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Flüchtlinge

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Allgemein

„Nicht förderungswürdig“: Mansour erhält Millionen trotz vernichtendem Gutachten

von Fremdeninfo 7 November 2025
von Fremdeninfo

Von: Dtj-online

 In „islamkritischen“ Kreisen ist Ahmad Mansour ein beliebter Belastungszeuge gegen die muslimische Community. Als die Ampel auseinanderbrach, genehmigte das Bundesforschungsministerium neun Millionen Euro für ein von ihm vorgelegtes Forschungsprojekt. In einem Fachgutachten war dieses zuvor explizit als „nicht förderungswürdig“ eingeschätzt worden.

Ahmad Mansour ist eine der gefragtesten Stimmen, wenn es um den Islam und die Muslime in Deutschland geht. Es vergeht kaum eine Woche, in der er sich nicht in der „Welt“ oder anderen Publikationen zu Wort meldet. Dabei warnt er vor dem Kopftuch, vor Gebetsräumen an Schulen oder auch vor marokkanischen Fußballern, die bei der WM mit ihren Müttern auf dem Rasen tanzen.

Nun soll die „Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention (MIND) gGmbH“ nicht weniger als 9 Millionen Euro an Fördermitteln vom Bund erhalten. Und das, obwohl Fachgutachter des Bundesforschungsministeriums eine Förderungswürdigkeit seiner Arbeit gar nicht zu erkennen vermochten. Dies hat nun die Rechercheplattform „Correctiv“ enthüllt.

Das Projekt „Dis_ident: Desinformation und Identitätskonstruktion in der demokratischen Gesellschaft“ sollte im Zeitraum von Oktober 2024 bis September 2029 die „Wechselwirkungen zwischen Desinformation, Identitätskonstruktion und Radikalisierung“ untersuchen. Schwerpunkt soll dabei der israelbezogene Antisemitismus sein, der unter dem Eindruck des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg in Gaza auch in Deutschland einen erheblichen Schub erhielt. Die Forschungsfrage bezog sich in dem Projekt jedoch nicht nur auf Antisemitismus im Allgemeinen und nicht einmal israelbezogenen – der auch in weit linken oder rechten Kreisen der Mehrheitsgesellschaft keine Ausnahmeerscheinung darstellt.

Vielmehr standen Jugendliche im Alter von 14 bis 22 Jahren im Fokus, die Hauptschulen besuchten und „aus patriarchal und traditionell geprägten Familien“ stammten. Außerdem sollen diese noch „besonders aus dem muslimischen Kulturkreis“ kommen, „in dem antisemitische Einstellungen verbreitet sind“, wie es in der Projektbeschreibung hieß. Anschließend ging es noch um Gegenstrategien, wobei einige Optionen aufgezählt waren.

Gutachten legte eklatante Schwächen offen

Mehrere Gutachterinnen und Gutachter befassten sich daraufhin mit der Projektskizze. Dabei räumen sie ein, dass ein Projekt, das unterschiedliche Ansätze wie Akteure aus der Praxis und den Einsatz neuartiger Technologien wie KI und Computational Science verfolgt, durchaus Potenzial habe. Allerdings treffe das nicht zwingend auf das Projekt von Mansour zu, über das es hieß: „Die Gutachtenden kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Projektskizze in der vorliegenden Fassung aus verschiedenen Gründen nicht förderungswürdig ist und grundlegender Überarbeitungsbedarf besteht.“

Schon bezüglich des Projektverständnisses selbst sahen sie erheblichen Verbesserungsbedarf. So fehlten den Begutachtenden bereits Erläuterungen zum Forschungsstand, Praxiserfahrungen und Praxisstandards im Themenfeld und erkennbar kohärente Konzepte bezüglich der Ausgestaltung selbst.

„Ausschließliche Adressierung von muslimischen Jugendlichen wenig zielführend“

Den Experten war der Fokus auf muslimische Jugendliche durchaus suspekt. Man wollte wissen, wie die Teilnehmer an dem Prozess überhaupt ausgewählt werden sollen. Auch hatten sie erkennbar Bedenken hinsichtlich der Einbindung von Eltern, Sorgeberechtigten oder Lehrern. Sie vermissten Ausführungen darüber, wie die Eltern der zu befragenden Minderjährigen erreicht und adressiert werden sollten. Außerdem fehlten Angaben zum Datenschutz bei diesem durchaus sensiblen Thema.

Auch die geplante Fokussierung auf im weitesten Sinne muslimische Jugendliche wurde von den Gutachtenden als problematisch eingestuft. So herrsche in der Präventionsforschung und -praxis „weitgehend Konsens, dass eine ausschließliche Adressierung von muslimischen Jugendlichen in gemischten Gruppen wenig zielführend und mit stigmatisierenden Wirkungen verbunden ist“. Pädagogische Ansätze im Bildungsbereich (Berufs-)Schule sollten sich „grundsätzlich an alle Jugendlichen und nicht vereinzelte Gruppen von Jugendlichen aus spezifischen Familienkulturen“ richten.

Auf seiner Facebookseite verteidigte sich Mansour am Freitag. Auf den Vorwurf „Stigmatisiert ihr Muslime?“ antwortet er in dem Post: „Nein. Wir schützen Persönlichkeitsrechte, achten Besonderheiten vulnerabler Gruppen und schauen auf Mechanismen, nicht auf Glauben. Respekt vor jeder Person, Schutz vor Druck und Hass.“

Gutachten zweifelte am Willen Mansours zu ergebnisoffener Forschung

Im Gutachten heißt es weiter, dass die Forschungsfrage „durch Vorannahmen geprägt“ sei, „welche nicht weiter belegt oder erläutert werden“. Das formulierte Anliegen im Forschungsprojekt weise „Defizite auf der Grundlage sensibler und ethischer Überlegungen“ auf, wie Unterschiede zwischen gesellschaftlich verschiedenen Gruppen suggeriert oder hergestellt würden. Die Studie fokussiere sich auf Jugendliche, die noch in der Orientierungsphase seien. Zudem basierten die Thesen, die in der Antragskizze betont würden, auf „Vorannahmen, wonach antisemitische Einstellungen per se gegeben seien“. Der Bedarf nach Lösungsansätzen stehe nicht im Vordergrund.

Die Antragsteller um Mansour reichten einen neuen Antrag zu „Dis_ident“ ein. Darin versicherten sie, dass die internationale Migrationsbiografie als „ein potenzieller Risikofaktor, jedoch nicht als einseitiger Prädiktor für antisemitische Einstellungen“ betrachtet werde. Es solle untersucht werden, ob „Migration in Zusammenhang mit antisemitischen Einstellungen steht“, jedoch „ohne vorgefasste Annahmen“.

Das Geld musste verplant werden – damit bewilligte Mittel nicht verfallen

In der Endphase der gerade im Zerbrechen befindlichen Ampel mussten schnelle Entscheidungen getroffen werden. Der damalige zuständige Staatssekretär Jens Brandenburg (FDP) stimmte Anfang November 2024 der Vorbereitung einer sogenannten „unverbindlichen Inaussichtstellung“ zu. Die Gutachter sollten sich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals mit dem neuen Antrag befassen. Bei „Correctiv“ meint man, dass Mansour von der knappen Zeit profitiert habe: „Staatssekretär Brandenburg und seine Mitarbeiter wollten wohl verhindern, dass die Mittel, die vom Haushaltsausschuss für das Jahr 2024 bewilligt wurden, verfallen.“

Immerhin habe es zuvor in einer internen Mail den Hinweis gegeben, das nicht abgerufene Mittel „nicht in folgende Haushaltsjahre verschoben werden“ könnten. Zu Deutsch: Es bestand die Notwendigkeit, in letzter Minute noch so viel Geld wie möglich zu verplanen, um in Zeiten knapper Kassen künftigen Etatkürzungen entgegenzuwirken.

7 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Bundestagsvizepräsidentin Klöckner: Sexarbeit verletzt die Menschenwürde

von Cumali Yağmur 6 November 2025
von Cumali Yağmur

Von: dpa

 Die deutsche Bundestagsvizepräsidentin Julia Klöckner hat sich für ein vollständiges Verbot der „Prostitution“ im Land ausgesprochen. Klöckner betonte, dass der Sexhandel die Menschenwürde verletze, und nannte das in Schweden und Norwegen praktizierte „Nordische Modell“ als einen möglichen Ausweg für Deutschland.

Bei einer Veranstaltung in Berlin kritisierte die CDU-Politikerin Julia Klöckner den Zustand der Sexindustrie in Deutschland mit scharfen Worten. Sie argumentierte, dass Sexarbeit die Grundrechte von Frauen verletze und die Gleichstellung in der Gesellschaft behindere, und wies auf die Unzulänglichkeit der bestehenden Gesetze hin.

„Gewalt, männliche Dominanz und Unfreiwilligkeit sind immer noch weit verbreitet. Deutschland ist heute das ‚Bordell Europas‘“, sagte die konservative christdemokratische Politikerin.

Klöckner erklärte, dass der bestehende rechtliche Rahmen, der die Prostitution im Land regelt, die Sexarbeitenden nicht schützen könne. Die Realitäten hinter dem Sexhandel würden ignoriert, so die Bundestagsvizepräsidentin, die zu mehr gesellschaftlicher Sensibilität aufrief.

Unterstützung für das schwedische und norwegische Modell

Klöckner führte den in Schweden und Norwegen praktizierten Ansatz, bekannt als das „Nordische Modell“, als Vorbild für Deutschland an. Nach diesem Modell werden nicht die Sexarbeitenden, sondern die Kunden strafrechtlich belangt. Zudem werden Bordelle geschlossen und den Sexarbeitenden alternative Lebenswege angeboten.

„Ein gekaufter Körper ist nicht frei. Wahre Freiheit bedeutet, nicht gekauft zu werden“, sagte Klöckner und signalisierte damit, dass die Gesellschaft eine klare Haltung gegen den Sexkauf entwickeln müsse.

Klöckners Äußerungen haben innerhalb der Ampel-Koalition eine neue gesellschaftliche und ethische Debatte entfacht. Es wird erwartet, dass ihr Vorschlag in den kommenden Tagen in Politik und Öffentlichkeit auf breite Resonanz stoßen wird.

6 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Großdemos in Köln – „Erhebliche“ Verkehrsstörung erwartet

von Cumali Yağmur 6 November 2025
von Cumali Yağmur

Artikel von Sebastian Hahn/ T-Online

ausende Menschen demonstrieren für die Freilassung von Abdullah Öcalan: Aus Solidarität (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Mehrere Großdemonstrationen schränken den Verkehr in der Innenstadt bereits ab Samstagvormittag stark ein. Die Polizei rechnet mit Tausenden Menschen.

Die Polizei Köln bereitet sich intensiv auf einen Großeinsatz aufgrund mehrerer angemeldeter Demonstrationen am Wochenende vor. Am Samstag (8. November) rechnen die Behörden mit bis zu 15.000 Teilnehmenden bei einer kurdischen Großdemonstration für die Freilassung des PKK-Gründers Abdullah Öcalan. Die Demonstrierenden wollen von der Deutzer Werft über die Deutzer Brücke in Richtung Innenstadt ziehen.

Laut Anmeldung soll der Demonstrationszug im Anschluss bis zur Hohe Straße weiterziehen, bevor die Menschen über den Mühlenbach zurück in die Deutzer Werft geleitet werden. Dort soll eine Abschlusskundgebung stattfinden. Bei einer ähnlichen Großdemonstration im Frühjahr war es bereits zu erheblichen Verkehrseinschränkungen in der Innenstadt gekommen.

Köln: Großdemonstration am Samstag – Straßen in der Innenstadt gesperrt

Die Polizei rechnet zwischen 10 und 20 Uhr mit starken Einschränkungen. Parallel sind zwei weitere Versammlungen angemeldet worden. Eine zum Thema „Stoppt den Genozid in Gaza“ mit rund 1.000 Teilnehmenden. Sie soll auf dem Bahnhofsvorplatz starten und über die Zeughausstraße und die Ringe bis zur Aachener Straße führen. Anschließend soll es für eine Abschlusskundgebung zurück zum Ausgangsort am Bahnhof gehen. Die Demonstration ist von 15.30 bis 20 Uhr angemeldet.

Gleichzeitig findet zwischen 13.30 und 17 Uhr eine Kundgebung an der Domtreppe zum Hauptbahnhof statt. Die Versammlung mit dem Thema „Kein Israelhass und Antisemitismus in unserer Stadt“ wurde mit bis zu 30 Teilnehmern angemeldet.

Ab 8.30 Uhr beginnt die Kölner Polizei damit, Straßen und Flächen entlang des Demonstrationsweges vor allem in Deutz abzusperren. Entlang des geplanten Demonstrationsverlaufs werden zudem kurzfristig Straßen für den Autoverkehr gesperrt. Am Freitag (7. November) richten die Beamten in der Zeit zwischen 9 und 15 Uhr sowie am Samstag zwischen 9 und 18 Uhr ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 0221 229-7777 ein.

KVB: Linien durch Demonstrationen stark eingeschränkt

Auch die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) rechnen mit erheblichen Einschränkungen, vor allem wegen der kurdischen Großdemonstration. Ab 8 Uhr wird der Verkehr der Stadtbahn-Linie 7 im Bereich der Siegburger Straße in Deutz beeinträchtigt. Außerdem könne es zu Verzögerungen auf den Linien 3 und 4 sowie auf den Buslinien 150, 153 und 159 kommen. Die Stadtbahn-Linien 1, 7 und 9 könnten zudem zeitweise am Heumarkt getrennt werden. Das betrifft auch die Buslinien 106, 132 und 133.

6 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Die politische Lage in der Bundesrepublik Deutschland

von Cumali Yağmur 6 November 2025
von Cumali Yağmur

Von  : Cumali Yagmur

Nach den Bundestagswahlen wurde in Deutschland eine Große Koalition von CDU/CSU und SPD gebildet, und Friedrich Merz (CDU) wurde zum Bundeskanzler ernannt. Die Ministerien wurden unter den Parteien aufgeteilt. Während dieser Regierungszeit gerieten insbesondere die Hauptoppositionspartei CDU/CSU und die Regierungspartner wegen verschiedener Probleme in die Schlagzeilen.

Die Leistung der Regierung und ungelöste Probleme

Die Regierung hatte Schwierigkeiten, einige ihrer wichtigsten Wahlversprechen zu erfüllen. Insbesondere bei den Themen Kinderarmut, Probleme im Rentensystem und die zunehmende allgemeine Armut konnten keine konkreten und nachhaltigen Lösungen gefunden werden.

Die Wohnungskrise in den Großstädten hat sich verschärft; die Tatsache, dass die Mieten auf ein für die Bevölkerung unbezahlbares Niveau gestiegen sind, wurde zu einem der größten Kritikpunkte an der Regierung.

Die Hauptopposition: Die Rhetorik von CDU/CSU und Friedrich Merz

Der Oppositionsführer Friedrich Merz wird dafür kritisiert, angesichts dieser Misserfolge der Regierung von den eigentlichen Problemen abzulenken. Merz machte mit umstrittenen Äußerungen wie  MigaratInnen „ verändern das Gesicht unserer Städte“ Schlagzeilen. Anstatt auf die Kritik aus der Bevölkerung einzugehen, verschärfte er  Fragen Sie Ihre Tochter, was als sein zweiter Fehler angesehen wurde

Statt die Probleme der verarmenden Bevölkerung im eigenen Land zu lösen, unterstützt die Regierung Kriege.

Es wird interpretiert, dass Merz glaubt, mit solchen populistischen und rhetorischen Äußerungen die an die AfD verlorenen Stimmen zurückgewinnen zu können, anstatt konkrete Lösungen zu produzieren. Da er jedoch keine überzeugenden Lösungen für die grundlegenden Probleme der Bevölkerung anbieten kann, hat er Schwierigkeiten, seine Wähler zu überzeugen. Diese Politik der CDU/CSU entfremdet sogar die eigene Wählerschaft und steigert die Unzufriedenheit in der Gesellschaft.

Die Rolle der SPD in der Koalition

Obwohl die SPD Koalitionspartner ist, wird kritisiert, dass sie in der Regierung nicht über genügend Gewicht verfügt und sich nicht ausreichend um die Lösung der Probleme bemüht. Abgesehen von der Anhebung des Mindestlohns wird ihre passive Haltung bei grundlegenden Problemen der Bevölkerung wie der Rente, der Wohnungskrise und der Berufsausbildung junger Menschen von ihren Wählern mit Enttäuschung aufgenommen.

Während die Regierung einerseits mit Unterstützung der SPD das Gesetz zur Erleichterung der Einbürgerung nach drei Jahren ändert, verfolgt sie andererseits eine Politik, die die Abschiebung von abgelehnten und straffällig gewordenen Asylbewerbern beschleunigt.

Andere Oppositionsparteien

Die Grünen: Die Grünen haben eine sehr effektive Opposition gegen die als nationalistisch und rassistisch eingestuften Äußerungen von Friedrich Merz gezeigt. Sie beteiligten sich aktiv an den Massendemonstrationen in den Großstädten gegen diese Äußerungen von Merz und brachten ihren Protest zum Ausdruck.

Die Linke: Die Linkspartei wurde geschwächt, nachdem Sahra Wagenknecht die Partei vor den Wahlen verlassen, ihre eigene Partei gegründet und einige bekannte Abgeordnete mitgenommen hatte. Wagenknechts neue Partei scheiterte bei den Wahlen an der 5-Prozent-Hürde und zog nicht in den Bundestag ein. Die Linke versucht im Parlament, ihre oppositionelle Stimme gegen die bürgerfeindliche Politik der Regierung und die Rhetorik von Merz zu erheben.

AfD (Alternative für Deutschland): Die für ihre Fremdenfeindlichkeit bekannte rechtsextreme Partei AfD sah die migrantenfeindlichen Äußerungen von Friedrich Merz als Unterstützung für ihre eigene Politik. Die ungelösten Probleme der Regierung und die nach rechts driftende populistische Sprache der CDU/CSU nützen vor allem der AfD. Auch wenn die von der AfD in den Bundestag eingebrachten Anträge, die ihre feindselige Politik gegenüber Migranten fortsetzen, von allen anderen Parteien abgelehnt werden, nährt sich die Partei von der Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

Die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung spiegelt sich auch in den Meinungsumfragen wider. Aktuelle Umfragen deuten auf die Möglichkeit hin, dass die AfD bei den nächsten Wahlen bundesweit die stärkste Kraft werden könnte. Diese Situation wird als Folge des Versäumnisses der etablierten Parteien gesehen, Lösungen für die Probleme der Menschen zu finden, und ihrer Hinwendung zu populistischer Rhetorik.

6 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Erdogans Menschen-Schach: Europa am Gaspedal der Moral

von Fremdeninfo 6 November 2025
von Fremdeninfo

Kamil Taylan

Erdogan hat das Spiel längst perfektioniert. Andere handeln mit Gas, Öl oder seltenen Erden – er handelt mit Menschen. Vier Millionen Flüchtlinge, fein säuberlich katalogisiert nach Herkunft, Verzweiflungsgrad und politischem Nutzen. Ein Vorrat an Leid, abrufbar für jede diplomatische Krise. Und Europa kauft. Immer. Teuer, verlässlich, moralisch entsetzt – und politisch gefügig.

Man nennt es in Brüssel „Migrationskooperation“, in Berlin „pragmatische Außenpolitik“, in Ankara schlicht „Hahn auf – Hahn zu“. Ein simpler Mechanismus: Wenn Europa nicht spurt, fließen keine Rückführungen. Wenn es zahlt – oder besser noch: Kampfjets liefert – versiegt der Strom Richtung Ägäis. Die Türkei ist zum Türsteher Europas geworden, mit der Lizenz zum moralischen Spagat.

2020 ließ Erdogan die Busse anrollen – Tausende Menschen an die griechische Grenze, eine Prozession der Hoffnungslosigkeit. Die Kameras liefen, die Drohung war verstanden: „Es werden noch mehr kommen!“ Und sie kamen. Nicht, weil sie wollten, sondern weil sie mussten. Ein geopolitisches Schauspiel, Regie: Recep Tayyip Erdogan. Statisten: die Entrechteten.

Jetzt, fünf Jahre später, 2025, wird das Stück fortgesetzt – mit neuen Kulissen, neuen Requisiten. Statt Drohungen gibt es Deals.

Deutschland liefert Eurofighter, Erdogan liefert Zustimmung zur Rücknahme abgelehnter Asylbewerber. Waffen gegen Menschen, Technik gegen Schweigen. Das Ganze nennt sich „Partnerschaft auf Augenhöhe“. Und Kanzler Merz spricht in Ankara von einem „strategischen Dialog“. Erdogan lächelt – der Mann weiß, wann er gewonnen hat.

Manche nennen es Erpressung. Andere Realpolitik. Der Unterschied ist nur eine diplomatische Floskel weit. Denn im Kern bleibt es ein Tauschgeschäft mit menschlichem Material. 22.000 abgelehnte Asylbewerber in Deutschland – Figuren auf Erdogans Schachbrett. Jede Bewegung eine Botschaft: „Willst du sie zurück? Dann gib mir, was ich will.“

Und Europa nickt, weil es Angst hat, dass das Spiel sonst ohne Regeln weitergeht.

Die EU überweist Milliarden, baut Zäune, nennt sie „Hotspots“ und diskutiert ernsthaft über „sichere Drittstaaten“. Sichere Drittstaaten – in einem Land, in dem Journalisten verhaftet, Richter ausgetauscht und Menschenrechtler als Terroristen angeklagt werden. Aber die Genfer Flüchtlingskonvention, mit Erdogans geografischem Vorbehalt, bleibt ein hübsches Feigenblatt.

Man kann sich schließlich nicht um jedes Schicksal kümmern, wenn man gleichzeitig Eurofighter liefern muss.

Die eigentliche Tragödie spielt sich indes leise ab: auf den Gesichtern jener, die weder Erpressung noch Diplomatie heißen – die einfach nur Menschen sind.

Kurden, Oppositionelle, Deserteure, die in Deutschland Zuflucht suchen und nun erfahren, dass ihr Wert in Tonnen von Rüstungsgütern bemessen wird. Ihre Angst wird zu Verhandlungsmasse, ihre Rückführung zu politischer Geste. Man nennt das: „ordnungspolitische Notwendigkeit“.

Ein schöner Euphemismus für Verrat.

Erdogan versteht das alles meisterlich. Er ist kein Zyniker, er ist Realist. Er weiß, dass Europa keine Feinde hasst, sondern Unruhe fürchtet.

Und nichts stört den europäischen Traum vom „geordneten Rückführungsabkommen“ mehr als der Gedanke, dass jemand das Chaos kontrolliert, das man selbst verdrängt hat.

Also bekommt Erdogan, was er will – Eurofighter, EU-Programme, diplomatische Anerkennung.

Und Europa bekommt, was es braucht: Ruhe.

Moral ist schließlich kein Wirtschaftsgu

6 November 2025 0 Kommentare
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Politik

Türkei: Bahçeli fordert Freilassung von Selahattin Demirtaş – was dahinter steckt

von Fremdeninfo 6 November 2025
von Fremdeninfo

Von: Dtj-Online

Selahattin Demirtaş, ehemaliger Co-Vorsitzender der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP (heute DEM), wurde am 4. November 2016 verhaftet und sitzt seitdem in Haft. Ihm werden Terrorvorwürfe gemacht, insbesondere im Zusammenhang mit den landesweiten Kobanê-Protesten vom Oktober 2014, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Die türkischen Behörden werfen Demirtaş vor, damals zu Aufruhr beigetragen und die Einheit des Staates untergraben zu haben. In einem umstrittenen Gerichtsverfahren wurde er 2024 zu 42 Jahren Gefängnis verurteilt. Menschenrechtsorganisationen und die Opposition betrachten seine Inhaftierung als politisch motiviert. Nun könnte es eine Wende geben.

Bekannt ist, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die Inhaftierung Demirtaş’ mehrfach scharf kritisiert hat. Bereits 2018 und erneut 2020 stellte das Gericht fest, dass die Untersuchungshaft gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Am 8. Juli 2025 urteilte der EGMR schließlich, Demirtaş werde aus politischen Gründen festgehalten, und forderte seine unverzügliche Freilassung. Die Türkei versuchte vergeblich, dieses Urteil vor der Großen Kammer anzufechten – am 3. November wies das Gericht den Einspruch Ankaras zurück. Das Urteil ist damit rechtskräftig und völkerrechtlich bindend.

Bahçelis überraschender Kurswechsel

Devlet Bahçeli, Vorsitzender der rechtsextremen MHP und enger Verbündeter von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, galt bislang als Hardliner in der Kurdenfrage. Seine Partei lehnte jede Form von Dialog mit der PKK, der HDP und auch der DEM konsequent ab. In der Vergangenheit hatte er sogar die Wiedereinführung der Todesstrafe ins Spiel gebracht und ein Verbot der HDP gefordert.

Umso überraschender war Bahçelis Kurswechsel im Oktober 2024, als er vorschlug, Abdullah Öcalan im Parlament sprechen zu lassen, um das Ende des bewaffneten Kampfes der PKK zu verkünden. Er stellte dabei sogar eine Haftmilderung für Öcalan in Aussicht, sollte es zur Selbstauflösung der PKK kommen – eine Position, die zuvor undenkbar schien.

Im Mai 2025 verkündete die PKK nach ihrem Parteikongress offiziell die Niederlegung der Waffen und ihre Selbstauflösung. Ende Oktober folgte die Bekanntgabe, dass sich alle Kämpfer aus der Türkei zurückgezogen hätten. Bahçeli begrüßte diese Schritte als „historische Zäsur“ und betonte den positiven Einfluss von Öcalans Erklärung. Beobachter werteten diese Entwicklung als Wendepunkt in einem Jahrzehnte andauernden Konflikt, der Tausende Opfer gefordert hatte.

Wie nachhaltig ist der Wandel?

Am 4. November 2025 äußerte sich Bahçeli gegenüber Journalisten zur aktuellen EGMR-Entscheidung. Dabei erklärte er, Demirtaş habe „auf rechtlichen Wegen ein Ergebnis erzielt“, und dessen Freilassung werde der Türkei zum Guten gereichen. Mit dieser Aussage gab Bahçeli erstmals öffentlich seine Zustimmung zur Entlassung eines politischen Gegenspielers, dessen Inhaftierung er zuvor stets verteidigt hatte.

Die Äußerungen Bahçelis fielen mit einer Welle von Forderungen aus der Opposition zusammen. Sowohl die DEM-Partei als auch die CHP drängten nach dem rechtskräftigen Gerichtsurteil auf eine sofortige Freilassung von Demirtaş. Präsident Erdoğan äußerte sich bislang nicht konkret, während Regierungsvertreter betonten, dass die Koalition mit der MHP weiterhin Bestand habe.

Auch wenn Bahçelis Kommentar nicht automatisch zu einer politischen Kursänderung führt, deutet vieles auf eine mögliche Neujustierung im Umgang mit den Kurden hin. Während Kritiker vor überzogener Hoffnung warnen, betrachten andere seine Äußerung als Indikator dafür, dass sich die politischen Realitäten in der Türkei verschieben – zumindest temporär. Wie nachhaltig und glaubwürdig dieser Wandel ist, bleibt jedoch abzuwarten.on

Kommt Selahattin Demirtaş demnächst frei? Was in der Türkei lange als undenkbar galt, könnte bald passieren.

Selahattin Demirtaş, ehemaliger Co-Vorsitzender der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP (heute DEM), wurde am 4. November 2016 verhaftet und sitzt seitdem in Haft. Ihm werden Terrorvorwürfe gemacht, insbesondere im Zusammenhang mit den landesweiten Kobanê-Protesten vom Oktober 2014, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Die türkischen Behörden werfen Demirtaş vor, damals zu Aufruhr beigetragen und die Einheit des Staates untergraben zu haben. In einem umstrittenen Gerichtsverfahren wurde er 2024 zu 42 Jahren Gefängnis verurteilt. Menschenrechtsorganisationen und die Opposition betrachten seine Inhaftierung als politisch motiviert. Nun könnte es eine Wende geben.

Bekannt ist, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die Inhaftierung Demirtaş’ mehrfach scharf kritisiert hat. Bereits 2018 und erneut 2020 stellte das Gericht fest, dass die Untersuchungshaft gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Am 8. Juli 2025 urteilte der EGMR schließlich, Demirtaş werde aus politischen Gründen festgehalten, und forderte seine unverzügliche Freilassung. Die Türkei versuchte vergeblich, dieses Urteil vor der Großen Kammer anzufechten – am 3. November wies das Gericht den Einspruch Ankaras zurück. Das Urteil ist damit rechtskräftig und völkerrechtlich bindend.

Bahçelis überraschender Kurswechsel

Devlet Bahçeli, Vorsitzender der rechtsextremen MHP und enger Verbündeter von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, galt bislang als Hardliner in der Kurdenfrage. Seine Partei lehnte jede Form von Dialog mit der PKK, der HDP und auch der DEM konsequent ab. In der Vergangenheit hatte er sogar die Wiedereinführung der Todesstrafe ins Spiel gebracht und ein Verbot der HDP gefordert.

Umso überraschender war Bahçelis Kurswechsel im Oktober 2024, als er vorschlug, Abdullah Öcalan im Parlament sprechen zu lassen, um das Ende des bewaffneten Kampfes der PKK zu verkünden. Er stellte dabei sogar eine Haftmilderung für Öcalan in Aussicht, sollte es zur Selbstauflösung der PKK kommen – eine Position, die zuvor undenkbar schien.

Im Mai 2025 verkündete die PKK nach ihrem Parteikongress offiziell die Niederlegung der Waffen und ihre Selbstauflösung. Ende Oktober folgte die Bekanntgabe, dass sich alle Kämpfer aus der Türkei zurückgezogen hätten. Bahçeli begrüßte diese Schritte als „historische Zäsur“ und betonte den positiven Einfluss von Öcalans Erklärung. Beobachter werteten diese Entwicklung als Wendepunkt in einem Jahrzehnte andauernden Konflikt, der Tausende Opfer gefordert hatte.

Wie nachhaltig ist der Wandel?

Am 4. November 2025 äußerte sich Bahçeli gegenüber Journalisten zur aktuellen EGMR-Entscheidung. Dabei erklärte er, Demirtaş habe „auf rechtlichen Wegen ein Ergebnis erzielt“, und dessen Freilassung werde der Türkei zum Guten gereichen. Mit dieser Aussage gab Bahçeli erstmals öffentlich seine Zustimmung zur Entlassung eines politischen Gegenspielers, dessen Inhaftierung er zuvor stets verteidigt hatte.

Die Äußerungen Bahçelis fielen mit einer Welle von Forderungen aus der Opposition zusammen. Sowohl die DEM-Partei als auch die CHP drängten nach dem rechtskräftigen Gerichtsurteil auf eine sofortige Freilassung von Demirtaş. Präsident Erdoğan äußerte sich bislang nicht konkret, während Regierungsvertreter betonten, dass die Koalition mit der MHP weiterhin Bestand habe.

Auch wenn Bahçelis Kommentar nicht automatisch zu einer politischen Kursänderung führt, deutet vieles auf eine mögliche Neujustierung im Umgang mit den Kurden hin. Während Kritiker vor überzogener Hoffnung warnen, betrachten andere seine Äußerung als Indikator dafür, dass sich die politischen Realitäten in der Türkei verschieben – zumindest temporär. Wie nachhaltig und glaubwürdig dieser Wandel ist, bleibt jedoch abzuwarten.

6 November 2025 0 Kommentare
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Politik

Was ist der ideologische Wandel, der Öcalan, Demirtaş und Bahçeli einander annähert?

von Cumali Yağmur 5 November 2025
von Cumali Yağmur

Von: Celal Isik / Istanbul

Es gibt Stimmen, die sagen: „Mit Öcalan wird das nichts, aber mit Demirtaş schon.“
Und dann gibt es Bahçeli, der Öcalan und Demirtaş nicht trennt und beide als unerlässlich für den laufenden Prozess ansieht.
Sowohl Bahçeli als auch Öcalan scheinen eine minimalistische Übereinkunft über eine neue Vision der Türkei erzielt zu haben, in der die Integration von Türken und Kurden auf der Grundlage zahlreicher gemeinsamer Punkte stattfinden soll.
Man könnte dies als eine Übereinkunft bezeichnen, die davon ausgeht, dass eine erneuerte Türkei – basierend auf den rechtlichen und ideellen Grundlagen der gleichberechtigten Brüderlichkeit von Türken und Kurden, in der die Existenz der Kurden anerkannt wird – in der neuen Weltordnung und im Nahen Osten eine bedeutendere Macht sein könnte.

Man kann sagen, dass Bahçeli jene Staatsräson repräsentiert, die davon überzeugt ist, dass eine Politik des Friedens und der Integration mit den Kurden der Türkei in der neuen Ära mehr nützen wird als der Krieg.
Es ist ungewiss, wie der Widerspruch zwischen Erdoğan, der aus den Interessen seiner eigenen Macht und weniger aus den obersten Interessen des Staates heraus zögert und auf Zeit spielt, und Bahçeli ihre Beziehung beeinflussen wird.
Indem Bahçeli erklärt, dass auch seine Partei zu Gesprächen mit Imralı bereit ist, zwingt er die in dieser Frage zögerlich erscheinende AKP ebenfalls in diese Richtung.
Die CHP hingegen wird sich mit ihrer Entscheidung, nicht an den Gesprächen mit Imralı teilzunehmen, ganz klar auf einer Linie mit der AKP, der İYİ-Partei und der Zafer-Partei positionieren, also sogar noch hinter der MHP.

Wenn Bahçeli die Freilassung von Demirtaş fordert, stellt er sich damit gegen Erdoğans bekannten Willen, Demirtaş aus politischen Gründen in Haft zu halten.
Denn die Nichtfreilassung von Demirtaş würde ein Hindernis für die Verwirklichung von Öcalans „Recht auf Hoffnung“ darstellen.
Erdoğans Beharren in der Demirtaş-Frage könnte den Konflikt zwischen MHP und AKP verschärfen. Diese Situation scheint sowohl Demirtaş als auch die DEM-Partei näher an Bahçeli gebracht zu haben.

Es gibt Leute, die fragen: „Können Bahçeli und Öcalan Demokraten sein? Kann man von ihnen erwarten, dass sie eine Integration schaffen, die die Völker in der Türkei verbrüdert?“
Nein, das Problem geht weit über Bahçeli und Öcalan hinaus. Es ist ein gewaltiges Problem, das der Türkei durch die Gestaltung einer neuen Welt- und Nahostordnung aufgezwungen wird. Die Lösung ist ebenfalls global und erfordert viele Akteure. Auf dieser politischen Bühne, auf der alle Organisationen und Staaten der Region als Akteure ihre eigene Rolle spielen, erleben wir einen neuen politischen Neustrukturierungsprozess, der nicht nur die Türkische Republik, Erdoğan und Bahçeli, sondern auch die PKK, die SDG und eine PKK, die mit ihnen verbunden ist, sowie A. Öcalan als einflussreichen Führer der großen Mehrheit der Kurden in der Region positioniert.
Bahçeli und die von ihm vertretene Staatsräson scheinen den Verhandlungsprozess mit Öcalan eingeleitet zu haben, weil sie erkannt haben, dass die bisherige Kriegspolitik gegen die Kurden in diesem gewaltigen Prozess nicht mehr tragbar ist.
Nicht weil Bahçeli die Kurden und Öcalan liebt, oder weil Öcalan Bahçeli liebt, sondern der große politische Umbau in der Region hat diese Einigung oder zumindest einen Kompromiss über minimalistische Prinzipien zwingend erforderlich gemacht.
Weder der Wille der Türkischen Republik, noch der einer einflussreichen Organisation in der Region, noch der von Bahçeli, Öcalan oder Erdoğan hat allein die Chance, entscheidend zu sein.

Es ist richtig, dass Öcalan eine „ideologische Transformation“ durchlebt hat. Es ist richtig, dass er die Idee eines unabhängigen kurdischen Staates und den bewaffneten Kampf aufgegeben hat.
Es gibt kurdische Nationalisten, „linke“ Organisationen und Intellektuelle, die diese Situation als Verrat an den Kurden und als Kapitulation ansehen.
İsmail Beşikçi scheint heute der gemeinsame ideologische Vertreter dieser Kreise zu sein.

Hier lautet die grundlegende Frage:
Ein unabhängiges Kurdistan?
Oder eine demokratische und laizistische Türkei, die ein Zusammenleben von Kurden und Türken auf der Grundlage gleicher Staatsbürgerrechte ermöglicht?
Was davon ist in der heutigen politischen Welt- und Regionalkonjunktur möglich?

Ein wichtiges Thema der letzten Tage ist der Vergleich zwischen Öcalan und Demirtaş. Man sagt, dass das Hervortreten von Öcalan in der Politik die Stimmen der DEM-Partei reduziert habe. Mit Demirtaş wäre die Situation anders gewesen. Doch dies ist eine paradoxe Situation. Obwohl Apo (Öcalan) in der Türkei zu einer Hassfigur gemacht wurde, hat er sich für die Mehrheit der Kurden als ein „kurdischer Volksführer“ etabliert, der Wege für die Anerkennung ihrer nationalen und kulturellen Identität geebnet, große Kämpfe geführt und ein Vierteljahrhundert im Gefängnis verbracht hat und dessen Existenz von der internationalen Öffentlichkeit und den Mächten anerkannt wird.
Darüber hinaus denke ich, wenn man es messen könnte, würde sich S. Demirtaş vielleicht als der größte „Apo-Anhänger“ von allen erweisen. Allein die Tatsache, dass er eine hohe öffentliche Unterstützung genießt, verleiht Öcalan Legitimität.
Man muss sie wie zwei Äste desselben Baumes betrachten. Tatsächlich wäre Öcalan die Wurzel und der Stamm des Baumes, während Demirtaş nur ein Ast davon wäre. Beide nähren sich aus derselben gesellschaftlichen Wurzel.
S. Demirtaş als Demokraten und Apo als „Diktator“ zu bezeichnen, wäre eine zu simple Lesart.

Die Eigenschaft, eine Gesellschaft zu sein, die nach einem Erlöser sucht und einen Führer verehrt, rechtfertigt theoretisch die Kritik, aber das ist die gelebte Realität.
Die Türkei, die in gewisser Weise ein Land des Nahen Ostens ist, ist eine Gesellschaft, die für ihre eigene Rettung nach einem Anführer und Führer sucht.
Auch Öcalan als „Volksführer“ ist, unabhängig von den Ideen, die er vertritt, wie die meisten Volksführer weder ein Demokrat noch ein Verfechter der Freiheit.
Ebenso hat die kurdische politische Gesellschaft, ihre Politiker und Werktätigen noch nicht die Entwicklungsstufe erreicht, auf der sie ohne einen Anführer oder Führer auskommen könnten.

Bei den türkischen Mittelschichten ist die Situation kaum anders.
Die einen haben ihren „Başbuğ“ (Führer), ihren „Reis“ (Chef), der Sultan werden will, die anderen haben ihren heiligen Ahnen Mustafa Kemal Atatürk, der aus dem Grab auferstehen und das Land von den „Imperialisten“ und dem „AKP-Reaktionismus“ befreien soll.
In einer Gesellschaft, die es nicht geschafft hat, Gesetze zur gleichberechtigten Staatsbürgerschaft und eine Kultur des demokratischen Zusammenlebens zu schaffen, ist die Verherrlichung und Sakralisierung von Führern und Erlösern unvermeidlich.

5 November 2025 0 Kommentare
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Politik

EU fördert Erdogan-nahe Organisationen mit Millionenbeträgen

von Fremdeninfo 5 November 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Erkan Pehlivan ./F.R.

Zwischen 2014 und 2024 sind Millionen von EU-Geldern an Organisationen aus der Türkei geflossen. Darunter finden sich mehrere mit Verbindungen zu Präsident Erdogan.

Frankfurt/Ankara – Die Europäische Union unterstützt viele Organisation mit Geld, auch solche aus der Türkei. Eine Anfrage des EU-Abgeordneten Moritz Körner (FDP) an die EU-Kommission hat ergeben, dass Organisationen, die dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nahestehen, seit 2014 mit mehr als vier Millionen Euro von der Europäischen Union unterstützt wurden.

Dazu gehören unter anderem die Organisationen TÜGVA (1.013.138 Euro), TÜRGEV (773.315 Euro), IHH 102.438 Euro) ,ÖNDER İmam Hatipliler Derneği (182,683 Euro), Dünya Etnospor Konfederasyonu (554.058 Euro) und der Staatssender TRT. In einigen der Organisation sitzen die Kinder des türkischen Präsidenten in der Führung. Die SETA-Stiftung habe zudem 126.951 Euro erhalten, wovon 90 Prozent direkte EU-Mittel waren. Die Gelder stammen aus den EU-Förderprogrammen „Erasmus+“ und „Europäisches Solidaritätskorps“. Die von der EU geförderten türkischen Organisationen stehen Präsident Recep Tayyip Erdogan nahe und sind mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Wir haben einige der Organisationen näher unter die Lupe genommen:

TÜRGEV: Erdogan gründete die Jugendstiftung in der Türkei

Die Türkiye Gençlik ve Eğitime Hizmet Vakfı (übersetzt: Stiftung für Jugend- und Bildungsdienste der Türkei) wurde vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan selbst gegründet. Sein Sohn Bilal Erdogan ist Mitglied des Vorstandes und gilt als eigentlicher Drahtzieher hinter der Stiftung. Immer wieder geriet TÜRGEV in die Schlagzeilen. „Neuer Skandal in der Türkei: 100 Millionen Dollar sind an die Stiftung von Bilal Erdogan geflossen – dem Sohn des Premiers. Das Geld kommt aus dem Ausland, die Opposition wittert Korruption“, hatte der Spiegel bereits 2014 geschrieben. Laut dem Online-Nachrichtenportal Diken sollen auch finanzielle Mittel aus Saudi-Arabien gekommen sein. „Laut offiziellen Aufzeichnungen wurde das betreffende Geld nicht an TÜRGEV, die vor der Namensänderung als İSEGEV tätig war, sondern direkt auf das Konto von Bilal Erdoğan überwiesen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bilal Erdoğan keinerlei offizielle Verbindung zu İSEGEV“, schreibt das Blatt.

EU-Gelder gehen auch an TÜGVA-Stiftung in der Türkei

Auch bei der Stiftung namens Türkiye Gençlik Vakfı (übersetzt: Türkische Jugendstiftung) bekleidet der Sohn Erdogans ein Amt in der Führungsebene. Die TÜGVA erfreut sich guter Beziehungen zu den türkischen Behörden, wie eine Meldung der Cumhuriyet aus dem Jahr 2023 mutmaßen lässt. „Die Provinzverwaltung für Umwelt, Stadtentwicklung und Klimawandel sowie die Abteilung für staatliches Eigentum auf der europäischen Seite (von Istanbul) haben das Grundstück von 8.419 m² im Stadtteil Şenlikköy des Bezirks Bakırköy, einschließlich eines 625 m² großen Kulturzentrums, einer Moschee und eines 925 m² großen Internatsgeländes, unentgeltlich für 49 Jahre an TÜGVA zugewiesen“, schrieb die Zeitung.

Die Gazete Duvar vermeldete 2021 Ähnliches: Das Studentenwohnheim Bayram-Mustafa Doğa sei ebenfalls der TÜGVA vermacht worden. „Das Heim in der Yenigün-Siedlung wurde umbenannt und heißt nun ‚Şehit Yasin Naci Ağaroğlu Hochschul-Studentenheim für Männer‘ – offenbar, weil es ursprünglich zum Netzwerk des im vergangenen Jahr im US-Exil verstorbenen Predigers Fethullah Gülen gehörte, das nach dem Putschversuch 2016 beschlagnahmt wurde.“

Im Juli 2024 hatte die TÜGVA aus allen Provinzen rund 7.000 Schüler in die Hagia Sophia in Istanbul zum gemeinsamen Gebet versammelt. Die Bilder in den sozialen Medien sprechen für sich. Zu hören sind dort gemeinsame „Allahu Akbar“ Rufe und zu sehen ist bei einigen Teilnehmern das Zeichen der Grauen Wölfe.

Dünya Etnospor Konfedarasyonu: Erdogans Sohn ist Präsident

Präsident der Dünya Etnospor Konfederasyonu (übersetzt: Welt-Ethnosport Konföderation) ist ebenfalls Bilal Erdogan. Auf ihrer Internetseite schreibt die Organisation, „die Bewahrung, Entwicklung und Nachhaltigkeit traditioneller Sportarten und Spiele, die von Generation zu Generation weitergegeben werden“, zu fördern. Auch hier soll es Skandale gegeben haben. „Es wurde bekannt, dass ein Teil des für die Bebauung freigegebenen Geländes des Çekmeköy-Kasernenkomplexes in Istanbul an die Dünya Etnospor Konfederasyonu gegangen ist, deren Präsident Bilal Erdoğan, der Sohn des AKP-Präsidenten Erdoğan, ist“, schreibt die Oppositionspartei CHP in einem Bericht.

SETA-Stiftung bekommt EU-Gelder, steht aber in der Kritik

Die Stiftung namens Siyaset, Ekonomi ve Toplum Araştırmaları Vakfı (übersetzt: Stiftung für Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsforschung) wurde 2005 gegründet und ist „eine unabhängige und gemeinnützige Denkfabrik, die zu aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen von Bedeutung für die Türkei und die Welt forscht“, heißt es auf der Internetseite der Stiftung. SETA führe Forschungen zu einem breiten Spektrum von Themen wie Innen- und Außenpolitik, Sicherheit, Wirtschaft, Gesellschaft, Medien, Recht, Energie und Technologie durch und teilt ihre Ergebnisse in verschiedenen Publikationsformaten mit Interessierten, heißt es darin weiter.

Die Stiftung hatte 2019 mit ihrem Bericht „Der verlängerte Arm internationaler Medienorganisationen in der Türkei“ für große Empörung gesorgt. „Darin stellen die Autoren Journalisten ausländischer Sender wie der Deutschen Welle, BBC und Voice of America persönlich an den Pranger – mit Verweis auf ihre Lebensläufe und mit teils falschen oder fingierten Angaben“, kritisiert die Deutsche Welle.

Auch Reporter ohne Grenzen (RoG) übt scharfe Kritik: „Türkische Journalistinnen und Journalisten, die für diese Programme arbeiten, werden als vermeintliche Regierungsgegnerinnen und -gegner namentlich sowie mit biografischen Details und Social-Media-Aktivitäten an den Pranger gestellt.“ Die Berichterstattung über Prozesse gegen Medienschaffende sowie das Teilen von Tweets von RoG sowie von Medien wie Cumhuriyet und Evrensel werden als Beweis für „Anti-Regierungs-Positionen“ bezeichnet.

Kritik wegen EU-Förderung von Erdogan-nahen Organisationen

Umso größer ist die Empörung, dass diese Erdogan-nahen Organisationen mit EU-Geldern finanziert werden. „Während sich eine Abteilung der EU-Kommission für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzt, finanziert eine andere Abteilung Erdoğan-Propaganda, Verleumdungen gegen Erdoğan-Kritiker und Prestigeprojekte der Erdoğan-Familie. Das muss ein Ende haben. Es ist nicht Aufgabe der EU-Steuerzahler, Erdoğans Günstlinge mit Millionenbeträgen zu finanzieren“, sagt EU-Parlamentarier Moritz Körner (FDP) im Gespräch mit Fr.de von Ippen.Media.

Auch im Hinblick auf die Machenschaften der SETA ist die Verärgerung groß. Europa könne nicht glaubwürdig für Menschenrechte eintreten, wenn es gleichzeitig Systeme finanziert, die diese Rechte mit Füßen treten. „Alle Geldflüsse an Erdogans Günstlinge müssen transparent gemacht und sofort eingestellt werden“, so Körner weiter.

Laut Linken-Abgeordnete auch deutsche Steuergelder geflossen

Empört zeigt sich auch die Bundestagsabgeordnete Cansu Özdemir (Die Linke) gegenüber unserer Redaktion. „Es ist besorgniserregend, dass ausgerechnet die Organisationen TUGVA und TÜRGEV, die für ihre islamistische Haltung, mafiösen Strukturen und mangelnde Transparenz bekannt sind, weiterhin beträchtliche Summen aus EU-Fördermitteln erhalten. Auch mit deutschen Steuergeldern werden dadurch Organisationen unterstützt, die nicht nur der Regierung Erdogans nahestehen, sondern die gezielt säkulare und oppositionelle Stimmen verdrängen und einer offenen Gesellschaft entgegenstehen“.

Die Gelder aus der EU und damit auch Steuergelder sollten stattdessen unabhängigen zivilgesellschaftlichen Initiativen zugutekommen und nicht dazu verwendet werden, politische Einflussnahme und Patronagestrukturen Erdogans zu stärken. Die Vergabepraxis der EU müsse dringend überprüft werden, damit sichergestellt sei, dass Demokratie und Vielfalt gefördert werden und nicht autoritäre Strukturen, so Özdemir.

Vorwurf der „Heuchelei“ an die EU wegen Verbindungen zu Erdogan-Organisationen

Verärgert zeigt sich auch die deutsch-türkische Journalistin Süheyla Kaplan. „Die Verteilung von EU-Mitteln über solche Strukturen unter dem Deckmantel von ‚Jugend‘ und ‚Zivilgesellschaft‘ ist Ausdruck einer Heuchelei, die reaktionäre Kräfte unterstützt. Europa gibt mit dieser stillen Partnerschaft, die seine eigenen Werte ignoriert, nicht jenen, die in der Türkei für Freiheit und Gleichheit kämpfen, Unterstützung, sondern nährt das repressive System“, so Kaplan gegenüber Fr.de von Ippen.Media.

Auch dieses Jahr können sich die Organisationen aus dem Umfeld des türkischen Präsidenten und seiner Familie über Gelder von der EU freuen. „TÜGVA und TÜRGEV haben sich über die nationale Agentur jeweils ein weiteres Stück vom durch die EU-Mittel verteilten Förderkuchen gesichert. Im Rahmen der am 1. August vergebenen EU-Zuschüsse erhielt TÜGVA 194.454 Euro, während TÜRGEV 251.531 Euro bekam“, schreibt die Birgün. Fragen unserer Redaktion ließen die Organisation unbeantwortet. (Verwendete Quellen: BirGün, TÜRGEV, TÜGVA, Dünya Etnospor Konfederasyonu, SETA, Birgün, Artigercek, Deutsche Welle, RoG, Spiegel, Cumhuriyet, CHP, Gazete Duvar, Interviews, eigene Recherche) (erpe)

5 November 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Merz will Abschiebungen nach Syrien – Kritik der Opposition

von Fremdeninfo 4 November 2025
von Fremdeninfo

Artikel von AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in der Debatte um Abschiebungen nach Syrien Position bezogen – und damit neuen Diskussionsstoff geliefert. Der Kanzler stellte klar, dass er – anders als Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) – keine Bedenken gegen solche Abschiebungen habe und nach dem Ende des Bürgerkriegs auch keinen Asylgrund mehr für Menschen aus Syrien sehe. Politiker von CDU und CSU betonten am Dienstag aber, dass gut integrierte Syrerinnen und Syrer keine Abschiebung zu befürchten hätten.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist zu Ende“, sagte der Kanzler am Montagabend in Husum. „Es gibt nun keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland.“ Er gehe von der freiwilligen Rückkehr vieler Syrerinnen und Syrer aus, die beim Wiederaufbau helfen wollten. Merz fügte aber hinzu: „Diejenigen, die sich dann in Deutschland weigern, in das Land zurückzukehren, die können wir selbstverständlich auch in Zukunft abschieben.“

Mit seinen Worten ging der Kanzler auf Distanz zu Außenminister Wadephul, der sich bei einem Besuch in Syrien angesichts der dortigen Zerstörung skeptisch über die Machbarkeit von Abschiebungen gezeigt hatte – und damit in den Reihen der Union Verärgerung auslöste.

Mit seinen Aussagen rief Merz am Dienstag aber auch Kritik hervor. „Syrien ist weiterhin kein sicheres Herkunftsland“, sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos, Philipp Türmer, den Funke-Zeitungen. „Dass Unionspolitiker andauernd weiter über Abschiebungen fantasieren, zeigt, wie sehr ihre Ideologie den Blick auf die Realität trübt.“

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte, die Regierung könne „nicht einfach die Stellungnahmen, die der Außenminister geäußert hat, einfach so wegwischen“. Es gebe viele „bestens integrierte“ Syrerinnen und Syrer in Deutschland, deswegen müsse die Debatte differenziert geführt werden.

Die Linken-Außenexpertin Cansu Özdemir kritisierte Merz‘ Aussagen als „verantwortungslos und zynisch: Sein eigener Außenminister hat die Lage in Syrien als untragbar beschrieben“. Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl warf dem Kanzler vor, mit der Forderung nach Abschiebungen „Hunderttausende vor den Kopf zu stoßen, die sich längst unserer Gesellschaft zugehörig fühlen“.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge zeigte sich irritiert über den „Gegensatz“ der Haltungen von Merz und Wadephul: „Die Frage an die CDU ist: Wofür habt Ihr den Außenminister, wenn er nach Syrien fährt, sich ein Bild zur Lage macht – und man sich dann auf die Einschätzung des eigenen Außenministers nicht verlässt?“

Die Führung der Unionsfraktion verteidigte Merz‘ Äußerungen gegen Kritik. Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann begrüßten die Aussagen des Kanzlers als wichtige Klarstellung – nahmen aber auch Differenzierungen vor: Sie betonten, dass Menschen aus Syrien, die in Deutschland arbeiten und gut integriert sind, keine Abschiebung zu fürchten hätten.

„Wir wollen und wir werden nach Syrien abschieben“, sagte CSU-Politiker Hoffmann. In einem ersten Schritt sollten zunächst nur Straftäter abgeschoben werden, in einem zweiten müsse es dann „um eine Rückführung arbeitsfähiger Syrer gehen, die in Deutschland keiner regulären Beschäftigung nachgehen“. Wenn ein Migrant aus Syrien jedoch in Deutschland arbeite und Beträge zahle, „gibt es keinen Grund, warum er hier nicht bleiben soll“.

Der CDU-Politiker Bilger skizzierte ein mehrstufiges Verfahren. Zunächst gehe es darum, „dass wir Abschiebungen bei denen aufnehmen, die diesem Land nichts Gutes wollen“ – also etwa Straftäter und Gefährder. „In einem weiteren Schritt muss es darum gehen, dass weitere Syrer, die hier Schutz gefunden haben, in ihre Heimat zurückkehren.“

Dies werde all jene betreffen, „die sich hier nicht integriert haben, die keinen Beitrag leisten, die nicht beschäftigt sind“, sagte der Parlamentsgeschäftsführer. Bilger und Hoffmann wollten sich auf Nachfrage hin nicht darauf festlegen, nach welchen Kriterien entschieden werden soll, ob ein Mensch aus Syrien in Deutschland gut integriert sei und deshalb bleiben dürfe.

Die AfD forderte, durchweg allen syrischen Geflüchteten in Deutschland den Schutzstatus abzuerkennen, weil der Bürgerkrieg zu Ende sei. „Wenn sie nicht freiwillig gehen, müssen sie abgeschoben werden unter Zwang“, sagte Parteichefin Alice Weidel in Berlin.

pw/awe

4 November 2025 0 Kommentare
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Jugend

 Die Türkei läuft Gefahr, ihre gesamte Jugend zu verlieren

von Fremdeninfo 4 November 2025
von Fremdeninfo

Von:    Le Monde

Die französische Zeitung Le Monde berichtete unter der Überschrift „Die Türkei läuft Gefahr, ihre gesamte Jugend zu verlieren“ über das Hochschulsystem des Landes.

Das Hochschulsystem in der Türkei und die Arbeitslosigkeit von Hochschulabsolventen sind seit langem ein Thema.
Laut öffentlichen Debatten beklagen einige Kreise die ‚Mittelmäßigkeit‘ des Bildungssystems. Die Regierung und der Hochschulrat (YÖK) planen hingegen seit einiger Zeit, als Reaktion auf die Debatten neue Regelungen einzuführen.

In der Türkei dauert ein Bachelor-Studium in der Regel vier Jahre. In einigen Fachbereichen wie Medizin oder Pharmazie beträgt diese Dauer jedoch fünf bis sechs Jahre.

Am 2. Oktober gab der YÖK-Präsident Erol Özvar bekannt, dass ein Studienabschluss in drei Jahren für einige Bachelor-Studiengänge auf der Agenda stehe:
„Wie in vielen europäischen Ländern auch, stehen strukturelle Reformen, die einen Abschluss in drei Jahren in einigen Studiengängen ermöglichen, als natürliche Folge dieser Roadmap auf unserer Agenda.“

Am 21. Oktober gab der YÖK zudem bekannt, dass die Bemühungen zur Verkürzung der Bachelor-Studiendauer auf drei Jahre von Studierenden und Eltern ‚mit Zufriedenheit‘ aufgenommen worden seien. Es wurden jedoch keine Angaben dazu gemacht, mit wie vielen Eltern und Studierenden gesprochen wurde.

Auch die Zeitung Le Monde berichtete unter der Überschrift „Die Türkei läuft Gefahr, ihre gesamte Jugend zu verlieren“ über das Bildungssystem des Landes.
Der auf vielen Berichten basierende Artikel betont den besorgniserregenden Qualitätsverfall im türkischen Bildungssystem und hebt hervor, dass aus diesem Grund ein Drittel der 18- bis 24-Jährigen weder eine Schule besucht noch einer Arbeit nachgeht.

„Erdoğan kündigt Vereinfachung der Universität an, Beobachter sind verblüfft“

Die Zeitung wies darauf hin, dass Präsident Tayyip Erdoğans Plan, die für einen Abschluss erforderliche Studiendauer auf drei Jahre zu verkürzen, von Beobachtern mit Erstaunen aufgenommen wurde.
Es wurde betont, dass unklar sei, wie dies umgesetzt werden solle.

Laut einem Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bestehe ein hohes Risiko, dass die Türkei ihre gesamte Jugend verliere, wenn keine wesentlichen Änderungen vorgenommen werden.

„Zwei von fünf jungen Frauen von Karrierechancen ausgeschlossen“

Einige Statistiken, die Le Monde über die Jugend in der Türkei veröffentlichte, lauten wie folgt:

  • 32 % der 18- bis 24-Jährigen arbeiten nicht und befinden sich auch nicht in Ausbildung. (Diese Quote platziert die Türkei hinter Südafrika.)
  • 42 % der jungen Frauen sind vollständig von Karrierechancen ausgeschlossen.
  • Die Türkei steht bei der Beschäftigungsquote von Hochschulabsolventen unter 33 europäischen Ländern an letzter Stelle.
  • Die Arbeitslosenquote von Hochschulabsolventen in der Türkei liegt über der allgemeinen Arbeitslosenquote (die Türkei ist das einzige Land in diesem Bereich).
  • Die öffentlichen Ausgaben für Bildung sind gesunken (der Anteil am Staatshaushalt fiel von 12,9 % im Jahr 2018 auf rund 10 %).
  • Die Türkei gibt pro Schüler in der Primar- und Sekundarstufe 3.473 Euro und in der Hochschulbildung 9.324 Euro aus (die durchschnittlichen Ausgaben der OECD liegen bei 11.652 Euro bzw. 18.471 Euro).
  • Die Gehälter des Lehrpersonals und der wissenschaftlichen Mitarbeiter sind nicht gestiegen. Erfahrene Professoren verdienen nur 29 % mehr als neu eingestellte Akademiker (in den meisten OECD-Ländern beträgt dieser Unterschied 60 %).

„Fast 1 Million Kinderarbeiter“

Der Bericht hob zudem hervor, dass es in der Türkei fast 1 Million Kinderarbeiter gibt.
Unter Berufung auf Zahlen der Versammlung für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (İSİG) starben laut der Zeitung im Jahr 2023 68 Kinderarbeiter. Generell leben die Kinderarbeiter im Land in extrem prekären Verhältnissen.

Anmerkung: Die letzten drei Zeilen im türkischen Originaltext sind Überschriften zu anderen Artikeln und wurden hier nicht als Teil des Haupttextes übersetzt.

4 November 2025 0 Kommentare
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