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Religion

Wie sich Islamisten und Rechtspopulisten gegenseitig bestärken

von Fremdeninfo 27 März 2018
von Fremdeninfo

Wie sich Islamisten und Rechtspopulisten gegenseitig bestärken

Von

dtj-online

Die Anfälligkeit für radikale Positionen war laut Experten noch nie so groß wie momentan. Ein neues Buch beleuchtet diese Entwicklung – und die fatale Wechselwirkung von Rechtspopulisten und Islamisten.

Von Paula Konersmann (KNA)

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Sie hat mit militanten Rechten diskutiert und mit Islamisten. Sie hat Demos und Szenekneipen besucht, von denen viele sich lieber fernhalten: Für ihre Recherchen hat die Extremismusforscherin Julia Ebner viel zugehört. Das Ergebnis dieser Erfahrungen, die sie im jetzt erscheinenden Buch „Wut“ beschreibt: Die Radikalen beider Couleur haben viel gemeinsam. Ihre Werdegänge ähneln einander, ihre Sichtweisen wirken teils spiegelverkehrt, und beide reagieren direkt auf Rhetorik und Handlungen des jeweils anderen.

Es sei eher Zufall, ob junge Menschen heute zum „Gotteskrieger“ oder zum Neonazi würden, sagte schon vor einer Weile der Theologe und Jugendbuchautor Christian Linker („Dschihad Calling“). Sie suchten, was beide Gruppierungen versprächen: „Freundschaft, Solidarität, Zusammenhalt“.

Ebner geht einen Schritt weiter: Laut ihrer Analyse bedingen sich die beiden extremen Pole gegenseitig – und tragen wechselseitig zur Radikalisierung bei. Die Einnahme der Opferrolle, die Dämonisierung der jeweils anderen Seite, das Beklagen eines untätigen Staates: Das sind nur einige Parallelen, aus denen sich in den vergangenen Jahren ein regelrechter Kreislauf der Radikalisierung entwickelt hat. Die Publizistin Düzen Tekkal bezeichnete Islamisten und Rechtsradikale kürzlich in der „Zeit“ als „böse Zwillinge“. Das Problem ist also erkannt – laut Ebner ist die Wechselwirkung jedoch kaum erforscht.

Ihr Buch schließt insofern eine Lücke, als es die Dynamiken des Kreislaufs beschreibt. Wer diese Prozesse erkenne, könne angemessener reagieren – und den Kreislauf durchbrechen, so Ebners Hoffnung.

Die Entwicklung betrifft laut der Autorin besonders die Generationen, die nach dem 11. September 2001 aufgewachsen sind: mit der Erzählung vom Kampf der Kulturen. Die Macht eines solchen starken Narrativs betonte kürzlich auch der US-Psychologe Arie Kruglanski. Und: Wer nicht auf die Bedürfnisse der Menschen reagiere, dessen Ansprache drohe ins Leere zu gehen, mahnt der Professor der Universität Maryland. „Vielen Islamisten geht es beispielsweise nicht um eine religiöse Wahrheit. Auf argumentativer Ebene erreicht man sie nicht.“

Vielmehr erzählen Rechtsextremisten und Islamisten die gleichen schwarzweißen Geschichten, erklärt Ebner: „Die wichtigste Parallele ist die utopische Vorstellung einer ethno-kulturell ‚reinen‘ Gesellschaft“, sagt sie im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Auch teilen sich beide eine Zielgruppe, nämlich Menschen in Identitätskrisen.

Inzwischen bevorzugen die scheinbar gegensätzlichen Gruppen sogar ähnliche Schlagworte auf Twitter: Beispielsweise der Hashtag #ProudToBeAKafir (dt. „stolz, ein Gottesleugner zu sein“) zeige, so Ebner, dass Rechtsextreme sich die salafistische Terminologie aneigneten. In den klassischen Medien funktioniert es ähnlich: Das Trump-nahe Portal Breitbart zitiert Islamisten, die Terroranschläge feiern; das IS-Magazin „Dabiq“ wiederum zitiert antimuslimische Botschaften von Breitbart-Lesern.

Vor solch pauschalen Wahrnehmungen warnen Experten seit Jahren. Die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan sagte kürzlich der „Süddeutschen Zeitung“, es drohe eine Radikalisierung der friedlichen Mehrheit, „sobald man von der Radikalität einer kleinen Gruppe auf die Gesamtheit schließt“. Wenn unverhältnismäßige Ängste weiter ausgenutzt würden, drohten die extremen Ränder zur gesellschaftlichen Mitte zu werden, schreibt Ebner.

Sie wirbt für mehr politische Umsicht. „Der Terrorismus selbst stellt keine existenzielle Bedrohung für die westlichen Länder dar, aber unbedachte und unverhältnismäßige Reaktionen darauf können eine sein.“ Auch sei es geboten, „Pseudowissen“ etwa über den Islam zu bekämpfen. Rechtspopulisten und Islamisten hätten diese Religion „so stark verfälscht, dass die Linien zwischen Islam und Islamismus in der Öffentlichkeit immer stärker verwischen.“

Und Ebner fordert Kreativität, um den Blick von vermeintlichen Gegnern auf die tatsächlichen Herausforderungen zu lenken: Umweltzerstörung, Armut oder Hunger. Gelinge dieses Umdenken, meint die Autorin, könne darin „die größte Chance des 21. Jahrhunderts“ liegen.

KNA/pko/lwi

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27 März 2018 0 Kommentare
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Religion

Merkel will bundesweite Strukturen für Imamausbildung entwickeln

von Fremdeninfo 23 März 2018
von Fremdeninfo

Merkel will bundesweite Strukturen für Imamausbildung entwickeln

21.03.2018, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt im Bundestag ihre erste Regierungserklärung nach ihrer Wiederwahl zur Regierungschefin ab. Thema sind die Grundzüge des Regierungsprogramms für die kommenden vier Ja

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt in der Islam-Debatte auf eigene Strukturen auch mit Blick auf die theologische Ausbildung. „Dass wir uns Jahrzehnte auf türkische Imame für Gastarbeiter verlassen haben, reicht für das 21. Jahrhundert nicht aus“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin in ihrer ersten Regierungserklärung der vierten Amtsperiode. Hier müssten Bund und Länder – auch mit Hilfe der Islamkonferenz – zukunftsfähige Strukturen entwickeln.

Merkel: Islam ein Teil von Deutschland

Zugleich bekräftigte Merkel erneut eine Zugehörigkeit des Islam zu Deutschland. „Es steht völlig außer Frage, dass die historische Prägung unseres Landes christlich und jüdisch ist“, aber mit rund 4,5 Millionen Muslimen in Deutschland sei der Islam „inzwischen ein Teil von Deutschland geworden“.

Die Kanzlerin räumte ein, dass das Zusammenleben der Religionen die Bundesrepublik vor große Herausforderungen stelle. Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus hätten dabei in „unserem Rechtsstaat keinen Platz“. Fragen des Zusammenlebens und Zusammenhalts gingen aber über den Rechtsstaat hinaus. Es gehe auch darum, was Deutschland präge und was zur deutschen Kultur heute und künftig dazugehöre.

23 März 2018 0 Kommentare
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Politik

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD)

von Fremdeninfo 20 März 2018
von Fremdeninfo

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD)

zeigt sich entsetzt über Zeitpunkt, Wortwahl und Inhalt des Seehofer-Interviews mit der BILD-Zeitung.

Der Bundesvorsitzende der TGD Gökay Sofuoğlu dazu:

„Diese wenig hilfreiche Debatte über den Islam in Deutschland wieder zu eröffnen, ausgerechnet in einer Zeit, in der Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte brennen, zeigt, dass Herr Seehofer in der Rolle des Innenministers noch nicht angekommen ist. Ich möchte ihn daran erinnern, dass er kein Ministerpräsident mehr im Wahlkampfmodus ist, sondern Innenminister aller Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Wir wünschen uns ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein. Unabhängig davon, wie man zu der Frage nach der historischen Zugehörigkeit des Islam in Deutschland steht: Die Religionsfreiheit gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Sie ist im Grundgesetz verankert.“

Sofuoğlu führt weiter aus:

„Herr Seehofer betont in seinem Interview, dass Muslime zu Deutschland gehören. Ich möchte ihn aber dennoch einmal direkt fragen: Herr Seehofer, bin ich nun eigentlich Teil ‚Ihrer‘ Heimat, der Heimat, der sich ihr Ministerium widmet, oder bin ich es nicht? Ist Mesut Özil Teil ihrer Heimat oder ist er es nicht? Spielen die Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte eine Rolle bei der Gestaltung unserer Heimat oder nicht? Wir wünschen uns von unserem Innenminister unmissverständliche Antworten auf diese Fragen.“

Die TGD ist überzeugt, dass die „landestypischen Traditionen und Gebräuche“ nicht von Muslimen bedroht werden, sondern von Menschen, die unser Grundgesetz missachten.

Atila Karabörklü, Ko-Vorsitzender der TGD, stellt fest: „Kein Muslim hindert unseren Innenminister oder sonst jemanden daran, an Pfingsten und Ostern in die Kirche zu gehen. Derartige Zusammenhänge entbehren jeglicher Grundlage.“ Stattdessen zeigen die Aussagen des Innenministers, wie weit die aktuelle Debatte von der gesellschaftlichen Realität entfernt ist.

Gökay Sofuoğlu meint abschließend:

„Ein Blick auf das aktuelle Kabinett, auf alle Minister*innen und Staatsekretär*innen, macht es überdeutlich: Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht ausreichend in der Politik repräsentiert! Die Debatte um den Islam lenkt nur davon ab, was für ein gewaltiges Demokratiedefizit wir haben. Ein Innen- und Heimatminister, der nach eigener Aussage die Menschen im Land einen will, sollte ein größeres Interesse daran haben, dass sich ein Viertel der Gesellschaft in den politischen Institutionen auch wiederfindet. Vertrauen in die Politik schaffen wir, indem wir alle Menschen einbinden, nicht indem wir sie ausschließen. Und nur Vertrauen führt dann auch zu einem Zugehörigkeitsgefühl, das wir uns wünschen.“

20 März 2018 0 Kommentare
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Frauen

8 Mart Uluslararası Kadınlar Günü

von Fremdeninfo 9 März 2018
von Fremdeninfo

8 Mart Uluslararası Kadınlar Günü

8 Mart  Dünya Kadınlar Günü’nde yazıma büyük şair Nazım Hikmet’in ‚Kadınlarımız‘ şiirinin bir bölümü ile başlamak istiyorum.

Ve kadınlar 
bizim kadınlarımız: 
korkunç ve mübarek elleri 
ince, küçük çeneleri, kocaman gözleriyle 
anamız, avradımız, yarimiz 
ve sanki hiç yaşanmamış gibi ölen 
ve soframızdaki yeri 
öküzümüzden sonra gelen kadınlar, 
bizim kadınlarımız …

8 Mart Dünya Kadınlar Günü 1857 yılında Amerika’nın New York kentinde tekstil sektöründe çalışan yüzlerce kadının düşük ücretleri, uzun çalışma saatlerini ve insanlık dışı çalışma koşulunu protesto etmek için grevler yapılması olarak başlamıştır.

Bu olaydan 52 yıl sonra Danimarka’nın Kopenhagen şehrinde düzenlenen Sosyalist Enternasyonal’in kadınlar toplantısında, 8 Mart 1857’de New York’ta başlayan kadınların haklarını kazanması ve kadınların birlikte mücadelesinin her yıl kadınlar günü olarak kutlanması kararlaştırıldı.

1857 New York’da kadınların 12 saatlik günlük çalışma saatini ve düşük ücrete karşı yürüyüşler yaptılar. Polis kadınların protesto eylemlerini zor kullanarak dağıttı.   

1908 New York: 15.000 kadın daha kısa çalışma saati ve daha iyi gelir ile oy hakkı için yürüdüler ve doğum günü izini istediler. Gösterilerde kullandıkları slogan ise „Ekmek ve Gül„ idi. Ekmek yaşam güvencesi ve karın tokluğunu, Gül ise daha kaliteli yaşamı simgeliyordu. 1909″da ilk kez kadın günü 28 Şubat’ta kutlandı. Avrupa’daki kadınlar da şubat ayında son pazar gününü kadın günü olarak kutladılar.

1910 yılında ise Clara Zetkin isimli bir Alman sosyalist kadının Sosyalist Enternatsyonal’de Dünya Kadınlar Günü olmasını önerisi kabul edildi. 

1911 Kopenhagen kararından sonra ilk kez 19 Mart’ta Avusturalya, Danimarka, Almanya ve İsviçre’de kutlandı. Yüz binlerce kadın ve erkek elele ortak mücaddelerle aktiviteler yaptılar. Oy verme, seçme, seçilme haklarının yanı sıra meslek edinme ve meslek eğitimi görme hakkını istediler. 

Dünyada kadın hakları mücadelesinde 1975 yılı büyük önem taşımaktadır. Çünkü BM nezdinde ilk kez resmi düzeyde Kadınlar Günü olarak kutlandı. İki yıl sonra 1977’de ise, Birleşmiş Milletler genel toplantısında 8 Mart resmen Dünya Kadınlar Günü olarak kabul edildi.

Bu kabulün içinde iki temel neden açıklandı; Dünya barışının korunması, sosyal gelişim içinde ve temel insan haklarının kulanılması için kadınların da eşitlik ve kendilerini geliştirmelerine olanak sağlanması vurgulandı. Kadınların eşit haklarının verilmesi dünya barışını güçlendireceği anlayışı kabul edildi. Dünya Kadınlar Günü kadınlar açısından çok daha farklı bir gündür. 

Günümüzde kadın haklarının kazanılmasının nerelerden başladığını ve bugünlere nasıl geldiğinin hatırlanması önemlidir.

Bir çok gelişmiş ülkede kadın hakları çok ilerlemeler göstermiş olsa da, istenen seviyeden hala çok uzaktır. Günümüzde Avrupa’da göçmen kadınların göçmen odukları ve kadın oldukları için iki türlü baskıya karşı karşıya oldukları kesindir. 

Avrupa toplumlarında yaşamalarına rağmen seçme, seçilme hakları gibi eşit haklardan mahrumdurlar.

Kadınların aile içi şiddete maruz kalmaları, şiddeti günlük yaşamlarının bir parçası haline getirmiştir. Kadınların eşit olmadığı bir toplumda, toplumun ezilen diğer bireylerin de sağlıklı ve özgür olamayacağının altı çizilmelidir. 

9 März 2018 0 Kommentare
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Politik

SPD-Mitglieder stimmen für die Neuauflage der großen Koalition

von Fremdeninfo 4 März 2018
von Fremdeninfo

SPD-Mitglieder stimmen für die Neuauflage der großen Koalition

© Provided by Deutsche Welle SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan (li.) und der kommisarische Parteichef Olaf Scholz bei der Ergebnisbekanntgabe

Ein deutliches Ergebnis: Die SPD-Mitglieder votieren mit 66 Prozent für eine Neuauflage der großen Koalition. Damit dürfte der Wiederwahl von Bundeskanzlerin Merkel am 14. März im Bundestag nichts mehr im Wege stehen.

Es war eine Zitterpartie bis zum Schluss: Die Mitglieder der SPD haben dem Koalitionsvertrag mit der Union mit Zweidrittel-Mehrheit zugestimmt. Das teilte Schatzmeister Dietmar Nietan in der Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus, in Berlin mit. Damit ist die letzte Hürde für eine Neuauflage der großen Koalition genommen. Die Beteiligung an dem Mitgliederentscheid lag bei knapp 79 Prozent.

Das Öffnen der unter Polizeischutz eingetroffenen Wahlbriefe hatte am Samstagabend im Willy-Brandt-Haus, der SPD-Parteizentrale, in Berlin begonnen. Rund 120 SPD-Mitglieder aus ganz Deutschland hatten die ganze Nacht die Wahlbriefe ausgezählt. Damit das Wahlgeheimnis gewahrt blieb, mussten die Helfer ihre Telefone abgeben.

Ochsentour durch die Bezirke

Die Fraktions-und designierte Parteichefin, Andrea Nahles, und weitere Spitzenpolitiker der SPD hatten in den letzten Wochen in zahlreichen Regionalkonferenzen für den mit der Union ausgehandelten Koalitionsvertrag geworben. Er sieht neue Ausgaben von bis zu 46 Milliarden Euro und Entlastungen für viele Bürger etwa beim Solidaritätszuschlag vor, sowie eine Stabilisierung der Renten bis 2025.

Die innerparteilichen Gegner der GroKo – allen voran Juso-Chef Kevin Kühnert – hatten vehement für eine Erneuerung der Partei in der Opposition geworben. Er bezweifelt, dass die Sozialdemokraten in einem Regierungsbündnis wieder erstarken können. Die SPD war bei der Bundestagswahl auf 20,5 Prozent abgestürzt. In einer Umfrage des Emnid-Instituts verlor die Partei weiter und kam am vergangenen Sonntag auf nur noch 16 Prozent.

Im Jahr 2013 hatte es bei dem ersten Koalitionsvotum der SPD-Mitglieder eine Zustimmung von rund 76 Prozent gegeben.

fab/haz (dpa, afp, rtr)

4 März 2018 0 Kommentare
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Politik

AfD kündigt Beschwerde gegen Cem Özdemir

von Fremdeninfo 25 Februar 2018
von Fremdeninfo

 

 

AfD kündigt Beschwerde gegen Cem Özdemir

DIE WELT
 
14.02.2018, Baden-Württemberg, Biberach an der Riß: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) spricht beim politischen Aschermittwoch der Grünen. Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++: AfD kündigt Beschwerde gegen Cem Özdemir an © dpa AfD kündigt Beschwerde gegen Cem Özdemir an

Die AfD will die Bundestagsrede des Grünen-Politikers Cem Özdemir offenbar zum Thema im Ältestenrat machen. Die Partei wehrt sich gegen den Vorwurf des Rassismus. Vom Verfassungsschutz kommen dagegen beunruhigende Signale.

Die AfD will offiziell Beschwerde gegen die Bundestagsrede des Grünen-Politikers Cem Özdemir einlegen, in der er die AfD-Abgeordneten als Rassisten bezeichnet hatte. Der Parlamentsgeschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sagte der „Bild am Sonntag“, die AfD werde Özdemirs Rede „offiziell zum Thema im Ältestenrat machen“.

Özdemir zeigt sich unbeeindruckt. „Ich sehe möglichen Vorwürfen seitens der AfD sehr gelassen entgegen“, sagte der ehemalige Grünen-Chef der „BamS“. Die AfD radikalisiere sich gerade „wie im Zeitraffer und für alle deutlich sichtbar“. Er freue sich und sei dankbar „über die riesige Unterstützung aus der ganzen Breite unserer Gesellschaft, die ich nach meiner Rede erfahren durfte“.

Ein Antrag der AfD zur Missbilligung von Artikeln des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel war am Donnerstag im Bundestag auf heftige Kritik gestoßen. Özdemir hatte die AfD in seiner Rede scharf angegriffen und gesagt: „Wer sich so gebiert, ist ein Rassist.“ In Deutschland gebe es keine Zensurbehörde, sondern Pressefreiheit.

AfD-Mitglieder durchaus im Visier

Yücel hatte ein Jahr ohne Anklage in der Türkei im Gefängnis gesessen. Die türkischen Behörden werfen ihm unter anderem „Terrorpropaganda“ vor. Die Bundesregierung hatte das Verfahren in der Türkei massiv kritisiert und sich für die Freilassung des „Welt“-Korrespondenten eingesetzt.

Auch wenn die AfD als Partei kein Beobachtungsobjekt ist, sind einzelne Mitglieder durchaus im Visier des Verfassungsschutzes. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes unter den Verfassungsschutzbehörden der Bundesländer. Der Verfassungsschutz in Bayern teilte beispielsweise mit, dass ihm AfD-Mitglieder bekannt seien, die Verbindungen in die rechtsextremistische oder islamfeindliche Szene und zu den sogenannten Reichsbürgern aufweisen.

Aus dem nordrhein-westfälischen Innenministerium hieß es, öffentlich zugängliches Material offenbare, dass einzelne Mitglieder der AfD „zunehmend auf rechtsextremistischen Sprachgebrauch zurückgreifen“ und mit rechtsextremen Gruppen wie der „Identitären Bewegung“ zusammenarbeiteten. Auf personelle Verknüpfungen zwischen Anhängern der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ und der „Identitären Bewegung“ verwies auch die Berliner Senatsinnenverwaltung.

Eine Rede des AfD-Politikers André Poggenburg, in der er sich verächtlich über die Türkische Gemeinde in Deutschland äußerte, hatte erneut Forderungen nach einer Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz nach sich gezogen.

25 Februar 2018 0 Kommentare
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Politik

Niedersachsen sucht einen zusätzlichen Feiertag

von Fremdeninfo 25 Februar 2018
von Fremdeninfo

Niedersachsen sucht einen zusätzlichen Feiertag

Die Redaktion des „Fremden“Info hat sich auch Gedanken über den einzuführenden Feiertag in Niedersachsen gemacht. Es wird vorgeschlagen, den

Tag der Menschenrechte (UN-Menschenrechtscharta)

als zusätzlichen Feiertag einzuführen.

Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Dieser Tag ist ein Gedenken an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris verabschiedet und verkündet wurden. An diesem Tag wird weltweit durch verschiedene Menschenrechtsorganisationen, z. B. Amnesty International, die Situation der Menschenrechte

kritisch betrachtet und auf die Verletzungen der Menschenrechte weltweit hingewiesen. 

Der 10. Dezember sollte in Niedersachsen als gesetzlicher Feiertag bedacht werden. Er erfasst Rechte aller Menschen, d. h. Frauen, Kinder, Andersdenkender, Minderheiten, Menschen verschiedenster Volks-, Religions- und Weltanschauungszugehörigkeit, aber auch das Recht auf Nahrung, Wasser, Frieden, Leben, Gesundheit und Bildung.

Gegen den internationalen Frauentag am 8. März als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag ist auch nichts einzuwenden. Immerhin stellen die Frauen ca. die Hälfte der Weltbevölkerung dar, sind aber seit Jahrtausenden bis heute auf dieser Erde immer noch benachteiligt. Es betrifft im hochentwickelten europäischen und amerikanischen Ländern die unterschiedliche Bezahlung der Frauen, auch wenn sie die gleiche Arbeit verrichten, wie ihre männlichen Arbeitskollegen, die Altersarmut, die bei Frauen mehr anzutreffen ist als bei Männern etc. In Staaten wie Saudi Arabeien, wo Frauen nicht einmal Auto fahren dürfen, in Ägypten, in dem Frauen, egal welchen Alters, sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind und weder von familiärer noch von staatlicher Seite Schutz erfahren, wo Frauen Genitalverstümmelungen ausgesetzt sind, in afrikanischen Ländern, in denen Frauen Genitalverstümmelungen ausgesetzt sind, in denen Frauen mit der Kindererziehung allein gelassen werden, in denen Frauen mit Aids infiziert und allein gelassen werden etc., werden Frauenrechte mit den Füßen getreten. Ein Zeichen für die Frauen zu setzen, in dem ein Feiertag ihnen gewidmet wird und ihre Benachteiligungen zutage gebracht werden, kann auch international etwas bewirken.

Den Reformationstag am 31. Oktober, an dem ein

Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert wird, lehnen wir strikt ab. So richtig es auch sein mag, dass Martin Luther eine kirchliche Erneuerungsbewegung in Deutschland auf den Weg gebracht hat. Man darf nicht außer Acht lassen, dass Martin Luther auch ein großer Mitentscheider gegen die Niederlassung von Juden auf deutschem Boden war. Er hatte rassistische und antisemitische Theologiegutachten verfasst, die Grundlage für viele Fürsten und Herzoge in ihren Fürstentümern waren, um die jüdische Bevölkerung, die bereits in ihren Fürstentümern angesiedelt waren, auszuweisen oder diejenigen, die sich ansiedeln wollten, zurückzuweisen. Seine Gutachten und Auszüge aus solchen Gutachten sind im Braunschweiger Landesmuseum ausgestellt. Unsere Redaktion konnte sich selbst ein Bild über das rassistische und antisemitische Gedankengut des Martin Luther im Braunschweiger Landesmuseum machen. Unserer Meinung nach sollten rassistische und antisemitische Äußerungen oder Verhaltensweisen nicht auch noch durch einen Feiertag geehrt werden. Wohin solches Gendankengut im Nazideutschland geführt hat, darf nicht vergessen werden. In dem solche Äußerungen wieder salonfähig gemacht werden – eine Ehrung des Martin Luther durch einen gesetzlichen Feiertag würde dem gleich kommen, Vertreter der AfD tätigen bereits im Bundestag und in den

Länderparlamenten rassistische und völkische Äußerungen, gegen die scheinbar nichts unternommen wird – werden die Grenzen zu Nazideutschland verweichlicht. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Nazideutschland ist nämlich nicht von heute auf morgen entstanden. Es hat sich alles Stück für Stück entwickelt. Es werden erst die niederschwelligen Grenzen niedergerissen. AfD-Vertreter tätigen ihre Äußerungen und wenn sie darauf angesprochen werden, so relativieren sie ihre Aussagen, in dem sie vortragen, so war das nicht gemeint, ich war das nicht etc. Will man eine solche Entwicklung in Deutschland wieder zulassen? Und, wohin wird das führen?

Der zusätzliche Feiertag sollte daher ein Gedenken an alle Menschenrechte sein!

25 Februar 2018 0 Kommentare
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Politik

Bundestagsdebatte über Yücel : Özdemir rechnet mit der AfD ab

von Fremdeninfo 23 Februar 2018
von Fremdeninfo
 

 

Bundestagsdebatte über Yücel : Özdemir rechnet mit der AfD ab

Grünen-Politiker Cem Özdemir im Bundestag. (Archiv) © dpa, mkx pzi Grünen-Politiker Cem Özdemir im Bundestag. (Archiv)

Die AfD wollte den deutsch-türkischen Journalisten Yücel vom Bundestag für zwei umstrittene Texte maßregeln lassen. Doch einer nutzt die Debatte zu einem leidenschaftlichen Gegenschlag: Der frühere Grünen-Chef Cem Ödzemir. Er verglich die AfD mit dem türkischen Präsidenten Erdogan.

Özdemir hat in einer leidenschaftlichen Bundestagsrede mit der AfD abgerechnet und ihr Rassismus sowie Verachtung des demokratischen Systems der Bundesrepublik vorgeworfen. Die AfD sei „aus demselben faulen Holz geschnitzt“ wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der Journalisten verhaften lasse, sagte Özdemir in einer von der AfD beantragten Debatte über umstrittene alte Texte des aus türkischer Haft freigekommenen Journalisten Deniz Yücel.

Indirekt rückte Özdemir die AfD in die Nähe von Nazis. „In unserem Land, in der Bundesrepublik Deutschland gibt es keine Gleichschaltung, von der sie nachts träumen, bei uns gibt es Pressfreiheit.“ Eine Aschermittwochsveranstaltung der AfD, bei der seine Abschiebung gefordert worden sein soll, habe ihn eher an eine Sportpalastrede erinnert, rief er und empfahl den AfD-Abgeordneten, sich an das Ausstiegstelefon für Neonazis zu wenden. Im Berliner Sportpalast hatte NS-Propagandaminister Joseph Goebbels 1943 seine berüchtigte Rede mit dem Aufruf zum „Totalen Krieg“ gehalten.

AfD-Mann Curio nannte Yücel einen „Hassprediger“

Die AfD hatte beantragt, den aus türkischer Haft freigelassenen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel öffentlich zu maßregeln wegen zweier „taz“-Kolumnen aus den Jahren 2011 und 2012. Darin hatte Yücel dem umstrittenen Autor Thilo Sarrazin einen Schlaganfall gewünscht und den Geburtenrückgang in der Bundesrepublik als Beitrag zum „Deutschensterben“ bejubelt. Mit großer Mehrheit lehnte der Bundestag die AfD-Forderung ab.

Mehrere Redner der anderen Fraktionen ließen Kritik anklingen, wiesen aber darauf hin, dass es sich offensichtlich um satirische Texte gehandelt habe. AfD-Redner wollten das als Argument aber nicht gelten lassen. Der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio nannte Yücel einen „Hassprediger“ und betonte: „Das Hohelied, das auf Herrn Yücel angestimmt wird, kann den Missklang seiner Äußerungen nicht übertönen.“

Özdemir nutzte die Debatte aber für eine Generalabrechnung mit den Rechtspopulisten. „Sie wollen bestimmen, wer Deutscher ist und wer nicht“, sagte der Grünen-Abgeordnete und fragte: „Wie kann jemand, der Deutschland, der unsere gemeinsame Heimat so verachtet, wie sie es tun, darüber bestimmen, wer Deutscher ist?“

„Dieses Deutschland ist stärker, als es Ihr Hass jemals sein wird“

„Wenn sie ehrlich wären, dann würden Sie zugeben, dass sie dieses Land verachten“, rief Özdemir, der immer wieder von starkem Beifall, aber auch Zwischenrufen offensichtlich aus der AfD unterbrochen wurde. „Dieses Hohe Haus verachten sie genauso, wie sie die Werte der Aufklärung verachten.“ „Sie verachten alles, wofür dieses Land in der ganzen Welt geachtet wird und respektiert wird.“

Dazu gehöre die Erinnerungskultur ebenso wie die Vielfalt des Landes, dazu gehörten Bayern und Schwaben, aber auch Menschen mit Vorfahren aus Russland oder Anatolien, die stolz darauf seien, Bürger dieses Landes zu sein.

„Ihr tobender Mob wollte mich am Aschermittwoch abschieben. Das geht leichter, als sie sich dass vorstellen“, sagte Özdemir, der in Bad Urach geboren wurde, dessen Eltern aber aus der Türkei nach Deutschland gekommen waren.

Denn demnächst fahre er wieder nach Bad Urach. „Da ist meine schwäbische Heimat, und die lass ich mir von Ihnen nicht kaputt machen“, rief er. „Dieses Deutschland ist stärker, als es Ihr Hass jemals sein wird.“

23 Februar 2018 0 Kommentare
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Politik

Die AfD will den Bundestag nutzen, um gegen den Journalisten Deniz Yücel Front zu machen. Die SPD fühlt sich dabei an Putin erinnert.

von Fremdeninfo 22 Februar 2018
von Fremdeninfo

Die AfD will den Bundestag nutzen, um gegen den Journalisten Deniz Yücel Front zu machen. Die SPD fühlt sich dabei an Putin erinnert.

DPA

Die AfD will den Bundestag nutzen, um gegen den Journalisten Deniz Yücel Front zu machen. Die SPD fühlt sich dabei an Putin erinnert.

Die SPD hat die Forderung der AfD nach einer Missbilligung von Äußerungen des Journalisten Deniz Yücel durch die Bundesregierung scharf zurückgewiesen. „Die Missbilligung eines journalistischen Textes durch den Bundestag oder die Bundesregierung kommt staatlicher Zensur sehr nahe“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, dem Handelsblatt. „Die AfD zeigt damit, dass sie näher bei Erdogan und Putin steht, als auf dem Boden des Grundgesetzes.“

Die AfD will, dass der Bundestag die Bundesregierung auffordert, Äußerungen Yücels zu missbilligen. Die Abgeordneten der Fraktion wollen dazu am Donnerstag einen entsprechenden Antrag vorlegen. Die AfD bezieht sich darin auf Kolumnen, die der Journalist für die „Tageszeitung“ (taz) am 6. November 2012 („Das ist nicht witzig“) und am 4. August 2011 („Geburtenschwund“) geschrieben hat.

Die AfD schreibt, es sei dringend dem Eindruck entgegenzutreten, dass „die durch nichts begründete bevorzugte Behandlung des Deniz Yücel durch die deutsche Regierung“ etwa eine Billigung seiner „Deutschland-feindlichen Äußerungen“ einschließe. Dies könne nur durch öffentlich ausgesprochene Missbilligung geschehen.

Auch die Grünen kritisierten den Vorstoß scharf. „Es ist schon sehr bemerkenswert, dass ausgerechnet die AfD, die sich als die einzigen Gralshüter der Presse- und Meinungsfreiheit aufspielt, diesen Antrag einreicht“, sagte die medienpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Tabea Rößner, dem Handelsblatt. „Ganz offensichtlich haben die AfD-Vertreter den Kern dieses Grundrechts überhaupt nicht verstanden.“ Denn dieses schütze eben auch alle Äußerungen, die nicht ihren eigenen politischen Vorstellungen entspreche. „Da muss die Bundesregierung überhaupt nichts missbilligen.“

AfD-Fraktionsgeschäftsführer Bernd Baumann sprach am Dienstag von einer „Notwendigkeit“, die Aussagen Yücels zu „missbilligen“. Er nahm dabei auch Bezug auf den geschäftsführenden Außenminister Sigmar Gabriel (SPD). Dieser hatte den „Welt“-Korrespondenten im ZDF einen ein „deutschen Patrioten mit türkischen Wurzeln“ genannt. Baumann sagte dazu: „Die Riesenaufmerksamkeit des deutschen Patrioten sollte eine Korrektur erfahren.“ Er griff Yücel zugleich persönlich an: „Wenn der Begriff Hassprediger passt, dann hier.“

Der Antrag der AfD soll am frühen Abend im Bundestag beraten werden. Vorgesehen ist dazu eine 45-minütige Debatte. Noch offen ist, ob über den Antrag abgestimmt oder dieser zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen wird. Yücel ist ein deutsch-türkischer Journalist, der nach einjähriger Untersuchungshaft in der Türkei am letzten Freitag aus der Haft entlassen wurde.

Der Deutsche Journalisten-Verband warf der AfD vor, das Parlament für Medienhetze zu missbrauchen. Es sei „geradezu absurd, dass die AfD den Bundestag als Bühne für ihr gestörtes Verhältnis zur Presse- und Meinungsfreiheit benutzen will“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Erneut stelle die Partei unter Beweis, dass sie nicht zwischen journalistischen Stilformen unterscheiden könne. Bewusst versuche sie, satirische Äußerungen als Tatsachenbehauptungen hinzustellen. „Das sollten sich die Abgeordneten der anderen Parteien nicht bieten lassen.“

Die Grünen-Politikerin Rößner betonte überdies, dass Yücel in Haft genommen worden sei, weil er als Journalist seinen Job gemacht habe. Von der Bundesregierung erwarte sie, dass sie sich mit aller Kraft für die Freilassung jedes einzelnen der – nicht nur in der Türkei – zu Unrecht inhaftierten Staatsbürgers einsetze. „Darüber hinaus sollte die Bundesregierung sich weltweit deutlich intensiver für den Schutz von Journalisten und Regierungskritikern einsetzen, die unter Beschuss stehen, verfolgt werden oder inhaftiert sind“, sagte Rößner.

22 Februar 2018 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Flüchtlingshilfe: Viele Flüchtlingsinitiativen rufen keine Fördermittel ab

von Fremdeninfo 20 Februar 2018
von Fremdeninfo

Flüchtlingshilfe: Viele Flüchtlingsinitiativen rufen keine Fördermittel ab

Fehlende Zeit und hohe bürokratische Anforderungen: Laut einer Studie nehmen viele Flüchtlingshelfer keine Förderung in Anspruch, weil der Zugang kompliziert ist.
20. Februar 2018, 8:31 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, jak 139 Kommentare
Eine Deutschstunde für Frauen aus Syrien in Halle an der Saale © Jens Schlueter/Getty Images

37 Prozent der Flüchtlingsinitiativen in Deutschland nehmen einer Studie zufolge keine Fördermittel in Anspruch – auch wenn diese Gruppen oft zusätzliches Geld brauchen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Demnach nennen die für die Studie befragten Initiativen fehlende Zeit (70 Prozent), hohe bürokratische Hürden (58 Prozent) und unzureichende Informationen (48 Prozent) als Gründe.

An fehlenden staatlichen und privaten Förderprogrammen liegt es dagegen nicht, heißt es in der Studie. Befragt wurden die Helferinnen und Helfer zwischen Februar und April 2017. Die Bertelsmann Stiftung fordert unter Verweis auf die Ergebnisse unter anderem, die Antragsverfahren für die verschiedenen Förderangebote von Bund, Land, Stiftungen und Fonds zu vereinfachen.

Die Autorinnen und Autoren der Studie verweisen im Zusammenhang mit den bürokratischen Hürden auf behördliche Vorgaben für die Projektförderung. So dürften Projekte zum Förderzeitpunkt beispielsweise noch nicht begonnen haben. Außerdem würden wiederkehrende Ausgaben nur selten gefördert. Zudem fordere der Staat von den Initiativen eine Vereinsform, die den Helferinnen oft nicht als sinnvoll erscheine. So gaben knapp 38 Prozent der Initiativen an, sie wollten unabhängig bleiben. Ein Motiv dafür ist der Studie zufolge vielfach die Furcht der engagierten Helfer, als Lückenfüller für eigentlich staatliche Aufgaben instrumentalisiert zu werden.

Gerade kleine Initiativen brauchen Förderung

Einer der Autoren der Studie, Serhat Karakayali vom BIM, nannte es bemerkenswert, dass die öffentlichen Mittel vor allem bei den schon etablierten Trägern ankämen, ­ also bei bestehenden Vereinen und Verbänden. „Diese oft größeren Organisationen haben Erfahrung im Beantragen und Einwerben von solchen Geldern. Die vielen kleinen Willkommensinitiativen dagegen finanzieren sich hauptsächlich durch private Spenden“, sagte Karakayali.

„Es ist bedauerlich, wenn gerade die spontan entstandenen, informell organisierten Initiativen nicht von der Förderung durch die öffentliche Hand profitieren“, sagte Karakayali. „Denn vor allem diese Initiativen waren es, die im Angesicht der Überforderung staatlicher Strukturen wesentliche Aufgaben der Versorgung, Betreuung und schließlich Integration der Flüchtlinge geleistet haben.“

20 Februar 2018 0 Kommentare
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