• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Flüchtlinge

Die in Europa gestellten Asylanträge sind deutlich weniger geworden. In Deutschland wird...

3 März 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrationswende mit GEAS: Das ändert sich jetzt für Asylbewerber

27 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Ausreisepflichtige: Poseck verteidigt Handyortung: „Vereinbar mit EU-Recht“

26 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrantenboot kollidiert mit Küstenwache vor griechischer Insel – Polizei spricht von 14...

4 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Asylbewerber nach Angriff auf Sozialarbeiter abgeschoben

28 Januar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Neue Wohnsitzauflage für Migranten sorgt für Kritik

20 Januar 2026 0 Kommentare
Allgemein

Rechtsextremismus in Deutschland: Zeit, dass Faschisten wieder Angst haben müssen

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

 Artikel von Watson/ W .Watson

Jette Nietzard macht sich Sorgen wegen des Rechtsrucks in Deutschland. Die Ex-Sprecherin der Grünen Jugend wendet sich mit einer klaren Botschaft an Demokrat:innen: Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist.

Wir haben nicht genug Angst. Wir haben nicht genug Angst davor, dass im Bund spätestens 2029 die AfD regieren könnte. Auf Länderebene dauert es vielleicht nicht einmal so lange. In Sachsen-Anhalt könnte im ungünstigsten Fall schon im kommenden Jahr eine AfD-Regierung an die Macht kommen. Wir haben nicht genug Angst davor, dass der Faschismus Deutschland übernimmt.

Ich habe mich in den vergangenen Monaten häufig gefragt, was das Umfragehoch der AfD – aber auch die Unfähigkeit der demokratischen Parteien, dem etwas entgegenzusetzen – für unser politisches Handeln bedeutet.

Während ich mir darüber Gedanken machte, kam mir das berühmte Gedicht des evangelischen Pfarrers und Widerstandskämpfers Martin Niemöller wieder in den Sinn. Er beschreibt darin, wie die Nationalsozialisten in der Zeit nach 1933 eine Gruppe nach der anderen (Kommunisten, Gewerkschaftler, Juden) einsperrten und er geschwiegen hat, weil es ihn ja nicht betraf. Am Ende stellt er fest: „Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

„Unsere Demokratie steht unter Druck. Aber was haben wir dem entgegenzusetzen?“

Lässt sich dieses Bild auf das Jahr 2025 übertragen? Ich denke: ganz klar, ja. Ein Beispiel sind Schutzsuchende, die an der deutschen Grenze abgewiesen werden.Die Mehrheit schweigt dazu oder feiert das sogar. Sie selbst betrifft die Ausgrenzung ja (noch) nicht. Wen aber trifft es als Nächstes? Queere Menschen? Menschen mit Behinderung?

Eine starke Zivilgesellschaft muss ihren Erfolg in diesen Zeiten vor allem daran messen, wie gut sie die Verwundbarsten beschützt. Und mit diesem Maßstab im Blick muss man feststellen: Wir versagen auf ganzer Linie.

Unsere Demokratie steht unter Druck. Aber was haben wir dem entgegenzusetzen?

Die Wahrheit ist: Ich weiß es auch nicht. Während in meinem Freundeskreis öfter darüber gescherzt wird, wo man hingehen könnte, wenn Russland die Nato angreift, scheint niemand eine Antwort zu haben, was passiert, wenn der Feind aus dem Innern kommt. Dabei kann das schneller gehen, als man denkt.

eigene Politik besser erklären müssten, und bieten sie AfD-Politiker:innen gleichzeitig Platz in fast jeder Talkrunde?

Ein Blick in die deutsche Geschichte hilft dabei, sich auszumalen, was möglich sein kann. Nach der Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 dauerte es nur wenige Monate, bis die Diktatur fest etabliert war. Das zeigt: Es geht schneller, als man denkt.

Droht Deutschland 2029 also ein zweites 1933? Das kann ich nicht beantworten, denn ich habe keine Kristallkugel. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist: Die Lage ist ernst.

Als politisch progressive Menschen sollten wir uns daher jetzt diese drei Fragen ganz dringend stellen:

・1. Ohnmacht vorbeugen: Welche Schritte werden unternommen, wenn Rechtsextreme an die Macht kommen?

・2. Vorbereitet sein: Wann ist der Moment gekommen, wo Widerstand, wie im Grundgesetz beschrieben, zur Pflicht wird?

・3. Widerstand organisieren: Welche Form des Widerstands ist unsere Form des Widerstands und wie bereiten wir diese vor?

Als ich diesen Gedanken im Sommer schon einmal geäußert habe, wurde mir vorgeworfen, ich möchte alle AfD-Wählenden abschießen. Das ist nicht mein Aufruf. Das Grundgesetz garantiert ein Recht zum Widerstand gegen diejenigen, die die verfassungsmäßige Ordnung abschaffen wollen. Wir müssen darüber reden, was das konkret für die Praxis heißt.

Denn ich habe Angst, dass wir erst im Rückblick merken, dass wir den Punkt zur Rettung der Demokratie verpasst haben. Die politische Rechte läuft sich nämlich schon warm für einen aufkommenden Faschismus.

Rechte Kräfte wollen ihre Ideologien anschlussfähig machen. Faschismus kann sich im Windschatten des aktuellen Populismus von rechts verstecken und wachsen. Für seinen Erfolg braucht er Menschen, die sich nicht mehr aufregen, wenn andere ungerecht behandelt werden. Er möchte Gleichgültigkeit als stilles Einverständnis. Der Faschismus wird nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“. Er wird sagen: „Ich bin die Stimme des Volkes.“

„Unsere allererste antifaschistische Pflicht bleibt es deshalb, nicht wegzusehen.“

Und Gleichgültigkeit schaffen die neuen Rechten aktuell durch Taktiken wie „flood the zone with shit“. Das sehen wir nicht nur in den USA bei Trump. Jens Spahn schwadroniert lieber von einer angeblich linksradikalen Richterkandidatin für das Verfassungsgericht. Dass er damit parallel eine der drei tragenden Säulen des Rechtsstaats beschädigt, dürfte ihm irgendwas zwischen egal bis erwünscht sein.

Auch interessant: Wehrdienst: „Dann wird einer ausgelost und die anderen führen ihr Leben weiter“

・Streecks Sparvorschlag für ältere Menschen: Irre, aber nicht überraschend

・AfD gründet neue Jugendorganisation: Was dahinter steckt und wer dagegen aufsteht

Aber genau deshalb ist es so gefährlich, wenn News mit Triggerwarnungen versehen werden oder Menschen sich nachrichtenfreie Self-Care-Zeiten schönreden. Faschismus ist die Endform von Entpolitisierung. Die Endform von Individualisierung.

Wer eine Gemeinschaft haben möchte, muss gemeinschaftlich handeln. Unsere allererste antifaschistische Pflicht bleibt es deshalb, nicht wegzusehen. Die Ungerechtigkeiten in diesem Land und der Welt sollten wir nicht ignorieren, sondern sie als Treibstoff für unsere Wut verstehen. Nur wer sich noch spürt, kann auch was verändern.

Meine Lieben, die Zeit des Abwartens ist vorbei. Rechtsextreme Ideologien und Politiken müssen gestoppt werden. Auf der Straße, im Sportverein, im Staatsdienst, im Privaten.

Es ist Zeit, Debatten wieder emotional und persönlich zu führen. Denn Obergrenzen und Abschiebungen sind keine abstrakten Zahlen, sondern echte Menschen.

Es ist Zeit, wütend zu sein. Denn Wut schützt uns vor Gleichgültigkeit.

Es ist Zeit, Rechtsextremen mehr als Worte entgegenzusetzen, nämlich Widerstand.

Es ist Zeit, dass Faschisten wieder Angst haben müssen.

 

29 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Lasst uns der Unterdrückung der Intellektuellen durch die faschistische AKP-MHP-Regierung ein Ende setzen

von Cumali Yağmur 29 November 2025
von Cumali Yağmur

 

Von: Cumali Yağmur

Die faschistische AKP-MHP-Regierung in der Türkei spricht einerseits von Frieden und macht großen Lärm darum, dass sie „das Kurdenproblem lösen werde“. Auch wenn niemand zu einem ehrenhaften Frieden „Nein“ sagen würde, scheint es, als würden sie statt Frieden nur Ablenkungsmanöver betreiben.

Sie ignorieren die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) bezüglich Selahattin Demirtaş. Demirtaş, Figen Yüksekdağ und Osman Kavala werden immer noch festgehalten. Ohne jegliche Scham oder Scheu lassen sie Selahattin Demirtaş seit 9 Jahren im Gefängnis sitzen. Nun wurde wegen einer Rede in Mersin ein neues Verfahren gegen ihn eröffnet. Dieser Faschismus lenkt die Massen ab und erklärt die Kurden zur Zielscheibe, so als ob sie selbst im Recht wären.

Wird etwa untersucht, ob Selahattin Demirtaş seit seiner Kindheit gegen den Faschismus gekämpft hat, nur um jetzt ein Verfahren zu eröffnen, falls man auch nur einen Fehler bei ihm findet?

Einerseits wird von Frieden gesprochen, andererseits verhängen sie eine Haftstrafe gegen den Journalisten Fatih Altaylı. Was hat er getan? Weil er die Regierung kritisiert hat, wird er unter dem Vorwand, „Mitglied einer Geheimorganisation“ zu sein, bestraft. Fatih Altaylı ist Mitglied keiner Organisation oder Partei und hat jahrelang nichts anderes als Journalismus betrieben. Im Gerichtssaal warf er seine Unterlagen hin und sagte: „Ihr habt keine Gerechtigkeit“. Wer kann schon garantieren, dass nicht bald auch ein Verfahren gegen Fatih Altaylı eröffnet wird, nur weil er im Gerichtssaal Papiere geworfen hat?

Seit 23 Jahren lässt die faschistische AKP-MHP-Regierung diejenigen ins Gefängnis werfen, die nicht zu ihnen gehören und die geringste Kritik üben. Die Gefängnisse sind überfüllt. In den Gefängnissen werden schwangere Frauen und Menschen gefoltert.

Gegen diese Grausamkeit und Gewalt an den Intellektuellen der Türkei erheben die Völker der Türkei kaum ihre Stimme. Der Faschismus hat Angst unter den Völkern der Türkei verbreitet, und das Volk traut sich aus Angst nicht, den Mund aufzumachen. Bei gewählten Bürgermeistern werden Straftaten gesucht, ihnen zur Last gelegt und Zwangsverwalter an ihre Stelle gesetzt. Die AKP-MHP will die Gemeinden, die sie durch Wahlen nicht gewinnen konnte, mit faschistischen Methoden vernichten.

Diese Entwicklung verheißt nichts Gutes, im Gegenteil, es wird immer schlimmer. Es ist höchste Zeit, hierzu „Stopp“ zu sagen.

Journalisten können aus Angst, „morgen verhaftet zu werden“, ihre Feder nicht frei führen. Die regierungsnahe Presse versucht jeden Tag, Regimegegner zur Zielscheibe zu machen, um sie verhaften zu lassen. Selbst in Zeiten faschistischer Militärjuntas in der Türkei mussten Intellektuelle nicht so sehr büßen. Türkische und kurdische Intellektuelle wurden zu jeder Zeit bestraft und eingesperrt, aber noch nie gab es eine so vielschichtige Unterdrückung und Bestrafung wie unter der AKP-MHP-Herrschaft.

Gegen den Druck, die Gewalt und die Bestrafungen gegenüber Intellektuellen MÜSSEN TÜRKEN, KURDEN UND ALLE FORTSCHRITTLICHEN KRÄFTE AUF DIE STRASSE GEHEN, PROTESTIEREN UND DAS WAHRE GESICHT DES FASCHISMUS ENTLARVEN.

29 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Rassismus

Protest gegen AfD-Jugend: „In Gießen steht die Mitte der Gesellschaft auf

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Thorsten Winter /Faz

 Am Wochenende erwartet die Polizei rund 50.000 Menschen in Gießen, die gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation und für Demokratie, Freiheit und ein auskömmliches Miteinander auf die Straße gehen wollen. Ihr Ziel sei es, die Demokratie gegen Feinde zu verteidigen, sagte der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, vor Medienvertretern in der Uni-Stadt. Der Gewerkschaftsbund hat mehrere Kundgebungen und Aktionen angekündigt. Über die Versammlungsorte war es aber nach einer Verbotsverfügung der Stadt zu einem Rechtsstreit gekommen.

Anders als erhofft, darf der DGB keine Bühne in unmittelbarer Nähe zum AfD-Tagungslokal in den Hessenhallen westlich der Lahn aufbauen, er muss östlich der Lahn bleiben. Das Gleiche gilt für eine Linken-Kundgebung und ein Protestcamp von Attac. In den letztgenannten Streitpunkten hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof am Freitagabend Eilbeschlüsse des Verwaltungsgerichts Gießen abgeändert und den städtischen Sicherheitsbedenken Rechnung getragen.

Größte Demonstration der Stadtgeschichte

Zwischenzeitlich habe der DGB den Eindruck gewonnen, Stadt und Polizei behandelten eine politische Versammlung wie ein Rockkonzert. „Wir erwarten, dass das Versammlungsrecht am Samstag in vollem Umfang ausgeübt werden kann“, hatte Rudolph zuvor hervorgehoben. Der Gewerkschaftsbund stehe für Solidarität statt Hetze. Die von der Polizei erwartete Teilnehmerzahl wertete Rudolph als Ausweis einer lebendigen und selbstbewussten demokratischen Gesellschaft. „Es ist die Mitte der Gesellschaft, die am Samstag aufsteht“, sagte er.

Im Lichte des Rechtsstreits und angesichts der Kürze der Zeit entschied sich der DGB nach den Worten des Gießener Vorsitzenden Klaus Zecher schon vor dem VGH-Beschluss, kurzfristig eine Bühne am Einkaufszentrum Neustädter Tor aufzubauen, das in Sichtweite zur Lahn liegt. Laut Rudolph ist aus Sicht des DGB die Hör- und Sichtweite der Proteste zum Tagungslokal der AfD ganz wichtig. Die Delegierten sollten merken, dass sie unerwünscht seien.

Der mit Abstand größte Aufzug in der Stadtgeschichte bringt auch weitreichende Folgen für Einwohner und Besucher mit sich. Zwar wollen viele Geschäfte wie gewohnt öffnen, zumal der erste Adventssamstag meist umsatzstark ist. Auch der Weihnachtsmarkt findet statt. Doch wird die Innenstadt mit der Einkaufsmeile Seltersweg und ihren Nebenlagen nur eingeschränkt erreichbar sein.

Zu Fuß, mit dem Rad und teils per Bus können Besucher nach Angaben der Stadt dort hingelangen: „Sie wird nicht abgeriegelt.“ Allerdings werde der Autoverkehr eingeschränkt. Aufgrund der Demonstrations-Routen entlang des Anlagenrings und anderer Versammlungsorte werde die Innenstadt einschließlich des Anlagenrings als Verteiler über weite Teile nicht mit dem Auto befahrbar sein.

Wer aus dem Umland oder von weiter her per Auto anreist, kann den Messeplatz nicht nutzen – das Gelände ist für die Reisebusse von Gegendemonstranten reserviert. Dafür öffnet die benachbarte Technische Hochschule ihre Parkplätze ebenso wie die Universität ihre Stellflächen an den Naturwissenschaften, am geisteswissenschaftlichen Campus und am nahe gelegenen Juridicum. Eine halbe Fußstunde von der Innenstadt und dem Rathaus mit dem Demokratie-Fest entfernt können die Parkplätze der Kreisverwaltung angefahren werden.

29 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Zum heutigen Parteitag der Grünen in Hannover

von Cumali Yağmur 28 November 2025
von Cumali Yağmur

 

Von Cumali Yagmur

Die Partei muss zu ihrem Kern und ihren ursprünglichen Gründungsinhalten zurückkehren. Heutzutage müssen sie der Gesellschaft wieder stärker alternative Politiken anbieten und die Trennlinie zu den bürgerlichen Parteien deutlicher ziehen.

Als die Partei Die Grünen gegründet wurde, hatte sie sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit für Umweltverschmutzung zu sensibilisieren. Sie wurde als „Ökopartei“ bezeichnet. Sie zielte darauf ab, die Demokratie weiterzuentwickeln, Minderheitenrechte zu verteidigen und – unter Anerkennung Deutschlands als Einwanderungsland – sensibler mit dem Thema Migration umzugehen. Mit ihrer Antikriegshaltung wollte sie die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich ziehen und eine alternative Politik betreiben. Sie forderte damals, dass Deutschland keine Waffen in andere Länder liefert.

Doch im aktuellen Prozess nehmen mittlerweile alle Parteien das Thema Umweltverschmutzung in ihre Programme auf und versuchen, ihre Wähler in dieser Hinsicht zu sensibilisieren. Auch die bürgerlichen Parteien behaupten – wenn auch in geringerem Maße –, dass sie sich für die Demokratie einsetzen. Was das Thema Migration betrifft, so widmen sich auch andere Parteien diesem Problem zumindest ansatzweise; in ihren eigenen Reihen befinden sich Politiker mit Migrationshintergrund. Die Grünen stellen jedoch, gemeinsam mit der Linkspartei, sensiblere und inhaltlich fundiertere Forderungen in Bezug auf Migranten.

In Fragen von Krieg und Abrüstung haben sie jedoch einen Rückschritt gemacht. In den Fragen zur Ukraine, zu Palästina und Israel konnten sie keine richtige Linie finden. Sie forderten sogar die Lieferung und den Einsatz von Langstreckenwaffen. Aus Angst vor dem Vorwurf des Antisemitismus haben sie gegenüber Israel ihre Stimme nicht erhoben und keine Kritik geübt. Obwohl sie die Zweistaatenlösung befürworten, konnten sie ihre Ansichten nicht offen äußern.

Die Grünen müssen zu ihrer eigenen Linie zurückkehren und ihre Ansichten der Gesellschaft sensibler und offener vermitteln. Sie müssen beim Umweltschutz voranschreiten, sensibler für die Demokratieprobleme in den Herkunftsländern von Minderheiten sein und eindeutig Farbe bekennen.

Die Grünen sind zu einer „Stadtpartei“ geworden; daher müssen sie in den Städten alternative Politiken entwickeln. Sie sollten sich stärker den Problemen ihrer eigenen Wählerschaft widmen und einige der heutigen Barrieren für die Demokratie überwinden.

Forderungen für die Städte und Bildung:

  • Verkehrswende: Alternative Verkehrsregeln in den Städten, mehr Radwege und Maßnahmen zur Reduzierung der Autonutzung.

  • Wohnen: Eine alternative Gestaltung der städtischen Strukturen und die Förderung des Baus von ausreichend bezahlbarem Wohnraum.

  • Bildung: Das deutsche Bildungssystem entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Gesellschaft. Ausgehend von der Realität, dass Deutschland ein multikulturelles Land ist, müssen radikale Veränderungen im Bildungssystem vorgeschlagen werden.

  • Betreuung: Es braucht multikulturelle Kindertagesstätten und ausreichend Betreuungsplätze.

Die Grünen müssen sich den Internationalismus wieder auf die Fahnen schreiben.

28 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Comedian Kaya Yanar beendet Bühnenkarriere in Deutschland

von Fremdeninfo 28 November 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von dpa

Comedian Kaya Yanar beendet seine Bühnenkarriere in Deutschland. «Alles, was ein Anfang hat, hat auch ein Ende und so auch meine Live Comedy Bühnen Karriere in Deutschland», schrieb Yanar in einer Mitteilung an seine Fans «und die, die es zum Schluss noch werden wollen». «Ich bin jetzt 52 und gehe auf die 80 zu und möchte mich nun gerne auf andere Projekte und vor allem auch auf meine Familie konzentrieren und deshalb die berufliche Reiserei an den Nagel hängen», schrieb er darin zur Begründung.

Gleichzeitig betonte er: «Das ist kein Karriereende, also zumindest meinerseits.» Den Job mache er seit 30 Jahren, «seit 25 Jahren kommen Leute und füllen die Hallen». Yanar («Was guckst du?!») ist Deutscher, hat türkisch-arabische Eltern, wurde in Frankfurt geboren und lebt in der Schweiz.

2026 spiele er noch seine letzten Termine, erklärte Yanar auch auf Instagram. «Danke an alle, die mich supported haben. Ohne Euch wäre das alles nicht möglich gewesen», schrieb er dort. «Es war mir eine Ehre.»

28 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Kontrolle, Kurs und klare Kante“: Innenminister Dobrindt sichert mehr „Steuerung“ bei der Migration zu

von Fremdeninfo 28 November 2025
von Fremdeninfo

Von: T.Spiegel 

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat mehr „Steuerung“ in der Migrationspolitik der Bundesregierung versprochen. Der Haushalt des Innenministeriums sei von den Leitgedanken „Steuerung, Stabilität und Stärke“ geprägt, nämlich „Steuerung bei der Migration, Stabilität der kritischen Infrastruktur und Stärke für unsere Sicherheitsbehörden und die Polizei“, sagte Dobrindt am Donnerstag bei den Haushaltsberatungen im Bundestag.

Gerade beim Thema irreguläre Migration gehe es „um Kontrolle, Kurs und klare Kante“, fuhr der Innenminister fort. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Migrationswende wirkten, „die Zahlen gehen nach unten“, sagte Dobrindt.

Der Minister verteidigte vor diesem Hintergrund auch die Entscheidung der Regierung, dass ukrainische Geflüchtete künftig kein Bürgergeld mehr erhalten, sondern Zuwendungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Damit würden Leistungen reduziert und es gebe „starke Anreize für eine Arbeitsaufnahme“ und die Möglichkeit von Sanktionen. Auch das gehöre zur „konsequenten Migrationswende“.

Seinem Ressort stehen im kommenden Jahr 15,76 Milliarden Euro zur Verfügung. Das schließt zum Beispiel auch Mittel zur Abwehr der wachsenden hybriden Bedrohung ein, wie Dobrindt ausführte. Dazu würden ein gemeinsames Abwehrzentrum und eine Drohneneinheit bei der Bundespolizei geschaffen.

Der AfD gehen die Anstrengungen bei der Migration nicht weit genug – der Abgeordnete Martin Hess warf Dobrindt und der Regierung „staatliches Totalversagen“ vor. Die Sicherheit im Land „liegt am Boden“ und die Regierung setze die falschen sicherheitspolitischen Schwerpunkte, sagte er im Bundestag.

Die Grünen wiederum warfen der Regierung „Verweigerung gegenüber der Realität“ vor. Deutschland sei ein Einwanderungsland und werde das auch weiter sein, „wenn es erfolgreich bleiben will“, sagte der Haushaltspolitiker Leon Eckert. Die Integrationskurse seien unterfinanziert und gingen am Bedarf vorbei. „Wir wollen mehr Integrationskurse, passgenaue Angebote für Eltern, für Alleinerziehende und das stabil und langfristig finanziert“, sagte Eckert. (AFP)

28 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Eine Erklärung zu Diskriminierung und Geschichte

von Cumali Yağmur 27 November 2025
von Cumali Yağmur

Der Leserbrief von Herr S.K.:

Heute habe ich einen Brief von einem „Fremdeninfo“-Leser erhalten. Er möchte, dass der Brief nur mit den Anfangsbuchstaben seines Namens veröffentlicht wird.

„Herr Yagmur,

Sie schreiben, dass Einwanderer in Deutschland schon immer diskriminiert wurden und keine demokratischen Rechte hätten. Es stimmt zwar, dass Einwanderer bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche sowie bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen oft benachteiligt werden. Dennoch ist Ihre Aussage zu pauschal. Man muss sachlich argumentieren und differenzieren. Ich bin ebenfalls gegen Pauschalisierungen.

Jetzt möchte ich darüber schreiben, wie sich Minderheiten in der Türkei diskriminiert fühlen. In der Türkei werden Kurden, Christen, Jesiden, Aleviten und andere nationale sowie religiöse Minderheiten systematisch diskriminiert.

Hier sind einige historische Fakten dazu:

  • Kurden:Die Kurden haben seit Jahrzehnten keine vollen demokratischen Rechte. Die kurdische Bewegung wurde in der Türkei immer blutig niedergeschlagen. Jeden Morgen mussten kurdische Kinder den Eid „Ich bin Türke, wie glücklich ist derjenige, der sagt, ich bin Türke“ aufsagen.
  • Aleviten:Aleviten können ihre Religion nicht frei ausüben. Cem-Häuser werden nicht als Gotteshäuser anerkannt. Der sunnitische Islam fungiert faktisch als Staatsreligion, während andere Glaubensrichtungen benachteiligt werden.
  • 1915–1916:Beim Völkermord an den Armeniern wurden 1,5 Millionen Menschen umgebracht und deportiert. Ist das kein schreckliches Ereignis?
  • 1925:Scheich Said und seine Anhänger wurden wegen des Aufstands für nationale Rechte der Kurden hingerichtet. Dies geschah auf Befehl Atatürks. Kürzlich habe ich gehört, dass Prof. Dr. Taner Akçam die Atatürk-Ära in seinem Buch als Apartheid beschreibt. Und das ist richtig.
  • 1934:In Edirne und Thrakien kam es zu Pogromen gegen Juden; viele wurden vertrieben und ihr Eigentum konfisziert.
  • 1938:Beim Dersim-Aufstand wurden Seyit Rıza und seine Anhänger hingerichtet. Die Zivilbevölkerung wurde massakriert und deportiert. Das war kemalistische Brutalität.
  • 1955:In Istanbul wurden Häuser von Nicht-Muslimen verbrannt und Geschäfte geplündert (Pogrom von Istanbul).
  • Jüngere Geschichte:Bei den Massakern in Malatya, Maraş und Çorum wurden Aleviten ermordet.
  • 1993:Beim Brandanschlag auf das Madimak-Hotel in Sivas wurden 35 alevitische Intellektuelle bei lebendigem Leib verbrannt.

Das ist die türkische Geschichte. Die deutsche Vergangenheit war genauso brutal. Ich denke, wir müssen die Geschichte gemeinsam neu schreiben.“

Antwort von Herrn Yagmur:

Sie haben vollkommen recht mit dem, was Sie geschrieben haben. Ich unterschreibe Ihre Aussagen, da sie die türkische Geschichte akkurat beschreiben.

Nun möchte ich jedoch auf den Vorwurf der Pauschalisierung eingehen:
Bevor ich schreibe, hole ich mir genaue Informationen ein; erst dann verfasse ich meinen Artikel. Ich bin strikt gegen jede Art der Pauschalisierung. Wie kommen Sie zu der Einschätzung, dass mein Artikel pauschalisiert?

Ich habe eine große Leserschaft, und bis jetzt hat noch niemand gesagt, dass ich in meinen Artikeln pauschalisiere. Ich schreibe immer sachlich, inhaltlich fundiert und korrekt.

Dennoch, Herr S. K., werde ich Ihre Kritik bezüglich der Sachlichkeit und der Inhalte in Zukunft berücksichtigen.

27 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

KURDISCHE POLITIK UND IHRE AKTEURE

von Fremdeninfo 27 November 2025
von Fremdeninfo

Von: Celal Isik 

Ein Argument, auf das diejenigen, die gegen den Lösungsprozess sind oder dem Prozess (wegen mangelnden Vertrauens in die Aufrichtigkeit von AKP und MHP) nicht glauben, in letzter Zeit häufig zurückgreifen, lautet: „Die DEM-Partei stimmt zu, dass die Regierung Selahattin Demirtaş im Gefängnis hält, während sie Abdullah Öcalan als Gesprächspartner akzeptiert und ihn als Führer der Kurden ansieht.“

Manche treiben es sogar so weit, den Unsinn zu behaupten, dass die DEM-Partei, die ständig Aktionen für die Freiheit von Apo (Öcalan) durchführt, nichts für S. Demirtaş tue.

Es wird versucht, Verwirrung zu stiften, indem diese beiden wichtigen kurdischen politischen Akteure als gegensätzliche Pole dargestellt werden. Der Prozess wird angegriffen, indem so getan wird, als würde der „Demokrat Demirtaş“ gegen den zum „Alleinherrscher“ und „Hassobjekt“ stilisierten Öcalan verteidigt.

Diese Taktik wird zweifellos denjenigen in die Hände spielen, die ein Scheitern des Lösungsprozesses wünschen.

Bedauerlicherweise hoffen einige linke Kreise, die dieses Argument nutzen, daraus Kapital zu schlagen, indem sie auf eine politische Niederlage und einen Machtverlust der DEM-Partei und der kurdischen Bewegung spekulieren.

Die Situation, die wie eine Differenz zwischen Demirtaş und Öcalan aussieht, zeigt eigentlich, dass sie sich ideologisch in einer dialektischen Einheit befinden.

Die kurdische Bewegung verfügt über unterschiedliche Strukturen in verschiedenen Bereichen. Man stelle sich vor: eine bewaffnete Organisation (Guerilla) in den Bergen, in Qandil. Ein Flügel im Parlament. Eine weitere Struktur in der Diaspora in Europa.

Es gibt eine Öcalan-Realität, die alle diese Strukturen als ideologischen Führer ansehen.

Natürlich unterscheiden sich diejenigen in Qandil politisch von denen im Parlament. Während die einen Politik mit Waffen betreiben, machen die anderen Politik auf demokratischem Boden.

Zudem gibt es Organisationen wie die PYD, die SDG (SDF) und die PEJAK, die zwar ideologisch verbunden sind, aber aufgrund der spezifischen Bedingungen in vier verschiedenen Ländern (Syrien, Irak und Iran) Unterschiede aufweisen.

Im 21. Jahrhundert sind alle Kurden des Nahen Ostens aktive Subjekte der Politik. Öcalan befindet sich in der Position des ideologischen Führers der Kurden in allen Ländern der Region.

Öcalans Entscheidung zur Auflösung der bewaffneten Organisation und zur Vernichtung der Waffen war zugleich die Entscheidung, die Politik auf den demokratischen Boden zu verlagern. Diese Entscheidung Öcalans wird nicht nur die Politik in der Türkei, sondern in gewissem Maße auch die kurdische Politik in Syrien innerhalb der spezifischen Bedingungen jener Gesellschaft beeinflussen und formen.

Die Integrationspolitik der SDG mit der Regierung in Damaskus verläuft parallel zum Verhandlungsprozess in der Türkei. Die Forderung von Mazlum Abdi nach einem Treffen mit Imrali (Öcalan) zeigt meines Erachtens, wie viele Gemeinsamkeiten die Probleme der kurdischen Bewegungen in beiden Ländern (auch in Bezug auf die Völker, mit denen sie zusammenleben) aufweisen und dass sie einer Lösung bedürfen.

Dass die Türkei in dieser Phase davon überzeugt ist, den Krieg mit den Kurden zu beenden, ist eigentlich den neuen Bedingungen (eigentlich Notwendigkeiten) in der Region geschuldet; dies sind die Faktoren, die sowohl in Syrien als auch in der Türkei zur Beendigung des bewaffneten Kampfes der Organisation führen.

Es ist sowohl Öcalan, der den Staat durch seine Verhandlungen im Gefängnis seit einem Vierteljahrhundert davon überzeugt hat, als auch der radikale Systemwandel in Syrien. Es ist dieser grundlegende Wandel der Ordnung im Nahen Osten, der den Staat oder die Regierung dazu gezwungen hat, mit den Kurden zu kooperieren, anstatt Krieg zu führen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die kurdische Bewegung eine Struktur mit vielen Akteuren an verschiedenen Fronten in verschiedenen Ländern hat.

Aus diesem Grund ist es kein richtiger Ansatz, einen Akteur der Bewegung in einer Region, einem Land oder an einer anderen Front mit einem anderen zu vergleichen und den einen dem anderen vorzuziehen.

Die Ansicht, die DEM-Partei würde Apo und nicht Demirtaş bevorzugen, ist absolut falsch.

Auch wenn S. Demirtaş ein wirkungsvoller Akteur im Bereich der demokratischen Politik in der Türkei ist, besitzt er keine Position, die eine Alternative zu Öcalans ideologischer Führerschaft über die Mehrheit der Kurden im Nahen Osten darstellen würde.

Kurz gesagt: Demirtaş kann Öcalan nicht ersetzen, und Öcalan nicht Demirtaş.

Hätten wir ein Messgerät, würde sich vielleicht herausstellen, dass Demirtaş mehr „Öcalanist“ ist als jeder andere.

Auch Mazlum Abdi ist ideologisch ein Öcalan-Anhänger, aber politisch ist er der militärische Anführer der politischen Organisation der Kurden eines Landes mit anderen Bedingungen.

Das Richtige ist nicht, irgendeinen Akteur der kurdischen Bewegung mit einem anderen zu vergleichen oder einen dem anderen vorzuziehen, sondern jeden Akteur an seinem Platz und in seiner Rolle innerhalb der Einheit einer großen regionalen Bewegung wertzuschätzen.

 

 

 

 

27 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Vorladung wegen eines gefälschten Sprachzertifikats bei der Einbürgerung – und jetzt?

von Fremdeninfo 27 November 2025
von Fremdeninfo
Von:    FA- Fachanwalt.de

24.11.2025 • Steffen Dietrich Strafrecht

In den letzten Monaten sind Sprach- und Kurszertifikate zunehmend in den Fokus von Ermittlungsbehörden, Ausländerbehörden und der Politik gerückt. Bundesweit wird vermehrt von Fällen berichtet, in denen die angegebenen Sprachkenntnisse nicht mit den tatsächlichen Fähigkeiten der Antragsteller übereinstimmen. Viele Mandanten erhalten daher aktuell eine polizeiliche Vorladung, in der ihnen der Gebrauch eines angeblich gefälschten Sprachzertifikats vorgeworfen wird. Ein solches Schreiben kommt meist unerwartet und löst verständlicherweise große Verunsicherung aus.

Die Bedeutung von Sprachzertifikaten im Einbürgerungsverfahren

Wer die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben möchte, muss nachweisen, dass er sich sprachlich im Alltag auf Deutsch zurechtfinden kann. In der Regel wird hierfür das Sprachniveau B1 verlangt. Dieser Nachweis erfolgt meist durch Zertifikate anerkannter Prüfstellen wie etwa dem Goethe-Institut, Volkshochschulen oder anderen Sprachkursträgern.

Liegt ein entsprechendes Zertifikat nicht vor, wird ein Einbürgerungsantrag häufig gar nicht erst positiv beschieden. Der Druck, ein B1-Zeugnis vorzulegen, ist daher hoch.

In dieser Situation erscheinen manchen Betroffenen „Abkürzungen“ verlockend, zum Beispiel:

  • Sprachschulen oder „Agenturen“, die gegen Bezahlung ein Zertifikat ohne ernsthafte Prüfung versprechen
  • Angebote über Internetplattformen und soziale Netzwerke
  • Dritte, die „hilfsbereit“ ein Zertifikat organisieren oder sogar die Prüfung anstelle des eigentlichen Bewerbers ablegen

Was dabei oft übersehen wird: Die strafrechtlichen Risiken sind erheblich. Die Verwendung eines unechten oder verfälschten Sprachzertifikats kann ein Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung nach § 267 StGB nach sich ziehen – mit gravierenden strafrechtlichen und ausländerrechtlichen Konsequenzen.

Wie kommt es zu Strafverfahren wegen gefälschter Sprachzertifikate?

In der Praxis werden entsprechende Verfahren meist durch Auffälligkeiten im Verwaltungsverfahren ausgelöst. Typische Anknüpfungspunkte sind etwa:

  • Das eingereichte B1-Zertifikat ist im System der angeblichen Prüfungsstelle nicht registriert
  • Gestaltung, Stempel oder Logos weichen von Originaldokumenten ab
  • Verlinkte QR-Codes führen auf täuschend echt gestaltete, aber tatsächlich gefälschte Internetseiten
  • Bei einem persönlichen Gespräch zeigen sich Sprachkenntnisse, die deutlich hinter dem angeblich nachgewiesenen Niveau zurückbleiben

Einbürgerungs- und Ausländerbehörden sind mittlerweile angehalten, solchen Unstimmigkeiten nachzugehen. Besteht der Verdacht einer Fälschung, wird regelmäßig Strafanzeige erstattet.

Für Betroffene besonders belastend: In vielen Fällen kann nicht nachgewiesen werden, dass sie selbst das Dokument hergestellt oder manipuliert haben. Dennoch kann bereits der Gebrauch eines gefälschten Zertifikats ausreichend sein, um den Tatbestand der Urkundenfälschung zu erfüllen.

Die Urkundenfälschung nach § 267 StGB als zentraler Vorwurf

Kern des strafrechtlichen Vorwurfs ist meist § 267 StGB. Die Vorschrift erfasst drei Varianten:

  • das Herstellen einer unechten Urkunde,
  • das Verfälschen einer echten Urkunde und
  • das Gebrauchen einer unechten oder verfälschten Urkunde zur Täuschung im Rechtsverkehr.

Ein Sprachzertifikat erfüllt alle Merkmale einer Urkunde im strafrechtlichen Sinn: Es enthält eine schriftliche Erklärung über den erfolgreichen Abschluss einer Prüfung, ist einem bestimmten Aussteller zuzuordnen und dient gegenüber Behörden als Beweis für vorhandene Sprachkenntnisse.

Ist eine der genannten Verhaltensweisen nachweisbar, reicht der Strafrahmen von einer Geldstrafe bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. In besonders gravierenden Fällen (etwa bei gewerbsmäßiger Vorgehensweise) können noch höhere Strafen verhängt werden.

Weitere mögliche Straftatbestände

Je nach Einzelfall ist die Urkundenfälschung nicht der einzige in Betracht kommende Straftatbestand. Ergänzend können insbesondere relevant sein:

  • Erschleichen eines Aufenthaltstitels (§ 95 Abs. 2 Nr. 2 AufenthG)
  • Einschleusen von Ausländern (§ 96 AufenthG)
  • Betrug (§ 263 StGB)
  • Unrichtige oder unvollständige Angaben im Einbürgerungsverfahren (§ 42 StAG)

Welche Norm letztlich zur Anwendung kommt, hängt davon ab, welche Rolle der Betroffene konkret gespielt haben soll, also ob er das Dokument lediglich genutzt oder selbst hergestellt, vermittelt oder verkauft hat.

Warum eine strafrechtliche Verurteilung unbedingt vermieden werden sollte

Die strafrechtliche Sanktion ist häufig nur der erste Teil der Folgen. Gerade für ausländische Staatsangehörige sind die mittelbaren Konsequenzen mindestens ebenso schwerwiegend:

  • Ablehnung des Einbürgerungsantrags oder eines Antrags auf Erteilung bzw. Verlängerung eines Aufenthaltstitels
  • Rücknahme oder Widerruf bereits erteilter Aufenthaltstitel oder einer bereits erfolgten Einbürgerung
  • Feststellung eines Ausweisungsinteresses, was zukünftige Entscheidungen der Ausländerbehörde negativ beeinflusst

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 StAG kann eine strafrechtliche Verurteilung im Einbürgerungsverfahren dazu führen, dass die erforderliche „Straffreiheit“ nicht mehr vorliegt. Maßgeblich sind hierbei die Grenzen des § 12a StAG. Danach bleiben bei der Einbürgerung insbesondere außer Betracht:

  • Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen,
  • Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten, sofern sie zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Werden diese Grenzen überschritten, verschlechtern sich die Einbürgerungschancen ganz erheblich. Da ein einziger Fehler somit langfristige Auswirkungen auf den weiteren Aufenthalt und die Perspektive einer Einbürgerung in Deutschland haben kann, ist es entscheidend, bereits im eingeleiteten Strafverfahren auf eine Verfahrenseinstellung oder zumindest eine möglichst milde Sanktion hinzuarbeiten.

Hilfe durch einen Fachanwalt für Strafrecht

Dieser Beitrag wurde von Rechtsanwalt Dietrich erstellt. Rechtsanwalt Dietrich tritt bereits seit vielen Jahren deutschlandweit als Strafverteidiger auf. Wenn Ihnen vorgeworfen wird, sich im Zusammenhang mit einem gefälschten Sprachzertifikat strafbar gemacht zu haben, können Sie unter den angegebenen Kontaktdaten einen Besprechungstermin mit Rechtsanwalt Dietrich vereinbaren. Alternativ können Sie Rechtsanwalt Dietrich auch eine E-Mail schreiben.

Vereinbaren Sie hier eine Rechtsberatung zum Artikel-Thema
27 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Grünen-Abgeordneter: Merz ist Generationengerechtigkeit „völlig egal

von Fremdeninfo 27 November 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Dariusch Rimkus/  W Watson

Kanzler Friedrich Merz hat in der Generaldebatte im Bundestag einen „Konsens der Generationen“ angekündigt. Grünen-Abgeordneter Timon Dzienus glaubt ihm nicht, wie er gegenüber watson äußert.

Friedrich Merz hat seit Monaten Probleme, seinen Laden zusammenzuhalten. Mal ist es Stress mit den Koalitionspartnern der SPD, oft fehlt dem Kanzler auch der Rückhalt der eigenen Fraktion und zuletzt legte sich Merz mit einer ganzen Generation an: den „jungen Leuten“.

Sowohl beim Wehrdienst als auch der Rente droht der Kanzler, es sich mit den Millennials sowie der Generation Z und Alpha zu verscherzen. Auch bei den Themen Wohnen und Klimaschutz weiß er bisher kaum zu überzeugen. Druck machen ihm zurzeit vor allem die eigene Parteijugend Junge Union (JU) sowie die „Junge Gruppe“ in der Unionsfraktion: wegen der Rentenpläne.

Daher wusste Merz bei der Generaldebatte im Bundestag am Mittwoch, dass er die Wogen glätten muss. Er kündigte einen „Konsens der Generationen“ an, ohne diesen in seiner Rede inhaltlich mit allzu viel Leben zu füllen.

Grünen-Abgeordneter Timon Dzienus kritisiert gegenüber watson nun, dass Merz‘ Versuch unehrlich sei – das gelte allerdings auch für die JU:

„Generationengerechtigkeit ist der Jungen Union und Friedrich Merz doch in Wahrheit völlig egal.“

Merz: Grünen-Mann Dzienus wettert gegen „Geschwafel“

Dzienus zufolge kümmerten sich die Junge Union und der Kanzler zu wenig um bezahlbare Mietpreise oder ein Bafög, das „wirklich zum Leben reicht“. Der Grünen-Abgeordnete meint: „Die Junge Union scheißt auf das Klima und will uns junge Leute zum Wehrdienst verpflichten.“

Tatsächlich ist die Junge Union weit weniger kritisch beim Thema Wehrdienst als die Jugendorganisationen etwa der Grünen oder der SPD. Für rigorose Klimapolitik ist sie nicht bekannt, aber auch nicht unbedingt für Klimakrisen-Skepsis.

Dzienus bleibt dennoch dabei: „Mit Generationengerechtigkeit hat der Laden wirklich gar nichts zu tun.“ Ihm zufolge würde die Union einerseits vom „Konsens der Generationen“ wie nun Merz „schwafeln“. Andererseits würde sie „in der Rentenfrage Enkel gegen ihre Großeltern“ aufhetzen.

Was Dzienus meint: Die Junge Union fordert von Merz und der Mutterpartei, dass aufgrund der Schuldenbelastungen für kommende Generationen die Renten nach 2031 nicht über einem Niveau von 48 Prozent liegen dürften.

Grünen-Politiker Timon Dzienus kritisiert SPD und Union wegen Mindestlohn

・Grünen-Politiker kritisiert Regierung wegen steigender WG-Mieten – „schaut weg“

Er sieht eine „Ablenkung“ der Union, die „das eigentliche Problem“ verdecken: „Die ungerechte Verteilung von Vermögen in diesem Land.“

Das Geld, „um Probleme zu lösen“ sei „genug vorhanden“. Es würden nur „die Falschen“ besitzen. Sprich: „Wir müssen ran an die Überreichen und an ungerechte

Grünen-Abgeordneter Dzienus kritisiert Union für „Ablenkung“

Dzienus ist vor allem die Position der Union zur Vermögensverteilung in Deutschland ein Dorn im Auge. Er fordert eine stärkere Besteuerung von Reichtum.

27 November 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Neuere Beiträge
Ältere Beiträge

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025
  • Begegnungen am Radweg: Eine Geschichte von Mensch, Natur und einem besonderen Rabenfreund

    23 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  •   Ramadan-Streit an Schule in NRW nur der Anfang? „Traurig

    14 März 2026
  • Konsequenzen nach Studie zu jungen Muslimen

    13 März 2026
  • Aleviten, Kurden und Syrien: Das Gesamtbild betrachten

    13 März 2026
  • „Nein zum Krieg“ – Spaniens Sanchez stellt sich gegen USA und Israel

    13 März 2026
  • „Wir haben einen Leserbrief erhalten; wir geben nur die Anfangsbuchstaben seines Namens an

    12 März 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Zuckerfest: Das steckt hinter dem Fest des Fastenbrechens

8 April 2024

Neueste Artikel

Wir müssen unsere Probleme selbst in die Hand nehmen!
13 Februar 2026
Brief aus Istanbul: Die Kunst der Erdoğanistik
12 Februar 2026
Taner Akçam schreibt: Der aktuelle Stand des kurdischen Öffnungsprozesses
11 Februar 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff
14 Oktober 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung