Von: Naci Sönmez
Nachdem Fikri Sönmez zum Bürgermeister gewählt worden war, entstand in Fatsa ein Beispiel für lokale Demokratie, dessen Auswirkungen in der Geschichte des linken Kampfes in der Türkei bis heute nachwirken. Da dieses einzigartige Experiment die Herrschenden zutiefst beunruhigte, sollte es vernichtet werden, und neun Monate später begann die „Operation Punkt“ (Nokta Operasyonu) gegen Fatsa. Dieser blutige Angriff, der sich gegen die gesamte Bevölkerung einer Stadt richtete, war eine Generalprobe für den herannahenden Militärputsch vom 12. September 1980.
Naci Sönmez wuchs als Sohn von Fikri Sönmez inmitten des linken Gedankenguts auf. Bereits in seinen Jahren am Gymnasium war er Teil der revolutionären Bewegung, die sich in Fatsa entwickelte. Nach 1980 beteiligte er sich aktiv am politischen Kampf. In seinem Werk „Dünden Bugüne Fatsa Fikri“ (Der Gedanke von Fatsa von gestern bis heute) erzählt er von seinem Vater, den Menschen in dessen Umfeld und den damaligen Ereignissen. Zudem beleuchtet er durch Einblicke in sein eigenes Leben die jüngere Geschichte revolutionärer Bewegungen und linker Organisationen.
Auf der einen Seite die Schwierigkeiten, die die schwere Niederlage gegen den Faschismus des 12. Septembers mit sich brachte, auf der anderen Seite die Leere durch den Zerfall des weltweiten sozialistischen Systems; die ideologische Krise und die Weggabelungen im politischen Kampf sowie die Erfolge und Schwächen politischer Initiativen, die oft nur tastend vorankamen… Naci Sönmez berichtet von seinen eigenen Erlebnissen, Beobachtungen und Erfahrungen innerhalb des beharrlich geführten Kampfes für den Sozialismus. Dieses Buch ist die Geschichte einer intellektuellen Kontinuität, die die linke Vergangenheit von Fatsa schildert.
„Eines weiß ich: Wir haben es nicht geschafft! Doch aus der Asche des Feuers, das wir entfacht haben, wird der revolutionäre Geist von Fatsa wiederauferstehen. Daran glaube ich von ganzem Herzen.“