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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Allgemein

INTERVIEW: MİZGİN ÇİFTÇİ – KANDIDAT FÜR DAS AMT DES REGIONSPRÄSIDENTEN VON HANNOVER

von Cumali Yağmur 8 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Dieses Interview führte Cumali Yağmur im Namen von fremdeninfo.“

 

Fremdeninfo (F.I): Wie haben Sie als Kind kurdischer Migranten entschieden, für das Amt des Regionspräsidenten von Hannover zu kandidieren?

Mizgin Çiftçi: Das war ein langer Prozess. Schon mit Anfang 20 Jahren bin ich in die Kommunalpolitik gegangen. Viele Jahre habe ich mich im Osterholzer Kreistag für ein besseres Leben für alle Menschen eingesetzt. Die Lust an politischer Arbeit hatte mich seit diesem Zeitpunkt gepackt. So habe ich auch 2021 auf der Liste der Linkspartei für den Bundestag kandidiert. Jetzt lebe ich in Hannover und habe große Lust als Kandidat für eine „Region für ALLE“ mit bezahlbaren Wohnraum, Mobilität als Grundrecht und eine bürgernahe Gesundheitsversorgung mich einzusetzen.

F.I: Wie sind Sie in die Politik gekommen und war dieser Prozess schwierig für Sie?

Mizgin Çiftçi (M.Ç): Ich hatte das Glück, dass ich in der Schule einige 68er Lehrer hatte, die mich sehr gefördert haben. Als Kind kurdischer Einwanderer bin ich in einer Sozialbausiedlung aufgewachsen und musste schon früh arbeiten, um mir den Schulbesuch bis zum Abitur zu leisten. Ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung gab mir die finanzielle Sicherheit und Zeit, neben meinem Studium, mich politisch zu engagieren.

F.I: Wurden Sie als Kurde von der kurdischen Bewegung im Ausland beeinflusst?

M.Ç: Der Überfall der ISIS auf die jesidischen Gebiete im Nordirak 2014 hat mich sehr geprägt. Ein Jahr lang habe ich nur noch Demos und Soli-Aktionen organisiert. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch für den Zentralrat der Jesiden in Deutschland tätig.

F.I: Welche Vorschläge machen Sie im Namen der Linkspartei (Die Linke) im Unterschied zu anderen Parteien?

M.Ç: An erster Stelle steht für mich und meiner Partei Die Linke, das Grundrecht auf Wohnen durchzusetzen. Dazu gehört die Schaffung eines Wohnraumprogramm, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.  Neben der Schaffung günstiger Wohnungen für Familien muss bedarfsgerecht  die Anzahl preisgünstige Single-Wohnungen erhöht werden.

Die Angebotsmieten sind in Hannover massiv gestiegen. Private Investoren treiben die Preise fürs Wohnen ins Unermessliche. Wir sind überzeugt davon, dass Wohnen ein Menschenrecht und keine Renditeanlage ist, deshalb fordern wir einen bundesweiten Mietendeckel. Die Hälfte der Sozialwohnungen müssen Belegrechtswohnungen sein. In allen Städten und Gemeinden der Region Hannover fordert Die Linke die Erhöhung der Sozialbindungen von Belegrechtswohnungen auf mindestens 20 Jahre.

Die kommunalen Wohnungsbaufgesellschaften, wie etwas hanova und KSG müssen in der Lage versetzt werden, mehr Wohnungen zu bauen. Dafür brauchen Sie eine Kapitalerhöhung.  Hierfür werde ich und Die Linke in den Kommunalparlamenten die Weichen stellen. Bei den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften darf eine negative Schufa-Auskunft kein Ausschlusskriterium für den Abschluss eines Mietvertrages sein.

Eigentum verpflichtet – deshalb sind Beschlagnahmungen und Enteignungen bei besonders unsozialen Immobilienkonzernen als letztes Mittel im Einzelfall gerichtlich durchzusetzen und gegeben falls umzusetzen. Das dass möglich, zeigte der erfolgreiche Berliner Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“.

Die Region Hannover hatte in der Vergangenheit immer mehr Krankenhausinfrastruktur und Krankenhäuser des Klinikverbundes KRH geschlossen. Die Linke lehnt weitere Standortschließungen und eine Privatisierung von kommunalen Krankenhäusern entschieden ab. Die Versorgung durch einen Notarzt innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist, auch in ländlichen Gebieten, muss sichergestellt werden. Wir brauchen eine Qualitätsverbesserung in der stationären Altenpflege.

Die sozial-ökologische Verkehrswende ist in der Region Hannover bisher nicht gelungen. Die Linke fordert eine Erhöhung der Taktung von Bahnen der ÜSTRA, den S-Bahnen, den Regio-Bussen und den Stadtbussen auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten zur flächendeckenden, besseren Nahverkehrsversorgung der gesamten Region. Notwendig ist auch die zügige Umsetzung des vom Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.G. (ADFC) entwickelten Plan für ein Veloroutenetz (12 Velorouten).

Unsere Region hat die Einhaltung der Klimaziele deutlich verfehlt. Hannover ist weit davon entfernt klimaneutrale Kommune zu sein. Neben einem kommunalen Klimaschutzprogramm zur Durchsetzung einer CO2-neutralen Region fordert Die Linke die Gründung eines Klimabeirat mit Befugnissen. Dieser Rat wird besetzt mit festen Plätzen für Schüler*innen, Studierenden, Azubis und Wissenschaftler*innen.

F.I: Was schlagen Sie vor, was sich für Migrantinnen und Migranten ändern sollte?

M.Ç: Die Linke fordert dass kommunale Wahlrecht auch für Bürger*innen aus Nicht-EU-Staaten ausgeweitet. Wer hier lebt und arbeitet, soll auch wählen dürfen. 2024 hat das EU-Parlament der GEAS – Verschärfung zugestimmt. Dadurch sind immer mehr Menschen einer brutalen Migrations- und Abschiebepolitik ausgesetzt. Ich setze mich dafür ein,dass der Abschiebeknast in Hannover – Langenhagen geschlossen wird.

F.I: Was müssen Sie tun, um die Stimmen der Migrantinnen und Migranten zu gewinnen?

M.Ç: Die Kinderbetreuung ist von zentraler Bedeutung für erfolgreiche Integration. Insbesondere wird der Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten eine Schlüsselrolle bei der Integration zuerkannt, da von den Sprachkenntnissen der Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt abhängt. Gleichzeitig ist auch für die Eltern die Kinderbetreuung ein wichtiger Aspekt mit Bezug auf die Integration in den Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Gerade in diesen Zeiten geraten viele Menschen, darunter viele Zugewanderte – oft unverschuldet – in schwierige Situationen. Das Jobcenter verlangt die Ausfüllung eines Wusts von Formularen bei der Antragstellung für die Grundsicherung, der Vermieter erhöht die Miete nach Modernisierung der Wohnung,  Alleinerziehende kennen ihre Rechte und Ansprüche nicht. Im Rahmen von „Die Linke hilft“ stehen wir Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite. Dafür bietet Die Linke hilft in Hannover Sozial- bzw. /und Bürgergeld-Sprechstunden, Angebote zu Asylberatung, Mieten und Familienhilfe an.

F.I: In Hannover und Umgebung leben viele Kurden und Jesiden. Was bieten Sie dieser Wählerschaft an, um ihre Stimmen zu gewinnen?

M.Ç: Kurden und Jesiden sind immer sind und waren immer wieder Verfolgung in ihren Herkunftsländern ausgesetzt. In den 80 er Jahren flohen meine eigenen Eltern vor dem Krieg des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung nach Deutschland. Aktuell wird Rojava, ein Modell der Basisdemokratie, Frauenbefreiung und multiethnischer Selbstverwaltung in Nordsyrien durch eine Offensive der syrischen Armee in seiner Existenz bedroht. Ich selber durfte in Hannover auf einer Kundgebung zur Verteidigung von Rojava sprechen. Zusätzlich veranstaltete ich, moderiert von unserer Oberbürgermeisterin Kandidatin MdB Maren Kaminski, die Veranstaltung „Rojava verteidigen! Widerstand verstehen. Solidarität organisieren“.

Wichtig ist für mich auch die Unterstützung von Selbstorganisation und Demokratisierung der jesidischen/kurdischen Communitiy in Deutschland. Die Unterstützung der kulturellen und religiösen Identität von Jesiden/Kurden ist für mich ein wichtiges Anliegen.

F.I: Sie möchten auch die Stimmen der Aleviten gewinnen; was sind Ihre Versprechen an sie?

M.Ç: Ich setze mich dafür ein, dass die Förderung der Teilhabe der Alevitinnen und Aleviten am kulturellen und sozialen Leben in der Region Hannover nach Vorne gebracht wird. Für die Pflege der alevitischen Kultur müssen Fördergelder fließen.

F.I: Die Aleviten in Hannover fordern ein eigenes, separates Gräberfeld. Unterstützen Sie diese Forderung?

M.Ç: Seit Jahrzehnten gibt es auf den verschiedenen städtischen Friedhöfen die Möglichkeit für multikulturelle Bestattungen auf muslimischen, jesidischen, buddhistischen und christlich-orthodoxen Gräberfeldern. Auch die Aleviten in Hannover und den regionsangehörigen Städten und Gemeinden haben das Recht auf ein eigenes, separates Gräberfeld.

F.I: Sie arbeiten derzeit bei der Gewerkschaft ver.di und leisten aktive Gewerkschaftsarbeit. Wie steht es um die Beteiligung von Migranten in den Gewerkschaften, sind sie dort aktiv?

M.Ç: Ich bin ver.di – Sekretär für Handel. Dort betreue ich  Handelsunternehmen, in den viele zugewanderte Menschen tätig sind. Bei Warnstreiks sind es oft  die migrantischen Frauen,die sehr kämpferisch auftreten. Auch bei den Betriebsräten haben wir einen immer höheren Anteil von Kolleg*innen mit Migrationshintergrund.

F.I: Was würden Sie abschließend jungen Migrantinnen und Migranten über Fremdeninfo empfehlen, wenn es darum geht, politisch aktiv zu werden?

M.Ç.: Egal, was andere sagen, lasst euch nicht unterkriegen, organisiert euch in Parteien, Gewerkschaften und Vereinen und erhebt eure Stimme. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und haben das Recht, mitzubestimmen.

Vielen Dank, Mizgin Çiftçi, für das Interview.“ Und Wir wünschen dir viel Erfolg.“

8 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Getöteter Schaffner Serkan C. in der Türkei beigesetz

von Cumali Yağmur 7 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Von: dpa/ dtj-online

Ministerpräsident Schweitzer fordert nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter mehr Zivilcourage. Viele Menschen versammelten sich am Donnerstag im Gedenken an den Getöteten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft richtete ein Spendenkonto ein.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat bei einer Gedenkveranstaltung für den getöteten Zugbegleiter Serkan C. einen respektvolleren Umgang in der Gesellschaft und mehr Zivilcourage gefordert. „Es ist nicht diese Tat, mit der es angefangen hat“, sagte er am Donnerstag beim Totengebet für C. vor mehr als 1.000 Menschen in Ludwigshafen. „Es fängt an mit der Beleidigung.“ Oder auch mit der abschätzigen Formulierung am Arbeitsplatz, gegenüber Rettungs- oder Pflegekräften und Zugbegleitern.

Serkan C. habe nur seine Arbeit gemacht. „Er war ein Freund, er war ein Nachbar, er war ein Kollege, er war ein Ludwigshafener“, sagte Schweitzer. Er sei auch Vater von zwei Kindern gewesen. „Ich stehe vor Ihnen als Landesvater, aber ich bin auch Vater von Kindern. Und niemand kann sich wirklich vorstellen, was uns jetzt in der Familie begegnet an Trauer, an Verständnislosigkeit, auch an Wut.“ C. hinterlässt zwei Söhne im Alter von elf und 13 Jahren, die ihren Vater im Krankenhaus sterben sahen.

EVG richtet Spendenkonto ein

Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress nahe Kaiserslautern von einem Mann ohne gültiges Ticket mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter Fahrgast mit griechischem Pass, sitzt in Untersuchungshaft. Der Leichnam wurde nach nach dem Totengebet in einer Moschee in Ludwigshafen nach Gaziantep in die Türkei gebracht und dort am Freitag beigesetzt.

Für die Hinterbliebenen des Verstorbenen hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) eine Spendenaktion eingerichtet:

Empfänger: DB Regio AG
IBAN: DE 15 5008 0000 0091 6377 01
Verwendungszweck: Serkan C.

dpa/dtj

7 Februar 2026 0 Kommentare
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Frauen

Zwischen Gewalt und Gesetz: Warum Frauen der türkischen Justiz kaum vertrauen können

von Fremdeninfo 7 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von: Stefan Kreitewolf / dtj-online

 

Die türkische Justiz behandelt Gewalt gegen Frauen nicht als strukturelles Problem, sondern als Abfolge von Einzelfällen. Wer als Frau nicht geschützt wird, stirbt – wer überlebt, steht vor Gericht. Zwei Fälle zeigen, wie ein System versagt, das formal Gleichheit verspricht, in der Praxis aber Ungleichheit produziert.

Die Ungerechtigkeit beginnt in der Türkei nicht erst mit dem Urteil. Für viele Frauen im Land beginnt sie lange zuvor – mit Gewalt, die nicht ernst genommen wird, mit Schutz, der versprochen, aber nicht verlässlich gewährt wird, und mit einem Justizsystem, das Bedrohung relativiert, solange sie nicht tödlich endet. Erst wenn Frauen sterben oder selbst zur Angeklagten werden, rückt Gewalt gegen Frauen ins öffentliche Blickfeld.

Die türkische Justiz operiert formal geschlechtsneutral, doch in der Praxis zeigt sich eine klare Asymmetrie. Männergewalt wird häufig als situativ, emotional oder erklärbar eingeordnet, weibliche Angst dagegen als übersteigert oder irrational. Wer sich als Frau verteidigt, muss ihre Handlung rechtfertigen – wer als Mann Gewalt ausübt, wird oft durch mildernde Umstände entlastet. Diese Schieflage ist kein Einzelfehler, sondern ein strukturelles Muster.

Die Fälle von Serap Avcı und Ayşe Tokyaz

Der Fall Serap Avcı macht dieses Muster besonders deutlich. Sie überlebte jahrelange körperliche und psychische Gewalt und handelte in einer akuten Bedrohungssituation. Statt als Betroffene anerkannt zu werden, stand sie wegen Tötung ihres Ehemannes vor Gericht. Dass sie letztlich straflos blieb, gilt vielen als Erfolg. Tatsächlich verweigerte ihr das Gericht den Freispruch. Die Botschaft ist eindeutig: Selbst in Extremsituationen bleibt das Recht auf Notwehr für Frauen begrenzt, ihre Tat bleibt juristisch „rechtswidrig“.

Indes zeigt der Fall Ayşe Tokyaz, was geschieht, wenn Frauen sich nicht mehr verteidigen können. Die 22-jährige Studentin wurde getötet, obwohl sie zuvor Anzeige erstattet haben soll. Der Hauptangeklagte war Polizist – also Teil jenes Systems, das Schutz hätte gewährleisten müssen. Tokyaz’ Tod steht für das Versagen staatlicher Prävention und die Gefahr, die entsteht, wenn Machtpositionen Gewalt nicht verhindern, sondern absichern.

Strukturelle Straffreiheit?

Die Fälle markieren die Pole eines Systems: Frauen werden entweder nicht geschützt oder kriminalisiert. Dazwischen liegt ein breites Feld struktureller Straffreiheit. Verfahren ziehen sich hin, Gewaltkontexte werden ausgeblendet, Verantwortung wird individualisiert. Die Folge ist ein gesellschaftliches Klima, in dem Gewalt gegen Frauen nicht als Ausnahme, sondern als kalkulierbares Risiko erscheint.

Politisch wird dieses Klima begünstigt. Der Austritt aus der Istanbul-Konvention war mehr als ein symbolischer Akt. Er signalisierte, dass der Schutz von Frauen kein vorrangiges staatliches Anliegen mehr ist. Zwar existieren weiterhin Gesetze, doch ihre Durchsetzung bleibt lückenhaft. Schutzanordnungen werden nicht konsequent kontrolliert, Frauenhäuser sind unterfinanziert, Verantwortung wird auf Familien und Kommunen verschoben. Der Staat zieht sich zurück – und erklärt sich gleichzeitig für handlungsfähig.

Wessen Leben zählt?

Das Ergebnis ist eine paradoxe Realität: Frauen sollen dem Recht vertrauen, obwohl es sie immer wieder im Stich lässt. Ihre Angst wird psychologisiert, ihre Entscheidungen moralisiert, ihre Gewaltgeschichte juristisch fragmentiert. Männliche Wut gilt als verständlich, weibliche Panik als überzogen. Was als Einzelfall erscheint, ist in Wahrheit ein Systemdefekt.

Die Frage ist nicht, ob das türkische Recht Frauen schützt – sondern unter welchen Bedingungen es bereit ist, dies zu tun. Solange Überleben erklärungsbedürftig bleibt und Schutz vom guten Willen einzelner Institutionen abhängt, bleibt Gerechtigkeit prekär. Die Fälle Avcı und Tokyaz zeigen: Für viele Frauen liegt das Risiko nicht im Gesetz, sondern in seiner Anwendung. Und genau dort entscheidet sich, wessen Leben zählt.

7 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Steinmeier spricht Familie des toten Zugbegleiters Trost zu

von Cumali Yağmur 6 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Artikel von dpa

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter der Deutschen Bahn hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Familie des Opfers sein Mitgefühl ausgesprochen. «Ich kann nur erahnen, welchen Schmerz dieser furchtbare Verlust in Ihrem Leben ausgelöst hat. Ich fühle mit Ihnen», heißt es in einem Brief Steinmeiers, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Der Bundespräsident schrieb weiter: «Es vermag Ihre Trauer nicht zu mindern, und dennoch ist es mir wichtig, Ihnen zu versichern, dass Sie in dieser Situation nicht allein sind, sondern zahllose Menschen in Ludwigshafen und ganz Deutschland mit Ihnen trauern.»

Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Reisenden ohne gültiges Ticket mit Schlägen gegen den Kopf attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung. Der Tat verdächtigt ist ein 26 Jahre alter Mann. Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen Totschlags.

6 Februar 2026 0 Kommentare
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Politik

Kommunalwahl in Frankfurt: „Europa Liste für Frankfurt (ELF)“ präsentiert Programm und Kandidaten für mehr Vielfalt im Stadtparlament

von Fremdeninfo 6 Februar 2026
von Fremdeninfo

FRANKFURT AM MAIN – Im Hinblick auf die kommenden Kommunalwahlen am 15. März stellt sich die „Europa Liste für Frankfurt (ELF)“ als unabhängige politische Kraft vor. Mit der Listennummer 11 tritt die Wählergruppe an, um die Repräsentation von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund im Frankfurter Parlament grundlegend zu stärken.

Ein Bündnis für alle Frankfurter Bürger

Die Europa Liste für Frankfurt (ELF) definiert sich als eine unabhängige und überparteiliche Wählergruppe, die für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt offensteht. Die Liste besteht nach eigenen Angaben aus kritischen Bürgerinnen und Bürgern und verfolgt das Ziel, die ethnische Vielfalt Frankfurts kommunalpolitisch besser zu repräsentieren. Ein Kernanliegen der Gruppe ist es, die interkulturellen Beziehungen innerhalb der Stadtgesellschaft zu fördern und zu stärken.

Repräsentationslücke im Stadtparlament schließen

Die ELF weist auf ein deutliches Missverhältnis in der aktuellen politischen Landschaft hin. Unter dem Schlagwort „Ein Problem mit dem Stadtbild“ kritisieren die Verantwortlichen, dass im Frankfurter Parlament die gesellschaftliche Realität nicht ausreichend abgebildet werde.

„Mehr als die Hälfte aller Frankfurter Bürger*innen haben einen Migrationshintergrund, aber im Stadtparlament liegt ihr Anteil nur bei ungefähr 15 Prozent“, stellt die Wählergruppe fest. Daran müsse gearbeitet werden, da eine bessere Repräsentanz nur erreicht werden könne, wenn man sich einige.

Kritik an den etablierten Parteien und „Fraktionszwang“

In ihrem Programm setzt sich die ELF deutlich von den traditionell etablierten Parteien wie CDU, SPD, Grüne und FDP ab. Zwar würden auch diese Parteien Bürger mit Migrationshintergrund auf ihre Wahllisten setzen, doch sei deren Einfluss laut ELF gering, da sie dem sogenannten Fraktionszwang unterstehen würden.

Die Europa Liste für Frankfurt wurde daher gegründet, um insbesondere jenen Bürgern eine echte Stimme zu geben. Ziel sei eine starke Repräsentanz von Migranten im Stadtparlament, die frei agieren können. Man wolle die Rechte aller Frankfurter stärken, die von der städtischen Politik bislang vernachlässigt wurden – dies gelte insbesondere für die Sozialschwächeren.

Verantwortung übernehmen: Gegen Diskriminierung und für soziale Gerechtigkeit

Die ELF betont die lokale Verbundenheit ihrer Mitglieder: „Wir müssen Verantwortung übernehmen. Wir sind in Frankfurt zu Hause, wir kennen unsere Situation, wir kennen die Probleme, die unsere Kinder in der Schule haben, wir wissen, wo noch Diskriminierung existiert: von der Wohnungs-, bis zur Arbeitssuche.“

In den vergangenen Jahren habe sich die Gruppe bereits für Integration eingesetzt, die sie als Chancengleichheit versteht. Dies beinhalte den schulischen Erfolg der Kinder ebenso wie ein würdevolles Altern für Menschen mit ausländischer Herkunft.

Die Wählergruppe beansprucht für sich, im Frankfurter Stadtparlament die Einzigen zu sein, die diese Themen konsequent auf die Tagesordnung setzen. Daher werben sie für eine starke Fraktion mit unabhängigen Stadtverordneten mit Migrationshintergrund.

Aufruf zur Wahl: „Das Gesicht des Stadtparlamentes ändern“

Luigi Brillante, der die Liste anführt, appelliert an die Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, um mehr Mitspracherecht zu erlangen. Die zentrale Botschaft der ELF lautet:

„Wir müssen das Gesicht des Stadtparlamentes ändern. Dazu müssen wir zusammenarbeiten, denn nur wenn wir einig sind, werden wir Erfolg haben.“

Wählerinnen und Wähler sind aufgerufen, am 15. März ihr Kreuz neben dem Wahlvorschlag 11 (Liste 11 – ELF) zu setzen.


Die Kandidatenliste der EUROPALISTE FÜR FRANKFURT (LISTE NR. 11 « ELF »)

Nachfolgend finden Sie die vollständige Liste der 33 Kandidatinnen und Kandidaten, die für die ELF antreten:

  1. Brillante Luigi

  2. Yohannes Belainesh

  3. Ahmed Zaye Rolla

  4. Hofmann Sani

  5. Dr. Mancuso Vincenzo

  6. Suarez Cuevas Ana Laydin

  7. Peters Sebastian Dan

  8. Kubrom Mebrahtu Amanuel

  9. D’Addetta Vanessa

  10. Ratea Maria-Daniela

  11. Ojaghi Mansoor

  12. Marino Maria Giovanna

  13. Dr. Dr. Preuß Alfred

  14. Sorgini Marcello-Gabriele

  15. Zanniello Elisabetta

  16. Kouratos Georgia

  17. Machuca Josc Antonio

  18. Khan Bashir Atif

  19. Mehrabian Sofia

  20. Albrecht Ekkhart Theodor

  21. De Vita Angela Antonietta

  22. Machado de Carvahlo Mariana

  23. Inserra Maria

  24. Aivazi Pawlik

  25. Berlinghieri Antonio

  26. Schiavano Anna Stefania

  27. Panagiotidis Anita

  28. Bloehs-Vater Howald Ernst Anton

  29. Alves Bastos Almeida Maria Adelia

  30. Dombrowski Grilletta Emma Rosa

  31. Iorio Luigi

  32. Jazenko Marcel Marco

  33. Madeo Antonio

6 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

März 2026: Alle Migrantinnen und Migranten sollten zur Wahl gehen und die ELF-Liste unterstützen

von Cumali Yağmur 6 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Von : Cumali Yağmur  Zum Wahlaufruf

Ich habe viele Jahre in Frankfurt gelebt und kenne jeden Winkel der Stadt sehr gut. Ich kenne viele der hier lebenden Migranten sowie zahlreiche deutsche Freunde aus allen Berufen und Parteien persönlich.

Gleichzeitig war ich in Frankfurt aktiv in der Politik bei den Grünen tätig und kandidierte sogar für den Landtag. Ich habe zahlreiche Artikel über Migrationsfragen verfasst und halte diese Themen auch heute noch aktuell.

Während meiner Zeit in Frankfurt habe ich Luigi Brillante durch seine politische Arbeit näher kennengelernt. Als er die ELF-Liste (Europa Liste Frankfurt) gründete, sagte er: „Migranten müssen ihre Probleme selbst in die Hand nehmen.“ Er vertrat die Ansicht, dass die deutschen Parteien sie wie „Stiefkinder“ behandeln würden, wenn die Migranten ihre Rechte nicht selbst verteidigten. Für diese treffenden und visionären Gedanken habe ich ihn stets bewundert.

Luigi war in der Zeit, in der ich ihn kannte, ein äußerst ehrlicher und fleißiger Freund. Er konnte Fakten und gesellschaftliche Themen sehr gut analysieren; er war ein bescheidener Mensch mit einer starken politischen Persönlichkeit.

Wie Sie wissen, wurde in Deutschland lange Zeit das aktive und passive Wahlrecht auf kommunaler Ebene nur Migranten aus EU-Ländern gewährt. Diese Personen mussten bei EU-Wahlen eine Entscheidung treffen: Entweder wählten sie eine Partei in ihrem Herkunftsland oder eine Partei in Deutschland. Gegenüber Migranten aus Nicht-EU-Ländern wurde jedoch mit zweierlei Maß gemessen; ihnen wurde dieses Recht nicht einmal auf kommunaler Ebene zugestanden. Brillante hat stets gegen solche antidemokratischen Praktiken gekämpft. Ich habe ihn in diesem Kampf immer unterstützt und die Richtigkeit seiner Ansichten auf jeder Plattform betont.

Der Kampf, den die ELF seit 2001 führt, ist zur Stimme, zum Ohr und zum Auge der Migranten geworden. Es ist an der Zeit, dass Migranten ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und für ihre Belange persönlich kämpfen.

Aus diesem Grund rufe ich alle meine migrantischen Freunde dazu auf, sich um die ELF zu vereinen und bei den Wahlen am 15. März 2026 ihre Stimme der ELF-Liste zu geben.

6 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Wandel, Liquidation und die Krise der „Rızalık“ (Zustimmung) in der AABK: Eine politische und erinnerungskulturelle Lesart über Turgut Öker

von Cumali Yağmur 5 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Wandel, Liquidation und die Krise der „Rızalık“ (Zustimmung) in der AABK: Eine politische und erinnerungskulturelle Lesart über Turgut Öker

Von Hıdır Bakır – Vorsitzender des Cemhauses Krefeld

Turgut Öker war in jeder Phase Teil des Kampfes und sagte einst: „Ich habe nicht mein Leben für Ämter oder Positionen geopfert. Ich tue immer noch Dinge, die sich sonst niemand traut oder die niemand tun kann

Turgut Öker ist nicht nur ein ehemaliger Funktionär der AABK (Konföderation der Alevitischen Gemeinschaften in Europa); er ist eine der zentralen Figuren, die den Gründungswillen, das historische Gedächtnis und die Kontinuität der Organisation repräsentieren. In diesem Zusammenhang ist der ihm verliehene Status des „Ehrenvorsitzes“ weit mehr als ein symbolischer Titel; er ist ein Ausdruck der Loyalität (Ahde Vefa), basierend auf Arbeit, Geschichte und dem Prinzip der „Rızalık“ (gegenseitiges Einvernehmen/Zustimmung), einem Grundpfeiler des alevitischen Weges.

Die Aufhebung dieses Status kann nicht als einfache technische Regelung oder Satzungsänderung verstanden werden. Die Botschaft ist überaus deutlich: „Wir gehen bewusst auf Distanz zur Vergangenheit dieser Organisation und der Kampflinie, die diese Vergangenheit repräsentiert.“

Diese Entscheidung richtet sich nicht nur gegen eine Einzelperson, sondern markiert einen totalen Haltungswechsel gegenüber einer Ära, einer bestimmten Widerstandslinie und deren politischen Auswirkungen. Zweifellos sind solche radikalen Schritte eher das Ergebnis langjähriger politischer, ideologischer und administrativer Brüche als das Resultat persönlicher Unstimmigkeiten.

Der Hintergrund des Bruchs und der strukturelle Wandel

Die wahrscheinlichen Gründe hinter dieser Liquidation offenbaren auch den qualitativen Wandel, den die Organisation durchläuft:

  • Divergenz der politischen Linie: Die aktuelle politische Ausrichtung der AABK stimmt nicht mehr mit der traditionell-kämpferischen Linie überein, die Turgut Öker vertritt.

  • Bürokratisierung und Status quo: Unter dem Deckmantel von „Zentralisierung“ und „Professionalisierung“ haben sich neue Kader in eine bürokratische, von der Basis entfremdete Richtung entwickelt, die primär auf den Erhalt der eigenen Positionen fixiert ist.

  • Beziehungen zum Staat und Achsenverschiebung: Tiefe strategische Meinungsverschiedenheiten in den Prozessen des Staatskontakts, der Politik und der Identitätsbildung innerhalb der alevitischen Bewegung.

Noch wichtiger ist, dass zwei kritische Dimensionen dieses Prozesses nicht ignoriert werden dürfen:

  1. Externer Einfluss und die Liquidation von Allianzen: Spürbare externe Einflüsse auf die Verbandsführung und die daraus resultierende Abkehr von breiten Solidaritätsplattformen wie der „Demokratischen Kräfteeinheit“ (Demokratik Güç Birliği).

  2. Der Preis institutioneller Integration: Trotz des Slogans „Wir werden keine Aleviten des Staates sein“, führt der in den jeweiligen Ländern erlangte Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts dazu, dass die Organisation faktisch zu einer Einheit des Systems wird, was zu einem strategischen Bodenverlust führt.

Man kann sagen, dass politische Gleichgewichte hinter verschlossenen Türen zwischen der Türkei und Deutschland bei dieser „Zähmungs-Operation“ innerhalb der AABK eine entscheidende Rolle spielten. Doch an einer Tatsache ändert sich nichts: Arbeit und Gedächtnis können nicht durch administrative Beschlüsse gelöscht werden. Im alevitischen „Weg und Erkan“ (Weg und Regeln) sind Rızalık (Zustimmung), Loyalität und Ikrar (Gelöbnis) essenziell. Jeder Schritt, der ohne Rızalık getan wird, steht im Widerspruch zum Kern des Weges.

Die Chronologie des Bruchs: Die Ära Hüseyin Mat und die Abkehr von der „Kräfteeinheit“

Die Wurzeln der heutigen Krise wurden mit der Übernahme des Vorsitzes der AABF (Alevitische Gemeinde Deutschland) durch Hüseyin Mat gelegt. In dieser Zeit blieben die organisationsinternen Kritiken von Turgut Öker systematisch unbeantwortet, und die von ihm repräsentierte Linie der „Demokratischen Kräfteeinheit“ wurde schrittweise neutralisiert. Das heißt, die politische Linie wurde nicht schlagartig aufgegeben; zuerst wurde der Träger dieser Linie liquidiert, und im Anschluss wurde die neue politische Ausrichtung formalisiert.

Die 2012 gegründete Demokratische Kräfteeinheit war eine konkrete Solidaritätsplattform zwischen Aleviten, Kurden und linkdemokratischen Strukturen. Dieses Modell, das während des Gezi-Widerstands die massenwirksamste und effektivste Zeit der AABK in Europa schuf, ist auch heute noch eine Notwendigkeit für alle Kreise, die für Rechte und Freiheiten kämpfen.

Doch diese Linie erforderte kein „Gleichgewicht“ mit dem Staat, sondern eine klare Haltung; sie erforderte politisches Risiko statt komfortabler Institutionalisierung. Die neu gewählte Linie spiegelt jedoch einen sicherheitsorientierten Reflex wider, der sich eher nach innen kehrt, vorsichtiger agiert, sich der Bürokratie zuwendet und kritische Stimmen als „Problem“ kodiert.

Transparenzkrise und interne Widersprüche

Obwohl die Deklaration der 8. Ordentlichen Generalversammlung der AABK nach außen hin richtige Botschaften zu Themen wie „Antiasimilation“ und dem „Status der Cemhäuser“ sendet, birgt sie in der internen Funktionsweise ernsthafte Widersprüche.

Insbesondere der Umgang mit den Vorwürfen bezüglich der „Erdbebenhilfe“ – die abgetan wurden, anstatt sie durch einen transparenten und für die Öffentlichkeit überzeugenden Prozess zu entkräften – zeigt, dass die internen Kontrollmechanismen gelähmt sind. Ein Führungsstil, der die Agenda wechselt, anstatt Rechenschaft abzulegen, und der durch die Unterdrückung von Kritik voranschreitet, ist eine Verletzung des Rızalık-Prinzips.

Fazit: Es geht nicht um die Person, sondern um eine Weggabelung

Der in die Deklaration der Generalversammlung aufgenommene Punkt „Der Status des Ehrenvorsitzes wurde vollständig aufgehoben“ ist keine institutionelle Notwendigkeit, sondern die Proklamation einer Liquidation. Während in der gesamten Deklaration „Einheit und Verbundenheit“ (Birlik ve Muhabbet) betont werden, widerspricht der Versuch, eine historische Figur der Organisation ohne einen Rızalık-Prozess auszulöschen, den alevitischen Werten.

Die eigentliche Frage ist: Wird die alevitische Bewegung einen transparenten, demokratischen und für Bündnisse offenen Kampfweg verfolgen, oder wird sie den Status quo schützen, indem sie Kritik unterdrückt und sich isoliert?

Es ist die Anforderung des Weges („Yol“), nicht zum Schweigen zu bringen, sondern zu sprechen; nicht zu liquidieren, sondern sich auseinanderzusetzen; nicht die Agenda zu manipulieren, sondern der Wahrheit nachzugehen. Andernfalls wird am Ende nur ein Konstrukt übrig bleiben, das zwar rhetorisch stark, aber in seinem organisatorischen Geist und seinem gesellschaftlichen Gewissen geschwächt ist.

 

 

Über die Kultur der Kritik und Selbstkritik

Cumali Yagmur

Leider haben wir als Gesellschaft die Kultur der Kritik und Selbstkritik noch immer nicht verinnerlicht. Sobald in Gemeinschaften oder Organisationen ein Fehler erkannt wird, zeigt sich oft der Reflex, die Person mit der Begründung „er gehört zu uns“ (er ist einer von uns) zu verteidigen, anstatt den Fehler zu korrigieren. Dabei sollten Fehler in Vereinen und Organisationen unter Einbeziehung der Massen offen diskutiert werden. Einen Fehler zu vertuschen oder jemanden zu bevorzugen, beseitigt diesen Fehler nicht.

Speziell im Hinblick auf alevitische Organisationen gilt: Wenn ein Fehler begangen wird, sollte dies aufrichtig und transparent mit der Gemeinschaft geteilt werden. Fehler von Strukturen, die in der Öffentlichkeit stehen, müssen auch vor den Augen der Öffentlichkeit debattiert werden. Obwohl wir in Europa organisiert sind, können wir uns aufgrund des Einflusses der Kultur, aus der wir stammen, unseren Mängeln und Fehlern noch immer nicht stellen.

Der Weg, einen Fehler zu korrigieren, besteht darin, mit einer entschlossenen Haltung von diesem Fehler abzurücken. Es ist bedauerlich, dass einige Probleme in heutigen alevitischen Organisationen vor Gericht gelandet sind. Wenn wir aus den Geschehnissen lernen und den Massen die Wahrheiten erklären, können wir diesen Kreislauf der Fehler durchbrechen. Sich hinter verschlossenen Türen zu bewegen und sich von einer transparenten Diskussionskultur zu entfernen, schadet der Organisationsstruktur. Es darf nicht vergessen werden: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Probleme sollten nicht nach dem Motto „Wirf mit Dreck, etwas bleibt immer hängen“ angegangen werden, sondern mit einem konstruktiven und richtigen Ansatz.

Solange Wahrheiten verborgen bleiben, nehmen sowohl Institutionen als auch die Gesellschaft Schaden. Jede Gesinnung hinter verschlossenen Türen kommt früher oder später ans Licht. Probleme zu verheimlichen, erschwert die Lösung. In einem Umfeld, in dem alles offen diskutiert wird, werden Fehler ausgesiebt und Wahrheiten treten hervor.

Solange dies nicht geschieht, können wir die Wahrheiten nicht ans Licht bringen und diskutieren; jedes im Verborgenen bleibende Phänomen schadet der Organisationsstruktur. Wenn bestehende Widersprüche beseitigt und Wahrheiten aufgedeckt werden, wird die Lösung für alles einfacher. Probleme geheim zu halten, nach Vorwänden für sie zu suchen und sie in verschiedenen Formen zu „verpacken“, macht den Lösungsprozess nur noch schwieriger.

 

 

 

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Allgemein

Nach tödlicher Attacke auf Zugbegleiter: Gewaltausbruch auch in der Volmetalbahn

von Fremdeninfo 5 Februar 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Olaf Moos / CO.Com-Online

Der Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz schockiert. Am Mittwochvormittag kam es auch in der Volmetalbahn zu Attacken auf einen Schaffner und einen Lokführer.

Lüdenscheid – Der brutale Angriff auf einen 36 Jahre alten Zugbegleiter, der nach Faustschlägen eines Fahrgastes am Montagabend, 2. Februar, in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz gestorben ist, hat Bahnmitarbeiter und die gesamte Öffentlichkeit schockiert. Nun berichtet die Lüdenscheider Polizei über einen weiteren Gewaltausbruch, der sich in der Regionalbahn 52 im Volmetal zugetragen hat

Nach tödlicher Attacke auf Zugbegleiter: Gewaltausbruch auch in der Volmetalbahn

Der Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz schockiert. Am Mittwochvormittag kam es auch in der Volmetalbahn zu Attacken auf einen Schaffner und einen Lokführer.

Lüdenscheid – Der brutale Angriff auf einen 36 Jahre alten Zugbegleiter, der nach Faustschlägen eines Fahrgastes am Montagabend, 2. Februar, in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz gestorben ist, hat Bahnmitarbeiter und die gesamte Öffentlichkeit schockiert. Nun berichtet die Lüdenscheider Polizei über einen weiteren Gewaltausbruch, der sich in der Regionalbahn 52 im Volmetal zugetragen hat

Eine Blume und Kerzen liegen am Bahnsteig nach dem Tod eines Zugbegleiters. Der Mann war bei einem Angriff im Zug von einem Fahrgast am Montagabend in Rheinland-Pfalz lebensgefährlich verletzt worden und am Morgen in Folge der Verletzungen verstorben. © Patrick Von Frankenberg/dpa

Zwei Männer haben demnach in einem der Waggons Bahnmitarbeiter attackiert. Ein Schaffner wollte die beiden Fahrgäste – 26 und 38 Jahre alt – am Mittwochvormittag, 4. Februar, kontrollieren und deren Fahrscheine überprüfen. Laut Polizeibericht konnte der 38-Jährige kein Ticket vorweisen und verhielt sich dem Schaffner gegenüber aggressiv, wie es im Bericht heißt. Sein jüngerer Begleiter habe dem Schaffner darauf ins Gesicht gespuckt.

Am Brügger Bahnhof rief der Bahnbedienstete schließlich den Lokführer zu Hilfe. Dann eskalierte die Situation. Im Laufe der Auseinandersetzung soll es zu einer heftigen Rangelei zwischen dem Zugpersonal und den beiden Fahrgästen gekommen sein.

Dabei kam es auch zu Faustschlägen. Wie die Polizei weiter mitteilt, wurde die Jacke eines Beteiligten zerrissen, eine Brille ging zu Bruch. Die Einsatzkräfte der Wache wurden hinzugerufen. Die Beamten sprachen Platzverweise gegen die rabiaten Fahrgäste aus und brachten den Vorfall zur Anzeige.

 

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Religion

8. Ordentliche Generalversammlung der AABK: Der Cem ist unser Gottesdienst, das Cemevi ist unsere Gebetsstätte

von Fremdeninfo 4 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von: Avrupa Demokrat

In der 8. ordentlichen Generalversammlung der Konföderation der Aleviten Gemeinden in Europa (AABK), die im Cemevi in Bühl stattfand, wurde betont, dass der alevitische Glaube ein uralter und eigenständiger Weg ist. Während der Generalversammlung wurde zu einem gemeinsamen Kampf gegen Assimilations- und Verleugnungspolitik aufgerufen und die tragende Rolle von Frauen und Jugendlichen innerhalb der alevitischen Bewegung unterstrichen.

Die Konföderation der Aleviten Gemeinden in Europa (AABK) hielt ihre 8. ordentliche Generalversammlung vom 31. Januar bis zum 1. Februar 2026 im deutschen Bühl ab. Nach zweitägigen Debatten wurde ein 15-köpfiger Vorstand gewählt, bestehend aus Vertretern der Föderationen verschiedener Länder. Im Anschluss an die Versammlung wurde eine Abschlusserklärung veröffentlicht.

BETONUNG VON EINHEIT UND GEMEINSAMEM KAMPF
Auf der Generalversammlung wurde erneut hervorgehoben, dass die historische, glaubensbezogene und politische Einheit zwischen der alevitischen Organisierung in Europa und der alevitischen Bewegung in der Türkei unverzichtbar ist.

Die AABK wies auf die Notwendigkeit einer gemeinsamen und starken Front gegen den langjährigen und in jüngster Zeit verschärften staatlichen Druck sowie gegen die Assimilations- und Verleugnungspolitik in der Türkei hin. Es wurde betont, dass Angriffe auf alevitische Organisationen über staatlich geschaffene oder unterstützte „Scheinstrukturen“ (Paravan-Strukturen) inakzeptabel seien, und die Gemeinschaft wurde aufgerufen, ihre organisierte Struktur zu verteidigen.

KLARE HALTUNG GEGEN ASSIMILATIONSPOLITIK
Hinsichtlich der Maßnahmen der beim Ministerium für Kultur und Tourismus angesiedelten „Präsidentschaft für alevitisch-bektaschitische Kultur und Cemevis“ wurde festgestellt, dass dieser Prozess eine offene Assimilationspolitik darstellt. In der Abschlusserklärung wurde die Position der AABK deutlich formuliert:

„Das Alevitentum ist ein uralter, authentischer und unabhängiger Glaube. Es ist kein Unterpunkt irgendeiner politischen Macht, staatlichen Institution oder eines anderen Religionsverständnisses. Der Cem ist unser Gottesdienst, Cemevis sind unsere Gebetsstätten.“

Die Generalversammlung beschloss zudem, den organisierten Widerstand gegen das „Bildungsmodell des Jahrhunderts der Türkei“ des Bildungsministeriums zu verstärken, welches ein monistisches und ideologisches Bildungsverständnis institutionalisieren will. Es wurde betont, dass es eine gesellschaftliche Verantwortung sei, sich gegen dieses Modell zu stellen, das alevitische Kinder zur Assimilation zwingt.

AUFRUF GEGEN RASSISMUS, DISKRIMINIERUNG UND HASSREDE
In der Erklärung wurde auch auf den in Europa zunehmenden Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Hassreden hingewiesen. Diese Entwicklungen stellten nicht nur eine Bedrohung für Aleviten, sondern für alle gesellschaftlichen Schichten dar. Die AABK bekräftigte ihre Entschlossenheit, demokratische Errungenschaften zu verteidigen und die internationale Solidarität auszuweiten.

Des Weiteren wurde die Annahme einer aktiven Kampflinie gegen Genozid, Unterdrückung und systematische Gewalt gegenüber Aleviten, Kurden, Drusen, Christen und anderen Völkern in Syrien verkündet. Die AABK erklärte, dass sie mit all ihren politischen, diplomatischen und organisatorischen Möglichkeiten gegen diese Angriffe Widerstand leisten werde.

Die Schwerpunkte des Kampfes für die kommende Periode wurden wie folgt festgelegt:

  • Die Angriffe auf Aleviten in der internationalen Öffentlichkeit sichtbar machen.

  • Stärkung rechtlicher, politischer und diplomatischer Initiativen vor internationalen Menschenrechtsmechanismen.

  • Entschlossene Verteidigung der legitimen Forderungen der alevitischen Gemeinschaft.

(PİRHA)

 

 

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Flüchtlinge

Migrantenboot kollidiert mit Küstenwache vor griechischer Insel – Polizei spricht von 14 Toten

von Fremdeninfo 4 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von: Welt

Ein Patrouillenboot der Hafenpolizei trifft vor der Insel Chios in der Ägäis auf ein Schnellboot mit dutzenden Migranten. Die Küstenwache gibt ein Warnsignal ab, der Fahrer des Migrantenbootes leitet die Flucht ein. Dann kommt es zur Kollision.

Bei dem Zusammenstoß eines Migrantenbootes mit einem Boot der griechischen Küstenwache sind vor der Insel Chios in der Ägäis Polizeiangaben zufolge 14 Menschen ums Leben gekommen.

25 gerettete Migranten sowie zwei Mitglieder der Küstenwache seien zudem in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte ein Vertreter der griechischen Küstenwache der Nachrichtenagentur AFP mit. Ein Patrouillenboot der Hafenpolizei sei mit einem Schnellboot kollidiert.

Dem griechischen Fernsehsender ERT und der griechischen Nachrichtenagentur Ana zufolge befinden sich unter den Verletzten sieben Kinder und eine schwangere Frau. Die Küstenwache habe ein Warnsignal an das Migrantenboot abgegeben, berichtete ERT. Daraufhin habe das Boot jedoch versucht, der Patrouille zu entkommen, wobei es zu der Kollision gekommen sei.

Die Küstenwache sowie ein Helikopter der griechischen Luftwaffe suchten die Gewässer nach weiteren Menschen ab. Ein Hubschrauber und Taucher sind beteiligt.

Michalis Giannakos, Vorsitzender der Gewerkschaft der Beschäftigten im öffentlichen Krankenhauswesen Griechenlands, sagte, das Krankenhaus auf Chios habe sämtliches Personal in Alarmbereitschaft versetzt, um die plötzlich eingetroffenen Verletzten zu versorgen. Man bereite sich auf mögliche weitere Patienten vor. Im griechischen Fernsehsender Open TV erklärte Giannakos, mehrere der Verletzten müssten operiert werden.

Gefährliche Überfahrt

Viele Migranten versuchen von der Türkei oder von Libyen aus die griechischen Inseln und damit die EU zu erreichen. Beide Überfahrten sind gefährlich.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit 2014 rund 33.000 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen oder gelten als vermisst.

4 Februar 2026 0 Kommentare
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