opfer der deutschen Asylpolitik wurde. Offiziell umbenannt wurde der Platz nie.

Im Vordergrund ein Schild mit der Aufschrift "Kemal-Altun-Platz", im Hintergrund ein Park mit grünen Bäumen und einem Schotterweg

Parkanlage in Hamburg-Ottensen: Hier soll bald vollständig an Cemal Kemal Altun erinnert werden Foto: Fotogra4en/ Wikimedia Commons/(CC BY-SA 4.0)

HAMBURG taz | Es ist ein sonniger Nachmittag im Februar in Ottensen, dem Hamburger Stadtteil, der einmal Arbeiterkiez war und heute Gentrifizierungsparadebeispiel ist. Adil Yiğit läuft über einen Platz, der Kemal-Altun-Platz heißt und zugleich nicht so. Wenn am Montag die Ergänzungstafeln aufgehängt werden, die erklären, wer Altun war und warum er starb, wird Yiğit seinem Ziel einen großen Schritt näher sein. Yiğit hat 40 Jahre dafür gekämpft.

Auf den neuen Schildern wird „C. Kemal-Altun-Platz“ stehen. Das „C“ steht für „Cemal“, den ersten Vornamen Altuns, an den zu Beginn oft nur als „Kemal Altun“ erinnert wurde. Altun wurde 1960 in der Türkei geboren. Schon als Schüler war er politisch aktiv und organisierte sich in einer linken Gruppe. Weil er Reden hielt und Flugblätter verteilte, wurde er immer wieder von nationalistischen Kräften angegriffen. Nach dem Militärputsch 1980 wurden Re­gime­kri­ti­ke­r*in­nen aus seinem Umfeld verhaftet, gefoltert oder ermordet.

Altun floh als Student nach West-Berlin zu seiner dort lebenden Schwester. Als er erfuhr, dass die türkischen Behörden ihm einen Mord unterstellten, beantragte er politisches Asyl. Die deutsche Justiz erfuhr von seinem Asylantrag und fragte – statt diesen schnell zu bearbeiten – in der Türkei an, ob diese Interesse an einer Auslieferung habe. Sie hatte. Am 21. Februar 1983 bewilligte die Bundesregierung die Auslieferung Altuns an die Türkei.

Es folgten europaweite Solidaritätsbekundungen; die Abschiebung wurde zwischenzeitlich gestoppt. Im August 1983 wurde Altuns Auslieferung in Berlin erneut verhandelt, obwohl laut seinem Anwalt sein Asylantrag anerkannt worden war. Durch das Verfahren in die Enge getrieben, tötete sich Altun am zweiten Verhandlungstag, dem 30. August 1983 selbst.

Solidarität aus Hamburg

Altuns Tod sorgte bundesweit für Aufsehen und führte unter anderem zur Gründung von „Pro Asyl“ und zum Aufkommen des Kirchenasyls. Kurz nach Altuns Tod sprühte jemand „Kemal-Altun-Platz“ auf eine Plakatwand, die den Platz damals eingrenzte. „Wer das gemacht hat, ist unwichtig. Wichtig ist, dass es geschehen ist“, sagt Wolfgang Ziegert, der seit den 1970ern in Ottensen lebt und an den Kämpfen um den Platz beteiligt war. An­woh­ne­r*in­nen hatten das brachliegende Werksgelände der Maschinenfabrik Menck & Hambrock als Freiraum für sich beansprucht. Eine Bürgerinitiative sorgte schließlich dafür, dass es als Park erhalten wurde.

Warum wird hier in Hamburg, einer Stadt, zu der Cemal Kemal Altun keinen Bezug hatte, an ihn erinnert? „Hamburg war eine Hochburg für Solidarität“, sagt der Journalist Yiğit, der ein Freund Altuns war und wie er aus politischen Gründen aus der Türkei flüchten musste. „Ich habe die Türkei mit den gleichen Schmerzen und Sorgen verlassen müssen wie er.“

Das „Abschiebetheater“, so nennt Yiğit es, habe „Altuns Leben und das seiner Familie kaputt gemacht“. Schon während der Gerichtsverfahren hat Yiğit gemeinsam mit anderen auf dem späteren Altun-Platz Solidaritätsaktionen für den Freund organisiert, aber auch andere politische Veranstaltungen und Kinderfeste.

Nachdem der Name „Kemal-Altun-Platz“ zunächst eher in den links-alternativen Bevölkerungsteilen Ottensens benutzt wurde, etablierte sich der Name schon nach zwei bis drei Jahren in der breiteren Bevölkerung. Auch in den folgenden Jahren blieb die Erinnerungsarbeit im wörtlichen Sinn handgemacht. 2012 stellten Bür­ge­r*in­nen selbstgebaute blaue Straßenschilder mit Altuns Namen auf.

„Nach einer Woche waren die weg“, erinnert sich Yiğit. „Wir hatten erst Panik und haben uns gefragt, was da los ist.“ Dann habe man beim Bezirksamt angerufen, das mitteilte, dass die Schilder nicht die gleiche Optik wie die offiziellen Straßenschilder haben dürften. Der Bezirk stellte schließlich die weißen Schilder auf, die bis heute dort stehen.

Inzwischen wirbt die Stadt Hamburg auf ihren touristischen Infoseiten mit der Geschichte des Platzes und An­woh­ne­r*in­nen treffen sich auf dem „Kemal“ im Sommer zum Bier. Aber „viele wissen nicht, wer Kemal Altun ist“, sagt Yiğit. „Ich bin durch die Kneipen gegangen. Die Leute dort sagten mir, dass die Touristen fragen, wer Kemal Altun ist.“ Das sollen die Schilder, die am Montag aufgestellt werden, nun ändern.

Offiziell umbenannt wurde der Platz nie, obwohl die Altonaer Bezirksversammlung das gleich zweimal beantragt hat. Beim ersten Mal, 1991, hatte das türkische Generalkonsulat „scharf protestiert“. Einen zweiten Antrag der Bezirksversammlung aus dem Jahr 2012 lehnte die Kulturbehörde ohne Begründung ab. Ein Sprecher der Behörde erklärte damals gegenüber der taz, dass der Bezug zu Hamburg fehle. Der Linken-Politiker Ziegert vermutet allerdings, dass dies „aus Rücksichtnahme auf das türkische Konsulat“ geschah.

Am Donnerstag teilte die Kulturbehörde auf Nachfrage der taz mit, dass aktuell „kein Beschluss auf Änderung der 2012 gefundenen Lösung“ vorliege. Jenseits von Hamburg scheint man den Ortsbezug weniger wichtig zu finden: In Kassel, zu dem Altun ebenfalls keine biografische Verbindung hatte, gibt es seit 2021 einen offiziellen „Kemal-Altun-Platz“.

Adil Yiğit ist sich sicher, dass der Platz trotzdem irgendwann einmal offiziell umbenannt werden wird. „Wasser findet irgendwann seinen Weg“, sagt der 64-Jährige. Zur Enthüllung der Schilder und Tafeln am Montag sollen 15 bis 20 Menschen kommen, die „die damalige Lage kennen“. Im Sommer plant er zu Altuns 40. Todestag eine große Veranstaltung, zu der auch dessen Bruder Ahmed Altun, Altuns Anwalt und der Liedermacher Wolf Biermann eingeladen werden sollen, der ein Lied über Altun geschrieben hat. Danach will Yiğit abschließen. „Ich habe genug geschafft.“

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17 Februar 2023 0 Kommentare
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Erleichterte Visa für Erdbebenopfer der Türkei und Syrien? Oder eine Farse?

von Fremdeninfo 14 Februar 2023
von Fremdeninfo

Anasayfa Yazarlar Av.Mahmut Erdem                 

Erleichterte Visa für Erdbebenopfer der Türkei und Syrien? Oder eine Farse?

                                 

 Av.Mahmut Erdem

von:  Avrupa postasi  www.avrupa-postasi.com

Die Bundesregierung kündigte an, dass für Erdbebenopfer aus der Türke und Syrien ein erleichterts Visumverfahren für ein Visa von 90 Tagen erteilt werden soll. In der Öffentlichkeit wird so vermittelt, es sei dies schnell und unbürokratisch machbar ein solches Visa zu erhalten.

Tatsächlich ist dies nicht der Fall!

Das Auswärtige Amt hat 14 Voraussetzungen geschaffen um ein solches Visa zu erhalten.

Es ist sogar schwerer diese sog. erleichterte Visa zu erhalten als ein Touristen Visa

Mit dem Touristenvisa muss niemand dokumentieren woher er stammt und dass er Familienangehörige in Deutschland und eine Krankenversicherung hat. Ferner braucht er auch keine Verpflichtungserklärung der Angehörigen vorlegen. Dies ist aber Voraussetzung bei der behaupteten Erleichterten Visa-Erteilung.

Außerdem wird vorgegeben, dass die Betroffene im Callcenter des Terminvergabesystem Idata sich melden um einen Termin zu erhalten.

Gleichzeitig können Sie bei der Terminvergabestelle den Antrag stellen.

Aus Erfahrung weiß ich, dass dieses Idata kein Termin vor drei oder vier Monate vergibt und auch nicht zu erhalten ist.

Nachzulesen sind diese ganzen Hürden auf der Homepage des Auswärtigen Amtes unter www. Auswärtiges Amt.de

Rechtsanwalt Erdem, welcher Familienangehörige in Deutschland vertritt fordert die Bundesregierung eine tatsächlich ernstgemeinte Erleichterung des 90 Tage Visa in der Form zu schaffen, dass die Betroffenen durch die schriftliche Erklärung der in Deutschland lebenden Familienangehörigen und durch Nachweis der Anmeldung und des Aufenthaltstitels unbürokratisch eine Visa erhalten sollten.

Diese Erklärungen soll in Deutschland bei den zuständigen Behörden und Ausländerbehörden und den zugehörigen Visa-abteilungen erfolgen. ‚Die Visaabteilungen der Ausländerbehörden können die deutsche Botschaft entsprechende Mitteilungen zukommen lassen, so dass die Betroffenen ohne großen bürokratische Hürden ein Visa erhalten und die Familienangehörigen in Deutschland darüber informieren, dass die Familienangehörigen aus der Türkei einreisen dürfen.

Denkbar wäre auch dass die Betroffenen sobald sie eine Zusage erhalten haben, sich bei der Deutschen Botschaft, ohne einen Callcenter dazwischen zur Terminvergabe zu haben, zur Abholung des Visa wenden.

Eine Verpflichtungserklärung oder Krankenversicherung können auch in Deutschland nachgeholt und geregelt werden.

Die Opfer brauchen jetzt dringend Schutz und nicht größere Hürden hinsichtlich der Erteilung eines Visas.

Ich werde mich auch an den Bundestag, Petitionsausschuss, das Auswärtige Amt und das Innenministerium schriftlich wenden und bitten das dies so umgesetzt wird.

Rechtsanwalt
Mahmut Erdem

14 Februar 2023 0 Kommentare
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Schnellere Visa-Verfahren für Erdbeben-Überlebende: Was Deutschland jetzt vorhat Von

von Fremdeninfo 13 Februar 2023
von Fremdeninfo

Schnellere Visa-Verfahren für Erdbeben-Überlebende: Was Deutschland jetzt vorhat

Von

dtj-online

–
 
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Symbolfoto: Ein Flugzeug hebt zu einem Nachtflug ab. Quelle: pixabay

Die Bundesregierung hat eine „pragmatische Lösung“ für Visa für Überlebende der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien in Aussicht gestellt. Grünen- und SPD-Abgeordnete von Bund und Ländern hatten Möglichkeiten gefordert, mit denen Betroffene kurzfristig unbürokratisch bei Verwandten in Deutschland unterkommen können. Als Angehörige von Drittstaaten benötigen die Betroffenen zur Einreise in den Schengen-Raum ein Visum.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte am Freitag in Berlin, man arbeite eng mit dem Bundesinnenministerium zusammen, „um für diese Fälle sehr schnell eine pragmatische Lösung zu ermöglichen“. Viele Mitglieder der türkischen Community in Deutschland wollten betroffene Angehörige vorübergehend aufnehmen. „Es ist jetzt gerade unsere Aufgabe, zu schauen, wie wir das ermöglichen können.“ Visa-Erleichterungen könne sie allerdings nicht in den Raum stellen, so die Sprecherin. Es seien relativ viele Aspekte zu berücksichtigen, etwa ob die Betroffenen noch einen Pass hätten und wie sie ein Visum bekommen könnten.

Laut dem Auswärtigen Amt verfallen bestätigte Termine im Visumantragszentrum Gaziantep nicht. Das Zentrum ist selbst vom Erdbeben betroffen. Die Termine könnten in einem anderen Zentrum in der Türkei wahrgenommen werden. Antragstellende aus Syrien könnten sich angesichts der Schließung der Botschaft Damaskus weiter an die Vertretungen etwa in Beirut, Jordanien oder Istanbul wenden. Details zur Visumsverfahrensvereinfachung und Antworten auf die häufigsten Fragen zum Visum beantwortet das Auswärtige Amt auf seiner Website, die fortlaufend aktualisiert wird.

Für rasche Möglichkeiten stark gemacht hatten sich etwa Baden-Württembergs Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne), der hessische Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel (SPD) und der Bundestagsabgeordnete Macit Karaahmetoğlu (SPD). Auch Bundesagrarminister Cem Özdemir dringt auf rasche Einreise-Erleichterungen, damit Betroffene des schweren Erdbebens in der Türkei und Syrien nach Deutschland kommen können. „Viele Menschen in Deutschland haben Verwandte in der Katastrophenregion und sorgen sich verzweifelt um sie“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sollten es ihnen ermöglichen, Angehörige aus der Türkei oder Syrien vorübergehend bei sich aufzunehmen.“ Dafür sollten Einreisebedingungen schnell und pragmatisch angepasst werden. „Überlebensnotwendige Hilfe darf nicht an kurzfristigen Visa-Erleichterungen scheitern“, sagte Özdemir. „Viele Überlebende haben alles verloren. Wir sollten alles in unserer Macht Stehende tun, um zu helfen.“

Berlin verzichtet auf Nachweis von Deutschkenntnissen

Auch der Berliner Senat will Opfern der Erdbeben, die Verwandte in Berlin haben, die Einreise nach Deutschland erleichtern. Das kündigte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Freitag an. Vom Erdbeben betroffene Türken und Syrer, die zu ihren Verwandten in Berlin ausreisen möchten, sollen schneller als sonst das nötige Visum erhalten können. Dazu erließ die Berliner Senatsinnenverwaltung eine sogenannte Globalzustimmung. Die sonst erforderliche Beteiligung des Berliner Landesamtes für Einwanderung entfalle dadurch.

Spranger teilte mit: „Ich hoffe, dass damit die Auslandsvertretungen zügig die notwendigen Schritte in der Visavergabe unternehmen.“ Die Regelung solle für Türken, Syrer und andere Menschen aus dem Erdbebengebiet gelten, wenn sie Verwandte sind von in Berlin lebenden Deutschen oder Ausländern mit einer Niederlassungserlaubnis oder einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt in der EU. Berlin verzichte außerdem auf den Nachweis von Deutschkenntnissen.

Die Regelung betreffe nahe Angehörige wie minderjährige Kinder und Ehepartner und -partnerinnen, teilte die Senatsinnenverwaltung mit. Sie gelte für besonders vom Erdbeben betroffene zehn türkische und fünf syrische Provinzen. Die Beschleunigung der Visa-Erteilung gelte demnach bis zum 31. Juli 2023. „Die Angehörigen erhalten eine Aufenthaltserlaubnis.“

Unklar blieb, auf welchem Weg die Menschen nach Berlin kommen könnten, wer die Reise bezahlt und wo sie in Berlin untergebracht werden, weil es wegen der vielen Flüchtlinge aus der Ukraine ohnehin schon zu wenige Unterkünfte gibt.

Rechtsanwalt startet Petition für Visafreiheit

In der Zwischenzeit hat Engin Şanlı, ein Rechtsanwalt aus Stuttgart, eine Petition für Visafreiheit für türkische Staatsangehörige gestartet. Aktuell wurde sie bereits von mehr als 5.700 Menschen unterschrieben (Stand: 12.02.2023). „Die momentan geltende Rechtslage, wonach Personen aufgrund des Erdbebens nach Deutschland ausreisen können, ist nicht ausreichend. Insbesondere ist es so, dass viele Personen über keine Reisepässe verfügen. Weiter ist es so, dass kurzfristige Termine bei den deutschen Botschaften weiterhin nicht möglich sind“, schreibt Şanlı in der Petitionsbeschreibung.

Zwischen Deutschland und der Türkei bestehe „eine große Verbundenheit“. Ganz viele Menschen in der Türkei bräuchten nun Hilfe. Darüber hinaus seien die Witterungsbedingungen sehr schlecht. Es gebe viele Personen, die aufgrund des Erdbebens auf sich allein gestellt sind, heißt es weiterhin auf der Website.

dpa/dtj

13 Februar 2023 0 Kommentare
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Manifest für Frieden“ irritiert: Wagenknecht und Schwarzer fordern ein Ende der Waffenlieferungen

von Fremdeninfo 10 Februar 2023
von Fremdeninfo

„Manifest für Frieden“ irritiert: Wagenknecht und Schwarzer fordern ein Ende der Waffenlieferungen

Von Tagesspiegel  DAP

Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer sehen die Welt auf einer „Rutschbahn“ in den Atomkrieg. Heftige Kritik bleibt nicht aus – Unterstützung erhalten die beiden aus der AfD.

 

 

 

 

                                                                    Sahra Wagenknecht (l) und Alice Schwarzer haben eine Kontroverse ausgelöst.

                                                                                                                Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

 

 

 

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht und die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer haben in einem gemeinsamen „Manifest für Frieden“ vor einer Eskalation des Ukrainekriegs gewarnt. Spätestens wenn die ukrainischen Streitkräfte die Krim angreifen sollten, werde der russische Präsident Wladimir Putin „zu einem maximalen Gegenschlag“ ausholen.

„Geraten wir dann unaufhaltsam auf eine Rutschbahn Richtung Weltkrieg und Atomkrieg? Es wäre nicht der erste große Krieg, der so begonnen hat. Aber es wäre vielleicht der letzte.“

In einem Video sagt die 80 Jahre alte Schwarzer lachend: „Manche von euch sind vermutlich überrascht, mich hier mit Sahra Wagenknecht Schulter an Schulter zu sehen. Aber es gibt einen sehr ernsten Grund dafür.“ Beide riefen zu einer Friedenskundgebung am 25. Februar am Brandenburger Tor auf, einen Tag nach dem Jahrestag des Kriegsbeginns.

Ihr Manifest wurde von 69 Erstunterzeichnern unterstützt. Zu ihnen gehören die Theologin Margot Käßmann, der Sänger Reinhard Mey, der Satiriker Martin Sonneborn, Brigadegeneral a.D. Erich Vad, der Textilunternehmer Wolfgang Grupp und der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen.

Ex-Botschafter kritisiert „Putinsche Handlanger:Innen“

Das Manifest war am Freitag eines der meistdiskutierten Themen in den sozialen Netzwerken. Besonders gesalzene Kritik kam vom ehemaligen ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk: „Hallo ihr beide Putinschen Handlanger:Innen @SWagenknecht & #Schwarzer, euer Manifest für Verrat der Ukrainer könnt ihr zusammenrollen & gleich in den Mülleimer am Brandenburger Tor werfen.“

ZDF-Satiriker Jan Böhmermann twitterte nur: „Ei weh“. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla, der seit kurzem eine weiße Friedenstaube über dem Parteilogo flattern lässt, lobte dagegen: „Ich habe diese Petition für den Frieden unterzeichnet. Im Einsatz für den Frieden sollten Parteigrenzen keine Barrieren sein.“

Schwarzer und Wagenknecht betonen in ihrem Manifest: „Die von Russland brutal überfallene ukrainische Bevölkerung braucht unsere Solidarität.“ In ihren Augen sei das aber nicht eine immer weitere Verlängerung des Krieges, der aus der Ukraine letztlich ein entvölkertes, zerstörtes Land machen werde.

Kritik üben die beiden Verfasserinnen am ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Präsident Selenskyj macht aus seinem Ziel kein Geheimnis“, schreiben sie. „Nach den zugesagten Panzern fordert er jetzt auch Kampfjets, Langstreckenraketen und Kriegsschiffe – um Russland auf ganzer Linie zu besiegen?“ Die Ukraine könne zwar – unterstützt durch den Westen – einzelne Schlachten gewinnen. „Aber sie kann gegen die größte Atommacht der Welt keinen Krieg gewinnen.“

Bereits zweite Initiative von Schwarzer

Kanzler Olaf Scholz (SPD) habe beim Amtsantritt geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. „Wir fordern den Bundeskanzler auf, die Eskalation der Waffenlieferungen zu stoppen. Jetzt! Er sollte sich auf deutscher wie europäischer Ebene an die Spitze einer starken Allianz für einen Waffenstillstand und für Friedensverhandlungen setzen.“

Im April vergangenen Jahres hatte Schwarzer auch schon einen Offenen Brief initiiert, der an Scholz appellierte, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Mittlerweile ist dieser Brief ihren Angaben zufolge von mehr als 500.000 Menschen unterzeichnet worden.

In einem Gegenappell hatten sich Intellektuelle damals für eine kontinuierliche Lieferung von Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Wer einen Verhandlungsfrieden wolle, der nicht auf die Unterwerfung der Ukraine hinauslaufe, müsse ihre Verteidigungsfähigkeit stärken, schrieben unter anderem der ehemalige Grünen-Politiker Ralf Fücks, der Schriftsteller Daniel Kehlmann und der Verleger Mathias Döpfner. Einen Erfolg des russischen Angriffs zu verhindern, sei im Interesse Deutschlands. (dpa)

10 Februar 2023 0 Kommentare
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SPD-Abgeordneter fordert kurzfristige Visa für Erdbebenopfer

von Fremdeninfo 10 Februar 2023
von Fremdeninfo

SPD-Abgeordneter fordert kurzfristige Visa für Erdbebenopfer

Artikel von T – Online •

 

 

 

 

 

 

Erdbeben in Türkei und Syrien

SPD-Abgeordneter fordert kurzfristige Visa für Erdbebenopfer

                                                                

                                                                   Bild von Archive

 

Der SPD-Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel plädiert für unbürokratische EU-Visa für Erdbebenopfer. Viele der Angehörigen in Deutschland wollen ihren Verwandten helfen, sagt er.

Nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und im Nordosten Syriens unterstützt der Frankfurter Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel (SPD) den Vorschlag der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Menschen aus der türkischen Erdbebenregion einen vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen. „Voraussetzung dafür sollte sein, dass in Deutschland lebende Angehörige eine Verpflichtungserklärung abgeben, für alle entstehenden Kosten aufzukommen“, schrieb der Politiker auf seiner Webseite.

Yüksel hatte sich in den vergangenen Tagen mit Vertretern türkischer Gemeinden, Verbänden und Vereinen in Hessen getroffen, um über gemeinsame Hilfsmaßnahmen zu sprechen. „Hier in Deutschland gibt es viele Angehörige und Verwandte, die ihren Familienmitgliedern helfen möchten und auch bereit wären, den Aufenthalt in Deutschland zu finanzieren“, sagte er. „Aus humanitären Gründen sollte diesem Betroffenenkreis unbürokratisch Visa ausgestellt werden, wenn die Verpflichtungserklärung vorliegt.“

Bei dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien sind tausende Menschen ums Leben gekommen. Am Donnerstagmorgen war die Zahl der bestätigten Todesopfer auf mehr als 16.000 gestiegen, zudem gibt es Zehntausende von Verletzten. Am Mittwoch hatte sich bereits der Hessische Landesausländerbeirat für unbürokratische Einreiseerleichterungen für Menschen aus der Katastrophenregion ausgesprochen

10 Februar 2023 0 Kommentare
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Erdogan lässt vom Erdbeben getroffene Kurdengebiete bombardieren

von Fremdeninfo 9 Februar 2023
von Fremdeninfo

154 Kommentare Merkur

 

 

Erdogan lässt vom Erdbeben getroffene Kurdengebiete bombardieren

Artikel von Alexander Eser-Ruperti

 

Erdogan lässt vom Erdbeben getroffene Kurdengebiete bombardieren

Trotz des verheerenden Erdbebens in der Region setzt das türkische Militär seine Angriffe auf kurdische Gebiete in Nordsyrien fort.

Ankara – Erst nach und nach werden die verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in der Türkei und Syrien in ihrem vollen Umfang deutlich. Insgesamt 46.000 Helferinnen und Helfer befinden sich im Einsatz, es gibt Berichte über mehrere tausend Tote, viele Menschen werden weiterhin vermisst. Inmitten der humanitären Notlage soll die Türkei kurdisch kontrollierte Gebiete in Nordsyrien angegriffen haben. Wird die humanitäre Katastrophe vor Ort mutwillig verschlimmert?

Erdbeben in der Türkei und Syrien: Türkei bombardiert betroffene Kurdengebiete in Nordsyrien

Trotz der katastrophalen Auswirkungen des Erdbebens in der Türkei und Syrien hat das türkische Militär offenbar in der Nacht zum Dienstag, dem 07. Februar, die vom Beben betroffene nordsyrische Region um Tal Rifaat attackiert. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt der Nahostexperte der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido, in dieser Gegend hätten viele kurdische Vertriebene aus der Region Afrin Schutz gesucht.

Der Menschenrechtler findet klare Worte: „Es ist skandalös, dass ein Nato-Staat eine h

Sengör sieht das Düzce-Beben (Stärke 5,9) als Vorboten eines bevorstehenden schweren Erdbebens am Bosporus. Im Anschluss hatte Sengör dem Sender Habertürk gesagt, dies sei „vielleicht die letzte Chance einer Warnung“. Dem Interviewer empfahl er gar: „Ziehen Sie weg aus dem Zentrum Istanbuls!“ Neben Italien und Griechenland ist die Türkei in Europa besonders erdbebengefährdet.

Erdbeben in Istanbul laut Experten „ziemlich nah“

Drastische Worte, von einem, der es wissen muss, und die er jetzt – nach dem Erdbeben in der Südost-Türkei – bei Habertürk wiederholte. „In Istanbul wird es ein Erdbeben geben, das ähnlich heftig wird, wie das jetzige. Unsere anfängliche Schätzung war 7,8 Magnitude“, sagte Sengör. „Es ist ziemlich nah“.

Seine Prognosen sind jetzt von Wissenschaftlern des Deutschen GeoForschungsZentrums untermauert worden. Das Team um Patrizia Martínez-Garzón konnte mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) viele kleinere Beben in der Gegend um die im Marmarameer gelegene Halbinsel Armutlu südlich von Istanbul identifizieren und auswerten, die bislang in den Messdaten verborgen blieben.

Forscher machen mithilfe von Künstlicher Intelligenz besorgniserregende Beobachtung

In Bohrlöchern wurden Seismometer platziert, welche die lokale Seismizität aufzeichneten. Mittels KI-Analyse wurde erstmals ein „starker Einfluss der gezeitenbedingten Wasserstandsänderungen auf die lokale Seismizität“ nachgewiesen, berichtete Martínez-Garzón dem TV-Sender Welt.

Die Daten zeigen: Die Zahl der kleinen Erdbeben steigt, wenn der Meeresspiegel nach einem Absinken wieder ansteigt. Die Schwankungen des Meeresspiegels konnten allerdings erst durch den Einsatz von KI entdeckt werden. Dieser Effekt bereitet den Forschern Sorge. „Wenn bereits solch geringe Spannungsschwankungen aufgrund von Veränderungen des Meeresspiegels ausreichen, um Seismizität auszulösen, könnte dies darauf hindeuten, dass die lokalen Verwerfungen in Armutlu kurz vor dem Versagen stehen“, bilanziert Martínez-Garzón.

Erwartetes schweres Erdbeben um Istanbul könnte bis zu 100.000 Todesopfer fordern

Die Region um Armutlu und Istanbul ist Teil des nordanatolischen Verwerfungssystems. Der Hauptarm der Verwerfung erstreckt sich direkt zwischen Istanbul und Armutlu. Zuletzt hatte sich dort 1999 ein Beben der Stärke 7,6 ereignet, das rund 20.000 Menschenleben forderte. Ein Erdbeben in der Region wäre auch heute verheerend. Allein in Istanbul leben rund 16 Millionen Menschen.

Nach einer Studie der Stiftung für urbane Transformation (Kentsev) könnte ein Beben der Stärke 7,1 bis 7,7 491.000 der 1,2 Millionen Gebäude in Istanbul zerstören. Etwa 13.000 Häuser könnten völlig einstürzen. Prognosen über Todesopfer liegen zwischen 40.000 und 100.000. Beim Beben im Südosten der Türkei und Syrien wurden bislang mehr als 11.000 Todesopfer gezählt (Stand: Mittwochmittag, 8. Februar). (mt)

9 Februar 2023 0 Kommentare
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Weiteres starkes Beben in der Türkei – Zahl der Toten bei über 900

von Fremdeninfo 8 Februar 2023
von Fremdeninfo

 

Weiteres starkes Beben in der Türkei – Zahl der Toten bei über 900

Von

dtj-online

–

06.02.2023

=“Erdbeben erschüttern Türkei und Syrien“
Türkei, Diyarbakır: Feuerwehrleute tragen den Leichnam eines Opfers davon. Die Opferzahlen nach mehreren Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion steigen stündlich. Foto: Mahmut Bozarslan/AP/dpa

Ein weiteres Erdbeben der Stärke 7,5 hat am Montagmittag (13:24 Uhr Ortszeit) die Südosttürkei erschüttert. Das Epizentrum habe in der Provinz Kahramanmaraş gelegen, meldete die Erdbebenwarte Kandilli in Istanbul. 

Dort hatte die Erde bereits wenige Stunden zuvor gebebt. Die Zahl der Toten in der türkisch-syrischen Grenzregion ist inzwischen auf mehr als 1400 gestiegen. Allein in der Türkei kamen 912 Menschen ums Leben. Mehr als 5300 Menschen seien verletzt worden, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Mehr als 2400 Menschen seien aus den Trümmern gerettet worden. Es wird aber vermutet, dass weitere Menschen unter den Trümmern sind. In Hatay sei noch gar keine Hilfe eingetroffen, beschwerte sich die von der oppositionellen CHP regierte Stadtverwaltung.

In Syrien stieg die Zahl der Todesopfer auf 547 Tote. Rund 1600 Menschen seien verletzt worden, berichteten der stellvertretende Gesundheitsminister Ahmed Dhamirijeh im syrischen Staatsfernsehen sowie die Rettungsorganisation Weißhelme, die in von Rebellen kontrollierten Gebieten des Landes arbeitet.

Minusgrade in den betroffenen Provinzen

Die Wetterbedingungen erschwerten die Rettungsarbeiten, sagte Erdoğan. In den betroffenen Provinzen herrschen zurzeit Minusgrade, in einigen Gegenden schneit es. Das Erdbeben mit Epizentrum im südtürkischen Kahramanmaraş hatte die Südosttürkei am Montagmorgen erschüttert. Der türkische Katastrophendienst Afad korrigierte am Mittag die Stärke des Hauptbebens von 7,4 auf 7,7.

Mehrere Flughäfen in besonders von dem Erdbeben betroffen Regionen der Türkei blieben vorerst für zivile Flüge geschlossen. Dabei gehe es um die Flughäfen in Hatay, Kahramanmaraş und Gaziantep, sagte Vizepräsident Fuat Oktay. Der Sender CNN Türk zeigte Bilder von einem tiefen Riss in einer Landebahn am Flughafen Hatay.

Es wird um Blut- und Sachspenden gebeten

Hilfsorganisationen und Gemeinden in den betroffenen Regionen riefen neben Blutspenden auch zu Sachspenden auf und baten etwa um Decken, Heizer, Winterkleidung, Essenspakete und Babynahrung.

8 Februar 2023 0 Kommentare
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Erdbeben in der Türkei: Eine Katastrophe, die seit Jahrzehnten lauerte /Zeit Online

von Fremdeninfo 6 Februar 2023
von Fremdeninfo

Erdbeben in der Türkei: Eine Katastrophe, die seit Jahrzehnten lauerte /Zeit Online

Artikel von Claudia Vallentin, Andrew Müller

Seismologen warnen in der Türkei und Syrie vor weiteren Beben. Genaue Vorhersagen sind unmöglich. Sicher ist: Der Untergrund in der Region kommt nicht zur Ruhe.

Kurz vor halb fünf in den Morgenstunden begann die Erde in und um Gaziantep zu zittern. Unzählige Häuser stürzten ein, Bewohnerinnen und Bewohner müssen zwischen Schnee und Trümmern auf Hilfe warten. Das Erdbeben erschütterte den Südosten der Türkei, den Norden Syriens und war bis in den Libanon und Israel spürbar. Seine Stärke erreichte eine Magnitude von 7,8. Wenig später folgten Erdstöße der Stärke 6,7. Und damit nicht genug: Dutzende Nachbeben in der Region halten die Suche nach Verschütteten auf und gefährden Überlebende und Rettungskräfte immer wieder von Neuem. Eines dieser Beben erreichte am frühen Nachmittag Ortszeit sogar 7,6, fast die Stärke des Hauptbebens.

Die Folgen dieser heftigen Verwerfungen sind verheerend. Mehr als 2.300 Todesopfer wurden am Nachmittag bereits gemeldet, Tausende Häuser sind eingestürzt, zahlreiche Straßen zerstört und die Energieversorgung teils eingeschränkt. Die Zahl der Toten und der Verletzten wird noch deutlich steigen. Für Seismologen kamen die Beben nicht überraschend, vorhersagen konnten sie sie trotzdem nicht.

Die Türkei zählt zu den am stärksten von Erdstößen gefährdeten Regionen der Welt. Geologisch liegt das Land auf der Anatolischen Platte, die sich im Untergrund wie eine Scholle langsam gen Westen bewegt. Dabei schrammt sie im Norden an der Eurasischen Platte vorbei, hier befindet sich auch die Haupterdbebenzone der Türkei.

Aktuell verkeilen sich gigantische Gesteinsmassen aber an der östlichen Plattengrenze, der Ostanatolischen Verwerfung. Dort schieben sich die Anatolische und die Arabische Platte aneinander vorbei. Dabei verhaken sich die festen Gesteine, es werden enorme Spannungen aufgebaut. Werden sie größer als die Festigkeit der Steine, entlädt sich die Energie sprunghaft. „In der Region haben sich die Erdplatten innerhalb von Sekunden um mehrere Meter gegeneinander verschoben“, sagt der Seismologe Marco Bohnhoff vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ). „Und diese Fläche ist etwa 200 Kilometer lang und reicht von der Oberfläche bis in etwa 20 Kilometer Tiefe.“

Seit 1.000 Jahren kein Erdbeben

Die Beben sind dieses Mal so verheerend, weil sie relativ nah an der Oberfläche stattfanden und in teils dicht besiedelten Regionen. Derart starke Erschütterungen sind eigentlich eher selten an horizontalen Verschiebungen – unerwartet kam die Katastrophe aber dennoch nicht.

„In der Türkei gibt es eine lange Zeitreihe an Erdbebenaufzeichnungen“, sagt Bohnhoff. „Und an der Ostanatolischen Verwerfung ist es seit etwa 1.000 Jahren relativ ruhig. Das ist bemerkenswert und beunruhigend zugleich, weil sich über einen sehr langen Zeitraum Energie aufgestaut hat.“ Denn die Platten in der Tiefe bewegen sich jeden Tag.

Mit der Reihe von Erschütterungen am Montag ist die Erdbebengefahr in der Region aber nun keineswegs vorüber. Im Gegenteil, sie hat sich erst einmal weiter erhöht, sagt Bohnhoff. Denn durch das erste Beben haben sich Spannungen entlang der Plattengrenze verlagert. An anderer Stelle kann aktuell ein ebenso kritischer Punkt überschritten werden und den Erdboden durchschütteln. Gerade die äußerst heftigen Beben, nur neun Stunden nach den ersten und etwas entfernt entlang der gleichen Verwerfung, die eine Magnitude von 7,6 und 6,7 erreichten, könnten durch so eine Verlagerung entstanden sein.

Solche Nachbeben sind besonders gefährlich, selbst wenn sie etwas geringere Magnituden haben. Derzeit reicht womöglich ein mittelstarkes Erdbeben, um weitere große Schäden zu verursachen und bereits entstandene noch drastisch zu verschlimmern. Den Menschen vor Ort bleibt im Zweifel kaum Zeit, sich selbst und Vermisste sowie Verschüttete zu retten und zu bergen. Die Einsatzkräfte arbeiten in einer äußerst angespannten Lage.

Das Ausmaß der Zerstörung dieser Beben, die am Montagfrüh begannen, als die meisten Menschen vermutlich noch schliefen, sind noch längst nicht absehbar. Schon jetzt deuten die ersten Berichte aus den betroffenen Regionen auf immense Schäden hin.

Die Gefahr, mit der die Menschen in der Region leben, ist nicht neu, gerät aber nach Jahren oder Jahrzehnten der vermeintlichen Ruhe im Untergrund oft in Vergessenheit. Die Türkei veröffentlicht

selbst Erdbebengefahren-Karten. Im In- und Ausland wird dazu viel geforscht. Genau vorhersagen kann die Erschütterungen dennoch niemand.

Zwar gibt es für jede Erdbebenregion Muster, die Seismologinnen in historischen Aufzeichnungsdaten erkennen und so für die Zukunft lernen können. Aber sie sind nicht immer gleich. In der Region Istanbul erschüttert etwa alle 250 Jahre ein großes Grollen die Erde, manchmal sind es aber nur 200 Jahre, die verstreichen, ein anderes mal 300. „Statistisch gesehen liegen wir dort mit 263 Jahren seit dem letzten Beben über der Erwartung“, sagt Bohnhoff. Forschende nennen solche Muster seismologische Zyklen. Je länger kein Erdbeben in einer spannungsgeladenen Region stattgefunden hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Erde sich bald entlädt. „Ob das aber morgen oder in zehn Jahren ist, können wir trotz historischer Daten und Messungen vor Ort nicht sagen.“

Maximal 20 Sekunden bis zur Katastrophe

Für die Region Istanbul haben Expertinnen und Forscher dennoch eine Art Frühwarnsystem entwickelt und arbeiten kontinuierlich daran, es zu verbessern. Dabei geht es zwar nicht darum, Erdbeben zeitlich präzise vorherzusagen, sondern mit Messungen entlang der geologischen Verwerfungen frühzeitig Spannungen zu erkennen und damit einige der schlimmsten Folgen zu verhindern.

Denn Erdbeben lösen zwei Arten von Wellenbewegungen aus: Druckwellen, auch Primärwellen genannt, und sekundäre Scherwellen. Letztere versetzen den Untergrund schlagartig in Bewegung und sorgen für die Zerstörung. Zwischen  beiden Wellentypen liegen nur wenige Sekunden, im besten Falle gewinnt man mit einer Früherkennung vielleicht einen Vorsprung von 20 Sekunden. Doch selbst die könnten reichen, um Menschenleben zu retten, indem Kraftwerke Gasleitungen schließen , automatische Ampelschaltungen die Zufahrt zu Brücken sperren oder Hochgeschwindigkeitszüge gestoppt werden. Denn nicht nur das Beben selbst ist gefährlich, sondern vor allem auch Nachwirkungen wie Feuer oder einstürzende Gebäude und Infrastruktur.

Tatsächlich arbeiten Forscherinnen und Forscher der Universität des 9. September in Izmir an einem landesweiten System. Ende des Monats sollte es nach bisherigen Plänen starten. Wie dringend es ist, zeigt die heutige Katastrophe.

Ob mit oder ohne minimale Vorwarnung: Letztlich ist der beste Schutz vor Beben sicheres Bauen. Das von Erdstößen an Land und vor der Küste stark betroffene Japan hat in den vergangenen Jahrzehnten viel Geld investiert in Häuser, die auch heftigen Erschütterungen standhalten können sowie in Frühwarnsysteme für Tsunamis, die nach Verwerfungen im Ozean entstehen. 

Städte so zu bauen, dass Menschen den Verschiebungen tief unter ihnen nicht schutzlos ausgeliefert sind, ist möglich, aber teuer. Leichte Bauweisen, die Verformungen zulassen und Schwankungen abfedern, Gebäude mit einem möglichst nah am Grund gelegenen Schwerpunkt oder auch dämpfende Gummilager zwischen den Etagen sind nur einige Beispiele. In Istanbul gibt es schon seit vielen Jahren Pläne, die Stadt erdbebensicherer zu machen, neue Häuser entsprechend zu bauen und alte nachzurüsten. Ob die Millionenstadt damit noch schneller als das nächste Erdbeben sein kann, ist ungewiss.

6 Februar 2023 0 Kommentare
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Die Regierungen Russlands, der Ukraine und Israels boten der Türkei am Montag Hilfe an,

von Fremdeninfo 6 Februar 2023
von Fremdeninfo

 

 

Die Regierungen Russlands, der Ukraine und Israels boten der Türkei am Montag Hilfe an,

nachdem bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 auf der offenen Richterskala in der Nähe der syrischen Grenze mehr als 280 Menschen ums Leben gekommen waren. Allerdings hat nur Moskau erklärt, Damaskus nach dem Beben unterstützen zu wollen.

Artikel von Ingrid Schulze •

 

Schäden in der Türkei nach einem Erdbeben der Stärke 7,4 auf der offenen Richterskala nahe der syrischen Grenze – Europa Press/Contacto/Depo Photos

 

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan sein „tiefes Beileid“ für die „großen Verluste an Menschenleben und die massiven Zerstörungen, die durch das starke Erdbeben verursacht wurden“, übermittelt, heißt es in einer vom Kreml auf seiner Website veröffentlichten Erklärung.

Sie betonte, dass Russland bereit sei, den türkischen Behörden „jede notwendige Unterstützung zu gewähren“, eine Botschaft, die sie auch dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad übermittelte, dem sie ebenfalls ihr „aufrichtiges Beileid“ für die „tragischen Folgen“ des Erdbebens übermittelte.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Zelenski sprach Erdogan sein „aufrichtiges Beileid“ für das Erdbeben im Süden des Landes aus. „Ich wünsche allen Opfern eine rasche Genesung. In diesen schwierigen Zeiten werden wir dem türkischen Volk nahe sein. Wir sind bereit, die notwendige Hilfe zu leisten, um die Folgen dieser Katastrophe zu überwinden“, erklärte er auf seinem Twitter-Account.

Auch der israelische Außenminister Eli Cohen hat seine „tiefe Trauer“ über das „schwere Erdbeben“ zum Ausdruck gebracht. „Unser Mitgefühl gilt den Opfern und wir wünschen den Verletzten baldige Genesung. Ich habe das israelische Außenministerium angewiesen, ein schnelles Hilfsprogramm für die Türkei durchzuführen, um diese schwere Katastrophe zu bewältigen“, sagte er.

Der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant erklärte, er habe die Armee angewiesen, „sich auf Nothilfe vorzubereiten“, und wies darauf hin, dass „die Sicherheitskräfte bereit sind, jede notwendige Hilfe zu leisten“. Er wies darauf hin, dass die israelischen Rettungsteams „im Laufe der Jahre viel Erfahrung in Katastrophengebieten und bei der Aufgabe, Leben zu retten, gesammelt haben“.

Auch der israelische Staatspräsident Isaac Herzog sprach Erdogan sein Beileid angesichts dieser „enormen Katastrophe“ aus. „Der Staat Israel ist immer bereit, auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Unsere Herzen sind bei den trauernden Familien und dem türkischen Volk in dieser schmerzlichen Zeit“, schrieb er auf seinem Twitter-Account.

Bisher wurden mehr als 280 Tote und 2.300 Verletzte in der Türkei bestätigt, sowie etwa 240 Tote und 640 Verletzte in den von den Behörden kontrollierten Gebieten Syriens. Hinzu kommen mehr als 90 Tote und 500 Verletzte in den von Rebellen kontrollierten Gebieten in den Provinzen Aleppo und Idlib, wie Basel Termanini, Präsident der Syrian American Medical Society, gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur DPA erklärte.

6 Februar 2023 0 Kommentare
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Koch bekommt kein Visum: Döner-Imbiss ist kein Spezialitätenrestaurant

von Fremdeninfo 4 Februar 2023
von Fremdeninfo

Koch bekommt kein Visum: Döner-Imbiss ist kein Spezialitätenrestaurant

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dtj-online

–

02.02.2023

 

 

Symbolfoto: Ein Kartoffeldöner mit Fleisch und Kartoffeln wird zubereitet. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Ein Döner-Imbiss ist nach einer Gerichtsentscheidung kein Spezialitätenrestaurant. Ein Koch bekommt deswegen kein Visum. 

Für einen Koch aus der Türkei bedeutet das Urteil, dass er nicht wie geplant in einem Münchner Selbstbedienungsrestaurant arbeiten kann. Das teilte das Berliner Verwaltungsgericht am Mittwoch mit. Es bestätigte damit eine Entscheidung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Izmir. Die Behörde hatte dem Koch kein Visum zur längerfristigen Einreise nach Deutschland erteilt und argumentiert, Imbissbetriebe mit Selbstbedienung seien keine Spezialitätenrestaurants.

Diese Entscheidung hatte der türkische Koch nicht akzeptiert und geklagt – erfolglos. Bei dem Betrieb handele es sich nicht um ein Restaurant, in dem Essen serviert werde und Gäste eine gewisse Zeit verweilten, so das Gericht. Vielmehr würden in dem Schnellimbiss „vor einem typischen Dönerspieß“ an einem Verkaufstresen Speisen zubereitet und verkauft.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Koch kann versuchen, eine weitere Prüfung durch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu erreichen. Die Berliner Gerichte sind wegen des Amtssitzes des Auswärtigen Amtes in der Hauptstadt für sämtliche Visa-Verfahren zuständig.

dpa/dtj

4 Februar 2023 0 Kommentare
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