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Grüne streiten über Migrationspolitik: Habeck zwingt seiner Partei den Kurs auf

von Fremdeninfo 26 November 2023
von Fremdeninfo

 

Grüne streiten über Migrationspolitik: Habeck zwingt seiner Partei den Kurs auf

 

 
Robert Habeck brachte seine Partei auf Kurs.

© dpa/Kay Nietfeld

Grüne streiten über Migrationspolitik: Habeck zwingt seiner Partei den Kurs auf

Schon lange verärgern Kompromisse bei der Asylpolitik Teile der Grünen-Basis. Auf dem Parteitag kommt es zu einer emotionalen Debatte, bei der es kurzzeitig um den Fortbestand der Ampel geht.

Mit jeder Rede wird die Miene von Robert Habeck säuerlicher. Mit verschränkten Armen sitzt der Wirtschaftsminister und Vizekanzler auf dem Grünen-Parteitag in der ersten Reihe und lauscht den Reden, die von der Bühne direkt vor ihm gehalten werden. Und das, was Habeck von seinen Parteifreunden zu hören bekommt, ist lautstarke Kritik an seinem Kurs in der Migrationspolitik.
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„Die Antwort auf den Rechtsruck kann doch nicht sein, den Faschisten immer weiter entgegenzukommen“, sagt die grüne Kommunalpolitikerin Louisa Baumann.

Vasili Franco, Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus, kritisiert: „Es ist unehrlich von Ordnung zu sprechen, wenn täglich im Mittelmeer Menschen ertrinken.“ Die Sprecherin der Grünen Jugend, Katharina Stolla, spricht Habeck direkt an: „Eine unmenschliche Asylpolitik ist keine Realität, sondern eine politische Entscheidung“, ruft sie und der halbe Saal applaudiert im Stehen.

Zwei Tage lang konnte die Parteitagsregie der Grünen zufrieden sein. Ohne größere Zwischenfälle hatten die Grünen ihre Europawahlliste gewählt, die Bundesvorsitzenden im Amt bestätigt und weitgehend einig über die Reform der Schuldenbremse debattiert. Doch in der dritten Nachtsitzung von Karlsruhe entlädt sich der Frust vieler Grüner in der Debatte über den Kurs der Grünen in der Migrationspolitik.

Die Kritik wächst von Rede zu Rede

Verschärfte Abschieberegeln, die Absenkung von Sozialleistungen von Geflüchteten, die Prüfung von Asylverfahren in Drittstaaten – viele Beschlüsse der Ampel-Regierung und Ministerpräsidenten in den vergangenen Wochen haben vor allem Parteilinke verärgert. Dass die Grünen-Spitze die Kompromisse im Bund und auch auf europäischer Ebene mitträgt, irritiert viele an der Basis.

Und so wächst die Kritik an Außenministerin Annalena Baerbock, dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, und an Habeck von Rede zu Rede. Viele werben für einen Antrag der Grünen Jugend, der den Grünen-Mandatsträgern jegliche Asylrechtsverschärfungen verbieten will.

Es gibt tobenden Applaus. In der ersten Reihe wird die Grünen-Spitze zunehmend nervös. Immer wieder beraten sich die Partei- und Fraktionschefs der Grünen mit Habeck und Baerbock, es wird telefoniert, hektisch an Reden gefeilt.

Habeck: „Misstrauensvotum in Verkleidung“

Schließlich tritt Habeck ans Rednerpult. „Es war klar, dass dies die schwierigste und emotionalste Debatte wird“, sagt er. Er sei jedoch irritiert, von der „Fußballstadionstimmung“ im Saal, sagt er. Er begegnet der Kritik nicht inhaltlich, sondern warnt vor den Konsequenzen des Antrags der Grünen Jugend. „Wie immer ihr abstimmt, macht euch klar, dass es kein Spiel ist.“

Habeck verknüpft die Debatte um die Migrationspolitik mit dem Fortbestand der Regierung. Der Antrag der Grünen Jugend sei ein „Misstrauensvotum in Verkleidung“, so Habeck. „Die Wahrheit ist, dass dieser Antrag auffordert, die Regierung zu verlassen.“ Es ist eine unausgesprochene Drohung an die Partei. Habeck wirft das Gewicht der Regierungsbeteiligung der Grünen in diesem Moment in die Waagschale.

Delegierte berichten später, dass Landesvorsitzende auf ihr Wahlverhalten Druck ausgeübt hätten. Auch die grüne Familienministerin Lisa Paus, so heißt es, sei durch die Gänge gelaufen und habe vor dem Ende der Ampel gewarnt.

Dem widerspricht die frühere Sprecherin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich, die direkt nach Habeck spricht. „Nein, wir wollen nicht das Ende dieser Regierung. Wir wollen den Beginn einer neuen Asylpolitik.“ Zu häufig hätten die Grünen Kompromisse eingehen müssen.

Doch es gibt an diesem Abend auch inhaltliche Erklärungsversuche für den Kurs der Parteispitze. „Wir können nicht so tun, als sei jetzt so alles in Ordnung“, sagt Parteichef Omid Nouripour zu Beginn der Debatte.

60 Prozent der Kommunen in Deutschland seien bereits überfordert, die Migration müsse besser gesteuert werden. Deshalb habe die Ampel ein Einwanderungsgesetz verabschiedet. In der Folge brauche es dann aber auch mehr Ordnung, um irreguläre Migration einzuschränken. „Wer Ordnung nicht zulässt, bekommt auch keine Humanität“, sagt Nouripour.

Natürlich müssten die Maßnahmen in der Migrationspolitik rechtens sein. Es gehe daher nicht, Seenotrettung zu kriminalisieren und auch eine Obergrenze für Geflüchtete wollten die Grünen nicht. Leidenschaftlich wirbt der Parteichef für die Balance von Humanität und Ordnung. Dafür sei ein Fortschritt bei der gemeinsamen europäischen Asylpolitik nötig: „So wie es ist, kann es nicht bleiben“, sagt Nouripour.

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Ganz am Ende ergreift Außenministerin Baerbock nochmal das Wort. „Ich kann das nicht einhalten“, sagt sie mit Blick auf den Antrag der Grünen Jugend. Sie könne dann nämlich nicht mehr mitverhandeln, wenn in Europa über Asyl entschieden werde. Dann entscheide allein der ungarische Außenminister.

Auch Robert Habeck solle im Kanzleramt mit Olaf Scholz (SPD) weiter mitverhandeln. „Ich will, dass Robert sitzen bleiben und verhandeln kann“, ruft sie.

Mit einem gemeinsamen Kraftakt gelingt es der Parteispitze, die Stimmung im Saal zu drehen. Rund zwei Drittel der Delegierten stimmen am Schluss für den Antrag des Bundesvorstands. Es ist ein erzwungener Erfolg. Der Preis dafür war der Blick in den Abgrund.

26 November 2023 0 Kommentare
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Berlin Protest gegen Waffenlieferungen an Ukraine

von Fremdeninfo 26 November 2023
von Fremdeninfo

Von:  dpa

Berlin Protest gegen Waffenlieferungen an Ukraine

In Berlin haben mehrere Tausend Menschen gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und Mehrausgaben für das Militär demonstriert. Zur Kundgebung aufgerufen hatten unter anderem Sahra Wagenknecht, Friedensinitiativen und Gewerkschaften.

In Berlin haben am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die deutsche Rüstungspolitik demonstriert. Der Protestmarsch durch das Regierungsviertel startete um 13 Uhr und stand unter dem Motto „Nein zu Kriegen – Rüstungswahnsinn stoppen – Zukunft friedlich und gerecht gestalten“.

Die Abschlusskundgebung endete wie geplant um 17 Uhr. Die Polizei sprach am Nachmittag von 10.000 Teilnehmern, die Veranstalter gingen von 20.000 aus. Parallel dazu hatten rund 800 Aktivisten der Klimaschutzgruppe „Letzte Generation“ am Samstag auf der Straße des 17. Juni demonstriert.

Vor dem Brandenburger Tor protestierten die Teilnehmenden insbesondere gegen die militärische Unterstützung der Ukraine und das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza, zudem forderten sie mehr Diplomatie. Es waren viele Transparente mit Friedenstauben und Forderungen nach Friedensverhandlungen bei beiden Konflikten zu sehen. Zu den Initiatoren der Kundgebung gehörten die Politikerin Sahra Wagenknecht sowie die ehemalige ARD-Journalistin Gabriele Krone-Schmalz.

 Wagenknecht kritisiert SPD und israelische Regierung

Wagenknecht, die gerade eine eigene Partei gründet, kritisierte unter anderem die Aussage des Verteidigungsministers Boris Pistorius (SPD), Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden. „Das ist doch der blanke Wahnsinn“, sagte die Politikerin. Sie ging auch mit dem Kurs der israelischen und der deutschen Regierung im Gaza-Krieg hart ins Gericht. „Wir haben die Verantwortung, das Existenzrecht Israels ohne Wenn und Aber zu verteidigen.“ Aber diese Verantwortung „verpflichtet uns nicht, die rücksichtslose Kriegsführung der Regierung Netanjahu als Selbstverteidigung schönzureden und zu unterstützen“. Die Bombardierung des Gaza-Streifens schütze nicht jüdisches Leben, sondern stärke islamistischen Terror. Gleichzeitig rechtfertige aber auch nichts die Gräueltaten der Hamas, so Wagenknecht.

Breites Bündnis aus Linken, Wagenknecht-Anhängern und Gewerkschaftern

Angemeldet hatten die Organisatoren 10.000 Teilnehmende, die Polizei schätzte die Zahl am Samstagnachmittag zunächst auf rund 5.000.

Unterstützt wurde der Aufruf unter anderem vom Linken-Politiker Gregor Gysi, der ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, dem früheren SPD- und Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine, dem Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge und dem Politikwissenschaftler Hajo Funke sowie Gewerkschaftern, Autoren und Künstlern. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehörten nach dem innerparteilichen Zerwürfnis bei der Linken auch Politiker:innen, die zum „Bündnis Sahra Wagenknecht“ gewechselt sind.

Schulterschluss mit rechten Kräften unerwünscht bei Demo

Im Februar 2023 hatte Wagenknecht bereits zusammen mit der Publizistin Alice Schwarzer zum „Aufstand für den Frieden“ aufgerufen. An der Demonstration nahmen damals laut Polizei rund 13.000 Personen teil. Die Veranstaltung wurde kritisiert, da auch rechte und rechtsextreme Akteure mitliefen – unter anderem des „Compact“-Magazins.

Bei der Kundgebung am Samstag im Regierungsviertel wurde betont, es gebe keine Zusammenarbeit mit der AfD oder „anderen rechtsextremen Kräften“. Das Mitbringen und Zeigen entsprechender Symbole oder Äußerungen war unerwünscht.

Wagenkecht plant im Januar 2024 die Gründung ihrer eigenen Partei, dem „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW). Das hatte sie Ende Oktober angekündigt.

Der Schritt hatte zum Übertritt einiger Linken-Abgeordneten geführt. Im Zuge dessen wurde die Linke-Fraktion im Bundestag zum 6. Dezember aufgelöst und alle Angestellten der Fraktion entlassen.

 

26 November 2023 0 Kommentare
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Ihr gehört abgeschoben“ – Ein Mann namens Ali tritt der AfD bei – Partei zerfällt in zwei Lager

von Fremdeninfo 23 November 2023
von Fremdeninfo

„Ihr gehört abgeschoben“ – Ein Mann namens Ali tritt der AfD bei – Partei zerfällt in zwei Lager

Artikel von FOCUS Online  • 
Weil ein Deutsch-Türke namens Ali der AfD beitreten will, diskutieren AfD-Mitglieder kontrovers im Netz. IMAGO/Funke Foto Services © IMAGO/Funke Foto Services
 

Der Deutsch-Türke Ali Utlu hat angekündigt, der AfD beitreten zu wollen. Prominente Parteimitglieder begrüßen den Schritt, andere fordern Utlus sofortige Abschiebung.

Ali Utlu ist Deutsch-Türke und Islamkritiker. Auf X hat er nun angekündigt, der AfD beitreten zu wollen.

„Gewöhne dich daran, dass A in AfD steht für Ali“, schreibt Utlu einer X-Nutzerin scheinbar stolz.

Innerhalb der Partei fallen die Reaktionen gemischt aus. Der ehemalige Chef der Jungen Alternative, Marvin T. Neumann, schreibt, zwar gebe es „schon Alis, die die AfD wählen“. Utlu sei aber nicht der richtige Typ Ali, da die meisten Alis in der AfD den Islam unterstützten.

Manche AfD-Mitglieder fordern Utlus Abschiebung

Vom aktuellen Co-Vorsitzenden der Jungen Alternative, Nils Hartwig, erhalte Neumann vollste Unterstützung, berichtet „DerWesten“.

Während Jesidin Chaker, Ehefrau des AfD-Abgeordneten Martin Sichert schreibe, sie freue sich über „jede islamkritische Person, die der AfD beitritt und einem Marvin [Neumann] zeigt, wo er hingehört“, kontere Hartwig: „[Neumann] gehört in die AfD und [du und Ali Utlu] abgeschoben.“

Beirren lasse sich Utlu von all den wilden Diskussionen nicht. „Die meisten wollen mich und nicht Marvin“, sag Utlu

23 November 2023 0 Kommentare
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Religion

Deutsche Islam-Konferenz: Faeser möchte von Muslimen ausgehenden Antisemitismus klar benennen

von Fremdeninfo 23 November 2023
von Fremdeninfo

 

  1. Deutsche Islam-Konferenz: Faeser möchte von Muslimen ausgehenden Antisemitismus klar benennen
 
Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin des Innern und Heimat, spricht bei der Deutschen Islam-Konferenz. Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin des Innern und Heimat, spricht bei der Deutschen Islam-Konferenz.

© dpa/Britta Pedersen

Deutsche Islam-Konferenz: Faeser möchte von Muslimen ausgehenden Antisemitismus klar benennen

Die Innenministerin forderte auf der Konferenz, offen über muslimischen Antisemitismus zu sprechen. Für jeden Menschen in Deutschland erwachse aus der Shoah eine besondere Verantwortung.

21.11.2023, 14:08 Uhr | Update: 21.11.2023, 15:34 Uhr

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat bei der Deutschen Islam-Konferenz gefordert, anzuerkennen, dass es in Deutschland ein Problem mit Antisemitismus gebe, der auch von Muslimen ausgehe.

„Wir erleben derzeit, dass bei einigen nur ein Funke genügt, damit auf Worte des Hasses Taten der Gewalt folgen“, sagte die SPD-Politikerin zur Eröffnung der Veranstaltung am Dienstag in Berlin.

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Die Verantwortung treffe alle in Deutschland

„Auch darüber müssen wir hier und heute in aller Offenheit sprechen.“ Jüdinnen und Juden hierzulande zu schützen, sei unverrückbarer Bestandteil der deutschen Staatsräson. Das ergebe sich aus den Verbrechen der Shoah. Daraus erwachse eine Verantwortung, die Existenz jüdischen Lebens niemals wieder gefährden zu lassen.

Jeder einzelne Mensch in Deutschland lebt in dieser Verantwortung.

Nancy Faeser, Bundesinnenminister

„Es ist aber nicht nur die Verantwortung des Staates, sondern auch die Verantwortung der gesamten deutschen Gesellschaft. Jeder einzelne Mensch in Deutschland lebt in dieser Verantwortung“, sagte Faeser.

„Das gilt auch für diejenigen von uns, die die deutsche Staatsbürgerschaft erst nach der Geburt bekommen haben.“ Die Innenministerin warnte jedoch davor, alle Muslime in Deutschland für islamistischen Terrorismus in Haftung zu nehmen.

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„Denn die meisten Musliminnen und Muslime sind seit Langem tief verwurzelt in unserer demokratischen Gesellschaft. Sie sind von den Bildern der entgrenzten Gewalt der Hamas genauso schockiert wie wir.“

Faeser fordert klare Positionierung der muslimischen Verbände

Faeser forderte von muslimischen Verbänden ein deutlicheres Bekenntnis gegen Judenhass. Sie appelliere gerade an die großen Islamverbände, den Kampf gegen Antisemitismus noch sichtbarer voranzutreiben, sagte Faeser am Dienstag in Berlin.

Es reiche nicht, eine Synagoge zu besuchen und sich dort gegen Terror und Antisemitismus zu stellen, ohne dies auch in Moscheen oder den eigenen Social-Media-Kanälen zu kommunizieren, sagte sie. 

Ich erwarte von den muslimischen Verbänden, dass sie sich ganz klar äußern und ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen.

Nancy Faeser

Bereits im Vorfeld der Konferenz hatte Faeser von muslimischen Verbänden eine klare Verurteilung des Angriffs der radikalislamischen Hamas auf Israel gefordert.

„Ich erwarte von den muslimischen Verbänden, dass sie sich ganz klar äußern und ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen“, sagte sie am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“.

Antisemitismus wurde kurzfristig Schwerpunktthema

Schwerpunkt der Islamkonferenz sollte in diesem Jahr das Thema Muslimfeindlichkeit werden, nachdem der von der Bundesregierung eingesetzte unabhängige Expertenkreis im Sommer seinen ausführlichen Bericht vorgelegt hatte.

Der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober und darauf folgende antisemitische Reaktionen bei Demonstrationen in Deutschland führten dazu, dass das Innenministerium die Agenda änderte. Antisemitismus wurde als Thema ergänzt, am Ende zum eigentlichen Schwerpunkt der Tagung.

Mazyek: Muslime im Kampf gegen Antisemitismus nicht marginalisieren

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat davor gewarnt, im Kampf gegen Antisemitismus Gruppen wie Muslime zu marginalisieren.

Das Auseinanderdriften von Gruppen, die Sprachlosigkeit, auch Hass und die Bereitschaft, nicht einander zuzuhören, ist leider sehr groß geworden.

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

„Ich mache mir große Sorgen über unsere Lage in unserem Land. Das Auseinanderdriften von Gruppen, die Sprachlosigkeit, auch Hass und die Bereitschaft, nicht einander zuzuhören, ist leider sehr groß geworden“, sagte Mazyek am Dienstag im RBB-Inforadio.

„Viele Muslime sind in unserem Land verunsichert, haben Angst, sich überhaupt zu Wort zu melden, sie fühlen sich eingeschüchtert durch die Debatte“, sagte Mazyek vor einem Treffen der Deutschen Islam-Konferenz.

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Zentralrat der Muslime nicht eingeladen

Der Zentralrat der Muslime war zu der vom Bundesinnenministerium initiierten Tagung nach seinen Worten nicht eingeladen worden. Er kenne den Grund dafür nicht, aber das sei auch angesichts der aktuellen Situation nicht entscheidend. „Wir brauchen den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir brauchen den ganz klaren Schulterschluss.“

Auf die Frage, ob er sich von Faesers Aufruf angesprochen fühle, sagte Mazyek: „Eigentlich sind wir genau an diesem Weg, dass wir das umsetzen und tun.“ Der Zentralrat der Muslime engagiere sich im Kampf gegen Antisemitismus und arbeite seit vielen Jahren mit Gruppen zusammen, indem man Gedenkstätten besuche. (dpa/AFP/epd)

23 November 2023 0 Kommentare
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Gaza: Israel nimmt Direktor von Schifa-Krankenhaus fest

von Fremdeninfo 23 November 2023
von Fremdeninfo

 

Gaza: Israel nimmt Direktor von Schifa-Krankenhaus fest

Artikel von Anna-Sophie Schneider  • Der Spiegel

 

Unter Gazas Schifa-Krankenhaus vermutet Israel eine Hamas-Kommandozentrale. Nun wurde der Direktor der Klinik vom israelischen Militär zum Verhör mitgenommen.

Gaza: Israel nimmt Direktor von Schifa-Krankenhaus fest © Hamas Media Office / AFP

 

 

Seit gut einer Woche befindet sich das israelische Militär auf dem Gelände des Schifa-Krankenhauses im nördlichen Gazastreifen. Nun nahmen israelische Soldaten den Direktor der Klinik, Mohammad Abu Salamia, zum Verhör fest. Das bestätigte die israelische Armee am Donnerstagnachmittag.

Abu Salamia werde demnach befragt, weil es Beweise dafür gebe, dass die Klinik als Kommando- und Kontrollzentrum für die islamistische Bewegung Hamas genutzt wurde. »In dem Krankenhaus, das unter seiner Leitung stand, gab es umfangreiche terroristische Aktivitäten der Hamas«, so das Militär in einer Erklärung.

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Abu Salamia soll mit weiteren Ärzten unterwegs gewesen sein

Zuvor hatte es bereits Berichte über die Festnahme gegeben. »Doktor Mohammed Abu Salamia wurde zusammen mit mehreren anderen leitenden Ärzten festgenommen«, sagte etwa der Arzt und Abteilungsleiter Chalid Abu Samra der Nachrichtenagentur AFP. Eine Bestätigung für weitere Festnahmen gab es von israelischer Seite zunächst nicht.

Laut einem Sprecher des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums sei Abu Salamia bei der Festnahme auf dem Weg vom nördlichen Teil des Gazastreifens in den Süden gewesen. Abu Salamia war demnach mit weiteren Ärzten unterwegs. Die Hamas verurteilte die Festnahme.

Mehrere israelische Medien berichteten am Vormittag unter Berufung auf Militärquellen von der Festnahme. Laut Angaben des Fernsehsenders Kan soll Abu Salamia nach der Festnahme vom israelischen Geheimdienst Schin Bet verhört worden sein.

Die Schifa-Klinik ist das größte Krankenhaus im Gazastreifen. Israelische Soldaten sind ungeachtet internationaler Kritik in und um die Klinik herum im Einsatz und drängen auf deren vollständige Evakuierung. Israel wirft der islamistischen Hamas vor, das Krankenhaus für terroristische Zwecke zu missbrauchen und unter den Gebäuden eine Kommandozentrale zu betreiben, sowie ein Netzwerk aus Tunneln und Bunkern aufgebaut zu haben. Die Hamas bestreitet dies.

Am Donnerstag führte die Armee Journalisten in das Tunnelsystem. Ein Reporter berichtete, in einem der Tunnel,

Die Hamas bestreitet dies.

Am Donnerstag führte die Armee Journalisten in das Tunnelsystem. Ein Reporter berichtete, in einem der Tunnel, die von der Hamas genutzt worden sein sollen, seien »hoch entwickelte Räume« und eine »explosionssichere Tür« zu sehen gewesen. Auch ein Schlafzimmer, eine Küche und Badezimmer habe der Reporter samt Infrastruktur gesehen. Die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte Fotoaufnahmen, die etwa eine Küchenzeile zeigen. (Mehr zu den Berichten lesen Sie hier).

23 November 2023 0 Kommentare
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Religion

Islamverbände und der 7. OktoberNicht von oben herab

von Fremdeninfo 23 November 2023
von Fremdeninfo

Islamverbände und der 7. Oktober: Nicht von oben herab

Von: TAZ

Regierungspolitiker produzieren mit ihren Vorwürfen gegen deutsche Islamverbände Misstrauen. Was tun sie eigentlich für den Zusammenhalt?

Sollen sich Muslime besonders deutlich extra gegen Antisemitismus aussprechen? Moschee vor Kölner Dom Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Man kann den großen Islam-Verbänden in Deutschland viel vorwerfen. Sie sind konservativ, schwerfällig und wirken an ihrer deutschen Umwelt oft desinteressiert. Viele haben ihre Wurzeln in der Türkei; der Ditib-Verband untersteht sogar der türkischen Regierung. Dass der Chef der Religionsbehörde in Ankara, Ali Erbas, Israel in einer Predigt als einen „rostigen Dolch“ im Herzen der islamischen Welt bezeichnet hat, ist alarmierend.

Denn Erbas ist der oberste Vorgesetzte der Imame, die in den Hunderten von Ditib-Moscheen in Deutschland predigen. Zu eigen gemacht hat sich die Ditib diese Aussagen zwar nicht, distanziert hat sie sich von ihrem obersten Dienstherrn aber auch nicht.

Was man den Islam-Verbänden aber nicht vorwerfen kann, ist, dass sie den Terror der Hamas gutheißen würden. Tatsächlich haben die großen Dachverbände sogar erstaunlich schnell reagiert und schon am 8.Oktober eine erste Erklärung abgegeben, in der sie die Gewalt verurteilten und vor einer Eskalation warnten. In vielen Freitagspredigten wurden ähnliche Töne angeschlagen. Wenn Politiker von Cem Özdemir über Volker Beck bis Jens Spahn den Islamverbänden vorwerfen, sie hätten den Terror der Hamas nicht klar genug verurteilt, dann ist das Populismus, der Misstrauen sät.

Wenn Vizekanzler Robert Habeck Muslimen indirekt droht, sie könnten ihren Anspruch auf Toleranz verwirken, wenn sie sich nicht so verhalten, wie er es von ihnen erwartet, dann fühlen sich viele davon tatsächlich bedroht. Und wenn Innenministerin Nancy Faeser von Muslimen jetzt fordert, sich noch klarer gegen Antisemitismus zu stellen, dann befördert sie jenen Generalverdacht, dem sie angeblich entgegentreten will.

Besser wäre es, die Bundesregierung würde selbst mehr tun, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Das hieße, Muslime nicht nur von oben herab zu belehren und ihnen Bekenntnisse abzuverlangen, sondern sie als gleichberechtigte Bürger zu begreifen und auch auf ihre Sorgen und Ängste einzugehen

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Obama mahnt Israel, Völkerrecht zu beachten

von Fremdeninfo 23 November 2023
von Fremdeninfo

Hamas bekämpfen, zivile Opfer vermeiden

Obama mahnt Israel, Völkerrecht zu beachten

Von:  dpa 

 

 Barak Obama  dpa 

Obama sagte, nach der „unsäglichen Brutalität“ der Hamas habe Israel das Recht, seine Bürger gegen solch mutwillige Gewalt zu verteidigen.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama spricht Israel seine Solidarität aus. Er warnt aber auch, dass eine Militärstrategie, die zivile Opfer ignoriere, nach hinten losgehen könnte.

 Washington. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat Israel nach der Terrorattacke der Islamistenorganisation Hamas vom 7. Oktober zur Besonnenheit bei Militäroperationen aufgefordert. „Insbesondere kommt es darauf an – wie Präsident Biden wiederholt betont hat –, dass Israels Militärstrategie das Völkerrecht beachtet, einschließlich der Gesetze, die darauf abzielen, den Tod oder das Leiden der Zivilbevölkerung so weit wie möglich zu vermeiden“, schrieb Obama in einem am Montag auf der Seite barackobama.medium.com veröffentlichten Beitrag. Schon jetzt seien Tausende Palästinenser bei der Bombardierung des Gazastreifens ums Leben gekommen, viele von ihnen Kinder. Hunderttausende seien vertrieben worden.

Obama schrieb weiter, nach der „unsäglichen Brutalität“ der Hamas habe Israel das Recht, seine Bürger gegen solch mutwillige Gewalt zu verteidigen. Er unterstütze voll und ganz US-Präsident Joe Biden, der Israel bei der „Verfolgung der Hamas, der Zerschlagung ihrer militärischen Kapazitäten und der Erleichterung der sicheren Rückkehr von Hunderten Geiseln zu ihren Familien“ Unterstützung zugesagt habe. Wie Biden kürzlich festgestellt habe, seien die USA selbst im Krieg bisweilen hinter ihren hohen Werten zurückgeblieben.

Israels Entscheidungen könnten Frieden und Stabilität in der Region untergraben

Nach dem Massaker der Hamas sei es verständlich, dass viele Israelis von ihrer Regierung verlangten, alles zu tun, was nötig sei, um die Hamas auszurotten und sicherzustellen, dass solche Angriffe nie wieder geschehen, schrieb Obama. „Dennoch beobachtet die Welt genau, wie sich die Ereignisse in der Region entwickeln, und jede israelische Militärstrategie, die die menschlichen Kosten ignoriert, könnte letztlich nach hinten losgehen.“

„Die Entscheidung der israelischen Regierung, eine gefangene Zivilbevölkerung von Nahrungsmitteln, Wasser und Strom abzuschneiden, droht nicht nur eine wachsende humanitäre Krise zu verschlimmern; es könnte auch die palästinensische Haltung für Generationen verhärten und die weltweite Unterstützung für Israel untergraben, Israels Feinden in die Hände spielen und die langfristigen Bemühungen um Frieden und Stabilität in der Region untergraben.“ Obama fügte hinzu, daher sei es wichtig, dass diejenigen, die Israel unterstützten, eine Strategie förderten, „die die Hamas außer Gefecht setzt und gleichzeitig weitere zivile Opfer minimieren kann“.

RND/dpa

23 November 2023 0 Kommentare
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Debatte über vermeintlich genozidale Absichten Israels in Gaza : Grenzen der Solidarität

von Fremdeninfo 23 November 2023
von Fremdeninfo

Debatte über vermeintlich genozidale Absichten Israels in Gaza : Grenzen der Solidarität

Artikel von Gerrit Bartels  •Tagessiegelk

 

Die Möglichkeit eines Völkermords durch Israel in Betracht ziehen? Im „Guardian“ antwortet eine Gruppe Historiker und Philosophinnen „zutiefst betroffen“ auf Jürgen Habermas.

Palästinenser trauern am Al-Shifa-Krankenhauses um die Opfer nach israelischen Luftangriffen. © Foto: dpa/Mohammed Talatene

Vor gut einer Woche veröffentlichte der Philosoph Jürgen Habermas auf der Website des Forschungszentrums „Normative Orders“ der Frankfurter Goethe-Universität zusammen mit drei Kollegen eine Stellungnahme zum Nahost-Krieg, überschrieben mit dem Titel „Grundsätze der Solidarität“.

Darin spricht Habermas von einem „prinzipiell gerechtfertigten Gegenschlag“ Israels auf den „an Grausamkeit nicht zu überbietenden Angriff der Hamas“. Zudem beklagt er, dass die Maßstäbe – bei aller Sorge um das Schicksal der palästinensischen Zivilbevölkerung – verrutschen würden, „wenn dem israelischen Vorgehen genozidale Absichten zugeschrieben werden.“

Tiefe Betroffenheit

Nun hat es darauf aus dem internationalen akademischen Betrieb eine Erwiderung gegeben. Im britischen „Guardian“ hat eine Gruppe Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen einen Brief veröffentlicht, darunter der britische Historiker Adam Tooze, der US-Rechtshistoriker Samuel Moyn, die aus Bahrain stammende Philosophin Amia Srinivasan und auch der in Wien lehrende Poptheoretiker Diedrich Diederichsen, und zwar unter der Überschrift: „Der Grundsatz der Menschenwürde muss für alle Menschen gelten“.

Tief betroffen“ sei man von der Stellungnahme von Habermas und den Seinen, so hebt dieser Brief an, „deeply troubled“, gerade weil die Grenzen der Solidarität darin so eng gezogen würden. „Die in der Erklärung zum Ausdruck gebrachte Sorge um die Menschenwürde wird nicht angemessen auf die palästinensische Zivilbevölkerung in Gaza ausgedehnt, die mit Tod und Zerstörung konfrontiert ist“, so heißt es in diesem Brief im „Guardian“. „Sie wird auch nicht auf die Muslime in Deutschland angewandt oder ausgedehnt, die eine zunehmende Islamophobie erleben.“

Enge Grenzen der Solidarität

Vor allem aber beziehen sich die Verfasser und Verfasserinnen auf den Hinweis von Habermas, dass in der Debatte um den Krieg in Nahost Israel mit seinem Vorgehen im Gaza-Streifen und dem Vorsatz, die Hamas „vernichten“ zu wollen, immer wieder ein Genozid an der palästinensischen Zivilbevölkerung oder mindestens genozidale Absichten unterstellt würden.

Habermas nimmt Israel genau davor, mahnt aber die „Grundsätze der Verhältnismäßigkeit“ an, „die Vermeidung ziviler Opfer und die Führung eines Krieges mit der Aussicht auf künftigen Frieden“. Die Erwiderung im „Guardian“ suggeriert im Grunde, dass Israel dabei sei, einen Völkermord zu verüben. Zitiert wird Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Völkermordstudien an der Brown University in Providence, Rhode Island, der gesagt habe, dass es wichtig sei, „vor einem möglichen Völkermord zu warnen, bevor er stattfindet, anstatt ihn erst zu verurteilen, wenn er bereits stattgefunden hat.“

Daraus folge, dass „Solidarität zu zeigen und die Menschenwürde zu achten bedeutet, dass wir diese Warnung beherzigen und den Raum für Diskussionen und Überlegungen über die Möglichkeit eines Völkermordes nicht schließen dürfen.“

So verweisen Tooze, Moyn, Srinivasan und Co auf Diskussionen unter Rechtsexperten und Völkermord-Wissenschaftlern, „ob die rechtlichen Voraussetzungen für Völkermord erfüllt“ seien. Ob es sich bei Israels Vorgehen gerade auch im Hinblick auf die Zerstörung ziviler Infrastruktur wie Krankenhäusern, Schulen, Gebetsstätten und der Trinkwasserversorgung nicht schon um die Vorstufe eines Genozids handele.

Man wirft Habermas vor, all das auszublenden in seinen Grundsätzen der Solidarität. Doch obwohl die Erklärung zu Beginn eher pflichtschuldigst den Hamas-Terror verurteilt, die Tötung und Geiselnahme israelischer Zivilisten, blendet sie ihrerseits eine Diskussion darüber aus, dass gerade dem Vorgehen der Hamas am 7. Oktober genozidale Absichten zugrunde liegen, dass es ein erklärtes Ziel der Hamas ist, Israel zu vernichten.

Von einem „großen Erschrecken über die Reaktionen und Ansichten der jeweils anderen“ hat der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich vor kurzem in einem Beitrag im Tagesspiegel über das Zerbrechen des Kulturbetriebs geschrieben. Es bestehe die Möglichkeit von irreversiblen Brüchen und Verletzungen. Der Brief im „Guardian“ beweist, dass es im akademischen Betrieb nicht viel anders aussieht.

 

 

23 November 2023 0 Kommentare
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Israels Botschafter Ron Prosor: „Türkei finanziert die Muslimbruderschaft seit Jahren“

von Fremdeninfo 23 November 2023
von Fremdeninfo

 

Israels Botschafter Ron Prosor: „Türkei finanziert die Muslimbruderschaft seit Jahren“

 
 
Artikel von Maximilian Both, Michael Maier Berliner Zeitung

 

Israels Botschafter Ron Prosor  © Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Israels Botschafter Ron Prosor nimmt sich Redaktionsbesuch der Berliner Zeitung viel Zeit für alle Fragen. Er will klarmachen, dass nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober für Israel eine neue Zeitrechnung begonnen habe. Das Land könne nach den Gräueltaten an seiner Zivilbevölkerung auf seinem eigenen Territorium nicht weitermachen. Prosor, der ruhig und dennoch bestimmt spricht, macht deutlich: Die bisherigen Konzepte können den Bürgern Israels ihre Sicherheit nicht mehr garantieren. Diese Erkenntnis ist ein Schock für die Juden auf der ganzen Welt. Zusammen mit einer neuen globalen Welle des Antisemitismus haben die Juden erstmals keinen sicheren Hafen mehr. Für einen dauerhaften Frieden brauchen Israel und die Palästinenser die Hilfe der internationalen Gemeinschaft.

Herr Prosor, Sie waren Staatssekretär, als sich Israel 2005 aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat. War der Rückzug ein Fehler?

Ich glaube nicht. Aber wir müssen daraus lernen, was wir danach falsch gemacht haben. Wir haben damals 22 Siedlungen aufgelöst. Die Idee war, dass wir Gaza in die Hände der Palästinenser geben. Wir haben den Gazastreifen verlassen, um nie wieder nach Gaza zurückzukehren. Seit 2005 gibt es keinen einzigen Siedler im Gazastreifen. Die Gleichung war damals ziemlich einfach: So, wie es in Israel ist, wird es auch in Gaza sein. Die Palästinenser hatten die Chance, den Gazastreifen selbst zu verwalten, aber was ist nach unserem Rückzug passiert? Die Hamas hat die Kontrolle übernommen. Sie haben die Vertreter der Fatah ermordet und allmählich Waffen, Rüstung und Raketen eingeschleust und Gaza zu einem Terrorstaat gemacht.

Was hätte Israel anders machen sollen?

Unser Fehler war, dass wir zu lange eine Politik der Eindämmung verfolgt haben. Wir haben die Ideologie der Hamas zu lange bagatellisiert – wir alle haben das. Wir waren auf diesem Auge blind. Die Hamas hat ihre Raketen sofort dafür genutzt, um uns direkt zu beschießen. Immer wieder. Und es wurde mit jedem weiteren Angriff schlimmer. Der Angriff im Oktober war der traurige Höhepunkt. Es hat sich gezeigt, dass die Hamas ihre Ideologie, Israel auszulöschen und die Juden ins Meer zu werfen, ernster nimmt, als wir alle uns das eingestanden haben. Wenn die Hamas davon gesprochen hat, dass es ihre Pflicht sei, Juden zu ermorden, dann haben wir das alle verharmlost. Wir haben einfach nicht verstanden, wie tief dieser Hass geht, und das muss sich ändern. Diese Verharmlosung der Gewalt gegen Juden können wir nicht mehr zulassen. Das muss sich ändern. Man sagt, dass man den Frieden schließt mit seinen Feinden, aber das glaube ich nicht! Man schließt Frieden mit seinen ehemaligen Feinden. Das sehen wir auch hier: Deutschland und Frankreich haben erst einen Frieden geschlossen, als Deutschland kein Feind mehr war.

Ministerpräsident Benjamin Nethanjahu hat angedeutet, dass es auf absehbare Zeit keinen vollständigen Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen geben wird. Es soll dort dauerhaft eine Sicherheits-Präsenz eingeführt werden. Stimmt das?

Wir werden Gaza niemals politisch kontrollieren. Aber sicherheitstechnisch müssen wir eine neue Formel finden, die Israels Sicherheit garantiert und Gaza den Zugang zu Waffen nimmt.

Israel wird also versuchen den Gazastreifen stärker zu kontrollieren. Richtig?

Nochmals: Wir haben kein Interesse an Gaza, aber wir müssen alles dafür tun, dass die Sicherheit der israelischen Bürger gewährleistet ist.

Glauben Sie, es reicht, die Hamas zu eliminieren? Was muss passieren, damit es wirklich zu einem Frieden kommt?

Wenn die Hamas besiegt und deren Infrastruktur und Führung zerstört wurden, haben wir immer noch Teile der Bevölkerung, die sich mit der Terrororganisation identifizieren. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viele, aber große Teile der Bevölkerung identifizieren sich mit der Hamas und stehen auch hinter den Massakern vom 7. Oktober. Um die zu überzeugen, brauchen wir die internationale Gemeinschaft, Europa, die USA und vielleicht auch die arabische Welt.

Macht Europa dafür genug?

Noch nicht, aber ich sehe, dass da derzeit viel passiert. Allein, dass man uns in Europa jetzt fragt, was wir uns vorstellen und was wir darüber denken, welche Strukturen dort aufgebaut werden müssen, stimmt mich positiv. Alle verstehen jetzt, dass es so nicht weitergehen kann. Ein echter Paradigmenwechsel ist notwendig.

Wir sehen, dass in den sozialen Netzwerken die Stimmen gegen Israel sehr laut sind. Woran liegt das aus Ihrer Sicht und was kann dagegen unternommen werden?

Zunächst muss ich eines ganz klar sagen: Diejenigen, die jetzt dieses Massaker feiern, das können keine Ansprechpartner für einen demokratischen Staat sein. Damit ist eine Linie überschritten, mit der man alle demokratischen Werte hinter sich lässt. Diese Menschen kennen keine demokratischen Werte, keine demokratischen Strukturen. Sie sind nicht nur eine Gefahr für uns, sie sind eine Gefahr für alle Demokratien. Wir Juden stehen nur in der ersten Reihe. Das ist eine weltweite Bedrohung. Und diejenigen, die diese Gefahr nicht erkennen und bekämpfen, die werden die Nächsten sein.

Es gibt die Gleichung: Mehr Bildung gleich weniger Antisemitismus. Geht die überhaupt noch auf?

Ich bin ein großer Befürworter von Bildung, aber das genügt nicht. Es gibt Menschen, die verweigern sich allen Fakten und jeder Wahrheit. Sie glauben, dass diese Massaker nie stattgefunden haben, egal wie viele Beweise man ihnen präsentiert. Diese Faktenresistenz ist eine direkte Gefahr für demokratische Staaten. So kann das nicht weitergehen. Bildung ist also sehr wichtig, ebenso wichtig aber ist es, die geltenden Gesetze ohne Wenn und Aber durchzusetzen.

Wie haben Sie denn den Besuch erlebt von Herrn Erdogan hier in Berlin? Der hat diese Massaker des 7. Oktober als legitime Antwort auf eine Ungerechtigkeit dargestellt.

Diese Rechtfertigung eines Massakers hat nichts mit dem Islam als Religion zu tun. Und solche Stimmen fehlen mir aus der arabischen Welt: die Imame, die ganz klar sagen: Das kann nicht im Namen des Islams geschehen. Man kann nicht Babys, Kinder und Frauen als Geisel nehmen. Man kann Leute nicht abschlachten. Das hat gar nichts mit Politik zu tun. Die Türkei unter Erdogan bietet Terroristen Unterschlupf. Ihm geht es darum, seinen Einfluss in der Region auszubauen – das macht er auf dem Rücken der Palästinenser.

Wer sind denn Ihrer Meinung nach die Haupttreiber oder Unterstützer von Hamas?

Das ist allgemein bekannt: alle, die die Region destabilisieren wollen. Alle, die gegen demokratische Strukturen und pluralistische Gesellschaften sind. Allen voran Iran und die Muslimbruderschaft.

Welche Rolle spielt die Türkei für die Muslimbruderschaft?

Die Türkei finanziert die M

Umfragen zeigen, dass die palästinensische Bevölkerung Abbas immer weniger und die Hamas immer mehr unterstützt, auch außerhalb von Gaza. Wie stark ist Abbas noch? Wie schätzen Sie die politische Lage in der Westbank ein?

Abbas hat sich seit 2006 nicht mehr nach Gaza getraut, er weiß genau, wie er dort empfangen worden wäre. Und auch in der Westbank schwindet seine Macht. Seit 2006 hat er keine Wahlen zugelassen, denn auch dort kennt er das Ergebnis bereits im Voraus. Außerdem verurteilt er die Massaker mit keiner Silbe, ganz im Gegenteil. Er gibt den Terroristen auch noch ein Kopfgeld, damit sie Juden töten, das ist „pay for slay“. Das kann nicht sein. Ich glaube, dass die Palästinenser darauf warten, was nach Abbas kommt. Aber das ist jetzt erst einmal egal: Wir müssen mit dem zurechtkommen, mit dem wir konfrontiert werden.

Halten Sie es für sinnvoll, dass die deutsche Bundesregierung weiterhin Gelder nach Gaza schickt?

Es ist völlig klar, dass die Finanzierungen gründlich überprüft werden müssen. In der Vergangenheit flossen offensichtlich Gelder an Stellen, die den Terror unterstützt haben. Die Geldflüsse müssen stärker kontrolliert werden. Deutsche Steuergelder dürfen keinen Terror mitfinanzieren. Nehmen wir das UNRWA (UN-Hilfswerk für die Palästinenser, Anm. d. Red.) als Beispiel: Auch dort gibt es Hamas-freundliche Beamte. Übrigens hat UNRWA 30.000 Mitarbeiter, wovon vielleicht 100 Ausländer sind. Es ist de facto eine palästinensische Organisation. Aber weil sie die Buchstaben UN im Namen trägt, denken die Leute, es sei eine internationale humanitäre Organisation. Da sind europäische Gelder in UNRWA-Schulbücher geflossen, die antisemitische Hetze verbreiten. Doch ich glaube Bundeskanzler Scholz, wenn er uns versichert, dass Deutschland überprüfen wird, wohin diese Zahlungen gehen.

Doch auch in Deutschland gibt es noch viel zu tun. Haben Sie die Aktionen in Neukölln am 7. Oktober wahrgenommen, als Süßigkeiten zur Feier des Angriffs auf Israel verteilt wurden?

Ich war mit dem Bürgermeister von Neukölln vor wenigen Monaten noch dort. Und bereits damals habe ich ganz klar gesagt: Es sind nicht alle Neuköllner, die so denken – ganz im Gegenteil. Aber es gibt dort auch Gruppierungen, wie etwa Samidoun. Das sind trojanische Pferde der Demokratie. Und sie können für Demokratien tödlich sein. Deswegen gehören sie verboten und das ist ja mit Samidoun nun auch schon passiert. Die entschlossene und unmissverständliche Politik von Bundesinnenministerin Faeser und der Berliner Innensenatorin Spranger weisen den richtigen Weg. Wir müssen dafür sorgen, dass den Worten Taten folgen.

Wie kann man die migrantischen Communitys in Deutschland besser erreichen?

Zunächst einmal muss das Problem überhaupt erkannt werden. Außerdem haben viele Menschen aus Syrien oder anderen arabischen Staaten ein völlig verzerrtes Bild von uns Juden. Da hilft nur Aufklärung. Wir müssen ihnen das jüdische Leben zeigen, das radikalmuslimische Propaganda ihnen verschweigt.

Das Problem ist aber nicht nur ein migrantisches, oder? Weltweit gehen Hunderttausende junge Menschen auf die Straße und solidarisieren sich mit den Palästinensern. Was sagen Sie dazu?

Auch hier ist Aufklärung gefragt. Niemand wird als Antisemit geboren. Menschen sind die Produkte ihrer Umgebung. Solche antisemitischen Einstellungen sind die Ergebnisse jahrelang wirkender Fehlinformationen. Tatsachen werden verzerrt dargestellt und Falschinformationen nicht richtiggestellt, so verfestigen sich Vorurteile. Und auch hier geht es um demokratische Werte, die wir vor solchem radikalen Gedankengut schützen müssen.

23 November 2023 0 Kommentare
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Religion

Umgang mit Antisemitismus Islamkonferenz unter schwierigen Vorzeichen

von Fremdeninfo 21 November 2023
von Fremdeninfo

Umgang mit Antisemitismus Islamkonferenz unter schwierigen Vorzeichen

 

Umgang mit Antisemitismus

Umgang mit Antisemitismus Islamkonferenz unter schwierigen Vorzeichen

Seit dem Terrorangriff der Hamas wird verstärkt über muslimischen Antisemitismus diskutiert. Er wirft auch Schatten auf die hiesigen Moscheegemeinden und Verbände. Repräsentativ sind diese jedoch nicht.

Vor knapp einem Jahr lud Innenministerin Nancy Faeser zur ersten Islamkonferenz dieser Legislaturperiode ein. Ihre Perspektive formulierte sie mit deutlichen Worten: „Ich will die staatliche Entsendung von Imamen aus dem Ausland nach Deutschland schrittweise reduzieren mit dem Ziel, sie zu beenden.“

Zudem erklärte die SPD-Politikerin, in welche Richtung sie hierbei zu schauen gedenkt: „Die Entsendung von Imamen nach Deutschland ist insbesondere ein Thema, das die Türkei betrifft.“

Antisemitische Hetze aus dem Religionsministerium

In der Tat kommen die meisten ausländischen Vorbeter hierzulande aus der Türkei: Nach Angaben des Bundesinnenministeriums schickt das türkische Amt für religiöse Angelegenheiten – kurz: Diyanet – zurzeit etwa 1.000 sogenannte Religionsbedienstete nach Deutschland. Die überwiegende Mehrheit von ihnen ist in Gemeinden des Moscheeverbandes DITIB tätig. „Im mittleren beziehungsweise niedrigen zweistelligen Bereich“ aber auch in der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs sowie dem Verband ATIB, der laut Verfassungsschutz in Verbindung zu den rechtsextremistischen „Grauen Wölfen“ steht.

Oberster Dienstherr dieser rund 1.000 Imame ist Ali Erbas. Der 62-jährige Präsident des türkischen Amtes für religiöse Angelegenheiten ist ein enger Gefolgsmann von Recep Tayyip Erdogan. Zudem hetzt der islamische Theologe – ähnlich wie der türkische Staatspräsident – gerne gegen Israel. So sagte er in seiner ersten Freitagspredigt nach dem schweren Angriff der terroristischen Hamas: „Wie ein rostiger Dolch, der im Herzen des muslimischen Bodens steckt, hat Israel in den von ihm besetzten Ländern auf alle Arten von Unterdrückung gegen Muslime zurückgegriffen.“

Deutsche Islamkonferenz

Die Deutsche Islamkonferenz ist das zentrale Forum für den Dialog zwischen Staat und Muslimen. Sie besteht seit 2006. Ergebnisse waren bisher etwa der Aufbau islamischer Theologieseminare an deutschen Universitäten, Initiativen für die Ausbildung von Imamen in Deutschland und eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Moscheegemeinden.

Mitglieder der Islamkonferenz sind unter anderen die Islamverbände, die den Großteil der Moscheen in Deutschland unterhalten, sowie Musliminnen und Muslime aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Abgrenzung von Ankara gefordert

Die DITIB in Deutschland verurteilte den Antisemitismus ihres theologischen Oberhauptes in Ankara nicht. Auch ihre Stellungnahme zum Terrorangriff der Hamas kam nur zögernd, womit sie sich in die halbherzigen Verlautbarungen anderer islamischer Verbände einreihte. „Ich hätte erwartet, dass da eine eindeutige Positionierung zum Terror stattfindet“, betont Lamya Kaddor, Bundestagsabgeordnete der Grünen und Mitglied im Liberal-Islamischen Bund, gegenüber der SWR. Wünschenswert für sie wäre gewesen, wenn die islamischen Verbände zu Friedensgebeten, gemeinsamen Demonstrationen oder Mahnwachen aufgerufen hätten – und zwar direkt nach dem Angriff der Hamas.

Ausfälle wie die des Diyanet-Präsidenten machen deutlich, was gemeint ist, wenn zurzeit von muslimischem Antisemitismus die Rede ist. Deshalb plädierte Eren Güvercin, Journalist und Mitglied der muslimischen „Alhambra Gesellschaft“, im Deutschlandfunk für einen unmissverständlichen Umgang mit der DITIB. Immerhin betreibe der Verband die mit Abstand meisten Moscheen in Deutschland: „Dieser Ali Erbas ist die religiöse Autorität der deutschen DITIB. Und meine Forderung an die deutsche Politik ist, die DITIB damit zu konfrontieren, sich von dieser antisemitischen Hetze ihrer religiösen Autorität in Ankara zu distanzieren.“

Moscheeverbände nicht repräsentativ

Kaddor weist zudem daraufhin, dass die islamischen Verbände, die von der Politik gerne als Ansprechpartner und Gradmesser für das muslimische Leben in Deutschland angesehen werden, nur einen kleinen Teil der Community repräsentieren. Denn der Islam kenne – anders als die christlichen Kirchen in Deutschland – keine Pflichtmitgliedschaft in einer Organisation.

Bereits der langjährige Leiter der Deutschen Islamkonferenz, Ex-Innenstaatssekretär Markus Kerber, hatte darauf hingewiesen, dass nur eine Minderheit der hiesigen Muslime in den Moscheeverbänden organisiert sei: „Nimmt man die Besucherzahlen in den knapp 2.200 Moscheen Deutschlands an einem Freitag, dann kommt man auf eine Repräsentativität von vielleicht 25 Prozent.“ Es bleibe daher die große integrationspolitische Frage, wer die nicht durch die Verbände repräsentierten Bürger mit muslimischem Hintergrund vertrete.

Muslime in Deutschland säkularer als die Verbände?

Darüber hinaus macht die Frankfurter Uniprofessorin Susanne Schröter gegenüber dem SWR aufmerksam, dass die tief konservative Religiosität der islamischen Verbände möglicherweise gar nicht typisch für die hiesigen Muslime sei: „Gerade in Deutschland kann man davon ausgehen, dass doch viele Muslime sehr säkular sind und eher wenig zu tun haben wollen auch mit diesen Verbänden.“ Allerdings seien sie kaum organisiert. Das bilde ein Dilemma für die Politik. Gleichwohl müsse diese aber alle Anstrengungen unternehmen, Kontakt zur gesamten Bandbreite der islamischen Community aufzunehmen.

Für die Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam ist deshalb wichtig, „dass man die Verbände nicht immer so hofiert und denen nicht alles durchgehen lässt“. Gleichzeitig gelte es, so Schröter, seitens der Politik zu signalisieren, „dass all diejenigen, die auch in diesen Verbänden sind und die sich vom Ausland ablösen wollen, die nicht einverstanden sind mit solchen Sprüchen wie denen von Ali Erbas, eine Möglichkeit haben, sich auch selbst zu organisieren und dabei auch Unterstützung zu erfahren“. So gesehen dürfte die Deutsche Islamkonferenz noch eine ziemliche Wegstrecke vor sich haben.

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 Deutsche Islamkonferenz: Ditib, islamische Verbände und Antisemitismus

21 November 2023 0 Kommentare
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