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Berivan Aymaz erhält bei Oberbürgermeisterwahl in Köln die meisten Stimmen – Stichwahl notwendig

von Cumali Yağmur 15 September 2025
von Cumali Yağmur 15 September 2025
Berivan AYmaz
638

 

  Stichwahl notwendig

Berivan Aymaz Grünen 28,1%

Torsten Burmesdter SPD 21,5%

Berivan Ayma geboren. Ihr Vater war bis 1977 Gouverneur dieser Provinz und reiste 1978 als Kulturattaché nach Deutschland. Im selben Jahr zog Berivan Aymaz mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach. Ihr Vater sollte aufgrund seiner kurdischen Ethnie kurz vor dem Militärputsch in der Türkei 1980 von seinem Amt abberufen werden, weigerte sich aber, zurück in die Türkei zu reisen.

Die Familie zog zunächst nach Paderborn, lebte seit 1980 aber in Köln, wo Aymaz in den rechtsrheinischen Stadtteilen Brück und Kalk sozialisiert wurde.[5] An der gymnasialen Kaiserin-Theophanu-Schule in Kalk, an der sie auch Schülersprecherin war, absolvierte Aymaz 1990 das Abitur. Anschließend studierte sie Rechtswissenschaft an der Universität zu Köln sowie ergänzend Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen, erwarb jedoch keinen Abschluss.[6] Sie arbeitet seit Beginn ihres Studiums als freie Übersetzerin und Moderatorin. Rückblickend schilderte sie, die Familie sei nach der Abberufung ihres Vaters zeitweise „ohne Pässe, papierlos“ gewesen; ihr Vater habe zwischenzeitlich als Gemüsehändler gearbeitet, später habe sein Lehrerberuf den Aufenthaltsstatus der Familie gesichert.[7] Sie berichtete zudem von in der Türkei verhafteten und gefolterten nahen Verwandten.[7]

Bereits als Schülersprecherin engagierte sich Aymaz für Menschenrechts-, Friedens- und Antirassismuspolitik. Sie organisierte 1991 die ersten Schülerdemos gegen den Golfkrieg. Aymaz war 1993 Mitbegründerin und bis 2003 erste Generalsekretärin der Kurdischen Gemeinde Deutschland.

Als Projektleiterin zu Migration, Transnationalität und interkultureller Erinnerungsarbeit engagierte sich Aymaz bei diversen Menschenrechts- und Migrantenorganisationen schon früh für eine menschenrechtsorientierte Flüchtlings- und emanzipatorische Migrationspolitik. 2010 war sie Mitkoordinatorin der bundesweiten Kampagne „Gerechtigkeit für Doğan Akhanlı“, die sich für die Freilassung des Kölner Schriftstellers einsetzte. Im Zuge dessen war sie mehrmals als Prozessbeobachterin in der Türkei. Im Vorfeld der türkischen Parlamentswahlen 2015 initiierte Aymaz für den Grünen Bundesparteitag den Antrag „Für Frieden und Freiheit in der Türkei“, der Solidarität mit der türkisch-kurdischen Partei HDP bekundet.[8]

Politische Laufbahn

2009 trat Aymaz Bündnis 90/Die Grünen bei, gründete 2012 die Landesarbeitsgemeinschaft „Säkulare Grüne NRW“ mit und war bis 2018 deren Sprecherin. Von 2013 bis 2016 war sie Mitglied der von der Bundespartei eingesetzten Kommission „Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat“. Sie kandidierte als Direktkandidatin für den Bundestag im Jahr 2013 für den Wahlkreis Köln I (Wahlkreis 93).[9] Von 2013 bis 2014 war sie im Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Köln. Aymaz kandidierte 2014 für den Rat der Stadt Köln und zog über Listenplatz 5 in den Rat ein. Dort vertrat sie die Grüne Fraktion bis September 2017.

Im Mai 2017 zog Aymaz über Listenplatz 13 in den nordrhein-westfälischen Landtag ein und legte daraufhin ihr Ratsmandat für die Stadt Köln nieder. Sie ist Sprecherin für Europa, Internationales und Eine Welt der Grünen Landtagsfraktion.[1][2] Bei der Landtagswahl 2022 gewann sie mit 37,0 % der gültigen Erststimmen das Direktmandat für den Wahlkreis Köln VI.[10]

Als Mitglied des Sondierungsteams von CDU und Grünen hat Aymaz die erste schwarz-grüne Koalition in NRW mit verhandelt

Aymaz ist ordentliches Mitglied im Ältestenrat des Landtags, ordentliches Mitglied im Ausschuss für Europa und Internationales sowie stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss und Integrationsausschuss.

Im Januar 2025 wurde Berîvan Aymaz auf der Kreismitgliederversammlung ihrer Partei in geheimer Wahl mit 322 von 353 gültigen Stimmen – das entspricht einer Zustimmung von 91,2 Prozent – zur Kandidatin für das Amt der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln für die Kommunalwahl 2025 gewählt. Den ersten Wahlgang gewann sie am 14. September 2025 mit 28,1 Prozent vor Torsten Burmester (SPD), der 21,3 Prozent errang

Abgeordnete und Vizepräsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen

Aymaz ist Vorsitzende der Parlamentariergruppe NRW-IsraelZudem hat Aymaz als Vizepräsidentin des Landtags einen Sitz im Kuratorium der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen inne.Darüber hinaus ist sie stellvertretendes Mitglied im WDR-RundfunkratMitglied im Aufsichtsrat der UNO-Flüchtlingshilfe e.V. in Bonn sowie Ehrenmitglied des Kuratoriums für die Restaurierung der Historischen Stadt- und Wallraf-Bibliothek in Köln.

Weblinks

Commons: Berivan Aymaz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  • Berivan Aymaz beim Landtag Nordrhein-Westfalen
  • Website von Berîvan Aymaz.
  • Berivan Aymaz. In: gruene-fraktion-nrw.de.
  • Andreas Wyputta: Porträt: Berivan Aymaz (Grüne). (PDF; 137 kB) In: Landtag Intern. Ausgabe 10, 27. Dezember 2019, S. 23.

Einzelnachweise

  • Bei der Landtagswahl 2017 aus den Landeslisten der Parteien gewählt. (PDF; 11 kB) In: wahlergebnisse.nrw.de. 24. Mai 2017, S. 1, abgerufen am 9. Juni 2021.
  • · Abgeordnete. In: gruene-fraktion-nrw.de. Archiviert vom Original am 28. März 2019; abgerufen am 9. Juni 2021.
  • · Landtag NRW: Das Präsidium. In: landtag.nrw.de. Abgerufen am 1. Juni 2022.
  • · Gerhard Voogt: Grüne stellen Berivan Aymaz als Kölner OB-Kandidatin auf. In: ksta.de. Kölner Stadt-Anzeiger, 20. Dezember 2024, abgerufen am 21. Dezember 2024.
  • · Druckausgabe Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 302 vom Mittwoch, 18. Dezember 2024 Seite 25 Köln: Wäre OB in Köln was für Sie, Herr Becker? Der Kölner Kabarettist Jørgen Becker zieht eine Bilanz des zu Ende gehenden Jahres und wagt einen Ausblick. Das Gespräch führte Horst Stellmacher
  • · Berîvan Aymaz. In: gruene-fraktion-nrw.de. Abgerufen am 14. Dezember 2024.
  • · Andreas Wyputta: Köln wählt am Sonntag: Eine Grüne, die bei Linken beliebt ist. In: taz.de. die tageszeitung, 12. September 2025, abgerufen am 12. September 2025.
  • · Berivan Aymaz u. a.: Für Frieden und Freiheit in der Türkei. (PDF; 58 kB) In: nrw.saekulare-gruene.de. 18. November 2015, abgerufen am 28. März 2019 (Antrag auf der 39. ordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen).
  • · Wahlkreisergebnis Bundesland Nordrhein-Westfalen Wahlkreis 093 – Köln I. In: bundeswahlleiter.de. Archiviert vom Original am 26. September 2013; abgerufen am 28. März 2019.
  • · Landtagswahl 2022 – Ergebnis für: 18 Köln VI. In: wahlergebnisse.nrw. Abgerufen am 17. Mai 2022.
  • · Matthias Korfmann: CDU und Grüne machen nächsten Schritt in Richtung Koalition. In: waz.de. FUNKE Medien NRW GmbH, 22. Mai 2022, abgerufen am 14. Dezember 2024.
  • · Michael Fuchs: 91 Prozent Zustimmung: Kölner Grüne nominieren Berivan Aymaz mit großer Mehrheit als OB-Kandidatin. In: rundschau-online.de. Kölnische Rundschau, DuMont Rheinland, 11. Januar 2025, abgerufen am 17. Juli 2025.
  • · Berivan Aymaz gewinnt mit klarem Vorsprung – Stichwahl am 28. September, Kölner Stadtanzeiger, 15. September 2025
  • · Parlamentariergruppe Israel des Landtag Nordrhein-Westfalens empfängt das Team des Büros im Landtag in Düsseldorf. In: mbeim.nrw. Land Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 14. Dezember 2024.
  • · Kuratorium der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen. In: landtag.nrw.de. Landtag Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 21. August 2025.
  • · Mitglieder des WDR-Rundfunkrats. In: wdr.de. Westdeutscher Rundfunk, 18. Januar 2018, abgerufen am 14. Dezember 2024.
  1. Gremien und Geschäftsführung. In: uno-fluechtlingshilfe.de. U. N. O. Flüchtlingshilfe, abgerufen am 14. Dezember 2024.

Normdaten (Person): Wikipedia-Personensuche

Kategorien:

  • Landtagsabgeordneter (Nordrhein-Westfalen)
  • Stadtrat (Köln)
  • Bündnis-90/Die-Grünen-Mitglied
  • Politiker (21. Jahrhundert)
  • Türkischer Emigrant in Deutschland
  • Türke
  • Deutscher
  • Geboren 1972
  • Frau
  • Diese Seite wurde zuletzt am 15. September 2025
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