Neue Generation der Deutschen in Deutschland: Die Position der jungen Migranten der dritten Generation

von Cumali Yağmur
Cumali Yağmur

 

Von: Cumali Yağmur

Die dritte Generation, die Enkel der ersten und zweiten Einwanderergeneration, wird heute statistisch immer noch unter dem Begriff „Migrationshintergrund“ erfasst. Mit der im Jahr 2000 in Kraft getretenen Staatsbürgerschaftsreform können in Deutschland geborene Kinder die doppelte Staatsbürgerschaft erhalten. Diese jungen Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft sind längst zu einem festen und untrennbaren Bestandteil der deutschen Gesellschaft geworden. Daher bedeutet es, ihre Eigenwahrnehmung und Lebensrealität zu ignorieren, wenn man für sie weiterhin ethnische Definitionen verwendet.

Die „Nachverfolgung der ethnischen Herkunft“ beschränkt sich für die dritte Generation auf dem Papier lediglich darauf, dass sie als Staatsbürger des Landes geführt werden, aus dem ihre Großeltern stammten. Tatsächlich hat diese Generation jedoch fast keine Bindung mehr zum Herkunftsland und zur Kultur ihrer Vorfahren. Diese Generation ist in Deutschland geboren, hat hier den Kindergarten sowie die Schule besucht und alle Sozialisationsprozesse innerhalb der deutschen Gesellschaft durchlaufen. Im Gegensatz zur ersten und zweiten Generation beherrschen viele von ihnen die Sprache ihrer Vorfahren nicht vollständig, während sie Deutsch auf höchstem Niveau als ihre Muttersprache sprechen.

Diese Generation hat kein „Integrationsproblem“, da sie mit der deutschen Kultur, der Sprache und den gesellschaftlichen Werten aufgewachsen ist und diese verinnerlicht hat. Auch wenn einige aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes glauben, sie „sähen nicht deutsch aus“, spiegelt dies nicht die gesellschaftliche Realität wider. Unter Deutschen gibt es immer noch Menschen, die diesen Jugendlichen aufgrund ihres Aussehens die Frage stellen: „Woher kommst du?“. Interessant ist, dass diese Frage meist von alteingesessenen Deutschen gestellt wird, während sie unter Menschen anderer Nationalitäten kaum ein Element der Neugier darstellt.

Es ist unerlässlich, dass die Jugendlichen der dritten Generation in Deutschland von der Gesellschaft voll akzeptiert werden und das Verständnis von Multikulturalität verinnerlicht wird. Das soziokulturelle Umfeld und die Lebensbedingungen der dritten Generation sind vollständig mit Deutschland kompatibel. Dass sie Deutsch auf muttersprachlichem Niveau sprechen, macht sie unweigerlich zu einem natürlichen Teil der deutschen Kultur.

Auf politischer Ebene ist die Bezeichnung der dritten Generation als Menschen mit „Migrationshintergrund“ ein veralteter Ansatz. Einige Kreise, die sich als „Migrationsexperten“ profilieren, agieren in Deutschland in dieser Hinsicht langsamer als andere europäische Länder. Es muss eine politische Debatte angestoßen werden, um ein neues Zugehörigkeitsgefühl innerhalb der deutschen Gesellschaft zu entwickeln. Für die dritte Generation sollte bundesweit eine einheitliche Definition festgelegt werden, und diese Jugendlichen sollten als „Neue Generation der Deutschen“ anerkannt werden. Während diese Jugendlichen eine aktive deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, ist die Staatsbürgerschaft anderer Länder lediglich ein passives Detail auf dem Papier, das oft nur aus rechtlichen Notwendigkeiten besteht.

Auch die deutsche Kultur sollte parallel zu den weltweiten Entwicklungen ihre universelle Seite stärken und sich an die heutigen Bedingungen anpassen. Da Kulturen einem ständigen Wandel unterliegen, muss dieser Veränderungsprozess akzeptiert und das gesellschaftliche Verständnis auf das Niveau des modernen europäischen Denkens gehoben werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass angesichts dieser Tatsachen der Status Deutschlands als „Einwanderungsland“ nicht nur eine Worthülse bleiben darf, sondern vollständig in das gesellschaftliche Leben übertragen werden muss. In der neuen Ära sollte die dritte Generation als „neue Generationen“ als wesentlicher Teil der Gesellschaft akzeptiert werden, und ihre Zugehörigkeit sollte nicht mehr zur Debatte stehen.

Da man heute erkennen muss, dass sich alles wandelt, darf man nicht in Nationalismus oder Rassismus verharren. Alles nur nach traditionellen deutschen Normen und Werten zu bewerten und die Augen vor dem Wandel zu verschließen, bedeutet, weit hinter der Zeit zurückzubleiben. Damit Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nicht den Anschluss verliert, muss es mit einem moderneren Verständnis auf jede Art von Veränderung vorbereitet sein. Alles auf der Welt und alle kulturellen Werte ändern sich natürlicherweise; es ist entscheidend, diese Veränderung in einem positiven Sinne zu sehen und anzunehmen.

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