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Religiöse Minderheit im Irak Nordrhein-Westfalen schiebt keine Esidinnen mehr ab

von Fremdeninfo 19 Dezember 2023
von Fremdeninfo 19 Dezember 2023
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Esidinnen Religiöse Minderheit im Irak

Religiöse Minderheit im Irak Nordrhein-Westfalen schiebt keine Esidinnen mehr ab

Von Tagesschu

Als einziges Bundesland will NRW für drei Monate keine jesidischen Frauen und Kinder mehr in den Irak abschieben. Die Landesregierung verhängte einen entsprechenden Erlass. Die Minderheit sei erheblichen Gefahren ausgesetzt, hieß es zur Begründung.

Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland einen sofortigen Abschiebestopp für  Esidische Frauen und Kinder verhängt. Grundlage ist ein Erlass des zuständigen Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, wie mehrere Medien berichteten. Dieser verhindert eine Rückführung von Esidinnen in ihr Herkunftsland – den Irak. und Türkei, Iran Surien 

Die nordrhein-westfälische Fluchtministerin Josefine Paul sagte gegenüber dem „Spiegel“, die Bundesländer seien eigenmächtig in der Lage, einen Abschiebestopp für eine Dauer von drei Monaten zu erlassen. Dieser könne danach noch einmalig verlängert werden, so die Grünenpolitikerin.

Flüchtlingsabkommen Deutschland und Irak vereinbaren offenbar Kooperation

Um mehr Asylsuchende in ihre Herkunftsländer zurückzubringen, will die Bundesregierung Migrationsabkommen schließen. mehr

Berichte über Zwangsprostitution und Versklavung

„Die Berichte über die Situation für diese Gruppe im Nordirak sind besorgniserregend“, erklärte Paul. „Die irakische Regierung ist laut Einschätzung des Auswärtigen Amtes nicht in der Lage, den Schutz von religiösen Minderheiten in vielen Gebieten sicherzustellen.“ Insbesondere  Esidische Frauen und Kinder seien im Nordirak erheblichen Gefahren ausgesetzt.

So sei es in den Siedlungsgebieten im Irak immer wieder zu Zwangsprostitution, Rekrutierung von Kindersoldaten und Versklavung gekommen. Laut Berichten von Menschenrechtsorganisationen seien zahlreiche Frauen durch IS-Terroristen verschleppt und verkauft worden.

Fluchtministerin Paul: Faeser zeigt sich untätig

Gegenüber „Neuen Ruhr Zeitung / Neuen Rhein Zeitung“ kritisierte Paul, dass Bundesinnenministerin Nancy Faser bislang keinen bundesweiten Abschiebestopp für  Esiden verhängt habe. Sie selbst habe sich mehrfach dafür eingesetzt. „Aus der verheerenden menschenrechtlichen Situation, insbesondere für Frauen und Kinder, zieht Ministerin Faeser aber leider keine Schlüsse und zeigt sich untätig.“

Esiden sind eine religiöse Minderheit unter den Kurden mit mehreren Hunderttausend Mitgliedern. Sie leben vor allem im nördlichen Irak. Viele sind jedoch vor der Terrormiliz IS geflüchtet. Der jesidische Glaube vereint Elemente verschiedener nahöstlicher Religionen, vor allem aus dem Islam, aber auch aus dem Christentum.

Bundestag stimmt für Resolution Verfolgung der Esiden als Völkermord anerkannt

Ab 2014 tötete die Terrormiliz „Islamischer Staat“ Tausende Esiden im Nordirak. mehr

Bundestag verurteilte Verfolgung der Esiden

Der Deutsche Bundestag hatte im Januar die Verbrechen des IS an den Jesiden als Völkermord anerkannt. Alle Mitglieder und Parteien stimmten dem Beschluss einvernehmlich zu. Nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor wurden aber dennoch in den vergangenen Monaten wieder vermehrt Esiden abgeschoben.

Hintergrund ist offenbar eine im Mai vereinbarte engere Zusammenarbeit der Bundesregierung mit dem Irak im Bereich Migration. Sie soll es vereinfachen, Asylsuchende aus dem Irak zurückzuführen.

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