Von Mehmet Tanlı
Die vom Meistersänger Fuat Saka komponierte und vom Athener Musiker Vangelis Zografos für Orchester arrangierte „Migrationssinfonie – Dunkle Wasser“ (Göç Senfonisi – Karanlık Sular) ist das weltweit erste symphonische Werk zum Thema „Migration“. Nach großen Erfolgen in Städten wie Istanbul, Köln, Münster, Siegen und Antakya wird die Sinfonie nun in den charmanten Ägäis-Orten Bodrum Turgutreis und Datça aufgeführt.
Das Werk wird vom Sinfonieorchester der Stadtverwaltung Muğla (Muğla Büyükşehir Belediyesi Senfoni Orkestrası) unter der Leitung des aus Athen stammenden Dirigenten Anastasios Symeonidis vorgetragen.
Migration ist eines der ältesten und prägendsten gesellschaftlichen Phänomene der Menschheitsgeschichte
Die Sinfonie wurde inspiriert von den Leiden, Massakern, Vertreibungen und dem Schicksal derer, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben. Wenn vergessene Erinnerungen im Gedächtnis der Völker nicht wachgehalten werden, versinken sie mit der Zeit in der Stille. Gegen dieses Vergessen ist Fuat Sakas Migrationssinfonie ein wirksames und tiefgreifendes „Gegenmittel“.
Die Ägäis und das Mittelmeer sind zwei Regionen, in denen Migranten auf ihrem Weg nach Europa schweres Leid erfahren. Die traurigen und wehmütigen Blicke der Menschen, die unter großen Risiken ihre Heimat verlassen, stehen symbolisch für die tausenden Geschichten, die sie zurücklassen.
Der Künstler Fuat Saka, der selbst 20 Jahre als politischer Flüchtling im europäischen Exil verbrachte, später in die Türkei zurückkehrte und nun in Datça lebt, bietet mit dieser Sinfonie einen berührenden und aufrichtigen Blick auf das 20. und 21. Jahrhundert – ein Zeitalter der Kriege, Massaker, Vertreibungen und des Rassismus – aus der Perspektive eines zeitgenössischen türkischen Intellektuellen.
Die Migrationssinfonie ist ein türkisch-griechisches Gemeinschaftsprojekt
Die Sinfonie wird am Freitagabend, den 3. Juli in Bodrum Turgutreis und am Samstag, den 4. Juli in Datça aufgeführt. Die türkischen Gesangsparts übernimmt die Athener Künstlerin Ioanna Forti. Im letzten Teil des Werks wird Forti gemeinsam mit Fuat Saka ein Duett singen, bei dem türkische und griechische Worte miteinander verschmelzen. Zudem werden der kretische Musiker Zaharias Sypridakis mit der kretischen Lyra (Kemençe) und Cihan Yurtçu aus Istanbul mit der Hirtenflöte (Kaval) das Orchester begleiten.
Der Eintritt zu beiden Konzerten ist kostenlos.