Von: Cumali Yağmur
Auf meinen Artikel mit dem Titel „Spuren der Migrationskultur“ habe ich sowohl Lob als auch vielfältige Kritik erhalten.
Ich werde versuchen, den Kritikern auf respektvolle Weise aus meiner eigenen Perspektive zu antworten. Auch wenn ich vielleicht nicht jede Erwartung vollends erfüllen kann, vertraue ich auf Ihr Verständnis. Ich möchte betonen, dass ich sachlich fundierte Kritik als eine offene und absolut richtige Methode betrachte.
Einige Kritiker bemängelten, dass ich nicht tief genug in die Materie Hannovers eingetaucht sei und der Text oberflächlich geblieben sei; sie forderten eine detailliertere Recherche. Insbesondere wurde kritisiert, dass ich nur einige wenige „Kneipen“ erwähnt habe, obwohl es in Hannover zahlreiche Betriebe gibt, die seit vielen Jahren aktiv sind.
Ich lebe seit elf Jahren in Hannover und habe in dieser Zeit viele Restaurants und Lokalitäten besucht. In meinem ersten Artikel konnte ich nur auf einige wenige davon eingehen; in meinem zweiten Artikel werde ich jedoch – auch unter Berücksichtigung Ihrer Vorschläge – weitere Orte behandeln.
Andere Kritiker betonten, dass Migrationskultur nicht allein aus Vereinen bestehe, sondern dass es auch andere kulturelle Aktivitäten gebe. Ich persönlich empfinde jedoch einen Mangel an kulturellen Angeboten in Hannover, die über die klassische Vereinsarbeit hinausgehen. Um dieses Defizit zu beheben, sollte über den Stadtrat ein „Treffpunkt“ geschaffen werden, an dem alle Migranten ihre kulturellen Aktivitäten bündeln und ausüben können. Ein solcher Treffpunkt sollte von der Stadtverwaltung finanziert werden. Man könnte sogar – ähnlich wie in Frankfurt – ein „Multikulturelles Dezernat“ fordern. Die Migrationskultur ist in Hannover derzeit nicht in dem Maße präsent, wie sie es verdient hätte. Gemeinsam könnten wir hierfür ein Konzept erarbeiten und vorlegen.
Die Politik muss endlich verinnerlichen: Deutschland besteht längst aus einer multiethnischen und multikulturellen Struktur. Die illusionäre Vorstellung, dass eine migrantische Minderheit allein durch die Anpassung an eine dominante deutsche Leitkultur integriert werden kann, muss aufgegeben werden.
Es muss darüber nachgedacht werden, was für migrantische Minderheiten getan werden kann, und es müssen Lösungsvorschläge unterbreitet werden. Es muss sichergestellt werden, dass sowohl die einheimische Bevölkerung als auch die migrantische Minderheit auf Augenhöhe und unter gleichen Bedingungen von allen Rechten profitieren. Geschieht dies nicht, wird das Ziel mit hohlen Phrasen über eine einseitige „Integration“ – wie schon seit 70 Jahren – nicht erreicht. Wir müssen uns dessen bewusst werden, die aktuelle Lage neu analysieren und gemeinsam eine neue Lebenspraxis verwirklichen.
Andererseits habe ich eine Bitte an meine Kritiker für meinen zweiten Artikel: Helfen Sie mir. Teilen Sie mir die Restaurants oder Orte mit, die ich Ihrer Meinung nach besuchen und über die ich schreiben sollte. Ich bin davon überzeugt, dass das Ergebnis durch eine kollektive Zusammenarbeit viel besser ausfallen wird.
Zudem könnten wir einen erneuten Blick auf die Kriminalstatistik von Hannover werfen und Informationen von den Sicherheitsbehörden einholen. Werden kriminelle Vorfälle übertrieben dargestellt? Dass Hannover in der Kriminalstatistik deutschlandweit an dritter Stelle steht, ist durchaus nachdenklich stimmend.
Als Journalist ist es mein Ziel, stets sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte der Stadt, in der wir leben, zur Diskussion zu stellen. Auch ein Kollege, der bei der HAZ (Hannoversche Allgemeine Zeitung) über Restaurants und Kneipen schreibt, veröffentlicht dazu regelmäßig Beiträge.
Ich bin allen Kritikern dankbar, dass sie die Punkte angesprochen haben, die ich übersehen habe. Es hat mich sehr gefreut, dass der Artikel eine so hohe Reichweite erzielt hat. Ihre Kritik und Ihre Vorschläge sind für mich jederzeit willkommen. Die konstruktive Kritik der Leserschaft ist für mich unbezahlbar. Ich bereite meine Texte für Sie auf und möchte, dass Sie beim Lesen sowohl Freude haben als auch informiert werden. Ich möchte betonen, dass ich auch in Zukunft häufiger solche Texte verfassen werde, um Sie auf dem Laufenden zu halten.