• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Flüchtlinge

Asylanträge in Deutschland auf Rekordtief – erstmals seit 2015 nicht mehr Spitzenreiter...

19 April 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Keine Arbeit für 20 Asylbewerber – warum Neuss die Vorgaben nicht erfüllt

13 April 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Die in Europa gestellten Asylanträge sind deutlich weniger geworden. In Deutschland wird...

3 März 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrationswende mit GEAS: Das ändert sich jetzt für Asylbewerber

27 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Ausreisepflichtige: Poseck verteidigt Handyortung: „Vereinbar mit EU-Recht“

26 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrantenboot kollidiert mit Küstenwache vor griechischer Insel – Polizei spricht von 14...

4 Februar 2026 0 Kommentare
Archive

Rushdie-Angreifer „überrascht“ von Überleben des Autors

von Fremdeninfo 18 August 2022
von Fremdeninfo

Rushdie-Angreifer „überrascht“ von Überleben des Autors

Aus der Haft gibt der mutmaßliche Angreifer von Salman Rushdie ein Interview. Mit dem Überleben des indisch-britischen Starautors habe der Beschuldigte nicht gerechnet.

Der mutmaßliche Angreifer von Salman Rushdie ist nach eigenen Angaben „überrascht“, dass der Starautor die Attacke überlebt hat. Er habe sich entschieden, zur Veranstaltung mit Rushdie in dem Bildungszentrum Chautauqua Institution im US-Staat New York zu gehen, nachdem er im vergangenen Winter einen Tweet mit der Ankündigung von dessen Auftritt gesehen habe, sagte Hadi Matar in einem Interview der Zeitung „New York Post“ aus dem Gefängnis, und: „Ich mag diese Person nicht. Ich denke nicht, dass er eine sehr gute Person ist. Er ist jemand, der den Islam angegriffen hat. Er griff unsere Überzeugungen an, das Glaubenssystem.“

 

 

Dem 24-jährigen Matar wird vorgeworfen, auf Rushdie am vergangenen Freitag beim Event in der Chautauqua Institution eine Messerattacke verübt zu haben. Der 75 Jahre alte Autor erlitt Verletzungen an der Leber, Nerven in einem Arm und einem Auge wurden durchtrennt. Laut seinem Management und seinem Sohn Zafar ist Rushdie inzwischen auf dem Weg der Besserung.

Die Tat löste weltweit Entsetzen und Empörung aus. Rushdie hat seit der Veröffentlichung seines Buches „Die satanischen Verse“, das vielen Muslimen als blasphemisch gilt, immer wieder Morddrohungen erhalten. 1989 erließ der mittlerweile verstorbene Oberste Geistliche im Iran, Ajatollah Ruhollah Chomeini, eine Fatwa gegen den Autor, die zu seiner Tötung aufrief.

Matar erklärte zwar in dem Interview, er halte Ajatollah Chomeini, den Anführer der islamischen Revolution im Iran von 1979, für eine „großartige Person“. Doch wollte er nicht sagen, ob er dessen Fatwa gegen Rushdie gefolgt sei. Kontakte zur iranischen Revolutionsgarde habe er nicht unterhalten, ergänzte Matar. Er habe auch nur „ein paar Seiten“ des Buchs „Die satanischen Verse“ gelesen.

Der in Fairview im Staat New Jersey lebende Matar sagte der „Post“ zudem, dass er am Tag vor dem Angriff auf Rushdie mit dem Bus nach Buffalo im Staat New York gefahren und dann mit einem Fahrdienst in das rund 64 Kilometer entfernte Chautauqua weitergereist sei. Dort habe er eine Eintrittskarte im Bildungszentrum gekauft und in der Nacht vor Rushdies Auftritt auf dem Gelände auf dem Rasen geschlafen.

Matar wurde in den USA geboren, hat aber auch einen libanesischen Pass. Seine Mutter sagte Reportern, dass er von einem Besuch bei seinem Vater im Libanon 2018 wesensverändert zurückgekehrt sei. Ihr Sohn sei in eine düstere Stimmung verfallen und habe sich von seiner Familie zurückgezogen.

18 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Schweden beschließt Auslieferung von verurteiltem Türken

von Fremdeninfo 18 August 2022
von Fremdeninfo

Schweden beschließt Auslieferung von verurteiltem Türken

Von

dtj-online

–

12.08.2022

 
 
 
e=“Justitieminister Morgan Johansson“
Schwedens Justizminister Morgan Johansson sieht die Auslieferung als „Routineangelegenheit“. Foto: Kristian Pohl/Government Offices of Sweden

Anderthalb Monate nach der Einigung im NATO-Streit mit der Türkei hat Schweden beschlossen, einen türkischen Staatsbürger auszuliefern. Der Mann war bereits in der Türkei zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Wie der Rundfunksender SVT am Donnerstag berichtete, wurde der Mann in den Jahren 2013 und 2016 wegen Bank- und Kreditkartenmissbrauchs von einem türkischen Gericht zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Medien kolportierten den Namen Okan K. – bestätigt wurde das nicht.

Das schwedische Justizministerium bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass ein solcher Beschluss gefasst worden sei. Justizminister Morgen Johansson zufolge geht es um eine Routineangelegenheit. Der Auslieferungsantrag sei bereits 2021 bei den schwedischen Behörden eingegangen.

Verurteilt, weil er zum Christentum konvertierte?

Das Oberste Gericht von Schweden habe festgestellt, dass einer Auslieferung zum Verbüßen der Strafe nichts im Wege stehe. Nach SVT-Angaben ist es der erste bekanntgewordene Auslieferungsfall, seit der Prozess zur NATO-Aufnahme Schwedens eingeleitet worden ist.

Die Türkei und die NATO – Miteinander gegeneinander

Der Mann saß allerdings schon seit Ende 2021 in Gewahrsam, während er auf die Auslieferungsentscheidung wartete. Der Mann bestreitet laut SVT die Tat und meint demnach, wegen seines Wechsels zum Christentum sowie verweigertem Militärdienst verurteilt worden zu sein.

NATO-Norderweiterung noch nicht ratifiziert

Schweden und Finnland hatten im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Mitte Mai die Aufnahme in die NATO beantragt. Die Türkei hatte den Beginn dieses Prozesses zunächst blockiert und das mit der vermeintlichen schwedischen und finnischen Unterstützung von Terrororganisationen begründet.

Ende Juni unterzeichneten die drei Länder eine Absichtserklärung, die auf die Vorbehalte einging und wonach sich die beiden Länder bereit erklärten, mutmaßliche Terroristen oder Straftäter auszuliefern, solange es dem schwedischen bzw. finnischen Recht entspricht. Die Türkei hat die NATO-Norderweiterung bislang nicht ratifiziert.

dpa/dtj

18 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Betrug dank Corona: Kemal C. überwies offenbar Millionen in die Türkei

von Fremdeninfo 18 August 2022
von Fremdeninfo

Betrug dank Corona: Kemal C. überwies offenbar Millionen in die TürkeiDpa

dpa

17.08.2022

„Beginn Prozess wegen Betrugs in Corona-Testzentren“ width=“696″ height=“499″>
Berlin: Die Angeklagte hält sich im Gerichtssaal eine Pappe vor ihr Gesicht. Zusammen mit ihrem Bruder (hinten) muss sie sich wegen Betrugs in Berliner Corona-Testzentren in Millionenhöhe verantworten. Foto: Paul Zinken/dpa

 Als Corona-Teststationen wie Pilze aus dem Boden schossen, zeichneten sich bald Risiken des Modells ab. Zahlreiche Betrugsverfahren sind inzwischen anhängig. In Berlin steht nun ein Geschwisterpaar vor Gericht.

Ein Spätkauf-Betreiber und seine Schwester sollen sich in Berlin insgesamt mehr als 12 Millionen Euro durch den Betrug mit Corona-Testzentren erschlichen haben – innerhalb von nur zehn Monaten. Ein mutmaßlicher Schwindel, der laut Ermittlungen über 18 Teststationen gelaufen sein soll.

Viereinhalb Monate nach der Festnahme von Kemal C. und seiner Schwester Gülbeyaz W. ist es einer der Verteidiger, der zu Prozessbeginn am Montag vor dem Landgericht Berlin das Wort ergreift, für den 46 Jahre alten Geschäftsmann die Anklage zurückweist und dem Staat ein „ganz erhebliches Versagen“ vorwirft.

„Zahlreiche Spätkäufe und weitere Gewerbe“

Es ist das für die Hauptstadt bisher größte Strafverfahren wegen Verdachts auf Betrugs bei der Abrechnung von Corona-Bürgertests. „Selbstständig“ gibt C. nur als berufliche Tätigkeit an. In der Anklage heißt es, er habe „zahlreiche Spätkäufe und weitere Gewerbe betrieben“.

Die Verlesung der Anklage verfolgt der Geschäftsmann mit verschränkten Armen. 67 Fälle werden ihm zur Last gelegt – die Staatsanwaltschaft geht von besonders schwerem Betrug aus. Seiner 44-jährigen Schwester wird Beihilfe vorgeworfen. Die Geschwister waren Ende März 2022 bei Durchsuchungen von Wohnungen und Teststationen festgenommen worden.

Mehr als sechs Millionen Euro in die Türkei geschickt?

Der Geschäftsmann sitzt seitdem in Untersuchungshaft, seine Schwester seit Juni nicht mehr. Die Angeklagten sollen zwischen Mai 2021 und Februar 2022 bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin Corona-Tests abgerechnet haben, die gar nicht oder nicht in der angegebenen Anzahl erbracht worden seien.

Der Mann soll laut Anklage rund 9,7 Millionen Euro erschwindelt haben, die Frau etwa 2,5 Millionen Euro. Mehr als 6,6 Millionen Euro habe der Beschuldigte auf ein Konto in die Türkei weitergeleitet, so die Anklage.

Anklage „mit Nachdruck bestritten“

Der Geschäftsmann weist in einer Erklärung, die sein Verteidiger Thomas Baumeyer für ihn verliest, den Vorwurf zurück, er habe gegenüber Behörden zur Verschleierung seiner Verantwortung andere Personen als angebliche Betreiber von Teststationen genannt. Die Behauptung der Anklage werde „mit Nachdruck bestritten“.

Zudem habe der 46-Jährige lediglich zwei Testzentren betrieben – zuletzt sei es im Februar sogar nur noch eins gewesen. Anwalt Baumeyer sagte, sein Mandant habe „keinen Betrug begangen und kein Geld rechtswidrig erlangt“. Es liege im Zusammenhang mit Corona-Testzentren ein „staatliches Versagen“ vor. Es habe an Kontrolle und Überwachung gefehlt.

Vergleichbare Fälle in vielen Bundesländern

Die Anklage wirft C. vor, er habe „zur Verschleierung seiner faktisch bestehenden operativen Verantwortlichkeit“ auch seine Schwester und zwei gesondert verfolgte Komplizen gegenüber den behördlichen Stellen als Betreiber genannt. Die Schwester habe die Taten ihres Bruders gefördert, indem sie die Verwendung ihrer Personalien für die Registrierung und Abrechnung von Testzentren gestattet habe.

Vergleichbare Fälle beschäftigen auch die Justiz in anderen Bundesländern, etwa in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. In Bochum war ein Unternehmer zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, der gestanden hatte, deutlich mehr sogenannte Bürgertests abgerechnet zu haben, als tatsächlich durchgeführt worden waren.

Testverordnung lädt zum Betrug ein

Im Mai hatte das Amtsgericht Freiburg einen Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er rund 5,7 Millionen Euro für ein nie betriebenes Testzentrum kassiert hatte. Nachdem sich Verdachtsfälle zu Abrechnungsbetrügereien bundesweit gehäuft hatten, war die Testverordnung mehrfach angepasst worden.

Es folgten Stichprobenprüfungen und strengere Vorgaben dazu, welche Angaben plausibel sind. Allein in der Hauptstadt gab es nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zu Spitzenzeiten (8. Juni 2021) 1.656 gewerbliche Teststellen. Diese wurden laut Senat nur „sporadisch“ kontrolliert.

Die für die Hauptstadt angenommene Schadenssumme habe schon vor Monaten mindestens 24 Millionen Euro betragen. Für den Prozess gegen die beiden Geschwister sind bislang 13 weitere Prozesstage bis 24. Oktober terminiert. Er soll an diesem Mittwoch fortgesetzt werden.

dpa

18 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Polizeigewalt ist real – und betrifft uns alle

von Fremdeninfo 17 August 2022
von Fremdeninfo

Polizeigewalt ist real – und betrifft uns alle

Von

Stefan Kreitewolf

–

11.08.2022

 
 
 

„>

 
Nach dem Polizeieinsatz in Dortmung: Warum wird die Drohung mit einem Messer mit Schüssen aus einer Maschinenpistole erwidert? Foto: Dirk Martens / Unsplash

Elf Polizisten, eine Maschinenpistole, sechs Schüsse – ein toter Junge: Das ist die Bilanz eines fatalen Polizeieinsatzes in Dortmund, durch den vor wenigen Tagen ein 16-jähriger Senegalese starb. Es ist nicht der einzige Fall von Polizeigewalt in dieser Woche.

Am Montag hat die Polizei in Dortmund mehrmals auf einen 16-Jährigen geschossen, nachdem zuvor ein Elektroschockgerät sowie Pfefferspray zum Einsatz kamen. An den Verletzungen starb der offenbar mit einem Messer bewaffnete Senegalese später im Krankenhaus. Das sind die Fakten.

Aber warum musste der Jugendliche sterben? Wieso konnten elf Beamte, die vor Ort gewesen sein sollen, eine solche Eskalation nicht verhindern? Fragen über Fragen – und berechtigte Zweifel. Denn selbst Polizeiexperten kritisieren den Einsatz scharf und sprechen von „Systemfehlern“.

Vierter Todesfall in einer Woche

Hinzu kommt: Es ist bereits der vierte Todesfall nach einem Polizeieinsatz in einer Woche. Dreimal kamen Menschen nach dem Einsatz von Schusswaffen durch Beamte zu Tode. Ein Mann starb nach Fixierung und Einsatz von Pfefferspray im Krankenhaus. In allen Fällen beruft sich die Polizei auf Notwehr. Aber ist es so einfach?

Fakt ist: Auf mit Messern bewaffnete Täter sind Polizist:innen mittlerweile sensibilisiert worden, nachdem Sicherheitsbeamten in den vergangenen Jahren immer häufiger bei Angriffen mit Stichwaffen schwer verletzt oder sogar getötet wurden. Dennoch scheint das Vorgehen der Beamten überzogen.

Nimmt Polizeigewalt in Deutschland zu?

Kein Wunder: Das richtige Training für solche Situationen bekommen längst nicht alle Polizist:innen. Ist die Eskalation in Dortmund jedoch wirklich nur der Unprofessionalität der Polizisten geschuldet? Oder nimmt die Polizeigewalt in Deutschland zu? Den Eindruck haben viele, vor allem Menschen mit Migrationshintergrund.

„Türken jagen“ – Studie legt Rassismus bei der Polizei offen

Für die These der zunehmenden Polizeigewalt gibt es Indizien. Zum Beispiel, dass vielerorts, aber vor allem in Nordrhein-Westfalen, Polizisten in rechten Chatgruppen gegen Migrant:innen hetzen. Dass einige Viertel im Ruhrgebiet und anderswo als No-Go-Areas bezeichnet und stigmatisiert werden. Dass junge Männer mit muslimischem Background häufig mit Messern und Stichwaffen in Verbindung gebracht werden (die „Bild“ schreibt in jenem Zusammenhang gerne von „Messer-Männern“). Und dass institutioneller Rassismus keine Ausnahme, sondern die Regel ist.

Polizisten tragen als eine der ganz wenigen Berufsgruppen in der Öffentlichkeit Waffen. Das ist nur so lange unproblematisch, wie sie nicht bzw. sinnvoll eingesetzt werden. Ruhe bewahren lautet das Credo dieser Tage – auf allen Seiten. Vor allem aber unabhängige , ergebnisoffene Ermittlungen. Nur so kann das Vertrauen in eine der wichtigsten Behörden unseres Landes wiederhergestellt werden.

17 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Antisemitismus

Diese Zahl ist alarmierend“, sagt Ataman

von Fremdeninfo 16 August 2022
von Fremdeninfo

Diese Zahl ist alarmierend“, sagt Ataman

 

Die neue Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman stellt den Jahresbericht 2021 zur Diskriminierung in Deutschland vor. Er soll eine Übersicht über die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes liefern. Verfolgen Sie Atamans ersten öffentlichen Auftritt in der neuen Funktion, hier live. Quelle: WELT

Diese Zahl ist alarmierend. Sie zeigt aber auch, dass sich immer mehr Menschen nicht mit Diskriminierung abfinden und Hilfe suchen“, sagte Ataman, die das Amt erst seit Juli innehat.

Im Vergleich zum Vorjahr, als die Antidiskriminierungsstelle noch 6383 Fälle erfasste, gingen die Meldungen zwar um gut zwölf Prozent zurück. Dieser Rückgang sei aber auf weniger Anfragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, insbesondere zur Maskenpflicht, zurückzuführen.

Laut Ataman gab es im vergangenen Jahr mit 2080 Fällen am meisten Anfragen zu rassistischer Diskriminierung (das sind 37 Prozent), die zweitmeisten (rund 1800) hatten Behinderung und chronische Krankheiten zum Thema (32 Prozent). Es folgten Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts (20 Prozent) und aufgrund des Alters (10 Prozent).

Am häufigsten trete Diskriminierung im Arbeitsleben und bei Zugängen zu privaten Gütern wie zum Beispiel Mietwohnungen und Dienstleistungen auf.

Die neue Antidiskriminierungsbeauftragte der Bundesregierung, Ferda Ataman, hat am Dienstag in Berlin den Jahresbericht ihrer Behörde für 2021 vorgestellt. Die Zahl der geschilderten Diskriminierungsfälle blieb im vergangenen Jahr mit insgesamt 5617 Anfragen auf hohem Niveau, dies sei der bisher zweithöchste Wert seit Gründung der Antidiskriminierungsstelle 2006

Ataman: „Diskriminierung gehört leider zum Alltag in Deutschland“

Laut einer repräsentativen Erhebung hätten in den vergangen fünf Jahren 13 Millionen Menschen in Deutschland Diskriminierung erfahren – das sei jeder sechste Mensch. Atamans Fazit: „Diskriminierung gehört leider zum Alltag in Deutschland.“ Sie stellte auch klar: „Diskriminierung spaltet die Gesellschaft, nicht die Beschwerde.“

Atman kritisierte, dass das Thema (Anti-)Diskriminierung in politischen Debatten oft als Identitätspolitik abgetan werde. Dabei ginge es um den gesetzlichen Anspruch auf Gleichheit und Freiheit, die Ermöglichung des freien Zugangs zu Arbeit, Wohnen und Geschäften, der leider oft nicht der Fall sei.

Auch ihrer Sicht sei es wichtig, das Problem anzuerkennen: „Wir brauchen eine breite Allianz, Antidiskriminierungspolitik braucht Verbündete.“ Ataman nannte drei geplante Schwerpunkte ihrer Amtszeit:

1. Besserer Schutz vor Diskriminierung: „Wir brauchen dringend eine umfassendere Reform des Antidiskriminierungsgesetzes.“

2. Mehr Unterstützung und Aufklärung: „Menschen werden allein gelassen und müssen Gerichtskosten selbst tragen. Wir brauchen mehr Beratungsstellen, flächendeckend.“

3. Mehr Aufklärung: „Ein Drittel weiß nicht, dass Diskriminierung in Deutschland verboten ist.“

Die Publizistin Ataman (42) war Anfang Juli vom Bundestag mit knapper Mehrheit zur neuen Antidiskriminierungsbeauftragten gewählt worden. Gegen sie gab es in den Reihen der Ampel-Koalition allerdings Vorbehalte, vor allem bei der FDP. Vor ihrer Wahl war sie unter anderem im Familien- und Integrationsministerium in Nordrhein-Westfalen tätig und baute den Mediendienst Integration auf, eine wissenschaftliche Internetplattform für Journalistinnen und Journalisten.

Ataman hatte mehrfach für Diskussionen gesorgt, etwa als sie in einer Kolumne die Bezeichnung „Kartoffel“ für Deutsche ohne Migrationshintergrund verteidigte. Zudem löschte sie frühere Tweets, die von ihren Kritikern als polemisch eingeordnet worden waren.

16 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Scholz sieht keine großen Hürden mehr für Schwedens Nato-Beitritt

von Fremdeninfo 16 August 2022
von Fremdeninfo

Scholz sieht keine großen Hürden mehr für Schwedens Nato-Beitritt

 

nrik MONTGOMERY Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht keine großen Hindernisse mehr auf dem Weg zu einem Nato-Betritt von Schweden und Finnland. „Meine Zuversicht ist groß, dass es jetzt sehr schnell gehen wird“, sage Scholz bei einem Besuch in Stockholm

Der Kanzler fügte hinzu: „Wir gewinnen mit Schweden und Finnland zwei geschätzte Verbündete, die die Verteidigungsfähigkeit der Nato und damit unsere Sicherheit stärken werden.“ Der Beitritt sei „historisch“.

Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson kündigte an, dass ihr Land die von der Türkei geforderten Auslieferungen fortsetzen werde. „Sie werden gerade ausgeführt in Einklang mit schwedischem und internationalen Recht“, sagte sie über die Auslieferungen. Schweden werde sich an die entsprechenden Vereinbarungen mit der Türkei halten – „das werden wir weiterhin so handhaben“, sagte sie.

 

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht keine großen Hindernisse mehr auf dem Weg zu einem Nato-Betritt von Schweden und Finnland. „Meine Zuversicht ist groß, dass es jetzt sehr schnell gehen wird“, sage Scholz am Dienstag bei einem Besuch in Stockholm. Er erwarte, dass jene Nato-Länder, die den Betritt noch nicht ratifiziert haben, „das bald tun werden – auch die Türkei“.

Schweden hatte vor wenigen Tagen die erste Abschiebung eines türkischen Staatsbürgers seit dem Streit mit der Türkei um seinen Nato-Beitritt angekündigt. Es handele sich um einen wegen Kreditkartenbetrugs verurteilten türkischen Staatsbürger. Die Türkei hatte mehrfach gedroht, den Nato-Beitritt der nordischen Länder zu blockieren, wenn sie die türkischen Forderungen nicht erfüllen. 

In Schweden und dem Nachbarland Finnland hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zu einer sicherheitspolitischen Kehrtwende geführt: Beide Länder wollen ihre traditionelle Bündnisfreiheit aufgeben und der Nato beitreten. 

Der Prozess zur Aufnahme in die Nato ist angelaufen. Allerdings muss jedes der 30 Mitgliedsländer den Beitritt ratifizieren. Der Deutsche Bundestag hat bereits seine Zustimmung erteilt. Aktuell steht nach Angaben der Bundesregierung noch die Ratifizierung von sieben Ländern aus. 

Gebremst wurde die Aufnahme von Veto-Drohungen des Nato-Mitglieds Türkei. Die Türkei begründete dies mit der angeblichen schwedischen und finnischen Unterstützung von „Terrororganisationen“ – gemeint sind damit vor allem Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, den Erdogan für den Putschversuch von 2016 in der Türkei verantwortlich macht..

Im Juni unterzeichneten die Türkei, Schweden und Finnland ein Abkommen, das die Beitritte ermöglichen soll. Aktivisten für Menschenrechte und Meinungsfreiheit warnten davor, dass durch die Vereinbarung keinesfalls im Exil lebende, verfolgte türkische Oppositionelle an Ankara ausgeliefert werden dürften. So hatten der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Frankfurter Buchmesse daran erinnert, dass Kritiker des islamisch-konservativen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Türkei schnell als „terrorverdächtig“ eingestuft und inhaftiert würden.

Die Norderweiterung der Nato könnte das militärische Kräfteverhältnis in der strategisch wichtigen Region Nordeuropa verändern. Durch eine Mitgliedschaft Finnlands bekäme das Militärbündnis auch eine neue, 1300 Kilometer lange direkte Grenze mit Russland. In Reaktion auf die geplante Erweiterung warf Russlands Präsident Wladimir Putin der Nato bereits „imperiale Ambitionen“ vor. 

pw/cp

16 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Rushdie auf dem Weg der Besserung – Verdächtiger äußert sich erstmals

von Fremdeninfo 15 August 2022
von Fremdeninfo

Rushdie auf dem Weg der Besserung – Verdächtiger äußert sich erstmals

Von

dtj-online

–

15.08.2022

 
 
 
 
Autor Salman Rushdie“ width=“696″ height=“482″>
Archivfoto: Der am Freitag angegriffene Schriftsteller Salman Rushdie befindet sich Medienberichten zufolge auf dem Weg der Besserung. Foto: Matt Crossick/PA Wire/dpa

Der Angriff auf Schriftsteller Salman Rushdie löst weiter Entsetzen aus. Es gibt erste Zeichen für eine Besserung seines Zustands. Der mutmaßliche Täter schweigt vor Gericht – und lässt sich über seinen Pflichtverteidiger für „nicht schuldig“ erklären.

Es sind hoffnungsvolle Nachrichten über den verwundeten Schriftsteller Salman Rushdie, die am Wochenende aus dem Krankenhaus zu hören waren. Der Autor ist Medienberichten zufolge auf dem Wege der Besserung. Er werde nicht mehr künstlich beatmet und habe am Samstag – einen Tag nach der Attacke auf einer Bühne – wieder sprechen können, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf seinen Literaturagenten Andrew Wylie. Der „Washington Post“ sagte Wylie am Sonntag: „Der Weg zur Genesung hat begonnen.“ Rushdies Verletzungen seien schwer, aber sein Gesundheitszustand entwickele sich in die richtige Richtung.

Der 75 Jahre alte Rushdie war während einer Lesung in einem Institut in Chautauqua im Westen des US-Bundesstaates New York schwer verletzt worden und hatte mehrere Stichwunden unter anderem an Hals und Bauch erlitten. Zu einem Tatmotiv veröffentlichte die Polizei weiter keine bestätigten Angaben.

Mutmaßlicher Täter stammt aus Libanon

Vor Gericht schwieg der mutmaßliche Täter, der 24 Jahre alte Hadi M., am Samstag und ließ sich von seinem Pflichtverteidiger für „nicht schuldig“ erklären, wie die „New York Times“ und andere US-Medien berichteten. Ihm wurden laut Mitteilung der Polizei versuchter Mord zweiten Grades sowie Angriff mit einer tödlichen Waffe und der Absicht, eine Körperverletzung zu verursachen, vorgeworfen. Mord zweiten Grades ist ein eigenständiger Tatbestand im US-Rechtssystem zum Tod eines Menschen. Dafür können Angeklagte im Bundesstaat New York mit jahrelangen Haftstrafen belegt werden.

Auf Fotos war der Mann aus dem Bundesstaat New Jersey, dessen Familie aus dem Libanon stammt, mit weißer Mund-Nasen-Maske in gestreifter Häftlingskleidung und orangenen Schuhen zu sehen. Er bleibe ohne Kaution weiter in Gewahrsam. Die nächste Anhörung soll demnach am 19. August um 15 Uhr (Ortszeit) sein.

Jahrelanges Versteckspiel

Vor Gericht erklärten die Staatsanwälte laut US-Medien, der Angriff auf den Autor sei vorsätzlich und gezielt gewesen. M. sei mit einem Bus zu dem Institut im ländlichen Westen des Bundesstaates gefahren und habe sich dort ein Ticket gekauft, um am Freitagvormittag Rushdies Vortrag hören zu können. Der Autor hatte dort über verfolgte Künstler sprechen wollen und wenige Minuten vor dem Angriff die Bühne betreten.

Wegen Rushdies Werks „Die satanischen Verse“ aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini zur Tötung des britisch-indischen Autors aufgerufen. Er warf Rushdie vor, in seinem Roman den Islam, den Propheten Muhammad und den Koran beleidigt zu haben. In dem Buch kommt unter anderem eine Figur vor, die dem Propheten ähnelt. Die Kritik lautet, dass Rushdie den göttlichen Ursprung des Koran in Frage stellte. Auf das Todesurteil folgten damals eine dramatische Flucht Rushdies und jahrelanges Verstecken. Seit mehr als 20 Jahren lebt er in New York.

Höchstwahrscheinlich ein Auge verloren

Der Autor war nach dem Angriff per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, operiert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden, wie sein Agent Wylie am Freitagabend der „New York Times“ mitgeteilt hatte. Rushdie werde wahrscheinlich ein Auge verlieren, außerdem seien Nervenstränge in seinem Arm durchtrennt und seine Leber beschädigt worden, erklärte Wylie.

Prominente und Politiker aus aller Welt verurteilten den Angriff auf Rushdie und wünschten ihm eine schnelle Genesung. US-Präsident Joe Biden lobte, Rushdie habe sich nicht einschüchtern lassen und stehe für „wesentliche, universelle Werte“ wie Wahrheit, Mut und Widerstandsfähigkeit.

Israel beschuldigt Iran

Der britische Premier-Kandidat für die Nachfolge von Boris Johnson, Rishi Sunak, forderte indes Sanktionen gegen den Iran. Sunak sagte dem „Telegraph“ (Sonntag), der Angriff müsse ein „Weckruf für den Westen“ sein und spreche dafür, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation einzustufen. Man müsse sich außerdem fragen, ob eine potenzielle Einigung mit dem Iran im Atomstreit „möglicherweise in einer Sackgasse angekommen“ sei.

Der israelische Regierungschef Jair Lapid sah die Schuld an dem Angriff auch bei der Führung des Irans. Der Vorfall sei „das Resultat von Jahrzehnten der Aufwiegelung, angeführt durch das extremistische Regime in Teheran“, schrieb Lapid am Samstagabend bei Twitter. Iranische Medien begrüßten die Tat und schrieben unter anderem neben ein Bild des verletzten Autors „Der Teufel auf dem Weg in die Hölle“.

PEN ernennt Rushdie zum Ehrenmitglied

Von der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hieß es: „Wer diesen Mordanschlag nun auch noch rechtfertigt, verbreitet nichts anderes als Hass und Extremismus. Wer an ein friedliches Zusammenleben glaubt, muss sich dem klar und konsequent entgegenstellen.“ Kanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb bei Twitter: „Was für eine abscheuliche Tat!“.

Der Schriftstellerverband PEN teilte mit: „Als Zeichen unserer Solidarität mit diesem mutigen Kämpfer für die Freiheit des Wortes ernennt das Präsidium des PEN-Zentrums Deutschland Salman Rushdie zum Ehrenmitglied.“

dpa/dtj

 
Meistgelesene Artikel der Woche
 

Newsletter

 
 
 
 
15 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Türkischer Geheimdienst: Komplize des verurteilten Spions ebenfalls angeklagt

von Fremdeninfo 14 August 2022
von Fremdeninfo

 

Türkischer Geheimdienst: Komplize des verurteilten Spions ebenfalls angeklagt

Von

dtj-online

–

14.08.2022

„Prozess gegen mutmaßlichen türkischen Spion“ width=“696″ height=“463″>
Archivfoto: Einsatzkräfte steigen vor dem Düsseldorfer Hotel in ihr Fahrzeug. Dort war der 41-jährige Ali D. festgenommen worden. Foto: Henning Kaiser/dpa

Der Komplize des verurteilten Spions in Düsseldorf muss ebenso vors Gericht. Auch in Österreich gibt es drei Verdächtige. 

In einem Fall von Spionage für den türkischen Geheimdienst hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen zweiten Mann erhoben. Ihn soll der inzwischen verurteilte Haupttäter angeworben haben, um ebenfalls Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung zu sammeln. Das teilte die Karlsruher Behörde am Freitag mit. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hatte Mitte Juli einen anderen Mann namens Ali D. zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sein mutmaßlicher Komplize wurde den Angaben zufolge nun ebenfalls dort angeklagt. Er befinde sich noch auf freiem Fuß.

Der inzwischen Verurteilte D. war im September 2021 bei einem Großeinsatz in einem Düsseldorfer Hotel festgenommen worden. Der 41-Jährige hatte gestanden, seit 2018 Informationen über Unterstützer der PKK und der Gülen-Bewegung gesammelt und an den Geheimdienst MIT weitergegeben zu haben.

Der nun Angeklagte, ein Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit, soll sich im August 2021 bereiterklärt haben, ebenfalls Informationen zu beschaffen. Kurz darauf soll er seinem Bekannten zwei Namen genannt und zu einer dieser Personen auch weitere Daten übermittelt haben.

Österreich geht ebenso gegen Spione vor

Auch im Nachbarland Österreich kam es Ende Juli zu Festnahmen. Im Zuge von Ermittlungen der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) und des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in Tirol (LVT) sind drei mutmaßliche türkische Spione vorübergehend festgenommen worden. Bei Hausdurchsuchungen an den Wohnadressen der Beschuldigten wurden zahlreiche Datenträger, Mobiltelefone sowie Schreckschusspistolen sichergestellt. Die Daten werden noch untersucht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wirft der Gülen-Bewegung vor, für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich zu sein. Der islamische Geistliche Fethullah Gülen, nach dem die Bewegung benannt wird, bestreitet dies vehement. Es könne aber sein, dass einige seiner Anhänger eigenverantwortlich gehandelt hätten und involviert gewesen seien. Die PKK wird von der Bundesanwaltschaft als Terrorvereinigung eingestuft, sie hat in der Türkei zahlreiche Attentate und Anschläge verübt.

dtj/dpa

14 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Angriff auf offener Bühne: Salman Rushdie schwer mit Messer verletzt

von Fremdeninfo 13 August 2022
von Fremdeninfo

Angriff auf offener Bühne: Salman Rushdie schwer mit Messer verletzt

Von

dtj-online

–

13.08.2022

 
„>

 
„Angriff auf Autor Salman Rushdie“
Chautauqua: In diesem Videostandbild wird der Autor Salman Rushdie auf einer Trage zu einem Hubschrauber gebracht, der ihn in ein Krankenhaus transportiert, nachdem er während eines Vortrags in der Chautauqua Institution angegriffen wurde. Foto: Uncredited/Anonymous/AP/dpa

Obwohl er vor mehr als 30 Jahren per Fatwa zum Tode verurteilt wurde, hatte sich Salman Rushdie seinem Verlag zufolge eigentlich wieder sicherer gefühlt. Nun ist der preisgekrönte Autor auf offener Bühne attackiert worden.

Der vor mehr als 30 Jahren per Fatwa zum Tode verurteilte Schriftsteller Salman Rushdie ist bei einem Auftritt im US-Bundesstaat New York angegriffen und am Hals verletzt worden. Ein Mann sei in der Veranstaltungshalle im Ort Chautauqua am Vormittag „auf die Bühne gerannt“ und habe Rushdie und einen Interviewer mit einem Messer angegriffen, teilte die New Yorker Polizei am Freitag mit.

Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul sagte in der Stadt Buffalo, Rushdie sei am Leben und bekomme im Krankenhaus die Hilfe, die er benötige. „Es war ein staatlicher Polizist, der aufstand und sein (Rushdies) Leben rettete, ihn beschützte“, sagte sie und dankte dem Helfer. Der 75-jährige Schriftsteller war zuvor mit einem Hubschrauber in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht worden. Er werde vermutlich ein Auge verlieren, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Rushdies Literaturagenten Andrew Wylie.

Khomeinis Fatwa noch aktuell

Wegen Rushdies Werks „Die satanischen Verse“ („Satanic Verses“) aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini eine Fatwa veröffentlicht, die zur Tötung des Autors aufforderte. Einige Muslime fühlten sich durch das Werk in ihrem religiösen Empfinden verletzt.

Der Täter sei nach dem Angriff am Freitag noch in der Halle festgenommen worden, hieß es von der Polizei. Die „New York Times“ zitierte eine Zeugin: „Es gab nur einen Angreifer. Er war schwarz gekleidet. Er hatte ein loses schwarzes Kleidungsstück an. Er rannte blitzschnell auf ihn zu.“ Ein Reporter der US-Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, der Angreifer habe 10 bis 15 mal auf Rushdie eingeschlagen oder gestochen. Der ebenfalls angegriffene Interviewer hat nach Polizeiangaben eine Kopfverletzung. Bei dem Angreifer soll es sich um den 24-jährigen Hadi M. handeln, er habe ein Ticket für die Veranstaltung gehabt, teilte die Polizei mit.

Zu den Hintergründen des Angriffs gab es zunächst keine Details. Ob dieser im Zusammenhang mit der jahrzehntealten Fatwa steht, blieb zunächst offen. Die Tat fand bei einer Vorlesung Rushdies in der sogenannten Chautauqua Institution, einem Erziehungs- und Kulturzentrum statt. Die Veranstaltung habe im Rahmen einer Serie unter dem Titel „Mehr als Schutz“ („More than Shelter“) stattgefunden, bei der über die Vereinigten Staaten als Zufluchtsort für Schriftsteller im Exil und über die Verfolgung von Künstlern diskutiert werden sollte.

Japanischer Übersetzer getötet

Das islamische Rechtsgutachten des Ajatollahs rief damals nicht nur zur Tötung Rushdies auf, sondern auch all derer, die an der Verbreitung des Buches beteiligt waren. Ein japanischer Übersetzer wurde später tatsächlich getötet. Rushdie musste untertauchen, erhielt Polizeischutz. Nach Angaben seines Verlags aus dem vergangenen Jahr hätte die Fatwa für Rushdie inzwischen aber längst keine Bedeutung mehr. Er sei nicht mehr eingeschränkt in seiner Bewegungsfreiheit und brauche auch keine Bodyguards mehr. Die Jahre des Versteckens gingen jedoch nicht spurlos an ihm vorüber. Er verarbeitete diese Zeit in der nach seinem Aliasnamen benannten Autobiografie „Joseph Anton“ aus dem Jahr 2012.

Die Tat löste weltweit Entsetzen aus. Der US-Senator und Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, schrieb auf Twitter, die Tat sei ein „Angriff auf die Rede- und Gedankenfreiheit, die zwei Grundwerte unseres Landes und der Chautauqua Institution“ seien. Auch der scheidende britische Premierminister Boris Johnson zeigte sich „entsetzt“, dass Rushdie attackiert wurde, während er „ein Recht ausgeübt hat, dass wir niemals aufhören sollten zu verteidigen“. Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling und Bestseller-Autor Stephen King drückten ebenfalls ihre Bestürzung aus und schrieben, sie hoffe, es gehe Rushdie gut.

Auch Corona-Leugner und Trumpisten gestört

Geboren wurde der Autor im Jahr der indischen Unabhängigkeit 1947 in der Metropole Mumbai (damals Bombay). Er studierte später Geschichte am King’s College in Cambridge. Seinen Durchbruch als Autor hatte er mit dem Buch „Mitternachtskinder“ („Midnight’s Children“), das 1981 mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet wurde. Er erzählt darin die Geschichte von der Loslösung Indiens vom Britischen Empire anhand der Lebensgeschichte von Protagonisten, die genau zur Stunde der Unabhängigkeit geboren werden und mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet sind.

Insgesamt veröffentlichte Rushdie mehr als zwei Dutzend Romane, Sachbücher und andere Schriften. Rushdies Stil wird als Magischer Realismus bezeichnet, in dem sich realistische mit fantastischen Ereignissen verweben. Dennoch sieht er sich unbedingt der Wahrheit verpflichtet. Diese sieht er zunehmend in Gefahr, was auch im Zentrum seiner jüngsten Veröffentlichung von Essays steht, die in Deutschland unter dem Titel „Sprachen der Wahrheit“ herauskamen. Der seit vielen Jahren in New York lebende Schriftsteller stemmt sich darin gegen Trumpisten und Corona-Leugner. „Die Wahrheit ist ein Kampf, das ist keine Frage. Und vielleicht noch nie so sehr wie jetzt“, sagte er in einem Interview des US-Senders PBS im vergangenen Jahr.

dpa/dtj

13 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Flüchtlinge

Debatte über Leistungen für Flüchtlinge: Kritik an Gentges

von Fremdeninfo 13 August 2022
von Fremdeninfo

Debatte über Leistungen für Flüchtlinge: Kritik an Gentges

 

Mit ihrer Kritik an der Ausweitung von Sozialleistungen für Geflüchtete hat sich die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) nicht nur Ärger mit der Opposition eingehandelt. Auch Landessozialminister Manne Lucha widerspricht seiner Kabinettskollegin. «Es kommt derzeit keiner, weil Anreize durch Sozialleistungssysteme geschaffen wurden. Die Menschen sind weltweit auf der Flucht», sagte der Grünen-Minister dem SWR. «Die kommen jetzt an, weil die Krisen- und Notherde in der Welt jetzt mehr werden.» Man müsse nach humanitären und sozialstaatlichen Gesichtspunkten Chancen gewähren und damit die Gesellschaft stärken.

Auch SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch kritisierte Gentges. «Wer als zuständige Ministerin für Migration nichts besseres zu tun hat, als gegen Flüchtlinge zu hetzen, hat in dieser Funktion nichts zu suchen», twitterte er. «Und für parteipolitische Spielchen ist dieses Thema auch nicht geeignet, Frau Gentges.» Diese Menschen suchten Schutz. Zuvor hatte bereits der Flüchtlingsrat die Äußerungen der Justiz- und Migrationsministerin als «schwere Anschuldigungen» bezeichnet, die erst einmal mit einer Quelle belegt werden müssten.

Gentges kritisiert, die Menschen kämen nicht in allen Fällen aus rein politischen Gründen nach Baden-Württemberg. «Es gibt bei uns mehr Sozialleistungen als in anderen Ländern. Und deshalb treffen wir auch häufig Menschen, die bereits in anderen Staaten Schutz gefunden hatten, die aber aus wirtschaftlichen Gründen weitergereist sind», hatte sie der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Der Bund habe zuletzt «Fehlanreize» gesetzt durch das Ausweiten der Sozialleistungen. Ukrainische Geflüchtete erhalten seit dem 1. Juni Hartz IV und können dank des sogenannten Rechtskreiswechsels auch eine eigene Wohnung anmieten und eine Arbeit aufnehmen

Auch SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch kritisierte Gentges. «Wer als zuständige Ministerin für Migration nichts besseres zu tun hat, als gegen Flüchtlinge zu hetzen, hat in dieser Funktion nichts zu

dpa – Gestern um 15:31

uchen», twitterte er. «Und für parteipolitische Spielchen ist dieses Thema auch nicht geeignet, Frau Gentges.» Diese Menschen suchten Schutz. Zuvor hatte bereits der Flüchtlingsrat die Äußerungen der Justiz- und Migrationsministerin als «schwere Anschuldigungen» bezeichnet, die erst einmal mit einer Quelle belegt werden müssten.

Gentges kritisiert, die Menschen kämen nicht in allen Fällen aus rein politischen Gründen nach Baden-Württemberg. «Es gibt bei uns mehr Sozialleistungen als in anderen Ländern. Und deshalb treffen wir auch häufig Menschen, die bereits in anderen Staaten Schutz gefunden hatten, die aber aus wirtschaftlichen Gründen weitergereist sind», hatte sie der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Der Bund habe zuletzt «Fehlanreize» gesetzt durch das Ausweiten der Sozialleistungen. Ukrainische Geflüchtete erhalten seit dem 1. Juni Hartz IV und können dank des sogenannten Rechtskreiswechsels auch eine eigene Wohnung anmieten und eine Arbeit aufnehmen

Die Landkreise und Städte hatten sich der Kritik von Gentges angeschlossen. «Ohne den sogenannten Rechtskreiswechsel und die damit verbundenen höheren Sozialleistungen wären wir als Kommunen nicht jetzt vor die Situation gestellt, Notunterkünfte vorzubereiten und bereitzustellen», hatte der Präsident des Landkreistags, der Tübinger Landrat Joachim Walter, bemängelt. Die Anziehungskraft der im europäischen Vergleich höchsten Sozialleistungen in Deutschland mache alle Versuche einer gleichmäßigen Verteilung von Geflüchteten in Europa zunichte.

Das sieht FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke anders: «Ich bin mir sehr sicher, dass diese Leute viel lieber in ihrem eigenen Land wären, würde dort nicht ein fürchterlicher Krieg herrschen», sagte er. Es sei «ausgesprochen anstandslos», dass sich die Justizministerin nun gegen diese Flüchtlinge wende. «Wenn ihr sogar aus der eigenen Koalition Widerspruch entgegenschlägt, zeigt das, dass die Grenze des guten Geschmacks an dieser Stelle weit überschritten wurde», sagte Rülke.

Angesichts der zunehmend stärker steigenden Zahl von Flüchtlingen suchen die Städte und Gemeinden händeringend nach Wohnungen und Schlafplätzen für Tausende von Menschen. Seit dem Beginn des Kriegs im Februar sind laut Ministerium allein aus der Ukraine mehr als 115 000 Menschen nach Baden-Württemberg gekommen, von denen rund 80 Prozent privat untergebracht werden konnten. Weitere 10 500 Menschen aus Staaten wie Syrien, der Türkei und Afghanistan sind im laufenden Jahr nach der Registrierung im Land verblieben. Insgesamt liege die im laufenden Jahr registrierte Zahl der Hilfesuchenden im Südwesten bereits über der aus dem gesamten Jahr 2015.

13 August 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Neuere Beiträge
Ältere Beiträge

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025
  • Begegnungen am Radweg: Eine Geschichte von Mensch, Natur und einem besonderen Rabenfreund

    23 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Unterstützung von der DEM-Partei: „Ich würde das sofort unterschreiben“

    6 Mai 2026
  • Nach Schüssen in türkischem Kulturverein – Mann verhaftet

    6 Mai 2026
  • Hessen verliert mehr EU-Arbeitskräfte als neu zuziehen

    6 Mai 2026
  • Letzter Artikel: Grausamkeit!..

    5 Mai 2026
  • Erfolg in der Politik: Erfordert Ehrlichkeit, Kompetenz und Verantwortung

    5 Mai 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

22 Juli 2025

Neueste Artikel

Die Ereignisse in der Türkei müssen als Teil der neuen Weltordnung akzeptiert werden.
5 September 2025
Grüne wollen AfD-Verbotsverfahren vorantreiben – mit Union, SPD und Linken
4 September 2025
Deutlicher Anstieg: Syrer auf Platz 1 bei Einbürgerungen in NRW
4 September 2025

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff
14 Oktober 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung