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Politische Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland und die damit verbundenen Hindernisse

von Cumali Yağmur 27 Mai 2026
von Cumali Yağmur 27 Mai 2026
Cumali Yağmur
Cumai XYagmur
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                    Von: Cumali Yağmur

Jugendliche mit Migrationshintergrund stehen vor erheblichen Hindernissen bei der politischen Teilhabe. In Deutschland sind diese Jugendlichen politisch weitaus weniger aktiv als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Es gibt zahlreiche Gründe, die den Einstieg von migrantischen Jugendlichen in die Politik erschweren.

An erster Stelle stehen der fehlende Zugang zur Politik, die Konfrontation mit nationalistischer und rassistischer Diskriminierung sowie die unzureichende Repräsentation der eigenen Gruppe in der Politik. Ein Blick auf den Deutschen Bundestag zeigt, dass der Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund mit 11,6 % sehr niedrig ist. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 hatten etwa 30 % der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund, wobei etwa jeder Zweite von ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

Ein frappierendes Ergebnis der vorliegenden Studie ist zudem: Während nur 11 % der Jugendlichen mit Migrationshintergrund politisch aktiv sind, liegt dieser Anteil bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund bei 40 %. Dies verdeutlicht, dass die bisherige Integrationspolitik aus einer falschen Perspektive angegangen wurde.

Durch die jahrelang praktizierte Politik wurden migrantische Minderheiten ausgegrenzt, indem ihnen politische Rechte vorenthalten wurden. Da ihnen von Anfang an keine demokratischen Gleichberechtigungen zugestanden wurden, fühlen sich Migranten ständig außerhalb des politischen Geschehens. Diese Situation erschüttert das Vertrauen der Menschen in die Demokratie und in die deutsche Gesellschaft. Auch die gelegentlichen diskriminierenden Äußerungen verantwortungsloser Politiker gegenüber Migranten schrecken junge Menschen von der Politik ab.

In den Schulen werden politische Inhalte nicht in ausreichendem Maße behandelt, und Themen, die migrantische Jugendliche überzeugen könnten, finden kaum Platz. Es fehlt an einem Bildungsverständnis, das junge Menschen auf die Politik vorbereitet und ihnen vermittelt, dass sie auf diesem Weg ihre demokratischen Rechte erlangen können. Ebenso kommen Migrantenvereine und zivilgesellschaftliche Organisationen ihrer Aufgabe in diesem Bereich nicht ausreichend nach und organisieren zu wenige politische Seminare.

Migrantische Jugendliche zeigen nicht nur wenig Interesse an den bestehenden deutschen Parteien, sondern glauben auch nicht, dort angemessen repräsentiert zu sein. Insbesondere die Tatsache, dass fremdenfeindliche Parteien junge Migranten oft unter Generalverdacht stellen und sie als „kriminell“ stigmatisieren, distanziert sie vollständig von der Politik. Da in den Parteien keine „Migrantenquote“ analog zur Frauenquote angewendet wird, ist es für diese Jugendlichen schwierig, in Entscheidungsgremien vorzudringen.

Wirtschaftliche Gründe stellen ebenfalls ein großes Hindernis dar. Da die Mehrheit der migrantischen Familien im Niedriglohnsektor arbeitet, tragen oft auch die Jugendlichen zur Sicherung des Lebensunterhalts bei. Wer gleichzeitig mit Bildungsanforderungen und Existenzsorgen kämpft, hat kaum Zeit für politisches Engagement. In diesem Bereich müssen neue Methoden und Systeme entwickelt sowie neue Möglichkeiten geschaffen werden, um Jugendliche mit Migrationshintergrund in die Politik einzubinden.

Zusammenfassend lassen sich die Gründe für die geringe politische Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wie folgt punkten:

  1. Institutionelle und gesellschaftliche Ausgrenzung:Nationalistische Diskurse und rassistische Diskriminierung schädigen das Zugehörigkeitsgefühl der Jugendlichen und erschüttern ihr Vertrauen in die Demokratie.
  2. Defizite im Bildungssystem:Da die Lehrpläne in den Schulen die Bedürfnisse und demokratischen Rechte migrantischer Jugendlicher nicht ausreichend abdecken, verzögert sich die politische Bewusstseinsbildung.
  3. Unzureichendes Engagement der Zivilgesellschaft:Migrantenorganisationen bleiben bei der politischen Bildung und Seminararbeit für Jugendliche hinter ihren Möglichkeiten zurück.
  4. Struktur der politischen Parteien:Das Fehlen inklusiver Mechanismen wie einer Migrantenquote in den Volksparteien sowie die kriminalisierende Rhetorik der extremen Rechten.
  5. Sozioökonomische Bedingungen:Die Notwendigkeit für Kinder aus einkommensschwachen Familien, früh ins Erwerbsleben einzusteigen, schränkt die Zeit und Energie für politische Aktivitäten ein.

Zusammenfassend ist es unerlässlich, die bestehende Integrationspolitik zu revidieren und strukturelle Reformen umzusetzen, die die Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Entscheidungsprozessen fördern.

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Cumali Yağmur

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