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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Kritik an Dobrindts verschärften Asyl-Kurs

von Fremdeninfo 8 Mai 2025
von Fremdeninfo

Kritik an Dobrindts verschärften Asyl-Kurs

Artikel von dw.com

Innenminister Dobrindt verschärft den Kurs in der Asylpolitik: Mehr Grenzpolizei, mehr Zurückweisungen – auch von Asylsuchenden. Doch sein Alleingang ruft scharfe Kritik bei Nachbarstaaten und der Opposition hervor.

 

 

                      

                         Der neue Bundesinnenminister von der CSU: Alexander Dobrindt (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Antrittsbesuch in Warschau aufgefordert, keine einseitigen Schritte bei Grenzzurückweisungen vorzunehmen. Polen haben massiv in den Schutz der EU-Außengrenzen investiert, aber nicht den der Binnengrenzen, in denen der Pendlerverkehr nicht behindert werden sollte, sagte Tusk.

 

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Beim Antrittsbesuch von Kanzler Merz kritisiert Polens Premier Tusk einen möglichen Alleingang Deutschlands © Dominika Zarzycka/SOPA Images/ZUMA Press/picture alliance

„Ich verstehe das Bedürfnis nach verstärkten Grenzkontrollen. Aber das sollte vor allem für die Außengrenzen gelten.“ Tusk warnte mit Blick auf den kleinen Grenzverkehr: „Die schlimmste Lösung wäre, wenn wir jetzt plötzlich Kontrollen einführen. Wenn jemand Kontrollen einführt an der polnischen Grenze wird Polen auch seinerseits Kontrollen einführen.“

Schweiz: Grenzverkehr muss weiter laufen

Kritik an den Zurückweisungen für Asylsuchende kam auch aus einem weiteren Nachbarland: der Schweiz. „Systematische Zurückweisungen an der Grenze verstoßen aus Sicht der Schweiz gegen geltendes Recht“, erklärte Justiz- und Polizeiminister Beat Jans im Onlinedienst X. „Die Schweiz bedauert, dass Deutschland diese Maßnahmen ohne Absprache getroffen hat.“ Die Schweizer Behörden beobachten die Auswirkungen und prüfen gegebenenfalls Maßnahmen“, fügte Jans hinzu.

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Deutsch-schweizerische Grenze in Weil am Rhein und Basel – der Verkehr soll weiter flüssig laufen © Mandoga Media/picture alliance

Die Schweiz erwarte, dass der grenzüberschreitende Personen- und Warenverkehr unbeeinträchtigt bleibe. „Die Bürgerinnen und Bürger beider Länder sollen weiterhin ungehindert über die Grenze zur Arbeit pendeln können.“ Zudem sei er überzeugt davon, „dass die Schengen-Staaten die Herausforderungen der Migration nur gemeinsam bewältigen können“, erklärte der Minister weiter. Er verwies darauf, dass es bei Migration „immer um Menschen geht, darunter vulnerable Personen, Frauen und Kinder“.

Grüne fürchten Überlastung der Polizei

Kritik kommt erwartungsgemäß auch aus der Opposition. „Es wäre unverantwortlich, wenn Innenminister Dobrindt die Beamtinnen und Beamten an den Staatsgrenzen in den Rechtsbruch treibt“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Pauschale Zurückweisungen von Asylgesuchen an den Grenzen seien europarechtswidrig und stellten die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern grundsätzlich in Frage.

 

                        

 

 

 

 

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic © Frederic Kern/Geisler-Fotopress/picture alliance

Das nun angekündigte massive Hochfahren von Grenzkontrollen wird außerdem zu einer nie dagewesenen Überlastung der Bundespolizei führen.“ Die Bundespolizei sei nie dafür ausgelegt gewesen, 4000 Kilometer Grenze zu kontrollieren, sagte die Grünen-Politikerin. „Wenn die Bundespolizei massiv an die Grenze verlegt wird, reißen Merz und Dobrindt an anderer Stelle Sicherheitslücken auf. Denn sie ziehen die Kräfte von Kriminalitätsschwerpunkten wie Bahnhöfen, aber auch von Flughäfen ab.“

SPD: Maßnahmen wie vereinbart

Töne der Einigkeit kommen derweil vom Koalitionspartner. Die SPD steht nach Angaben des Parlamentarischen Geschäftsführers der Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, hinter der von Dobrindt angekündigten Asylpolitik. Die geplante Verstärkung der Bundespolizei sei „eine richtige Entscheidung“, sagte Wiese bei Politico. Auch die Parteilinke stehe hinter der Migrationswende. „Wir als SPD agieren immer geschlossen.“

Der Parlamentarischen Geschäftsführers der Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, beschwört Einigkeit in der Koalition © Christophe Gateau/dpa/picture alliance

Auch der ehemalige Gesundheitsminister der SPD, Karl Lauterbach, unterstützt die neue Migrationspolitik: Dass Dobrindt reagiere, „das haben wir ja abgemacht“, sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal „The Pioneer“. Das sei Teil der Vereinbarung im Koalitionsvertrag. „Wir müssen der Bevölkerung das Gefühl geben, wir haben Migration nötig, der Arbeitsmarkt braucht das, aber wir haben sie in der Kontrolle“, sagte der SPD-Abgeordnete.

Dobrindt: „Ein Signal in die Welt und nach Europa“

Der neue Bundesinnenminister von der bayerischen CSU hatte an seinem ersten Tag im Amt beschlossen, mehr Polizisten an den deutschen Landgrenzen einzusetzen. Außerdem sollten künftig auch Asylsuchende an der Grenze zurückgewiesen werden können. Eine mündliche Weisung aus dem Jahr 2015, dies nicht zu tun, werde er nun schriftlich zurücknehmen, sagte Alexander Dobrindt bei einer Pressekonferenz.

Es gehe nicht darum, ab morgen alle zurückzuweisen, sondern darum, „dass wir die Zahlen reduzieren“, erklärte er. Schwangere, Kinder und andere Angehörige vulnerabler Gruppen würden nicht zurückgewiesen, sagte Dobrindt. Ihm gehe es um ein „Signal in die Welt und nach Europa“, dass sich „die Politik in Deutschland geändert hat“.

Amtsübergabe im Innenministerium: Die ehemalige Ministerin Nancy Faeser (SPD) und der neue, Alexander Dobrindt (CSU) © Bernd Elmenthaler/IMAGO

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD war vereinbart worden: „Wir werden in Abstimmung mit unseren europäischen Nachbarn Zurückweisungen an den gemeinsamen Grenzen auch bei Asylgesuchen vornehmen.“ Dobrindt sagte nun: „Wir halten unsere Nachbarn in enger Abstimmung.“ Er selbst und Bundeskanzler Merz hätten dazu bereits in den vergangenen Tagen Gespräche geführt.

Im vergangenen Jahr stellten 229.751 Menschen erstmals in Deutschland einen Asylantrag. Das waren rund 100.000 Asyl-Erstanträge weniger als im Jahr zuvor. Zu den Hauptherkunftsländern gehören derzeit Syrien, Afghanistan und die Türkei.

pgr/pg (dpa, afp, rtr)

8 Mai 2025 0 Kommentare
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Religion

Fremden- und Islamfeindlichkeit – Weiterer Auszug aus AfD-Gutachten geleakt

von Fremdeninfo 8 Mai 2025
von Fremdeninfo

Fremden- und Islamfeindlichkeit – Weiterer Auszug aus AfD-Gutachten geleakt

                                  Von: Welt

Die Plattform „Frag den Staat“ hat einen Teil des über 1000 Seiten umfassenden AfD-Gutachten veröffentlicht. Das 17-seitige Dokument enthält Aussagen von AfD-Spitzenpolitikern, darunter Alice Weidel, Tino Chrupalla und Maximilian Krah.

                                       

                                                                    AfD-Chefin Alice Weidel im Bundestag AP/Ebrahim Noroozi

Das über 1000 Seiten umfassende Gutachten des Verfassungsschutzes zur Hochstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ war bisher geheim. Nun hat die Plattform „Frag den Staat“ einen Auszug daraus veröffentlicht. Darin wurden zugängliche Quellen wie Reden, Interviews und andere Beiträge von prominenten Parteivertretern analysiert. Dabei wurden teils demokratie-, fremden- und islamfeindliche Positionen erkannt.

In dem am Mittwoch veröffentlichten 17-seitigen Dokument finden sich unter anderem Aussagen der Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie des Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah.

Der Verfassungsschutz stuft die AfD seit Freitag bundesweit als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ ein. Zuvor wurde sie nur als Verdachtsfall geführt. Grundlage ist das Gutachten, für das mehrere Jahre lang Material gesammelt worden war. Veröffentlicht wurde das Gutachten bisher nicht, da es auch Informationen umfasst, die mit nachrichtendienstlichen Mitteln gewonnen wurden. Der neue Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, dass dieses nun „sorgfältig ausgewertet“ werden müsse. Die AfD reichte bereits Klage gegen die Hochstufung ein.

AfD-Chefin Weidel wird Islamfeindlichkeit vorgeworfen

Der Verfassungsschutz gliedert die Aussagen von AfD-Politikern in dem Auszug aus dem Gutachten in vier Bereiche: „ethnisch-abstammungsmäßige Aussagen und Positionen“, „Fremdenfeindlichkeit“, „Islamfeindlichkeit“ und „Demokratieprinzip“. Titel des Dokuments ist „Besonders relevante Aussagen des AfD-Bundesverbands bzw. AfD-Bundesvorstands“.

So habe sich etwa Alice Weidel in einem Interview mit einem Youtube-Kanal Ende 2023 „in pauschalisierender Weise negativ über Muslime“ geäußert. Weidel sagte darin den Angaben zufolge, Deutschland habe sich mit dem Zustrom von „kulturfremden Leuten“ ein „massives gesellschaftspolitisches Problem“ geschaffen, „was entgegen unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung ist“.

In einer Wahlkampfrede zur Landtagswahl in Brandenburg im vergangenen September habe Weidel dann „ihre muslimfeindliche Agitation zum Vorwurf eines aggressiven Dschihads gegen Nicht-Muslime in Deutschland“ gesteigert.

Weidel sprach darin über Ausländerkriminalität. „Das sind Phänomene, das Herumgemessere, die Vergewaltigungen, die völlig neu sind in unserem Land“, wird Weidel zitiert. „Das, was wir auf den deutschen Straßen erleben, ist der Dschihad. Hier wird ein Glaubenskrieg gegen die deutsche Bevölkerung bereits geführt.“

Bevölkerungsaustausch“, „Umvolkung“ und „Remigration“

Weiter heißt es in dem geleakten Dokument, Co-Parteichef Chrupalla habe bei einer Demonstration in Nürnberg im April 2023 die CDU-Politiker Friedrich Merz und Norbert Röttgen sowie die damalige Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) als „Vasallen Amerikas“ verunglimpft. Der AfD-Europapolitiker Maximilian Krah habe zu einer Äußerung der Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zur Migrationspolitik auf X erklärt: „Dieser grüne Generalplan bedeutet Umvolkung.“

Der AfD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der damaligen Jugendorganisation Junge Alternative, Hannes Gnauck, wird in dem Gutachten ebenfalls zitiert. „Wir müssen auch wieder entscheiden dürfen, wer überhaupt zu diesem Volk gehört und wer nicht“, sagte Gnauck demnach bei der Wahlkampfveranstaltung in Brandenburg im vergangenen August. „Jeden Einzelnen von euch verbindet mehr mit mir als irgendein Syrer oder irgendein Afghane.“ Das sei „einfach ein Naturgesetz, und darauf können wir alle verdammt stolz sein.“ Gnauck soll bei einer anderen Rede von „Bevölkerungsaustausch“ gesprochen haben.

Der Bericht wertet auch Beiträge der Partei in sozialen Netzwerken aus. Unter anderem seien dabei Begriffe wie „Messer-Migration“, „Überfremdung“ und der umstrittene Begriff der „Remigration“ verwendet worden.

8 Mai 2025 0 Kommentare
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Religion

Dobrindt ordnet Zurückweisung von Asyl-Suchenden an

von Cumali Yağmur 8 Mai 2025
von Cumali Yağmur

Dobrindt ordnet Zurückweisung von Asyl-Suchenden an

Der neue Bundesinnenminister hat verstärkte Kontrollen an den Grenzen und mehr Zurückweisungen von Migranten angekündigt. Dies gelte auch für solche, die Asyl beantragen wollten. Kritik kommt vom Bayerischen Flüchtlingsrat.

Von

Wenige Stunden nach seinem Amtsantritt als Bundesinnenminister hat Alexander Dobrindt entschieden, dass künftig auch Asylsuchende an den Landesgrenzen zurückgewiesen werden können. Eine mündliche Weisung aus dem Jahr 2015, die dem entgegenstand, werde er zurücknehmen, sagte der CSU-Politiker. Gleichzeitig kündigte er eine Erhöhung der Zahl der Bundespolizisten an den Grenzen an.

Ziel sei es, die illegale Migration Schritt für Schritt weiter zurückzudrängen. Die Zahlen seien immer noch zu hoch. „Es geht in dieser Frage um Klarheit, Konsequenz und Kontrolle.“

Dobrindt: Ausnahmen bei Kindern und Schwangeren

Dobrindt zufolge wird es aber bei den Zurückweisungen Ausnahmen geben. Kinder, schwangere Frauen und andere vulnerable Gruppen würden nicht zurückgewiesen, sagte er. Er wolle „Stück für Stück“ dafür sorgen, „dass die Überforderung geringer wird“, sagte er. Zudem gehe es auch um das „Signal, dass sich die Politik in Deutschland geändert hat“, sagte der neue Innenminister.

Er kündigte zudem eine Initiative zur Verschärfung der europäischen Asylpolitik an. Das im vergangenen Jahr beschlossene Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) sei „der richtige Weg, aber braucht zu lange“. Man wolle es „nachschärfen“, sagte Dobrindt, ohne dabei konkreter zu werden.

Zurückweisung von Asyl-Suchenden rechtlich umstritten

Die Zurückweisung von Asyl-Suchenden ist juristisch umstritten. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass dies in Abstimmung mit den Nachbarländern geschehen soll.

Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisierte die Pläne scharf. Ein solches Vorgehen stelle einen „schweren Angriff auf rechtsstaatliche Prinzipien“ dar und verletze die internationalen Verpflichtungen Deutschlands im Bereich des Flüchtlingsschutzes. Personen, die an der Grenze ein Asylgesuch äußerten, dürften nicht zurückgewiesen werden.

Die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland war zuletzt stark gesunken. 36.000 Anträge waren es im ersten Quartal, 30.000 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das erkannte auch Dobrindt an. Er halte sie „dennoch für zu hoch“, auch weil sich die Gesuche auf die der Vorjahre hinzusummierten.

Grüne befürchten nie dagewesene Überlastung der Bundespolizei

Auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, hat laut einem Medienbericht die von Dobrindt angeordneten verschärften Grenzkontrollen kritisiert. Pauschale Zurückweisungen von Asylgesuchen an den Grenzen seien europarechtswidrig und stellten die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern grundsätzlich in Frage. „Das nun angekündigte massive Hochfahren von Grenzkontrollen wird außerdem zu einer nie dagewesenen Überlastung der Bundespolizei führen.“ Die Bundespolizei sei nie dafür ausgelegt gewesen, 4.000 Kilometer Grenze zu kontrollieren, sagte die Grünen-Politikerin.

Wirtschaftsverbände warnen vor Nachteilen

Dobrindt hatte bereits am Wochenende angekündigt, die Grenzkontrollen würden „hochgefahren und die Zurückweisungen gesteigert“. Aus der Wirtschaft kommen kritische Stimmen zu den Plänen. Mehrere Verbände äußerten am Mittwoch gegenüber dem „Handelsblatt“ Befürchtungen, die Kontrollen könnten zu Einschränkungen im grenzüberschreitenden Handel und für Grenzpendler führen. Der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, sagte, schon die Corona-Krise habe gezeigt, dass ein eingeschränkter Grenzverkehr die Konjunktur belasten könne.

Mit Informationen von dpa, epd und Reuters

Im Video: Neue Bundesregierung – Mehr Grenzpolizisten

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8 Mai 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Ab sofort: Asylstopp und Grenzkontrollen an allen deutschen Grenzen

von Fremdeninfo 7 Mai 2025
von Fremdeninfo

Ab sofort: Asylstopp und Grenzkontrollen an allen deutschen Grenzen

                  Artikel von chg/ Berliner Zeitung

                   

                             Innenminister Alexander Dobrindt (CSU). © imago

Die  Menschen, die ohne Erlaubnis nach Deutschland einreisen wollen, sollen ab heute an den deutschen Grenzen zurückgewiesen werden. Die Zurückweisung soll auch bei Menschen möglich sein, die um Asyl bitten.  Das kündigte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) an. Zuerst berichtete die Bild.

Dobrindt erließ laut dem Zeitungsbericht eine mündliche Weisung an die Bundespolizei, die Grenzkontrollen zu verstärken und Zurückweisungen bei illegalen Einreisen zu erhöhen

7 Mai 2025 0 Kommentare
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Bildung

Bildung in Deutschland: Immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss

von Fremdeninfo 7 Mai 2025
von Fremdeninfo

Bildung in Deutschland: Immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss

                            Von Der Spiegel

Die Quote der Schulabgänger, die keinen Hauptschulabschluss haben, ist in den vergangenen Jahren bundesweit gestiegen. Wie eine neue Auswertung zeigt, gibt es zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede.

                        

Bildung in Deutschland: Immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss © Waltraud Grubitzsch/ picture-alliance/ dpa

Knapp 56.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben die allgemeinbildende Schule nach dem Ende ihrer Schulpflicht ohne Schulabschluss verlassen. Damit lag ihr Anteil bei 7,2 Prozent der entsprechenden Alterskohorte. Das zeigt eine Auswertung des Essener Bildungsforschers Klaus Klemm für das Jahr 2023, über die Table.Briefings berichtet. Die Quote der Schüler ohne Abschluss ist demnach seit 2020 bundesweit um 1,3 Prozent gestiegen.

Den Angaben zufolge gibt es zwischen den Bundesländern und auch zwischen den Schulformen bei den Zahlen erhebliche Unterschiede:

  • In fast allen Bundesländern ist die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss gestiegen, nur in Hamburg sank sie leicht von 7,2 auf 6,4 Prozent.
  • Am niedrigsten war der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss in Bayern mit 5,3 Prozent. Am höchsten war die Quote mit 12,6 Prozent in Sachsen-Anhalt.
  • Zwei von fünf der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss kamen von einer Förderschule, nur etwas mehr als jeder Zehnte von einer Hauptschule. Jeder Fünfte ging in eine Gesamtschule.

In allen Bundesländern ist der Auswertung zufolge der Anteil der Jungen ohne Schulabschluss deutlich höher als der Anteil der Mädchen. Bundesweit seien nur 39,6 Prozent der betroffenen Jugendlichen weiblich gewesen, schreibt Table.Briefings

Unterschiede gebe es auch bei einem Blick auf die Staatsangehörigkeit: Von den Jugendlichen mit deutscher Staatsbürgerschaft blieben 2023 sechs Prozent ohne Schulabschluss, bei ausländischen Jugendlichen lag die Quote mit 13,8 Prozent deutlich höher

7 Mai 2025 0 Kommentare
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Archive

Dortmund ist weiter ein Hotspot rechter Gewalt“

von Fremdeninfo 6 Mai 2025
von Fremdeninfo

            Dortmund ist weiter ein Hotspot rechter Gewalt“

Artikel von Matthias Korfmann/ WAZ

                   

                       Demonstration von Neonazis in Essen.

Die Zunahme rechtsextremistischer Gewalttaten sei in Wirklichkeit in NRW noch viel besorgniserregender als es die Polizeiliche Kriminalstatistik abbilde, warnen die beiden zentralen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt in NRW, Opferberatung Rheinland und Back up.

Zahl der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten in einem Jahr verdoppelt

„Wir haben für das Jahr 2024 insgesamt 526 rechte, rassistische, antisemitische oder anders menschenfeindlich motivierte Gewalttaten in NRW dokumentiert. Das ist ein Anstieg um 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markiert einen neuen Höchststand, seitdem die Beratungsstellen diese Fälle erfassen“, sagte Sabrina Honoso von der Opferberatung Rheinland am Dienstag im Landtag. Mindestens 728 Menschen seien bedroht, verletzt oder angegriffen worden, darunter mindestens 54 Kinder und Jugendliche. Acht Todesopfer seien gezählt worden, alle im Rheinland.

Täglich würden hierzulande mindestens zwei Menschen Opfer rechter Gewalt. „Dieser Anstieg ist dramatisch. Er steht für eine wachsende Enthemmung, für eine Normalisierung rechter Gewalt und für eine zunehmende Brutalisierung“, so Honoso weiter.

Die offizielle Statistik des Verfassungsschutzes bildet nur einen Teil der Fälle ab

Das jüngste Lagebild Rechtsextremismus, das NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im März vorstellte, enthält dagegen „nur“ 154 Gewaltdelikte durch Rechtsextreme und einen Anstieg um 33 Prozent im Vergleich zu 2023. Die beiden Opferberatungsstellen sprechen sogar von einer „systematischen Verschleierung des tatsächlichen Ausmaßes rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“ durch die Behörden.

Lesen Sie hier zum Lagebild Rechtsextremismus: Viel mehr Straftaten in NRW

Fabian Reeker von der Opferberatung Rheinland führt diese Diskrepanz auf eine „doppelte Erfassungslücke“ zurück. Erstens scheuten viele Opfer den Weg zur Polizei. Ihre Fälle würden also dort nie aktenkundig. Zweitens würden viele Taten durch Polizeibeamte fälschlicherweise nicht der rechten Gewalt zugeordnet. Die Opferberatungsstellen in NRW

dokumentieren indes auch solche Fälle. Besonders auffällig sei der Anstieg bei diesen Straftaten in Aachen, Essen, Solingen und Mönchengladbach. In Dortmund lägen die Fallzahlen weiter auf hohem Niveau.

Weniger Rechtsextremisten in Dortmund, aber immer noch viele Übergriffe

„Dortmund ist immer noch ein Hotspot rechter Gewalt. Es gibt zahlreiche Übergriffe, eine starke Neonazi-Szene, eine starke extreme Rechte, auch viele junge Akteure“, sagte Thomas Billstein von Back up. Allerdings seien einige Rechtsextremisten aus Dortmund in andere Orte in Deutschland abgewandert. Back up zählte im vergangenen Jahr in Dortmund insgesamt 43 rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten. Zum Vergleich: In Köln sollen es 75 gewesen sein, in Düsseldorf 37, in Essen 26 und in Bochum zwölf.

Die Opferberatung in NRW

Die Opferberatung Rheinland in Düsseldorf und Back up in Dortmund sind seit 13 Jahren die beiden spezialisierten Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in NRW. In dieser Zeit begleitete sie rund 1400 Gewaltopfer. Seit 2017 veröffentlichen die beiden Büros gemeinsame Jahresstatistiken. Finanziert werden sie mit Geld des Bundes und des Landes NRW.

Betroffene finden hier, wie es heißt, „parteiliche Beratung und Unterstützung bei der emotionalen Verarbeitung eines Angriffs“. Die Hilfe sei vertraulich, kostenlos und orientierten sich an den Wünschen der Betroffenen, auf Wunsch auch anonym.

Die Opferberatung Rheinland ist unter 0178 8113900, Back up unter der Rufnummer 0172 104 54 32 erreichbar. Infos im Internet unter www.opferberatung-rheinland.de beziehungsweise http://backup-nrw.org

Die Opferberatung Rheinland und Back up betonen, dass die Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ das bestätige, was die Betroffenen und die Opferberater seit Langem wüssten. „Die AfD ist mitverantwortlich dafür, dass Rassismus, Antisemitismus, NS-Propaganda, aber auch der der Anstieg rechter Gewalttaten verharmlost und normalisiert wird“, meint Fabian Reeker.

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Angesichts der Zunahme rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten fordern die Opferberatungen eine verlässlichere und dauerhafte Finanzierung ihrer Arbeit durch Bund und Land. Polizistinnen und Polizisten müssten besser darin geschult werden, rechte Straftaten auch zu erkennen. Schließlich dringen die beiden Büros auf eine unabhängige Ermittlungsstelle, an die sich Betroffene unabhängig von der Polizei wenden könnten

6 Mai 2025 0 Kommentare
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Politik

Merz im zweiten Wahlgang zum Bundeskanzler gewählt

von Fremdeninfo 6 Mai 2025
von Fremdeninfo

Merz im zweiten Wahlgang zum Bundeskanzler gewählt

Von: Welt

Die Kanzlerwahl wurde heute im Bundestag zu einem Drama: Merz scheiterte im ersten Wahlgang, stundenlange Beratungen schließen sich an. Am Nachmittag kommen die Abgeordneten erneut zusammen.

Die Kanzlerwahl wurde heute im Bundestag zu einem Drama: Merz scheiterte im ersten Wahlgang, stundenlange Beratungen schließen sich an. Am Nachmittag kommen die Abgeordneten erneut zusammen.

Die Kanzlerwahl wurde heute im Bundestag zu einem Drama: Merz scheiterte im ersten Wahlgang, stundenlange Beratungen schließen sich an. Am Nachmittag kommen die Abgeordneten erneut zusammen.

                      

                                 Friedrich Merz Christoph Soeder/dpa

Friedrich Merz ist 10. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Der CDU-Chef ist im zweiten Wahlgang mit einer Mehrheit vom Bundestag gewählt worden.

Merz hatte im ersten Wahlgang in geheimer Abstimmung nur 310 Stimmen bekommen – und damit sechs weniger als nötig. Es ist ein einmaliger Vorgang in der bundesdeutschen Geschichte, dass ein Kanzlerkandidat im ersten Wahlgang gescheitert ist.

Die Führung der Unionsfraktion setzte im zweiten Wahlgang abermals auf Merz. „Ganz Europa, vielleicht sogar die ganze Welt, schaut auf diesen zweiten Wahlgang“, hatte Fraktionschef Jens Spahn (CDU) vor der Nachmittagssitzung im Bundestag gesagt. Die künftige Koalition aus Union und SPD hatte Merz dafür vorgeschlagen. „Ich appelliere an alle, sich dieser besonderen Verantwortung bewusst zu sein“, sagte Spahn. Die Unionsfraktion stehe geschlossen hinter Friedrich Merz.

Spahn sprach nach der verfehlten Kanzlermehrheit im ersten Wahlgang von einer besonderen Lage. „Aber wir folgen einem geordneten demokratischen Verfahren.“ Im Einvernehmen auch mit den Grünen und der Linksfraktion wurde um 15.15 Uhr ein zweiter Wahlgang vorgenommen. „Ich möchte allen herzlich danken, die das mit möglich gemacht haben, dass wir in der Geschäftsordnung gemeinsam so vorgehen können“, sagte Spahn.

Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich

Hintergrund ist, dass für eine Abweichung von Fristen für Abstimmungen ein Beschluss des Plenums mit Zwei-Drittel-Mehrheit vorgesehen ist. Union und SPD brauchten dafür auch Stimmen von Grünen und Linke. Mit Blick auf die Linkspartei gibt es bei der CDU eigentlich einen Parteitagsbeschluss, der „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ generell ablehnt.

Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann bedankte sich bei Grünen und Linkspartei. Das entscheidende Signal sei, dass zwei Drittel der Mitglieder des Bundestages sich die Wahl eines Kanzlers am heutigen Tage wünschten, weil sie erkennen, dass das Land handlungsfähig sein müsse. Mit Blick auf die Verzögerung sagte Hoffmann: „Schon die erfolgreichsten Weltraummissionen sind mit Verspätung gestartet.“

Auch im zweiten Wahlgang braucht Merz die sogenannte Kanzlermehrheit von 316 der insgesamt 630 Abgeordneten im Bundestag. Kommt diese in einer 14-Tages-Frist nicht zustande, findet laut Grundgesetz „unverzüglich ein neuer Wahlgang“ statt, in dem gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält.

Entspricht das Abstimmungsergebnis der Mehrheit der Mitglieder des Bundestags, muss der Bundespräsident ihn binnen sieben Tagen nach der Wahl ernennen. Erreicht der Kandidat diese Schwelle nicht, hat der Bundespräsident zwei Möglichkeiten: Entweder er ernennt den Kandidaten oder er löst den Bundestag auf

6 Mai 2025 0 Kommentare
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Politik

Gescheiterte Kanzlerwahl: Das sind die Reaktionen auf das Merz-Desaster

von Fremdeninfo 6 Mai 2025
von Fremdeninfo

 

 

Gescheiterte Kanzlerwahl: Das sind die Reaktionen auf das Merz-Desaster

         Von: SZ

                                    

Friedrich Merz hatte sich den Verlauf dieses Dienstags anders vorgestellt und sich vor der Abstimmung noch siegesgewiss gezeigt. © Sebastian Gollnow/Sebastian Gollnow/dpa

Die AfD fordert eine Neuwahl des Bundestags, die SPD weist die Schuld von sich. Die Reaktionen auf die vorerst gescheiterte Kanzlerwahl im Überblick.

Das sind die Reaktionen auf das Merz-Desaster

CDU-Chef Friedrich Merz ist bei der Wahl im Bundestag im ersten Wahlgang gescheitert. Er erhielt in geheimer Abstimmung 310 von 621 abgegebenen Stimmen und damit 6 weniger als die nötige Mehrheit von 316.

Die AfD stellt die zweitgrößte Fraktion im Bundestag hinter der Union. Die gescheiterte Kanzlerwahl zeige, „auf welch schwachem Fundament die kleine Koalition aus Union und von den Bürgern abgewählter SPD gebaut ist“, schrieb Parteichefin Alice Weidel bei X. Sie forderte direkt eine Neuwahl des Bundestags. Das vorgesehene Prozedere ist allerdings ein anderes. Ob die AfD in einem zweiten Wahlgang für Merz stimmen könnte – und die schwarz-rote Koalition damit in ein noch größeres Dilemma bringen könnte – ließ Weidel zunächst offen.

Tino Chrupalla, Co-Chef der als rechtsextrem eingestuften Partei, sagte: „Wir werden dem auch nicht im Wege stehen, dass wir morgen den zweiten Wahlgang hier durchführen. Da wird sich natürlich auch zeigen, inwieweit Friedrich Merz überhaupt in der Lage ist, seine Reihen zu schließen.“

Trotz ihrer kritischen Haltung zu Friedrich Merz freuen sich die Grünen nicht über das Scheitern des CDU-Vorsitzenden im ersten Wahlgang. „Wir wünschen uns für Europa und Deutschland eine handlungsfähige Regierung“, sagte die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner. Bedauerlicherweise hätten Merz und der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil dafür die Mehrheit ihrer eigenen Fraktionen nicht sichern können. „Sie müssen nun beweisen, dass sie das jetzt, aber auch für vier Jahre können“, schrieb sie auf der Plattform X.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann drängte auf einen schnellen weiteren Wahlgang. „Es muss jetzt zügig gehen“, sagte er am Rande einer Fraktionssitzung. „Wir stehen.“ Allerdings bestreitet auch die SPD-Fraktion, dass es in ihren Reihen Abweichler gibt.

Der designierte Außenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte: „Der Vorgang ist ärgerlich.“ Er sei aber auch kein Drama. Am Ende sei die Wahl eine Gewissensentscheidung, die sei „bedauerlicherweise so ausgefallen, wie sie ausgefallen ist“. Nun würden die Abgeordneten „noch einmal in sich gehen“, und er sei „zuversichtlich“, dass es danach klappen werde.

Der SPD-Vorsitzende und designierte Vizekanzler Lars Klingbeil sagte nach Angaben aus Fraktionskreisen, er habe nicht den geringsten Hinweis, „dass die SPD nicht vollständig gestanden hat. 85 Prozent beim Mitgliedervotum sind ein Auftrag an die Fraktion und sie erfüllt diesen. Auf uns ist Verlass.“

Thüringens früherer Ministerpräsident Bodo Ramelow forderte die zügige Wahl eines Bundeskanzlers. „Merz und Klingbeil sind gescheitert. Sie tragen die Verantwortung für dieses Chaos“, sagte der Linke-Politiker. „Ich bin krachsauer auf die Koalition.“

„Die Wahlniederlage von Merz unterstreicht, wie weit Union und SPD politisch voneinander entfernt sind und dass der Koalitionsvertrag bei zahlreichen Abgeordneten auf tiefe Ablehnung stößt. Der Koalitionsvertrag enthält ungewöhnlich wenige verbindliche Absprachen und lässt viele der großen Themen – von Steuerreform über Rentenreform bis hin zur Migration – offen“, kritisierte der Ökonom Marcel Fratzscher. „Eine Schlussfolgerung dieser Wahlniederlage ist, dass Union und SPD dringend mehr Mut für grundlegende Reformen und Veränderungen benötigen und der Koalitionsvertrag keine gute Grundlage für das Regieren in den nächsten Jahren sein kann. Das fehlende Vertrauen bei Bürgern und Unternehmen ist Deutschlands größtes Problem heute, denn die wirtschaftliche Realität ist noch immer deutlich besser als die Stimmung.“

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sieht einen Dämpfer für die angestrebte schwarz-rote Koalition. CDU-Chef Friedrich Merz habe jetzt ein Glaubwürdigkeitsproblem, sagte Korte im TV-Sender Phoenix. „Die Startmöglichkeiten für ihn, mit vielleicht auch Zauber des Anfangs daherzukommen, die sind verpufft.“on

 

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Friedrich Merz hatte sich den Verlauf dieses Dienstags anders vorgestellt und sich vor der Abstimmung noch siegesgewiss gezeigt. © Sebastian Gollnow/Sebastian Gollnow/dpa

Die AfD fordert eine Neuwahl des Bundestags, die SPD weist die Schuld von sich. Die Reaktionen auf die vorerst gescheiterte Kanzlerwahl im Überblick.

Das sind die Reaktionen auf das Merz-Desaster

CDU-Chef Friedrich Merz ist bei der Wahl im Bundestag im ersten Wahlgang gescheitert. Er erhielt in geheimer Abstimmung 310 von 621 abgegebenen Stimmen und damit 6 weniger als die nötige Mehrheit von 316.

Die AfD stellt die zweitgrößte Fraktion im Bundestag hinter der Union. Die gescheiterte Kanzlerwahl zeige, „auf welch schwachem Fundament die kleine Koalition aus Union und von den Bürgern abgewählter SPD gebaut ist“, schrieb Parteichefin Alice Weidel bei X. Sie forderte direkt eine Neuwahl des Bundestags. Das vorgesehene Prozedere ist allerdings ein anderes. Ob die AfD in einem zweiten Wahlgang für Merz stimmen könnte – und die schwarz-rote Koalition damit in ein noch größeres Dilemma bringen könnte – ließ Weidel zunächst offen.

Tino Chrupalla, Co-Chef der als rechtsextrem eingestuften Partei, sagte: „Wir werden dem auch nicht im Wege stehen, dass wir morgen den zweiten Wahlgang hier durchführen. Da wird sich natürlich auch zeigen, inwieweit Friedrich Merz überhaupt in der Lage ist, seine Reihen zu schließen.“

Trotz ihrer kritischen Haltung zu Friedrich Merz freuen sich die Grünen nicht über das Scheitern des CDU-Vorsitzenden im ersten Wahlgang. „Wir wünschen uns für Europa und Deutschland eine handlungsfähige Regierung“, sagte die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner. Bedauerlicherweise hätten Merz und der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil dafür die Mehrheit ihrer eigenen Fraktionen nicht sichern können. „Sie müssen nun beweisen, dass sie das jetzt, aber auch für vier Jahre können“, schrieb sie auf der Plattform X.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann drängte auf einen schnellen weiteren Wahlgang. „Es muss jetzt zügig gehen“, sagte er am Rande einer Fraktionssitzung. „Wir stehen.“ Allerdings bestreitet auch die SPD-Fraktion, dass es in ihren Reihen Abweichler gibt.

Der designierte Außenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte: „Der Vorgang ist ärgerlich.“ Er sei aber auch kein Drama. Am Ende sei die Wahl eine Gewissensentscheidung, die sei „bedauerlicherweise so ausgefallen, wie sie ausgefallen ist“. Nun würden die Abgeordneten „noch einmal in sich gehen“, und er sei „zuversichtlich“, dass es danach klappen werde.

Der SPD-Vorsitzende und designierte Vizekanzler Lars Klingbeil sagte nach Angaben aus Fraktionskreisen, er habe nicht den geringsten Hinweis, „dass die SPD nicht vollständig gestanden hat. 85 Prozent beim Mitgliedervotum sind ein Auftrag an die Fraktion und sie erfüllt diesen. Auf uns ist Verlass.“

Thüringens früherer Ministerpräsident Bodo Ramelow forderte die zügige Wahl eines Bundeskanzlers. „Merz und Klingbeil sind gescheitert. Sie tragen die Verantwortung für dieses Chaos“, sagte der Linke-Politiker. „Ich bin krachsauer auf die Koalition.“

„Die Wahlniederlage von Merz unterstreicht, wie weit Union und SPD politisch voneinander entfernt sind und dass der Koalitionsvertrag bei zahlreichen Abgeordneten auf tiefe Ablehnung stößt. Der Koalitionsvertrag enthält ungewöhnlich wenige verbindliche Absprachen und lässt viele der großen Themen – von Steuerreform über Rentenreform bis hin zur Migration – offen“, kritisierte der Ökonom Marcel Fratzscher. „Eine Schlussfolgerung dieser Wahlniederlage ist, dass Union und SPD dringend mehr Mut für grundlegende Reformen und Veränderungen benötigen und der Koalitionsvertrag keine gute Grundlage für das Regieren in den nächsten Jahren sein kann. Das fehlende Vertrauen bei Bürgern und Unternehmen ist Deutschlands größtes Problem heute, denn die wirtschaftliche Realität ist noch immer deutlich besser als die Stimmung.“

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sieht einen Dämpfer für die angestrebte schwarz-rote Koalition. CDU-Chef Friedrich Merz habe jetzt ein Glaubwürdigkeitsproblem, sagte Korte im TV-Sender Phoenix. „Die Startmöglichkeiten für ihn, mit vielleicht auch Zauber des Anfangs daherzukommen, die sind verpufft.“

6 Mai 2025 0 Kommentare
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Migration: Deutsche Wohlfahrtsverbände gegen verschärfte Migrationspolitik

von Fremdeninfo 6 Mai 2025
von Fremdeninfo

Migration: Deutsche Wohlfahrtsverbände gegen verschärfte Migrationspolitik

Deutsche Wirtschaftnacrichten

 

     

                          Migration: Deutsche Wohlfahrtsverbände gegen verschärfte Migrationspolitik

Zum Start der neuen Bundesregierung haben sich 293 Verbände gemeinsam gegen geplante Verschärfungen in der Migrationspolitik gewandt. Konkret lehnen sie unter anderem Zurückweisungen an den Grenzen und Abschiebungen in Krisenländer ab.

293 Verbände gemeinsam gegen verschärfte Migrationspolitik

Hinter dem „Appell für eine verantwortungsvolle Migrationspolitik“ stehen 82 bundesweite Organisationen wie der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Paritätische Gesamtverband, der Deutsche Caritasverband, Brot für die Welt oder Misereor. Dazu kommen Dutzende Verbände, Gruppen und Initiativen auf Landes- und kommunaler Ebene.

Wohlfahrtsverbände: „Aufgeheizte Stimmung“„Der Wahlkampf war geprägt von einer aufgeheizten Stimmung, die sich vor allem gegen Geflüchtete und Zugewanderte richtete“, heißt es in dem Papier. Das zeige sich auch im Koalitionsvertrag. Doch Ausgrenzung schüre Angst und untergrabe den Zusammenhalt.

6 Mai 2025 0 Kommentare
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Fast 300 Verbände mahnen neue Regierung zu verantwortungsvoller Migrationspolitik

von Fremdeninfo 6 Mai 2025
von Fremdeninfo

Fast 300 Verbände mahnen neue Regierung zu verantwortungsvoller Migrationspolitik

                          Artikel von AFP

         

Insgesamt 293 Verbände und Organisationen haben die künftige Bundesregierung zu einer verantwortungsvollen Migrationspolitik gemahnt. „Zugewanderte und hierher geflüchtete Menschen sind integraler Teil unserer Gesellschaft“, heißt es in dem Aufruf. © Tobias Schwarz

Insgesamt 293 Verbände und Organisationen haben die künftige Bundesregierung zu einer verantwortungsvollen Migrationspolitik gemahnt. „Zugewanderte und hierher geflüchtete Menschen sind integraler Teil unserer Gesellschaft – sie gehören zu Deutschland“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf. „Unsere Gesellschaft gewinnt ihre Stärke aus Offenheit, Vielfalt und der Überzeugung, dass allen Menschen gleiche Rechte zukommen.“

Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Papiers gehören der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Paritätische Gesamtverband und weitere große Sozialverbände, kirchliche Hilfswerke und Verbände, Amnesty International und weitere Menschenrechtsorganisationen sowie Verbände von Migrantinnen und Migranten jeweils auf Bundes-, Landes- und lokaler Ebene. Sie äußerten sich anlässlich des erwarteten Amtsantritts der neuen Regierung an diesem Dienstag.

„Nicht Geflüchtete und Zugewanderte spalten unsere Gesellschaft, sondern eine Politik, die sich den strukturellen und sozialen Problemen unseres Landes zu lange nicht konsequent angenommen hat“, betonen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. 

Zu Unrecht würden allein Geflüchtete für die hohe Belastung von Kommunen und einzelnen Berufsgruppen im Zusammenhang mit Migration verantwortlich gemacht, anstatt die tatsächlichen sozialen, politischen und finanziellen Ursachen dieser Belastung anzugehen. Tatsächlich aber leisteten Geflüchtete in unterschiedlichsten Bereichen „unverzichtbare Arbeit“ und bereicherten die Gesellschaft.

Kritisiert wird in dem Text eine im Wahlkampf „aufgeheizte Stimmung, die sich vor allem gegen Geflüchtete und Zugewanderte richtete“, was sich auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD niedergeschlagen habe. „Doch die Ausgrenzung einzelner Gruppen schafft ein Klima der Angst für alle und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Dies nütze am Ende nur den Feinden einer freiheitlichen Demokratie. „Damit muss endlich Schluss sein“, fordern die Initiatorinnen und Initiatoren.

Konkret verlangt wird eine Migrationspolitik, welche „die Rechte der Einzelnen schützt“, insbesondere auch das Recht auf Asyl. „Zurückweisungen an den Grenzen, Abschiebungen in Krisenländer und eine Beweislastumkehr im Asylverfahren zulasten Geflüchteter sind damit nicht vereinbar.“ Die neue Regierung dürfe „nicht den humanitären und menschenrechtlichen Kompass verlieren, der Grundlage unseres Zusammenlebens ist“, mahnen die Verbände und Organisationen.

Wichtig seien vielmehr Investitionen „in Strukturen für erfolgreiche Integration und Aufnahme“. Zivilgesellschaftliche Beratungs- und Betreuungsstrukturen sowie Integrations- und weitere Sprachkurse dürften nicht unter Finanzierungsvorbehalt gestellt werden. Hürden für Qualifikation und Arbeitsaufnahme von Geflüchteten seien abzubauen. 

Auch dürfe die Verantwortung für den Flüchtlingsschutz nicht auf Drittstaaten abgewälzt werden. Sichere Zugangswege nach Deutschland in Form von Resettlement und Aufnahmeprogrammen sollten eher eröffnet werden, statt sie zu beenden.

„Daher appellieren wir an die Bundesregierung: Übernehmen Sie Verantwortung für eine offene Gesellschaft“, fordern die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Verlangt wird „eine Gesellschaft, in der Einwanderung unterschiedlichster Art als Chance begriffen wird; in der Zugewanderte und Geflüchtete als gleichwertig anerkannt werden; in der Offenheit und Vielfalt als unsere Stärken begriffen werden.“

6 Mai 2025 0 Kommentare
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