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DAS ZWEITE „NICHT GENUG, ABER JA“-SYNDROM DER LINKEN

von Fremdeninfo 15 August 2026
von Fremdeninfo 15 August 2026
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              Von: Celal Işık

Welch eine Ironie der Geschichte: Die PKK und ihr Anführer Öcalan, die einst von manchen kritisiert wurden, weil sie sich angeblich „von Blut ernährten“, werden heute von denselben Personen und Kreisen kritisiert, weil sie die Waffen niederlegen und das Blutvergießen beenden wollen.

Er wird nun als „ein Verräter, der die Sache verkauft hat und sich dem Staat ergeben hat“, abgestempelt.

Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass jene militaristischen Banden, die am meisten von der Entwaffnung der PKK gestört sind und die vom Krieg und vom Blut profitieren, jederzeit eine provokative Haltung gegenüber diesem Prozess einnehmen können.

Auch wenn es wenig realistisch und glaubwürdig erscheint, dass die „Falken“, die 40 Jahre lang Krieg geführt haben, heute zu friedenssuchenden „Tauben“ geworden sind – offensichtlich geschieht es doch.

Zwar mag die Welt Apo als den „Mandela der Kurden“ oder als einen Gandhi akzeptieren, doch um ehrlich zu sein: Ich kann weder aus dem echten Apo noch aus Bahçeli einen Demokraten machen. Selbst wenn dies wissenschaftlich und theoretisch möglich wäre, werde ich diesen Aberglauben wohl nicht loswerden.

Dennoch haben sowohl Bahçeli als auch Apo erkannt, dass ihre gestrigen Paradigmen nicht mehr aufrechterhalten werden können. Sie haben – wenn auch notgedrungen – einen Paradigmenwechsel vollzogen. Aus diesem Grund muss das Ende des Krieges und das Aufhören des Blutvergießens unserer Kinder als ein großer Gewinn für die Gesellschaft betrachtet werden.

Wir erleben eine Phase voller Überraschungen: Wir sehen eine Hand, die aus dem Inneren jenes Staates, der seit seiner Gründung versucht hat, die Kurden zu vernichten, den Kurden und ihren Vertretern im Parlament entgegengestreckt wird. Es ist ausgerechnet die Hand von Bahçeli, dem Anführer der MHP – dem bis gestern kurdenfeindlichsten, rassistischsten und faschistischsten Akteur innerhalb des Staates.

In einer solchen Situation geriet natürlich das gewohnte Schema der Linken aus den Fugen, die bisher nicht im Konflikt mit dem Staat als Ganzem, sondern primär mit der MHP unter dem Label „Faschismus“ existierte.

Es wird gebetsmühlenartig ein flaches, gestriges Narrativ wiederholt, das die Notwendigkeit nicht erkennt, auf der die heutigen Übereinkünfte von Apo und Bahçeli basieren. Diese „Linke“ kann es einfach nicht fassen und akzeptieren, dass der Staat, der gestern noch auf der Verleugnung und Feindseligkeit gegenüber den Kurden basierte, heute für sein eigenes Überleben (Beka) den Kurden die Hand zum Frieden reicht.

Die Gegner des Prozesses halten es nicht für möglich, dass Apo und Bahçeli sich verändert haben könnten und dass diese Veränderung das Ergebnis und die Anforderung einer zwingenden Notwendigkeit ist.

Dies ist eine Linke, die sich in die „neuen Konservativen“ von heute verwandelt hat; eine Linke, die sich dagegen wehrt, dass ihr altes Denken durch diese neuen Ironien der Geschichte verwirrt wird und ihre festgefahrenen Dogmen zerbrechen.

Sie betrachten den Prozess lediglich als eine Wiederholung des „Nicht genug, aber Ja“-Syndroms (Yetmez Ama Evet) und sehen nicht, dass der Widerstand gegen diesen Prozess letztlich der aktuellen Machtstruktur dient.

Sie suchen die Lösung auf demselben Boden, auf den die Zafer-Partei und die İYİ-Partei versuchen, auch die „Neue Partei“ (YP) zu ziehen. Es wiederholt sich fast exakt jener Prozess, in dem diese „National-Linken“ (Ulusol) gemeinsam mit der MHP, der CHP und den Ergenekon-Anhängern Front gegen diejenigen bezogen, die beim ersten Lösungsprozess „Nicht genug, aber Ja“ sagten.

Kurz gesagt: Wer links und wer rechts ist, ist nicht mehr klar.
Wer revolutionär und wer konservativ ist, ist ebenfalls unklar.
Oder ist es am Ende doch klar?

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Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

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