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Startseite Rassismus

Thüringen will mit NSU-Archiv an Opfer erinnern

von Fremdeninfo 11 November 2022
von Fremdeninfo 11 November 2022
205

 

Thüringen will mit NSU-Archiv an Opfer erinnern

Von

dtj-online

–

11.11.2022

 

 

 

=“Denkmal für NSU-Opfer Turgut mit Farbe beschmiert“
Erst Anfang dieser Woche wurde das Denkmal des NSU-Opfers Mehmet Turgut in Rostock mit Farbe und unleserlichen Schriftzügen beschmiert. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

„Wir sind den Familien der Opfer Antworten schuldig“: Thüringen plant, ein NSU-Archiv aufzubauen, das Akten zu der rechtsextremen Terrorgruppe öffentlich macht. Die Täter stammten von dort.

Der Plan der rot-rot-grünen Minderheitskoalition wurde im Landtag in Erfurt auch von der CDU-Fraktion unterstützt. Die Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling betonte die besondere Verantwortung des Bundeslandes – die Täter, die bis vor elf Jahren mordend durch Deutschland zogen, stammten aus Thüringen.

Weitere Auswertung der Akten nötig

Zudem hätten Behörden auch aus Thüringen bei der Verfolgung der Terroristen versagt. „Wir sind den Familien der Opfer Antworten schuldig“, sagte Henfling. Eine weitere Auswertung der Akten sei nötig. Der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) mit seinen aus Thüringen stammenden Kernmitgliedern Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe hatte über Jahre unerkannt mordend durch Deutschland ziehen können.

Die Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft und eine deutsche Polizistin. Die Rechtsterroristen verübten außerdem zwei Bombenanschläge mit Dutzenden Verletzten und etliche Banküberfälle. Nicht auszuschließen ist, dass sie für weitere Taten verantwortlich waren.

Mundlos und Böhnhardt hatten sich nach offizieller Lesart Anfang November 2011 in Eisenach getötet, um der Festnahme zu entgehen. Es gibt aber auch Zweifel an dieser Darstellung. Zschäpe wurde als Mittäterin zu lebenslanger Haft verurteilt – auch wenn es nie einen Beweis dafür gab, dass sie selbst an einem der Tatorte war.

dpa/dtj

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