Artikel von Neuerer, Dietma
Jan van Aken will den Vorsitz der Linken im Juni aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Der Politiker bleibt aber politisch aktiv. Sein Bundestagsmandat will er weiter ausüben
Der Ko-Vorsitzende der Linken, Jan van Aken, will sein Amt auf dem Bundesparteitag im Juni niederlegen. Als Grund nannte er gesundheitliche Probleme.
Es bestehe jedoch „kein Grund zu größerer Sorge“, es handele sich nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit. „Trotzdem muss ich auf mich aufpassen. Das tue ich hiermit“, sagte van Aken. Bis zum Parteitag wolle er gemeinsam mit Co-Chefin Ines Schwerdtner im Amt bleiben.
Sein Bundestagsmandat will van Aken bis zum Ende der Legislaturperiode weiter ausüben. Auch der Partei stehe er weiterhin „im Rahmen des dann Möglichen“ zur Verfügung. Der Schritt falle ihm schwer, betonte er. Zugleich dankte er Schwerdtner für die Zusammenarbeit.
Van Aken steht erst seit rund eineinhalb Jahren an der Spitze der Partei. Im Oktober 2024 war er auf einem Parteitag in Halle gemeinsam mit Schwerdtner in die Doppelspitze gewählt worden.
Die Linke befand sich damals in einer tiefen Krise, lag in Umfragen unter drei Prozent und war durch interne Konflikte – etwa über die Migrationspolitik und den Kurs gegenüber Sahra Wagenknecht – stark belastet. Dem Duo gelang jedoch für die Partei die Wende. Bei der Bundestagswahl 2025 zog die Linke mit 8,8 Prozent wieder ins Parlament ein.
Die Kandidatur van Akens für den Parteivorsitz war seinerzeit überraschend gekommen. Der Hamburger hatte sich zuvor aus der Bundespolitik zurückgezogen. Zwischen 2009 und 2017 gehörte er dem Bundestag an, war unter anderem stellvertretender Fraktionsvorsitzender und außenpolitischer Sprecher.
Mit dem angekündigten Rückzug verliert die Linke eine ihrer prägenden Figuren in einer Phase, in der sich die Partei nach Wahlerfolgen im Aufwind sieht. „Mir fällt dieser Schritt sehr schwer, weil ich es immer anders geplant hatte“, sagte van Aken. „Ich finde, die Partei ist auf einem guten Weg.“ Themen wie Mietendeckel und Vermögensteuer hätten an Bedeutung gewonnen.
Die Linke habe zudem bei allen vier Wahlen in diesem Jahr deutlich zugelegt. Anders als von der Partei erhofft, scheiterte sie jedoch bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an der Fünf-Prozent-Hürde.